{"id":138,"date":"2015-09-03T14:16:37","date_gmt":"2015-09-03T12:16:37","guid":{"rendered":"http:\/\/verlagsgeschichte.murrayhall.com\/?page_id=138"},"modified":"2016-01-07T18:48:20","modified_gmt":"2016-01-07T16:48:20","slug":"xi-existenzgrundlage-der-oesterreichischen-verlage","status":"publish","type":"page","link":"http:\/\/verlagsgeschichte.murrayhall.com\/?page_id=138","title":{"rendered":"XI. Existenzgrundlage der \u00f6sterreichischen Verlage"},"content":{"rendered":"<h3>XI. Existenzgrundlage der \u00f6sterreichischen Verlage<\/h3>\n<h6><\/h6>\n<ul class=\"overview\">\n<li class=\"overview\"><a class=\"none\" href=\"#Heading1\" target=\"_self\">1. Kleine Wirtschaftsfibel zur Einleitung<\/a><\/li>\n<li class=\"overview\"><a class=\"none\" href=\"#Heading2\" target=\"_self\">2. Der Kampf der Autoren<\/a><\/li>\n<li class=\"overview\"><a class=\"none\" href=\"#Heading3\" target=\"_self\">3. Das Handelsabkommen 1937 und die Autoren<\/a><\/li>\n<li class=\"overview\"><a class=\"none\" href=\"#Heading4\" target=\"_self\">4. Not der Verlage<\/a>\n<ul>\n<li class=\"overview\"><a class=\"none\" href=\"#Heading5\" target=\"_self\">a) Die rechtliche Grundlage<\/a><\/li>\n<li class=\"overview\"><a class=\"none\" href=\"#Heading6\" target=\"_self\">b) Auswirkungen auf \u00f6sterreichischer Seite<\/a><\/li>\n<li class=\"overview\"><a class=\"none\" href=\"#Heading7\" target=\"_self\">c) Zahlungen<\/a><\/li>\n<li class=\"overview\"><a class=\"none\" href=\"#Heading8\" target=\"_self\">d) Vergabe nach Deutschland<\/a><\/li>\n<\/ul>\n<\/li>\n<li class=\"overview\"><a class=\"none\" href=\"#Heading9\" target=\"_self\">5. Die besondere Lage der \u201eemigrierten\u201c Verlage: der \u201esonderbehandelte\u201c Bermann-Fischer Verlag und der benachteiligte Bastei-Verlag<\/a>\n<ul>\n<li class=\"overview\"><a class=\"none\" href=\"#Heading10\" target=\"_self\">a) Der \u201esonderbehandelte\u201c Bermann-Fischer Verlag<\/a><\/li>\n<li class=\"overview\"><a class=\"none\" href=\"#Heading11\" target=\"_self\">b) Auswirkung des Kontingents auf den \u00fcbersiedelten Verlag<\/a><\/li>\n<li class=\"overview\"><a class=\"none\" href=\"#Heading12\" target=\"_self\">c) Der benachteiligte Bastei-Verlag<\/a><\/li>\n<li class=\"overview\"><a class=\"none\" href=\"#Heading13\" target=\"_self\">d) W\u00fcnsche des Bastei-Verlags<\/a><\/li>\n<li class=\"overview\"><a class=\"none\" href=\"#Heading14\" target=\"_self\">e) Der Oktober-Schock<\/a><\/li>\n<li class=\"overview\"><a class=\"none\" href=\"#Heading15\" target=\"_self\">f. Auswirkungen der deutschen Einschr\u00e4nkung auf die Verleger<\/a><\/li>\n<\/ul>\n<\/li>\n<li class=\"overview\"><a class=\"none\" href=\"#Heading16\" target=\"_self\">6. Die zweite (und letzte) Tagung des Kulturausschusses<\/a>\n<ul>\n<li class=\"overview\"><a class=\"none\" href=\"#Heading17\" target=\"_self\">a) Die Verhandlungspunkte<\/a><\/li>\n<li class=\"overview\"><a class=\"none\" href=\"#Heading18\" target=\"_self\">b) Buchfragen<\/a><\/li>\n<\/ul>\n<\/li>\n<li class=\"overview\"><a class=\"none\" href=\"#Heading19\" target=\"_self\">7. Februar 1938 in Berlin<\/a>\n<ul>\n<li class=\"overview\"><a class=\"none\" href=\"#Heading20\" target=\"_self\">Resumee<\/a><\/li>\n<\/ul>\n<\/li>\n<\/ul>\n<h3><a class=\"none\" name=\"Heading1\"><\/a> 1. Kleine Wirtschaftsfibel zur Einleitung<\/h3>\n<p>Im M\u00e4rz 1934 wurde im Deutschen Reich der Weg beschritten, einen immer gr\u00f6\u00dferen Kreis von Einfuhrwaren in die \u00dcberwachung einzubeziehen. Bis zum Herbst dieses Jahres wurden praktisch alle Einfuhrwaren im Deutschen Reich zu \u201e\u00fcberwachten\u201c Waren. Im Rahmen des Schacht\u2019schen \u201eNeuen Plans\u201c also bestanden mit 8. September nicht weniger als 26 solche \u00dcberwachungsstellen, darunter die neuerrichtete \u201e\u00dcberwachungsstelle f\u00fcr Papier\u201c, die ihren Sitz nicht, was naheliegend w\u00e4re, in Leipzig, wo als einzige Stelle die f\u00fcr \u201eRauchwaren\u201c errichtet wurde, sondern in der Hauptstadt Berlin hatte. (Die \u00dcberwachungsstelle f\u00fcr Tabak war wiederum in Bremen!) Ein Motiv f\u00fcr diese Standortwahl d\u00fcrfte die dort ans\u00e4ssige Reichsschrifttumskammer gewesen sein, die allerdings keinen verwaltungsm\u00e4\u00dfigen Einflu\u00df hatte.<\/p>\n<p>Laut Verordnung vom 18. September 1934 war die \u00dcberwachungsstelle f\u00fcr eine ganze Anzahl von Einfuhrwaren des Statistischen Warenverzeichnisses zust\u00e4ndig.<a style=\"mso-footnote-id: ftn1;\" href=\"#_ftn1\" target=\"text\" name=\"_ftnref1\"><span class=\"reference\">[1]<\/span><\/a> Dieses umfa\u00dfte alles von B\u00fcchern in allen Sprachen, auch Gebetb\u00fcchern, gedruckt oder geschrieben, B\u00fcchern mit Schriftzeichen f\u00fcr Blinde (674a) bis zu bedrucktem oder beschriebenem Papier (674b), Musiknoten (674c) und Kalendern (674e). Mit 24. September gingen im Zuge der Umstellung der Zuteilung von Zahlungsmitteln f\u00fcr die Wareneinfuhr die Befugnisse der Devisenstellen auf die \u00dcberwachungsstellen \u00fcber. Diese wurden somit an deren Stelle Organe der Devisenbewirtschaftung. Sie unterstanden in dieser Hinsicht der Reichsstelle f\u00fcr Devisenbewirtschaftung. Mit der Geb\u00fchrenordnung vom 25. Oktober 1934 wurde die Erteilung einer Devisenbescheinigung an den Importeur f\u00fcr kostenpflichtig erkl\u00e4rt.<a style=\"mso-footnote-id: ftn2;\" href=\"#_ftn2\" target=\"text\" name=\"_ftnref2\"><span class=\"reference\">[2]<\/span><\/a> Diese Geb\u00fchren sollten also die Kosten f\u00fcr den gewaltigen Verwaltungsapparat in der \u00dcberwachungsstelle f\u00fcr Papier bestreiten.<\/p>\n<p>Am 10. August dieses Jahres trat zwischen \u00d6sterreich und Deutschland ein \u00dcbereinkommen \u00fcber die Zahlungsregelung aus dem gegenseitigem Warenverkehr in Kraft. Es war dies ein sogenanntes \u201eClearingabkommen\u201c<a style=\"mso-footnote-id: ftn3;\" href=\"#_ftn3\" name=\"_ftnref3\"><span class=\"reference\">[3]<\/span><\/a> bzw. Verrechnungsabkommen, das Deutschland bis Mitte 1936 bereits mit 21 L\u00e4ndern abgeschlossen hatte. Der Vorteil dieses Systems auf deutscher Seite lag darin, da\u00df ein Abflie\u00dfen von kostbaren, f\u00fcr die R\u00fcstungswirtschaft notwendigen Devisen verhindert wurde und da\u00df man auf Kosten des \u00f6sterreichischen Exporteurs (z.B. von Verlagen), der mit dem Risiko l\u00e4ngeren Wartens auf die Auszahlung der ihm zustehenden Forderungen belastet wurde, mehr Einfuhren als entsprechende Ausfuhren t\u00e4tigen konnte. Das Clearingabkommen, auf das wir im folgenden wiederholt zu sprechen kommen werden, funktionierte im zwischenstaatlichen Verkehr folgenderma\u00dfen:<\/p>\n<p>Zahlungen nach dem Partnerstaat durften nunmehr nicht direkt erfolgen, sondern waren, in die betreffenden Landesw\u00e4hrungen umgerechnet, an eine Zentralstelle &#8211; in diesem Fall die Deutsche Reichsbank bzw. \u00f6sterreichische Nationalbank &#8211; auf ein sog. Clearingkonto zugunsten des ausl\u00e4ndischen Gl\u00e4ubigers zu leisten. Aus diesem Konto sollten dann die jeweiligen Forderungen befriedigt werden. Der Vorteil lag darin, da\u00df ein Hin\u00fcber- und Her\u00fcbersenden der beiden W\u00e4hrungen eingespart wurde, was in Zeiten stark fluktuierender W\u00e4hrungen besonders wichtig war. Klarerweise konnte dieses System nur reibungslos funktionieren, wenn der Zahlungsverkehr beider Staaten, soweit er durch die Clearings (was in unserem Fall zutrifft) erfa\u00dft war, vollkommen ausgeglichen erschienen bzw. wenn Aus- und Einfuhr zwischen beiden Clearingstaaten wertm\u00e4\u00dfig ausbalanciert waren. Wie sich dies auf die Existenzgrundlagen \u00f6sterreichischer Verlage im Laufe des Jahres 1937 nach dem Abkommen vom J\u00e4nner 1937 auswirkte, haben wir an sp\u00e4terer Stelle noch zu er\u00f6rtern. Dies also zum Vorverst\u00e4ndnis des Problems.<\/p>\n<p>Die Devisenbewirtschaftung im Rahmen des \u201eNeuen Plans\u201c brachte es mit sich, da\u00df der letzte Rest privater Bewegungsfreiheit im zwischenstaatlichen Warenverkehr aufgehoben wurde. Diese Bewirtschaftung \u00e4nderte das vorhin erw\u00e4hnte Abkommen vom September 1934, insofern als die technische Durchf\u00fchrung eine gewisse Behinderung des \u00f6sterreichischen Exports durch eine Erschwerung der Zahlung an \u00d6sterreich mit sich brachte. Kernpunkt des Problems war die neue zentrale Instanz, die \u00dcberwachungsstelle, die die bisherige dezentrale Organisation der Devisenbewirtschaftung (durch die Landesfinanz\u00e4mter) abl\u00f6ste. Der permanente Transferr\u00fcckstand zuungunsten \u00d6sterreichs war dem neuen System mehr oder weniger in die Wiege gelegt.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/verlagsgeschichte.murrayhall.com\/wp-content\/uploads\/2015\/09\/Grafik-Zahlungssystem.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter wp-image-866\" src=\"http:\/\/verlagsgeschichte.murrayhall.com\/wp-content\/uploads\/2015\/09\/Grafik-Zahlungssystem.jpg\" alt=\"Grafik Zahlungssystem\" width=\"450\" height=\"422\" srcset=\"http:\/\/verlagsgeschichte.murrayhall.com\/wp-content\/uploads\/2015\/09\/Grafik-Zahlungssystem.jpg 1452w, http:\/\/verlagsgeschichte.murrayhall.com\/wp-content\/uploads\/2015\/09\/Grafik-Zahlungssystem-300x282.jpg 300w, http:\/\/verlagsgeschichte.murrayhall.com\/wp-content\/uploads\/2015\/09\/Grafik-Zahlungssystem-1024x961.jpg 1024w, http:\/\/verlagsgeschichte.murrayhall.com\/wp-content\/uploads\/2015\/09\/Grafik-Zahlungssystem-160x150.jpg 160w, http:\/\/verlagsgeschichte.murrayhall.com\/wp-content\/uploads\/2015\/09\/Grafik-Zahlungssystem-150x141.jpg 150w\" sizes=\"auto, (max-width: 450px) 100vw, 450px\" \/><\/a><\/p>\n<p>Zur Erl\u00e4uterung der beistehenden Graphik \u00fcber das Zahlungssystem sei folgendes festgestellt: Das Devisenrecht des Deutschen Reiches wurde von dem absoluten Devisenmonopol der Deutschen Reichsbank beherrscht. Nur sie hatte die M\u00f6glichkeit, den Interessenten fremde W\u00e4hrungen f\u00fcr Zahlungen ins Ausland zur Verf\u00fcgung zu stellen. Personalm\u00e4\u00dfig war sie durch die Doppelfunktion des Reichsbankpr\u00e4sidenten und Reichswirtschaftsministers, Hjalmar Schacht, verbunden. Die dem Reichswirtschaftsministerium unterstehenden Devisenstellen, deren Befugnisse, wie erw\u00e4hnt, auf die \u00dcberwachungsstellen \u00fcbergingen, waren bei der Erteilung von Bewilligungen an strenge Richtlinien gebunden, die auf einer genau festgelegten Dringlichkeitsskala f\u00fcr Importg\u00fcter beruhten. Da\u00df hiebei B\u00fccher nicht hoch auf der Liste standen, braucht nicht hervorgehoben zu werden. Die \u00dcberwachungsstellen gaben &#8211; soweit Einfuhrkontingente handelspolitisch zugesichert wurden &#8211; von der Reichsbank ausgehende Weisungen weiter. Wenn solche Kontingente nicht vereinbart worden waren, wurde auf Grund der Handelsstatistik fr\u00fcherer Jahre ein Devisenkontingent errechnet. (Auf diese Variante und deren Einflu\u00df auf den \u00f6sterreichischen Verlag im Jahre 1937 kommen wir noch zu sprechen.)<\/p>\n<p>Die \u00dcberwachungsstellen teilten selbst keine Devisen zu, sondern die Reichsbank disponierte diese auf Grund der von den \u00dcberwachungsstellen ausgestellten Zahlungsgenehmigungen. Die Leipziger Kommission\u00e4re, wie z.B. Volckmar oder Fleischer, stellten sodann f\u00fcr ihre ausl\u00e4ndischen Kunden (die \u00f6sterreichischen Verlage) zur Zahlung der eingef\u00fchrten B\u00fccher Antr\u00e4ge an die \u00dcberwachungsstelle f\u00fcr Papier in Berlin um Devisenbescheinigungen im Rahmen des Kontingents. \u00dcberdies war die \u00dcberwachungsstelle nicht verpflichtet, die Gr\u00fcnde f\u00fcr eine ev. Ablehnung mitzuteilen. Sie war mit einem Kontrollrecht ausgestattet und hatte de facto ein Einfuhrmonopol. \u00d6sterreichische Verlage konnten Werke also nur innerhalb des genehmigten Kontingents an die Kommission\u00e4re in Leipzig liefern. Denn nur wer im Besitz einer entsprechenden Devisenbescheinigung war, konnte damit rechnen, da\u00df er die M\u00f6glichkeit zur Bezahlung der Einfuhr erhalten w\u00fcrde.<\/p>\n<p>Im Laufe etwa der n\u00e4chsten drei Jahre entstanden hieraus f\u00fcr \u00d6sterreichs Autoren, Komponisten, Musik- und Buchverleger au\u00dferordentlich gro\u00dfe Probleme, die existenzgef\u00e4hrdend wurden. Der 1934 verk\u00fcndete \u201eNeue Plan\u201c basierte &#8211; um, nebenbei bemerkt, die ganze R\u00fcstungshochkonjunktur in Gang zu halten &#8211; auf der organisierten Sparsamkeit in der Verwendung ausl\u00e4ndischer G\u00fcter. Da B\u00fccher nicht kriegsnotwendig waren und au\u00dferdem wertm\u00e4\u00dfig blo\u00df 1 bis 2% der Inlandsproduktion ausmachten, konnte man ja hier Devisen einsparen.<\/p>\n<p>W\u00e4hrend also die Transferierung von Geldern aus dem Warenverkehr (darunter B\u00fccher) zwischen Deutschland und \u00d6sterreich durch das sog. Clearing-Abkommen geregelt wurde, bestand hingegen in der Frage der Liquidierung von Tantiemen- und Honorarbetr\u00e4gen aus Deutschland nach \u00d6sterreich eine grunds\u00e4tzlich andere Situation. Die Gegenseitigkeitsbestimmungen bezogen sich auf materielle G\u00fcter, nicht aber auf \u201egeistiges Gut\u201c. Eine Entsch\u00e4rfung dieser Lage wurde allerdings erst durch das im J\u00e4nner 1937 in Wien abgeschlossene Handelsabkommen in Aussicht gestellt. Dazwischen geh\u00f6rten Vorsprachen und Interventionen in Berlin zur Tagesordnung.<\/p>\n<p>Verfolgen wir nun dieses Problem erstens vom Standpunkt der Autoren usw. aus und zweitens vom Standpunkt des \u00f6sterreichischen Verlags. Gemeinsamer Nenner bzw. eine Parallele war eben die tats\u00e4chliche Sperre von Erl\u00f6sen aus Honoraren oder dem Verkauf von B\u00fcchern im Deutschen Reich. Autoren wie Verlage hatten nur geringe M\u00f6glichkeit, ihr eigenes Geld aus Deutschland zu bekommen.<\/p>\n<h3><a class=\"none\" name=\"Heading2\"><\/a> 2. Der Kampf der Autoren<\/h3>\n<p>Der Kritik am reichsdeutschen Buchdumping im Herbst 1935 hielt Guido Zernatto entgegen, da\u00df neun von zehn \u00f6sterreichischen Autoren ihre Werke in Deutschland verlegten und da\u00df deren Werke f\u00fcr den \u00f6sterreichischen K\u00e4ufer um 25% billiger w\u00fcrden. Das war auf den ersten Blick weder ein unvern\u00fcnftiger noch ein unpatriotischer Standpunkt, aber was Zernatto dabei nicht erw\u00e4hnte, war, da\u00df verbilligter Absatz \u00f6sterreichischer Autoren in der Heimat eine Angelegenheit, die Transferierung der ihnen zustehenden Honorare aus dem Verkauf in Deutschland wieder etwas anderes war. F\u00fcr solche Zahlungen wurde es eben im Rahmen der auf R\u00fcstung und Kriegsvorbereitung ausgerichteten nationalsozialistischen Wirtschaftspolitik immer schwieriger, f\u00fcr weniger wichtige Wirtschaftszweige, wie z.B. das der Reichsschrifttumskammer unterstehende Schrifttumsgewerbe, Devisen zu bekommen.<\/p>\n<p>Vork\u00e4mpfer und zugleich Leidgepr\u00fcfte waren in dieser Hinsicht die Vertreter (und Mitglieder) der A.K.M., der Staatlich genehmigten Gesellschaft der Autoren, Komponisten und Musikverleger. Ursache des Problems waren wirtschaftliche, zuweilen aber auch handfeste politische Momente. Ernst wurde das Problem im Gesch\u00e4ftsjahr 1934\/35, als der \u201eNeue Plan\u201c zum Tragen kam, denn A.K.M.-Einnahmen kamen nun einmal zum \u00fcberwiegenden Teil aus Deutschland. Konkret sah das folgenderma\u00dfen aus:<a style=\"mso-footnote-id: ftn4;\" href=\"#_ftn4\" target=\"text\" name=\"_ftnref4\"><span class=\"reference\">[4]<\/span><\/a><\/p>\n\n<table id=\"tablepress-14\" class=\"tablepress tablepress-id-14\">\n<tbody class=\"row-hover\">\n<tr class=\"row-1\">\n\t<td class=\"column-1\">Bruttoeinnahmen 1933:<\/td><td class=\"column-2\">\u2013 aus \u00d6sterreich:<\/td><td class=\"column-3\">S 730.811<\/td>\n<\/tr>\n<tr class=\"row-2\">\n\t<td class=\"column-1\"><\/td><td class=\"column-2\">\u2013 aus Deutschland:<\/td><td class=\"column-3\">S 2.525.535<\/td>\n<\/tr>\n<tr class=\"row-3\">\n\t<td class=\"column-1\"><\/td><td class=\"column-2\"><\/td><td class=\"column-3\"><\/td>\n<\/tr>\n<tr class=\"row-4\">\n\t<td class=\"column-1\">Bruttoeinnahmen 1934:<\/td><td class=\"column-2\">\u2013 aus \u00d6sterreich:<\/td><td class=\"column-3\">S 690.159<\/td>\n<\/tr>\n<tr class=\"row-5\">\n\t<td class=\"column-1\"><\/td><td class=\"column-2\">\u2013 aus Deutschland:<\/td><td class=\"column-3\">S 2.463.454<\/td>\n<\/tr>\n<tr class=\"row-6\">\n\t<td class=\"column-1\"><\/td><td class=\"column-2\"><\/td><td class=\"column-3\"><\/td>\n<\/tr>\n<tr class=\"row-7\">\n\t<td class=\"column-1\">Bruttoeinnahmen 1935:<\/td><td class=\"column-2\">\u2013 aus \u00d6sterreich:<\/td><td class=\"column-3\">S 826.699<\/td>\n<\/tr>\n<tr class=\"row-8\">\n\t<td class=\"column-1\"><\/td><td class=\"column-2\">\u2013 aus Deutschland:<\/td><td class=\"column-3\">S 2.607.012<\/td>\n<\/tr>\n<tr class=\"row-9\">\n\t<td class=\"column-1\"><\/td><td class=\"column-2\"><\/td><td class=\"column-3\"><\/td>\n<\/tr>\n<tr class=\"row-10\">\n\t<td class=\"column-1\">Bruttoeinnahmen 1936:<\/td><td class=\"column-2\">\u2013 aus \u00d6sterreich:<\/td><td class=\"column-3\">S 853.053<\/td>\n<\/tr>\n<tr class=\"row-11\">\n\t<td class=\"column-1\"><\/td><td class=\"column-2\">\u2013 aus Deutschland:<\/td><td class=\"column-3\">S 2.375.256<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<!-- #tablepress-14 from cache -->\n<p>So stammten ca. 78%, d.h. acht von zehn Schilling der Gesamteinnahmen, aus Deutschland, und obwohl diese Zahlen Verschiedenes und nicht nur Autorenhonorare, Nebenrechte usw. umfassen, sprechen sie, was die finanzielle Abh\u00e4ngigkeit f\u00fcr \u00f6sterreichische Kulturschaffende von Deutschland anbelangt, eine ziemlich deutliche Sprache. So hat sich die \u201e\u00f6sterreichische Autorenschaft\u201c im Herbst 1934 u.a. an die \u00d6sterreichische Nationalbank gewendet, um ihr Leid \u00fcber die \u201eDevisenbeschr\u00e4nkungen der Auslandsstaaten\u201c zu klagen und mit Auswanderung zu \u201edrohen\u201c.<a style=\"mso-footnote-id: ftn5;\" href=\"#_ftn5\" target=\"text\" name=\"_ftnref5\"><span class=\"reference\">[5]<\/span><\/a><\/p>\n<p>Im Jahre 1935 \u201eerhielt\u201c die A.K.M. einen Betrag von rund 1,300.000 RM von der STAGMA<a style=\"mso-footnote-id: ftn6;\" href=\"#_ftn6\" target=\"text\" name=\"_ftnref6\"><span class=\"reference\">[6]<\/span><\/a>, transferiert wurde diese Summe allerdings nur zu einem Bruchteil. Es sei \u201etats\u00e4chlich unter uns\u00e4glichen M\u00fchen gelungen, im Laufe des Jahres einen Teil der Betr\u00e4ge in kleinen Raten\u00fcberweisungen hereinzubekommen\u201c, hei\u00dft es im offiziellen Organ der A.K.M.<a style=\"mso-footnote-id: ftn7;\" href=\"#_ftn7\" target=\"text\" name=\"_ftnref7\"><span class=\"reference\">[7]<\/span><\/a> Diese blieben allerdings ein Tropfen auf dem hei\u00dfen Stein. Die Lage verschlechterte sich zunehmend.<\/p>\n<p>Anfang Oktober 1935 begab sich der Pr\u00e4sident der Gesellschaft der A.K.M., Bernhard Herzmansky, nach Berlin, um mit der STAGMA wegen Transferierung der in Deutschland eingeflossenen Ertr\u00e4gnisse aus \u00f6sterreichischen Autorenrechten zu verhandeln. Seit Mai dieses Jahres war die STAGMA mit der Transferierung der Ertr\u00e4gnisse zu etwa 50% im R\u00fcckstand, \u201eund zwar pro Mai mit noch 50.000 RM, sowie mit allen Ertr\u00e4gnissen f\u00fcr Juni, Juli und August (zusammen ca. 300.000 RM), f\u00fcr welche die Transferierung zweckm\u00e4\u00dfiger Weise erst nach \u00dcberweisung der 50.000 RM pro Mai beantragt werden k\u00f6nnte\u201c.<a style=\"mso-footnote-id: ftn8;\" href=\"#_ftn8\" target=\"text\" name=\"_ftnref8\"><span class=\"reference\">[8]<\/span><\/a><\/p>\n<p>Folglich mu\u00dfte die A.K.M. auf Grund der Verringerung der Einnahmen vor Ende 1936 eine 40 %ige Reduktion der Alters- und Witwenquoten verf\u00fcgen und die in Aussicht stehende geringere Dotierung des Fonds zur F\u00f6rderung der ernsten Musik r\u00fcckg\u00e4ngig machen.<\/p>\n<p>Die Beziehungen zwischen der \u00f6sterreichischen A.K.M. und dem reichsdeutschen STAGMA waren so gestaltet, da\u00df erstere Organisation keine Rechtsmittel in der Hand hatte, letztere zu \u00dcberweisungen der r\u00fcckst\u00e4ndigen Betr\u00e4ge zu verhalten. Dies war nur auf g\u00fctlichem Wege zu erreichen. Zu einer Krise zwischen beiden Organisationen kam es im J\u00e4nner 1936. Zu dieser Zeit gerieten die Zahlungen \u201einsbesondere nach dem Verbot gewisser Veranstaltungen in Wien, deren propagandistische Bedeutung die k\u00fcnstlerische weitaus \u00fcberwog\u201c,<a style=\"mso-footnote-id: ftn9;\" href=\"#_ftn9\" name=\"_ftnref9\"><span class=\"reference\">[9]<\/span><\/a> vollkommen ins Stocken. Als gegen Ende J\u00e4nner eine Deputation der A.K.M., bestehend aus dem Pr\u00e4sidenten Herzmansky, dem Staatsrat Josef Marx sowie den zwei Komponisten Franz Leh\u00e1r und Wilhelm Kienzl, nach Berlin fuhr, um Verhandlungen mit den zust\u00e4ndigen Stellen zu f\u00fchren, waren die anf\u00e4nglich entgegenkommenden Herren im Propagandaministerium \u201eauf einmal f\u00fcr sie unzug\u00e4nglich\u201c, wie sich der \u00f6sterreichische Gesandte in Berlin, Stephan Tauschitz, in seinem Bericht ans Au\u00dfenamt in Wien ausdr\u00fcckte.<a href=\"#_ftn10\" target=\"text\" name=\"_ftnref10\"><span class=\"reference\">[10]<\/span><\/a> Leh\u00e1r wurde mitgeteilt, \u201eda\u00df es keinen Zweck h\u00e4tte, mit den Herren zu sprechen, da sie von oben die Weisung erhalten haben, mit R\u00fccksicht auf das Konzertverbot des Herrn Reichwein in Wien mit ihnen nicht zu verhandeln\u201c. (ebda.)<a href=\"#_ftn11\" target=\"text\" name=\"_ftnref11\"><span class=\"reference\">[11]<\/span><\/a> Herzmansky, der in Berlin geblieben war, um wegen der Fl\u00fcssigmachung der eingefrorenen Tantiemen mit Staatssekret\u00e4r Hinkel zu verhandeln, mu\u00dfte allerdings unverrichteter Dinge nach Wien zur\u00fcckkehren, nicht ohne dem \u00f6sterreichischen Gesandten in Berlin einen Weg vorzuschlagen, um die Auswirkungen des Reichwein-Konzert-Verbots zu beseitigen.<a style=\"mso-footnote-id: ftn12;\" href=\"#_ftn12\" target=\"text\" name=\"_ftnref12\"><span class=\"reference\">[12]<\/span><\/a><\/p>\n<p>Der Zwischenfall liefert erneut einen Beweis daf\u00fcr, inwieweit \u201ewirtschaftliche\u201c Fragen von propagandistischen Faktoren beeinflu\u00dft werden konnten und auch wurden und inwieweit \u00f6sterreichische Stellen den deutschen Beh\u00f6rden ausgeliefert waren. \u00d6sterreichische Verlage befanden sich in einem \u00e4hnlichen Dilemma, obwohl f\u00fcr sie noch erschwerend hinzukam, da\u00df die Nichttransferierung von Erl\u00f6sen bzw. Guthaben aus Deutschland zwangsl\u00e4ufig zur Aush\u00f6hlung des Firmenkapitals f\u00fchren mu\u00dfte.<\/p>\n<h3><a class=\"none\" name=\"Heading3\"><\/a> 3. Das Handelsabkommen 1937 und die Autoren<\/h3>\n<p>Einen Hoffnungsschimmer schien das am 27. J\u00e4nner 1937 nach l\u00e4ngeren Verhandlungen in Wien unterzeichnete Abkommen des Warenverkehrs zwischen \u00d6sterreich und dem Deutschen Reich zu bieten, das die Angelegenheit der \u00dcberweisung von Urheberrechtsentgelten neu ordnete. Es war n\u00e4mlich durch ungeheure Anstrengungen m\u00f6glich, die Einbeziehung der Urheberrechtszahlungen in das Zahlungsabkommen \u00fcberhaupt durchzusetzen. Immerhin gab es eine ganze Reihe von Interessengruppen, f\u00fcr die die Frage einer halbwegs g\u00fcnstigen Regelung des Marktransfers ebenfalls von vitalster Bedeutung war.<\/p>\n<p>Der Artikel 12 des Abkommens hatte folgenden Wortlaut:<\/p>\n<p class=\"zitat\">Die Deutsche Reichsregierung wird die \u00dcberweisung von 240.000 RM zugunsten der Staatlich genehmigten Gesellschaft der Autoren, Komponisten und Musikverleger (A.K.M.) in Wien sowie von 60.000 RM f\u00fcr Forderungen aus B\u00fchnenauff\u00fchrungsrechten \u00fcber die derzeit bereits laufenden monatlichen Zahlungen hinaus gestatten.<a href=\"#_ftn13\" target=\"text\" name=\"_ftnref13\"><span class=\"reference\">[13]<\/span><\/a><\/p>\n<p>Die Vertreter der A.K.M. bezeichneten den \u201eerzielten Erfolg\u201c als \u201eH\u00f6chstma\u00df des gegenw\u00e4rtigen Erreichbaren\u201c<a href=\"#_ftn14\" target=\"text\" name=\"_ftnref14\"><span class=\"reference\">[14]<\/span><\/a>, nur eine L\u00f6sung brachte das Abkommen keine. \u201eTrotz dieses an sich erfreulichen Erfolges m\u00fcssen wir Ihnen aber nachdr\u00fccklichst vor Augen f\u00fchren, da\u00df die vor l\u00e4ngerer Zeit eingetretene Krise nicht nur nicht \u00fcberwunden ist, sondern von Monat zu Monat eine noch weitere Versch\u00e4rfung dadurch erf\u00e4hrt, da\u00df die monatlichen Schilling\u00fcberweisungen auch nicht ann\u00e4hernd den uns von der Stagma fortlaufend abzurechnenden Betr\u00e4gen entsprechen\u201c, hei\u00dft es z.B. im Bericht \u00fcber die 40. ordentliche Generalversammlung der A.K.M. (ebda., S. 4f.). Im Bericht \u00fcber das Gesch\u00e4ftsjahr 1935\/36, der im April 1937 vorgelegt wurde, liest man, da\u00df die Gesamteinnahmen f\u00fcr die A.K.M. aus Deutschland den Betrag von S 2,375.256 ausmachten, aber: \u201eWir m\u00fcssen Ihnen sogleich mitteilen, da\u00df am Bilanz-Stichtage der uns geb\u00fchrende Anteil aus Deutschland nur zu einem Bruchteil transferiert, also in unseren Besitz gelangt war\u201c (ebda., S. 4). Gemessen am damaligen Preisniveau und Lohnniveau, war das horrend viel Geld.<\/p>\n<p>Hinzu kommt noch eine weitere Erschwernis, die &#8211; wie wir sehen werden &#8211; auch die Existenz nach Deutschland exportierender \u00f6sterreichischer Verlage gef\u00e4hrdete. Kurz vor Zustandekommen des Zahlungsabkommens wurde von den deutschen Devisenstellen ein Erla\u00df herausgegeben, wonach \u00f6sterreichische Guthaben in Deutschland nicht nur nicht ohne Schwierigkeit nach \u00d6sterreich transferiert werden konnten, sondern au\u00dferdem f\u00fcr die \u00f6sterreichischen Gl\u00e4ubiger nicht verf\u00fcgbar waren, d.h. eingefroren wurden. So durfte die A.K.M. die in Deutschland liegenden enormen Markbetr\u00e4ge nicht mehr wie bisher zur Liquidierung von Auslandseing\u00e4ngen (also aus \u00d6sterreich, Italien, Frankreich usw.) an ihre in Deutschland lebenden Mitglieder verwenden. \u00c4hnlich ging es \u00f6sterreichischen Verlagen bei der Auszahlung von Honoraren an in Deutschland ans\u00e4ssige Autoren. Die A.K.M. (wie andere \u00f6sterreichische Stellen auch) mu\u00dfte also zwecks Durchf\u00fchrung dieser Zahlungen an die deutschen Mitglieder bei der \u00d6sterr. Nationalbank in Wien Markbetr\u00e4ge gegen Schilling kaufen, obwohl sie Millionenguthaben in Deutschland hatte.<\/p>\n<p>F\u00fcnf Monate vor Abschlu\u00df des Gesch\u00e4ftsjahres 1936\/37 hatte die A.K.M. also noch nicht einmal den erforderlichen Gegenwert f\u00fcr die Abrechnung pro 1935\/36 \u00fcberwiesen erhalten. Im M\u00e4rz 1937 betrug der nicht zur \u00dcberweisung zugelassene R\u00fcckstand in Deutschland ungef\u00e4hr 1,300.000 RM. Die \u201egeringf\u00fcgige Erleichterung\u201c, die die Transfer-Schwierigkeiten durch das Abkommen von J\u00e4nner 1937 erfuhren, wirkte sich kaum f\u00fchlbar aus. F\u00fcr das Jahr 1937 wurde der A.K.M. von der reichsdeutschen Devisenstelle der Schilling-Gegenwert von 240.000 RM bereitgestellt, welcher dazu dienen sollte, die bis Ende 1936 angewiesenen monatlichen Transferierungsraten von je 45.000 RM auf 65.000 RM pro Monat im Jahre 1937 zu erh\u00f6hen. Doch selbst diese Summe reichte nicht ann\u00e4hernd aus, den laufenden Eingang von etwa 125.000 RM (1,5 Millionen im Jahr) zu transferieren, geschweige denn den 1,3 Millionen RM betragenden \u00dcberweisungsr\u00fcckstand herbeizuf\u00fchren. Man sch\u00e4tzte, da\u00df dieser R\u00fcckstand auch bei p\u00fcnktlicher Entrichtung der monatlichen, erh\u00f6hten Raten zu 65.000 RM \u201ebis Ende des Jahres [1937] auf nahezu 2,000.000 Mk ansteigen wird\u201c<a href=\"#_ftn15\" target=\"text\" name=\"_ftnref15\"><span class=\"reference\">[15]<\/span><\/a>. Mitte November 1937 belief sich dieser Transferr\u00fcckstand in Deutschland auf mehr als eineinhalb Millionen Mark.<a style=\"mso-footnote-id: ftn16;\" href=\"#_ftn16\" target=\"text\" name=\"_ftnref16\"><span class=\"reference\">[16]<\/span><\/a><\/p>\n<p>Durch diese Devisenpolitik konnte man Kulturschaffende, und nicht nur sie, wenigstens f\u00fcr den \u201ewirtschaftlichen Zusammenschlu\u00df\u201c mit dem Deutschen Reich empf\u00e4nglich machen.<\/p>\n<p>Aber nicht nur die A.K.M., die ein anschauliches Beispiel aus dem Kulturbereich liefert, war Opfer der deutschen Devisenbewirtschaftung. Auch \u00f6sterreichische Schriftsteller schlechthin waren hart betroffen. Anhand von zwei konkreten F\u00e4llen erkennt man rasch die Kehrseite der Medaille, \u00f6sterreichische Schriftsteller in deutschen Verlagen betreffend. Wie G. Renner nachweist, war es ab Juli 1935 f\u00fcr Autoren notwendig, bei der Reichsschrifttumskammer einen Antrag auf Erteilung von Devisenerwerbsgenehmigungen zu stellen. Diesem konnte nur von ihr entsprochen werden: \u201eVon der Reichsschrifttumskammer nicht bef\u00fcrwortete Antr\u00e4ge sind abzulehnen.\u201c<a href=\"#_ftn17\" target=\"text\" name=\"_ftnref17\"><span class=\"reference\">[17]<\/span><\/a> Wie Renner ausf\u00fchrt, waren Honorarzahlungen an ausl\u00e4ndische Autoren auch ohne Genehmigung m\u00f6glich, aber nur dann, \u201ewenn der Erl\u00f6s aus dem Auslandsverkauf oder Verleih von B\u00fcchern und anderen Werken ausschlie\u00dflich zur Honorarzahlung an die Verfasser dieser Werke verwandt werden soll\u201c. (ebda., S. 102) Obwohl die Quellenlage es nicht zul\u00e4\u00dft, eine generelle Aussage \u00fcber die Behandlung \u00f6sterreichischer Autoren in Sachen Honorarauszahlung zu treffen, braucht man nicht sehr viel Phantasie dazu, sich die Behandlung mi\u00dfliebiger Autoren vorzustellen. So konnte Robert Neumann von seinem deutschen Verlag (Engelhorn, Stuttgart) nach Anfang Juli 1934 die ihm zustehenden Autorenhonorare \u00fcberhaupt nicht bekommen, d.h. keine Genehmigung f\u00fcr die \u00dcberweisung dieser Gelder erhalten. Neumann erhielt vom Verlag das folgende Schreiben vom 4. M\u00e4rz 1937:<\/p>\n<p class=\"zitat\">Wir bedauern, Ihnen sagen zu m\u00fcssen, da\u00df wir auf unseren wiederholt gestellten Antrag auf Auszahlung Ihres Guthabens heute vom Herrn Pr\u00e4sidenten des Landesfinanzamtes Stuttgart &#8211; Devisenstelle &#8211; folgenden Bescheid erhalten haben: \u201eIch bedaure, Ihrem Antrag vom 20.1.1937 nicht entsprechen zu k\u00f6nnen.\u201c (ebda., S. 102)<\/p>\n<p>Einer Vielzahl von Autoren wird es wohl nicht anders gegangen sein. Besonders bemerkenswert aber ist der zweite von Renner aufgezeigte Fall des prominenten \u201enationalen\u201c Dichters Karl Hans Strobl. Auch er blieb von den Beschr\u00e4nkungen nicht verschont. Obwohl f\u00fcr ihn z.B. von der Reichspressekammer ein Treuhandkonto f\u00fcr Geldtransfers er\u00f6ffnet worden war und Betr\u00e4ge eingezahlt wurden, erhielt er nur gelegentlich sp\u00e4rliche Geldbetr\u00e4ge. Der Kontostand des von der RPK verwalteten Kontos betrug im September 1936 bereits 7.723 RM (ebda., S. 104). Es ist nicht verwunderlich, da\u00df Strobl politische Argumente anwendete, um den Zahlungsverkehr zu verbessern. In einem Schreiben an die RPK stellte Strobl n\u00e4mlich fest, da\u00df<\/p>\n<p class=\"zitat\">wir nationalsozialistisch gesinnte Schriftsteller in \u00d6sterreich heute im schwersten Daseinskampf stehen, da uns seitens der Regierung nicht die geringste F\u00f6rderung zuteil wird, da wir von allen irgendwie eintr\u00e4glichen Aufgaben systematisch ausgeschlossen werden und da sich das Absatzgebiet im Inlande wegen der j\u00fcdischen und vaterl\u00e4ndischen Einstellung des gr\u00f6\u00dften Teiles der Presse auf ein Mindestma\u00df verringert hat. (&#8230;) Ich bin nun vor allem ganz auf den Absatz in Deutschland angewiesen, wenn die Honorar\u00fcberweisung aber in dieser Weise gedrosselt wird, wie es jetzt geschieht, so bin ich der schlimmsten Not preisgegeben. (ebda., S. 104)<\/p>\n<p>Ein im August 1936 zwischen Deutschland und \u00d6sterreich abgeschlossenes Verrechnungsabkommen (BGBl. Nr. 292\/1936) brachte f\u00fcr Autoren wie Strobl offensichtlich eine wichtige Erleichterung, insofern als die gegenseitigen Wirtschaftsbeziehungen auf Kompensation (also keinen direkten Zahlungsverkehr) im Clearingverfahren umgestellt wurden. Das bedeutete zumindest auf dem Papier, da\u00df Warenaustausch und Zahlungsverkehr in beiden Richtungen einander die Waage halten sollten und da\u00df somit Importe aus dem Erl\u00f6s der Exporte bezahlt werden sollten. So wurde Strobl im September 1936 mitgeteilt, da\u00df \u00dcberweisungen nach \u00d6sterreich zurzeit in unbeschr\u00e4nkter H\u00f6he \u00fcber das deutsch-\u00f6sterreichische Verrechnungsabkommen vorgenommen werden k\u00f6nnen\u201c. (zitiert nach Renner, S. 104a) Er bekam von nun an zwar ziemlich regelm\u00e4\u00dfig Geld \u00fcberwiesen, doch nicht alles, was sich auf seinem Konto angesammelt hatte. Die Situation blieb wohl selbst f\u00fcr \u201ePrivilegierte\u201c wie Strobl weiterhin unbefriedigend.<\/p>\n<h3><a class=\"none\" name=\"Heading4\"><\/a> 4. Not der Verlage<\/h3>\n<p>Ganz besonders ab J\u00e4nner 1937 traten Behinderungen in der Ausfuhr \u00f6sterreichischer B\u00fccher nach Deutschland auf, die man legitim von zwei Gesichtspunkten aus betrachten und beurteilen kann. Wirtschaftliche Sachzw\u00e4nge und Mittel zur Erreichung von kulturpolitischen Zielen in NS-Deutschland lassen sich nicht so fein s\u00e4uberlich trennen. Im folgenden haben wir uns mit recht komplizierten Wirtschaftsvorg\u00e4ngen zu befassen. Diese bilden den Hintergrund f\u00fcr eine Reihe von erheblichen Schwierigkeiten, auf die \u00f6sterreichische Verlage im Verkehr mit dem Deutschen Reich stie\u00dfen. Zu nennen w\u00e4ren folgende Umst\u00e4nde:<\/p>\n<p class=\"zitat\">das sogenannte Kontingentensystem, das praktisch eine Einfuhrbeschr\u00e4nkung \u00f6sterreichischer B\u00fccher bedeutete<br \/>\nK\u00fcrzung des vereinbarten Kontingentes um 40-60% im Oktober 1937<br \/>\nder schleppende Transfer von Zahlungen aus Deutschland an \u00f6sterreichische Verleger<br \/>\ndas \u201eEinfrieren\u201c bzw. die bedingte Verf\u00fcgbarkeit in Deutschland von Erl\u00f6sen aus dem Verkauf \u00f6sterreichischer B\u00fccher ebendort und der daraus entstehende<br \/>\n\u201efreiwillige\u201c Zwang auf \u00f6sterreichische Verlagsanstalten, Druck- und Bindeauftr\u00e4ge zum Schaden der heimischen Wirtschaft nach Deutschland zu vergeben<br \/>\nT\u00e4tigung von Papiereink\u00e4ufen in Deutschland und als Konsequenz daraus<br \/>\ndie Verminderung des Betriebskapitals der Verlage in \u00d6sterreich selber.<\/p>\n<h4><a class=\"none\" name=\"Heading5\"><\/a> a) Die rechtliche Grundlage<\/h4>\n<p class=\"zitat\">Wir aber haben hier keine Stelle, die einheitlich \u00fcber Kontingent und Einfuhr orientiert w\u00e4re oder uns in einem solchen Fall zur Seite stehen w\u00fcrde. (&#8230;) Wir haben keine Stelle bei uns, die in der Lage w\u00e4re, uns dar\u00fcber zu informieren. Niemand wei\u00df, was los ist und wir sind ausgeliefert. Wir brauchen eine Stelle, die unsere Rechte wahrt, aber nicht nur einmal im Jahr bei gro\u00dfen Verhandlungen.<a href=\"#_ftn18\" target=\"text\" name=\"_ftnref18\"><span class=\"reference\">[18]<\/span><\/a><\/p>\n<p>So beklagte sich ein Vertreter des E.P. Tal-Verlags im August 1937. Dieser direkte Vorwurf ging an zwei Adressen: den Verein der Buch-, Kunst- und Musikalienh\u00e4ndler und die hochrangigen \u00f6sterreichischen Regierungsbeamten, denn &#8211; die Akten beweisen es &#8211; es herrschte &#8211; freundlich ausgedr\u00fcckt &#8211; eine gewisse Unklarheit und in manchen F\u00e4llen v\u00f6lliges Unwissen \u00fcber die Rechtslage und die tats\u00e4chliche Handhabe der Einfuhr \u00f6sterreichischer Druckerzeugnisse nach Deutschland.<\/p>\n<p>Die rechtliche Grundlage bildete n\u00e4mlich das Abkommen zur Regelung des Warenverkehrs zwischen \u00d6sterreich und Deutschland vom 27. J\u00e4nner 1937. Ihr gingen Wirtschaftsverhandlungen im August, November und Dezember 1936 und Anfang J\u00e4nner 1937 voraus. Das Ziel der Verhandlungen war die allgemeine Steigerung des beiderseitigen Wirtschaftsverkehrs im Verh\u00e4ltnis zum Gesamtvolumen 1936. Der an sich nicht gerade schwierigen Vergr\u00f6\u00dferung des Volumens mu\u00dfte allerdings die Notwendigkeit der Aufrechterhaltung eines reibungslosen Zahlungsverkehrs Konzession machen. Nur: die Devisenlage im Reich bereitete, wie erw\u00e4hnt, der Einfuhr fremder Artikel jeder Art betr\u00e4chtliche Schwierigkeiten. Konkret sollte die am 27. J\u00e4nner abgeschlossene Vereinbarung eine Erweiterung des Waren- und Wirtschaftsverkehrs zwischen den beiden Staaten um je etwa 40 Millionen Schilling bringen. \u00d6sterreich sollte verst\u00e4rkt land- und forstwirtschaftliche Produkte sowie Industriewaren nach Deutschland exportieren. Deutschland sollte seine Ausfuhr von Kohle und Koks sowie den Export von industriellen Artikeln nach \u00d6sterreich steigern. Im Rahmen der Vereinbarung hat \u00d6sterreich auch de facto den deutschen Reiseverkehr nach \u00d6sterreich, der l\u00e4ngere Zeit durch die sog. \u201eTausendmarksperre\u201c beeintr\u00e4chtigt wurde, zumindest teilweise finanziert. Wie bereits erw\u00e4hnt, sollten f\u00fcr deutsche Zahlungen f\u00fcr Entgelte aus Urheberrechten sowie f\u00fcr Filmgeb\u00fchren jeweils ungef\u00e4hr 1 1\/2 Mill. Schilling verwendet werden.<\/p>\n<p>Die deutschen Vertreter erkl\u00e4rten sich bereit) Devisenbescheinigungen f\u00fcr B\u00fccher (Stat. Nr. 647 a) in H\u00f6he der Einfuhr des Jahres 1933 oder 1936 zuz\u00fcglich 100.000 RM (200.000 S) zu erteilen, d.h. zum Transfer freizugeben. Bei Zeitungen und Zeitschriften hingegen w\u00fcrden solche Bescheinigungen nur in H\u00f6he von 80% der Einfuhr des Jahres 1933 erteilt. Vorteil f\u00fcr die deutsche Seite: gerade diese beiden Jahre wiesen zweifellos bei fast allen Verlagen die niedrigsten deutschen Absatzziffern auf. Nach der Macht\u00fcbernahme Hitlers verhielten sich alle Verleger abwartend, und im Reich herrschte eine ausgesprochene Absatzstagnation. Im Jahre 1936 war der Absatz k\u00fcnstlich durch diverse Ma\u00dfnahmen gedrosselt worden. Man durfte also zwischen zwei Jahren w\u00e4hlen, die f\u00fcr den Buchhandel nicht gerade g\u00fcnstig waren. Das dem \u00f6sterreichischen Verlag auf diese Weise vom Deutschen Reich einger\u00e4umte Kontingent entsprach auch durch einen anderen Umstand nicht dem tats\u00e4chlichen Absatz dieser Jahre: Direktsendungen, die bis zum 1. Juni 1936 m\u00f6glich waren, sind darin nicht erfa\u00dft worden.<\/p>\n<p>Die Einfuhr von B\u00fcchern der Stat. Nr. 674 a betrug im Jahre 1936 nach der amtlichen deutschen Einfuhrstatistik 3,790.000 RM.<a href=\"#_ftn19\" target=\"text\" name=\"_ftnref19\"><span class=\"reference\">[19]<\/span><\/a> Vergr\u00f6\u00dfert wurde dieses Devisenkontingent bzw. diese \u201eWertgrenze\u201c f\u00fcr \u00f6sterr. B\u00fccher um 100.000 RM.<\/p>\n<p>F\u00fcr die Verteilung der Devisenbescheinigungen war, wie erw\u00e4hnt, die \u00dcberwachungsstelle f\u00fcr Papier verantwortlich, die diese auf Grund der allgemein f\u00fcr s\u00e4mtliche L\u00e4nder und s\u00e4mtliche Waren geltenden Regeln durchf\u00fchrte. Sie hatte sich hiebei in der Regel nach der Einfuhr des Kommissionsgesch\u00e4ftes in den vergangenen Jahren zu richten, ohne jedoch hieran gebunden zu sein. Und da keine M\u00f6glichkeit zur Einflu\u00dfnahme \u00f6sterreichischerseits gegeben war und \u00d6sterreich sich bei den betreffenden Verhandlungen auch keine ausbedungen hatte, konnte die \u00dcberwachungsstelle \u00d6sterreich gegen\u00fcber schalten und walten, wie sie wollte. Der \u201eKontingentenkuchen\u201c konnte nach Belieben aufgeteilt werden.<\/p>\n<p>In \u00d6sterreich herrschte die irrige Auffassung, da\u00df jede einzelne Importfirma Anspruch auf ein bestimmtes Kontingent habe. In Wirklichkeit aber hatten weder deutsche Importeure, also die Kommission\u00e4re, noch \u00f6sterreichische Exporteure, also die Verlage, einen solchen Anspruch. Und darin lag eben die Wurzel des sicherlich nicht ungerechtfertigten Unmuts und Mi\u00dftrauens bei den \u00f6sterreichischen Verlegern. Die \u00dcberwachungsstelle hatte sich in ihren Entscheidungen nicht zu rechtfertigen, und der Freiraum f\u00fcr Einflu\u00dfnahme durch die RSK oder das Propagandaministerium hinsichtlich Drosselung der Einfuhr der B\u00fccher von nicht genehmen Verlagen d\u00fcrfte gro\u00df gewesen sein.<\/p>\n<p>Die Wertgrenze von 3,790.000 plus 100.000 RM war f\u00fcr das ganze Jahr 1937 vorgesehen. Nur: wer \u00fcber den Produktionsablauf der Verlage und die Hauptabsatzzeiten informiert war, mu\u00dfte auch wissen, da\u00df das Jahr durch das Weihnachtsgesch\u00e4ft mit ansteigendem Verkauf und die tote Sommersaison gekennzeichnet war. Auf diese Tatsache nahm aber das Kontingentensystem keine R\u00fccksicht. Ab M\u00e4rz 1937 traten f\u00fcr die Verleger schwerwiegende \u00c4nderungen ein, schwerwiegend deshalb, weil \u00fcblicherweise in Erwartung des Weihnachtsgesch\u00e4fts mehr B\u00fccher, vor allem Neuerscheinungen, an den Auslieferer in Leipzig schickte. Fortan war das nicht gut m\u00f6glich. F\u00fcr die Zeit ab M\u00e4rz hatte die \u00dcberwachungsstelle in Berlin f\u00fcr den Rest des Jahres nach Abzug der Devisenbescheinigungen f\u00fcr J\u00e4nner und Februar von 435.200 RM noch eine Wertgrenze von 3,354.800 RM \u00fcbrig, zu der das vereinbarte Zusatzkontingent zuzuz\u00e4hlen war.<a style=\"mso-footnote-id: ftn20;\" href=\"#_ftn20\" name=\"_ftnref20\"><span class=\"reference\">[20]<\/span><\/a> So wurde der Gesamtbetrag von 3,454.800 RM gleichm\u00e4\u00dfig auf die restlichen zehn Monate des Jahres verteilt, so da\u00df f\u00fcr jeden Monat ein Betrag von 345.480 RM zur Verf\u00fcgung stand. Das mag der leichteren Buchf\u00fchrung der \u00dcberwachungsstelle gedient haben, entsprach aber nicht dem Verlagsbuchhandelswesen.<\/p>\n<h4><a class=\"none\" name=\"Heading6\"><\/a> b) Auswirkungen auf \u00f6sterreichischer Seite<\/h4>\n<p>Die deutsche Regierung hat sich die Aufteilung der Gesamtkontingentensumme auf die Kommission\u00e4re der \u00f6sterreichischen Verleger in Leipzig und damit auf diese Verleger selbst vorbehalten. Und ob die vertraglich vereinbarten Betr\u00e4ge auch wirklich zum Transfer freigegeben wurden und nicht einzelne Verleger in ihren Rechten verk\u00fcrzt wurden, blieb v\u00f6llig undurchschaubar. Die einzelnen Verleger wu\u00dften n\u00e4mlich nicht, wie hoch \u201eihr\u201c Kontingent in Wirklichkeit war und tappten, was die Handhabung betrifft, somit im Dunkeln. Und nach Ansicht der Verleger erfolgte \u201edie Zuteilung mehr oder weniger willk\u00fcrlich\u201c<a style=\"mso-footnote-id: ftn21;\" href=\"#_ftn21\" target=\"text\" name=\"_ftnref21\"><span class=\"reference\">[21]<\/span><\/a> Etwas besser informiert waren \u00f6sterreichische Verleger (wie z.B. Zsolnay,<a href=\"#_ftn22\" target=\"text\" name=\"_ftnref22\"><span class=\"reference\">[22]<\/span><\/a> die eine eigene Auslieferungsstelle in Deutschland hatten und nicht zusammen mit verschiedenen anderen durch einen Kommission\u00e4r vertreten waren.<\/p>\n<p>Andere hatten keinerlei Kontrollm\u00f6glichkeit. Die Zuteilung des Jahreskontingents in monatliche Abschnitte stand in Widerspruch zur verlegerischen Produktion, die sich ja nicht gleichm\u00e4\u00dfig auf alle Monate verteilte. Es konnte leicht vorkommen, da\u00df der eine Leipziger Kommission\u00e4r \u201egr\u00f6\u00dfere Kontingentbetr\u00e4ge zur Verf\u00fcgung hat, als er im Interesse seiner \u00f6sterreichischen Verlage verwenden kann, ein anderer dagegen viel weniger, als er ben\u00f6tigt. Der nicht verwendete Kontingentanteil des Ersten kann nun nicht dem zu gering bedachten Zweiten zur Verf\u00fcgung gestellt werden, sondern verf\u00e4llt in den meisten F\u00e4llen.<\/p>\n<p>Auf diese Weise hat es die \u00dcberwachungsstelle in der Hand, die Einfuhr von B\u00fcchern \u00f6sterreichischer Verlage beliebig zu beschr\u00e4nken oder ganz zu drosseln, ohne da\u00df eine offizielle Ma\u00dfnahme sichtbar w\u00fcrde. Der \u00f6sterreichische Verleger erf\u00e4hrt vielmehr, meistens erst zu dem Zeitpunkt, zu dem er das fertig hergestellte Buch nach Deutschland liefern will, da\u00df bedauerlicherweise im Augenblick das Einfuhrkontingent seines Kommission\u00e4rs ersch\u00f6pft ist und daher die Einfuhr nicht erfolgen kann.\u201c<a href=\"#_ftn23\" target=\"text\" name=\"_ftnref23\"><span class=\"reference\">[23]<\/span><\/a> So weit die Beschreibung dieser Praxis in einem Memorandum, das \u00f6sterreichische Verleger \u00fcber Einfuhrschwierigkeiten verfa\u00dften und im August 1937 Staatssekret\u00e4r Guido Zernatto \u00fcberreichten.<\/p>\n<p>Es w\u00e4re aber falsch zu glauben, da\u00df der Leipziger Kommission\u00e4r in dieser Frage <em style=\"mso-bidi-font-style: normal;\">blo\u00df<\/em> Erf\u00fcllungsgehilfe der \u00dcberwachungsstelle bzw. des Propagandaministeriums war. Es stand ihm &#8211; wenn auch nur beschr\u00e4nkt &#8211; frei, innerhalb des ihm genehmigten Kontingents gewisserma\u00dfen zu \u201ejonglieren\u201c. Und man darf nicht vergessen, da\u00df der Kommission\u00e4r auch daran interessiert war, mit gutgehenden B\u00fcchern ein Gesch\u00e4ft zu machen. Ma\u00dfgebend war nicht die Erteilung der Einfuhrgenehmigung an den einzelnen Verlag f\u00fcr einzelne Werke, sondern die monatliche Wertgrenze, doch wie die Akten zeigen, war der Vorwurf in <em>Sturm \u00fcber \u00d6sterreich <\/em>hinsichtlich der Handhabung nicht aus der Luft gegriffen:<\/p>\n<p class=\"zitat\">Im \u00fcbrigen wird das Argument des Devisenmangels nur jenen Verlagen gegen\u00fcber angewandt, die nicht genehm sind, w\u00e4hrend andere, genehmere Verlage nicht die mindesten Schwierigkeiten haben. Auch mit diesem Mittel also wird die Zensurierung \u00f6sterreichischer Verlage durchgef\u00fchrt. (22.8.37, S. 5)<\/p>\n<h4><a class=\"none\" name=\"Heading7\"><\/a> c) Zahlungen<\/h4>\n<p>Mag die beschr\u00e4nkte Einfuhr \u00f6sterreichischer B\u00fccher eine betr\u00e4chtliche Behinderung bedeutet haben, so waren die Zahlungsmodalit\u00e4ten eine Praxis, an der \u00f6sterreichische Verleger ohne weiteres an den Rand des Ruins getrieben werden konnten. Zur Einstimmung ein authentischer Bericht eines Wiener Verlegers:<\/p>\n<p class=\"zitat\">Die Geld\u00fcberweisung setzt sich aus drei Leidensstationen zusammen: Der Kommission\u00e4r versucht zu <em> beantragen. <\/em>Das ist der Start. Zu diesem Start wird er ganz willk\u00fcrlich zugelassen oder nicht. Dann kommt nach einiger Zeit die <em>Beauftragung <\/em>(das hei\u00dft, der Kommission\u00e4r erh\u00e4lt die Zahlungsbewilligung und beauftragt die Reichsbank, uns im Clearingwege zu \u00fcberweisen). Und eines Tages die <em>\u00dcberweisung, <\/em> das hei\u00dft, die Schillinge treffen leibhaftig ein. Obwohl zwischen der Beantragung und der \u00dcberweisung oft drei bis vier Monate vergehen, wird die Beantragung schon als ein Lichtblick betrachtet. W\u00e4hrend vor einiger Zeit zum Beispiel monatelang nichts zur Beantragung zugelassen wurde, erhielten in letzter Zeit einige Verlage h\u00e4ufiger Beantragungen und ziemlich rasch auch Beauftragung; die \u00dcberweisungen hingegen brauchen immer l\u00e4nger und l\u00e4nger. Im vorigen Jahre dauerte es von der Beauftragung der Reichsbank zur \u00dcberweisung bis zum Eintreffen des Geldes in Wien oft nicht einmal einen Monat, jetzt sind im April zur \u00dcberweisung beauftragte Betr\u00e4ge bis heute [24. August 1937] noch immer nicht eingegangen. <a style=\"mso-footnote-id: ftn24;\" href=\"#_ftn24\" target=\"text\" name=\"_ftnref24\"><span class=\"reference\">[24]<\/span><\/a><\/p>\n<p>Eine \u00e4hnliche Schilderung konnte man im <em>Sturm \u00fcber \u00d6sterreich <\/em>lesen:<\/p>\n<p class=\"zitat\">Man sucht den \u00f6sterreichischen Verleger auch dadurch m\u00fcrbe zu machen, da\u00df man seine Guthaben in Leipzig so langsam durch den Clearing \u00fcberweist, da\u00df er &#8211; falls er nicht sehr kapitalskr\u00e4ftig ist &#8211; an dem Erfolg seiner B\u00fccher im Reiche zugrunde gehen kann. (loc. cit.)<\/p>\n<p>Und in einer Eingabe an das BMfHuV klingt es nicht gerade optimistisch:<\/p>\n<p class=\"zitat\">W\u00e4hrend der \u00f6sterreichische Sortimentsbuchh\u00e4ndler von unserer Nationalbank in k\u00fcrzester Frist die Zahlungsbewilligung erh\u00e4lt und die bezahlten Betr\u00e4ge innerhalb weniger Tage dem deutschen Exporteur zuflie\u00dfen, erfolgt die Gutschrift beim \u00f6sterreichischen Verlag erst nach einem viel l\u00e4ngeren Zeitraum nach Zinszahlung des Betrages durch den deutschen Importeur; er schwankt zwischen vier Wochen und vier Monaten, dauert aber manchmal sogar noch l\u00e4nger.<a style=\"mso-footnote-id: ftn25;\" href=\"#_ftn25\" target=\"text\" name=\"_ftnref25\"><span class=\"reference\">[25]<\/span><\/a><\/p>\n<p>Aber die langen Wartezeiten waren nicht unbedingt die schlimmste finanzielle Gef\u00e4hrdung des \u00f6sterreichischen Verlags im Reich, schlimmer war es, wenn man nicht oder nur bedingt \u00fcber den Erl\u00f6s aus dem Verkauf im Reich verf\u00fcgen konnte. So konstatierte die Zwangsgilde in einem \u201epro memoria\u201c f\u00fcr die \u00f6sterreichische Regierung:<\/p>\n<p class=\"zitat\">Durch die eingefrorenen Guthaben im Deutschen Reich wird die Liquidit\u00e4t der \u00f6sterreichischen Verlage ung\u00fcnstig beeinflu\u00dft.<a style=\"mso-footnote-id: ftn26;\" href=\"#_ftn26\" target=\"text\" name=\"_ftnref26\"><span class=\"reference\">[26]<\/span><\/a><\/p>\n<p>Ein Ausweg stand den \u00f6sterreichischen Verlagen offen, n\u00e4mlich einer \u201eEmpfehlung\u201c Leipziger Kommission\u00e4re nachzukommen, Druck- und Bindeauftr\u00e4ge nach Deutschland zu vergeben, um das Guthaben aufzubrauchen. Aber:<\/p>\n<p class=\"zitat\">Der aus dieser Notlage geborene Versuch, die Einfuhrschwierigkeiten dadurch zu umgehen, da\u00df die Druck- und Bindeauftr\u00e4ge nach Deutschland verlegt werden, sch\u00e4digt nicht nur auf empfindlichste Weise die \u00f6sterreichische Buchindustrie, sondern versch\u00e4rft auf die Dauer auch die Notlage der Verlage selbst, da die aus den in Deutschland hergestellten Werken erzielten Erl\u00f6se nicht nach \u00d6sterreich transferiert werden k\u00f6nnen. So h\u00e4ufen sich diese Erl\u00f6se in Deutschland immer mehr und mehr an, zwingen die Verlage, immer mehr Werke in Deutschland herstellen zu lassen, bis sie eines Tages ihr gesamtes verf\u00fcgbares \u00f6sterreichisches Kapital nach Deutschland transferiert haben und praktisch von allen Mitteln entbl\u00f6\u00dft sind.<a href=\"#_ftn27\" target=\"text\" name=\"_ftnref27\"><span class=\"reference\">[27]<\/span><\/a><\/p>\n<h4><a class=\"none\" name=\"Heading8\"><\/a> d) Vergabe nach Deutschland<\/h4>\n<p>Eine Reihe von \u00f6sterreichischen Verlagen wurde somit in eine Zwangslage gebracht und mu\u00dfte vor der deutschen Devisenbeschr\u00e4nkung und Einfuhrkontingentierung kapitulieren. Wie das vor sich ging, zeigt das Beispiel des 1867 gegr\u00fcndeten Verlags Carl Fromme in Wien, eines etwas weniger prominenten Verlages, der als Verleger des Jahrzehnteprojekts einer gro\u00dfen illustrierten Geschichte der deutschen Literatur in \u00d6sterreich-Ungarn (Castle, Nagl, Zeidler) bekannt war und erst im Sp\u00e4therbst 1935 in das Verlagsgesch\u00e4ft mit der \u00f6sterreichischen Belletristik einstieg.<a style=\"mso-footnote-id: ftn28;\" href=\"#_ftn28\" target=\"text\" name=\"_ftnref28\"><span class=\"reference\">[28]<\/span><\/a> Auch f\u00fcr diesen Verlag war das Korsett des Kontingents zu eng, und auch er erfuhr vom Leipziger Kommission\u00e4r, \u201eda\u00df sie [die Firma H. Haessel, Kommissionsgesch\u00e4ft] uns die f\u00fcr uns eingegangenen Betr\u00e4ge nicht \u00fcberweisen kann, weil sie im Anschlu\u00df an ihr bisheriges Kontingent f\u00fcr Fromme keinen besonderen Betrag bewilligt erh\u00e4lt\u201c.<a style=\"mso-footnote-id: ftn29;\" href=\"#_ftn29\" target=\"text\" name=\"_ftnref29\"><span class=\"reference\">[29]<\/span><\/a> Wie andere Verlage auch wollte Carl Fromme an dem im J\u00e4nner vereinbarten Zusatzkontingent von 100.000 RM teilhaben, denn<\/p>\n<p class=\"zitat\">Wir mu\u00dften in den letzten Monaten schon verschiedene Buchbinderauftr\u00e4ge nach Leipzig vergeben um unser Guthaben wenigstens teilweise zu vermindern, sind aber au\u00dferstande und halten es auch im Interesse unserer heimischen Gewerbe nicht f\u00fcr richtig, diese Arbeiten noch weiter auszudehnen. (ebda.)<\/p>\n<p>Das heimische Gewerbe war sich des gro\u00dfen finanziellen Problems voll bewu\u00dft: \u00d6sterreichische Gro\u00dfdruckereien, Binde-, Klischeeanstalten u. dgl. waren die Verlierer. Nach einer l\u00e4ngeren Darstellung des Gro\u00dfbetriebes Waldheim-Eberle &#8211; \u201eBetr. Abwanderung von Druckauftr\u00e4gen ins Ausland\u201c &#8211; vom 15. Oktober 1937, die an das Handelsministerium gerichtet wurde, seien n\u00e4mlich \u201edie Druckauftr\u00e4ge der Wiener Verleger zum gr\u00f6\u00dften Teil in die Tschechoslowakei oder nach Deutschland abgewandert\u201c.<a style=\"mso-footnote-id: ftn30;\" href=\"#_ftn30\" target=\"text\" name=\"_ftnref30\"><span class=\"reference\">[30]<\/span><\/a> Die Arbeit in der \u010c.S.R. kam den \u00f6sterreichischen Verlegern so billig, weil die dortigen L\u00f6hne niedriger waren, der Export bedruckter flacher B\u00f6gen ins Ausland vom Staat subventioniert wurde und das Papier wesentlich billiger war als in \u00d6sterreich. Waldheim-Eberle sah die gr\u00f6\u00dfte Konkurrenz der \u00f6sterreichischen Druckereien in der Firma Rudolf M. Rohrer, Br\u00fcnn, die in Baden bei Wien eine Filiale hatte. Und von manchen \u00f6sterreichischen Verlegern wurden mehr als 50% ihrer Produktion von Rohrer in Br\u00fcnn gedruckt. Im Impressum stand freilich \u201eDruck in Baden bei Wien\u201c.<a style=\"mso-footnote-id: ftn31;\" href=\"#_ftn31\" target=\"text\" name=\"_ftnref31\"><span class=\"reference\">[31]<\/span><\/a><\/p>\n<p>Da Deutschland nur sehr geringe Mittel aus dem Erl\u00f6s der importierten B\u00fccher der ausl\u00e4ndischen Verleger freigab, war \u00d6sterreich gegen\u00fcber Deutschland im Jahre 1936 z.B. mit ca. 6 112 Millionen Schilling handelspassiv. Nach \u00d6sterreich wurden in diesem Jahr um 15,664.000 S Druckprodukte aus Deutschland eingef\u00fchrt, w\u00e4hrend der Exportwert der \u00f6sterreichischen Buchausfuhr nach Deutschland nur 9,065.000 S betrug. Und w\u00e4hrend der vorerw\u00e4hnte Gegenwert f\u00fcr die deutsche Einfuhr seitens \u00d6sterreichs klaglos in der ganzen H\u00f6he nach Deutschland \u00fcberwiesen wurde, konnte man das f\u00fcr den \u00f6sterreichischen Export nicht behaupten.<\/p>\n<p>Es kann daher als naheliegend aufgefa\u00dft werden, da\u00df reichsdeutsche Kommission\u00e4re angesichts der vielen Klagen \u00fcber zu geringe Kontingente \u00f6sterreichischen Verlegern empfahl, ihre Produktion nach Deutschland zu verlegen. So schrieb das gro\u00dfe Leipziger Kommissionsgesch\u00e4ft Volckmar am 20. November 1937 an seine \u00f6sterreichischen Kunden:<\/p>\n<p class=\"zitat\">Es kann daher immer wieder nur empfohlen werden, bei verst\u00e4rkter Produktion entweder einen Teil der Herstellung nach Deutschland zu verlegen oder in gesteigertem Umfange deutsches Sortiment zu beziehen.<a style=\"mso-footnote-id: ftn32;\" href=\"#_ftn32\" target=\"text\" name=\"_ftnref32\"><span class=\"reference\">[32]<\/span><\/a><\/p>\n<p>Als der Inhalt des Schreibens allgemein bekannt wurde, l\u00f6ste es Emp\u00f6rung aus. Wenige Tage sp\u00e4ter lieferte es auch Gespr\u00e4chsstoff in der letzten Besprechung der hochrangigen \u00f6sterreichischen Vertreter vor der Zweiten Tagung des Ausschusses f\u00fcr kulturelle Angelegenheiten zwischen dem Deutschen Reich und \u00d6sterreich ab 29. November in Berlin. Hiebei wurde beschlossen, auch diese Frage im Kulturausschu\u00df zu behandeln,<\/p>\n<p class=\"zitat\">da dieses Verlangen eine indirekte Pression und gleichzeitig eine Bedrohung des \u00f6sterreichischen graphischen Gewerbes (Papier, Druck, Binderei, Klischee usw.) darstellt, da nur in dem Falle, wo das \u00f6sterreichische Buch tats\u00e4chlich von A bis Z in Deutschland hergestellt wird, von den deutschen Devisenstellen das Buch als in Deutschland hergestellt betrachtet und die Anrechnung gestattet wird.<a href=\"#_ftn33\" target=\"text\" name=\"_ftnref33\"><span class=\"reference\">[33]<\/span><\/a><\/p>\n<p>Wenn man versucht, diese Praxis von den selbstverschuldeten Wirtschafts- und Devisenproblemen Deutschlands, die die Wurzel allen \u00dcbels war, zu abstrahieren, bleibt ein ungeheuer raffinierter kulturpolitischer Streich \u00fcber, der hervorragend geeignet war, einen kulturellen Anschlu\u00df zu f\u00f6rdern, das Verlagswesen allgemein in \u00d6sterreich zu schw\u00e4chen, die M\u00f6glichkeit zu er\u00f6ffnen, in Deutschland selber verst\u00e4rkt Einflu\u00df auf die Programme \u00f6sterreichischer Verlage zu nehmen und einen Zweig der \u00f6sterreichischen Wirtschaft praktisch lahmzulegen. Vordergr\u00fcndig aber war diese f\u00fcr \u00d6sterreich ung\u00fcnstige Entwicklung &#8211; und das mu\u00df betont werden \u2013 eine logische Konsequenz der deutschen Devisenpolitik. Nur waren diese Gegenst\u00e4nde des Buchhandels wichtige Kulturg\u00fcter im zwischenstaatlichen Handel und nicht mit anderen x-beliebigen Waren zu vergleichen.<\/p>\n<p>Es mag aus der Erfahrung heraus \u00fcberraschend sein, da\u00df &#8211; w\u00e4hrend bei der Besprechung am 24. November die \u00f6sterreichischen Kulturunterh\u00e4ndler darin einer Meinung waren, da\u00df man das Thema Kontingentenerh\u00f6hung bei den Verhandlungen nicht anschneiden k\u00f6nne, zumal \u201eden B\u00fcchern ein ziemlich gro\u00dfes Kontingent reserviert sei\u201c<a style=\"mso-footnote-id: ftn34;\" href=\"#_ftn34\" target=\"text\" name=\"_ftnref34\"><span class=\"reference\">[34]<\/span><\/a> &#8211; das Thema der de facto erzwungenen Vergabe von Druck- und Bindeauftr\u00e4gen nach Deutschland sehr wohl zur Sprache gebracht wurde. Das Protokoll l\u00e4\u00dft schlie\u00dfen, da\u00df am eigentlichen Problem, das an sich nur \u00fcber eine eher unwahrscheinliche, vollkommene Aufhebung des Kontingentsystems f\u00fcr B\u00fccher zu l\u00f6sen gewesen w\u00e4re, vorbeigeredet wurde. Da hei\u00dft es:<\/p>\n<p class=\"zitat\">Es besteht Einvernehmen, da\u00df eine Gef\u00e4hrdung des \u00f6sterreichischen Buchdruckes durch die Forderung der Herstellung \u00f6sterreichischer Verlagswerke im Deutschen Reiche vermieden werden soll. Falls die durch \u00dcberschreitung des Einfuhr-Kontingents entstandenen \u201eeingefrorenen\u201c Markbetr\u00e4ge zur Bezahlung von Herstellungsarbeiten im Reich freigegeben werden k\u00f6nnen, wird der \u00f6sterreichische Verlag Herstellungsarbeiten in diesem Rahmen gern ins Reich legen. (ebda.)<a style=\"mso-footnote-id: ftn35;\" href=\"#_ftn35\" target=\"text\" name=\"_ftnref35\"><span class=\"reference\">[35]<\/span><\/a><\/p>\n<p>So wollten die Herren Hammerstein-Equord, Wolf, Wiedling, Morawa und Herzmansky die <em style=\"mso-bidi-font-style: normal;\">deutsche <\/em>Wirtschaft offenbar ankurbeln. Von \u201eForderung\u201c konnte man \u00fcbrigens nicht gut sprechen. Die \u201eEmpfehlung\u201c aus Leipzig war angesichts der Sachlage ein realistischer Ausweg, so sch\u00e4digend er f\u00fcr das graphische Gewerbe in \u00d6sterreich war, denn die Vergabe von Auftr\u00e4gen nach Deutschland war schlie\u00dflich und endlich finanziell im Interesse des betroffenen \u00f6sterreichischen Verlags.<\/p>\n<p>Es war eine unglaublich groteske Situation entstanden: Zuerst schr\u00e4nkte Deutschland die B\u00fcchereinfuhr aus \u00d6sterreich generell ein (Kontingent), leistete Teilzahlungen (Marktransfer) an den \u00f6sterreichischen Verlag \u00e4u\u00dferst schleppend (f\u00fcr das Guthaben bekam die \u00f6sterreichische Firma keine Zinsen), und im \u00fcbrigen fror man seine Erl\u00f6se aus dem Verkauf zinsenfrei ein. Statt aber zu verlangen, da\u00df diese Praktiken aufzuh\u00f6ren h\u00e4tten, gab man sich \u00f6sterreichischerseits schon zufrieden, wenn Firmenguthaben \u00fcberhaupt \u201efreigegeben werden k\u00f6nnen\u201c; dann w\u00fcrde man \u201egern\u201c Herstellungsarbeiten ins Reich verlegen! Das konnte aber nur den Beginn vom Ende eigenst\u00e4ndiger \u00f6sterreichischer Verlagsanstalten bedeuten. Der Schlu\u00df trog nicht. Eines mu\u00df man aber der \u00f6sterreichischen Seite, die sonst \u201emit weichen Knien\u201c zu verhandeln pflegte, zugute halten. Man kam Anfang Dezember mit den Deutschen \u00fcberein, im Rahmen des M\u00f6glichen anzustreben, \u201eden Austausch von Gegenst\u00e4nden des Buchhandels den Beschr\u00e4nkungen handelspolitischer Abmachungen nicht zu unterwerfen\u201c. (ebda.) Da\u00df es beim Anstreben blieb, kann vorausgeschickt werden. Die Praxis hat das Ansinnen L\u00fcgen gestraft. Der zweite Teil dieses Protokollabschnitts ist interessant vor allem wegen der politisch-rassistischen Obert\u00f6ne und leitet uns zur Frage der emigrierten Verlage \u00fcber:<\/p>\n<p class=\"zitat\">Als \u00dcbergangsl\u00f6sung wird von \u00f6sterreichischer Seite der Wunsch ausgesprochen, den \u00f6sterreichischen Verlagen, die vor 1933 in \u00d6sterreich bestanden haben, ein zus\u00e4tzliches Kontingent einzur\u00e4umen. (ebda.)<\/p>\n<p>In welche Richtung diese Spitze ging und wie sehr die deutsche Seite diese Gedanken begr\u00fc\u00dfen mu\u00dfte, ist nicht schwer zu erraten. Wir kommen somit zu ein paar Modellf\u00e4llen.<\/p>\n<h3><a class=\"none\" name=\"Heading9\"><\/a> 5. Die besondere Lage der \u201eemigrierten\u201c Verlage: der \u201esonderbehandelte\u201c Bermann-Fischer Verlag und der benachteiligte Bastei-Verlag<\/h3>\n<p><a class=\"none\" name=\"Heading9\"><\/a>\u00d6sterreich wurde im Mai 1936 in einer Ausgabe der angesehenen Wirtschaftswochenzeitung <em>\u00d6sterreichischer Volkswirt <\/em>als \u201eVerlagsland\u201c gepriesen.<a style=\"mso-footnote-id: ftn36;\" href=\"#_ftn36\" target=\"text\" name=\"_ftnref36\"><span class=\"reference\">[36]<\/span><\/a><\/p>\n<p class=\"zitat\">\u00d6sterreich, vor allem Wien haben n\u00e4mlich besonders im gegenw\u00e4rtigen Augenblick so viele Vorbedingungen, ein Anziehungspunkt f\u00fcr verlegerische Neugr\u00fcndungen zu werden.<\/p>\n<p class=\"zitat\">(&#8230;)<\/p>\n<p class=\"zitat\">Nach unserer Kenntnis erw\u00e4gt eine Reihe von ausl\u00e4ndischen Verlagen aus den geschilderten [wirtschaftlichen und rassischen] Gr\u00fcnden die bisherigen St\u00e4tten zu verlassen und \u00d6sterreich zum neuen Sitz zu w\u00e4hlen. (ebda.)<\/p>\n<p>Schon Anfang November 1935 waren in einer Reihe von Wiener Zeitungen Meldungen erschienen, wonach einige gro\u00dfe deutsche Verlagsanstalten die Absicht h\u00e4tten, mit ihrer Produktion nach \u00d6sterreich zu \u00fcbersiedeln. Neue Vorschriften des Reichspropagandaministeriums) wonach Verlagserscheinungen nunmehr der nationalsozialistischen Idee zu dienen h\u00e4tten, waren in diesem Schl\u00fcsseljahr 1935 erschienen. Es begann z.B. mit der Arisierung und Gleichschaltung der Zeitungsverlage im April dieses Jahres.<a style=\"mso-footnote-id: ftn37;\" href=\"#_ftn37\" target=\"text\" name=\"_ftnref37\"><span class=\"reference\">[37]<\/span><\/a> Aber ganz besonders mit der Verk\u00fcndung der N\u00fcrnberger Rassengesetze waren Buchverlage, die j\u00fcdische Besitzer oder j\u00fcdische Leiter hatten, in eine schwierige Lage geraten.<a style=\"mso-footnote-id: ftn38;\" href=\"#_ftn38\" name=\"_ftnref38\"><span class=\"reference\">[38]<\/span><\/a><\/p>\n<p>Am h\u00e4ufigsten kolportiert in Zusammenhang mit einer Abwanderung wurden die Namen S. Fischer, Berlin; R\u00fctten und Loening, Frankfurt\/Main; Jakob Hegner, Hellerau bei Dresden; Piper &amp; Co., M\u00fcnchen und gelegentlich auch Ernst Rowohlt, Berlin. Vertreter mehrerer dieser Verlage hielten sich Zeitungsberichten zufolge Ende Oktober\/Anfang November 1935 in Wien auf, um die entsprechenden Vorarbeiten durchzuf\u00fchren. In den folgenden eineinhalb Jahren lie\u00dfen sich drei davon in etwas \u201eamputierter\u201c Form in Wien nieder. Es waren dies der S. Fischer Verlag (nun. Bermann-Fischer Verlag), der Piper-Verlag (als Bastei-Verlag) und der Verlag Jakob Hegner (als Thomas-Verlag Jakob Hegner). In allen drei F\u00e4llen blieb der rechtlich v\u00f6llig getrennte \u201eStammverlag\u201c namentlich bestehen.<a style=\"mso-footnote-id: ftn39;\" href=\"#_ftn39\" name=\"_ftnref39\"><span class=\"reference\">[39]<\/span><\/a><\/p>\n<p>Man wird der Sachlage gerechter, wenn man diesbez\u00fcglich von \u201e\u00fcbersiedelten\u201c oder \u201eemigrierten\u201c Verlagen oder von \u201eSezessionsverlagen\u201c spricht. \u00d6sterreich war kein besonders guter Boden f\u00fcr das, was man mit dem stark \u00fcberstrapazierten Begriff \u201eExil-\u201c oder \u201eEmigrationsverlag\u201c oder \u201eEmigrantenverlag\u201c umschreibt. Wohl gab es schon bestehende Verlage, die sich exilierter Autoren annahmen (Tal, Gsur, Reichner), aber wenige Chancen h\u00e4tten Verlage in der Art von Querido und Allert de Lange in Amsterdam oder Verlag Europ\u00e4ischer Merkur und Editions de Carrefour in Paris gehabt, um einige prominente zu nennen. Es fehlten daf\u00fcr zwei wesentliche Voraussetzungen im \u201eVerlagsland\u201c \u00d6sterreich. Zum einen waren die im Reich unerw\u00fcnschten, verbotenen Autoren &#8211; nat\u00fcrlich mit Ausnahmen &#8211; aus denselben Gr\u00fcnden im Dollfu\u00df\/Schuschnigg-\u00d6sterreich personae non gratae, und zum anderen kam der Punkt, wo es zunehmend schwerer wurde, vom \u00f6sterreichischen Boden aus Anti-Nazi-Literatur in all ihren Formen zu produzieren. Man darf nicht \u00fcbersehen, da\u00df der Gedanke zur Auswanderung erst im Jahre 1935 und verst\u00e4rkt nach dem September gefa\u00dft wurde und da\u00df die \u201eNormalisierung\u201c der Beziehungen zwischen \u00d6sterreich und dem Deutschen Reich infolge des Juli-Abkommens 1936 \u00fcber kurz oder lang \u00d6sterreich gegebenenfalls als \u201eBasis\u201c f\u00fcr Emigrantenverlage ausschlie\u00dfen mu\u00dfte. \u00f6sterreichische Duldung solcher Verlage w\u00e4re in Deutschland als eine eklatante Verletzung des Geistes des Juli-Abkommens aufgefa\u00dft worden. Wie erinnerlich war die Einwirkung auf die sog. \u201eEmigrantenpresse\u201c ausdr\u00fccklicher Bestandteil des \u201eGentlemen-Agreement\u201c. \u201eEmigrantenverlage\u201c w\u00e4ren also unter diesen Bedingungen kaum besser gefahren &#8230; Eher h\u00e4tten \u201evorsichtige\u201c Verleger, die sich den notwendigen deutschen Absatzmarkt nicht vorbauten, eine Chance gehabt.<\/p>\n<p>Von den drei Sezessionsverlagen &#8211; Bermann-Fischer, Bastei-Verlag und Thomas-Verlag Jakob Hegner &#8211; hatte der erstgenannte eindeutig die besten Startchancen in \u00d6sterreich und im Reich. Da\u00df Bermann-Fischer Besseres widerfuhr, geht daraus hervor, da\u00df er erstens in der Ausgabe 1937 des Adre\u00dfbuchs f\u00fcr den Deutschen Buchhandel aufgenommen wurde und B\u00f6rsenverein-Mitglied war<a style=\"mso-footnote-id: ftn40;\" href=\"#_ftn40\" target=\"text\" name=\"_ftnref40\"><span class=\"reference\">[40]<\/span><\/a> und da\u00df zweitens sein Verlag nicht in Zusammenhang mit Boykottierungen \u201ej\u00fcdischer Verlage\u201c erw\u00e4hnt wird. Als neuerrichtete Verlage in \u00d6sterreich waren alle drei in Hinblick auf Einfuhrbeschr\u00e4nkungen in Deutschland und die fixe Kontingentierung \u00f6sterreichischer Verlagswerke, die letzten Endes unter den alteingesessenen \u00f6sterreichischen Verlegern allgemein aufgeteilt werden mu\u00dfte, aus Neid- und Konkurrenzgr\u00fcnden nicht \u00fcberall mit heller Begeisterung begr\u00fc\u00dft worden. So bildete man sich auf \u00f6sterreichischer Seite ein, da\u00df das im Abkommen vom 27. J\u00e4nner 1937 vereinbarte Zusatzkontingent von 100.000 RM \u201ein erster Linie f\u00fcr Verlagsneugr\u00fcndungen in Frage\u201c komme (so der Pr\u00e4sident der Zwangsgilde der Wiener Buch-, Kunst- und Musikalienh\u00e4ndler, Wilhelm Frick, mit einer Ansicht, die auch vom Handelsministerium verbreitet wurde).<a href=\"#_ftn41\" target=\"text\" name=\"_ftnref41\"><span class=\"reference\">[41]<\/span><\/a> Denn wie sollte mit neuerrichteten Verlagen verfahren werden, die im \u201aBasisjahr\u2019 1936 nicht nach Deutschland lieferten? Wir kommen auf diese Frage sp\u00e4ter zur\u00fcck. Eine Vereinbarung \u00fcber die Verwendung des zur Verf\u00fcgung stehenden Betrages (100.000 RM) f\u00fcr Verlagsneugr\u00fcndungen wurde zwar angestrebt, ist jedoch nicht zustandegekommen. Von deutscher Seite wurde also eine solche Verwendung lediglich \u201enicht als ausgeschlossen\u201c bezeichnet.<a style=\"mso-footnote-id: ftn42;\" href=\"#_ftn42\" target=\"text\" name=\"_ftnref42\"><span class=\"reference\">[42]<\/span><\/a><\/p>\n<p>Hinsichtlich der drei in Rede stehenden Verlage kann man in zwei F\u00e4llen &#8211; Bermann-Fischer und Bastei &#8211; feststellen, da\u00df sowohl deren Behandlung durch die Beh\u00f6rden als auch deren Behandlung in der Kontingentenfrage extrem unterschiedlich war.<\/p>\n<h4><a class=\"none\" name=\"Heading10\"><\/a> a) Der \u201esonderbehandelte\u201c Bermann-Fischer Verlag<\/h4>\n<p>\u00dcber den Bermann-Fischer Verlag ist mittlerweile sehr viel von h\u00f6chst kompetenter Seite geschrieben worden. Zu nennen w\u00e4re die Darstellung in Peter de Mendelssohns Geschichte des S. Fischer Verlags und vor allem Gottfried Bermanns eigene Erinnerungen. Daher brauchen wir uns nur auf das zu beschr\u00e4nken, was weder bei dem einen noch bei dem anderen in entsprechendem Detail zu erfahren ist. Und in dieser Hinsicht mu\u00df einiges an der Verlagsdramatik, wie sie Bermann beschreibt, wenn nicht korrigiert, so dann doch relativiert werden. Denn der erste Eindruck, den man gewinnt, wenn man in die offiziellen Aktenbest\u00e4nde der \u00f6sterreichischen Regierung 1936 und 1937 Einsicht nimmt, ist, da\u00df ob so vieler \u201eWichtigkeit\u201c man dem Bermann-Fischer Verlag so etwas wie eine \u201estaatstragende\u201c Bedeutung beigemessen haben mu\u00df. Innerhalb von 1\u00bd Jahren mobilisierte Bermann-Fischer pers\u00f6nlich im Namen seines Verlags Bundeskanzler Schuschnigg, den Staatssekret\u00e4r f\u00fcr ausw. Angelegenheiten Schmidt, vier Abteilungen des Bundeskanzleramts, drei Ministerien, das Bundeskommissariat f\u00fcr Kulturpropaganda, die \u00f6sterreichische Gesandtschaft Berlin, den Bund der \u00f6sterreichischen Industriellen (Verband der Papier- und Pappe verarbeitenden Industrie, Verband der \u00f6sterr. Papier-, Zellulose-, Holzstoff- und Pappenindustrie). Wie wir sehen werden, kam Bermann die pers\u00f6nliche Bekanntschaft mit Politiker-Schriftsteller wie Hans von Hammerstein-Equord durchaus zugute. \u00dcberhaupt lohnte sich Bermanns gro\u00dfer Einsatz.<\/p>\n<p>Die \u201eSonderbehandlung\u201c begann wohl damit, da\u00df ihm als teilweise Abfindung seines Vertrags mit Fischer im Laufe der Verhandlungen, die von Peter Suhrkamp bzw. von ihm selber mit der RSK gef\u00fchrt wurden, sein Anspruch auf die Autorenrechte und Lagerbest\u00e4nde der der S. Fischer Verlag A.G. geh\u00f6renden Werke von 26 genannten Autoren anerkannt wurde. In einem weder bei de Mendelssohn noch bei Bermann zitierten Schreiben des Pr\u00e4sidenten der RSK an Bermann vom 30. April 1936 wird auch klargestellt, wie Deutschland dem in Wien neuzugr\u00fcndenden Verlag gegen\u00fcberstehen w\u00fcrde. Da liest man:<\/p>\n<p class=\"zitat\">Vorbehaltlich der devisenrechtlichen Zustimmung bestehen hiergegen seitens der Reichsschrifttumskammer keine Bedenken; es wird aber ausdr\u00fccklich festgestellt, da\u00df das Ausscheiden der genannten Autoren aus der S. Fischer-Verlags-A.G. auf Ihre unmittelbare Veranlassung unter freiwilliger Zustimmung der Autoren oder deren Erben geschieht. In der letzten Verhandlung vom 16.4.36, an der Sie und Herr Suhrkamp teilnahmen, wurde festgestellt, da\u00df der von Ihnen im Ausland gegr\u00fcndete Verlag von der Kammer grunds\u00e4tzlich nicht anders behandelt werden wird als jeder andere ausl\u00e4ndische Verlag: d.h., der Vertrieb Ihrer Verlagsproduktion kann in Deutschland unter den f\u00fcr den deutschen Buchhandel geltenden Bedingungen geschehen, mit Ausnahme der in Deutschland unerw\u00fcnschten Autoren und B\u00fccher.<\/p>\n<p>Vom Vertrieb innerhalb Deutschlands waren zu diesem Zeitpunkt die Werke von neun der von Bermann \u00fcbernommenen Autoren ausgeschlossen. Dann als gr\u00f6\u00dfter Akt der Sonderbehandlung hei\u00dft es im RSK-Brief an Bermann abschlie\u00dfend:<\/p>\n<p class=\"zitat\">Es wird Ihnen ausnahmsweise gestattet, die gesamten Buchvorr\u00e4te einschl. der Rohbest\u00e4nde von Werken dieser Schriftsteller bis zum 31. Mai 1936 nach Wien abzutransportieren; Sie sind verpflichtet, der Reichsschrifttumskammer den erfolgten Abtransport zu melden. Nach diesem Termin kann dieses Zugest\u00e4ndnis nicht mehr aufrecht erhalten werden.<\/p>\n<p class=\"zitat\">Der Vertrieb der Werke der \u00fcbrigen Autoren innerhalb Deutschlands ist z.Zt. frei. Neue einschr\u00e4nkende Ma\u00dfnahmen des Reiches w\u00fcrden, soweit sie die von Ihnen \u00fcbernommenen anderen Autoren betreffen, selbstverst\u00e4ndlich dieses Recht zum Vertrieb in Deutschland entsprechend einschr\u00e4nken.<a style=\"mso-footnote-id: ftn43;\" href=\"#_ftn43\" target=\"text\" name=\"_ftnref43\"><span class=\"reference\">[43]<\/span><\/a><\/p>\n<p class=\"zitat\">Im Auftrag:<\/p>\n<p>Die relativ geringe Stammeinlage von S 20.000 (die letzten 15.000 wurden zwei Monate vor dem \u201eAnschlu\u00df\u201c bar eingezahlt!) anl\u00e4\u00dflich der handelsgerichtlichen Protokollierung in Wien ist verst\u00e4ndlicher, wenn man ihr den Wert der Lagerbest\u00e4nde aus Deutschland gegen\u00fcberstellt. So konnte Bermann einen Buchbestand von \u00fcber 780.000 B\u00e4nden mit einem Verkaufswert von 1,572.000 RM (= ca. S 3,144 000) als \u201aSacheinlage\u2019 in die Firma einbringen.<a href=\"#_ftn44\" target=\"text\" name=\"_ftnref44\"><span class=\"reference\">[44]<\/span><\/a> Und noch dazu: nach entsprechender Neubindung konnten diese Best\u00e4nde <em> au\u00dferhalb <\/em>des Kontingents f\u00fcr \u00f6sterr. Verlage nach Deutschland eingef\u00fchrt werden, weil sie als in Deutschland hergestellt galten.<\/p>\n<h4><a class=\"none\" name=\"Heading11\"><\/a> b) Auswirkung des Kontingents auf den \u00fcbersiedelten Verlag<\/h4>\n<p>Nach der \u201eGr\u00fcndung\u201c des Bermann-Fischer Verlags in Wien &#8211; Bermann behauptet, dies w\u00e4re am 1. Mai 1936 geschehen, obwohl die Firma erst am 9. Juni ins Wiener Handelsregister eingetragen wurde<a style=\"mso-footnote-id: ftn45;\" href=\"#_ftn45\" target=\"text\" name=\"_ftnref45\"><span class=\"reference\">[45]<\/span><\/a> &#8211; hat der Verlag seine T\u00e4tigkeit unverz\u00fcglich aufgenommen. Bereits im Juli 1936 lie\u00df Bermann einen Prospekt \u00fcber sein Sortiment erscheinen, dem er im August einen zweiten folgen lie\u00df. Beide nahmen Werke auf, die fr\u00fcher zum Programm des S. Fischer Verlags geh\u00f6rten. Aber die Produktion war zweigleisig angelegt: einerseits k\u00fcndigte der Verlag im Oktober 1936 acht B\u00fccher an, \u201edie zur G\u00e4nze in \u00d6sterreich hergestellt wurden\u201c (Bermann),<a style=\"mso-footnote-id: ftn46;\" href=\"#_ftn46\" target=\"text\" name=\"_ftnref46\"><span class=\"reference\">[46]<\/span><\/a> andererseits wurden Rohbest\u00e4nde, die Bermann bis zum 31. Mai 1936 aus Deutschland abzutransportieren hatte, neu gebunden und wieder nach Deutschland exportiert.<\/p>\n<p>Mitte Oktober traten pl\u00f6tzlich Schwierigkeiten auf, als der BFV nun tats\u00e4chlich \u201enicht anders behandelt\u201c wurde \u201eals jeder andere ausl\u00e4ndische Verlag\u201c. Mit einem Wort: er lernte das Kontingentsystem, das f\u00fcr alle nach Deutschland exportierenden Verlage ein Joch war, kennen. Wegen der Schwierigkeiten entschlo\u00df er sich, sich an die \u00f6sterreichische Regierung zu wenden. Am 15. Oktober verfa\u00dfte Bermann-Fischer eine umfassende Eingabe, die er an diverse Ministerien, Abteilungen und hochrangige Politiker schickte.<\/p>\n<p>\u201eIn der ersten Zeit\u201c, f\u00fchrte er dort aus, \u201ewaren auch in dem lebenswichtigen Absatzgebiet f\u00fcr die hier gedruckten Werke: in Deutschland keinerlei Schwierigkeiten bez\u00fcglich der Einfuhr zu beobachten.\u201c<a href=\"#_ftn47\" target=\"text\" name=\"_ftnref47\"><span class=\"reference\">[47]<\/span><\/a> Die Nachfrage nach B\u00fcchern seines Verlags in Deutschland sei z.B. so gro\u00df gewesen, da\u00df vom kleinen Buch Hermann Hesses <em>(Stunden im Garten) <\/em>bereits vier Wochen nach Erscheinen die Auflage von 6000 Ex. vergriffen war und ein Nachdruck in gleicher H\u00f6he veranstaltet werden mu\u00dfte.<\/p>\n<p>Aber Bermann-Fischer wu\u00dfte ganz genau, mit welchen Argumenten er den \u00f6sterreichischen Regierungsstellen kommen mu\u00dfte: erstens mu\u00dfte er betonen, ein \u201e\u00f6sterreichischer Verlag\u201c zu sein, und zweitens mu\u00dfte er zeigen, wie der Verlag f\u00fcr die \u00f6sterreichische Industrie und Wirtschaft eine betr\u00e4chtliche Bedeutung habe. Er ging also in seiner Eingabe mit dem Wort \u201e\u00f6sterreichisch\u201c nicht gerade geizig um. Er f\u00fchrte gleich zwei Papierfabriken, sechs Buchdruckereien, drei Buchbindereien und Kartonagefabriken, Stereotypieanstalten usw. an, denen allen er Auftr\u00e4ge bereits erteilt habe. Zu diesem Behuf regte Bermann bei diesen Firmen an, sie m\u00f6gen zu seinen Gunsten Unterst\u00fctzungsschreiben an die Regierungsstellen schicken. So kamen diesbez\u00fcgliche Schreiben sowohl von Privatfirmen als auch von Interessenverb\u00e4nden zustande.<a style=\"mso-footnote-id: ftn48;\" href=\"#_ftn48\" target=\"text\" name=\"_ftnref48\"><span class=\"reference\">[48]<\/span><\/a> Und als Bermann-Fischer Anfang November 1936 nach Berlin fuhr, um nach dem Rechten zu sehen, fuhr der Chef einer Gro\u00dfbuchbinderei (J. Strobl) gleich mit.<\/p>\n<p>Das eigentliche Problem schilderte er auf folgende Weise, wobei die Dringlichkeit durch Anf\u00fchrung eines seiner Autoren hervorgehoben werden sollte:<\/p>\n<p class=\"zitat\">Erst bei der Auslieferung beiden letzterschienenen B\u00fccher: dem Roman des \u00f6sterreichischen Bundesministers f\u00fcr Justiz: \u201eDie gelbe Mauer\u201c und der F\u00fcrstin Lichnowsky: \u201eDer Lauf der Asdur\u201c und knapp vor der Auslieferung des neuen gro\u00dfen Romans von Thomas Mann: \u201eJoseph in Aegypten\u201c (von diesem wurden 10.000 Exemplare, \u00fcber 750 Seiten stark, zur G\u00e4nze in Wien hergestellt) stellten sich unerwartete Schwierigkeiten ein. Die \u201e\u00dcberwachungsstelle f\u00fcr Papier\u201c in Berlin versagte n\u00e4mlich dem Leipziger Kommission\u00e4r des Verlages die Einfuhrbewilligung und verbot ihm dar\u00fcber hinaus die Einfuhr der vom Bermann-Fischer Verlag in \u00d6sterreich hergestellten B\u00fccher \u00fcberhaupt.<a style=\"mso-footnote-id: ftn49;\" href=\"#_ftn49\" target=\"text\" name=\"_ftnref49\"><span class=\"reference\">[49]<\/span><\/a>)<\/p>\n<p>Nach Ansicht Bermanns lagen dem Verbot \u201ekeineswegs politische Motive zugrunde\u201c:<\/p>\n<p class=\"zitat\">Den klarsten Beweis hierf\u00fcr liefert die Tatsache, da\u00df die in Deutschland gedruckten B\u00fccher des Bermann-Fischer Verlages (es handelt sich dabei um Nachdrucke \u00e4lterer Werke) anstandslos ausgeliefert werden k\u00f6nnen. (ebda.)<\/p>\n<p>Aber den \u201eTrumpf\u201c Hans von Hammerstein spielte er dennoch aus: Mit gutem Grund. Zwei Tage sp\u00e4ter richtete n\u00e4mlich \u201eDer Bundesminister f\u00fcr Justiz\u201c ein kurzes Schreiben an den Staatssekret\u00e4r f\u00fcr ausw. Angelegenheiten, Guido Schmidt, und die diplomatische Maschinerie kam ins Rollen.<\/p>\n<p class=\"zitat\">Der Bundesminister f\u00fcr Justiz<\/p>\n<p class=\"zitat\">Lieber Freund!<\/p>\n<p class=\"zitat\">Wien, am 17. Oktober 1936.<\/p>\n<p class=\"zitat\">Ich bitte Dich, die beilegende Abschrift der vom Wiener Verlag Bermann-Fischer (fr\u00fcher S. Fischer, Berlin) an Dein Amt gerichteten Eingabe durchzufliegen und die positive Erledigung, an der mir sehr viel liegt, auch pers\u00f6nlich zu unterst\u00fctzen. Die Sache ist wirklich<em> au\u00dferordentlich dringend.<\/em><\/p>\n<p class=\"zitat\">Mit den besten Gr\u00fc\u00dfen<\/p>\n<p class=\"zitat\">Hammerstein.<a style=\"mso-footnote-id: ftn50;\" href=\"#_ftn50\" target=\"text\" name=\"_ftnref50\"><span class=\"reference\">[50]<\/span><\/a><\/p>\n<p>Die Abt. 14 a des BKA (AA) richtete am 21. Oktober einen Erla\u00df an die \u00d6sterreichische Gesandtschaft Berlin mit der Bitte um Intervention. Da hei\u00dft es abschlie\u00dfend:<\/p>\n<p class=\"zitat\">Zur d.a. Kenntnisnahme und eventuellen Verwertung darf bemerkt werden, da\u00df unter den jetzt gedruckten Werken auch ein Roman des \u00f6sterreichischen Justizministers Hammerstein-Equord ist. (ebda.)<\/p>\n<p>Da\u00df es sich hier aber um ein \u201eVerbot\u201c, um ein \u201eEinfuhrverbot\u201c (Bermann) oder gar eine \u201eEinfuhrsperre\u201c (BMU) handelte, war nur die halbe Wahrheit. Wieder wu\u00dfte Bermann, wie er argumentieren mu\u00dfte:<\/p>\n<p class=\"zitat\">Was ein solches Verbot nicht nur f\u00fcr den neuen Verlag, sondern auch f\u00fcr die beteiligten \u00f6sterreichischen Industrien und Gewerbe bedeutet braucht nicht erl\u00e4utert zu werden. Das Verbot w\u00fcrde vor allem den Verlag zwingen in Hinkunft seine B\u00fccher in Deutschland zu drucken, so da\u00df auch alle Papier- und Buchbindeauftr\u00e4ge notgedrungen nach Deutschland abwandern m\u00fc\u00dften. Unter solchen Umst\u00e4nden w\u00e4re die Existenz des Verlages in \u00d6sterreich f\u00fcr die Dauer unm\u00f6glich. (&#8230;)<\/p>\n<p class=\"zitat\">(&#8230;)<\/p>\n<p class=\"zitat\">Abgesehen von den angef\u00fchrten rein handelspolitischen Argumenten scheint es mit der Vorstellung eines gesamtdeutschen Sprachgebietes nicht recht vereinbar, in \u00d6sterreich hergestellten deutschen B\u00fcchern weltber\u00fchmter deutscher Autoren aus rein merkantilen Gr\u00fcnden den Eintritt in den naturgegebenen Interessenkreis zu verwehren. (ebda.)<\/p>\n<p>Reichliche Sympathie f\u00fcr seine Causa fand Bermann sofort bei den Bundesministerien f\u00fcr Unterricht sowie f\u00fcr Handel und Verkehr: f\u00fcr sie und alle anderen befa\u00dften Stellen war der BFV nun pl\u00f6tzlich praktisch der einzige \u00f6sterreichische Verlag, der B\u00fccher nach Deutschland exportierte und dabei Schwierigkeiten hatte. Der Referent des BMU witterte gar B\u00f6ses hinter der Ma\u00dfnahme der \u00dcberwachungsstelle f\u00fcr Papier. \u201eNach den vom Gefertigten erg\u00e4nzend und vertraulich eingezogenen Informationen\u201c gelte \u201eder Bermann-Fischer-Verlag in Deutschland als sog. \u201eEmigranten-Verlag\u201c und wird als solcher nicht gerne gesehen.\u201c<a style=\"mso-footnote-id: ftn51;\" href=\"#_ftn51\" name=\"_ftnref51\"><span class=\"reference\">[51]<\/span><\/a> Auch Bermanns eigene Behauptung, da\u00df der deutschen Ma\u00dfnahme keine politischen Motive zugrundel\u00e4gen, wird in Abrede gestellt, denn es d\u00fcrfte<\/p>\n<p class=\"zitat\">doch bei deutschen Stellen die Tendenz verwalten, dem Verlag die Arbeit nach M\u00f6glichkeit zu erschweren und den Vertrieb seiner B\u00fccher in Deutschland auf ein Mindestma\u00df zu reduzieren. (ebda.)<\/p>\n<p>Der deutschen Erkl\u00e4rung, die \u201eSperre\u201c w\u00e4re \u201emit der Kontingent\u00fcberschreitung f\u00fcr die Einfuhr von Papiererzeugnissen\u201c motiviert, schenkte der Referent des BMU auch nicht viel Glauben, obwohl das eigentlich der Kern des Problems war. Es sei \u201enicht ganz ausgeschlossen (&#8230;), da\u00df die Sperre auf Betreiben anderer \u00f6sterreichischer Verlage zur\u00fcckzuf\u00fchren (sei), die im Bermann-Fischer-Verlag eine starke Konkurrenz erblicken und daher darauf hinarbeiten, da\u00df dieser Verlag wieder von \u00d6sterreich abwandere\u201c. (ebda.)<\/p>\n<p>Wie dem auch sein mag, der wahre Grund war viel prosaischer. Als n\u00e4mlich die \u00f6sterreichische Gesandtschaft in Berlin den Fall untersuchte, stellte sich heraus,<\/p>\n<p class=\"zitat\">da\u00df es sich bei den angef\u00fchrten Schwierigkeiten keineswegs um ein Einfuhrverbot, sondern lediglich darum gehandelt hat, da\u00df die \u00dcberwachungsstelle f\u00fcr Papier den Antrag des Leipziger Kommission\u00e4rs, Fleischer, auf Erteilung einer Devisenbewilligung in der H\u00f6he von 45.000 RM mit blo\u00df 10.000 honoriert hat.<a href=\"#_ftn52\" target=\"text\" name=\"_ftnref52\"><span class=\"reference\">[52]<\/span><\/a><\/p>\n<p>Bermanns Leipziger Kommission\u00e4r, die Firma Carl Fleischer, hat am 2. November bei der \u00dcberwachungsstelle einen neuerlichen Antrag auf 20.000 RM eingebracht, der Anfang Dezember \u201enach wiederholten, auch pers\u00f6nlichen Interventionen\u201c<a href=\"#_ftn53\" target=\"text\" name=\"_ftnref53\"><span class=\"reference\">[53]<\/span><\/a> auch bewilligt wurde. Bermann-Fischer \u201ezeigte sich von dieser Erledigung befriedigt und erkl\u00e4rte, auf dieser Basis die weiteren dringenden Lieferungen, insbesondere f\u00fcr das Weihnachtsgesch\u00e4ft, nach Deutschland t\u00e4tigen zu k\u00f6nnen\u201c. (ebda.) So wichtig waren die Kontingentsorgen des BFV, da\u00df bei den einschl\u00e4gigen Besprechungen anl\u00e4\u00dflich der \u00f6sterreichisch-deutschen Wirtschaftsverhandlungen im Dezember \u00fcber sie \u201egesprochen und die Frage der Erledigung von Devisengenehmigungen f\u00fcr denselben diskutiert\u201c wurde.<a style=\"mso-footnote-id: ftn54;\" href=\"#_ftn54\" target=\"text\" name=\"_ftnref54\"><span class=\"reference\">[54]<\/span><\/a><\/p>\n<p>Aber wie sahen nun die Einfuhrverh\u00e4ltnisse f\u00fcr den BFV wirklich konkret aus? Zwischen Ende August und Ende Dezember 1936, also in den vier Monaten seiner neuen Produktionst\u00e4tigkeit in \u00d6sterreich, hat der BFV f\u00fcr ca. 120.000 S in \u00d6sterreich hergestellte B\u00fccher nach Deutschland ausgef\u00fchrt. Auf Grund der Kontingentbeschr\u00e4nkung mu\u00dfte allerdings ein Teil der f\u00fcr die \u00f6sterreichische Industrie bestimmten Auftr\u00e4ge \u201enotgedrungen nach Deutschland vergeben werden\u201c (Bermann).<\/p>\n<p class=\"zitat\">Sie w\u00e4re, wenn die Kontingentierungs-Schwierigkeiten, die die Herstellung einiger Werke in Deutschland zur Notwendigkeit machten, nicht vorhanden gewesen w\u00e4ren, wesentlich gr\u00f6\u00dfer gewesen, n\u00e4mlich um den Betrag, der aus dem Verkauf der in Deutschland hergestellten Werke erl\u00f6st wurde. Es handelt sich dabei um den Betrag von ca. 60.000 S, der durch die besonderen Umst\u00e4nde der \u00f6sterreichischen Wirtschaft entgangen ist.<a style=\"mso-footnote-id: ftn55;\" href=\"#_ftn55\" target=\"text\" name=\"_ftnref55\"><span class=\"reference\">[55]<\/span><\/a><\/p>\n<p>Demnach wurden betragsm\u00e4\u00dfig in den vier Monaten des Jahres 1936 zwei Drittel der Produktion im Inland, ein Drittel in Deutschland hergestellt.<\/p>\n<p>Das Jahr 1937 brachte f\u00fcr den BFV neuerlich Schwierigkeiten und war von der Tendenz gepr\u00e4gt, einen immer gr\u00f6\u00dferen Anteil der Produktion nach Deutschland zu verlegen. Somit lernte auch Bermann-Fischer mit den devisentechnischen Behinderungen zu leben, nicht ohne die Hilfe der Regierung im Fr\u00fchjahr 1937 noch einmal zu beanspruchen.<\/p>\n<p>Hatte der BFV im zweiten Halbjahr 1936 ein Kontingent von 120.000 S erhalten, war Bermann nun zu Recht der Ansicht, da\u00df der Lieferant hinsichtlich seiner Einfuhrmenge nicht schlechter gestellt werden sollte, als er im Jahre 1936 behandelt worden w\u00e4re. Es entspreche seiner Meinung nach den nunmehrigen [handelspolitischen] Abmachungen, da\u00df er f\u00fcr das Jahr 1937 mit einem verh\u00e4ltnism\u00e4\u00dfig gleichen Betrage von 240.000 S &#8211; zur Lieferung berechtigt sein soll\u201c. (ebda.) Das war allerdings ein Irrtum. So wurde ein entsprechender Antrag des Kommission\u00e4rs Fleischer an die \u00dcberwachungsstelle um eine dem tats\u00e4chlichen Bedarf entsprechende Kontingent-Erh\u00f6hung f\u00fcr den BFV, auch unter Berufung auf die neuen Wirtschaftsverhandlungen, abgelehnt, \u201emit der Erkl\u00e4rung, da\u00df die Firma Fleischer mit ihrem bisherigen Kontingent f\u00fcr die Einfuhr der B\u00fccher des Bermann-Fischer Verlages auskommen m\u00fc\u00dfte\u201c. (ebda.) Der Hinweis, da\u00df der BFV im Jahre 1936 weit \u00fcber das fr\u00fchere Kontingent hinaus eingef\u00fchrt habe, wurde nicht ber\u00fccksichtigt.<\/p>\n<p>Dadurch konnte die Firma Fleischer dem BFV f\u00fcr 1937 tats\u00e4chlich nur einen Betrag von 2.000 RM (sp\u00e4ter 2.500) pro Monat offiziell zur Verf\u00fcgung stellen, w\u00e4hrend der effektive Bedarf nach Einsch\u00e4tzung Bermanns wesentlich gr\u00f6\u00dfer sei. Dieser effektive Bedarf wurde n\u00e4mlich als etwa zehnmal so gro\u00df, d.h. auf 20.000 RM pro Monat bzw. 240.000 RM pro Jahr, gesch\u00e4tzt. Daraus ist zu ersehen, da\u00df der Wiener BFV allein mit der \u00f6sterreichischen Produktion nach knapp sechs Monaten ein ungew\u00f6hnlich florierendes Verlagsunternehmen war. Der angepeilte und erreichte Umsatz (d.i. Inlandsumsatz, Auslandsumsatz au\u00dferhalb Deutschlands, die kontingentierte Summe f\u00fcr den Absatz in Deutschland &#8211; 240.000 RM &#8211; sowie der Absatz der in Deutschland hergestellten B\u00fccher) machte den BFV neben Paul Zsolnay Verlag in einer sehr kurzen Zeitspanne zu einem der gr\u00f6\u00dften belletristischen Verlage \u00d6sterreichs. Es blieb dem BFV daher nichts anderes \u00fcbrig, als sich erneut an die Regierung und an seinen Freund, den nunmehrigen Bundeskommiss\u00e4r f\u00fcr Kulturpropaganda, Hans von Hammerstein-Equord, zu wenden. Seine W\u00fcnsche &#8211; so verst\u00e4ndlich sie vom Gesch\u00e4ftsstandpunkt aus waren &#8211; \u00fcberstiegen allerdings bei weitem das realistische Ma\u00df, denn nicht nur er hatte es auf das Zusatzkontingent von 1 00.000 RM (S 200.000) f\u00fcr 1937 abgesehen. Seine Anspr\u00fcche auf den Kontingentkuchen w\u00fcrden nicht nur die Einverleibung der f\u00fcr \u00f6sterreichische Verlage allgemein vorgesehenen Kontingenterh\u00f6hung bedeuten, sondern auch das Kontingent a) der alteingesessenen Verlage und b) gegebenenfalls das weiterer neuerrichteter Verlage kr\u00e4ftig beschneiden. Au\u00dferdem w\u00fcrde eine Befriedigung der BFV-W\u00fcnsche existierende Verlage der M\u00f6glichkeit berauben, auch ihre Einfuhren nach Deutschland zu steigern. Was Bermann von der Regierung erwartete, geht aus einer Eingabe von Mitte Februar hervor:<\/p>\n<p class=\"zitat\">Bei dem, im Verh\u00e4ltnis zum zur Verf\u00fcgung stehenden Gesamtkontingent kleinen Betrag, um den es sich in diesem Falle handelt (240.000.-Mk. pro anno), sollte es, angesichts der deutsch-\u00f6sterreichischen Vertragsverhandlungen und unter Ber\u00fccksichtigung der kulturellen und wirtschaftlichen Bedeutung des Verlages, m\u00f6glich sein, die Behebung der Einfuhrschwierigkeiten zu erreichen, d.h. die Zuteilung eines ausreichenden Kontingents an den Kommission\u00e4r des Verlages, die Firma Carl Fr. Fleischer, Leipzig, bei der deutschen \u00dcberwachungsstelle f\u00fcr Papier durchzusetzen.<\/p>\n<p class=\"zitat\">Es wird deshalb an die zust\u00e4ndigen Stellen die ganz ergebene Bitte gerichtet, in diesem Sinne auf die in Frage kommenden deutschen Stellen mitzuwirken, und damit dem Verlag den f\u00fcr seine und seiner Autoren Existenz unentbehrlichen deutschen Absatzmarkt zu erhalten.<a href=\"#_ftn56\" target=\"text\" name=\"_ftnref56\"><span class=\"reference\">[56]<\/span><\/a><\/p>\n<p>Das Handelsministerium hielt den Anspruch des genannten Verlags (f\u00fcr die Monate M\u00e4rz-Mai 1937) \u201ef\u00fcr billig\u201c und ersuchte die Gesandtschaft in Berlin \u201ebei den kompetenten deutschen Stellen einzuschreiten\u201c.<a href=\"#_ftn57\" target=\"text\" name=\"_ftnref57\"><span class=\"reference\">[57]<\/span><\/a> Nun waren die Anspr\u00fcche etwas bescheidener.<\/p>\n<p class=\"zitat\">Das erbetene Kontingent w\u00fcrde sich aus der vorj\u00e4hrigen Einfuhr des Verlages nach Deutschland 80.000 S und einem weiteren Betrag von 20.000 S aus dem Zusatzkontingent von 200.000 S zusammensetzen. (ebda.)<\/p>\n<p>Der Bundeskommiss\u00e4r f\u00fcr Kulturpropaganda, Hans von Hammerstein, lie\u00df im Jahre 1937 ein zweites Werk im BFV erscheinen <em> (Wald. Ein Roman aus dem alten \u00d6sterreich), <\/em>wobei das Ironische an dieser Neuerscheinung darin lag, da\u00df sie &#8211; im Gegensatz zum ersten Werk &#8211; bei Oskar Brandstetter in Leipzig gedruckt wurde! Hammerstein intervenierte Anfang Mai 1937. Er kontaktierte sowohl den Leiter der \u00f6sterreichischen Delegation bei den Kulturverhandlungen mit Deutschland, Ges. Hoffinger, als auch den Kulturattach\u00e9 bei der Deutschen Gesandtschaft in Wien, Dr. Hans Bernd v. Haeften. W\u00e4hrend dieser meinte, man sollte das Thema BFV auf die Tagesordnung der n\u00e4chsten Sitzung des Kulturausschusses setzen, war Hoffinger auf Grund der Feststellung der Abt. 14 a im BKA eher skeptisch. Die f\u00fcr die Ausweitungsm\u00f6glichkeit der \u00f6sterreichischen Ausfuhr ung\u00fcnstige Entwicklung des \u00f6sterreichisch-deutschen Verrechnungsverkehrs lasse allf\u00e4llige W\u00fcnsche weiterer Zusatzkontingente f\u00fcr die n\u00e4chste Zeit \u201ewenig aussichtsreich\u201c erscheinen.<a style=\"mso-footnote-id: ftn58;\" href=\"#_ftn58\" target=\"text\" name=\"_ftnref58\"><span class=\"reference\">[58]<\/span><\/a> Eine solche Ausweitung zugunsten des BFV m\u00fc\u00dfte also entweder auf Kosten der Kontingente anderer \u00f6sterreichischer Verlage oder des Zusatzkontingents gehen.<\/p>\n<p>Im August desselben Jahres stand dem BFV trotz mehrfacher Reklamationen \u201emonatlich nur ein Betrag von 2.500 RM f\u00fcr die Einfuhr der in \u00d6sterreich hergestellten B\u00fccher (&#8230;) zur Verf\u00fcgung\u201c.<a href=\"#_ftn59\" target=\"text\" name=\"_ftnref59\"><span class=\"reference\">[59]<\/span><\/a> Hier die wichtigsten Passagen aus der Stellungnahme Bermann-Fischers zu diesem Problem:<\/p>\n<p class=\"zitat\">Im Jahre 1937 erhielt der Bermann-Fischer Verlag nach monatelangen Verhandlungen, die durch die \u00f6sterreichische Gesandtschaft in Berlin gef\u00fchrt wurden, ein Sonderkontingent von RM. 20.000.- zugeteilt mit der ausdr\u00fccklichen Erkl\u00e4rung, da\u00df dieser Betrag f\u00fcr das ganze Jahr reichen m\u00fcsse. Da dieses Sonderkontingent durch die Einfuhr der Fr\u00fchjahrsproduktion des Verlages vollst\u00e4ndig aufgebraucht wurde, steht dem Verlage f\u00fcr das kommende Herbstsemester mit Ausnahme der monatlich zu, Verf\u00fcgung stehenden RM 2.500.- kein weiteres Einfuhrkontingent mehr zur Verf\u00fcgung. Er w\u00e4re also, falls seinem Kommission\u00e4r kein weiterer Betrag zur Einfuhr zur Verf\u00fcgung gestellt wird, gen\u00f6tigt, seine gesamte Produktion in Deutschland herstellen zu lassen. Abgesehen von dem erheblichen Ausfall, den das f\u00fcr die \u00f6sterreichische Papier-, Druck- und Bindeindustrie bedeutet, resultiert daraus f\u00fcr den Verlag ein Existenz gef\u00e4hrdender Zustand, da die Erl\u00f6se aus diesen in Deutschland hergestellten B\u00fcchern nicht transferiert werden und die au\u00dferhalb Deutschlands erzielten Erl\u00f6se aus diesen B\u00fcchern nicht ausreichen d\u00fcrften, die Verlagsunkosten und die Honorarverpflichtungen des Verlages abzudecken.<\/p>\n<p class=\"zitat\">Der Verlag hat sich bisher erfolgreich gegen den auf die geschilderte Weise auf ihn ausge\u00fcbten Druck, seine B\u00fccher in Deutschland herstellen zu lassen gewehrt, und hat auf Grund der ihm zugeteilten Sonderkontingente bisher nahezu seine gesamte Produktion in \u00d6sterreich herstellen lassen. Die dadurch eintretende, den Absatz au\u00dferordentlich sch\u00e4digende Einfuhrverz\u00f6gerung hat er in der Hoffnung auf eine Regelung der Kontingentfragen in Kauf genommen. Es wird dem Verlag jedoch nicht m\u00f6glich sein, seine erheblichen Auftr\u00e4ge der \u00f6sterreichischen Industrie in diesem Herbst zu erhalten, wenn nicht die Zuteilung eines dem Bedarf einigerma\u00dfen entsprechenden Kontingents erfolgt. (ebda.)<\/p>\n<p>Da im weiteren Verlauf dieses Jahres keine Wendung zum Besseren eintrat &#8211; und im Gegenteil die Situation sich, wie wir sehen werden, dramatisch verschlechterte &#8211; kann mit relativer Sicherheit angenommen werden, da\u00df der BFV gen\u00f6tigt wurde, beinahe \u201eseine gesamte Produktion in Deutschland herstellen zu lassen\u201c.<\/p>\n<p>Diese betr\u00e4chtlichen Schwierigkeiten d\u00fcrfen aber nicht dar\u00fcber hinwegt\u00e4uschen, da\u00df der BFV sowohl in Deutschland als auch in \u00d6sterreich eine g\u00fcnstige Behandlung erfuhr. Er hatte doch f\u00fcr die Jahre 1936 und 1937 immerhin Sonderkontingentzuteilungen (wie z.B. 20.000 RM) erhalten, von denen ein zweiter, ebenfalls emigrierter Verlag, der im Reich von vornherein auf weniger Wohlwollen stie\u00df, nur tr\u00e4umen konnte: der Bastei-Verlag und dessen Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer, der ehemalige Piper-Verlag-Teilinhaber Dr. Robert Freund.<\/p>\n<p>Bermann wollte einfach mehr vom \u201eKontingentkuchen\u201c haben, als realistisch oder fair war, und sein Fall zeigt erneut, wie der sanfte \u201eDruck\u201c, Auftr\u00e4ge und Herstellung nach Deutschland zu verlegen, f\u00fcr Deutschland &#8211; ob kalkuliert oder nicht, sei dahingestellt &#8211; einen mehrfachen Gewinn bedeutete. Ausl\u00e4ndisches Kapital, in diesem Fall \u00f6sterreichisches, bzw. Wertsch\u00f6pfung wurde in Deutschland verwendet, um das dortige graphische Gewerbe (kostenlos) zu finanzieren. Das Kontingent brachte den doppelten Vorteil &#8211; die Ausfuhr von Devisen, egal, wem sie geh\u00f6rten, zu beschr\u00e4nken, und das graphische Gewerbe mit Auftr\u00e4gen zu versorgen. Und das alles auf Kosten der \u00f6sterreichischen Wirtschaft.<\/p>\n<h4><a class=\"none\" name=\"Heading12\"><\/a> c) Der benachteiligte Bastei-Verlag<\/h4>\n<p>Nicht einmal einen Monat nach dem Abkommen im J\u00e4nner 1937 machte die Zwangsgilde das BKA und das BMfHuV darauf aufmerksam, \u201eda\u00df im reichsdeutschen-\u00f6sterreichischen Zahlungsverkehr im Buchhandel derzeit gro\u00dfe Schwierigkeiten auftreten, welche den \u00f6sterreichischen Buchhandel \u00e4u\u00dferst hart treffen\u201c.<a style=\"mso-footnote-id: ftn60;\" href=\"#_ftn60\" name=\"_ftnref60\"><span class=\"reference\">[60]<\/span><\/a> Ein Opfer war der Bastei-Verlag, der im Oktober 1936 gegr\u00fcndet worden war, aber erst im J\u00e4nner eine Konzession erhalten hatte. Dem neuerrichteten Verlag wurde aus Leipzig im Februar mitgeteilt, da\u00df es derzeit unm\u00f6glich sei, Zusagen f\u00fcr die Zahlungsbewilligung f\u00fcr die nach dem Deutschen Reich einzuf\u00fchrenden Erzeugnisse dieses Verlags zu erhalten.<a style=\"mso-footnote-id: ftn61;\" href=\"#_ftn61\" target=\"text\" name=\"_ftnref61\"><span class=\"reference\">[61]<\/span><\/a> Die kuriose Begr\u00fcndung unmittelbar nach Gew\u00e4hrung eines Zusatzkontingents f\u00fcr \u00f6sterreichische Bucheinfuhren in der H\u00f6he von 100.000 RM lautete: die Bucheinfuhr aus \u00d6sterreich sei so stark angewachsen, da\u00df jede Vermehrung der Einfuhr ausgeschlossen sei. Die Zwangsgilde wu\u00dfte allerdings zu berichten, \u201eda\u00df die B\u00fcchereinfuhr nach \u00d6sterreich aus dem Deutschen Reich im Jahre 1936 mengen- und wertm\u00e4\u00dfig in einem ungleich gr\u00f6\u00dferen Verh\u00e4ltnis gestiegen ist als umgekehrt\u201c. (s.o.)<\/p>\n<p>Es schien also, als ob mehr hinter der Ablehnung des Bastei-Verlags steckte als blo\u00df Kontingentengp\u00e4sse. Der von dem nicht sehr gern gesehenen \u201eJuden\u201c Dr. Robert Freund gef\u00fchrte Sezessionsverlag sollte nun in Deutschland nicht wieder Fu\u00df fassen d\u00fcrfen, und insoferne bestand ein gro\u00dfer Unterschied zwischen Freund und Bermann-Fischer.<\/p>\n<h4><a class=\"none\" name=\"Heading13\"><\/a> d) W\u00fcnsche des Bastei-Verlags<\/h4>\n<p>Der Bastei-Verlag sollte<\/p>\n<p class=\"zitat\">als typischer \u00f6sterreichischer Kulturverlag gef\u00fchrt werden, wie etwa im Deutschen Reich der Piper-Verlag, der Insel-Verlag oder Diederichs. Ein derartiger Verlag fehlte bisher in \u00d6sterreich.<a style=\"mso-footnote-id: ftn62;\" href=\"#_ftn62\" target=\"text\" name=\"_ftnref62\"><span class=\"reference\">[62]<\/span><\/a><\/p>\n<p>Der Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer Freund \u201ebeabsichtigt(e) in Wien einen Kulturverlag zu gr\u00fcnden, der das Beste \u00f6sterreichischer Kultur zeigt und die Verbindung mit dem westlichen Abendland aufrecht erh\u00e4lt\u201c. (ebda.) Neben \u00dcbersetzungsliteratur (Maugham, Briffault, Maurois usw.) sollten dann \u201eRomane von Egon Friedell und jungen \u00f6sterreichischen Dichtern\u201c ins Programm aufgenommen werden. \u201eF\u00fcr ein derart gro\u00dfes Verlagsprogramm\u201c sei \u201edie Bitte um ein Kontingent von RM. 100.000 f\u00fcr das Jahr 1937 zur Einfuhr in Deutschland gewi\u00df bescheiden\u201c. (ebda.)<\/p>\n<p>Die Bitte mag \u201ebescheiden\u201c und vom Standpunkt der \u00f6sterreichischen Wirtschaft zu begr\u00fc\u00dfen gewesen sein, nur war sie zugleich unter den gegebenen Umst\u00e4nden vollkommen unrealistisch. Kern des Problems war wiederum das Zusatzkontingent, aus dem ja alle zu sch\u00f6pfen hofften. Ohne Zuweisung aus diesem Kontingent konnte der Bastei-Verlag \u00fcberhaupt nicht nach Deutschland exportieren. Daher ersuchte das BMfHuV am 20. Mal beim BKA (AA) um Erwirkung einer Zuweisung von Devisengenehmigungen \u201eim Ausmasse von 20.000 Mk = 40.000 S\u201c.<a style=\"mso-footnote-id: ftn63;\" href=\"#_ftn63\" name=\"_ftnref63\"><span class=\"reference\">[63]<\/span><\/a><\/p>\n<p>Die \u00f6sterreichische Gesandtschaft in Berlin wurde aufgefordert, in diesem Sinne einzuschreiten. Sie trug den Fall beim Referenten der Reichsstelle f\u00fcr Devisenbewirtschaftung, von Schaeven, vor, aber:<\/p>\n<p class=\"zitat\">Bez\u00fcglich des speziellen Falles des Basteiverlages bemerkte Herr von Schaeven auch bei diesem Anlasse, der Leipziger Kommission\u00e4r der Wiener Firma m\u00f6ge eben trachten, soweit als m\u00f6glich aus seinen erh\u00f6hten Zuteilungen allenfalls unter K\u00fcrzung anderer \u00f6sterreichischer Verlagsanstalten den Bastei-Verlag Importe zu erm\u00f6glichen.<a href=\"#_ftn64\" target=\"text\" name=\"_ftnref64\"><span class=\"reference\">[64]<\/span><\/a><\/p>\n<p>Auch der Kommission\u00e4r Fleischer, der auch den BFV vertritt, bem\u00fchte sich um eine L\u00f6sung, und am 22. Juni konnte er der \u00f6sterreichischen Gesandtschaft folgendes mitteilen:<\/p>\n<p class=\"zitat\">Ich habe leider eine besondere Zuteilung f\u00fcr den Bastei-Verlag gegenw\u00e4rtig nicht erhalten k\u00f6nnen und es ist mir anheimgestellt worden, innerhalb der gegebenen M\u00f6glichkeiten diese Einfuhr zu bewerkstelligen. Es ist mir zwar m\u00f6glich gewesen, einen Betrag von ca. RM 6000 f\u00fcr das Jahr 1937 aus meinen zur Verf\u00fcgung stehenden Mitteln herauszunehmen und f\u00fcr die Verlagserzeugnisse der Firma Bastei-Verlag zur\u00fcckzustellen. Damit ist aber nicht weiterzukommen, und ich habe erneut Antrag gestellt, mir eine besondere Genehmigung zu erteilen.<\/p>\n<p class=\"zitat\">Da\u00df mir in der letzten Zeit auf Grund besonderer Ma\u00dfnahmen irgendwelche au\u00dfergew\u00f6hnliche Zuteilungen gemacht wurden, kann ich bis auf den Fall, der die Firma Bermann-Fischer Verlag Ges.m.b.H. Wien, anbelangt, nicht sagen. Alles spielt sich nach wie vor innerhalb der M\u00f6glichkeiten ab, die seit langem schon ma\u00dfgebend f\u00fcr die Einfuhr von Erzeugnissen \u00f6sterr. Verleger sind. (&#8230;)<a style=\"mso-footnote-id: ftn65;\" href=\"#_ftn65\" target=\"text\" name=\"_ftnref65\"><span class=\"reference\">[65]<\/span><\/a><\/p>\n<p>Nach Ansicht der Gesandtschaft in Berlin bestand daher \u201ekeine Aussicht auf Zuweisung von 20.000 RM aus dein Zusatzkontingent und es wird leider mit weitaus geringeren Betr\u00e4gen gerechnet werden m\u00fcssen\u201c.<\/p>\n<p>Das Au\u00dfenamt in Wien wollte aber im Juni wissen, wie dann die Einfuhrkontingente \u00fcberhaupt in Anspruch genommen w\u00fcrden und wie es nun speziell mit dem Bastei-Verlag stehe. In einer Verbalnote des Ausw\u00e4rtigen Amtes in Berlin wurde am 5. August folgendes mitgeteilt:<\/p>\n<p class=\"zitat\">Im Rahmen der Devisenbewirtschaftung werden Devisenbescheinigungen f\u00fcr die Einfuhr von B\u00fcchern aus \u00d6sterreich nicht dem einzelnen \u00f6sterreichischen Verlag, sondern den deutschen Importeuren erteilt. Die Wertgrenze f\u00fcr \u00f6sterreichische B\u00fccher, in die der den \u00d6sterreichern zugesagte Betrag von M 100.000 einbezogen ist, wird fortlaufend voll ausgenutzt. Eine Einfuhr von B\u00fcchern des Bastei-Verlages G.m.b.H. in Wien w\u00e4re nur dann m\u00f6glich, wenn dem Kommission\u00e4r des Bastei-Verlages G.m.b.H., der Firma Fleischer in Leipzig, Betr\u00e4ge zugeteilt w\u00fcrden, die bisher anderen deutschen Kommission\u00e4ren zugeteilt sind. Dies w\u00fcrde eine unbegr\u00fcndete Benachteiligung der anderen deutschen Kommission\u00e4re bedeuten. Die zust\u00e4ndige innere Stelle ist daher zu ihrem Bedauern nicht in der Lage, dem Wunsche der \u00f6sterreichischen Gesandtschaft zu entsprechen.<a href=\"#_ftn66\" target=\"text\" name=\"_ftnref66\"><span class=\"reference\">[66]<\/span><\/a><\/p>\n<p>So mu\u00dfte dieser neuerrichtete Verlag im Gegensatz zum BFV mit 6.000 RM (12.000 S) f\u00fcr das Jahr 1937 das Auslangen finden. Obwohl man diese Einfuhrbehinderungen wie immer mit devisenpolitischen Argumenten deutscherseits begr\u00fcnden konnte, war innerhalb des Zuteilungssystems f\u00fcr Willk\u00fcr reichlich Platz. Da der Grund f\u00fcr die Benachteiligung des Bastei-Verlags im v\u00f6llig unpolitischen Programm nicht liegen konnte, d\u00fcrfte er in der Person des Gesch\u00e4ftsf\u00fchrers zu finden sein. Der \u201eJude\u201c Freund wurde allerdings Ende Juli 1937 auf eigenes Ersuchen seiner Stelle enthoben.<\/p>\n<h4><a class=\"none\" name=\"Heading14\"><\/a> e) Der Oktober-Schock<\/h4>\n<p>Angesichts der hier ausf\u00fchrlich geschilderten Schwierigkeiten, die \u00f6sterreichische Verlage insbesondere mit dem Kontingent selbst nach der Erh\u00f6hung um 100.000 RM f\u00fcr das Jahr 1937 hatten, mu\u00df eine deutsche Ma\u00dfnahme, die im Oktober mit sofortiger Wirkung in Kraft trat, einen gro\u00dfen Schock ausgel\u00f6st haben, insbesondere f\u00fcr Verleger. \u201ePer sofort\u201c sollte n\u00e4mlich eine K\u00fcrzung der Devisenzuteilungen auf 60% des im J\u00e4nner-Abkommen vereinbarten Gesamtvolumens der \u00f6sterreichischen Warenausfuhr nach Deutschland vorgenommen werden.<a style=\"mso-footnote-id: ftn67;\" href=\"#_ftn67\" target=\"text\" name=\"_ftnref67\"><span class=\"reference\">[67]<\/span><\/a> Diese K\u00fcrzung sollte v\u00f6llig gleichm\u00e4\u00dfig, also ohne Ausnahme bestimmter Waren, wie z.B. B\u00fccher, erfolgen. Um diesen Schritt zu verstehen, m\u00fcssen wir uns noch einmal kurz mit dem Abkommen \u00fcber die Regelung des Zahlungsverkehrs und der weiteren Entwicklung im zwischenstaatlichen Handel und Zahlungsverkehr im Verlaufe der Monate befassen.<\/p>\n<p>Wie erinnerlich, war nach der Vereinbarung im J\u00e4nner eine Steigerung des deutschen Exports nach \u00d6sterreich und des deutschen Imports aus \u00d6sterreich f\u00fcr das Jahr 1937 von ca. 40 Mill. Schilling geplant worden. Voraussetzung f\u00fcr den Erfolg dieses Vorhabens war also einerseits eine tats\u00e4chliche, gleichm\u00e4\u00dfige Steigerung in beiden Richtungen und andererseits ein ausgeglichener Zahlungsverkehr. Dieser Zahlungsverkehr geriet aber arg ins Stocken, weil n\u00e4mlich &#8211; wie sich schon Mitte des Jahres abzeichnete &#8211; die \u00f6sterr. Ausfuhren nach Deutschland die Einfuhren aus Deutschland betr\u00e4chtlich \u00fcberstiegen. Der Forderungs\u00fcberschu\u00df \u00d6sterreichs im \u00f6sterreichisch-deutschen Clearing war stetig und seit dem Sp\u00e4tsommer beinahe sprunghaft gewachsen. Das hei\u00dft: der Zahlungsr\u00fcckstand auf deutscher Seite (also Devisenbetr\u00e4ge \u2013 RM \u2013 um die Einfuhren zu bezahlen) war derart gewachsen, da\u00df man schon seit dem Sommer mit einem Eingreifen h\u00e4tte rechnen m\u00fcssen. Im November hatte dieser R\u00fcckstand die 29. Mill. RM-Marke \u00fcberschritten.<a href=\"#_ftn68\" target=\"text\" name=\"_ftnref68\"><span class=\"reference\">[68]<\/span><\/a> Um diese Clearingspitze abzubauen, hat das Deutsche Reich \u00d6sterreich Ende Oktober mitgeteilt, da\u00df es die Einfuhr aus \u00d6sterreich um etwa 40 \u2013 60% k\u00fcrzen w\u00fcrde. Dieser Schritt hatte eine rechtliche Grundlage: Nach dem Abkommen vom 27. J\u00e4nner 1937 (Art. 7, Z. 2) war vorgesehen worden, da\u00df jener Partnerstaat, der in erheblichem Ma\u00df in Zahlungsr\u00fcckst\u00e4nde geraten sollte, die Einfuhr aus dem anderen Partnerland einzuschr\u00e4nken verpflichtet war. So wurde eine Drosselung der \u00f6sterr. Ausfuhr angek\u00fcndigt und die Dotierung des Reiseverkehrs-Kontos um 40% herabgesetzt. Nur: das Anwachsen der Clearingspitze war nur zum Teil aus der Entwicklung des Warenverkehrs zwischen beiden L\u00e4ndern zu erkl\u00e4ren. Wohl hatte der Wert der \u00f6sterr. Ausfuhr nach dem Reich 1937 erheblich st\u00e4rker zugenommen als der Wert \u00f6sterr. Einfuhr aus dem Reich (was bei B\u00fcchern allerdings nicht der Fall war). Aber das Clearing, besser gesagt: die eingetretene Mehrbelastung des Clearings, wurde in hohem Ma\u00df durch <em>andere <\/em>Posten der Zahlungsbilanz in Anspruch genommen. Zu nennen w\u00e4ren: die \u00f6sterr. Stromausfuhr, die zwischenstaatliche Bahnabrechnung und Durchfuhrfrachten, f\u00fcr die deutsche Zahlungen zu leisten waren, der Postabrechnungsverkehr und schlie\u00dflich in erheblichem Ma\u00df die &#8211; vertragsm\u00e4\u00dfig vorgesehene &#8211; Steigerung des deutschen Reiseverkehrs nach \u00d6sterreich. Diese allein hatte n\u00e4mlich das Clearing um etwa 12 Mill. Schilling mehr belastet als im ganzen Jahr 1936. So stand man &#8211; als \u00dcbergangsma\u00dfnahme &#8211; vor der Alternative: Einschr\u00e4nkung der \u00f6sterr. Ausfuhr nach Deutschland oder Steigerung der \u00f6sterr. Einfuhr aus dem Deutschen Reich. Wer an diesem Zustand schuld war, soll hier nicht untersucht werden. Da\u00df aber die Einfuhr nach \u00d6sterreich nicht die gew\u00fcnschte H\u00f6he erreichte, konnte im Reich wohl vom Propagandaministerium lanciert &#8211; als Beweis des \u201eschlechten Willens\u201c denunziert werden.<a style=\"mso-footnote-id: ftn69;\" href=\"#_ftn69\" target=\"text\" name=\"_ftnref69\"><span class=\"reference\">[69]<\/span><\/a> Nur war auf \u00f6sterr. Seite angesichts der unsicher gewordenen Konjunkturentwicklung der Erh\u00f6hung der \u00f6sterr. Einfuhr aus dem Reich eine Grenze durch den Bedarf gezogen. Verhandlungen im J\u00e4nner 1938 sollten eine L\u00f6sung bringen.<\/p>\n<h4><a class=\"none\" name=\"Heading15\"><\/a> f. Auswirkungen der deutschen Einschr\u00e4nkung auf die Verleger<\/h4>\n<p>Die konkrete Auswirkung f\u00fcr die nach Deutschland exportierenden \u00f6sterreichischen Verlage l\u00e4\u00dft sich am leichtesten aus folgendem Schreiben der gr\u00f6\u00dften deutschen Kommissionsbuchhandlung, F. Volckmar, an ihre \u00f6sterreichischen Kunden ablesen:<\/p>\n<p class=\"zitat\">F. Volckmar, Kommissionsgesch\u00e4ft, Leipzig<\/p>\n<p class=\"zitat\">Leipzig C 1, den 11. XI. 1937<\/p>\n<p class=\"zitat\">Postfach 174<\/p>\n<p class=\"zitat\">Sehr geehrte Herren!<\/p>\n<p class=\"zitat\">Ich teile Ihnen hierdurch mit, da\u00df ich mit R\u00fccksicht darauf, da\u00df mir Devisenbescheinigungen zur Zeit nur \u00fcber geringere Betr\u00e4ge als bisher erteilt werden k\u00f6nnen, gen\u00f6tigt bin, die Einfuhr, den Barverkehr und die Auslieferung nach dem Reichsgebiet entsprechend einzurichten. Daher m\u00fcssen die bei mir eingehenden Bestellungen n\u00f6tigenfalls gek\u00fcrzt oder zur\u00fcckgeschickt werden.<\/p>\n<p class=\"zitat\">Soweit es sich um Lieferungen aus dem Auslieferungslager deutscher Herstellung handelt, liegen keine Einschr\u00e4nkungen vor.<\/p>\n<p class=\"zitat\">Mit vorz\u00fcglicher Hochachtung<\/p>\n<p class=\"zitat\">F. Volckmar<\/p>\n<p class=\"zitat\">N.S.: Ich bitte, mir vorl\u00e4ufig weitere Pakete f\u00fcr deutsche Firmen nicht zuzusenden.<a href=\"#_ftn70\" target=\"text\" name=\"_ftnref70\"><span class=\"reference\">[70]<\/span><\/a><\/p>\n<p>Die K\u00fcrzung des ohnehin karg bemessenen Kontingents f\u00fcr \u00f6sterreichische B\u00fccher l\u00f6ste dementsprechend Emp\u00f6rung aus. Am eindringlichsten schilderte der Salzburger Verlag Anton Pustet seine eigene Lage. In einem langen Telegramm vom 13. November an Dr. Guido Schmidt wurde u.a. mitgeteilt, da\u00df die zust\u00e4ndigen deutschen Beh\u00f6rden eine 50%ige K\u00fcrzung der \u00f6sterreichischen Bucheinfuhr nach Deutschland verf\u00fcgt und die g\u00e4nzliche Einstellung dieser Einfuhr in Aussicht gestellt h\u00e4tten.<\/p>\n<p class=\"zitat\">Begruendung: Keine Zuteilung von Devisen: Durchfuehrung dieser Ma\u00dfnahmen bedeutet &#8211; unmittelbare &#8211; Existenzgefaehrdung des bodenstaendigen oesterreichischen Verlagswesens Begruendung: a. Was der August fuer Fremdenverkehr bedeutet ist die Zeit der letzten 6 Wochen vor Weihnachten fuer den Buchverlag: Zwangsbewirtschaftung der oesterr Buchausfuhr nach Deutschland ist aber nicht blos einmaliger Umsatzverlust sondern Zerstoerung der Kundschaftsbeziehungen also Dauer-Verlust b. Oesterreichische Maschinen oder Holz oder Lizenzen koennen nach allen Laendern exportiert werden. Buecher die in deutscher Sprache geschrieben stehen und fallen mit dem deutschen Markt. Verhaeltniszahlen unseres Absatzes: (75% in Deutschland 15% in Oesterreich 10% im uebrigen Ausland) Unsere diesjaehrige Herbstproduktion im Wert einer viertel Million Schilling plus teures Werbematerial eventuell hinfaellig. Wir ersuchen Eure Excellenz um Intervention. Genannte Ma\u00dfnahme steht in vollem Widerspruch zum Wirtschaftsabkommen vom 27.1.37 und kann sich zum Vernichtungsschlag gegen das bodenstaendige oesterreichische Verlagswesen auswirken. Hingegen ist oesterreichischer Markt von reichsdeutschen Buechern ueberschwemmt. Wir ersuchen unter Berufung auf die werten Ausfuehrungen Euer Excellenz vor dem Bundestag um moeglichst sofortige Intervention. (&#8230;)<\/p>\n<p class=\"zitat\">Verlag Anton Pustet Salzburg Reinermann Direktor<a href=\"#_ftn71\" target=\"text\" name=\"_ftnref71\"><span class=\"reference\">[71]<\/span><\/a><\/p>\n<p>Wie es der Zufall haben wollte, weilte am Tag, an dem das Telegramm bei Staatssekret\u00e4r Schmidt einlangte, der Leiter der Wirtschaftsabteilung des deutschen Au\u00dfenamtes in Berlin, Geheimrat Dr. Karl Clodius, in Wien. Schmidt ist es zu verdanken, da\u00df B\u00fccher aus der genannten Regelung ausgenommen wurden. Schmidt hat n\u00e4mlich von Clodius<\/p>\n<p class=\"zitat\">sofort verlangt, da\u00df die B\u00fcchereinfuhr aus \u00d6sterreich als kultureller Faktor des \u00f6sterreichisch-deutschen Verkehrs aus der allgemeinen Importk\u00fcrzung aus finanziellen Gr\u00fcnden ausgeschaltet werde, widrigenfalls \u00d6sterreich die Einfuhr deutscher B\u00fccher sperren w\u00fcrde.<\/p>\n<p class=\"zitat\">Geheimrat Clodius lie\u00df am 16. November telefonisch dem Herrn Staatssekret\u00e4r sagen, da\u00df dem Wunsch \u00d6sterreichs entsprechend die B\u00fcchereinfuhr im bisherigen Umfange zugelassen werde.<a style=\"mso-footnote-id: ftn72;\" href=\"#_ftn72\" name=\"_ftnref72\"><span class=\"reference\">[72]<\/span><\/a><\/p>\n<p>Und am 16. November erging folgendes Telegramm nach Salzburg:<\/p>\n<p class=\"zitat\">Verlag Anton Pustet zuhanden Direktor Reinermann Salzburg<\/p>\n<p class=\"zitat\">Telegramm vom 13. erhalten bitte versichert zu sein dass ich Interessen \u00f6sterreichischen Verlagswesens selbstverst\u00e4ndlich jederzeit r\u00fcckhaltslos vertreten werde. Auf Grund von mir durchgef\u00fchrter Intervention erlaube ich mir eine soeben eingelangte Mitteilung aus Berlin bekanntzugeben wonach die Ueberwachungsstelle ihre Weisung wegen Beschr\u00e4nkung der Bucheinfuhr aus Oesterreich zur\u00fcckgezogen hat.<\/p>\n<p class=\"zitat\">Staatssekret\u00e4r Guido Schmidt<a href=\"#_ftn73\" target=\"text\" name=\"_ftnref73\"><span class=\"reference\">[73]<\/span><\/a><\/p>\n<p>Diese erfolgreiche Intervention hat die<em> Reichspost, <\/em>die die Meldung anderntags verbreiten durfte, gleich als \u201eEin Buchverkehrsabkommen mit Deutschland\u201c ausgegeben.<a style=\"mso-footnote-id: ftn74;\" href=\"#_ftn74\" name=\"_ftnref74\"><span class=\"reference\">[74]<\/span><\/a> Es h\u00e4tte in der letzten Zeit \u201eVerhandlungen\u201c gegeben, die \u201ezu einem durchaus befriedigenden Abkommen gef\u00fchrt\u201c h\u00e4tten. Das einzig Stichhaltige an dieser Jubelmeldung war, da\u00df die Mitteilung der Leipziger Kommission\u00e4re vom 11.\u00a0November \u201e\u00fcberholt\u201c sei. Dieses \u201eAbkommen\u201c, das nichts anderes war als die Ausklammerung des \u00f6sterr. B\u00fccherexports von der Drosselung, beschrieb die <em>Reichspost <\/em>besonders deutschfreundlich. Es sei \u201ein den Besprechungen von reichsdeutscher Seite alles bei den gegebenen Umst\u00e4nden zu erwartende Entgegenkommen bewiesen worden\u201c (ebda.). Am 20. November schickte Volckmar in Leipzig ein Rundschreiben an seine Kunden, in dem es u.a. hie\u00df:<\/p>\n<p class=\"zitat\">im Anschlusse an mein Rundschreiben A vom 11. November 1937 kann ich Ihnen erfreulicherweise mitteilen, da\u00df die in Aussicht gestellte K\u00fcrzung der Bestellungen fortgefallen ist, und da\u00df ich seit dem 18. ds. Mts. wieder in vollem Umfange liefere.<\/p>\n<p class=\"zitat\">Ich gestatte mir aber den Hinweis, da\u00df die W\u00fcnsche der \u00f6sterreichischen Exporteure auf vermehrte Einfuhr in letzter Zeit stark gestiegen sind, da\u00df die Einfuhr aber wie bisher nur in beschr\u00e4nktem Umfange, etwa im Rahmen des Vorjahres m\u00f6glich ist. (&#8230;)<a href=\"#_ftn75\" target=\"text\" name=\"_ftnref75\"><span class=\"reference\">[75]<\/span><\/a><\/p>\n<p>Diese Zur\u00fccknahme erstreckte sich also auf B\u00fccher und (noch) nicht auf Musikalien, deren Kontingent um 40% gek\u00fcrzt wurde. Die Nichtk\u00fcrzung bei B\u00fcchern, die am Umfang der Clearingspitze keinerlei \u201eSchuld\u201c trugen \u2013 im Gegenteil \u2013 war zwar ein kleiner \u201eSieg\u201c, l\u00f6ste das Grundproblem aber nicht. Immerhin erreichte das Passivum im Au\u00dfenhandel mit B\u00fcchern in den ersten 7 Monaten 1937 1,9 Mill. Schilling.<a style=\"mso-footnote-id: ftn76;\" href=\"#_ftn76\" target=\"text\" name=\"_ftnref76\"><span class=\"reference\">[76]<\/span><\/a> Sowohl die allgemeine Wirtschaftslage in \u00d6sterreich als auch die Einfuhrverh\u00e4ltnisse im Deutschen Reich haben gewi\u00df dazu beigetragen, da\u00df seit August 1937 auffallenderweise gegen\u00fcber dem Vorjahr ein st\u00e4ndiger R\u00fcckgang in der \u00f6sterr. Verlagsproduktion eingetreten war, der bis \u00fcber 10% ausmachte. Gemessen an der Bucherzeugung des Jahres 1936 hat sich z.B. f\u00fcr Oktober 1937 eine Verlustziffer von 12%, f\u00fcr November eine solche von 21,8% ergeben.<a style=\"mso-footnote-id: ftn77;\" href=\"#_ftn77\" target=\"text\" name=\"_ftnref77\"><span class=\"reference\">[77]<\/span><\/a> Mit ein Grund f\u00fcr diese Entwicklung d\u00fcrfte die wirtschaftliche Notwendigkeit gewesen sein, Druck- und Bindeauftr\u00e4ge nach Deutschland zu geben, und die Verminderung des Betriebskapitals (Investition!) durch Einfrierung der Erl\u00f6se in Deutschland.<\/p>\n<h3><a class=\"none\" name=\"Heading16\"><\/a> 6. Die zweite (und letzte) Tagung des Kulturausschusses<\/h3>\n<p>Die Mitteilung \u00fcber die Aufhebung der K\u00fcrzung des Kontingents f\u00fchrt thematisch zur zweiten und letzten Tagung des Ausschusses f\u00fcr kulturelle Angelegenheiten zwischen dem Deutschen Reich und \u00d6sterreich, abgehalten zu Berlin vom 29. November bis 3. Dezember 1937 unter der Leitung des Vortragenden Legationsrats Fritz von Twardowski. Hiezu waren nat\u00fcrlich Vorbereitungen notwendig. Nach den Juli-Tagungen in Wien trafen sich &#8211; wie bereits mehrfach erw\u00e4hnt &#8211; \u00f6sterreichische Vertreter zwei Mal um &#8211; z.T. mit den unmittelbar Betroffenen &#8211; \u201eeine weitgehendste Konzentration im Auftreten gegen\u00fcber dem Deutschen Reiche zu erzielen. Als Aufgabe der Sitzung [\u00fcber B\u00fccher am 6. Oktober 1937] wurde die Pr\u00e4zisierung der \u00f6sterreichischen Forderungen auf dem Gebiete des Buchwesens gegen\u00fcber dem Deutschen Reiche und die Aufteilung der Behandlung nach der Zust\u00e4ndigkeit umrissen\u201c.<a style=\"mso-footnote-id: ftn78;\" href=\"#_ftn78\" target=\"text\" name=\"_ftnref78\"><span class=\"reference\">[78]<\/span><\/a> Au\u00dfer dem bereits Mitgeteilten sprach der Buchh\u00e4ndler-Syndikus Dr. Wisloschill von drei Fragengruppen: finanzielle, politische und administrative Fragen.<\/p>\n<p class=\"zitat\">Zum zweiten Punkte regte er an, es m\u00f6ge von \u00f6sterreichischer Seite eine Milderung von Ma\u00dfnahmen gegen \u00f6sterreichische Autoren und Verl\u00e4ge gegen\u00fcber den Stellen im Deutschen Reiche in dem Sinn vertreten werden, da\u00df die Verbote gegen\u00fcber Autoren, die sich nur durch einzelne Stellen, nicht aber durch ihr gesamtes Verhalten, sowie gegen Verl\u00e4ge, die sich zwar durch Herausgabe einzelner Werke, aber nicht in ihrer Gesamtproduktion im Reiche unbeliebt gemacht haben, zur\u00fcckgenommen w\u00fcrden. (ebda., S. 2)<\/p>\n<p>So interessant diese Vorstellung gewesen sein mag, die Regierungsbeamten sind ihr nicht n\u00e4hergetreten. Die in der Sitzung des Unterausschusses f\u00fcr Buchfragen des Ausschusses f\u00fcr die kulturellen Angelegenheiten zwischen \u00d6sterreich und Deutschland im Juli angeregte engere Zusammenarbeit zwischen den Buchh\u00e4ndlerorganisationen beider Staaten bei der Veranstaltung der Woche des Buches wurde von den Vertretern der \u00f6sterreichischen Buchh\u00e4ndler interessanterweise als \u201enicht \u201ain \u00f6sterreichischen Interesse liegend\u2019 bezeichnet\u201c. Mit R\u00fccksicht auf die Notwendigkeit der Reziprozit\u00e4t sei \u201ediese Frage mit gro\u00dfer Vorsicht zu behandeln\u201c. \u201eEs wird f\u00fcr die n\u00e4chste Zeit besser sein, wenn \u00d6sterreich keine zu enge Verbindung in dieser Hinsicht mit Deutschland sucht.\u201c<a style=\"mso-footnote-id: ftn79;\" href=\"#_ftn79\" target=\"text\" name=\"_ftnref79\"><span class=\"reference\">[79]<\/span><\/a> Das bedeutete aber gegen\u00fcber dem Verhandlungsprotokoll vom Juli eine Kehrtwendung um 180 Grad. Auch in der Frage \u201eWeimarer Konvention\u201c blieb der Verein weiterhin k\u00fchl und distanziert. In einem \u201epro memoria\u201c vom 12. November legte die Zwangsgilde ihre Beschwerden und Forderungen schriftlich dar. Hier verdienen einige Punkte Aufmerksamkeit, und zwar unter \u201efinanzielle Beschwerden\u201c \u2013 die Forderung nach Au\u00dferkontingentstellung des Buches, bezw. Erh\u00f6hung des Kontingents. Freigabe von Devisen f\u00fcr B\u00fccher, bezw. Buch-Clearing. Beschlagnahmte B\u00fccher sind dem Verleger zum R\u00fccktransport nach \u00d6sterreich unbedingt freizugeben.<a href=\"#_ftn80\" target=\"text\" name=\"_ftnref80\"><span class=\"reference\">[80]<\/span><\/a><\/p>\n<p>Unter \u201eadministrative Beschwerden\u201c wurde als Mittel zur Behebung des leidigen Kontingentproblems vorgeschlagen:<\/p>\n<p class=\"zitat\">Zuweisung aus dem Kontingent an die einzelnen Verleger durch <em style=\"mso-bidi-font-style: normal;\">das \u00f6sterreichische Handelsministerium <\/em>und Bindung der reichsdeutschen Devisenstelle an diese Zuweisung. (ebda.)<\/p>\n<p>Es wird daher festzustellen sein, welche von diesen vern\u00fcnftigen und berechtigten Forderungen den Deutschen gegen\u00fcber \u00fcberhaupt zur Sprache gebracht werden.<\/p>\n<p>In der Woche vor der Berliner Tagung kam man erneut zusammen, um das von der Gilde den interessierten Stellen \u00fcbermittelte \u201epro memoria\u201c punkteweise zu besprechen. Die Kontingentprobleme wurden von Regierungsvertretern prompt gestrichen, da \u201eVerhandlungen hier\u00fcber im Kulturausschu\u00df wohl nicht gef\u00fchrt werden k\u00f6nnten\u201c.<a style=\"mso-footnote-id: ftn81;\" href=\"#_ftn81\" target=\"text\" name=\"_ftnref81\"><span class=\"reference\">[81]<\/span><\/a> Auch die Aufhebung der 10 Mark Freigrenze k\u00f6nne \u201enicht so ohne weiteres behandelt werden\u201c. Was \u201eKontingentaufteilung\u201c und eine vorgeschlagene Neuordnung betrifft, konnte man, wie die Beamten erwiderten, \u201ediesbez\u00fcglich selbstverst\u00e4ndlich den Deutschen keinerlei Vorschrift machen\u201c (ebda.). Eines wollten die Kulturunterh\u00e4ndler aber doch: n\u00e4mlich wissen, was da diese Reichsschrifttumskammer in Deutschland die ganze Zeit eigentlich tue. Denn sie war ihnen ein Buch mit sieben Siegeln. Trotz so viel Unwissen und Ahnungslosigkeit der \u00f6sterreichischen Vertreter war man wenigstens darin einig, da\u00df die RSK eine \u201eimmerhin wichtige Rolle\u201c spiele, die \u201eunbedingt gekl\u00e4rt werden m\u00fcsse\u201c. Eine solche Frage &#8211; wie geplant &#8211; im Kulturausschu\u00df zu stellen, w\u00e4re gewi\u00df nur mit schallendem Gel\u00e4chter auf deutscher Seite beantwortet worden. Gelegentliche Lekt\u00fcre des <em> B\u00f6rsenblatts <\/em>durch die zu st\u00e4ndigen Ministerialbeamten in Wien h\u00e4tte viel fr\u00fcher zur \u201eAufkl\u00e4rung\u201c beigetragen.<\/p>\n<p class=\"zitat\">Die Tagung:<\/p>\n<p class=\"zitat\">An der Tagung nahmen teil:<\/p>\n<p class=\"zitat\"><em>auf deutscher Seite:<\/em><\/p>\n<p class=\"zitat\">Vortragender Legationsrat Dr. Fritz von Twardowski vom Ausw\u00e4rtigen Amt<br \/>\nLegationsrat Dr. Karl Resenberg vom Ausw\u00e4rtigen Amt<br \/>\nGeheimer Regierungsrat Arthur G\u00fcrich vom Reichs- und Preu\u00dfischen Ministerium f\u00fcr Wissenschaft, Erziehung und Volksbildung<br \/>\nRegierungsrat Dr. Heinrich Busse vom Reichs- und Preu\u00dfischen Ministerium f\u00fcr Wissenschaft, Erziehung und Volksbildung<br \/>\nRegierungsrat Franz Baron von Weyssenhoff vom Reichsministerium f\u00fcr Volksaufkl\u00e4rung und Propaganda<br \/>\nDr. Karl Megerle<br \/>\nAttache Oswald Freiherr von Richthofen von der Deutschen Gesandtschaft in Wien.<\/p>\n<p class=\"zitat\"><em>auf \u00f6sterreichischer Seite:<\/em><\/p>\n<p class=\"zitat\">a.o. Gesandter und bev. Minister Max Hoffinger vom Bundeskanzleramt (Ausw\u00e4rtige Angelegenheiten)<br \/>\nBundeskommiss\u00e4r Hans Hammerstein-Equord<br \/>\nSektionschef Dr. Egon Loebenstein vom Bundesministerium f\u00fcr Unterricht<br \/>\nSektionsrat Dr. Wilhelm Wolf vom Bundeskanzleramt (Bundespressedienst)<br \/>\nSektionsrat Dr. Franz Marenzi vom Bundeskanzleramt (Generaldirektion f\u00fcr die \u00f6ffentliche Sicherheit)<br \/>\nLegationsrat Dr. Rudolf Seemann von der \u00f6sterreichischen Gesandtschaft in Berlin.<\/p>\n<p>Das Zusammentreffen der Vertreter beider Seiten, um \u00fcber gegenseitige Kultur- und Buchfragen zu diskutieren, sollte auch sonst ein diplomatisches Ereignis sein. Die deutsche Seite hatte vor der konstituierenden Sitzung im Februar in Wien, f\u00fcr eine entsprechende gedruckte Stimmung gesorgt. Als \u201eAuftakt\u201c zwei Tage vor Ankunft des Reichsdeutschen Au\u00dfenministers Neurath in Wien hatten die Herren im Propagandaministerium in Berlin den Einfall, sofort die Verbreitung der <em style=\"mso-bidi-font-style: normal;\">Neuen Freien Presse, <\/em>die sogar vor dem 11. Juli 1936 und auch weiterhin gestattet gewesen war, auf einmal zu verbieten. Die formelle Begr\u00fcndung lautete, da\u00df sie im Abkommen vom 11. Juli nicht als zugelassen erw\u00e4hnt war. M\u00fcndlich und unter der Hand wurde zugegeben, da\u00df die Blitzma\u00dfnahme der Pression zur Erweiterung der Freiliste deutscher Zeitungen in \u00d6sterreich diene.<a style=\"mso-footnote-id: ftn82;\" href=\"#_ftn82\" target=\"text\" name=\"_ftnref82\"><span class=\"reference\">[82]<\/span><\/a> So glaubte auch der \u00f6sterreichische Gesandte in Berlin nicht zu Unrecht an einen \u201eabsichtlichen St\u00f6rungsversuch des Propagandaministers\u201c.<a href=\"#_ftn83\" target=\"text\" name=\"_ftnref83\"><span class=\"reference\">[83]<\/span><\/a> Gleich Spektakul\u00e4res lie\u00df sich die deutsche Seite auch im November\/Dezember 1937 einfallen, mit dem kleinen Unterschied, da\u00df die Boykottaktion gegen \u00f6sterreichische Verlage im Reich erst bekannt wurde, als die \u00f6sterreichischen Vertreter wieder in Wien waren. Aber zu diesem Zusammentreffen geh\u00f6rte freilich mehr als nur \u201eSitzungen\u201c. Im Fr\u00fchjahr in Wien wurden die deutschen Kulturreferenten zu F\u00fchrungen zu den Stiften Heiligenkreuz, Klosterneuburg und G\u00f6ttweig eingeladen, aber nicht nur um der Kultur willen. Der Sekret\u00e4r von Dr. Guido Schmidt, Dr. Albin Eugen Lennkh, wurde n\u00e4mlich \u201ehaftbar gemacht, da\u00df kein Mitglied der kulturpolitischen Delegation mit den illegalen Nationalsozialisten in Verbindung kam\u201c.<a style=\"mso-footnote-id: ftn84;\" href=\"#_ftn84\" target=\"text\" name=\"_ftnref84\"><span class=\"reference\">[84]<\/span><\/a><\/p>\n<p class=\"zitat\">Nach einem viert\u00e4gigen Aufenthalt reiste die Delegation von Wien ab. Ich habe Herrn Dr. Schmidt gemeldet, da\u00df kein Teilnehmer der Delegation mit einem Illegalen in Ber\u00fchrung gekommen ist. W\u00e4hrend der Anwesenheit dieser M\u00e4nner in Wien habe ich die Leute keinen Augenblick aus den Augen gelassen. (ebda., S. 73 f.)<\/p>\n<p>Das Programm f\u00fcr die Zweite Sitzung in Berlin war dichtgedr\u00e4ngt. Hier eine \u201eBegr\u00fc\u00dfung\u201c, dort ein \u201eFr\u00fchst\u00fcck\u201c, hier ein \u201eGeselliges Beisammensein\u201c und noch eine \u201eBegr\u00fc\u00dfung\u201c, abends ein \u201eBesuch der Staatsoper\u201c, darin ein \u201eAbendessen\u201c im Hotel Bristol, dann ein \u201eDiner\u201c usw. Zwischendurch fanden auch \u201eSitzungen\u201c statt. Bis auf den \u201eF\u00fchrer\u201c pers\u00f6nlich traten praktisch alle hochrangigen Nazis auf, um die \u00f6sterreichischen G\u00e4ste willkommen zu hei\u00dfen: eine Reihe von Ministern, darunter Propagandaminister Goebbels, der Preu\u00dfische Ministerpr\u00e4sident Hermann G\u00f6ring und eine Reihe von Staatssekret\u00e4ren.<\/p>\n<h4><a class=\"none\" name=\"Heading17\"><\/a> a) Die Verhandlungspunkte<\/h4>\n<p>Ausgangspunkt der letzten Tagung vor dem \u201eAnschlu\u00df\u201c war die Erkenntnis, da\u00df der kulturelle Zusammenschlu\u00df \u00d6sterreichs auf deutscher Seite, nicht so vonstatten gegangen war, wie man es sich erw\u00fcnscht und erhofft hatte. Denn es galt noch \u201eMittel und Wege zu finden, um im Sinne des mehrfach von beiden Regierungen bekundeten Willens zu einer engeren Zusammenarbeit zwecks F\u00f6rderung der gemeinsamen deutschen Kultur zu gelangen\u201c.<a href=\"#_ftn85\" target=\"text\" name=\"_ftnref85\"><span class=\"reference\">[85]<\/span><\/a><\/p>\n<p>Obwohl die \u00f6sterreichische Seite im gesamten kulturellen Bereich, was Deutschland selber betrifft, kaum W\u00fcnsche, bestenfalls kleine Beschwerden vorzutragen hatte, war die deutsche Seite in vielen Bereichen unzufrieden. Die Zementierung der \u201egemeinsamen deutschen Kultur\u201c war eine Einbahnstra\u00dfe von Deutschland nach \u00d6sterreich. Und wenn man die betreffenden Protokolle ansieht, so gewinnt man den Eindruck, da\u00df das Ziel die Legalisierung des Nationalsozialismus als \u201eStaatsweltanschauung\u201c in \u00d6sterreich war. W\u00e4hrend bei \u201eWissenschafts- und Unterrichtsangelegenheiten\u201c eine gewisse Harmonie herrschte, war in den weiteren acht behandelten Punkten iii. der Regel das Gegenteil der Fall. Das l\u00e4\u00dft darauf schlie\u00dfen, da\u00df das offizielle \u00d6sterreich an der deutschen Einmischung nicht interessiert war. Der \u201edeutsche Kurs\u201c verpflichtete \u00d6sterreich aber zu Konzessionen, was die Bet\u00e4tigungsfreiheit der Austronazis und der Reichsdeutschen in \u00d6sterreich betrifft. Ein Problem war das \u201eVortragswesen\u201c. Besonders ver\u00e4rgert war die deutsche Seite \u00fcber die Behinderung reichsdeutscher Vortr\u00e4ge in Wien und in den Bundesl\u00e4ndern. Nur konterten die \u00f6sterreichischen Mitglieder, \u201eda\u00df es bei solchen Vortr\u00e4gen \u2013 wenn auch ohne Zutun des reichsdeutschen Vortragenden &#8211; wiederholt zu Kundgebungen mit einer unerw\u00fcnschten politischen Tendenz gekommen sei\u201c. (Protokoll, S. 4) Da\u00df diese \u201enichtparteipolitischen\u201c reichsdeutschen Vortr\u00e4ge der Anla\u00df zu Nazi-Kundgebungen und Provokationen waren, lag ja auf der Hand. Der Kulturausschu\u00df bezeichnete \u201eeine gro\u00dfz\u00fcgige Beurteilung der Zul\u00e4ssigkeit von Vortr\u00e4gen als w\u00fcnschenswert\u201c (ebda., S. 5). Auch im \u201eFilmwesen\u201c war &#8211; aus deutscher Sicht &#8211; nicht alles zum besten bestellt. Trotz heftiger deutscher Beschwerden im Februar und Juli dieses Jahres \u201e\u00fcber ungleichm\u00e4\u00dfige und mitunter \u00fcberm\u00e4\u00dfig strenge Handhabung der Filmzensur in \u00d6sterreich\u201c sei das Problem in der Zwischenzeit nicht behoben worden. \u201eBefriedigende Ergebnisse\u201c hingegen seien &#8211; aus deutscher Sicht &#8211; im Bereich \u201eRundfunk\u201c erzielt worden. So sei der im Sommer beschlossene Gedankenaustausch zwischen der Reichsrundfunkgesellschaft und der Ravag-Wien in die Wege geleitet. Auch der \u201eSport\u201c sollte dem Zusammenr\u00fccken beider L\u00e4nder dienen. Immerhin wurde ja \u201edie gemeinsame F\u00f6rderung der k\u00f6rperlichen Ert\u00fcchtigung (&#8230;) als wertvolles Mittel zur Pflege der gesamtdeutschen Kultur betrachtet\u201c (Protokoll, S. 7). Das sei alles \u201eunpolitisch\u201c, versteht sich. Aber: \u201eDas Zeigen der Staatsflaggen [Hakenkreuz!] und Spielen der Nationalhymnen soll im Rahmen des zwischenstaatlich allgemein \u00fcblichen gegenseitig gestattet sein.\u201c (Protokoll, S. 8) \u201eVolksdeutsche Zusammenarbeit\u201c mu\u00dfte auch gepflegt werden, was einer gewissen Aufwertung von altbekannten gesamtdeutsch-nationalsozialistisch ausgerichteten Organisationen wie dem \u201eDeutschen Schulverein S\u00fcdmark\u201c gleichkam. Zu \u201epflegen\u201c galt es nat\u00fcrlich auch die \u201eFrontk\u00e4mpfer-Kameradschaft\u201c. \u201eDie reichsdeutschen und \u00f6sterreichischen Ausschu\u00dfmitglieder stimmten in der Ansicht \u00fcberein, da\u00df die Pflege der Erinnerung an die Waffenbr\u00fcderschaft im Weltkrieg ein wertvolles Mittel zur Vertiefung der freundschaftlichen Beziehungen zwischen dem Deutschen Reiche und \u00d6sterreich darstellt.\u201c (Protokoll, S. 10) Sie diente wahrscheinlich aber zu mehr als nur dazu.<\/p>\n<p>Und schlie\u00dflich behandelte der Ausschu\u00df \u201eKulturvertr\u00e4ge\u201c. Die Vertreter \u201eempfahlen\u201c, da\u00df die beiden Regierungen sich \u201evertraulich\u201c kontaktieren sollten, wenn sie mit dritten Staaten Kulturabkommen zu schlie\u00dfen gedachten. Obwohl \u00d6sterreich sicherlich nicht \u00fcberm\u00e4\u00dfig neugierig war, zu erfahren, mit wem NS-Deutschland Kulturvertr\u00e4ge abschlo\u00df, wollte die andere Seite \u00fcber den au\u00dfenpolitischen Kurs \u00d6sterreichs bestimmen und \u00fcber, wie es hei\u00dft, \u201edie damit verbundenen gemeinsamen Probleme\u201c informiert werden. (Protokoll, S. 10f.)<\/p>\n<p>Man sieht also, wie breit das Spektrum \u201ekulturelle Beziehungen\u201c war, das Spektrum, in dem auch \u201eBuchfragen\u201c untergebracht waren.<\/p>\n<h4><a class=\"none\" name=\"Heading18\"><\/a> b) Buchfragen<\/h4>\n<p>An der Sitzung des Unterausschusses f\u00fcr Buchfragen nahmen folgende Herren teil:<\/p>\n<p class=\"zitat\">Dr. Karl Megerle (Reichsministerium f\u00fcr Volksaufkl\u00e4rung und Propaganda)<br \/>\nDr. Paul H\u00f6vel (Reichsministerium f\u00fcr Volksaufkl\u00e4rung und Propaganda)<br \/>\nBundeskommiss\u00e4r Hans Hammerstein-Equord (Bundesministerium f\u00fcr Unterricht) Sektionsrat Dr. Wilhelm Wolf (Bundeskanzleramt)<br \/>\nSektionsrat Dr. Franz Marenzi (Bundeskanzleramt)<a style=\"mso-footnote-id: ftn86;\" href=\"#_ftn86\" target=\"text\" name=\"_ftnref86\"><span class=\"reference\">[86]<\/span><\/a><\/p>\n<p>Auch an der B\u00fccherfront d\u00fcrften die Dinge nicht so gelaufen sein, wie die reichsdeutsche Seite es sich vorgestellt hatte. Der Pr\u00e4ambel des Berichts dieser Sitzung ist n\u00e4mlich zu entnehmen, da\u00df \u201eauf Grund der bisherigen Erfahrungen\u201c das Ziel der Verhandlungen &#8211; \u201edie Normalisierung des B\u00fccheraustausches und der weitgehende Abbau der bestehenden Behinderungen\u201c &#8211; \u201eneuerlich\u201c \u201ebekr\u00e4ftigt\u201c werden mu\u00dfte. Also ein Wink mit dem Zaunpfahl in Richtung \u00d6sterreich. Dieser Grundauffassung sollte bei der k\u00fcnftigen Verbotspraxis dort \u201emehr als bisher Rechnung\u201c getragen werden. In der Zwischenzeit waren ja zu den bestehenden Verboten noch mehr hinzugekommen. \u00d6sterreich gab sich in diesem Punkt eher konziliant und flexibel. Ein Hindernis f\u00fcr die Aufhebung von Verboten in \u00d6sterreich war die Praxis der gerichtlichen Beschlagnahme, die ein Umsto\u00dfen von Gerichtsurteilen bedingen w\u00fcrde. Man sicherte der deutschen Seite also zu, da\u00df \u201ezu diesen Formen der B\u00fccherverbote nur in den unumg\u00e4nglichsten F\u00e4llen gegriffen\u201c werde (Bericht, S. 2). Die Vertreter nahmen nun die Beratung der Liste 2 der reichsdeutschen B\u00fccher, deren Verbreitungsverbot aufgehoben werden sollte, auf. Die \u00f6sterreichische Seite wu\u00dfte, womit sie zu rechnen hatte, und war zum zweiten Mal mit dem Problem konfrontiert, \u201eGegenforderungen\u201c, also auf Wiederzulassung verbotener \u00f6sterreichischer B\u00fccher in Deutschland, zu stellen.<\/p>\n<p>Die internen Vermerke und Noten deuten auf dieselbe Ratlosigkeit hin. Beamte der Generaldirektion stellten eine Liste von \u201eKandidaten\u201c zusammen, darunter B\u00fccher \u00fcber Dollfu\u00df, Reden von Starhemberg usw. Der gro\u00dfdeutsch gesinnte Dr. Wilhelm Wolf &#8211; er wurde, wie erinnerlich, der letzte \u00f6sterreichische Au\u00dfenminister vor dem \u201eAnschlu\u00df\u201c &#8211; wehrte sich allerdings gegen diese Vorschl\u00e4ge:<\/p>\n<p class=\"zitat\">Wie dem Bericht \u00fcber die Sitzung des Unterausschusses f\u00fcr B\u00fccherfragen im Juli d. J. zu entnehmen ist, (&#8230;) wurde von \u00f6sterreichischer Seite die Aufhebung des Verbreitungsverbotes von B\u00fcchern, die das Leben des Reichskanzlers Hitler darstellen, (&#8230;) abgelehnt. Auf h.o. Seite ist mit einer Wiederholung dieses Ansuchens zu rechnen, trotzdem empfiehlt es sich, die entsprechenden Gegenforderungen auf Freigabe von Werken \u00fcber Kanzler Dollfu\u00df nicht zu stellen, da einem solchen Antrag eventuell Folge gegeben werden k\u00f6nnte und \u00d6sterreich dann kompensierend die entsprechenden Werke \u00fcber den deutschen Reichskanzler freizugeben gen\u00f6tigt w\u00e4re. Die Verbreitung der B\u00fccher \u00fcber Dollfu\u00df in Deutschland w\u00e4re aber nicht in Vergleich zu stellen mit der propagandistischen Wirkung der Verbreitung der B\u00fccher \u00fcber Hitler in \u00d6sterreich.<\/p>\n<p class=\"zitat\">Die Freigabe des von Hofrat Weber herausgegebenen Werkes \u201eDollfu\u00df an \u00d6sterreich. Eines Mannes Wort und Ziel\u201c k\u00f6nnte wohl mit dem Hinweis auf die in \u00d6sterreich erfolgte Freigabe des Werkes \u201eMein Kampf\u201c von Hitler verlangt werden, doch scheint es taktisch fraglich, ob nicht auf das Erscheinen des Buches von Bundeskanzler von Schuschnigg \u201eDrei Mal \u00d6sterreich\u201c zugewartet werden sollte. In dem Buche des Kanzlers Schuschnigg d\u00fcrfte noch mehr als das in den Reden des Bundeskanzlers Dollfu\u00df der Fall ist, eine zusammenh\u00e4ngende gro\u00dfz\u00fcgige Widerlegung der Thesen von \u201eMein Kampf\u201c erfolgen.<a style=\"mso-footnote-id: ftn87;\" href=\"#_ftn87\" target=\"text\" name=\"_ftnref87\"><span class=\"reference\">[87]<\/span><\/a><\/p>\n<p>Diese \u00dcberlegungen Wolfs sind von Ende Oktober 1937. Weder die Liste der \u00f6sterreichischen Programmpunkte noch die Sitzungsprotokolle der Zweiten Tagung lassen darauf schlie\u00dfen, da\u00df die \u00f6sterreichischen Unterh\u00e4ndler das Schuschnigg-Werk in die diplomatische Waagschale warfen. W\u00e4hrend die \u00f6sterreichische Seite einer Reihe von Verbotsaufhebungen zustimmte, war ihre Hauptsto\u00dfrichtung die Erwirkung der Verf\u00fcgung eines Verbotes von neun \u201egegen \u00d6sterreich gerichteten Werken\u201c. Im Gegenzug beantragte die deutsche Seite ein Verbreitungsverbot von weiteren B\u00fcchern und Zeitschriften. Lediglich in einem einzigen Fall verlangte die \u00f6sterreichische Seite die Freigabe eines in Deutschland verbotenen Werkes. Es war dies das im Grazer Styria-Verlag erschienene Buch \u201eM\u00f6nchtum heute\u201c. Blo\u00df \u201eAufkl\u00e4rung\u201c hingegen wollte man \u201e\u00fcber die tats\u00e4chliche Behinderung an der Verbreitung einer Reihe anl\u00e4\u00dflich der Berliner Tagung bekanntgegebenen, in Deutschland nicht verbotenen Werke, darunter F. Th. Csokors <em style=\"mso-bidi-font-style: normal;\">(\u00dcber die Schwelle)<\/em>\u201c und \u00fcber \u201eeine Reihe von Werken des Verlages Reichner, Wien\u201c.<\/p>\n<p>Obwohl die \u00f6sterreichischen Vertreter nicht bereit waren, eine Anregung der Zwangsgilde aufzugreifen, dahingehend, da\u00df die Deutschen nicht \u201ealle Werke eines Autors und alle Werke eines Verlages auf den Index\u201c setzen sollten, \u201ewagten\u201c sie f\u00fcr die \u201e\u00f6sterreichischen Schriftsteller\u201c etwas vorzupreschen. Im Protokoll liest man folgendes:<\/p>\n<p class=\"zitat\">Die Nichtaufnahme verschiedener \u00f6sterreichischer Schriftsteller in den bekannten Literaturkalender K\u00fcrschner, Ausgabe 1937, wurde von \u00f6sterreichischer Seite mit dem Hinweis zur Kenntnis gebracht, da\u00df sie darin eine Sch\u00e4digung der betroffenen Schriftsteller und eine Beeintr\u00e4chtigung des kulturellen Austausches erblicke. Von reichsdeutscher Seite wird diese bisher unbekannte Tatsache mit Bedauern zur Kenntnis genommen und bei n\u00e4chster gegebener M\u00f6glichkeit eine Abhilfe zugesagt. (Bericht, S.\u00a05)<\/p>\n<p>Da\u00df diese Praxis eine der Reichsschrifttumskammer und dem Propagandaministerium \u201ebisher unbekannte Tatsache\u201c war, war &#8211; gelinde gesagt &#8211; unglaubw\u00fcrdig. Selbst dann &#8211; die \u201eSch\u00e4digung\u201c der \u00f6sterreichischen Schriftsteller, genauer: derer, um die es sich in Wirklichkeit handelte, war beim besten Willen kaum darauf zur\u00fcckzuf\u00fchren, da\u00df ein paar Dutzend \u201eNamen\u201c nicht im Literaturkalender 1 aufschienen. So naiv scheinen die \u00f6sterreichischen Herren aber gewesen zu sein. Die von deutscher Seite in Aussicht gestellte \u201eAbhilfe\u201c war sowieso bald hinf\u00e4llig &#8230;<\/p>\n<p>Was aus der \u201eBesprechung zur Kl\u00e4rung wirtschaftlicher Fragen im Bereich des B\u00fccher- und Zeitschriftenvertriebes am 1. Dezember 1937 in Berlin\u201c<a style=\"mso-footnote-id: ftn88;\" href=\"#_ftn88\" target=\"text\" name=\"_ftnref88\"><span class=\"reference\">[88]<\/span><\/a> herauskam, waren eher unverbindliche Absichtserkl\u00e4rungen deutscherseits auf \u00f6sterreichische W\u00fcnsche. Auf \u00f6sterreichischer Seite nahmen an dieser Besprechung folgende Herren teil: Bundesminister von Hammerstein-Equord, Sektionsrat Dr. Wolf, Kommerzialrat Wiedling, Dr. Morawa, Herzmansky und auf deutscher Seite: Dr. H\u00f6vel, Schulz (B\u00f6rsenverein, Leipzig), Verlagsdirektor Korth, M\u00fcnchen, Dr. Anders (Reichsverband deutscher Zeitungsverleger). Ein konkretes Ergebnis war, da\u00df Musikalien, die von der R\u00fcckg\u00e4ngigmachung der Verf\u00fcgung \u00fcber die 40%ige Senkung der Einfuhr von Druckwerken aus \u00d6sterreich nach Deutschland ausgenommen wurden, eben ausgenommen wurden. Man kam \u00fcberein, da\u00df eine Gef\u00e4hrdung des \u00f6sterreichischen Buchdruckes durch die Forderung der Herstellung \u00f6sterreichischer Verlagswerke im Deutschen Reich vermieden werden sollte. Au\u00dferdem sollte angestrebt werden, \u201eB\u00fccher\u201c aus handelspolitischen Abmachungen herauszunehmen. Absichtserkl\u00e4rungen drei Monate vor dem \u201eAnschlu\u00df\u201c \u00d6sterreichs brachten sehr wenig &#8230;<\/p>\n<p>Es diente gewi\u00df als Vorzeigen einer \u201eEinhelligkeit\u201c nach au\u00dfen hin, da\u00df die Buchhandelsvertreter beider L\u00e4nder bekanntmachten, nach der Berliner Tagung sei nun alles beim alten:<\/p>\n<p class=\"zitat\">Die unterzeichneten Organisationen geben aus Anla\u00df der am 3. Dezember 1937 beendeten Verhandlungen der deutschen und \u00f6sterreichischen Regierungsaussch\u00fcsse bekannt: Erzeugnisse aus \u00f6sterreichischen Buch-, Kunst- und Musikalien-Verlagen k\u00f6nnen nach Deutschland im Rahmen der hierf\u00fcr g\u00fcltigen Wirtschafts- und Devisenbestimmungen unbehindert eingef\u00fchrt, angeboten und verkauft werden. Das gleiche gilt f\u00fcr die reichsdeutsche Produktion an Gegenst\u00e4nden des Buchhandels bei der Einfuhr nach \u00d6sterreich. Selbstverst\u00e4ndlich sind ausgenommen alle Werke, deren Einfuhr von den zust\u00e4ndigen Beh\u00f6rden in Deutschland oder \u00d6sterreich verboten ist. Von dieser Mitteilung wird die freie Entscheidung des einzelnen Buchh\u00e4ndlers \u00fcber seine eigenen Vertriebsma\u00dfnahmen nicht eingeschr\u00e4nkt.<\/p>\n<p class=\"zitat\">Wir bitten, alle anderslautenden Nachrichten zu widerlegen und den Vertrieb beiderseits nach Kr\u00e4ften zu f\u00f6rdern.<\/p>\n<p class=\"zitat\">Leipzig\/Wien, den 15. Dezember 1937<\/p>\n<p class=\"zitat\">B\u00f6rsenverein der Deutschen Buchh\u00e4ndler<\/p>\n<p class=\"zitat\">Baur, Vorsteher<\/p>\n<p class=\"zitat\">Zwangsgilde der Wiener Buch-, Kunst- und Musikalienh\u00e4ndler<\/p>\n<p class=\"zitat\">Frick, Pr\u00e4sident<\/p>\n<p>Die \u201eBekanntmachung\u201c erschien am 16. Dezember im <em> B\u00f6rsenblatt, <\/em>aber erst am 8. J\u00e4nner 1938 im <em>Anzeiger.<\/em><\/p>\n<p>Beide Seiten kamen in Berlin noch \u00fcberein, da\u00df der Unterausschu\u00df f\u00fcr Buchfragen diese zweite Tagung Anfang Februar 1938 in Berlin fortsetzen sollte, um restliche Fragen zu erledigen. Es war die letzte \u201eBesprechung\u201c beider Seiten in der gegebenen politischen Zusammensetzung.<\/p>\n<h3><a class=\"none\" name=\"Heading19\"><\/a> 7. Februar 1938 in Berlin<\/h3>\n<p>An der \u201eBesprechung\u201c &#8211; sie hatte keinen formellen Charakter &#8211; nahmen lediglich Wilhelm Wolf und ein Diplomat der Gesandtschaft in Berlin sowie Karl Megerle und ein Legationsrat des deutschen Au\u00dfenamts teil.<a style=\"mso-footnote-id: ftn89;\" href=\"#_ftn89\" target=\"text\" name=\"_ftnref89\"><span class=\"reference\">[89]<\/span><\/a> Sie diente lediglich dem Informationsaustausch \u00fcber Aufhebungen bzw. Best\u00e4tigungen von jeweiligen Verboten. Zu wesentlichen \u00f6sterreichischen Fragen, wie z.B. zur Verbreitungsbehinderung von in Deutschland zugelassenen \u00f6sterreichischen B\u00fcchern, vermochte Megerle vom Propagandaministerium allerdings nicht Stellung zu nehmen. Sein \u201eeinzig mit diesen Fragen\u201c befa\u00dfter Kollege, H\u00f6vel, von der Abteilung Wirtschaftsstelle des deutschen Buchhandels, bef\u00e4nde sich auf Urlaub.<\/p>\n<h4><a class=\"none\" name=\"Heading20\"><\/a> Res\u00fcmee:<\/h4>\n<p>Versucht man nun aus der T\u00e4tigkeit des anl\u00e4\u00dflich des Berliner Besuches von Dr. Guido Schmidt im November 1936 und als \u201elogische\u201c Folge des Juli-Abkommens ins Leben gerufenen Kulturausschusses ein Res\u00fcmee zu ziehen, kann man sagen, da\u00df Deutschland aktiv bem\u00fcht war, weite Kulturbereiche in \u00d6sterreich in seine Entscheidungssph\u00e4re miteinzubinden und da\u00df \u00d6sterreich eine Art passiven Widerstands leistete. Angesichts eines vorprogrammierten kulturellen Zusammenschlusses, den \u00d6sterreich sich mit dem Juli-Abkommen eingebrockt hatte, tat man wahrscheinlich das einzige, was man tun konnte: hinhalten, verz\u00f6gern. Und wie aus den deutschen Beschwerden bei der letzten Tagung in Berlin ersichtlich ist, war diese \u00f6sterreichische Taktik nicht ohne &#8211; anstelle eines besseren Worts &#8211; \u201eErfolg\u201c. Die deutschen Beschwerden waren insofern diplomatisch geharnischt, als man es vermied, von \u201eVertragsbruch\u201c zu sprechen. Der <em style=\"mso-bidi-font-style: normal;\">konstruierte <\/em>Bruch des Juli-Abkommens geh\u00f6rte auf anderem, vor allem wirtschaftlichem Gebiet, zum Propagandaarsenal Hitler-Deutschlands, um einen Einmarsch gegebenenfalls zu rechtfertigen. Die kulturellen Beziehungen beider L\u00e4nder spielten sich nat\u00fcrlich nicht blo\u00df auf h\u00f6chster Regierungsebene ab, und daher spiegelt das \u00f6sterreichische Verhalten im Kulturausschu\u00df nicht die ganze Wirklichkeit der inner\u00f6sterreichischen Lage wider. Und auf deutscher Seite klafften die Theorie der Ausschu\u00dfmitglieder und die Praxis im Buchhandels- und Verlagswesen &#8211; was \u00f6sterreichische Verlage betrifft &#8211; oft sehr weit auseinander. Das war weniger auf das Formalgesetzliche als auf das Informelle zur\u00fcckzuf\u00fchren.<\/p>\n<p>\u00d6sterreich hatte sich in eine auf Dauer unhaltbare Position versetzt. Es erhebt sich daher zum Schlu\u00df die Frage, was \u00d6sterreich aus den Kulturverhandlungen zu \u201egewinnen\u201c und was es zu \u201everlieren\u201c hatte. Da der \u201eGewinn\u201c davon abhing, was man forderte, war &#8211; wie die Praxis und die Taktik zeigten &#8211; wenig drin. Man ging davon aus, da\u00df, je weniger man forderte, desto weniger man an Gegenforderungen zustimmen m\u00fc\u00dfte. Zu gewinnen war also kaum etwas oder nichts, und zu verlieren war alles, einschlie\u00dflich der (kulturellen) Eigenst\u00e4ndigkeit. Aber wie wir gesehen haben, waren kulturelle Angelegenheiten vielfach von handfesten wirtschaftlichen Sachzw\u00e4ngen \u00fcberlagert. Die Diskussion \u00fcber den autonomen \u201e\u00f6sterreichischen Verlag\u201c, der auf dem au\u00dferdeutschen Absatzgebiet von gesch\u00e4tzten 20 Millionen Menschen aufbauen sollte, war zwar Nazi-Abwehr in Reinkultur, aber unrealistisch, wirtschaftlich schwer durchf\u00fchrbar, lobensw\u00fcrdig, aber dennoch mehr intellektuelle Spielerei, die obendrein die herrschende Geisteshaltung vieler \u00f6sterreichischer Verlage verkannte.<\/p>\n<h3><a class=\"none\" name=\"Heading21\"><\/a> Anmerkungen<\/h3>\n<div id=\"ftn1\" style=\"mso-element: footnote;\">\n<p class=\"note\"><a style=\"mso-footnote-id: ftn1;\" href=\"#_ftnref1\" target=\"text\" name=\"_ftn1\">[1]<\/a> Siehe dazu <em>B\u00f6rsenblatt f\u00fcr den Deutschen Buchhandel, <\/em>101. Jg., Nr. 222, 22. September 1934, S. 829.<\/p>\n<\/div>\n<div id=\"ftn2\" style=\"mso-element: footnote;\">\n<p class=\"note\"><a style=\"mso-footnote-id: ftn2;\" href=\"#_ftnref2\" target=\"text\" name=\"_ftn2\">[2]<\/a> Ebenda, Nr. 265, 13. November 1934, S. 995.<\/p>\n<\/div>\n<div id=\"ftn3\" style=\"mso-element: footnote;\">\n<p class=\"note\"><a style=\"mso-footnote-id: ftn3;\" href=\"#_ftnref3\" target=\"text\" name=\"_ftn3\">[3]<\/a> Dazu \u201eDeutsch-\u00f6sterreichisches Clearingabkommen\u201c. In: <em> B\u00f6rsenblatt, <\/em>Nr. 186, 11. August 1934, S. 719. Dieser zwischenstaatliche Verrechnungsverkehr war eine verh\u00e4ltnism\u00e4\u00dfig junge Einrichtung, die in dieser Form aus der Weltwirtschaftskrise Ende der 20er Jahre stammte. Der erste solche zwischenstaatliche Vertrag wurde im November 1931 zwischen der Schweiz und Ungarn abgeschlossen. Das Wort \u201eClearing\u201c stammt von dem englischen \u201eclear\u201c, kl\u00e4ren, ins Reine bringen. Das erste Clearinghaus im urspr\u00fcnglichen Sinn haben eine Reihe Londoner Bankiers 1775 als private Verrechnungsstelle gegr\u00fcndet, wo sie t\u00e4glich ihre gegenseitigem Verpflichtungen und Forderungen \u201eerkl\u00e4rten\u201c und untereinander verrechneten. Zu diesem Thema s. u.a.<em> Wiener Zeitung, <\/em>16.9.34, S. 14; 5.10.34, S. 11; 4.7.37, S. 12. WALDEMAR SWOBODA, Clearingfragen. In: <em>Der \u00f6sterreichische Volkswirt, <\/em>30. Jahr, Nr. 13\/14, 25. Dezember 1937, S. 256-259; PAUL SIMON, Das Clearingsystem des Deutschen Reiches. In: ebda., 28. Jahr, Nr. 43, 25. Juli 1936, S. 842-844.<\/p>\n<\/div>\n<div id=\"ftn4\" style=\"mso-element: footnote;\">\n<p class=\"note\"><a style=\"mso-footnote-id: ftn4;\" href=\"#_ftnref4\" target=\"text\" name=\"_ftn4\">[4]<\/a> Entnommen aus den jeweiligen Jahresrechnungen. In: <em style=\"mso-bidi-font-style: normal;\">\u00d6sterreichische Autorenzeitung,<\/em> VIII. Jg., Heft 1, Juli 1936, S. 4 und ebenda, IX. Jg., Heft 1, Juni 1937, S. 5.<\/p>\n<\/div>\n<div id=\"ftn5\" style=\"mso-element: footnote;\">\n<p class=\"note\"><a style=\"mso-footnote-id: ftn5;\" href=\"#_ftnref5\" target=\"text\" name=\"_ftn5\">[5]<\/a> \u201eDie \u00f6sterreichischen Autoren drohen mit Auswanderung\u201c. In: <em>Das Echo <\/em>(Wien), Jg. 1, Nr. 204, Mo., 22. Oktober 1934, S. 3.<\/p>\n<\/div>\n<div id=\"ftn6\" style=\"mso-element: footnote;\">\n<p class=\"note\"><a style=\"mso-footnote-id: ftn6;\" href=\"#_ftnref6\" target=\"text\" name=\"_ftn6\">[6]<\/a> Die staatlich genehmigte Gesellschaft zur Verwertung musikalischer Urheberrechte, die zum Einflu\u00dfbereich des Propagandaministeriums geh\u00f6rte, war nach dem Reichsgesetz vom 4. Juli 1933 aus den beiden fr\u00fcheren Gesellschaften GEMA und GDT hervorgegangen. Nach dem \u201eAnschlu\u00df\u201c im Jahre 1938 fungierte STAGMA, die mehrfache \u201eTotengr\u00e4berin\u201c der erw\u00e4hnten Gesellschaften, auch als Totengr\u00e4berin der \u00f6sterreichischen Gesellschaft A.K.M. Diese registrierte Genossenschaft wurde von der STAGMA im August 1938 liquidiert und existierte nur mehr als eine von deren Abteilungen (\u201eAKM in Liquidation\u201c): Die letzterschienene Nummer der<em> \u00d6sterreichischen Autorenzeitung, <\/em>des offiziellen Organs der A.K.M., war vom Juni 1937, IX. Jg., Heft 1.<\/p>\n<\/div>\n<div id=\"ftn7\" style=\"mso-element: footnote;\">\n<p class=\"note\"><a style=\"mso-footnote-id: ftn7;\" href=\"#_ftnref7\" target=\"text\" name=\"_ftn7\">[7]<\/a> <em>\u00d6sterreichische Autorenzeitung, <\/em>VIII. Jg., Heft 1, Juli 1936, S. 3.<\/p>\n<\/div>\n<div id=\"ftn8\" style=\"mso-element: footnote;\">\n<p class=\"note\"><a style=\"mso-footnote-id: ftn8;\" href=\"#_ftnref8\" target=\"text\" name=\"_ftn8\">[8]<\/a> AVA, BMfHuV, Grundzahl: 106.248-9\/35; Gesch\u00e4ftszeichen: 570, Gesch\u00e4ftszahl: 109.254-9\/35. Schreiben des BKA (AA), ZI. 190.474-14a\/35 vom 17. Oktober 1935 an das BMfHuV.<\/p>\n<\/div>\n<div id=\"ftn9\" style=\"mso-element: footnote;\">\n<p class=\"note\"><a style=\"mso-footnote-id: ftn9;\" href=\"#_ftnref9\" target=\"text\" name=\"_ftn9\">[9]<\/a> \u201e\u00d6sterreichische Autoren k\u00e4mpfen um deutsche Tantiemen\u201c. In: <em>Wiener Sonn- und Montags-Zeitung, <\/em>74. Jg., Nr. 6, Mo., 10. Februar 1936, S. 5.<\/p>\n<\/div>\n<div id=\"ftn10\" style=\"mso-element: footnote;\">\n<p class=\"note\"><a style=\"mso-footnote-id: ftn10;\" href=\"#_ftnref10\" target=\"text\" name=\"_ftn10\">[10]<\/a> Schreiben Zl. 29\/Pol der \u00f6sterreichischen Gesandtschaft, Berlin, 30. J\u00e4nner 1936. HHSta, N.P.A., Karton 13, fol. 67.<\/p>\n<\/div>\n<div id=\"ftn11\" style=\"mso-element: footnote;\">\n<p class=\"note\"><a style=\"mso-footnote-id: ftn11;\" href=\"#_ftnref11\" target=\"text\" name=\"_ftn11\">[11]<\/a> Kapellmeister Leopold Reichwein, der sich in deutschen Zeitungsinterviews als \u201enationalsozialistischer deutscher K\u00fcnstler\u201c bezeichnete, stand an der Spitze des Wiener Konzertvereines. Mitte J\u00e4nner wurde ihm die Leitung der Jugendkonzerte und die von drei Hauptkonzerten von der Bundespolizeidirektion Wien &#8222;aus Gr\u00fcnden der Aufrechterhaltung der \u00f6ffentlichen Ruhe und Ordnung untersagt&#8220;. (WZ, 27.1.36, S. 3; s. auch WZ, 16.I.37, S. 8.) Darauf kam es zur erw\u00e4hnten Weisung im Reichspropagandaministerium. Zum Hintergrund siehe: \u201eDer \u201adeutsche Nationalsozialist\u2019 Leopold Reichwein.\u201c In: <em>Die Stunde <\/em>(Wien), 31.7.1934, S. 5. Siehe auch ebda., 12.9.1934, S. 5.<\/p>\n<\/div>\n<div id=\"ftn12\" style=\"mso-element: footnote;\">\n<p class=\"note\"><a style=\"mso-footnote-id: ftn12;\" href=\"#_ftnref12\" target=\"text\" name=\"_ftn12\">[12]<\/a> HHSta, N.P.A., Karton 13, Schreiben Zl. 32\/Pol, \u00d6sterreichische Gesandtschaft, Berlin, 4. Februar 1936, fol. 71. Herzmansky erkl\u00e4rte dem \u00f6sterreichischen Gesandten, da\u00df er noch eine M\u00f6glichkeit &#8222;in der Veranstaltung eines Konzertes eines hervorragenden deutschen Dirigenten in der n\u00e4chsten Zeit in Wien sieht. Er w\u00fcrde mich sehr bitten, ihm die M\u00f6glichkeit zu verschaffen, mit dem Herrn Bundeskanzler als Unterrichtsminister dar\u00fcber zu sprechen, dem er auch einen ausf\u00fchrlichen Bericht \u00fcber die Verhandlungen, als auch insbesondere \u00fcber seine Eindr\u00fccke, die er hier bei den verschiedenen Gelegenheiten sammeln konnte, erstatten m\u00f6chte. ich beehre mich nun, Herr Generalsekret\u00e4r [Peter], Sie zu bitten, dem Bundeskanzleramt, bezw. dem Unterrichtsministerium eine Vorsprache des Pr\u00e4sidenten der AKM Herzmansky beim Herrn Bundeskanzler zur geneigten Erw\u00e4gung stellen lassen zu wollen&#8220;.<\/p>\n<\/div>\n<div id=\"ftn13\" style=\"mso-element: footnote;\">\n<p class=\"note\"><a style=\"mso-footnote-id: ftn13;\" href=\"#_ftnref13\" target=\"text\" name=\"_ftn13\">[13]<\/a> Zitiert nach: \u00d6Sta, HHSta, N.P.A., Karton 629, BKA, Abt. 14a, Zl. 118.606-14a\/37, Gegenstand: Marktransfer-Urgenz. Grundzahl: 107.845\/37; Gesch\u00e4ftszeichen: Handel Dt. Reich.<\/p>\n<\/div>\n<div id=\"ftn14\" style=\"mso-element: footnote;\">\n<p class=\"note\"><a style=\"mso-footnote-id: ftn14;\" href=\"#_ftnref14\" target=\"text\" name=\"_ftn14\">[14]<\/a> <em>\u00d6sterreichische Autorenzeitung, <\/em>IX. Jg., Heft 1, Juni 1937, S. 4 f.<\/p>\n<\/div>\n<div id=\"ftn15\" style=\"mso-element: footnote;\">\n<p class=\"note\"><a style=\"mso-footnote-id: ftn15;\" href=\"#_ftnref15\" target=\"text\" name=\"_ftn15\">[15]<\/a> Schreiben der A.K.M. an das BKA vom 2. M\u00e4rz 1937. \u00d6Sta, HHSta., N.P.A., Karton 629, BKA, Abt. 14 HP, BKA 107.845-14a\/37. Siehe auch Anm. 14, S. 5.<\/p>\n<\/div>\n<div id=\"ftn16\" style=\"mso-element: footnote;\">\n<p class=\"note\"><a style=\"mso-footnote-id: ftn16;\" href=\"#_ftnref16\" target=\"text\" name=\"_ftn16\">[16]<\/a> Abschrift eines Schreibens der A.K.M. an die \u00f6sterreichische Nationalbank vom 13. November 1937. \u00d6Sta, HHSta, wie Anm. 15.<\/p>\n<\/div>\n<div id=\"ftn17\" style=\"mso-element: footnote;\">\n<p class=\"note\"><a style=\"mso-footnote-id: ftn17;\" href=\"#_ftnref17\" target=\"text\" name=\"_ftn17\">[17]<\/a> GERHARD RENNER, \u00d6sterreichische Schriftsteller und der Nationalsozialismus: Der \u201eBund der deutschen Schriftsteller \u00d6sterreichs\u201c und der Aufbau der Reichsschrifttumskammer in der \u201eOstmark\u201c. phil. Diss. Wien 1981, Kapitel: \u201aProbleme der Autoren im Verh\u00e4ltnis zu Deutschland\u2019, S. 101-104a; bes. S. 101. Die folgende Darstellung \u00fcber Neumann und Strobl ist der Arbeit von Renner entnommen.<\/p>\n<\/div>\n<div id=\"ftn18\" style=\"mso-element: footnote;\">\n<p class=\"note\"><a style=\"mso-footnote-id: ftn18;\" href=\"#_ftnref18\" target=\"text\" name=\"_ftn18\">[18]<\/a> Schreiben vom 24. August 1937 an Hofrat Dr. Konrad Thomasberger im Unterrichtsministerium. AVA, BMU, Zl. 25.962-37.<\/p>\n<\/div>\n<div id=\"ftn19\" style=\"mso-element: footnote;\">\n<p class=\"note\"><a style=\"mso-footnote-id: ftn19;\" href=\"#_ftnref19\" target=\"text\" name=\"_ftn19\">[19]<\/a> Die Darstellung \u00fcber die Handhabung des Kontingentsystems in Deutschland ist zum gro\u00dfen Teil einer Verbalnote des Ausw\u00e4rtigen Amts in Berlin entnommen, die am 3. Juli 1937 an die \u00f6sterreichische Gesandtschaft geschickt wurde. Es handelte sich um \u201eeine grunds\u00e4tzliche Unterrichtung\u201c der \u00f6sterreichischen Seite. Die hier genannten Importzahlen stammen aus der Verbalnote. (\u00d6Sta, HHSta, N.P.A., Karton 629, BKA, Abt. 14a, Grundzahl: 101.485-37; Gesch\u00e4ftszahl. 173.903-14a\/37; Verbalnote W 111 SE 5194.)<\/p>\n<\/div>\n<div id=\"ftn20\" style=\"mso-element: footnote;\">\n<p class=\"note\"><a style=\"mso-footnote-id: ftn20;\" href=\"#_ftnref20\" name=\"_ftn20\">[20]<\/a> Siehe ebenda. Im Gegensatz zu anders lautenden Meinungen in \u00d6sterreich war die deutsche Regierung der Ansicht, bisher ihrer vertraglichen Verpflichtung voll nachgekommen zu sein. F\u00fcr die Monate J\u00e4nner und Februar waren Devisenbescheinungen in der H\u00f6he von RM 435.200 erteilt worden. Ebenfalls in diesen zwei Monaten wurden von der \u00dcberwachungsstelle noch Sonderkontingente in H\u00f6he von RM 45.000 zur Verf\u00fcgung gestellt. Nach deutscher Darstellung war die ab M\u00e4rz geltende Monatswertgrenze von RM 345.480 bisher in folgender H\u00f6he ausgenutzt worden: M\u00e4rz 1937 \u2013 RM 363.885 (die \u00dcberschreitung voll ca. RM 20.000 ist durch eine Sonderzuteilung gedeckt worden); April 1937 &#8211; RM 344.789; Mai 1937 &#8211; RM 310.754 (Der Differenzbetrag ist f\u00fcr Saisonbedarf auf den Monat Juni \u00fcbertragen worden). Es bestand jedoch eine auffallende Diskrepanz, wenn man die \u00fcber die \u00d6sterr. Nationalbank geleisteten Zahlungen zugunsten \u00f6sterreichischer Firmen f\u00fcr aus \u00d6sterreich exportierte B\u00fccher und Zeitschriften mit den deutschen Angaben verglich. Die korrespondierenden Zahlen der Nationalbank sahen f\u00fcr diese drei Monate folgenderma\u00dfen aus: M\u00e4rz 1937: S\u00a0780.000; April 1937: S 469.000; Mai 1937: S 621.000. Wohl ist zu bemerken, da\u00df eine Trennung innerhalb der Kategorie \u201eB\u00fccher und Zeitschriften\u201c von der Nationalbank nicht vorgenommen werden konnte. Daher haben wir die getrennten deutschen Ziffern f\u00fcr B\u00fccher und Zeitschriften im folgenden zusammengelegt, um den Vergleich zu erm\u00f6glichen. So betrugen die Zahlungen nach deutschen Angaben f\u00fcr M\u00e4rz 1937 insgesamt S 861.022 (= minus S 81.022), f\u00fcr April 1937 S 819.340 (= minus S 350.340) sowie f\u00fcr Mai 1937 S 755.508 (= minus S 134.508). Das ergibt sodann folgendes Bild: die bei der Nationalbank (d.h. Sonderkonto der Deutschen Verrechnungskasse) registrierten Eing\u00e4nge fluktuierten sehr stark, wie z.B. im Monat April, wo nach deutschen Angaben S 350.340 mehr f\u00fcr B\u00fccher und Zeitschriften transferiert wurden, als die Nationalbank in Wien buchte. Die Sprunghaftigkeit l\u00e4\u00dft sich wahrscheinlich leichter erkl\u00e4ren als die Differenz von \u00fcber S 350.000. Eine Teilerkl\u00e4rung lag nach Ansicht der \u00d6sterr. Nationalbank darin, \u201eda\u00df im Verlagsbuchhandel vielfach auch noch Aski-Konti oder separate Verrechnungsgenehmigungen gegen den Bezug deutscher B\u00fccher nach \u00d6sterreich vorkommen, welche bekanntlich nicht \u00fcber das Sonderkonto der Deutschen Verrechnungskasse laufen\u201c. (= BKA (AA), ZI. 184.887-14a\/37 vom 13. August 1937; Schreiben an die \u00d6sterr. Gesandtschaft Berlin. In: \u00d6Sta, AVA, BMfHuV, Gdzl. 92.040-9a\/37; Gesch\u00e4ftszeichen: 552; Geszl. 106.096-7\/37) Die Sprunghaftigkeit der bei der Nationalbank in Wien gebuchten Zahlungen setzte sich im Juni und Juli 1937 fort: Die Ziffer f\u00fcr Juni war S 702.000, die f\u00fcr Juli S 456.000. Die Diskrepanz zwischen deutschen und \u00f6sterreichischen Zahlen l\u00e4\u00dft Zweifel an der Richtigkeit der deutschen Angaben, ein Zweifel, der von allen hier herangezogenen F\u00e4llen und Dokumenten her berechtigt erscheint, aufkommen.<\/p>\n<\/div>\n<div id=\"ftn21\" style=\"mso-element: footnote;\">\n<p class=\"note\"><a style=\"mso-footnote-id: ftn21;\" href=\"#_ftnref21\" target=\"text\" name=\"_ftn21\">[21]<\/a> \u201eMemorandum zu den Einfuhrschwierigkeiten \u00f6sterreichischer B\u00fccher nach Deutschland\u201c, S. 2. (\u00d6Sta, HHSta, N. P. A., Karton 134, BKA 43.118-13\/1937.)<\/p>\n<\/div>\n<div id=\"ftn22\" style=\"mso-element: footnote;\">\n<p class=\"note\"><a style=\"mso-footnote-id: ftn22;\" href=\"#_ftnref22\" target=\"text\" name=\"_ftn22\">[22]<\/a> Es erscheint geradezu paradox, da\u00df angesichts der breiten Beanspruchung der \u00f6sterr. Ministerien und Diplomatie durch \u00f6sterreichische Verlage der Name Paul Zsolnay Verlag nirgendwo in den Akten aufscheint, obwohl Zsolnay mit einigen Ministern, vom Bundeskanzler ganz zu schweigen, befreundet war. Zsolnay war der gr\u00f6\u00dfte und renommierteste Belletristikverleger in \u00d6sterreich und wohl der gr\u00f6\u00dfte Exporteur \u00f6sterreichischer B\u00fccher nach Deutschland (prozent- wie mengenm\u00e4\u00dfig). Eine teilweise Erkl\u00e4rung daf\u00fcr, da\u00df Zsolnay offensichtlich mit dem Kontingent keinerlei Probleme hatte, ist darin zu sehen, da\u00df er schon am 23. Mai 1924 die Paul Zsolnay Verlag Ges.m.b.H. in Berlin gr\u00fcndete und sie auch handelsgerichtlich eintragen lie\u00df. Die Gesamtauslieferung f\u00fcr Deutschland mit Ausnahme von Gro\u00df-Berlin erfolgte durch F. Volckmar in Leipzig. Praktisch war dann Zsolnay eine deutsche Firma, und obwohl die Quellenlage keine dezidierte Aussage zul\u00e4\u00dft, ist anzunehmen, da\u00df Zsolnay einen erheblichen Teil seiner Produktion nach Deutschland verlegte. Ma\u00dfgeblich ist, wo &#8211; laut Impressum &#8211; der Druck erfolgte.<\/p>\n<\/div>\n<div id=\"ftn23\" style=\"mso-element: footnote;\">\n<p class=\"note\"><a style=\"mso-footnote-id: ftn23;\" href=\"#_ftnref23\" target=\"text\" name=\"_ftn23\">[23]<\/a> S. Anm. 21, Memorandum, S. 3.<\/p>\n<\/div>\n<div id=\"ftn24\" style=\"mso-element: footnote;\">\n<p class=\"note\"><a style=\"mso-footnote-id: ftn24;\" href=\"#_ftnref24\" target=\"text\" name=\"_ftn24\">[24]<\/a> S. Anm. 18.<\/p>\n<\/div>\n<div id=\"ftn25\" style=\"mso-element: footnote;\">\n<p class=\"note\"><a style=\"mso-footnote-id: ftn25;\" href=\"#_ftnref25\" target=\"text\" name=\"_ftn25\">[25]<\/a> Undatierte, nicht adressierte Eingabe \u00fcber die Erschwernisse \u00f6sterreichischer Verlage im Jahre 1937. In: Archiv, Buchgewerbehaus Wien, V 1937; Mappe 464.<\/p>\n<\/div>\n<div id=\"ftn26\" style=\"mso-element: footnote;\">\n<p class=\"note\"><a style=\"mso-footnote-id: ftn26;\" href=\"#_ftnref26\" target=\"text\" name=\"_ftn26\">[26]<\/a> Datiert Wien, 12. November 1937. \u00d6Sta, AVA, BMU, Zl. 39.644-37.<\/p>\n<\/div>\n<div id=\"ftn27\" style=\"mso-element: footnote;\">\n<p class=\"note\"><a style=\"mso-footnote-id: ftn27;\" href=\"#_ftnref27\" target=\"text\" name=\"_ftn27\">[27]<\/a> S. Anm. 21, Memorandum, S. 5.<\/p>\n<\/div>\n<div id=\"ftn28\" style=\"mso-element: footnote;\">\n<p class=\"note\"><a style=\"mso-footnote-id: ftn28;\" href=\"#_ftnref28\" target=\"text\" name=\"_ftn28\">[28]<\/a> Das Programm begann mit B\u00fcchern von Karl Adolf Mayer, Franz Nabl, Erich August Mayer und Theodor Heinrich Mayer. S. <em style=\"mso-bidi-font-style: normal;\">Anzeiger, <\/em>76. Jg., Nr. 26, 26. Oktober 1935, S. 143.<\/p>\n<\/div>\n<div id=\"ftn29\" style=\"mso-element: footnote;\">\n<p class=\"note\"><a style=\"mso-footnote-id: ftn29;\" href=\"#_ftnref29\" target=\"text\" name=\"_ftn29\">[29]<\/a> Schreiben des Verlags Carl Fromme vom 8. Mai 1937 an das BMfHuV. In: \u00d6Sta, AVA, BMfHuV, Gdzl. 92.040-7\/37; Gesch\u00e4ftszeichen: 552; Geszl. 100.498-7\/37, Karton 3663.<\/p>\n<\/div>\n<div id=\"ftn30\" style=\"mso-element: footnote;\">\n<p class=\"note\"><a style=\"mso-footnote-id: ftn30;\" href=\"#_ftnref30\" target=\"text\" name=\"_ftn30\">[30]<\/a> Schreiben Gro\u00dfdruckerei und Verlag Waldheim-Eberle A.G. an das BMfHuV vom 15. Oktober 1937. (\u00d6Sta, AVA, BMfHuV, Gdzl. 92.040-9a\/37; Gesch\u00e4ftszeichen: 552; Karton 3663, Zl. 109.291.)<\/p>\n<\/div>\n<div id=\"ftn31\" style=\"mso-element: footnote;\">\n<p class=\"note\"><a style=\"mso-footnote-id: ftn31;\" href=\"#_ftnref31\" target=\"text\" name=\"_ftn31\">[31]<\/a> Nach der Darstellung von Waldheim-Eberle (s. Anm. 30) stand ein ausgekl\u00fcgeltes System dahinter: Der \u00f6sterr. Verlag erteilte der Badner Firma den Auftrag zu einem Buch, dessen Satz auf einem Papierstreifen \u2013 \u00e4hnlich einem telegraphischen Streifen \u2013 der Monotype-Setzmaschine hergestellt wurde. Dieser Streifen wanderte nach Br\u00fcnn, wo das Papierband in den zweiten Teil der Monotype-Setzmaschine eingespannt und der Satz ausgegossen wurde. Dann wurde das Werk auf tschechischem oder englischem Papier gedruckt und in flachen B\u00f6gen nach \u00d6sterreich importiert. Da der Papierstreifensatz in \u00d6sterreich hergestellt wurde, hie\u00df es dann immer im Impressum \u201eDruck in Baden bei Wien\u201c, obwohl &#8211; au\u00dfer dem Buchbinder &#8211; nur ein einziger \u00f6sterreichischer Arbeiter an dem betreffenden Werk gearbeitet hatte.<\/p>\n<\/div>\n<div id=\"ftn32\" style=\"mso-element: footnote;\">\n<p class=\"note\"><a style=\"mso-footnote-id: ftn32;\" href=\"#_ftnref32\" target=\"text\" name=\"_ftn32\">[32]<\/a> Abschrift, in: \u00d6Sta, HHSta, N.P.A., Karton 629, Zl. 215.810-14a\/ 1937. Gegenstand: Buch- und Zeitungsfragen im Verh\u00e4ltnis zum Deutschen Reich.<\/p>\n<\/div>\n<div id=\"ftn33\" style=\"mso-element: footnote;\">\n<p class=\"note\"><a style=\"mso-footnote-id: ftn33;\" href=\"#_ftnref33\" target=\"text\" name=\"_ftn33\">[33]<\/a> Amtsvermerk. Sitzung vom 24. November 1937, S. 4 f. (\u00d6Sta, HHSta, N.P.A., Karton 629, BKA 215.810-14a\/37.)<\/p>\n<\/div>\n<div id=\"ftn34\" style=\"mso-element: footnote;\">\n<p class=\"note\"><a style=\"mso-footnote-id: ftn34;\" href=\"#_ftnref34\" target=\"text\" name=\"_ftn34\">[34]<\/a> Amtsvermerk, ebenda, S. 1. Eine Vergr\u00f6\u00dferung dieses Kontingents h\u00e4tte nach Ansicht Hoffingers und Hergets \u201enur bei neuen Handelsvertragsverhandlungen er\u00f6rtert werden\u201c k\u00f6nnen.<\/p>\n<\/div>\n<div id=\"ftn35\" style=\"mso-element: footnote;\">\n<p class=\"note\"><a style=\"mso-footnote-id: ftn35;\" href=\"#_ftnref35\" target=\"text\" name=\"_ftn35\">[35]<\/a> Protokoll der \u201eBesprechung zur Kl\u00e4rung wirtschaftlicher Fragen im Bereich des B\u00fccher- und Zeitschriftenvertriebes am 1. Dezember 1937 in Berlin\u201c, S. 1 f. (\u00d6Sta, HHSta, N.P.A., Karton 131, BKA 96.690-13\/1937.)<\/p>\n<\/div>\n<div id=\"ftn36\" style=\"mso-element: footnote;\">\n<p class=\"note\"><a style=\"mso-footnote-id: ftn36;\" href=\"#_ftnref36\" target=\"text\" name=\"_ftn36\">[36]<\/a> Dr. DAVID BREUER, \u00d6sterreich als Verlagsland, 28. Jahr, Nr. 34, Wien, 23. Mai 1936, S. 669-670.<\/p>\n<\/div>\n<div id=\"ftn37\" style=\"mso-element: footnote;\">\n<p class=\"note\"><a style=\"mso-footnote-id: ftn37;\" href=\"#_ftnref37\" target=\"text\" name=\"_ftn37\">[37]<\/a> Am 24. April erlie\u00df der Pr\u00e4sident der Reichspressekammer, Max Amann, der zugleich Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer des Zentralverlags der NSDAP Franz Eher Nachf. war, des Verlags, der 1933-34 den Ullstein-Verlag \u00fcbernahm, drei Verordnungen \u201ezur Wahrung der Unabh\u00e4ngigkeit des Zeitungsverlagswesens\u201c (Keesings Archiv der Gegenwart vom 24. April 1935, 2002 F). Unter dem Schlagwort \u201eUnabh\u00e4ngigkeit der Presse\u201c sollte nach Ansicht des \u00f6sterreichischen Gesandten in Berlin, Tauschitz, \u201everhindert werden, da\u00df irgendwelche Sondergruppen mittels der Presse Einflu\u00df auf die \u00f6ffentliche Meinung nehmen\u201c, Nach der NS-Ideologie waren laut Tauschitz \u201edarunter sowohl konfessionelle, wie wirtschaftliche Verb\u00e4nde aller Art zu verstehen. (&#8230;) Entsprechend dem F\u00fchrerprinzip und dem Grundsatz der pers\u00f6nlichen Verantwortung d\u00fcrfen auch Aktiengesellschaften, Gesellschaften m. b. H., Genossenschaften und Stiftungen nicht mehr als Zeitungsverleger auftreten. Verhindert soll vor allem auch werden, da\u00df von den tats\u00e4chlich Berechtigten, also den eigentlichen Geldgebern, sogenannte Strohm\u00e4nner vorgeschoben werden, daher die Bestimmung, da\u00df Personen und Personengesamtheiten, die die Rechte am Verlag nicht f\u00fcr sich selbst, sondern f\u00fcr Dritte wahrnehmen nicht mehr Zeitungsverleger sein d\u00fcrfen. (&#8230;) Obwohl der Arierparagraph im Wirtschaftsleben nicht zur Anwendung gelangen darf, mu\u00df der Nachweis der arischen Abstammung nicht nur f\u00fcr die als Herausgeber auftretenden Personen und ihre Ehegatten bis zum Jahre 1800 erbracht werden, sondern auch f\u00fcr etwa bestehende Aufsichtsr\u00e4te (&#8230;)\u201c Dieser 5seitige Bericht befindet sich in: \u00d6Sta, HHSta, N.P.A., Karton 13, \u00d6sterreichische Gesandtschaft, Berlin, 2. Mai 1935, Zl. 12 I\/Pol. (Die Bedeutung der Verordnungen \u00fcber die Neuregelungen im Zeitungsverlagswesen, fol. 264 ff.). \u201eAlle oben angef\u00fchrten Personen und K\u00f6rperschaften k\u00f6nnen nicht Mitglieder der Reichspressekammer sein und m\u00fcssen, soweit sie es bereits sind, ausscheiden. Mit diesem Ausscheiden entf\u00e4llt die Befugnis, eine Zeitung zu verlegen\u201c (Keesings Archiv, zit. Anm. 37.)<\/p>\n<\/div>\n<div id=\"ftn38\" style=\"mso-element: footnote;\">\n<p class=\"note\"><a style=\"mso-footnote-id: ftn38;\" href=\"#_ftnref38\" target=\"text\" name=\"_ftn38\">[38]<\/a> In Zusammenhang mit dem unerw\u00fcnschten Piper-Verlag-Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer Dr. Robert Freund hei\u00dft es z.B.: \u201eIn diesem Jahr begann das Dr\u00e4ngen offizieller Stellen auf ein Ausscheiden Robert Freunds aus dem Verlag. In einem Schreiben der Reichsschrifttumskammer hie\u00df es: ich bitte, mich \u00fcber die Besitzverh\u00e4ltnisse Ihres Verlages zu unterrichten. Angeblich arbeitet in Ihrem Unternehmen nichtarisches Kapital.\u201c (Brief vom 14. 11. 1935, Archiv des Piper-Verlages; zitiert nach: 75 Jahre Piper. Bibliographie und Verlagsgeschichte. 1904-1979. Hrsg. K. PIPER. M\u00fcnchen\/Z\u00fcrich: R. Piper, 1979, S. 50 f.)<\/p>\n<\/div>\n<div id=\"ftn39\" style=\"mso-element: footnote;\">\n<p class=\"note\"><a style=\"mso-footnote-id: ftn39;\" href=\"#_ftnref39\" target=\"text\" name=\"_ftn39\">[39]<\/a> Die S. Fischer Verlag A.G. wurde in eine Kommanditgesellschaft unter dem Namen S. Fischer Verlag K.G. umgewandelt. Der Verlag Jakob Hegner blieb weiterhin bestehen, nachdem der Inhaber und Gr\u00fcnder (1913) das Unternehmen und den Namen dem Leipziger Verlag und der Buchdruckerei Oskar Brandstetter Ende 1935 \u00fcbergab. Beim Piper-Verlag \u00e4nderte sich auch nichts. Was diesen betrifft, konnte man in der Wiener Tageszeitung <em style=\"mso-bidi-font-style: normal;\">Das Echo <\/em>am 8. November 1935 folgendes lesen: \u201eWas den zweiten gro\u00dfen Verlag Piper &amp; Co. in M\u00fcnchen betrifft, so ist es in eingeweihten Kreisen kein Geheimnis, da\u00df der finanziell an dem Verlag stark interessierte Direktor Freund, ein Pisener, den russischen W\u00fcnschen der Machthaber des Dritten Reiches nicht entspricht. Auch er hat deshalb schon mehrfach Auswanderungsabsichten ge\u00e4u\u00dfert, und auch in diesem Fall ist eine Sitzverlegung nach \u00d6sterreich, dem gro\u00dfen deutschen Kulturzentrum, nicht unwahrscheinlich. Bindende Beschl\u00fcsse sind aber noch nicht gefa\u00dft.\u201c (2. Jg., Nr. 259, 8. XI. 1935, S. 3.) Diese Vorg\u00e4nge wurden vom \u201eGralsh\u00fcter der \u201aartreinen\u2019 Literatur\u201c (Dahm), Will Vesper, genauestens verfolgt. So schrieb er z.B. im Februar 1937: \u201eDie j\u00fcdische Literaturherrschaft in Deutschland ist beseitigt. Die j\u00fcdischen Verlage sind verschwunden oder in deutsche H\u00e4nde \u00fcbergegangen. Auch die noch hier und da im Hintergrund an verborgenen F\u00e4den ziehenden j\u00fcdischen Finger werden mit der Zeit das Spiel aufgeben m\u00fcssen \u2013 wenigstens im Inland. Um so sch\u00e4rfer gilt es nun, die j\u00fcdischen Verlage des Auslandes, namentlich die emigrierten, zu beobachten. (&#8230;) Und da die j\u00fcdischen Verlage sich vielfach geschickt zu tarnen wissen, auch im Inland sich offenbar noch manche nach der alten j\u00fcdischen Kost sehnen, so erleben wir zur Zeit eine \u00dcberschwemmung des deutschen B\u00fcchermarktes mit Literatur aus au\u00dferdeutschen j\u00fcdischen Verlagen. (&#8230;) Warum erhebt sich nicht aus dem Buchhandel selbst heraus ein fester gesunder Widerstand gegen diese Juden- und Emigrantenverlage, die besonders von Wien aus den zwar bitter geha\u00dften aber doch so zahlungswilligen deutschen Michel mit ihren Angeboten best\u00fcrmen? Es gilt einen Weg zu finden, das deutsche Volk vor der schleichenden Hinterh\u00e4ltigkeit aller j\u00fcdischen Verlage der Welt unbedingt zu sch\u00fctzen. B\u00fccher aus Judenverlagen m\u00fcssen in deutschen Buchhandlungen als j\u00fcdische gekennzeichnet werden (&#8230;)<span style=\"mso-bidi-font-style: italic;\">.\u201c<\/span><em style=\"mso-bidi-font-style: normal;\"> Die Neue Literatur<\/em>, Heft 2, Februar 1937, S. 103 f. In nationalsozialistisch eingestellten publizistischen Kreisen in Wien blieben die diversen \u00dcbersiedlungen auch nicht unbemerkt. So meinte ein Nazi-Schreiber namens Karl Inhauser: \u201eDie rasche und mit deutscher Gr\u00fcndlichkeit besorgte S\u00e4uberung des Verlagswesens im Reiche hat nun hier in Wien seltsame Bl\u00fcten gezeitigt. Mehrere Semigranten-Verleger aus dem Deutschen Reiche sind gegenw\u00e4rtig hier aufgetaucht. Aufkl\u00e4rung scheint vonn\u00f6ten. Auch Beermann-Fischer (sic!), der Schwiegersohn des Berliner Juden S. (\u201eSami\u201c) Fischer, der seinerzeit die Wiener Juden Arthur Schnitzler und Peter Altenberg (recte Richard Engl\u00e4nder) verlegt hat, entschlo\u00df sich, als Exilort Wien zu w\u00e4hlen, nachdem er den j\u00fcdischen Kreisen in Z\u00fcrich nicht so ganz willkommen gewesen sein soll.\u201c (<em>\u00d6sterreichische Volkspresse, <\/em>Wien<em>, <\/em>12. Juni 1937.) \u00dcber den neugegr\u00fcndeten Bastei-Verlag schrieb Vesper schlie\u00dflich: \u201eHinter diesem Bastei-Verlag, Wien, steht der vor einiger Zeit aus dem R. Piper-Verlag ausgeschiedene Jude Dr. Freund, der so seinen aus dem Piper-Verlag ausgeschifften Rasse- und Gesinnungsgenossen eine neue \u201aBastei\u2019 schuf, \u00fcbrigens ein bemerkenswerter Verlagstitel, der nicht harmloser wird, wenn man an Dr. Freunds gute Beziehungen zu Prag denkt.\u201c <em style=\"mso-bidi-font-style: normal;\">(Die Neue Literatur<\/em>, Heft 3, M\u00e4rz 1938, S. 154.)<\/p>\n<\/div>\n<div id=\"ftn40\" style=\"mso-element: footnote;\">\n<p class=\"note\"><a style=\"mso-footnote-id: ftn40;\" href=\"#_ftnref40\" target=\"text\" name=\"_ftn40\">[40]<\/a> Der Bastei-Verlag und der Thomas-Verlag Jakob Hegner sind in der Ausgabe 1937 des <em>Adre\u00dfbuchs des Deutschen Buchhandels <\/em>nicht aufgenommen worden. Da\u00df Bastei nicht aufgenommen wurde, erkl\u00e4rt sich daraus, da\u00df trotz l\u00e4ngerer Vorbereitung im Jahre 1936 die Verlagskonzession erst im J\u00e4nner 1937 erteilt wurde, also bereits nach Redaktionsschlu\u00df. Anders im Fall Thomas-Verlag. Angemeldet zur Inkorporierung war der Verlag schon im August 1936. Ins Handelsregister wurde er am 3. November 1936 eingetragen.<\/p>\n<\/div>\n<div id=\"ftn41\" style=\"mso-element: footnote;\">\n<p class=\"note\"><a style=\"mso-footnote-id: ftn41;\" href=\"#_ftnref41\" target=\"text\" name=\"_ftn41\">[41]<\/a> Schreiben der Zwangsgilde an das BKA vom 22. Februar 1937. (\u00d6Sta, HHSta, N.P.A., Karton 629, BKA, Gdzl. 101.485-37; Zl. 123.271-14a\/37.)<\/p>\n<\/div>\n<div id=\"ftn42\" style=\"mso-element: footnote;\">\n<p class=\"note\"><a style=\"mso-footnote-id: ftn42;\" href=\"#_ftnref42\" target=\"text\" name=\"_ftn42\">[42]<\/a> Dazu ebenda, BKA, Zl. 165.885-14a\/1937.<\/p>\n<\/div>\n<div id=\"ftn43\" style=\"mso-element: footnote;\">\n<p class=\"note\"><a style=\"mso-footnote-id: ftn43;\" href=\"#_ftnref43\" target=\"text\" name=\"_ftn43\">[43]<\/a> Abschrift liegt bei: \u00d6Sta, AVA, BMfHuV, Gdzl. 92.040-7\/1937; Gesch\u00e4ftszeichen: 552; Ges. Zl. 96.067-7\/37.<\/p>\n<\/div>\n<div id=\"ftn44\" style=\"mso-element: footnote;\">\n<p class=\"note\"><a style=\"mso-footnote-id: ftn44;\" href=\"#_ftnref44\" target=\"text\" name=\"_ftn44\">[44]<\/a> PETER DE MENDELSSOHN, S. Fischer und sein Verlag. Frankfurt\/M. 1970. S.\u00a01324 sowie GOTTFRIED BERMANN-FISCHER, Bedroht \u2013 Bewahrt. Weg eines Verlegers. Frankfurt\/M.: Fischer B\u00fccherei, 1971 (Bd. 1169), S. 101.<\/p>\n<\/div>\n<div id=\"ftn45\" style=\"mso-element: footnote;\">\n<p class=\"note\"><a style=\"mso-footnote-id: ftn45;\" href=\"#_ftnref45\" target=\"text\" name=\"_ftn45\">[45]<\/a> Das Datum \u201e1. Mai 1936\u201c gibt Bermann in allen Eingaben an Regierungsstellen an. Hier in Stichworten die tats\u00e4chlichen Vorg\u00e4nge: Laut Notariatsakt \u00fcbernahm Bermann am 1. April den Mantel einer Ges.m.b.H. inklusive Konzession. Er erwarb hiedurch s\u00e4mtliche Anteile der 1930 gegr\u00fcndeten Firma Zentraleurop\u00e4ische Verlags- und Werbe Ges.m.b.H. Da es auf solche Weise zu keiner Vermehrung der Konzessionen kam, die Wettbewerbsverh\u00e4ltnisse nicht ung\u00fcnstig beeinflu\u00dft wurden und au\u00dferdem keine Bedenken gegen die F\u00fchrung des Firmenwortlauts erhoben wurden, hat die Buchkaufmannschaft Wien am 8. Mai 1936 das Ansuchen Bermanns bef\u00fcrwortet. In einem Gutachten der Kammer f\u00fcr Handel, Industrie und Gewerbe in Wien vom 22. Mai wurden ebenfalls keine Bedenken gegen den Firmenwortlaut erhoben. Am 3. Juni fand eine Generalversammlung der Zentraleurop\u00e4ischen Verlags- und Werbe-Ges.m.b.H. statt, bei der es zu einer Abberufung der bisherigen Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer und zur Bestellung Dr. Gottfried Bermann-Fischers zum alleinigen Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer kam. Sechs Tage sp\u00e4ter wurde die Firma Bermann-Fischer Verlag unter Reg. C 4, 40 in das Handelsregister Wien eingetragen. Alle diese Vorg\u00e4nge sind Schriftst\u00fccken im Akt des Handelsgerichts Wien, der im WrStLa deponiert ist, entnommen.<\/p>\n<\/div>\n<div id=\"ftn46\" style=\"mso-element: footnote;\">\n<p class=\"note\"><a style=\"mso-footnote-id: ftn46;\" href=\"#_ftnref46\" target=\"text\" name=\"_ftn46\">[46]<\/a> Nach einem Prospekt der Neuerscheinungen \u201eHerbst 1936\u201c (Ausgabetermin: Oktober 1936) waren dies: THOMAS MANN, Joseph in \u00c4gypten; MECHTHILDE LICHNOWSKY, Der Lauf der Asdur; HANS v. HAMMERSTEIN, Die gelbe Mauer; HERMANN HESSE, Stunden im Garten; JOHANNES v. JENSEN, Dr. Renaults Versuchung; JULIEN GREEN, Mitternacht; JEAN GIRAUDOUX, Kein Krieg in Troja; RALPH ROEDER, Savonarola. Insgesamt gab es 1936 10 \u201e\u00f6sterreichische\u201c Neuerscheinungen. Hinzu kamen: THOMAS MANN, Freud und die Zukunft und CARL ZUCKMAYER, Salware oder die Magdalena von Bozen. S. Eingabe Bermann-Fischers vom 15. Oktober 1936 an das BKA, Abt. 14a. <span style=\"font-family: 'Times New Roman';\">\u00d6Sta, AVA, BMU, Gdzl. <\/span><span lang=\"DE\">Bermann-Fischer Verlag, Ges. Zeichen: 24a; Ges. Zl. 36.034-1, 6b\/1936.<\/span><\/p>\n<\/div>\n<div id=\"ftn47\" style=\"mso-element: footnote;\">\n<p class=\"note\"><a href=\"#_ftnref47\" target=\"text\" name=\"_ftn47\">[47]<\/a> S. ebenda, Anm. 46.<\/p>\n<\/div>\n<div id=\"ftn48\" style=\"mso-element: footnote;\">\n<p class=\"note\"><a style=\"mso-footnote-id: ftn48;\" href=\"#_ftnref48\" target=\"text\" name=\"_ftn48\">[48]<\/a>Siehe BKA 219.964-14a\/1936. Schreiben des Verbands der Papier und Pappe verarbeitenden Industrie (4. November 1936) und des Verbands der \u00d6sterr. Papier-, Zellulose-, Holzstoff- und Pappen-Industrie (17. Oktober 1936) sowie Schreiben J. Strobl an das BMfHuV (\u00d6Sta, AVA, BMfHuV, Gdzl. 92.112-7\/36; Zl. 110.222-7\/36).<\/p>\n<\/div>\n<div id=\"ftn49\" style=\"mso-element: footnote;\">\n<p class=\"MsoFootnoteText\" style=\"text-align: justify;\"><a style=\"mso-footnote-id: ftn49;\" href=\"#_ftnref49\" target=\"text\" name=\"_ftn49\">[49]<\/a> Eingabe Bermann-Fischer, 15. Oktober 1936, S. Anm. 46.<\/p>\n<\/div>\n<div id=\"ftn50\" style=\"mso-element: footnote;\">\n<p class=\"note\"><a style=\"mso-footnote-id: ftn50;\" href=\"#_ftnref50\" target=\"text\" name=\"_ftn50\">[50]<\/a> \u00d6Sta, HHSta, N.P.A., Karton 629, BKA Gdzl. 104.378\/36, ad Zl. 213.082-14a\/36.<\/p>\n<\/div>\n<div id=\"ftn51\" style=\"mso-element: footnote;\">\n<p class=\"note\"><a style=\"mso-footnote-id: ftn51;\" href=\"#_ftnref51\" target=\"text\" name=\"_ftn51\">[51]<\/a> S. Anm. 46. Referentenschreiben vom 7. November 1936.<\/p>\n<\/div>\n<div id=\"ftn52\" style=\"mso-element: footnote;\">\n<p class=\"note\"><a style=\"mso-footnote-id: ftn52;\" href=\"#_ftnref52\" target=\"text\" name=\"_ftn52\">[52]<\/a> \u00d6Sta, HHSta, N.P.A., Karton 629, BKA 219.964-14a. Bericht der \u00f6sterr. Gesandtschaft Berlin, am 5. November 1936, Zl. 7407\/A.<\/p>\n<\/div>\n<div id=\"ftn53\" style=\"mso-element: footnote;\">\n<p class=\"note\"><a style=\"mso-footnote-id: ftn53;\" href=\"#_ftnref53\" target=\"text\" name=\"_ftn53\">[53]<\/a> Ebenda. Bericht der \u00d6sterr. Gesandtschaft Berlin, am 2. Dezember 1936. Zl. 8093\/A.<\/p>\n<\/div>\n<div id=\"ftn54\" style=\"mso-element: footnote;\">\n<p class=\"note\"><a style=\"mso-footnote-id: ftn54;\" href=\"#_ftnref54\" target=\"text\" name=\"_ftn54\">[54]<\/a> \u00d6Sta, HHSta, N.P.A., Karton 629, BKA 238.158-14a\/36. Diese Behauptung war Teil eines pro domo-Vermerks zu einem Schreiben der Buchkaufmannschaft vom 22.\u00a0Dezember 1936. Darin wurde behauptet: \u201eNach uns zugekommenen Mitteilungen plant das Deutsche Reich ein Einfuhrverbot f\u00fcr die Erzeugnisse jener \u00f6sterreichischen Verlage, die ihre Produktion in \u00d6sterreich neu aufgenommen haben, soferne diese Erzeugnisse nicht im Deutschen Reiche hergestellt wurden.\u201c Die Bemerkung des BKA, Abt. 14a dazu: \u201eVon deutscher Seite ist in keiner Weise davon gesprochen worden, da\u00df beabsichtigt sei, f\u00fcr diesen Verlag, der zur Kategorie der neugegr\u00fcndeten Verl\u00e4ge geh\u00f6ren w\u00fcrde, ein Einfuhrverbot zu erlassen.\u201c Das Beispiel zeigt \u00fcberhaupt, wie wenig man auf \u00f6sterr. Seite \u00fcber das Kontingentenwesen informiert war.<\/p>\n<\/div>\n<div id=\"ftn55\" style=\"mso-element: footnote;\">\n<p class=\"note\"><a style=\"mso-footnote-id: ftn55;\" href=\"#_ftnref55\" target=\"text\" name=\"_ftn55\">[55]<\/a> \u00d6Sta, HHSta, N.P.A., Karton 134, BKA 35.866-13\/1937. Gegenstand: Bermann-Fischer Verlag, Benachteiligung in der Kontingentzuteilung. Eingabe Bermann-Fischer.<\/p>\n<\/div>\n<div id=\"ftn56\" style=\"mso-element: footnote;\">\n<p class=\"note\"><a style=\"mso-footnote-id: ftn56;\" href=\"#_ftnref56\" target=\"text\" name=\"_ftn56\">[56]<\/a> \u00d6Sta, AVA, BMfHuV, 96.067-7\/37; Gesch\u00e4ftszeichen: 552; Gdzl. 92.040-7\/37. \u201eMemorandum\u201c vom BFV.<\/p>\n<\/div>\n<div id=\"ftn57\" style=\"mso-element: footnote;\">\n<p class=\"note\"><a style=\"mso-footnote-id: ftn57;\" href=\"#_ftnref57\" target=\"text\" name=\"_ftn57\">[57]<\/a> \u00d6Sta, AVA, BMfHuV, Kt. 3662, Gdzl. 92.040-7\/37. Gesch\u00e4ftszeichen: 552; Ges. Zl. 96.067-7\/37. Gegenstand: Ausfuhr von B\u00fcchern des Bermann-Fischer Verlages nach Deutschland. Schreiben des Sekt. Chefs Johann Inama vom 5. M\u00e4rz 1937 an das BKA (AA).<\/p>\n<\/div>\n<div id=\"ftn58\" style=\"mso-element: footnote;\">\n<p class=\"note\"><a href=\"#_ftnref58\" target=\"text\" name=\"_ftn58\">[58]<\/a> \u00d6Sta, HHSta, N.P.A., Karton 134, BKA 38.993-13\/1937 (= Zl. 152.174-14a\/1937).<\/p>\n<\/div>\n<div id=\"ftn59\" style=\"mso-element: footnote;\">\n<p class=\"note\"><a style=\"mso-footnote-id: ftn59;\" href=\"#_ftnref59\" target=\"text\" name=\"_ftn59\">[59]<\/a> \u00d6Sta, AVA, BMU, ZI. 25.962-6b\/1937. Der BFV war ebenso wie der Verlag E.P. Tal &amp; Co von der Abt. 6b des BMU nach Erscheinen des Essays \u201eGlanz und Elend des \u00f6sterreichischen Buches\u201c im <em style=\"mso-bidi-font-style: normal;\">Sturm \u00fcber \u00d6sterreich <\/em>im August 1937 aufgefordert worden, Stellung zu nehmen und einen Bericht zu verfassen. Die folgenden Ausf\u00fchrungen Bermann-Fischers sind diesem Bericht entnommen.<\/p>\n<\/div>\n<div id=\"ftn60\" style=\"mso-element: footnote;\">\n<p class=\"note\"><a style=\"mso-footnote-id: ftn60;\" href=\"#_ftnref60\" target=\"text\" name=\"_ftn60\">[60]<\/a> Schreiben vom 22. Februar 1937. \u00d6Sta, HHSta, N.P.A., Karton 629, BKA, Gdzl. 101.485-37; Geszl. 123.271-14a\/1937.<\/p>\n<\/div>\n<div id=\"ftn61\" style=\"mso-element: footnote;\">\n<p class=\"note\"><a style=\"mso-footnote-id: ftn61;\" href=\"#_ftnref61\" target=\"text\" name=\"_ftn61\">[61]<\/a> Eine ganze Reihe von anderen \u00f6sterr. Verlagen hatte Ende Februar einen \u00e4hnlichen Bescheid aus Leipzig erhalten. Der Direktor des Verlags Anton Pustet, Salzburg z.B. teilte dem Bundespressedienst mit, \u201eda\u00df Ende Februar 1937 sein Kommission\u00e4r in Leipzig die Annahme von Verlagswerken mit dem Hinweis verweigert habe, da\u00df keine Devisen zur Verf\u00fcgung st\u00fcnden\u201c. (\u00d6Sta, HHSta, N.P.A., Karton 629, BKA 127.884-14a\/37. Gegenstand: Absatzschwierigkeiten f\u00fcr \u00f6sterreichische B\u00fccher in Deutschland.)<\/p>\n<\/div>\n<div id=\"ftn62\" style=\"mso-element: footnote;\">\n<p class=\"note\"><a style=\"mso-footnote-id: ftn62;\" href=\"#_ftnref62\" target=\"text\" name=\"_ftn62\">[62]<\/a> Eingabe Bastei-Verlag Ges.m.b.H. an das BMfHuV vom 11. M\u00e4rz 1937. \u00d6Sta, AVA, BMfHuV, Gdzl. 92.040-7\/37; Gesch\u00e4ftszeichen: 552; Zahl 96.990-7\/37.<\/p>\n<\/div>\n<div id=\"ftn63\" style=\"mso-element: footnote;\">\n<p class=\"note\"><a style=\"mso-footnote-id: ftn63;\" href=\"#_ftnref63\" target=\"text\" name=\"_ftn63\">[63]<\/a> BMfHuV, Zl. 96.990-7\/1937.<\/p>\n<\/div>\n<div id=\"ftn64\" style=\"mso-element: footnote;\">\n<p class=\"note\"><a style=\"mso-footnote-id: ftn64;\" href=\"#_ftnref64\" target=\"text\" name=\"_ftn64\">[64]<\/a> Schreiben BKA (AA) an BMfHuV vom 12. Juli 1937. BMfHuV, Karton 3663, Zl. 104.464-37 (BKA 165.885-14a\/1937).<\/p>\n<\/div>\n<div id=\"ftn65\" style=\"mso-element: footnote;\">\n<p class=\"note\"><a style=\"mso-footnote-id: ftn65;\" href=\"#_ftnref65\" target=\"text\" name=\"_ftn65\">[65]<\/a> Abschrift liegt bei: \u00d6Sta, HHSta, N.P.A. Karton 629, Zl. 165.815-14a\/1937.<\/p>\n<\/div>\n<div id=\"ftn66\" style=\"mso-element: footnote;\">\n<p class=\"note\"><a style=\"mso-footnote-id: ftn66;\" href=\"#_ftnref66\" target=\"text\" name=\"_ftn66\">[66]<\/a> Ausw\u00e4rtiges Amt. Berlin. Verbalnote W 111 S.E. 60 00. Liegt bei BMfHuV 96.990-7\/1937. S. Anm. 62.<\/p>\n<\/div>\n<div id=\"ftn67\" style=\"mso-element: footnote;\">\n<p class=\"note\"><a style=\"mso-footnote-id: ftn67;\" href=\"#_ftnref67\" target=\"text\" name=\"_ftn67\">[67]<\/a> S. dazu den \u201esehr dringenden\u201c Bericht der \u00f6sterr. Gesandtschaft in Berlin vom 23. Oktober 1937\/Zl. 1660\/Res. 1 Wirtschaftsverhandlungen mit dem Deutschen Reich. Abschrift liegt bei: \u00d6Sta, AVA, BMfHuV, Gdzl. 92.040-7\/37; Gesch\u00e4ftszeichen: 552; Zl. 109.702-7\/37.<\/p>\n<\/div>\n<div id=\"ftn68\" style=\"mso-element: footnote;\">\n<p class=\"note\"><a style=\"mso-footnote-id: ftn68;\" href=\"#_ftnref68\" target=\"text\" name=\"_ftn68\">[68]<\/a> Diese Darstellung beruht auf einem einleuchtenden Artikel in <em>\u00d6sterreichischer Volkswirt, <\/em>30. Jahr, Nr. 7, Wien, 13. November 1937, S. 134-136.<\/p>\n<\/div>\n<div id=\"ftn69\" style=\"mso-element: footnote;\">\n<p class=\"note\"><a style=\"mso-footnote-id: ftn69;\" href=\"#_ftnref69\" target=\"text\" name=\"_ftn69\">[69]<\/a> <em>\u00d6sterreichischer Volkswirt<\/em>, 30. Jahr, Nr. 9, Wien, 27. November 1937, S. 166.<\/p>\n<\/div>\n<div id=\"ftn70\" style=\"mso-element: footnote;\">\n<p class=\"note\"><a style=\"mso-footnote-id: ftn70;\" href=\"#_ftnref70\" target=\"text\" name=\"_ftn70\">[70]<\/a> Abschrift. \u00d6Sta, HHSta, N.P.A., Karton 629, Zl. 215.810-14a\/1937.<\/p>\n<\/div>\n<div id=\"ftn71\" style=\"mso-element: footnote;\">\n<p class=\"note\"><a style=\"mso-footnote-id: ftn71;\" href=\"#_ftnref71\" target=\"text\" name=\"_ftn71\">[71]<\/a> Ebenda, Zl. 228.054-14a\/1937.<\/p>\n<\/div>\n<div id=\"ftn72\" style=\"mso-element: footnote;\">\n<p class=\"note\"><a style=\"mso-footnote-id: ftn72;\" href=\"#_ftnref72\" target=\"text\" name=\"_ftn72\">[72]<\/a> \u00d6Sta, HHSta, N.P.A., Karton 134, BKA 96.016-13\/1937.<\/p>\n<\/div>\n<div id=\"ftn73\" style=\"mso-element: footnote;\">\n<p class=\"note\"><a style=\"mso-footnote-id: ftn73;\" href=\"#_ftnref73\" target=\"text\" name=\"_ftn73\">[73]<\/a> Siehe Anm. 71.<\/p>\n<\/div>\n<div id=\"ftn74\" style=\"mso-element: footnote;\">\n<p class=\"note\"><a style=\"mso-footnote-id: ftn74;\" href=\"#_ftnref74\" target=\"text\" name=\"_ftn74\">[74]<\/a> <em>Reichspost, <\/em>44. Jg., Nr. 316, Mi., 17. November 1937, S. 3.<\/p>\n<\/div>\n<div id=\"ftn75\" style=\"mso-element: footnote;\">\n<p class=\"note\"><a style=\"mso-footnote-id: ftn75;\" href=\"#_ftnref75\" target=\"text\" name=\"_ftn75\">[75]<\/a> Abschrift liegt bei BKA 215.810-14a\/1937. S. Anm. 70.<\/p>\n<\/div>\n<div id=\"ftn76\" style=\"mso-element: footnote;\">\n<p class=\"note\"><a style=\"mso-footnote-id: ftn76;\" href=\"#_ftnref76\" target=\"text\" name=\"_ftn76\">[76]<\/a> \u201eDer \u00f6sterreichisch-deutsche Kulturaustausch in Ziffern\u201c, in: <em>Sturm \u00fcber \u00d6sterreich, <\/em>5. Jahr, Folge 39, 3. Oktober 1937, S. 9.<\/p>\n<\/div>\n<div id=\"ftn77\" style=\"mso-element: footnote;\">\n<p class=\"note\"><a style=\"mso-footnote-id: ftn77;\" href=\"#_ftnref77\" target=\"text\" name=\"_ftn77\">[77]<\/a> Ludwig SCH\u00d6NROCK, Vom Buchhandel im Lande \u00d6sterreich. In: <em>B\u00f6rsenblatt f. d. Deutschen Buchhandel, <\/em>Nr. 76, 31. M\u00e4rz 1938, S. 264-266; bes. S. 264.<\/p>\n<\/div>\n<div id=\"ftn78\" style=\"mso-element: footnote;\">\n<p class=\"note\"><a style=\"mso-footnote-id: ftn78;\" href=\"#_ftnref78\" target=\"text\" name=\"_ftn78\">[78]<\/a> Sitzungsprotokoll vom 6. Oktober 1937, \u00d6Sta, Karton 134, HHSta, N.P.A., BKA 42.418-13\/1937.<\/p>\n<\/div>\n<div id=\"ftn79\" style=\"mso-element: footnote;\">\n<p class=\"note\"><a style=\"mso-footnote-id: ftn79;\" href=\"#_ftnref79\" target=\"text\" name=\"_ftn79\">[79]<\/a> Referentenbericht \u00fcber die Sitzung vom 6. Oktober 1937. \u00d6Sta, AVA, BMU, 15 Vereine, Gdzl. Wien, 35.091-6b\/37.<\/p>\n<\/div>\n<div id=\"ftn80\" style=\"mso-element: footnote;\">\n<p class=\"note\"><a style=\"mso-footnote-id: ftn80;\" href=\"#_ftnref80\" target=\"text\" name=\"_ftn80\">[80]<\/a> \u00d6Sta, AVA, BMU 39.644\/37.<\/p>\n<\/div>\n<div id=\"ftn81\" style=\"mso-element: footnote;\">\n<p class=\"note\"><a style=\"mso-footnote-id: ftn81;\" href=\"#_ftnref81\" target=\"text\" name=\"_ftn81\">[81]<\/a> Amtsvermerk \u00fcber die Sitzung am 24. November 1937. \u00d6Sta, HHSta, N.P.A., Karton 629, BKA 215.810-14a\/37.<\/p>\n<\/div>\n<div id=\"ftn82\" style=\"mso-element: footnote;\">\n<p class=\"note\"><a style=\"mso-footnote-id: ftn82;\" href=\"#_ftnref82\" target=\"text\" name=\"_ftn82\">[82]<\/a> \u00d6Sta, HHSta, N.P.A., Karton 109, \u201eNeurath Besuch Gespr\u00e4chsthemen\u201c, fol. 708.<\/p>\n<\/div>\n<div id=\"ftn83\" style=\"mso-element: footnote;\">\n<p class=\"note\"><a style=\"mso-footnote-id: ftn83;\" href=\"#_ftnref83\" target=\"text\" name=\"_ftn83\">[83]<\/a> \u00d6Sta, HHSta, N.P,A., Karton 14, Bericht an BKA (AA), vom 20. April 1937.<\/p>\n<\/div>\n<div id=\"ftn84\" style=\"mso-element: footnote;\">\n<p class=\"note\"><a style=\"mso-footnote-id: ftn84;\" href=\"#_ftnref84\" target=\"text\" name=\"_ftn84\">[84]<\/a> Der Hochverratsproze\u00df, loc. cit., S. 73. Vernehmung des Zeugen Dr. Eugen Albin Lennkh am 5. M\u00e4rz 1947.<\/p>\n<\/div>\n<div id=\"ftn85\" style=\"mso-element: footnote;\">\n<p class=\"note\"><a style=\"mso-footnote-id: ftn85;\" href=\"#_ftnref85\" target=\"text\" name=\"_ftn85\">[85]<\/a> Pr\u00e4ambel zum Protokoll \u00fcber die zweite Tagung des Ausschusses f\u00fcr kulturelle Angelegenheiten zwischen dem Deutschen Reich und \u00d6sterreich, abgehalten zu Berlin vom 29. November bis 3. Dezember 1937, S. 3. (\u00d6Sta, HHSta, N.P.A., Karton 131, BKA 96.690-13\/37. Im folgenden als &#8222;Protokoll&#8220; mit Seitenzahl zitiert.)<\/p>\n<\/div>\n<div id=\"ftn86\" style=\"mso-element: footnote;\">\n<p class=\"note\"><a style=\"mso-footnote-id: ftn86;\" href=\"#_ftnref86\" target=\"text\" name=\"_ftn86\">[86]<\/a> BKA 96.690-13\/37. \u201eAnlage 2\u201c zum Protokoll. \u201eBericht \u00fcber die Sitzung des Unterausschusses f\u00fcr Buchfragen des Ausschusses f\u00fcr die kulturellen Beziehungen zwischen \u00d6sterreich und Deutschland vom 30. November bis 2. Dezember 1937 in Berlin.\u201c Im folgenden als \u201eBericht\u201c mit Seitenzahl zitiert.<\/p>\n<\/div>\n<div id=\"ftn87\" style=\"mso-element: footnote;\">\n<p class=\"note\"><a style=\"mso-footnote-id: ftn87;\" href=\"#_ftnref87\" target=\"text\" name=\"_ftn87\">[87]<\/a> \u00d6Sta, HHSta, N.P.A., Karton 134, BKA 44.575-13\/1937. Gegenstand: Wiederzulassung verbotener \u00f6sterreichischer B\u00fccher im Deutschen Reiche.<\/p>\n<\/div>\n<div id=\"ftn88\" style=\"mso-element: footnote;\">\n<p class=\"note\"><a style=\"mso-footnote-id: ftn88;\" href=\"#_ftnref88\" target=\"text\" name=\"_ftn88\">[88]<\/a> Protokoll der Besprechung liegt bei BKA Siehe Anm. 85.<\/p>\n<\/div>\n<div id=\"ftn89\" style=\"mso-element: footnote;\">\n<p class=\"note\"><a style=\"mso-footnote-id: ftn89;\" href=\"#_ftnref89\" target=\"text\" name=\"_ftn89\">[89]<\/a> \u00d6Sta, HHSta, N.P.A., Karton 131, BKA 51.715-13\/1938. Gegenstand: Unterausschu\u00df f\u00fcr Buchfragen des Ausschusses f\u00fcr die kulturellen Beziehungen zwischen \u00d6sterreich und Deutschland. Besprechung in Berlin am 7. II., fol. 19612 ff.<\/p>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>XI. Existenzgrundlage der \u00f6sterreichischen Verlage 1. Kleine Wirtschaftsfibel zur Einleitung 2. Der Kampf der Autoren 3. Das Handelsabkommen 1937 und die Autoren 4. Not der Verlage a) Die rechtliche Grundlage b) Auswirkungen auf \u00f6sterreichischer Seite c) Zahlungen d) Vergabe nach Deutschland 5. Die besondere Lage der \u201eemigrierten\u201c Verlage: der \u201esonderbehandelte\u201c\u2026<\/p>\n<p> <a class=\"continue-reading-link\" href=\"http:\/\/verlagsgeschichte.murrayhall.com\/?page_id=138\"><span>Continue reading<\/span><i class=\"crycon-right-dir\"><\/i><\/a> <\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"parent":26,"menu_order":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","template":"","meta":{"footnotes":""},"class_list":["post-138","page","type-page","status-publish","hentry"],"_links":{"self":[{"href":"http:\/\/verlagsgeschichte.murrayhall.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages\/138","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"http:\/\/verlagsgeschichte.murrayhall.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages"}],"about":[{"href":"http:\/\/verlagsgeschichte.murrayhall.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/page"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/verlagsgeschichte.murrayhall.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/verlagsgeschichte.murrayhall.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=138"}],"version-history":[{"count":11,"href":"http:\/\/verlagsgeschichte.murrayhall.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages\/138\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":1955,"href":"http:\/\/verlagsgeschichte.murrayhall.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages\/138\/revisions\/1955"}],"up":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/verlagsgeschichte.murrayhall.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages\/26"}],"wp:attachment":[{"href":"http:\/\/verlagsgeschichte.murrayhall.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=138"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}