{"id":266,"date":"2015-09-04T17:26:20","date_gmt":"2015-09-04T15:26:20","guid":{"rendered":"http:\/\/verlagsgeschichte.murrayhall.com\/?page_id=266"},"modified":"2018-04-19T13:09:57","modified_gmt":"2018-04-19T11:09:57","slug":"europaeischer-verlag","status":"publish","type":"page","link":"http:\/\/verlagsgeschichte.murrayhall.com\/?page_id=266","title":{"rendered":"Europ\u00e4ischer Verlag"},"content":{"rendered":"<h3>Europ\u00e4ischer Verlag<\/h3>\n<h6><\/h6>\n<ul class=\"overview\">\n<li class=\"overview\"><a class=\"none\" href=\"#Heading1\" target=\"_self\">1. Europ\u00e4ischer Verlag Dr. Friedrich Wallisch<\/a><\/li>\n<li class=\"overview\"><a class=\"none\" href=\"#Heading2\" target=\"_self\">2. Europ\u00e4ischer Verlag<\/a><\/li>\n<\/ul>\n<p>Unter dem Namen &#8222;Europ\u00e4ischer Verlag&#8220; gab es in Wien in den 20er und 30er Jahren zwei verschiedene Verlage, die indirekt miteinander in Verbindung standen.<\/p>\n<h3><a class=\"none\" name=\"Heading1\"><\/a> 1. Europ\u00e4ischer Verlag Dr. Friedrich Wallisch<\/h3>\n<p><a href=\"http:\/\/verlagsgeschichte.murrayhall.com\/wp-content\/uploads\/2015\/09\/europ\u00e4ischer-verlag-1.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-931 alignleft\" src=\"http:\/\/verlagsgeschichte.murrayhall.com\/wp-content\/uploads\/2015\/09\/europ\u00e4ischer-verlag-1.jpg\" alt=\"Europ\u00e4ischer Verlag Signet\" width=\"190\" height=\"170\" srcset=\"http:\/\/verlagsgeschichte.murrayhall.com\/wp-content\/uploads\/2015\/09\/europ\u00e4ischer-verlag-1.jpg 656w, http:\/\/verlagsgeschichte.murrayhall.com\/wp-content\/uploads\/2015\/09\/europ\u00e4ischer-verlag-1-300x268.jpg 300w, http:\/\/verlagsgeschichte.murrayhall.com\/wp-content\/uploads\/2015\/09\/europ\u00e4ischer-verlag-1-168x150.jpg 168w, http:\/\/verlagsgeschichte.murrayhall.com\/wp-content\/uploads\/2015\/09\/europ\u00e4ischer-verlag-1-150x134.jpg 150w\" sizes=\"auto, (max-width: 190px) 100vw, 190px\" \/><\/a>Gr\u00fcnder dieses Verlags war der am 31. Mai 1890 geborene Schriftsteller Friedrich Wallisch. Er begann seine literarische Karriere im Alter von 24 Jahren mit dem Reisebuch <em>Der Adler des Skanderberg, <\/em>diente im Ersten Weltkrieg als Frontk\u00e4mpfer, studierte danach Medizin und promovierte, ohne allerdings den Arztberuf tats\u00e4chlich auszu\u00fcben. Bis zu seinem Tod im Februar 1969 schrieb Wallisch Lyrik, Essays, Novellen, Biographien, Reiseb\u00fccher und B\u00fchnenwerke.<\/p>\n<p>Im Fr\u00fchjahr 1923 machte sich Wallisch an die Gr\u00fcndung eines Verlags, und am 2. M\u00e4rz wurde die Firma &#8222;Europ\u00e4ischer Verlag Dr. Friedrich Wallisch&#8220; unter Register A, Band 71, pagina 81 ins Wiener Handelsregister eingetragen. Der Betriebsgegenstand war &#8222;Verlagsbuchhandlung&#8220;, und Sitz der Firma war Wien 8., Pfeilgasse 7. Mitte Juni wurde eine Zweigniederlassung in Berlin errichtet, die im M\u00e4rz 1925, als der Verlagsstern wieder im Sinken war, gel\u00f6scht wurde. W\u00e4hrend die Firma weiterhin aufrecht blieb, d\u00fcrfte Wallisch den Verlag nur bis 1926 betrieben haben &#8211; so jedenfalls angesichts der Tatsache, da\u00df die letzte nachweisbare Publikation aus diesem Jahre stammt. Ende November 1941 wurde Wallisch vom Registergericht aufgefordert, die L\u00f6schung seiner Firma im Handelsregister anzumelden. Mit Schreiben vom 17. Dezember 1941<a href=\"#_ftn1\" name=\"_ftnref1\"><span class=\"Reference\">[1]<\/span><\/a> kam Wallisch dieser Aufforderung nach, und die Firma wurde schlie\u00dflich am 2. J\u00e4nner 1942 gel\u00f6scht.<\/p>\n<p>In den vier Jahren 1923-26 war die Produktion nicht sehr umfangreich, ja, sie d\u00fcrfte kaum mehr als eineinhalb Dutzend Werke \u00fcberstiegen haben. Mit geringen Ausnahmen brachte der Europ\u00e4ische Verlag, der von der Programmrichtung her nicht besonders &#8222;europ\u00e4isch&#8220; war, Werke lebender \u00f6sterreichischer Autoren, wie etwa Friedrich Wallisch (drei Mal), Karl Hans Strobl (ein Werk, an einem beteiligt), Rudolf Hans Hammer, Roda Roda, Pankraz Schuk, Rudolf Oertel, deren Werke den gr\u00f6\u00dften Teil des Verlagsprogramms ausmachten, heraus. Am auffallendsten unter den Verlagswerken, d.h. neben <em>Grasers naturwissenschaftliche und landwirtschaftliche Tafeln <\/em>und <em>Liesches Taschenatlanten <\/em>war wohl die aus drei B\u00e4nden bestehenden Reihe <em>Die Gr\u00fcnen B\u00fccher des Europ\u00e4ischen Verlages, <\/em>deren Ausstattung ihren Namen alle Ehre machte. In einer Auflage von 5.000 Exemplaren erschienen 1924 Band 1 und 2:<\/p>\n<p>Karl Hans Strobl, <em>Beelzebubs Meerschaumkopf. Phantastische Novellen. <\/em>Roda Roda, <em>Die sch\u00f6ne Hedy Herz. <\/em><\/p>\n<p>1925 dann: Friedrich Wallisch, <em>Die Gewalt. Ein Frauenschicksal aus h\u00f6fischer Zeit. <\/em><\/p>\n<p>Das Titelbild und der k\u00fcnstlerische Entwurf stammten von Karl Alexander Wilke. Die Titelseiten trugen jeweils das Verlagssignet von &#8222;H.K.&#8220; <a href=\"#_ftn2\" name=\"_ftnref2\"><span class=\"Reference\">[2]<\/span><\/a> das Impressum lautete etwas angeberisch: Europ\u00e4ischer Verlag. Wien Berlin Leipzig Bern. Karl Hans Strobl und Friedrich Wallisch beteiligten sich nebenbei an der Herausgabe der Schriften von Max Foges im Europ\u00e4ischen Verlag, von dem drei Werke 1923 f. erschienen. Das letzte nachweisbare Werk &#8211; das Drama <em>Catilina <\/em>von Rudolf Oertel &#8211; erschien 1926. Aus welchen Gr\u00fcnden Wallisch sich entschlo\u00df, den Betrieb einzustellen, ist nicht bekannt.<\/p>\n<h3><a class=\"none\" name=\"Heading2\"><\/a> 2. Europ\u00e4ischer Verlag<\/h3>\n<p>Sechs Jahre nach der letztbekannten Gesch\u00e4ftst\u00e4tigkeit des Europ\u00e4ischen Verlags Dr. Friedrich Wallisch kam es zu einer Neuauflage des Verlags, als der gelernte Tonk\u00fcnstler und Verleger Dr. Anton Popovici (14.10.1896-4.11.1979) Mitte 1932 um eine Konzession f\u00fcr den Verlagsbuchhandel mit Ausschlu\u00df des offenen Ladengesch\u00e4fts ansuchte und sie am 27. Oktober 1932 erhielt. Nach einer Darstellung von Popovici selber soll er den &#8222;Europ\u00e4ischen Verlag&#8220; von Wallisch im Laufe dieses Jahres erworben haben, doch kann es sich nur um den Firmanamen und nicht um Verlagswerke gehandelt haben. Die Umst\u00e4nde um den Erwerb sind \u00fcberhaupt unklar. Eines geschah aber nicht: weder die Korporation noch das Handelsgericht wurden hinsichtlich der Neu\u00fcbernahme verst\u00e4ndigt. Popovici lie\u00df den Verlag nicht auf seinen Namen registrieren. Dies hatte, wie erw\u00e4hnt, zur Folge, da\u00df der gesetzlich noch immer als Firmainhaber geltende Wallisch 1941 die Aufforderung erhielt, seine Firma l\u00f6schen zu lassen, was auch geschah. So kam es auch, da\u00df, als Popovici den Europ\u00e4ischen Verlag nach Kriegsende neu aufbauen wollte, die Firma rechtlich gar nicht mehr existierte. Da Popovici die Aufnahme in die Reichsschrifttumskammer aus bestimmten Gr\u00fcnden verweigert wurde, war er gezwungen, den Verlag entweder 1939 oder 1943 zumindest f\u00fcr die Dauer des Kriegs stillzulegen.<\/p>\n<p>Es ist schwer, den Umfang der Produktion dieses Verlags 1933-1939 einzusch\u00e4tzen. <a href=\"#_ftn3\" name=\"_ftnref3\"><span class=\"Reference\">[3]<\/span><\/a> Es scheint jedenfalls festzustehen, da\u00df der Europ\u00e4ische Verlag unter Popovici kein gew\u00f6hnlicher Verlag war, insofern als der Verleger die Notwendigkeit des Verkaufs und Vertriebs, ja das Risiko \u00fcbernahm. Vielmehr scheint es Usus gewesen zu sein, da\u00df nebenberufliche Autoren an den Verlag herangetreten sind, mit dem sehnlichen Wunsch, ihr Geisteswerk als gedrucktes Buch zu sehen. Popovici kam ihnen entgegen. Es wurden dann meist Kleinauflagen auf Kosten des Autors veranstaltet, und dieser mu\u00dfte Subskriptionen bzw. Abnehmer in seinem Bekanntenkreis finden. Der Autor d\u00fcrfte auch allenfalls am Reingewinn beteiligt gewesen sein. Ob alle &#8222;Autoren&#8220; mit dieser Praxis gut gefahren sind, mag dahingestellt bleiben.<\/p>\n<p>Wenn man die etwa zwei Dutzend Verlagswerke aus den Jahren 1936-37 n\u00e4her ansieht, kann man feststellen: erstens, da\u00df das Schwergewicht auf lebende \u00d6sterreicher gelegt wurde, und zweitens, da\u00df es sich nicht durchwegs um &#8222;unbekannte Talente&#8220; handelt. So sind z.B. Kurt Sonnenfeld, Fritz St\u00fcber, Gisela von Berger und Egon Dietrichstein mit B\u00fcchern vertreten. Erw\u00e4hnenswert scheint eine 5b\u00e4ndige Reihe zu sein, die zwischen 1933 und 1937 erschien und sich <em>\u00d6sterreichische Lyrik <\/em>nannte.<\/p>\n<p>Der Europ\u00e4ische Verlag wird auf \u00e4hnlicher Basis wie in den 30er Jahren vom Sohn des 1979 verstorbenen Dr. Anton Popovici, Livius, weitergef\u00fchrt.<\/p>\n<h3><a class=\"none\" name=\"Heading3\"><\/a> Anmerkungen<\/h3>\n<p class=\"Note\"><a href=\"#_ftnref1\" target=\"text\" name=\"_ftn1\">[1]<\/a> Siehe Handelsgericht Wien. Registerakt A 71, 81 (WrStLa).<\/p>\n<p class=\"Note\"><a href=\"#_ftnref2\" target=\"text\" name=\"_ftn2\">[2]<\/a> Dieses Signet wird noch heute gebraucht, d.h. es ist vom heutigen Europ\u00e4ischen Verlag 1964 markenrechtlich gesch\u00fctzt worden.<\/p>\n<p class=\"Note\"><a href=\"#_ftnref3\" target=\"text\" name=\"_ftn3\">[3]<\/a> Auf entsprechende Anfragen beim Sohn des ehemaligen Verlagsinhabers hinsichtlich Richtung, Programm, Autoren, und Umfang des Verlags wurde \u00fcberhaupt nicht reagiert. Auf einem Fragebogen der RSK 1940 (Gremium\/Europ. Verlag) hei\u00dft es punkto &#8222;Warenlager&#8220;: &#8222;Ca. 400 Werke, Auflagen 500-2.000.&#8220; Diese Werkzahl erscheint, wenn eigene Verlagswerke gemeint sind, wenig realistisch. Popovici gab als Jahresumsatz an: 1935: RM 33.000; 1936: RM 33.600; 1937: RM 34.800.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Europ\u00e4ischer Verlag 1. Europ\u00e4ischer Verlag Dr. Friedrich Wallisch 2. Europ\u00e4ischer Verlag Unter dem Namen &#8222;Europ\u00e4ischer Verlag&#8220; gab es in Wien in den 20er und 30er Jahren zwei verschiedene Verlage, die indirekt miteinander in Verbindung standen. 1. Europ\u00e4ischer Verlag Dr. Friedrich Wallisch Gr\u00fcnder dieses Verlags war der am 31. Mai 1890\u2026<\/p>\n<p> <a class=\"continue-reading-link\" href=\"http:\/\/verlagsgeschichte.murrayhall.com\/?page_id=266\"><span>Continue reading<\/span><i class=\"crycon-right-dir\"><\/i><\/a> <\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"parent":149,"menu_order":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","template":"","meta":{"footnotes":""},"class_list":["post-266","page","type-page","status-publish","hentry"],"_links":{"self":[{"href":"http:\/\/verlagsgeschichte.murrayhall.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages\/266","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"http:\/\/verlagsgeschichte.murrayhall.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages"}],"about":[{"href":"http:\/\/verlagsgeschichte.murrayhall.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/page"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/verlagsgeschichte.murrayhall.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/verlagsgeschichte.murrayhall.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=266"}],"version-history":[{"count":8,"href":"http:\/\/verlagsgeschichte.murrayhall.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages\/266\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":2732,"href":"http:\/\/verlagsgeschichte.murrayhall.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages\/266\/revisions\/2732"}],"up":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/verlagsgeschichte.murrayhall.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages\/149"}],"wp:attachment":[{"href":"http:\/\/verlagsgeschichte.murrayhall.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=266"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}