{"id":218,"date":"2015-09-03T19:48:33","date_gmt":"2015-09-03T17:48:33","guid":{"rendered":"http:\/\/verlagsgeschichte.murrayhall.com\/?page_id=218"},"modified":"2022-01-05T16:21:50","modified_gmt":"2022-01-05T14:21:50","slug":"bermann-fischer-verlag","status":"publish","type":"page","link":"http:\/\/verlagsgeschichte.murrayhall.com\/?page_id=218","title":{"rendered":"Bermann-Fischer Verlag"},"content":{"rendered":"<h3>Bermann-Fischer Verlag<\/h3>\n<h6><\/h6>\n<ul>\n<li>\u00a0<a href=\"#anm1\">Anmerkungen<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#erg1\">Erg\u00e4nzungen zur Buchver\u00f6ffentlichung von 1985<\/a><\/li>\n<\/ul>\n<p><a href=\"http:\/\/verlagsgeschichte.murrayhall.com\/wp-content\/uploads\/2015\/09\/bermannfischer1.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft wp-image-997\" src=\"http:\/\/verlagsgeschichte.murrayhall.com\/wp-content\/uploads\/2015\/09\/bermannfischer1.jpg\" alt=\"Bermannfischer Signet\" width=\"140\" height=\"226\" srcset=\"http:\/\/verlagsgeschichte.murrayhall.com\/wp-content\/uploads\/2015\/09\/bermannfischer1.jpg 717w, http:\/\/verlagsgeschichte.murrayhall.com\/wp-content\/uploads\/2015\/09\/bermannfischer1-186x300.jpg 186w, http:\/\/verlagsgeschichte.murrayhall.com\/wp-content\/uploads\/2015\/09\/bermannfischer1-633x1024.jpg 633w, http:\/\/verlagsgeschichte.murrayhall.com\/wp-content\/uploads\/2015\/09\/bermannfischer1-93x150.jpg 93w\" sizes=\"auto, (max-width: 140px) 100vw, 140px\" \/><\/a>Die Ereignisse, die zur Gr\u00fcndung des Wiener &#8222;Bermann-Fischer Verlags&#8220; f\u00fchrten, sind bereits mehrmals beschrieben, die Geschichte des Verlags ebensooft geschildert worden. Auch an anderer Stelle dieser Arbeit sind teils unter Heranziehung neuer Dokumente sowohl die wirtschaftliche Entwicklung als auch die Beziehungen zum Deutschen Reich ganz generell sowie die Liquidation behandelt worden. Aus diesem Grund werden die Vorg\u00e4nge aus Wiener Sicht grob skizziert und einige Fehlansichten richtiggestellt.<\/p>\n<p>In seinen Erinnerungen<a href=\"#_ftn10\" name=\"_ftnref1\"><span class=\"Reference\">[1]<\/span><\/a> schreibt Gottfried Bermann-Fischer, er habe im M\u00e4rz 1935 den entscheidenden Entschlu\u00df gefa\u00dft, den Nazis das in den Rachen zu werfen, &#8222;was sie haben wollen&#8220;, und daf\u00fcr die &#8222;Freigabe der verfemten Verlagsautoren zur Auswanderung&#8220; zu erkaufen (S. 94). Was sich aus dieser Auswanderung in den n\u00e4chsten 12 Monaten entwickelte, war &#8211; auf die Wiener Zeit bezogen &#8211; kein &#8222;Exilverlag&#8220; im \u00fcblichen Sinn. Das Entgegenkommen, das Bermann im Propagandaministerium erfuhr, war, wie mehrfach festgestellt, in Wahrheit erstaunlich, was allerdings nicht bedeutet, der neue Sezessions-Verlag in Wien stie\u00df im Reich \u00fcberall auf Gegenliebe. <a href=\"#_ftn2\" name=\"_ftnref2\"><span class=\"Reference\">[2]<\/span><\/a><\/p>\n<p>Das alte, seit dem Jahre 1886 bestehende Verlagsunternehmen S. Fischer sollte in zwei Bestandteile aufgel\u00f6st werden. Am 18. Dezember 1936 hat sodann eine wenige Tage zuvor gegr\u00fcndete Kommanditgesellschaft von der S. Fischer Verlag A.G. den Verlag unter Beibehaltung des Namens erworben. <a href=\"#_ftn3\" name=\"_ftnref3\"><span class=\"Reference\">[3]<\/span><\/a> Die Leitung lag in den H\u00e4nden Peter Suhrkamps. Durch die effektive &#8222;Arisierung&#8220; der S. Fischer Verlag A.G. blieben neben einem betr\u00e4chtlichen Warenlager auch die Verlagsrechte von einer Reihe im Reich &#8222;unerw\u00fcnschter&#8220; Autoren \u00fcber. Diese schufen die Basis f\u00fcr einen im Ausland zu gr\u00fcndenden Verlag. Bermann-Fischer hat sodann nicht nur Erlaubnis bekommen, den Buchbestand von \u00fcber 780.000 B\u00e4nden mit einem Verkaufswert von RM 1,572.000 &#8222;mitnehmen&#8220; zu d\u00fcrfen, sondern es wurde ihm ausdr\u00fccklich gestattet, den Vertrieb seiner Verlagsproduktion mit noch zu nennenden Ausnahmen zu propagieren. In der letzten Verhandlung zwischen Ministeriahrat Wismann vom Propagandaministerium, Bermann und Suhrkamp \u00fcber die Modalit\u00e4ten am 16. April 1936 wurde vielmehr festgestellt, &#8222;da\u00df der von Ihnen im Ausland gegr\u00fcndete Verlag von der Kammer [= Reichsschrifttumskammer] grunds\u00e4tzlich nicht anders behandelt werden wird als jeder andere ausl\u00e4ndische Verlag&#8220;. <a href=\"#_ftn4\" name=\"_ftnref4\"><span class=\"Reference\">[4]<\/span><\/a> Dieses Schreiben der RSK wirft demgem\u00e4\u00df auf die Gr\u00fcndung des Bermann-Fischer Verlags im Ausland ein relativierendes Licht. Doch bis es so weit war, gab es ein bewegtes Hin und Her in der Standortfrage.<\/p>\n<p>Schon Anfang November 1935 begann sich die seit 1934 erscheinende Wiener Tageszeitung Das Echo als eines der wenigen Wiener Bl\u00e4tter mit dem Thema der &#8222;\u00dcbersiedlung deutscher Verleger nach Wien&#8220; regelm\u00e4\u00dfig zu befassen. So hei\u00dft es etwa am 8. November:<\/p>\n<p class=\"zitat\">In kurzen Abst\u00e4nden wiederholen sich die Meldungen \u00fcber Abwanderungspl\u00e4ne gro\u00dfer deutscher Verlage nach \u00d6sterreich. Es werden Namen wie S. Fischer. Berlin, R\u00fctten &amp; Loening, Frankfurt am Main, Jakob Hegner, Hellerau, Piper &amp; Co., M\u00fcnchen und auch Ernst Rowohlt genannt.<\/p>\n<p>Von &#8222;informierter Seite&#8220; erhielt <em>Das Echo <\/em>die Mitteilung, da\u00df der S. Fischer Verlag &#8222;vor kurzem von dem Ullstein-Verlag (lies: von dem nationalsozialistischen Zentralverlag, an dem Hitler selbst hervorragend beteiligt ist) aufgekauft&#8220; worden sei.<\/p>\n<p class=\"zitat\">Die Machthaber des Zentralverlages wollten sich die Verlags rechte und das Gesch\u00e4ft mit den zahlreichen verstorbenen, aber noch der Schutzfrist unterworfenen Autoren S. Fischers sichern. Auch verschiedene noch lebende Autoren, wie Gerhart Hauptmann, Lagerl\u00f6f, Hamsun w\u00fcnschten sie in ihre Interessensph\u00e4re einzubeziehen.<\/p>\n<p>Beim Verkauf sei Bermann-Fischer ausbezahlt worden und habe &#8222;seine Absicht kundgetan, mit diesem Kapital im Ausland, vermutlich in \u00d6sterreich, eine neue Verlagsanstalt zu gr\u00fcnden, in die ihm zweifellos ein bedeutender Prozentsatz der bisher bei ihm verlegten jungen Autoren folgen w\u00fcrde&#8220;. Ende Dezember 1935 konnte <em>Das Echo <\/em>\u00fcber die in weitesten Kreisen beachteten Vorg\u00e4nge weiteres berichten:<\/p>\n<p class=\"zitat\">Zuerst hie\u00df es, da\u00df dieser neue S. Fischer-Verlag &#8211; unter welchem Namen steht noch nicht fest &#8211; in Wien etabliert werden soll. Von diesem Plan ist man nunmehr abgekommen. Als neuer Verlagsort ist augenblicklich vielmehr Z\u00fcrich in ernste Erw\u00e4gung gezogen.<br \/>\nEs ist anzunehmen, da\u00df Dr. Bermann-Fischer die nicht-arischen Autoren des S. Fischer-Verlags \u00fcbernehmen und nun in Z\u00fcrich verlegen wird. Dies soll sich sowohl auf die bereits verstorbenen, wie eben Schnitzler und Altenberg, als auch auf die lebenden beziehen. <a href=\"#_ftn5\" name=\"_ftnref5\"><span class=\"Reference\">[5]<\/span><\/a><\/p>\n<p>Dazu brauchte Bermann die Genehmigung der Schweizer Beh\u00f6rden. Er war allerdings optimistisch: &#8222;Den ber\u00fchmten Verlag mit den Werken seiner gro\u00dfen Autoren, finanziell gesichert, als Schweizer Unternehmen zu etablieren, konnte doch wohl auf keine Schwierigkeiten sto\u00dfen. Aber ich hatte mich geirrt.&#8220; <em>(Bedroht<\/em>, S<em>. <\/em>101). Doch: &#8222;Gegen ein selbst\u00e4ndiges Unternehmen (&#8230;), wie ich es wollte, erhob sich der schweizerische Verlagsbuchhandel, unterst\u00fctzt von dem damaligen Feuilletonredakteur der Neuen Z\u00fcrcher Zeitung, Eduard Korrodi, mit der Begr\u00fcndung, die Niederlassung eines so potenten ausl\u00e4ndischen Verlages in Z\u00fcrich w\u00fcrde die Interessen des schweizerischen Verlagswesens schwer gef\u00e4hrden.&#8220; (S. 101)<\/p>\n<p>Noch am 24. Februar 1936 meldete die Wiener Wochenzeitung <em>Der Morgen<\/em>, da\u00df der k\u00fcnftige Sitz des Verlags Z\u00fcrich sein d\u00fcrfte. Erschwernisse bei der Niederlassung in Wien, die schon Ende M\u00e4rz in die Wege geleitet wurde, scheinen sich darauf beschr\u00e4nkt zu haben, da\u00df die von Deutschland verh\u00e4ngte &#8222;Tausendmarksperre&#8220; die Einreise Bermanns etwas kompliziert machte. Aber einmal in \u00d6sterreich, erfolgte die Neugr\u00fcndung sehr rasch und unkompliziert. &#8222;Der gegenw\u00e4rtige Eigent\u00fcmer des weltber\u00fchmten S. Fischer-Verlages in Berlin, Dr. Gottfried Bermann-Fischer, ist vor einigen Tagen in Wien eingetroffen. Der Wiener Aufenthalt Dr. Bermann-Fischers ist insoferne von Bedeutung, als er im Zusammenhang mit den notwendig gewordenen \u00c4nderungen des Besitzverh\u00e4ltnisses in dem ber\u00fchmten Verlag im Zusammenhang steht.&#8220;<\/p>\n<p class=\"zitat\">Dr. Bermann-Fischer will den neuen Verlag nicht in Z\u00fcrich, sondern vielmehr in Wien gr\u00fcnden. Dies ist auch der Zweck seines gegenw\u00e4rtigen Wiener Aufenthaltes. Er steht bereits in eingehenden Unterhandlungen, die sich auf die Er\u00f6ffnung dieses neuen Verlages beziehen, der, wie Dr. Bermann-Fischer ausdr\u00fccklich betont, in der alten Tradition des bisherigen S.-Fischer-Verlages gef\u00fchrt werden wird.<\/p>\n<p class=\"zitat\">Dr. Bermann-Fischer f\u00e4hrt schon in den allern\u00e4chsten Tagen wieder nach Berlin, um dort die Verkaufsverhandlungen zu perfektuieren und kehrt dann nach Wien zur\u00fcck, um seinen Wiener Pl\u00e4nen konkrete Form zu geben. <a href=\"#_ftn6\" name=\"_ftnref6\"><span class=\"Reference\">[6]<\/span><\/a><\/p>\n<p>Bereits am 1. April 1936 waren die Verhandlungen so weit gediehen, da\u00df Bermann an diesem Tag bei einem Wiener Notar erscheinen und rechtm\u00e4\u00dfig sowohl den Mantel (genau: s\u00e4mtliche Anteile) einer bestehenden Verlags Ges.m.b.H. als auch die erforderliche Konzession erwerben konnte. <a href=\"#_ftn7\" name=\"_ftnref7\"><span class=\"Reference\">[7]<\/span><\/a> Es handelt sich um die am 5.12.1930 ins Wiener Handelsregister eingetragene Firma &#8222;Zentraleurop\u00e4ische Verlags- und Werbe-Gesellschaft&#8220;. Hiebei ist die Firmenbezeichnung etwas irref\u00fchrend, denn dachte die \u00d6sterreichische V\u00f6lkerbundliga (zun\u00e4chst) an die Schaffung eines selbst\u00e4ndigen Verlags zur Herausgabe und Verbreitung ihrer publizistischen Werke, so lautete der neue Betriebsgegenstand im M\u00e4rz 1933 nunmehr &#8222;Gemischtwarenhandel mit Ausschlu\u00df des Handels in Lebensmitteln&#8220;!<\/p>\n<p>In offiziellen Eingaben an die \u00f6sterreichische Regierung gibt Bermann das Gr\u00fcndungsdatum mit 1. Mai 1936 an, wobei nicht einsichtig ist, worauf er sich konkret bezieht. Die Chronologie sieht dem Aktenverlauf nach folgenderma\u00dfen aus: Erwerb durch Notariatsakt vom 1. April 1936; Bef\u00fcrwortung der \u00dcbernahme am 8. Mai in einem Gutachten der Buchkaufmannschaft Wien mit Hinweis darauf, da\u00df Dr. Gottfried Bermann-Fischer (langj\u00e4hriger Leiter des S. Fischer Verlags in Berlin gewesen sei; Bef\u00fcrwortung der \u00dcbernahme und des Firmawortlauts &#8222;Bermann-Fischer Verlag Ges.m.b.H.&#8220; durch die Kammer f\u00fcr Handel, Gewerbe und Industrie in Wien vom 22. Mai. Die Eintragung bzw. die &#8222;\u00c4nderung bei einer bereits eingetragenen Firma&#8220; im Register C, Band 4, pagina 40 erfolgte am 9. Juni 1936. Sitz der Firma war Wien III., Esteplatz 5, und Bermann wurde als nunmehr alleiniger Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer eingetragen. Bereits Anfang Mai erfuhren Wiener Zeitungsleser, welche Autoren Bermann vom Berliner Stammhaus \u00fcbernehmen sollte. <a href=\"#_ftn8\" name=\"_ftnref8\"><span class=\"Reference\">[8]<\/span><\/a> Au\u00dferdem enth\u00e4lt der Registerakt des Handelsgerichts ein Verzeichnis der Autoren und Werke, die von S. Fischer Berlin an Bermann abgetreten wurden.<\/p>\n<p>F\u00fcr die &#8222;teilweise Abfindung&#8220; von Bermanns Vertrag mit dem S. Fischer Verlag erhob dieser Anspruch auf die Autorenrechte und Lagerbest\u00e4nde folgender 26 Autoren: Peter Altenberg, R. Beer-Hoffmann, Alice Berend, Siegmund Bing, Alfred D\u00f6blin, Arthur Eloesser, Martin Gumpert, Moritz Heimann, Friedrich Heydenau, H. v. Hofmannsthal, Marta Karlweis, Harry Kessler, Annette Kolb, Mechtilde Lichnowsky, Thomas Mann, Andr\u00e9 Maurois, Carl R\u00f6ssler, Ren\u00e9 Schickel, Arthur Schnitzler, Bernard Shaw, Richard Specht, Siegfried Trebitsch, Jakob Wassermann, Carl Zuckmayer, R. Auernheimer, H. Chlumberg <a href=\"#_ftn9\" name=\"_ftnref9\"><span class=\"Reference\">[9]<\/span><\/a><\/p>\n<p>In einem Schreiben des Pr\u00e4sidenten der RSK vom 30. April 1936 an Bermann hei\u00dft es einschr\u00e4nkend in diesem Zusammenhang: &#8222;Vorbehaltlich der devisenrechtlichen Zustimmung bestehen hiergegen seitens der Reichsschrifttumskammer keine Bedenken; es wird aber ausdr\u00fccklich festgestellt, da\u00df das Ausscheiden der genannten Autoren aus der S. Fischer-Verlags A.G. auf Ihre unmittelbare Veranlassung unter freiwilliger Zustimmung der Autoren oder deren Erben geschieht.&#8220; (ebda.) Gleichzeitig wurde Bermann darauf aufmerksam gemacht, da\u00df die Werke folgender von ihm \u00fcbernommener Autoren &#8222;gegenw\u00e4rtig vom Vertrieb innerhalb Deutschlands ausgeschlossen&#8220; seien, also mit einem Gesamtverbot belegt waren:<\/p>\n<p class=\"zitat\">Siegmund Bing, Alfred D\u00f6blin, Harry Graf Kessler, Ren\u00e9 Schickele, Arthur Schnitzler, Richard Specht: Arthur Schnitzler, Siegfried Trebitsch, Jakob Wassermann. (ebda.)<\/p>\n<p>Es fehlt hier nur der Name Carl Zuckmayer, dessen bei Bermann erschienene Werke mit einem Gesamtverbot belegt waren. Zum Schlu\u00df wird noch betont, wie zuvorkommend die RSK sich verhalten hatte:<\/p>\n<p class=\"zitat\">Es wird Ihnen ausnahmsweise gestattet, die gesamten Buchvorr\u00e4te einschl. der Rohbest\u00e4nde von Werken dieser Schriftsteller bis zum 31. Mai 1936 nach Wien abzutransportieren; Sie sind verpflichtet, der Reichsschrifttumskammer den erfolgten Abtransport zu melden. Nach diesem Termin kann dieses Zugest\u00e4ndnis nicht mehr aufrecht erhalten werden.<br \/>\nDer Vertrieb der Werke der \u00fcbrigen Autoren innerhalb Deutschlands ist z.Zt. frei. Neue einschr\u00e4nkende Ma\u00dfnahmen des Reiches w\u00fcrden, soweit sie die von Ihnen \u00fcbernommenen anderen Autoren betreffen, selbstverst\u00e4ndlich dieses Recht zum Vertrieb in Deutschland entsprechend einschr\u00e4nken. (ebda.)<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/verlagsgeschichte.murrayhall.com\/wp-content\/uploads\/2015\/09\/bermannfischer2.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter wp-image-999\" src=\"http:\/\/verlagsgeschichte.murrayhall.com\/wp-content\/uploads\/2015\/09\/bermannfischer2.jpg\" alt=\"Bermannfischer Signet\" width=\"300\" height=\"202\" srcset=\"http:\/\/verlagsgeschichte.murrayhall.com\/wp-content\/uploads\/2015\/09\/bermannfischer2.jpg 1934w, http:\/\/verlagsgeschichte.murrayhall.com\/wp-content\/uploads\/2015\/09\/bermannfischer2-300x202.jpg 300w, http:\/\/verlagsgeschichte.murrayhall.com\/wp-content\/uploads\/2015\/09\/bermannfischer2-1024x688.jpg 1024w, http:\/\/verlagsgeschichte.murrayhall.com\/wp-content\/uploads\/2015\/09\/bermannfischer2-223x150.jpg 223w, http:\/\/verlagsgeschichte.murrayhall.com\/wp-content\/uploads\/2015\/09\/bermannfischer2-150x101.jpg 150w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><\/p>\n<p>Erst am 25. Juli war Bermann offenbar so weit, da\u00df er dem geehrten \u00f6sterreichischen Buchhandel die &#8222;Begr\u00fcndung eines neuen Verlagsunternehmens&#8220; anzeigen konnte. <a href=\"#_ftn10\" name=\"_ftnref10\"><span class=\"Reference\">[10]<\/span><\/a> Die Liste der \u00fcbernommenen Autoren, die hier angezeigt werden, umfa\u00dft allerdings nur 19 Namen, und zwar:<\/p>\n<p class=\"zitat\">Peter Altenberg, Richard Beer-Hofmann, Alice Berend, Alfred D\u00f6blin, Martin Gumpert, Moritz Heimann, Friedrich Heydenau, Hugo v. Hofmannsthal, Marta Karlweis, Graf Harry Kessler, Annette Kolb, Mechtilde Lichnowsky, Thomas Mann, Andr\u00e9 Maurois, Carl R\u00f6ssler, Arthur Schnitzler, Bernard Shaw, Siegfried Trebitsch, Carl Zuckmayer.<\/p>\n<p>Bereits im August 1936 begann der neue Verlag mit seiner Herstellungst\u00e4tigkeit. Die Neuproduktion f\u00fcr den Herbst 1936 (zur G\u00e4nze in \u00d6sterreich hergestellt) umfa\u00dfte 10 Werke, und zwar:<\/p>\n<p class=\"zitat\">Thomas Mann, Joseph in \u00c4gypten; Carl Zuckmayer, Salware; Hermann Hesse, Stunden im Garten; Hans v. Hammerstein, Die gelbe Mauer; Mechtilde Lichnowsky, Der Lauf der Asdur; Johannes V. Jensen, Dr. Renaults Versuchung; Ralph Roeder, Savonarola; Thomas Mann, Freud und die Zukunft; Jean Giraudoux, Kein Krieg in Troja; Julien Green, Mitternacht. <a href=\"#_ftn11\" name=\"_ftnref11\"><span class=\"Reference\">[11]<\/span><\/a><\/p>\n<p>Wenn man aber den ersten Bermann-Fischer-Verlagsprospekt mit &#8222;Neuerscheinungen&#8220; vom &#8222;Herbst 1936&#8220; n\u00e4her ansieht, stellt man fest, da\u00df zwei Neuerscheinungen nicht aufscheinen, zumal sie in Deutschhand von vornherein nicht vertrieben werden durften. Es sind dies Thomas Manns <em>Freud und die Zukunft <\/em>und Zuckmayers <em>Salware. <\/em><\/p>\n<p>Gerade was die Entwicklung des Verlags in den zwei Jahren 1936-38, in denen Bermann in Wien aktiv sein konnte, betrifft, ist es erforderlich, einer Legendenbildung, die nicht zuletzt von Bermann-Fischer ausgegangen ist, entgegenzutreten, ohne das Verdienst Bermanns um die deutsche und \u00f6sterreichische Literatur in irgendeiner Weise zu schm\u00e4lern. So ist es nicht zutreffend, wenn Bermann in seinen Erinnerungen von einem &#8222;Exilverlag&#8220; spricht (S. 104). Da\u00df er Autoren und Werke verlegte, die im Reich verboten waren, reicht nicht aus, um dieses Pr\u00e4dikat zu beanspruchen: zum wirklichen Emigranten wurde er anl\u00e4\u00dflich des &#8222;Anschlusses&#8220;. Er war zu sehr gefinkelter Gesch\u00e4ftsmann, zu vorsichtig, um sein eintr\u00e4gliches Gesch\u00e4ft im Reich zu ruinieren oder aufs Spiel zu setzen im Gegensatz zu den wirklichen Exilverlagen war das Deutsche Reich f\u00fcr Bermann doch das Hauptabsatzgebiet. Er hielt sich an die Abmachung mit der RSK. In seinen Memoiren hei\u00dft es diesbez\u00fcglich:<\/p>\n<p class=\"zitat\">In Deutschland \u00fcbernahm nicht ohne politisches Risiko die mutige Firma Fleischer in Leipzig die Belieferung des deutschen Buchhandels und tat alles, um den Verkauf der &#8222;gef\u00e4hrlichen&#8220; Geistesware nach Kr\u00e4ften zu f\u00f6rdern. Der deutsche Sortimentsbuchhandel spielte noch mit, stellte die Bermann-Fischer B\u00fccher sogar noch aus, bis sie langsam unter den Ladentisch und sp\u00e4ter ganz verschwanden. Aber damit hatte es noch einige Weile. (S. 107)<\/p>\n<p>Im Lichte des Wiener Archivmaterials h\u00e4lt diese \u00dcberdramatisierung, die mit dem letzten Satz abgeschw\u00e4cht wird, einem Vergleich mit den Fakten nicht stand. Der Verlag wurde nicht in Deutschland stigmatisiert. Im Gegenteil: er war im Adre\u00dfbuch des deutschen Buchhandels 1937 verzeichnet, nahm an der Leipziger Fr\u00fchjahrsbuchmesse 1937 ganz normal teil und stellte gar einen nicht geringen Teil seiner Produktion bis zum &#8222;Anschlu\u00df&#8220; im Deutschen Reich her. Er sorgte somit f\u00fcr die Auslastung deutscher Druckereien und Bindereien und war insofern willkommen, als die Wertsch\u00f6pfung seines Verlags in Deutschland eben im Land blieb und nicht ins Ausland gebracht werden konnte. Wie an anderer Stelle dieser Arbeit erl\u00e4utert, geno\u00df der Bermann-Fischer Verlag innerhalb des Devisenkontingentensystems eine Sonderstellung. Allf\u00e4llige Schwierigkeiten, die Bermann im Reich gemacht wurden, betrafen auch andere Verlage und scheinen sich lediglich auf die Ablehnung von Anzeigen neuerschienener Werke ausl\u00e4ndischer Juden durch das <em>B\u00f6rsenblatt <\/em>beschr\u00e4nkt zu haben. Auch scheinen inoffizielle Boykottma\u00dfnahmen im Reich Ende 1937 Bermann betroffen zu haben.<\/p>\n<p>Die Fr\u00fchjahrsproduktion im Jahre 1937 umfa\u00dfte 14 Werke, teils von \u00e4lteren, dem Verlag angeh\u00f6rigen Autoren, teils von neuen, jungen Autoren, die zum gr\u00f6\u00dferen Teil \u00d6sterreicher waren. So umfa\u00dfte das neue Verlagsprogramm folgende Werke:<\/p>\n<p class=\"zitat\"><a href=\"http:\/\/verlagsgeschichte.murrayhall.com\/wp-content\/uploads\/2015\/09\/BermannFischerAnzeigeKolb.jpg\" rel=\"attachment wp-att-1831\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft wp-image-1831\" src=\"http:\/\/verlagsgeschichte.murrayhall.com\/wp-content\/uploads\/2015\/09\/BermannFischerAnzeigeKolb.jpg\" alt=\"Bermannfischer Anzeige Kolb\" width=\"250\" height=\"408\" srcset=\"http:\/\/verlagsgeschichte.murrayhall.com\/wp-content\/uploads\/2015\/09\/BermannFischerAnzeigeKolb.jpg 2459w, http:\/\/verlagsgeschichte.murrayhall.com\/wp-content\/uploads\/2015\/09\/BermannFischerAnzeigeKolb-184x300.jpg 184w, http:\/\/verlagsgeschichte.murrayhall.com\/wp-content\/uploads\/2015\/09\/BermannFischerAnzeigeKolb-768x1255.jpg 768w, http:\/\/verlagsgeschichte.murrayhall.com\/wp-content\/uploads\/2015\/09\/BermannFischerAnzeigeKolb-627x1024.jpg 627w, http:\/\/verlagsgeschichte.murrayhall.com\/wp-content\/uploads\/2015\/09\/BermannFischerAnzeigeKolb-92x150.jpg 92w\" sizes=\"auto, (max-width: 250px) 100vw, 250px\" \/><\/a>Annette Kolb, Mozart; Franz K\u00f6rmendi, Die S\u00fcndigen; Van Gogh-Briefe; Jean Giono, Novellen; Vincent Sheean, Sanfelice; Walther Schneider, Arthur Schopenhauer; Julius Vogel, Der ewige Wind; Rudolf Borchardt, Die mageren Jahre; Robert Musil, \u00dcber die Dummheit; Paul Val\u00e9ry, Die Politik des Geistes; Moritz Heimann, Die Spindel; Arthur Schnitzler, Abenteurernovelle; Carl Zuckmayer, Gedichte. Ultima Thule.<\/p>\n<p>In dieser Liste schon ber\u00fccksichtigt sind die ersten Publikationen der neugegr\u00fcndeten Schriftenreihe &#8222;Ausblicke&#8220;, zu der auch Manns Freud-Essay geh\u00f6rte. Dazu Bermann: &#8222;Da ich die \u201aNeue Rundschau&#8220; in meinem kleinen Verlag nicht weiterf\u00fchren und mir eine eigene Zeitschrift, die die politische und kulturpolitische Gesinnung des Verlages zum Ausdruck bringen sollte, nicht leisten konnte, begr\u00fcndete ich die Schriftenreihe \u201aAusblicke&#8220;, die in unregelm\u00e4\u00dfigen Abst\u00e4nden Aufs\u00e4tze zur geistigen Situation der Zeit brachte&#8220; (S. 112). &#8222;In zwangloser Folge [werden] Aufs\u00e4tze hervorragender Schriftsteller ver\u00f6ffentlicht &#8211; Ausschnitte aus dem Geistesleben der Gegenwart und ihrem Bem\u00fchen um Klarheit und Menschlichkeit&#8220;, hei\u00dft es in einer Verlagsanzeige. <a href=\"#_ftn12\" name=\"_ftnref12\"><span class=\"Reference\">[12]<\/span><\/a> In dieser Reihe erschienen z.B. die erw\u00e4hnte Schrift Thomas Manns, Val\u00e9rys <em>Die Politik des Geistes, <\/em>Robert Musils <em>\u00dcber die Dummheit, <\/em>Hans von Hammersteins <em>Wiedergeburt der Menschlichkeit, <\/em>Johannes Hollnsteiners <em>Christentum und Abendland, <\/em>Paul Claudels <em>Vom Wesen der holl\u00e4ndischen Malerei, <\/em>Nikolai Berdiaeffs <em>Die menschliche Pers\u00f6nlichkeit und die \u00fcberpers\u00f6nlichen Werte. <\/em>Zu den nach Bermann 29 Titeln der Jahresproduktion 1937 z\u00e4hlte auch <em>Die Rappen. Jahrbuch 1937, <\/em>dessen Vorwort die Ergebenheit Bermanns den Kultur- und Politikm\u00e4chtigen des Gastlandes gegen\u00fcber demonstriert. Zu den Neuerscheinungen im Herbst z\u00e4hlten die sehr erfolgreiche Biographie <em>Madame Curie, <\/em>Thomas Manns <em>Der Zauberberg, <\/em>Vincent van Goghs <em>Briefe an den Maler van Rappard, <\/em>H. v. Hofmannsthals <em>Briefe 1900-1909, <\/em>E.P. O&#8220;Donnells Roman <em>Das gro\u00dfe Delta, <\/em>Jean Gionos Roman <em>Bleibe, meine Freude, <\/em>Hammersteins \u201aRoman aus dem alten \u00d6sterreich&#8220; <em>Wald, <\/em>Frank K\u00f6rmendis Roman <em>Begegnung, <\/em>Valentin Richters Roman <em>Ein Leben und ein Augenblick, <\/em>der Roman <em>Der Verj\u00fcngte <\/em>von Siegfried Trebitsch sowie <em>Der kranke Nietzsche. <\/em>Bermann-Fischer \u00fcbernahm die Werke und Autorenrechte des eigenwilligen Robert Musil vom Rowohlt Verlag. Dazu geh\u00f6rten s\u00e4mtliche Werke, darunter die ersten zwei B\u00e4nde des <em>Mann ohne Eigenschaften. <\/em>Ein dritter Band wurde f\u00fcr November bzw. Herbst 1937, dann f\u00fcr Ende Februar 1938 angek\u00fcndigt. Aus einer Reihe von Gr\u00fcnden, die allgemein bekannt sind und auf die hier nicht eingegangen wird, erschien er nicht. Unrichtig ist es allerdings, wenn Bermann-Fischer in seinen Erinnerungen behauptet, die ersten zwei B\u00e4nde des <em>Mann ohne Eigenschaften <\/em>w\u00e4ren (vor dem &#8222;Anschlu\u00df&#8220;) in Deutschland verboten gewesen (S. 112). Worauf sich Bermann hier st\u00fctzt, ist unbekannt, aber es hie\u00dfe den Stellenwert Musils in der Literaturszene stark \u00fcbersch\u00e4tzen, ginge man davon aus, Musil w\u00e4re vor dem M\u00e4rz 1938 generell verboten gewesen. Sonst w\u00e4re unerkl\u00e4rlich, da\u00df die letzte Verlagsanzeige, die Bermann-Fischer vor dem &#8222;Anschlu\u00df&#8220; im <em>B\u00f6rsenblatt <\/em>plazierte &#8211; am 15. Februar 1938 &#8211; den 3. Band des <em>Mann ohne Eigenschaften <\/em>f\u00fcr Ende des Monats ank\u00fcndigte und die ersten zwei B\u00e4nde als wieder lieferbar anpries.<\/p>\n<p>Zu den Werbemitteln des Bermann-Fischer Verlags geh\u00f6rten in den zwei Jahren neben Annoncen im \u00f6sterreichischen Anzeiger und im <em>B\u00f6rsenblatt <\/em>mehrere- mehr als ein halbes Dutzend-Verlagsprospekte, drei davon im Jahre 1936 (Juli 1936; August 1936; Herbst 1936). Im n\u00e4chsten Jahr gab es einen &#8222;Gesamtkatalog Fr\u00fchjahr 1937&#8220;, einen &#8222;Gesamt-Katalog 1937&#8220; und &#8222;Die Neuerscheinungen aus dem Bermann-Fischer Verlag Wien Herbst 1937&#8220;. Noch im J\u00e4nner 1938 gab es einen &#8222;Gesamtkatalog Fr\u00fchjahr 1938&#8220;.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/verlagsgeschichte.murrayhall.com\/wp-content\/uploads\/2015\/09\/BermannFischerKarte.jpg\" rel=\"attachment wp-att-1832\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter wp-image-1832\" src=\"http:\/\/verlagsgeschichte.murrayhall.com\/wp-content\/uploads\/2015\/09\/BermannFischerKarte.jpg\" alt=\"Bermannfischer Karte\" width=\"400\" height=\"281\" srcset=\"http:\/\/verlagsgeschichte.murrayhall.com\/wp-content\/uploads\/2015\/09\/BermannFischerKarte.jpg 1750w, http:\/\/verlagsgeschichte.murrayhall.com\/wp-content\/uploads\/2015\/09\/BermannFischerKarte-300x211.jpg 300w, http:\/\/verlagsgeschichte.murrayhall.com\/wp-content\/uploads\/2015\/09\/BermannFischerKarte-768x540.jpg 768w, http:\/\/verlagsgeschichte.murrayhall.com\/wp-content\/uploads\/2015\/09\/BermannFischerKarte-1024x720.jpg 1024w, http:\/\/verlagsgeschichte.murrayhall.com\/wp-content\/uploads\/2015\/09\/BermannFischerKarte-213x150.jpg 213w, http:\/\/verlagsgeschichte.murrayhall.com\/wp-content\/uploads\/2015\/09\/BermannFischerKarte-150x105.jpg 150w\" sizes=\"auto, (max-width: 400px) 100vw, 400px\" \/><\/a><\/p>\n<p>Das einzige Hindernis im Verkauf und Vertrieb der Verlagswerke im Deutschen Reich war, wie erw\u00e4hnt, das Kontingentensystem, durch das Bermann-Fischer ohnehin bevorzugt wurde. Dies ist auch der einzige Grund, weshalb es zu einer tempor\u00e4ren &#8222;Einfuhrsperre&#8220; gegen seine Verlagswerke kam. Fazit: Bermann konnte &#8211; von den zur G\u00e4nze in \u00d6sterreich hergestellten Werken im Deutschen Reich abgesehen &#8211; weitaus mehr absetzen, als seinem Verlag an Devisen zustand. Bermann zog &#8211; wie \u00fcbrigens andere Verleger auch &#8211; die Konsequenzen und verlegte einen ansehnlichen Teil seiner Produktion nach Deutschland. Hier lie\u00df er drucken und binden, hier kaufte er Papier ein, und so wurde der Vertrieb und Verkauf dieser zur G\u00e4nze im Reich hergestellten Werke (und auch der alten S. Fischer-Lagerbest\u00e4nde) in keiner Weise eingeschr\u00e4nkt.<\/p>\n<p>Was sich Mitte M\u00e4rz 1938 im Verlag in Wien abspielte, hat Bermann in seinen Erinnerungen geschildert. Aber wenn nun de Mendelssohn behauptet, der Verlag w\u00e4re von der Regierung geschlossen worden, so ist dies nicht nur ungenau, sondern schlicht und einfach unrichtig. Die &#8222;Regierung&#8220; hat expressis verbis keine Verlage &#8222;geschlossen&#8220;. Die Praxis sah v\u00f6llig anders aus. Der Bermann-Fischer Verlag wurde in Wahrheit \u00fcberhaupt nicht &#8222;geschlossen&#8220;, ja er war noch bis April 1939 aktiv. Obwohl weniger eindeutig als im Fall anderer Verlage, kann man annehmen, da\u00df eine Liquidation des &#8222;Judenverlags&#8220; fr\u00fcher oder sp\u00e4ter erfolgen w\u00fcrde, doch zun\u00e4chst hat sich ein &#8222;kommissarischer Leiter&#8220; namens Alfred B\u00f6hme in den Verlag eingesetzt. Das will hei\u00dfen, da\u00df B\u00f6hme nicht offiziell ernannt und auch nicht ins Handelsregister eingetragen wurde. Etwas versp\u00e4tet erfuhren Leser des <em>B\u00f6rsenblatts <\/em>am 17. Juni 1938, da\u00df der Bermann-Fischer Verlag in Wien &#8222;seit dem 18. M\u00e4rz 1938 unter kommissarischer Leitung&#8220; stehe. Der Betrieb wurde weiterhin aufrecht erhalten, trotz Abwesenheit des Inhabers. Am 28. Juli 1938 richtete B\u00f6hme ein Ansuchen an den Staatskommissar in der Privatwirtschaft mit der Bitte um Enthebung von seiner Funktion als kommissarischer Verwalter. Am 25. August wurde Theodor Hahn jun. (9.9.1903-9.8.1941) offiziell zum Nachfolger bestimmt. Es erschienen weiterhin Anzeigen des Wiener Bermann-Fischer Verlags im <em>B\u00f6rsenblatt <\/em>(z.B. 8. und 20.6.1938), so da\u00df von &#8222;geschlossen&#8220; allein deshalb keine Rede sein kann.<\/p>\n<p>Am 25. Februar 1939, also etwa einen Monat, bevor Hahn seines Postens als kommissarischer Verwalter enthoben wurde, wurde beim Handelsgericht Wien der Antrag auf Er\u00f6ffnung des Ausgleichsverfahrens \u00fcber das Verm\u00f6gen der Bermann-Fischer Verlag Ges.m.b.H. Wien gestellt. Einzelheiten \u00fcber den Ausgleich werden in Zusammenhang mit der Liquidation des Verlags an anderer Stelle er\u00f6rtert. Der Verlag wurde allerdings erst 1944 aus dem Handelsregister gel\u00f6scht. Abschlie\u00dfend soll aber auf einen genialen Schachzug Bermanns hingewiesen werden, der den Verlust des Wiener Verlags etwas verminderte. Der Eindruck da und dort, da\u00df nach dem &#8222;Anschlu\u00df&#8220; nun g\u00e4nzlich die Barbarei, etwa durch wilde Kommissare, Raub und Pl\u00fcnderung, ins Gesch\u00e4ftsleben einzog, wird gerade durch den Fall Bermann-Fischer Verlag widerlegt. Denn h\u00e4tten hier barbarische Zust\u00e4nde geherrscht, dann h\u00e4tte die Aufl\u00f6sung des Verlags nicht sechs Jahre gedauert und w\u00e4ren Gl\u00e4ubiger meistens nicht zu ihrem Recht gekommen. Obwohl in den meisten F\u00e4llen von &#8222;Arisierung&#8220; lediglich dem Schein der Rechtm\u00e4\u00dfigkeit Gen\u00fcge getan wurde, hatte bei Verfahren des Handelsgerichts alles seinen vorgeschriebenen Verlauf. Der Clou zum Ausgleich war die Tatsache, da\u00df die Autorenrechte des Bermann-Fischer Verlags nicht dem Verlag in Wien, sondern der &#8222;A.G. f\u00fcr Verlagsrechte&#8220; im schweizerischen Chur geh\u00f6rten, und diese konnte im Rahmen des Ausgleichs Forderungen stellen, die erf\u00fcllt werden mu\u00dften. Entscheidend war, da\u00df die Verlagswerke nun in zwei geteilt wurden. Zum einen handelt es sich um in Deutschland zum Vertrieb zugelassene Werke, \u00fcber die der Abwickler des Verlags in Wien verf\u00fcgen konnte, und zwar unter folgenden Bedingungen: Einverst\u00e4ndnis der Autoren, Urheber oder deren Bevollm\u00e4chtigter, Zahlung der Autorenhonorare direkt an die Berechtigten, Zahlung der Lizenzgeb\u00fchr an die A.G. in Chur. In diesem Fall handelte es sich um folgende Werke:<\/p>\n<p>Bardiaeff, <em>Pers\u00f6nlichkeit; <\/em>Claudel, <em>Malerei; <\/em>Giono, <em>Taube Bl\u00fcten; <\/em>Giono, <em>Bleibe, meine Freude; <\/em>Van Gogh, <em>Briefe; <\/em>Green, <em>Mitternacht; <\/em>Gumpert, <em>Hahnemann; <\/em>Gumpert, <em>Leben; <\/em>Hammerstein, <em>Gelbe Mauer; <\/em>Hammerstein, <em>Wald; <\/em>Harrison, <em>Elisabeth; <\/em>Hesse, <em>Stunden; <\/em>Hofmannsthal, <em>Werke und Alles; <\/em>Hollnsteiner, <em>Christentum; <\/em>Jensen, <em>Dr. Renault; <\/em>Lichnowsky, <em>Leine; <\/em>Lichnowsky, <em>Kindheit, <\/em>Lichnowsky, <em>Delaide, <\/em>Lichnowsky, <em>Asdur; <\/em>O&#8220;Donnell, <em>Delta; <\/em>Podach, <em>Nietzsche; <\/em>Richter, <em>Leben; <\/em>Roeder, <em>Savonarola; <\/em>Schneider, <em>Schopenhauer; <\/em>Sheean, <em>San Felice; <\/em>Val\u00e9ry, <em>Politik; <\/em>Vogel, <em>Wind; <\/em>Shaw, Alles. <a href=\"#_ftn3\" name=\"_ftnref13\"><span class=\"Reference\">[13]<\/span><\/a><\/p>\n<p>Hinzu kam ein zweites Verzeichnis von Autoren, die als unerw\u00fcnscht vom Vertrieb in Deutschland ausgeschlossen waren und die die A.G. f\u00fcr Verlagsrechte in Chur von Bermann-Fischer \u00fcbernahm:<\/p>\n<p class=\"zitat\">Rudolf Borchardt, <em>Vereinigung durch den Feind hindurch<\/em>.<br \/>\nGiono, <em>Kampf in den Bergen<\/em>.<br \/>\nHammerstein, <em>Wiedergeburt der Menschlichkeit<\/em>.<br \/>\nStephan Hudson, <em>Eine wahre Geschichte<\/em>.<br \/>\nRobert Lehr, <em>Der Mensch des 20. Jahrhunderts<\/em>.<br \/>\nRobert Musil, <em>Vereinigungen, Die Schw\u00e4rmer, Drei Frauen, Vinzenz und die Freundin bedeutender M\u00e4nner, Rede zur Rilke-Feier, Die Verwirrungen des Z\u00f6glings T\u00f6rle\u00df, Der Mann ohne Eigenschaften, \u00dcber die Dummheit<\/em>.<br \/>\nRichter, <em>Ein Leben und ein Augenblick<\/em>.<br \/>\nVoegelin, <em>Die politischen Religionen<\/em>.<br \/>\nVogel, <em>Der ewige Wind<\/em>.<br \/>\nJakob Wassermann, <em>Die Geschichte der jungen Renate Fuchs, Caspar Hauser, Der goldene Spiegel, Das G\u00e4nsem\u00e4nnchen, Christian Wahnschaffe, Historische Erz\u00e4hlungen, Fr\u00e4nkische Erz\u00e4hlungen, Laudin und die Seinen, Der Fall Maurizius, Die Lebensalter, Etzel Andergast, Golowin, Der Aufruhr um den Junker Ernst, Christoph Columbus, Hofmannsthal der Freund, Bula Matari, Rede an die Jugend, Der unbekannte Gast, Oberlins drei Stufen, Ulrike Woytich, Faber, Selbstbetrachtungen, Mein Weg als Deutscher und Jude, Sonette an M.<\/em> (ebenda.)<\/p>\n<p>Wesentlich scheint vor allem im Zusammenhang mit Robert Musil und dem Schicksal der Lagerbest\u00e4nde seiner B\u00fccher die Vereinbarung zwischen Abwickler und A.G., da\u00df der Bermann-Fischer Verlag diejenigen Werke, die zwar zur Ausfuhr an die A.G. freigegeben, von ihr aber nicht \u00fcbernommen wurden, anderweitig vom Verlag verkauft werden durften. Darunter m\u00fc\u00dften sich die Werke Musils befunden haben.<\/p>\n<h3 id=\"anm1\"><a class=\"none\" name=\"Heading1\"><\/a> Anmerkungen<\/h3>\n<p class=\"Note\"><a href=\"#_ftnref1\" target=\"text\" name=\"_ftn1\">[1]<\/a> GOTTFRIED BERMANN-FISCIIER, Bedroht &#8211; Bewahrt. Der Weg eines Verlegers. Frankfurt am Main: Fischer-B\u00fccherei, 1971.<\/p>\n<p class=\"Note\"><a href=\"#_ftnref2\" target=\"text\" name=\"_ftn2\">[2]<\/a> Damit gemeint ist die Verleihung des Pr\u00e4dikats &#8222;Judenverlag&#8220; etwa durch Will Vesper in der <em>Neuen Literatur <\/em>(Heft 1 vom Januar 1938; Heft 3 vom M\u00e4rz 1938). Siehe auch ebenda, Heft 2 vom Februar 1937.<\/p>\n<p class=\"Note\"><a href=\"#_ftnref3\" target=\"text\" name=\"_ftn3\">[3]<\/a> <em>B\u00f6rsenblatt, <\/em>Nr. 42, 20.2.1937, S. 717.<\/p>\n<p class=\"Note\"><a href=\"#_ftnref4\" target=\"text\" name=\"_ftn4\">[4]<\/a> Zitiert nach der Abschrift eines Schreibens der RSK an Dr. Gottfried Bermann vom 30. April 1936. \u00d6Sta, AVA, BMfHuV, Gesch\u00e4ftszeichen 552, Grundzahl 92.040-7\/37, Gesch\u00e4ftszahl 96.067-7\/37.<\/p>\n<p class=\"Note\"><a href=\"#_ftnref5\" target=\"text\" name=\"_ftn5\">[5]<\/a> <em>Das Echo <\/em>(Wien), Jg. 2, Nr. 298, Fr., 27.12.1935, S. 6.<\/p>\n<p class=\"Note\"><a href=\"#_ftnref6\" target=\"text\" name=\"_ftn6\">[6]<\/a> <em>Das Echo <\/em>(Wien), Jg. 3, Nr. 80, Sa., 4.4.1936, S. 5.<\/p>\n<p class=\"Note\"><a href=\"#_ftnref7\" target=\"text\" name=\"_ftn7\">[7]<\/a> Handelsgericht Wien. Registerakt Bermann-Fischer Verlag, Reg. C 4, 40 (WrStLa). Die folgende Chronologie beruht auf diesem Akt.<\/p>\n<p class=\"Note\"><a href=\"#_ftnref8\" target=\"text\" name=\"_ftn8\">[8]<\/a> Siehe <em>Das Echo<\/em> (Wien), Jg. 3, Nr. 126, 2.5.1936, S. 5.<\/p>\n<p class=\"Note\"><a href=\"#_ftnref9\" target=\"text\" name=\"_ftn9\">[9]<\/a> Folgt der Aufstellung im Schreiben der RSK vom 30.4.1936. Siehe Anm. 4.<\/p>\n<p class=\"Note\"><a href=\"#_ftnref10\" target=\"text\" name=\"_ftn10\">[10]<\/a> <em>Anzeiger, <\/em>77. Jg., Nr. 18, 25.7.1936, S. 95. Die in G. BERMANN-FISCHER (zit. Anm. 1) wiedergegebene Anzeige tr\u00e4gt das Datum 15. Juni 1936 (S. 108).<\/p>\n<p class=\"Note\"><a href=\"#_ftnref11\" target=\"text\" name=\"_ftn11\">[11]<\/a> Zitiert nach einer Eingabe des Bermann-Fischer Verlags &#8222;Betrifft Einfuhr der in \u00d6sterreich hergestellten Produktion&#8220; an das Wiener Au\u00dfenministerium. (\u00d6Sta, HHSta, N.P.A., Karton 134, BKA 35.866-13\/37)<\/p>\n<p class=\"Note\"><a href=\"#_ftnref12\" target=\"text\" name=\"_ftn12\">[12]<\/a> <em>Anzeiger, <\/em>78. Jg., Nr. 10, 24.4.1937, S. 65.<\/p>\n<p class=\"Note\"><a href=\"#_ftnref13\" target=\"text\" name=\"_ftn13\">[13]<\/a> Alle hier zitierten Vorg\u00e4nge sind dem Ausgleichsakt des Wiener Handelsgerichts entnommen. (Handelsgericht Wien, Ausgleich Sa 3\/39 (WrStLa).<\/p>\n<h3 id=\"erg1\" class=\"Note\">Erg\u00e4nzungen zur Buchver\u00f6ffentlichung von 1985<\/h3>\n<ul style=\"list-style-type: circle;\">\n<li>Irene Nawrocka: Der S. Fischer Verlag. Von der Auswanderung aus Deutschland bis zur R\u00fcckkehr aus dem Exil. Diplomarbeit Universit\u00e4t Wien 1994.<\/li>\n<li>Bermann Fischer, Gottfried: <em>Wanderer durch ein Jahrhundert<\/em>. Frankfurt am Main: Fischer Taschenbuch Verlag 1995.<\/li>\n<li>Irene Nawrocka: Verlagssitz: Wien, Stockholm, New York, Amsterdam. Der Bermann-Fischer Verlag im Exil (1933\u20131950). Ein Abschnitt aus der Geschichte des S. Fischer Verlages. Diss. Wien 1998. (Gedruckt in: <em>Archiv f\u00fcr Geschichte des Buchwesens<\/em> 53 (2000), S. 1-216.) <a href=\"https:\/\/www.academia.edu\/32004367\/Verlagssitz_Wien_Stockholm_New_York_Amsterdam._Der_Bermann-Fischer_Verlag_im_Exil_1933_1950_._Ein_Abschnitt_aus_der_Geschichte_des_S._Fischer_Verlages._In_Archiv_f%C3%BCr_Geschichte_des_Buchwesens_Bd._53_2000_S._1_216\">PDF<\/a><\/li>\n<li><em>Carl Zuckmayer \u2013 Gottfried Bermann Fischer: Briefwechsel<\/em>. Mit den Briefen von Alice Herdan-Zuckmayer und Brigitte Bermann Fischer. Band I: Briefe 1935 \u2013 1977. Herausgegeben von Irene Nawrocka. Band II: Kommentar. Herausgegeben von Irene Nawrocka. G\u00f6ttingen: Wallstein Verlag 2004, bzw. Frankfurt: Fischer Taschenbuch Verlag 2007.<\/li>\n<li>Irene Nawrocka:\u00a0Deutschsprachige Exilautoren und der Bermann-Fischer Verlag in Stockholm. In: Irene Nawrocka (Hrsg.):\u00a0<em>Im Exil in Schweden. \u00d6sterreichische Erfahrungen und Perspektiven in den 1930er und 1940er Jahren<\/em>. Wien: Mandelbaum Verlag 2013, S. 148\u2013167.<\/li>\n<li>Irene Nawrocka: Gottfried Bermann Fischer und seine Zusammenarbeit mit der schwedischen Verlegerfamilie Bonnier. In: Olaf Gl\u00f6ckner und Helmut M\u00fcssener (Hrsg.):\u00a0<em>Deutschsprachige j\u00fcdische Migration nach Schweden 1774 bis 1945<\/em>.\u00a0Oldenburg:\u00a0De Gruyter\u00a02017, S. 167\u2013184. (=\u00a0Europ\u00e4isch-j\u00fcdische Studien &#8211; Beitr\u00e4ge 33)<\/li>\n<li>Irene Nawrocka: \u00d6sterreichische und deutsche Autoren im Bermann-Fischer Verlag in Wien 1936\u20131938. In: Aneta Jachimovicz (Hrsg.):\u00a0<em>Gegen den Kanon \u2013 Literatur der Zwischenkriegszeit in \u00d6sterreich<\/em>.\u00a0Frankfurt am Main:\u00a0Peter Lang\u00a02017, S. 97\u2013116. (=\u00a0Warschauer Studien zur Kultur- und Literaturwissenschaft, hrsg. von Karol Sauerland, Band 10)<\/li>\n<\/ul>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Bermann-Fischer Verlag \u00a0Anmerkungen Erg\u00e4nzungen zur Buchver\u00f6ffentlichung von 1985 Die Ereignisse, die zur Gr\u00fcndung des Wiener &#8222;Bermann-Fischer Verlags&#8220; f\u00fchrten, sind bereits mehrmals beschrieben, die Geschichte des Verlags ebensooft geschildert worden. Auch an anderer Stelle dieser Arbeit sind teils unter Heranziehung neuer Dokumente sowohl die wirtschaftliche Entwicklung als auch die Beziehungen zum\u2026<\/p>\n<p> <a class=\"continue-reading-link\" href=\"http:\/\/verlagsgeschichte.murrayhall.com\/?page_id=218\"><span>Continue reading<\/span><i class=\"crycon-right-dir\"><\/i><\/a> <\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"parent":149,"menu_order":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","template":"","meta":{"footnotes":""},"class_list":["post-218","page","type-page","status-publish","hentry"],"_links":{"self":[{"href":"http:\/\/verlagsgeschichte.murrayhall.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages\/218","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"http:\/\/verlagsgeschichte.murrayhall.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages"}],"about":[{"href":"http:\/\/verlagsgeschichte.murrayhall.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/page"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/verlagsgeschichte.murrayhall.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/verlagsgeschichte.murrayhall.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=218"}],"version-history":[{"count":13,"href":"http:\/\/verlagsgeschichte.murrayhall.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages\/218\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":2779,"href":"http:\/\/verlagsgeschichte.murrayhall.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages\/218\/revisions\/2779"}],"up":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/verlagsgeschichte.murrayhall.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages\/149"}],"wp:attachment":[{"href":"http:\/\/verlagsgeschichte.murrayhall.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=218"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}