{"id":284,"date":"2015-09-04T17:46:32","date_gmt":"2015-09-04T15:46:32","guid":{"rendered":"http:\/\/verlagsgeschichte.murrayhall.com\/?page_id=284"},"modified":"2018-04-16T13:07:18","modified_gmt":"2018-04-16T11:07:18","slug":"genossenschaftsverlag","status":"publish","type":"page","link":"http:\/\/verlagsgeschichte.murrayhall.com\/?page_id=284","title":{"rendered":"Genossenschaftsverlag"},"content":{"rendered":"<h3>Genossenschaftsverlag (Wien-Berlin-Prag-Leipzig)<\/h3>\n<h6><\/h6>\n<ul class=\"overview\">\n<li class=\"overview\"><a class=\"none\" href=\"#Heading1\" target=\"_self\">Daimon<\/a><\/li>\n<li class=\"overview\"><a class=\"none\" href=\"#Heading2\" target=\"_self\">Der neue Daimon<\/a><\/li>\n<li class=\"overview\"><a class=\"none\" href=\"#Heading3\" target=\"_self\">Gr\u00fcndung des &#8222;Genossenschaftsverlags&#8220;<\/a><\/li>\n<li class=\"overview\"><a class=\"none\" href=\"#Heading4\" target=\"_self\">Der &#8222;Fl\u00fcgelschlag der Zeit&#8220;<\/a><\/li>\n<li class=\"overview\"><a class=\"none\" href=\"#Heading5\" target=\"_self\">Die Gr\u00fcndungsmitglieder<\/a><\/li>\n<li class=\"overview\"><a class=\"none\" href=\"#Heading6\" target=\"_self\">Gewinnverteilung<\/a><\/li>\n<li class=\"overview\"><a class=\"none\" href=\"#Heading7\" target=\"_self\">Die &#8222;Produktion&#8220;<\/a><\/li>\n<li class=\"overview\"><a class=\"none\" href=\"#Heading8\" target=\"_self\">Verlagsgenossenschaft &#8222;Neue Erde&#8220;<\/a><\/li>\n<li class=\"overview\"><a class=\"none\" href=\"#Heading9\" target=\"_self\">Verlag &#8222;Der Neue Mensch&#8220;<\/a><\/li>\n<li class=\"overview\"><a class=\"none\" href=\"#Heading10\" target=\"_self\">Verlag &#8222;Aufschwung&#8220;<\/a><\/li>\n<li class=\"overview\"><a class=\"none\" href=\"#Heading11\" target=\"_self\">Verlag des &#8222;Ver!&#8220; (-Verlag der &#8222;Revolution&#8220;)<\/a><\/li>\n<li class=\"overview\"><a class=\"none\" href=\"#Heading12\" target=\"_self\">Das neue Gedicht. Eine zwanglose Sammlung.<\/a><\/li>\n<li class=\"overview\"><a href=\"#anm\">Anmerkungen<\/a><\/li>\n<li class=\"overview\"><a href=\"#erg1\">Erg\u00e4nzungen zur Buchver\u00f6ffentlichung von 1985<\/a>\n<ul>\n<li class=\"overview\"><a href=\"#erg2\">Bildergalerie<\/a><\/li>\n<\/ul>\n<\/li>\n<\/ul>\n<p>Der &#8222;Genossenschaftsverlag&#8220; war &#8211; allein der gew\u00e4hlten Rechtsform wegen &#8211; wohl die ungew\u00f6hnlichste Neugr\u00fcndung der jungen Republik, dabei aber nicht die einzige Verlagsgenossenschaft in \u00d6sterreich zu dieser Zeit. Hier sind es vor allem das literarische Umfeld, die vielen Geistesverwandtschaften, die personellen und ideellen Br\u00fccken in der Wiener Literaturszene dieser Zeit, die die Komponenten f\u00fcr ein interessantes Kapitel \u00f6sterreichischer Literaturgeschichte liefern. Und gerade beim &#8222;Genossenschaftsverlag&#8220; konvergieren mehrere Str\u00f6mungen der Zeit, wie Aktivismus und Expressionismus. Der Genossenschaftsverlag steht, bildlich gesprochen, inmitten eines reich ver\u00e4stelten Netzwerkes.<\/p>\n<p>Trotz der letztlich schmalen, eher unauff\u00e4lligen Produktion und der kurzen Lebensdauer dieses einzigartigen Verlags wird dessen Geschichte verwickelter, wenn man sich bem\u00fcht, den geistigen Vorg\u00e4ngern, \u00fcberhaupt dem geistigen Umfeld, den personellen Verflechtungen, Gesch\u00e4ftsverbindungen, freundschaftlichen und famili\u00e4ren Beziehungen der j\u00fcngeren Generation von Schriftstellern in Wien auf die Spur zu kommen.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/verlagsgeschichte.murrayhall.com\/wp-content\/uploads\/2015\/09\/genossenschaftsverlagsignet.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft wp-image-1095\" src=\"http:\/\/verlagsgeschichte.murrayhall.com\/wp-content\/uploads\/2015\/09\/genossenschaftsverlagsignet.jpg\" alt=\"Genossenschaftsverlag Signet\" width=\"190\" height=\"146\" srcset=\"http:\/\/verlagsgeschichte.murrayhall.com\/wp-content\/uploads\/2015\/09\/genossenschaftsverlagsignet.jpg 657w, http:\/\/verlagsgeschichte.murrayhall.com\/wp-content\/uploads\/2015\/09\/genossenschaftsverlagsignet-300x231.jpg 300w, http:\/\/verlagsgeschichte.murrayhall.com\/wp-content\/uploads\/2015\/09\/genossenschaftsverlagsignet-195x150.jpg 195w, http:\/\/verlagsgeschichte.murrayhall.com\/wp-content\/uploads\/2015\/09\/genossenschaftsverlagsignet-150x116.jpg 150w\" sizes=\"auto, (max-width: 190px) 100vw, 190px\" \/><\/a>Es bestehen n\u00e4mlich Querverbindungen zum ganzen Zirkel der jungen Expressionisten und Aktivisten in Wien. Diese reichen von den Mitgliedern des 1908 durch eine Vereinsumbildung gegr\u00fcndeten &#8222;Akademischen Verbands f\u00fcr Literatur und Musik in Wien&#8220;, \u00fcber personalm\u00e4\u00dfig verwandte Publikationen wie <em>Der Anbruch, Der Ruf, Der Neue Ruf <\/em>zu expressionistischen Zeitschriften wie <em>Daimon, Der Neue Daimon <\/em>oder <em>Der Aufschwung <\/em>(im gleichnamigen Verlag!), zu den <em>Bl\u00e4ttern des Burgtheaters, <\/em>zum Kreis um Robert M\u00fcller und die sp\u00e4tere &#8222;Literaria&#8220;. Aber auch Druck- bzw. Verlagsunternehmen wie der Anzengruber-Verlag Br\u00fcder Suschitzky, der Verlag Frisch &amp; Co., der Ed. Strache Verlag, die Waldheim-Eberle A.G. und E.P. Tal &amp; Co. sind mit dem Umfeld um den &#8222;Genossenschaftsverlag&#8220; eng verkn\u00fcpft.<\/p>\n<p>Zum richtigen Verst\u00e4ndnis der Anliegen der Gr\u00fcnder des &#8222;Genossenschaftsverlags&#8220; ist es aber auch notwendig, auf die Frage des vor allem in Deutschland nach Ende des Ersten Weltkriegs leidenschaftlich diskutierten und von der Standesvertretung (etwa: Schutzverband deutscher Schriftsteller in \u00d6sterreich) vehement propagierten &#8222;Sozialisierung des dichterischen Schaffens&#8220; einzugehen. Wie wir sehen werden, drang ein Aspekt dieser Diskussion, n\u00e4mlich die Sozialisierung der Gewinne, aus einem Autorenverlag nach Deutsch-\u00d6sterreich, wo er angesichts einer von Deutschland von Grund auf verschiedenen Verlagslandschaft anders rezipiert wurde.<\/p>\n<h3><a class=\"none\" name=\"Heading1\"><\/a> Daimon<\/h3>\n<p>Im Februar des Jahres 1918 erschien zum ersten Mal eine literarische Zeitschrift des (\u00f6sterreichischen) Expressionismus: <em>Daimon. <\/em>Herausgeber war der am 20. Mai 1890 in Bukarest geborene, im Februar 1917 in Wien zum Dr. med. promovierte Milit\u00e4rarzt und sp\u00e4tere Verlagsgr\u00fcnder Jakob (Moreno) Levy (auch: J.L. Moreno). Als &#8222;verantwortlicher Redakteur&#8220; zeichnete Ernst Wilhartitz (* 4.4.1884, Wien), was insofern nicht \u00fcberrascht, als die Zeitschrift durch die Kunstdruckerei Frisch &amp; Co. hergestellt wurde und Wilhartitz seit Ende 1916 als Gesellschafter der Firma t\u00e4tig war, w\u00e4hrend des Kriegs die Gesch\u00e4ftsleitung \u00fcbernahm und dann Mitte Juni 1920 offiziell Alleininhaber von Druckerei und Verlag wurde. &#8222;Frisch &amp; Co.&#8220; blieb der Hausdrucker sowohl des <em>Daimon<\/em> und dessen Nachfolgers (bis November 1919) als auch eine Zeitlang des &#8222;Genossenschaftsverlags&#8220;.<\/p>\n<p>Der erste Jahrgang des <em>Daimon<\/em> erschien 1918 vier Mal mit folgendem Impressum: Daimon-Schriften\/Verlag Br\u00fcder Suschitzky Wien. Die Adresse f\u00fcr Einsendungen (Heft 1-3) war zun\u00e4chst Wien XIX., Billrothstra\u00dfe 39, laut Heft 4: XIX., Felix Mottl-Stra\u00dfe 12, die mit der Wohnadresse des <em>Daimon<\/em>-Mitarbeiters und Redakteurs Emil Alphons Rheinhardt identisch war. Mit Rheinhardt bestehen wiederum Querverbindungen zum Akademischen Verband, zum Kreis um das KPQ, um die Zeitschrift <em>Der Friede<\/em> wie auch kurz darauf zur jungen Generation beim Ed. Strache Verlag. Auch der &#8222;Verlag&#8220; des Daimon ist an sich keine \u00dcberraschung: im linken, sozialdemokratisch angehauchten &#8222;Anzengruber-Verlag Br\u00fcder Suschitzky&#8220; &#8211; die Firma war am 1. November 1901 von den Br\u00fcdern Philipp und Wilhelm Suschitzky gegr\u00fcndet worden &#8211; ist bereits 1915 ein Gedicht von <em>Daimon<\/em>-Herausgeber J.M. Levy als &#8222;Flugbericht&#8220; erschienen.<\/p>\n<p>Zu den vielen Mitarbeitern des kurzlebigen <em>Daimon <\/em>z\u00e4hlten u.a. B\u00e9la Bal\u00e1zs, Franz Blei, Max Brod, Albert Ehrenstein, A.P. G\u00fctersloh, Georg Kulka, Fritz Lampl, J.M. Levy, Robert M\u00fcller, E.A. Rheinhardt, Julius Slowacki, Hugo Sonnenschein, Ernst Wei\u00df, Franz Werfel, Alfred Wolfenstein. Die Mitarbeiter sind \u00fcberhaupt ein Spiegelbild der Szene der jungen Schriftsteller aus Wien und Prag, wobei die vielen Freundschaften die Mitarbeit von diesem oder jenem erkl\u00e4ren. Zu diesem Kreis z\u00e4hlte auch Robert Musil, von dem ein Beitrag mehrfach im <em>Daimon<\/em> (wie auch im <em>Anbruch) <\/em>angek\u00fcndigt wurde, aber letztlich nicht erschien.<\/p>\n<h3><a class=\"none\" name=\"Heading2\"><\/a> Der neue Daimon<\/h3>\n<p>Die Zeitschrift <em>Daimon <\/em>wurde nach den vier Folgen des Jahres 1918 ab J\u00e4nner 1919 als <em>Der neue Daimon. Eine Monatsschrift <\/em>fortgef\u00fchrt. Sie erschien &#8211; wie die Firma <em>richtig <\/em>lautet &#8211; im Verlag der &#8222;Daimon-Schriften&#8220;, Wien I., Bauernmarkt 9. Levy blieb bis zum Herbst 1919 Herausgeber. Als Kontrast zur heutigen Einsch\u00e4tzung dieser Zeitschrift ist es nicht uninteressant, sich einmal die &#8222;Selbsteinsch\u00e4tzung&#8220; anzusehen. Im Fr\u00fchjahr 1919 gab n\u00e4mlich der Verlag der &#8222;Daimon-Schriften&#8220; in der <em>\u00d6sterr.-ungar. Buchh\u00e4ndler-Correspondenz <\/em>und in der <em>\u00d6sterr.-ungar. Buchh\u00e4ndler-Zeitung <\/em>eine gleichlautende Anzeige auf, die u.a. folgenden Inhalt hatte:<\/p>\n<p class=\"zitat\">Der &#8222;DAIMON&#8220;, der als &#8222;DER NEUE DAIMON&#8220; den Jahrgang 1919 beginnt, hat sich w\u00e4hrend des Jahres 1918 durch seine radikal-ethische Gesinnung, seine Exklusivit\u00e4t wie durch den Versuch, neben den j\u00fcngsten und extremgeistigsten deutschen Verfassern, wie Max Brod, Martin Buber, Iwan Goll, Georg Kaiser, Paul Kornfeld, Franz Werfel, Alfred Wolfenstein u.A., Franzosen wie Jammes, Suar\u00e9s, Paul Claudel, Debussy, Tschechen wie Ottokar Brezina, Petr Bezruc u.A. vor das deutsche Publikum zu bringen, eine f\u00fchrende Stelle unter den neueren Zeitschriften wie einen ansehnlichen Leserkreis im deutschen Reiche und im Auslande erworben.<\/p>\n<p class=\"zitat\">&#8222;DER NEUE DAIMON&#8220; wird in der sch\u00e4rfsten Betonung eines wahrhaften pers\u00f6nlichen Lebens stets sein vornehmstes Ziel sehen. <a href=\"#_ftn1\" name=\"_ftnref1\"><span class=\"Reference\">[1]<\/span><\/a><\/p>\n<p>In dieser Anzeige f\u00e4llt auch folgende Passage auf:<\/p>\n<p class=\"zitat\">Gleichzeitig erschien der Prospekt des Jahrganges 1919 mit einem Aufruf &#8222;An die Leser zum Aufstand gegen die Autoren&#8220;.<\/p>\n<p>Dieser Aufruf in einer Zeit, die viele &#8222;Aufrufe&#8220; kannte, und zwar mit Leser-Autor-Beziehung, findet seine Parallele in dem kurz darauf ver\u00f6ffentlichten Aufruf der <em>Autoren <\/em>zum Aufstand gegen die &#8222;kapitalistischen Verleger&#8220;.<\/p>\n<h3><a class=\"none\" name=\"Heading3\"><\/a> Gr\u00fcndung des &#8222;Genossenschaftsverlags&#8220;<\/h3>\n<p>Als <em>Der Neue Daimon <\/em>1919 zum zweiten Mal als Heft 3\/4, April 1919 erschien, hatte die Zeitschrift einen &#8222;neuen&#8220; Verlag, den &#8222;Genossenschaftsverlag&#8220;. Sonst hatte sich nichts ge\u00e4ndert: Standort, Herausgeber, Redakteur und Drucker blieben gleich, nur die Rechtsform war eine andere. Stichwort: Sozialisierung des dichterischen Schaffens.<\/p>\n<p>Wie bereits angedeutet, war die &#8222;Sozialisierung&#8220;, noch dazu im geistig-kommerziellen Bereich, mehr als blo\u00df ein unverbindliches Schlagwort in den deutschen Verlagszentren. Nach Ende des Weltkriegs war zum Kampf gegen die ausbeutenden Verleger geblasen worden, aber was unter diesem Begriff tats\u00e4chlich zu verstehen war, scheint so vielf\u00e4ltig zu sein wie deren Verfechter. &#8222;Gewinnbeteiligung&#8220; war eine Form. Die weniger radikale Argumentation der Sozialisierung ging z.B. davon aus, da\u00df &#8222;alle Kr\u00e4fte zum Wiederaufbau des deutschen Volks in T\u00e4tigkeit treten m\u00fcssen&#8220;. Der Markt sei von Unterhaltungsschriftstellern und deren gl\u00e4nzend verdienenden Verlegern dominiert, die aber nichts zur Erweiterung der deutschen Kultur beitr\u00fcgen:<\/p>\n<p class=\"zitat\">An Stelle der Pers\u00f6nlichkeit der Schriftsteller trat die Uniform der Verleger. Man kaufte in dem militaristischen Staate am liebsten uniformierte B\u00e4nde. Dann war man sicher, nicht denken zu m\u00fcssen. Der Verleger und seine dem strengen Dienst des Kapitals unbedingt unterworfenen Lektoren waren f\u00fcr den Inhalt der B\u00fccher verantwortlich. Die Schriftsteller aber hatten gehorsam den Trank zu mischen, der die alltagsmatten Nerven kitzeln sollte, und wurden daf\u00fcr gut bezahlt.<\/p>\n<p class=\"zitat\">Will unsere Kultur von diesem Zustand einer hinter uns liegenden Periode genesen, so mu\u00df in der n\u00e4chsten Zeit der Dichter wieder st\u00e4rker zu seinem Rechte kommen. <a href=\"#_ftn2\" name=\"_ftnref2\"><span class=\"Reference\">[2]<\/span><\/a><\/p>\n<p>Dem Verfasser dieses im Mai 1919 im <em>Literarischen Echo <\/em>erschienenen Diskussionsbeitrags schwebte Sozialisierung des dichterischen Schaffens in anderen Formen vor, n\u00e4mlich in Form einer staatlichen Subvention durch Werkankauf wie durch die Schaffung von Stiftungen. In derselben Zeitschrift bezeichnete ein anderer Zeitgenosse wenig sp\u00e4ter diese Vorstellung als &#8222;Totgeburt der Zeit&#8220;. <a href=\"#_ftn3\" name=\"_ftnref3\"><span class=\"Reference\">[3]<\/span><\/a> Der Kritiker sollte &#8211; angesichts der Kurzlebigkeit mancher Unternehmen &#8211; recht behalten. <a href=\"#_ftn4\" name=\"_ftnref4\"><span class=\"Reference\">[4]<\/span><\/a><\/p>\n<p>In Deutschland schien es hinsichtlich &#8222;Sozialisierung der Dichtkunst&#8220; &#8211; was immer man zun\u00e4chst darunter verstehen wollte &#8211; mit dem Leipziger Kurt Wolff Verlag ernst zu werden. <a href=\"#_ftn5\" name=\"_ftnref5\"><span class=\"Reference\">[5]<\/span><\/a> Wie ein Lauffeuer verbreitete sich in der deutschen Presse eine diesbez\u00fcgliche Nachricht Anfang April 1919 mit folgendem Inhalt:<\/p>\n<p class=\"zitat\">Wie wir erfahren, soll infolge freier Entschlie\u00dfung des jetzigen Inhabers der Kurt Wolff Verlag in Leipzig \u201asozialisiert&#8220; werden. Der Gesamtverlag wird am 1. Oktober nach M\u00fcnchen \u00fcbersiedeln und in den Gemeinbesitz seiner Angestellten einschlie\u00dflich seiner Lektoren und des derzeitigen Inhabers \u00fcbergehen.<\/p>\n<p>Was allerdings unter dem Begriff &#8222;Sozialisierung&#8220; zu verstehen war, blieb unklar. Mit einiger Versp\u00e4tung brachten u.a. auch Wiener Bl\u00e4tter, deren literarische Mitarbeiter dem <em>Daimon <\/em>und <em>Neuen Daimon <\/em>nahestanden, die sensationelle Meldung. So z.B. <em>Der Neue Tag <\/em>(16.4.1919) und die <em>Wiener Allgemeine Zeitung <\/em>(14.4.1919). Aus der gro\u00dfen Ank\u00fcndigung der Sozialisierung beim Kurt Wolff Verlag wurde \u00fcberhaupt nichts. Anders die Bem\u00fchungen in Wien.<\/p>\n<p>Gegen Ende M\u00e4rz 1919 erlie\u00df &#8222;eine Gruppe Wiener Dichter und Schriftsteller von anerkanntem Rang, die man als die Wortf\u00fchrer der ,jungen Generation &#8211; soweit dieses Wort nicht eine literarische Schule, sondern eine sozial-ethische H\u00f6he bezeichnet &#8211; ansprechen darf&#8220;, wie die Zeitung <em>Der Neue Tag <\/em>sie vorstellte, <a href=\"#_ftn6\" name=\"_ftnref6\"><span class=\"Reference\">[6]<\/span><\/a> den nachfolgenden Aufruf:<\/p>\n<h4>AUFRUF DES GENOSSENSCHAFTSVERLAGS<\/h4>\n<p class=\"zitat\">Noch ist der Dichter, der Denker in der Hand des Kapitals. Noch entscheidet \u00fcber Druck und Verbreitung erstarrtes Alter, pers\u00f6nliche Voreingenommenheit der Verleger, der D\u00fcnkel ich-befangener Herausgeber. Junge Dichter fielen, ehe sie ihr Wort sahen, verhungerten, blind geopfert, ehe man sie sehen wollte, niemand gab ihnen das Lebensmittel: Geld f\u00fcr ihre guten Worte. Verse und Prosa der starken Anf\u00e4nger verk\u00fcmmern im Dunkeln, weil der zarte Anfang oder der steile Wurf noch kein Gesch\u00e4ft ist. So beschlossen wir, uns und den Proletariern, die nach uns kommen, zu helfen. Wir fordern euch auf, ein Gleiches zu tun, mitzutun.<br \/>\nWir selbst wollen, was wir zu geben haben, preisgeben.<br \/>\nWir wollen jede neue gute Stimme, soweit unsere Kr\u00e4fte reichen, schallend machen.<br \/>\nWir: Genossen, Kameraden Br\u00fcder, wollen zu allen sprechen, sagen, bekennen, was wir sind, was wir f\u00fchlen und denken. Wir wollen weder ausgebeutet werden, noch Ausbeuter sein.<br \/>\nDer Ertrag aus den B\u00fcchern der Klassiker, der gro\u00dfen Toten aller Zeiten, darf nicht Gesch\u00e4ftsleuten, B\u00fcchermachern, vor altem Neuen aufs Neue verlegenen Verlegern zustr\u00f6men, sondern den Erben der vergangenen Dichter, den lebenden, kommenden Dichtern: uns und unseresgleichen.<br \/>\nDas Wort mu\u00df frei werden, Gemeinbesitz aller. Unsere Arbeit geh\u00f6rt der Menschheit.<br \/>\nDer von uns Gef\u00e4hrten verwirklichte Genossenschaftsverlag stellt die Dichter endlich in die Reihe der Arbeiter: die Ernte aus ihren Werken dient nicht mehr dem Wucher der Zwischenh\u00e4ndler, sondern dem Lebensunterhalt der Mitschaffenden.<br \/>\nWer reine H\u00e4nde hat, stehe zu uns!<br \/>\nF\u00dcR DEN GENOSSENSCHAFTSVERLAG WIEN:<br \/>\nALFRED ADLER, ALBERT EHRENSTEIN, FRITZ LAMPL, JAKOB MORENO LEVY, HUGO SONNENSCHEIN, FRANZ WERFEL<a href=\"#_ftn7\" name=\"_ftnref7\"><span class=\"Reference\">[7]<\/span><\/a><\/p>\n<p>Auf den Spruch folgte der Wider-Spruch: In einer Zuschrift des &#8222;bekannten Wiener Dichters&#8220;, L.P., an den <em>Neuen Tag <\/em>nimmt der Verfasser vor allem die Gro\u00dfz\u00fcgigkeit aufs Korn, mit der die Unterzeichner des Aufrufs &#8222;ihre Anspr\u00fcche nicht etwa auf die geistige, sondern auf die materielle Erbschaft der Klassiker anmelden&#8220;. <a href=\"#_ftn8\" name=\"_ftnref8\"><span class=\"Reference\">[8]<\/span><\/a> &#8222;Der Sozialismus bek\u00e4mpft und verwirft das Erbrecht. Soll es f\u00fcr die sozialisierte Literatur in so erk\u00fcnstelter Form eingef\u00fchrt werden?&#8220; Im Aufruf klagen die Unterzeichner den Verleger an, aber der &#8222;Wiener Dichter&#8220; gibt zu bedenken, da\u00df es zuweilen auch der Leser ist, der den starken Anf\u00e4nger im Dunkeln verk\u00fcmmern l\u00e4\u00dft. Schlie\u00dflich streitet der Zuschriftenverfasser manchem Unterzeichner gewisserma\u00dfen das Recht ab, sich gar so proletarisch zu geben.<\/p>\n<p class=\"zitat\">Aber f\u00fchlen sich die Unterzeichner des Aufrufes alle frei von Schuld? Sind nicht welche unter ihnen, denen es als Verrat an der Kunst und am Geiste gilt, f\u00fcrs Volk zu schaffen? Deren h\u00f6chster Ehrgeiz es ist, nur f\u00fcr eine Auslese \u00fcberfeinerter Stammtischgef\u00e4hrten in verstiegenen Wendungen Unerlebtes, Ungef\u00fchltes, Unverst\u00e4ndliches zu schreiben? (&#8230;) Sie m\u00f6gen, wenn sie sich in die Reihe der Arbeiter stellen, vor allem ihr Werk sozialisieren. (&#8230;)<\/p>\n<p>W\u00e4hrend die Liste der Mit-Begr\u00fcnder bis auf den Namen Alfred Adler keine \u00dcberraschungen enth\u00e4lt, fehlt derjenige von Robert M\u00fcller, der die Aktivistenpublikationen und expressionistischen Zeitschriften vertrieb und den man eventuell h\u00e4tte erwarten k\u00f6nnen. M\u00fcllers Ziel war es allerdings gewesen, nicht die &#8222;Produktionsmittel&#8220;, sondern den &#8222;Vertriebsmechanismus&#8220; in die Hand zu nehmen, &#8222;um die neuen Ideen zu verbreiten&#8220;.<\/p>\n<p>Gar so revolution\u00e4r oder, wie der h\u00e4mische Kritiker Anton Kuh schrieb, &#8222;in regelrecht kommunistischem Sinne&#8220; war der neugegr\u00fcndete autoreigene Verlag nun auch wieder nicht. Dennoch meinte Kuh weiter, die Autoren w\u00fcrden sich von ihren &#8222;Stammverlagen&#8220; entfremden und &#8222;ihrem kommunistischen Selbstverwertungs- und Unabh\u00e4ngigkeitsideal&#8220; opfern. <a href=\"#_ftn9\" name=\"_ftnref9\"><span class=\"Reference\">[9]<\/span><\/a><\/p>\n<p>Aber das Prinzip, im deutschen Sprachraum sein eigener Verleger zu werden, war bereits eineinhalb Jahrhunderte alt und keine Neuheit der November-Revolution des Jahres 1918. Schon Klopstock machte sich in den 70er Jahren des 18. Jahrhunderts \u00fcber die M\u00f6glichkeit einer &#8222;Literatur ohne Buchhandel&#8220; Gedanken, als er am Vorabend der Franz\u00f6sischen Revolution 1773 seine <em>Deutsche Gelehrtenrepublik <\/em>konzipierte. Auch hier ging es darum, da\u00df Schriftsteller und Gelehrte uneingeschr\u00e4nkt den Ertrag ihrer Arbeiten erhalten und sich aus den H\u00e4nden &#8222;blutsaugerischer&#8220; Verleger l\u00f6sen sollten. Die <em>Deutsche Gelehrtenrepublik <\/em>kam \u00fcber die ersten Anf\u00e4nge nicht hinaus; eine 1781 in Dessau von Karl Christopher Reiche gegr\u00fcndete &#8222;Buchhandlung der Gelehrten&#8220; hielt sich fast vier Jahre, bevor sie in einem etablierten Verlag (G\u00f6schen) unterging. <a href=\"#_ftn10\" name=\"_ftnref10\"><span class=\"Reference\">[10]<\/span><\/a><\/p>\n<p>Wie standen die Chancen des &#8222;Genossenschaftsverlags&#8220; in Wien, und was bezweckte er \u00fcberhaupt?<\/p>\n<h3><a class=\"none\" name=\"Heading4\"><\/a> Der &#8222;Fl\u00fcgelschlag der Zeit&#8220;<\/h3>\n<p>Obwohl die neue Firma (laut Statuten) in vollem Wortlaut &#8222;Genossenschaftsverlag registrierte Genossenschaft mit beschr\u00e4nkter Haftung&#8220; hie\u00df, sind die Mitbegr\u00fcnder von der Idee einer Registrierung beim Handelsgericht abgekommen. Der Grund hief\u00fcr ist nicht bekannt, aber es ist m\u00f6glich, da\u00df man den k\u00fcnftigen Umfang des Gesch\u00e4fts als &#8222;klein&#8220; einsch\u00e4tzte, sich keinerlei Vorteile aus einer Registrierung erhoffte oder mangels gesch\u00e4ftskundiger Mitarbeiter (vgl. Robert M\u00fcllers \u201aLiteraria&#8216;!) Angst vor dem &#8222;Papierkram&#8220; hatte. <a href=\"#_ftn11\" name=\"_ftnref11\"><span class=\"Reference\">[11]<\/span><\/a> Was aber dennoch offiziell belegt ist, ist die Bem\u00fchung, im Gr\u00fcndungsmonat April 1919 f\u00fcr ein Lokal im 1. Bezirk eine &#8222;Buchhandlungskonzession&#8220; zu erhalten. Dieses h\u00e4tte vermutlich nur zum Verkauf eigener Verlagswerke gedient. Eine diesbez\u00fcgliche &#8222;Parteieneingabe&#8220; des &#8222;Genossenschaftsverlags Wien-Berlin&#8220; hangte am 25. April 1919 beim Deutsch\u00f6sterreichischen Staatsamt f\u00fcr Handel &amp; Gewerbe, Industrie &amp; Bauten (Sekt. 1, Abt. 2) ein. <a href=\"#_ftn12\" name=\"_ftnref12\"><span class=\"Reference\">[12]<\/span><\/a> Einige Tage sp\u00e4ter wurde der Akt samt Statutenentwurf an die Landesregierung in Wien zur instanzm\u00e4\u00dfigen Entscheidung \u00fcbersendet. Hier (im magistratischen Bezirksamt f. d. 1. Bez.) verstaubte er ein Jahr (!) lang, ohne da\u00df sich etwas tat. Die Alleinauslieferung f\u00fcr \u00d6sterreich besorgte inzwischen die Waldheim-Eberle A.G. Die &#8222;Entsprechung&#8220; des betreffenden Erlasses des Staatsamts wurde Mitte M\u00e4rz 1920 urgiert. <a href=\"#_ftn13\" name=\"_ftnref13\"><span class=\"Reference\">[13]<\/span><\/a> Am 2. April 1920 teilte die n.\u00f6. Landesregierung mit, da\u00df der Akt noch im M.B.A. 1 &#8222;betrieben&#8220; werde. <a href=\"#_ftn14\" name=\"_ftnref14\"><span class=\"Reference\">[14]<\/span><\/a> Allein die lange Behandlungszeit (gute 12 Monate) l\u00e4\u00dft darauf schlie\u00dfen, da\u00df der Genossenschaftsverlag wenig Chance hatte, zu einer Konzession zu kommen. Selbst dem etablierten Anzengruber-Verlag Br\u00fcder Suschitzky, der seinen Sitz im 10. Bezirk hatte und zu genau derselben Zeit wie der Genossenschaftsverlag im 1. Bezirk eine Verlags-, Buch-, Kunst- und Musikalienhandlung er\u00f6ffnen wollte, wurde die Konzession wiederholt verweigert. Gutachten mu\u00dften von einer Reihe von Beh\u00f6rden eingeholt werden. Im Fall Anzengruber-Verlag hatte etwa die Polizei keine Bedenken, gleichfalls die Wiener Buchh\u00e4ndler-Korporation. Die Bezirksvertretung Wien 1 war kompromi\u00dfbereit, das Marktamt 1 &#8222;mangels Bedarfes&#8220; dagegen und schlie\u00dflich das MBA 1 entschieden dagegen. Denn bez\u00fcglich der Lokalverh\u00e4ltnisse wurde darauf verwiesen, da\u00df Mitte 1919 im favorisierten 1. Bezirk bereits ca. 240 Buch-, Kunst- und Musikalienhandlungen bestanden, so da\u00df man wohl von einer &#8222;\u00dcberf\u00fcllung&#8220; sprechen konnte. Der Buchhandel wurde vor allem in Wien nach dem Zusammenbruch der Monarchie in fast denselben Dimensionen weitergef\u00fchrt.<\/p>\n<p>Nun war aber die Funktion Wiens als Buchhandelszentrum doch eine andere geworden. Das Ansuchen des Genossenschaftsverlags wird aus \u00e4hnlichen Gr\u00fcnden abgewiesen worden sein. Aktenkundig wurde das Ansuchen ein letztes Mal Ende Juni 1920<a href=\"#_ftn15\" name=\"_ftnref15\"><span class=\"Reference\">[15]<\/span><\/a>:<\/p>\n<p class=\"zitat\">Laut prot. Einvernahme vom 2. Juni 1920 hat Fritz Lampl, Vorstandsmitglied der Genossenschaft das Konzessionsgesuch zur\u00fcckgezogen &amp; auf eine schriftl. Erledigung verzichtet. Der Genossenschaftsverlag besteht nicht mehr. (sic!)<\/p>\n<p>Wie man aber trotz mangelnden Bedarfs doch noch zu einer begehrten Konzession kommen konnte, wird u.a. das Beispiel E.P. Tal &amp; Co. Verlag zeigen.<\/p>\n<p>Nun zur Frage des Ziels des &#8222;Genossenschaftsverlags&#8220;. Im &#8222;Vorwort zu den Statuten&#8220; liest man dazu folgendes:<\/p>\n<p class=\"zitat\">Das Ziel des Genossenschaftsverlags ist die vollkommene Sozialisierung der Autoren, das hei\u00dft die Sicherung des vollen Lebensunterhaltes aller Genossenschafter, die ihr gesamtes pr\u00e4sentes oder k\u00fcnftiges Werk dem Verlag zur Verf\u00fcgung stellen. Da aber der Genossenschaftsverlag gegenw\u00e4rtig zwei Arten von Autoren hat, solche, die kapitalistischen Verlegern verpflichtet sind, und solche, die frei sind, mu\u00dften als \u00dcbergangszustand folgende Statuten von der I. Generalversammlung festgesetzt werden: (&#8230;)<a href=\"#_ftn16\" name=\"_ftnref16\"><span class=\"Reference\">[16]<\/span><\/a><\/p>\n<p>Konkret war der Gegenstand des Unternehmens folgender:<\/p>\n<p class=\"zitat\">der Verlag von Werken moderner und klassischer Autoren und die Aus\u00fcbung aller zugleich mit den Werken erworbenen Autorrechte (\u00dcbersetzungen, B\u00fchnenauff\u00fchrungen usw.).<\/p>\n<h3><a class=\"none\" name=\"Heading5\"><\/a> Die Gr\u00fcndungsmitglieder<\/h3>\n<p>Aus dem vorher Gesagten ist das Zusammenfinden einiger der sechs Gr\u00fcnder bzw. &#8222;Mitglieder des ersten Vorstandes&#8220; erkl\u00e4rbar: Levy (1889-1974), Ehrenstein (1886-1930), Werfel (1890-1945), ev. Hugo Sonnenschein (-Sonka) (1889-1953). <a href=\"#_ftn17\" name=\"_ftnref17\"><span class=\"Reference\">[17]<\/span><\/a> Bei Fritz Lampl (1892-1950) <a href=\"#_ftn18\" name=\"_ftnref18\"><span class=\"Reference\">[18]<\/span><\/a> und Alfred Adler (1870-1937) ist das vielleicht weniger der Fall. Aber warum gerade der Individualpsychologe Alfred Adler sich hierher &#8222;verirrte&#8220;, (l\u00e4\u00dft sich vorl\u00e4ufig nur damit erkl\u00e4ren, da\u00df er wie Lampl mit Albert Ehrenstein befreundet war (bzw. umgekehrt) und da\u00df dieser 1917 in Z\u00fcrich als Sekret\u00e4r des von Adler inspirierten &#8222;Vereins f\u00fcr Individualpsychologie&#8220; wirkte. <a href=\"#_ftn19\" name=\"_ftnref19\"><span class=\"Reference\">[19]<\/span><\/a><\/p>\n<p>Mitglied der Genossenschaft konnte jeder Autor werden, von dem ein Werk zum Verlag angenommen wurde &#8211; womit der Verlag s\u00e4mtliche Autorenrechte erwarb &#8211; und der \u00fcberdies einen einmaligen Beitrag von K 250 (Gesch\u00e4ftsanteil) erlegte. Um diesen Betrag in einer konkreten Relation zu sehen: ein Jahresabonnement des <em>Neuen Daimon <\/em>kostete K 12, ein Einzelheft K 1,20.<\/p>\n<h3><a class=\"none\" name=\"Heading6\"><\/a> Gewinnverteilung<\/h3>\n<p>Der Gewinn sollte in der Weise verteilt werden, &#8222;da\u00df jeder Autor den gesamten Reingewinn seiner Werke erh\u00e4lt&#8220;. Jeder Genossenschafter hatte Anspruch auf mindestens eine &#8222;Verteilungseinheit&#8220; <a href=\"#_ftn20\" name=\"_ftnref20\"><span class=\"Reference\">[20]<\/span><\/a> ohne R\u00fccksicht darauf, ob von seinem Werk tats\u00e4chlich 1000 Exemplare verkauft wurden. Sollte ein Genossenschafter aus einem einzigen Werk einen Reingewinn von K 1000 oder mehr erziehen, so mu\u00dfte er nach einem genauen Schl\u00fcssel in den Statuten &#8222;progressive und perzentuelle Abz\u00fcge&#8220; bis zu 20% hinnehmen.<\/p>\n<p class=\"zitat\">Aus diesen Abz\u00fcgen wird ein Fonds gebildet, der folgenden Zwecken gewidmet ist:<br \/>\na) der Unterst\u00fctzung armer Autoren;<br \/>\nb) der Unterst\u00fctzung kranker Autoren;<br \/>\nc) f\u00fcr Pr\u00e4mien im Falle einer au\u00dferordentlichen sch\u00f6pferischen Leistung;<br \/>\nd) endlich zur Gr\u00fcndung eines Reims und Errichtung einer Schule, in der Autoren als Lehrer wirken.<\/p>\n<p>Doch so fortschrittlich, so begr\u00fc\u00dfenswert, edel und &#8211; man m\u00f6chte fast sagen &#8211; utopisch diese Ziele waren, wurden sie, so Ehrenstein, &#8222;selten erreicht&#8220;. Das lag daran, da\u00df es nicht gen\u00fcgte, einfach den &#8222;kapitalistischen Verleger&#8220; auszuschalten. Um die Werke der zusammengeschlossenen Genossenschafter durchzuziehen, brauchte man einen dynamischen Vertrieb und nicht blo\u00df Verbreitung unter wenigen begeisterten Gleichgesinnten. Und nicht zuletzt brauchte man ein einigerma\u00dfen kulinarisches Programm mit Werken, die sich auch verkaufen lie\u00dfen. Es geh\u00f6rt wohl zur Ironie eines solchen Unterfangens, da\u00df man, um die Produktion \u00fcberhaupt zu erm\u00f6glichen, sich in die Schuld von Kapitalisten geben mu\u00dfte. Banal ausgedr\u00fcckt: man brauchte einen Drucker, der bereit war, die Verlagswerke auf Rechnung herzustellen.<\/p>\n<p>Was aber konnte von allen diesen Vorhaben, die von einem Kritiker als &#8222;Flug nach Utopia&#8220; bezeichnet wurden, verwirklicht werden? Um es zu wiederholen: sehr wenig.<\/p>\n<h3><a class=\"none\" name=\"Heading7\"><\/a> Die &#8222;Produktion&#8220;<\/h3>\n<p>Im Laufe des Jahres 1919 erschienen (ab Heft 3\/4 im Genossenschaftsverlag) 6 Doppelhefte des <em>Neuen Daimon <\/em>mit wechselndem Impressum. Levy zog sich im Herbst 1919 aus der Redaktion zur\u00fcck, da er ab Oktober Fabriksarzt der V\u00f6slauer Kammgarnfabrik wurde und sp\u00e4ter als Gemeindearzt bis November 1925 in V\u00f6slau wirkte. Im 8. Heft (Oktober 1919), im &#8222;M\u00e4rchenheft&#8220;, zeichnete Fritz Lampl als Herausgeber und der j\u00fcngere Bruder Albert Ehrensteins, Carl, f\u00fcr den Inhalt verantwortlich. W\u00e4hrend diese Folge noch in der Kunstdruckerei Frisch &amp; Co. hergestellt wurde, wechselte der &#8222;Genossenschaftsverlag&#8220; zum Druck der Offizin Waldheim-Eberle A.G. ab November 1919 \u00fcber. Heft 9\/10 wurde von Lampl und Sonnenschein, Heft 11\/12 <em>(Die Legende vom weltverkommenen Sonka) <\/em>vom Verfasser Sonnenschein allein betreut. <a href=\"#_ftn21\" name=\"_ftnref21\"><span class=\"Reference\">[21]<\/span><\/a><\/p>\n<p>Mehr oder weniger als Erg\u00e4nzung zum <em>Neuen Daimon <\/em>begann im Sommer 1919 eine ungez\u00e4hlte Serie unter dem Titel <em>Die Gef\u00e4hrten <\/em>zu erscheinen. Bevor die Serie abgebrochen, um dann unter eben diesem Namen als Zeitschrift fortgef\u00fchrt zu werden, kamen drei Hefte heraus:<\/p>\n<p class=\"zitat\">1. Hugo Sonnenschein, <em>Slowakische Lieder. <\/em>(24 S.) <a href=\"#_ftn22\" name=\"_ftnref22\"><span class=\"Reference\">[22]<br \/>\n<\/span><\/a>2. Albert Ehrenstein, <em>Die Nacht wird <\/em>(Sonderheft des neuen Daimon. F\u00fcr die Redaktion verantwortlich: Albert Ehrenstein, Wien.] (36 S.) <a href=\"#_ftn23\" name=\"_ftnref23\"><span class=\"Reference\">[23]<br \/>\n<\/span><\/a>3. Franz Werfel, <em>&#8222;Der Dschin.&#8220; Ein M\u00e4rchen; Gedichte aus &#8222;Der Gerichtstag&#8220;; Blasphemie eines Irren. <\/em>(32 S.)<\/p>\n<p>Im letzten Heft des <em>Neuen Daimon <\/em>1919 k\u00fcndigte man dessen Fortsetzung als <em>Die Gef\u00e4hrten <\/em>und das Erscheinen von 6 Heften bis Ende 1920 an. Das erste Heft des Jahrgangs 1920, das von Albert Ehrenstein geleitet wurde, sollte am 1. J\u00e4nner erscheinen. Es kam aber alles anders. Erschienen sind 10 Hefte: <a href=\"#_ftn24\" name=\"_ftnref24\"><span class=\"Reference\">[24]<br \/>\n<\/span><\/a>H. 1: <em>Aus den Reden des Gotamo Buddha. <\/em>Deutsch von Karl Eugen Neumann. (40 S.)<br \/>\nH. 2: [Jakob Moreno Levy], <em>Das Testament des Vaters<\/em>. (33 S.)<br \/>\nH. 3: Heinrich Mann, <em>Der Weg zur Macht. Drama in 3 Akten<\/em>; <em>Die Tote. Novelle<\/em>. (67 S.)<br \/>\nH. 4: Alfred D\u00f6blin, <em>Das verwerfliche Schwein. Novelle<\/em>; <em>Lydia und M\u00e4xchen. Tiefe Verbeugung in einem Akt<\/em>; <em>Lusitania. 3 Szenen<\/em>. (59 S.)<br \/>\nH. 5: Otto Stoessl, <em>Der Hirt als Gott. Eine dramatische Sage in 3 Aufz\u00fcgen<\/em>. (42 S.)<br \/>\nH. 6: Fritz Lampl, <em>Flucht. Kom\u00f6die in drei Akten<\/em>. (22 S.)<br \/>\nH. 7: Albert Ehrenstein, <em>Karl Kraus<\/em>. (22 S.) <a href=\"#_ftn25\" name=\"_ftnref25\"><span class=\"Reference\">[25]<br \/>\n<\/span><\/a>H. 8: Isidor Quartner, <em>Gedichte aus dem Nachla\u00df<\/em>. (30 S.)<br \/>\nH. 9: Ernst Wei\u00df, <em>Stern der D\u00e4monen. Roman<\/em>; <em>Franta Zlin. Novelle<\/em>; <em>Der bunte D\u00e4mon. Gedich<\/em>t. (71 S.)<br \/>\nH. 10: Oskar Kokoschka, <em>Der wei\u00dfe Tiert\u00f6ter. <\/em>(16 S.) (Widmung: &#8222;Adolf Loos dem Gef\u00e4hrten meiner Jugend OK&#8220;)<\/p>\n<p>Im 4. Jahr 1921 erschienen die letzten zwei Hefte in dieser Form:<\/p>\n<p class=\"zitat\">Robert Zellermayer, <em>Die Erz\u00e4hlung. Der Kr\u00fcppel. Tagebuchbl\u00e4tter und Aufzeichnungen aus dem Nachla\u00df N.R.&#8217;s, <\/em>ausgew\u00e4hlt und herausgegeben von Stefan Tafler.<\/p>\n<p>Nach l\u00e4ngerer Pause erschienen 1922 im Waldheim-Verlag Wien Leipzig Albert Ehrensteins <em>Briefe an Gott <\/em>als &#8222;Die Gef\u00e4hrten Dreizehnter Band&#8220;. <a href=\"#_ftn26\" name=\"_ftnref26\"><span class=\"Reference\">[26]<\/span><\/a><\/p>\n<p>Die ehrgeizigen Pl\u00e4ne des &#8222;Genossenschaftsverlags&#8220; mu\u00dften zwei Jahre nach ihrer Verlautbarung begraben werden, ohne da\u00df das Vorhaben im entferntesten erf\u00fcllt worden w\u00e4re. Der Grund d\u00fcrften letzten Endes hohe Schulden und unverkaufte &#8222;Gef\u00e4hrten-Hefte&#8220; gewesen sein. Und da\u00df es noch 1922 einen &#8222;Nachz\u00fcgler&#8220; mit dem Band <em>Briefe an Gott <\/em>gab, d\u00fcrfte mehr mit der Abdeckung von Schulden zu tun haben als mit der Fortsetzung der Zeitschrift. Die genauen Gr\u00fcnde des fr\u00fchen Niedergangs des &#8222;Genossenschaftsverlags&#8220; sind nicht festzustellen, doch deutet Ehrenstein selber in diese Richtung in einem Brief an den Kurt Wolff-Verlag vom 18. Juli 1922. <a href=\"#_ftn27\" name=\"_ftnref27\"><span class=\"Reference\">[27]<\/span><\/a><\/p>\n<p>Ob <em>Die Gef\u00e4hrten, <\/em>wie Raabe behauptet, <a href=\"#_ftn28\" name=\"_ftnref28\"><span class=\"Reference\">[28]<\/span><\/a> im Waldheim-Verlag als eine Schriftenreihe h\u00e4tte fortgesetzt werden sollen, ist nicht bekannt. Da\u00df aber der Verlag Waldheim-Eberle A.G. s\u00e4mtliche dreizehn im &#8222;Genossenschaftsverlag&#8220; erschienenen <em>Gef\u00e4hrten-Hefte <\/em>1922 zum Vertrieb und Verkauf \u00fcbernahm, ist belegt. <a href=\"#_ftn29\" name=\"_ftnref29\"><span class=\"Reference\">[29]<\/span><\/a> Fest steht au\u00dferdem, da\u00df Ehrenstein 1922 bei Waldheim stark verschuldet war. <a href=\"#_ftn30\" name=\"_ftnref30\"><span class=\"Reference\">[30]<\/span><\/a><\/p>\n<p>Es gibt Grund zur Annahme, da\u00df einige Publikationen des &#8222;Genossenschaftsverlags&#8220; nicht ohne Erfolg waren und Auflagen bis zu 2, 3 und 4.000 erlebten, so z.B. das Heft von Heinrich Mann. Und hier m\u00fcssen wir die Mutma\u00dfungen G\u00f6bels korrigieren, der versucht, im ideologischen Bereich Gr\u00fcnde f\u00fcr das Scheitern des Verlags zu finden. G\u00f6bel behauptet, Ehrenstein sei &#8222;neben Werfel der eigentliche Mentor des Genossenschaftsverlags gewesen&#8220; (S. 195). Selbst bei Vertauschung der Rollen ist die Formulierung falsch. Wahr ist vielmehr, da\u00df Werfel nicht im entferntesten &#8222;Mentor&#8220; des Verlags war. Mentoren waren, um mit G\u00f6bel zu sprechen, Ehrenstein und dann mit Abstand Levy und Lampl. Ob Ehrenstein oder gar Werfel sich &#8222;von dem Ideengut der Revolution&#8220; distanzierten, spielt in diesem Zusammenhang keine Rolle. Schlicht falsch ist au\u00dferdem die These G\u00f6bels, da\u00df Autoren wie etwa Heinrich Mann &#8222;wohl von Anfang an dem Verlagsunternehmen skeptisch gegen\u00fcbergestanden&#8220; waren (S. 195). G\u00f6bel behauptet &#8211; auch falsch &#8211; da\u00df Heinrich Mann, Hermann Kesser und Ernst Wei\u00df die Verlagsrechte &#8211; entgegen dem Statut &#8211; nur f\u00fcr eine Auflage \u00fcbertragen h\u00e4tten (ebda.). Da\u00df dies zumindest bei Heinrich Mann nicht zutrifft, l\u00e4\u00dft sich auch nachweisen. Albert Ehrenstein war sp\u00e4testens seit 1911 mit Heinrich Mann befreundet, denn im November 1911 \u00fcbermittelte Ehrenstein ein Exemplar seines kleinen, neuen, bei Jahoda &amp; Siegel in Wien erschienenen, von Oskar Kokoschka illustrierten Buches <em>Tubutsch.<\/em> <a href=\"#_ftn31\" name=\"_ftnref31\"><span class=\"Reference\">[31]<\/span><\/a> Er bezeichnete es als &#8222;Proben eines au\u00dferhalb des Fackelkreises kaum bekannten Autors&#8220;. <a href=\"#_ftn32\" name=\"_ftnref32\"><span class=\"Reference\">[32]<\/span><\/a> Im Februar 1920 trat Ehrenstein, der inzwischen bei S. Fischer und Kurt Wolff Lektor gewesen war, an den Kurt Wolff Verlag-Autor Heinrich Mann heran, um diesen f\u00fcr den &#8222;Genossenschaftsverlag&#8220; zu gewinnen. Heinrich Mann f\u00fchlte sich vom Genossenschaftsverlags-Angebot geschmeichelt und geehrt: &#8222;Ihnen und dem Genossenschaftsverlag meinen aufrichtigen Dank f\u00fcr die mir zugedachte Ehrung.&#8220; (Brief H. Mann, 19.2.1920). Am 7. M\u00e4rz 1920 hei\u00dft es \u00e4hnlich im Rahmen von Er\u00f6rterungen dar\u00fcber, was im Mann-Heft der <em>Gef\u00e4hrten <\/em>aufgenommen werden sollte, was &#8222;g\u00fcnstiger&#8220; sei usw.: &#8222;Ich danke Ihnen nochmals f\u00fcr Ihre so ernsten und umfassenden Absichten.&#8220; Mann war gl\u00fccklich, da\u00df Ehrenstein ihm in Wien &#8222;helfen&#8220; wollte, und zwar plante der &#8222;Genossenschaftsverlag&#8220; f\u00fcr April 1920 drei &#8222;Mann-Abende&#8220;. Wie Werfel war auch Mann dem Kurt Wolff Verlag verpflichtet, was einige Klarstellungen notwendig machte. Einzelabdrucke ganzer Werke w\u00fcrden &#8211; wie Mann dem Leiter der <em>Gef\u00e4hrten <\/em>am 26. M\u00e4rz 1920 mitteilte &#8211; vom Verleger Wolff nicht gern gesehen. Daher war es erforderlich, den Charakter der <em>Zeitschrift <\/em>zu wahren, die einzelnen Publikationen als &#8222;St\u00fcck einer Serie&#8220; in den Buchhandel kommen zu lassen. Mann schlug also vor, neben dem Drama <em>(Der Weg zur Macht) <\/em>und der Novelle <em>(Die Tote) <\/em>auch einen kritischen Essay \u00fcber sich zu bringen.<\/p>\n<p>Von einer Skepsis Manns kann keine Rede sein, wenn dieser sich \u00fcber den ihm von Ehrenstein mitgeteilten Erfolg von Heft 3 der <em>Gef\u00e4hrten <\/em>freut und sich mehrfach f\u00fcr die Bem\u00fchungen bedankt. Die Startauflage von 2.000 Exemplaren ist einen Monat nach Erscheinen schon weg, und Mann w\u00fcnscht, da\u00df der &#8222;Genossenschaftsverlag&#8220; das Heft weiterdruckt. Mit dieser kostenlosen Propaganda in \u00d6sterreich f\u00fcr den Verlagsautor Heinrich Mann war der Kurt Wolff Verlag offenbar so zufrieden, da\u00df er Mann weitere 2.000 Exemplare beim &#8222;Genossenschaftsverlag&#8220; zugestand. <a href=\"#_ftn33\" name=\"_ftnref33\"><span class=\"Reference\">[33]<\/span><\/a> Die &#8222;Umwegrentabilit\u00e4t&#8220; lohnte sich: Mann an Ehrenstein am 22. April 1920: &#8222;Der Verlag best\u00e4tigte mir, da\u00df aus Wien ungew\u00f6hnliche Bestellungen eingegangen sind.&#8220; (ebda.)<\/p>\n<p>Was aber wurde nicht verwirklicht? Wie aus dem Ausruf bzw. aus den Statuten (&#8230; Verlag von Werken moderner und klassischer Autoren &#8230;) bekannt, wollte der Genossenschaftsverlag auch die Klassiker in seine Obhut nehmen. Auf der Titelseite des im Oktober 1920 erscheinenden Ehrenstein-Heftes \u00fcber Karl Kraus wurde &#8211; als einziges klassisches Werk &#8211; die erste Jean Paul-Gesamtausgabe angek\u00fcndigt. Da stand zu lesen: &#8222;Der Reinertrag dient der ersten Jean Paul-Gesamtausgabe.&#8220; (Heft 7). Zur Ausgabe kam es nicht, ebensowenig wie im Fall weiterer Ank\u00fcndigungen im Jahre 1920 usw.:<\/p>\n<p class=\"zitat\"><em>Gespr\u00e4che mit Kalypso <\/em>Von Alfred D\u00f6blin<a href=\"#_ftn34\" name=\"_ftnref34\"><span class=\"Reference\">[34]<br \/>\n<\/span><\/a><em>13. Ein Kriminalroman.<br \/>\n<\/em>Albert Ehrenstein, <em>Wien. <\/em>[Gedichte] <a href=\"#_ftn35\" name=\"_ftnref35\"><span class=\"Reference\">[35]<br \/>\n<\/span><\/a>Julius Slowacki, <em>Anhelli. <\/em>\u00dcbers. von Arnold Gahlberg mit Zeichnungen von Artur Berger (I. Teil der Slavischen Anthologie) <a href=\"#_ftn36\" name=\"_ftnref36\"><span class=\"Reference\">[36]<br \/>\n<\/span><\/a>Franz Werfel, <em>Bozener Tagebuch. <\/em><a href=\"#_ftn37\" name=\"_ftnref37\"><span class=\"Reference\">[37]<br \/>\n<\/span><\/a>Carl Ehrenstein, <em>Perez Zerrissener, <\/em>Erz\u00e4hlungen.<br \/>\nOtfried Krzyzanowski, <em>Nachla\u00df<\/em>. <a href=\"#_ftn38\" name=\"_ftnref38\"><span class=\"Reference\">[38]<br \/>\n<\/span><\/a>Alfred Adler, <em>Erziehungskunde und Menschenkenntnis. <\/em><a href=\"#_ftn39\" name=\"_ftnref39\"><span class=\"Reference\">[39]<br \/>\n<\/span><\/a><em>Die Gef\u00e4hrten <\/em>k\u00fcndigten ferner Arbeiten von 12 weiteren Autoren an, aber auch sie sind allesamt nicht erschienen. <a href=\"#_ftn40\" name=\"_ftnref40\"><span class=\"Reference\">[40]<\/span><\/a><\/p>\n<p>Ob schlie\u00dflich das Abklingen des &#8222;revolution\u00e4ren Geistes&#8220; rund um den &#8222;Genossenschaftsverlag&#8220; f\u00fcr dessen Aufl\u00f6sung ma\u00dfgebend war, mu\u00df dahingestellt bleiben. Es waren aber viel banalere Gr\u00fcnde, die bereits angeklungen sind: Geldmangel, mangelnder Verkaufserfolg und die schlechte Lage am \u00f6sterreichischen Buchmarkt &#8230;<\/p>\n<h3><a class=\"none\" name=\"Heading8\"><\/a> Verlagsgenossenschaft &#8222;Neue Erde&#8220;<\/h3>\n<p>Parallel zum &#8222;Genossenschaftsverlag&#8220; bestand in Wien ein zweites Verlagsunternehmen, das die Genossenschaftsform w\u00e4hlte: die Verlagsgenossenschaft &#8222;Neue Erde&#8220;.<\/p>\n<p>Aber zum Unterschied vom &#8222;Genossenschaftsverlag&#8220; l\u00e4\u00dft sich \u00fcber Entstehung und Untergang der &#8222;Neuen Erde&#8220; wenig in Erfahrung bringen. Fest steht jedenfalls, da\u00df die Verlagsgenossenschaft &#8222;Neue Erde&#8220; auf Grund einer gleichnamigen Publikation (Zeitschrift) existierte, sich aber nicht expressis verbis mit Belletristik befa\u00dfte. Wir betreten hier ein Gebiet der \u00f6sterreichischen bzw. Wiener Publizistik unmittelbar vor und nach Ausrufung der Ersten Republik, das von den betreffenden Fachrichtungen noch nicht erforscht worden ist. Freilich waren es meist sehr kurzlebige Publikationen, aber ihre Analyse w\u00fcrde sicherlich auch einen Teil der Literaturszene etwa 1918-1920 erhellen, zumal mancher revolution\u00e4re Schriftsteller hier vertreten war. Hier einige Beispiele f\u00fcr das geistige Umfeld der Verlagsgenossenschaft &#8222;Neue Erde&#8220;. <a href=\"#_ftn41\" name=\"_ftnref41\"><span class=\"Reference\">[41]<br \/>\n<\/span><\/a><em>Sowjet. Kommunistische Monatsschrift <\/em>(Hg. Otto Kaus), erschien ab Mai 1919. Mitarbeiter: u.a. Hugo Sonnenschein, Gina Kaus. Brachte Anzeigen f\u00fcr die Verlagsgenossenschaft &#8222;Neue Erde&#8220;.<br \/>\n<em>Erkenntnis und Befreiung. <\/em>Organ des Bundes herrschaftsloser Sozialisten.<br \/>\n<em>Revolution. <\/em>Eine Wochenschrift, die von Soldatenrat Karl F. Kocmata herausgegeben wurde. (Mitarbeiter u.a. E.E. Kisch, Fritz Karpfen, Kocmata, Carl Julius Haidvogel). Querverbindungen: Frisch &amp; Co. Verlag; Verlag des &#8222;Ver!&#8220;; Verlag &#8222;Der Neue Mensch&#8220;; Verlag der Wiener graphischen Werkst\u00e4tte).<br \/>\n<em>Arbeiter-Kampf <\/em>Organ der anarchistisch-syndikalistischen Gewerkschafter in \u00d6sterreich.<br \/>\n<em>Volk richte!. Wochenblatt f\u00fcr Schutz und Recht Jedes Einzelnen. <\/em>Wien (18.4.1919-31.5.1919). (Mitarbeiter\/Querverbindungen: Fritz Karpfen, Karl F. Kocmata; Verlag des &#8222;Ver!&#8220;) Hg. Otto Wiener.<br \/>\n<em>Der Anarchist. <\/em>Das Blatt der Anarcho-Sozialisten und revolution\u00e4ren Antimilitaristen (Wien). Hg. I. Heinrich Holz-Reyther (d.i. Dr. Ignaz Holzreiter, *4 8. 1894, D\u00fcrnstein a.D.). (Querverbindungen: Verlag &#8222;Der Neue Mensch&#8220;; Verlag des &#8222;Ver!&#8220;; Verlag der &#8222;Revolution&#8220;, Hg. Karl F. Kocmata).<\/p>\n<h3><a class=\"none\" name=\"Heading9\"><\/a> Verlag &#8222;Der Neue Mensch&#8220;.<\/h3>\n<p><a href=\"http:\/\/verlagsgeschichte.murrayhall.com\/wp-content\/uploads\/2015\/09\/Verlag-Der-neue-Mensch.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft wp-image-1192\" src=\"http:\/\/verlagsgeschichte.murrayhall.com\/wp-content\/uploads\/2015\/09\/Verlag-Der-neue-Mensch.jpg\" alt=\"Verlag Der neue Mensch Signet\" width=\"200\" height=\"133\" srcset=\"http:\/\/verlagsgeschichte.murrayhall.com\/wp-content\/uploads\/2015\/09\/Verlag-Der-neue-Mensch.jpg 530w, http:\/\/verlagsgeschichte.murrayhall.com\/wp-content\/uploads\/2015\/09\/Verlag-Der-neue-Mensch-300x200.jpg 300w, http:\/\/verlagsgeschichte.murrayhall.com\/wp-content\/uploads\/2015\/09\/Verlag-Der-neue-Mensch-225x150.jpg 225w, http:\/\/verlagsgeschichte.murrayhall.com\/wp-content\/uploads\/2015\/09\/Verlag-Der-neue-Mensch-150x100.jpg 150w\" sizes=\"auto, (max-width: 200px) 100vw, 200px\" \/><\/a>Der Herausgeber der Zeitschrift <em>Der Anarchist <\/em>und Geistesgenosse des <em>Ver!. und Revolution-Her<\/em>ausgebers Karl F. Kocmata, n\u00e4mlich I. Heinrich Holz-Reyther entschlo\u00df sich 1919, einen &#8222;literarischen&#8220; Verlag zu gr\u00fcnden. Er nannte ihn der Zeit entsprechend &#8222;Verlag \u201aDer Neue Mensch'&#8220; neu also im Sinne der ebenfalls 1919 in Wien gegr\u00fcndeten Zeitschrift <em>Neue Gemeinschaft. <\/em>Der Standort dieses Einmann- bzw. Selbstverlags war mit der Wohnadresse &#8222;Holz-Reyther&#8220; identisch: Wien III., Hohlweggasse 32\/58.<\/p>\n<p>Viel produzierte dieser Kleinstverlag nicht. &#8222;Zum Friedensschlusse 1919&#8220; erschien z.B. <em>Besinnet euch! Gedanken eines Antimilitaristen <\/em>(48 S.) und als Sonderabdruck daraus:<\/p>\n<p class=\"zitat\">Wie soll sich Deutschland vor der Vernichtung durch seine Feinde retten? Eine erste Antwort auf diese Frage von einem seine deutsche Heimat liebenden Sozialisten. (16 S.)<\/p>\n<p>Das letzte nachweisbare im Verlag &#8222;Der Neue Mensch&#8220; erschienene Werk stammte ebenfalls von I. Holz-Reyther und hie\u00df:<\/p>\n<p class=\"zitat\">Gracchus Babeuf (Die Verschw\u00f6rung f\u00fcr die Gleichheit). Trag\u00f6die eines Volkstribunen in zehn Aufz\u00fcgen (Bildern).<\/p>\n<p>So schmal die Produktion und so klein der Verlag war, dachte sich Holz-Reyther ein Signet aus, das aus einem Dreieck, das ein Pendel einschlie\u00dft, bestand.<\/p>\n<p><em>Kommunismus. <\/em>Zeitschrift der kommunistischen Internationale (Wien).<br \/>\n<em>Der Freidenker. <\/em>Zeitschrift f\u00fcr freie Weltanschauung in der Republik Deutsch-\u00d6sterreich. (Kampforgan wider die Reaktion in der deutsch\u00f6sterreichischen Republik und wider den Ansturm und die W\u00fchlarbeit der Klerikalen). 1920<br \/>\n<em>Neue Erde. <\/em>Wochenschrift, dann: Kultursozialistische Halbmonatsschrift (ab 2. Jg., 7. Heft, I. 5. 1920 im Untertitel: Kultursozialistische Halbmonatsschrift f\u00fcr Gesellschaftswissenschaft, Politik, Volkswirtschaft, Erziehung, Kunst.)<\/p>\n<p>Mit Ausnahme der Zeitschrift <em>Neue Erde, <\/em>von der im 1. Jahrgang insgesamt 36 Hefte erschienen, scheint die Verlagsgenossenschaft &#8222;Neue Erde&#8220; wenige eigene Publikationen &#8211; die daf\u00fcr aber politischen Inhalts waren &#8211; herausgebracht zu haben. Durch personelle Verbindungen zu anderen ann\u00e4hernd gleichgesinnten Publikationen (etwa <em>Revolution! <\/em>Im Verlag des &#8222;Ver!&#8220; bzw. im Verlag der Revolution; Verlag &#8222;Der Anarchist&#8220; Leipzig usw.) hat man diverse Schriften &#8211; mit der aufgeklebten Etikette &#8222;Verlagsgenossenschaft \u201aNeue Erde&#8220;&#8220; versehen &#8211; einfach zum Verkauf und Vertrieb \u00fcbernommen. Auch in dieser Hinsicht bestanden Verbindungen zur sozialdemokratischen Volksbuchhandlung Ignaz Brand. Die <em>Neue Erde, <\/em>die seit Beginn des 2. Jahrgangs (10.2.1920) \u00fcber 200 zahlende Abonnenten hatte, mu\u00dfte mit dem 11. Heft im August 1920 ihr Erscheinen einstellen. Als Schriftleiter fungierte Dr. Max Ermers (s. Genossenschaftsverlag, Wien), Bruder des Verlegers E.P. Tal. Ermers war Kunsthistoriker und Dozent an den Volkshochschulen. Er war es auch, der nach dem Ersten Weltkrieg den Bau zahlreicher Siedlungen im Wiener Gemeindegebiet anregte, das &#8222;Siedlungsamt&#8220; begr\u00fcndete und unausgesetzt f\u00fcr den Siedlungsgedanken publizistisch warb. <a href=\"#_ftn42\" name=\"_ftnref42\"><span class=\"Reference\">[42]<\/span><\/a><\/p>\n<p>Anfang August 1934 kam eine neue von ihm redigierte Zeitschrift <em>Die Zeit. Eine Halbmonatsschrift <\/em>(Untertitel ab Nr. 2: <em>Bl\u00e4tter f\u00fcr Erkenntnis und Tat) <\/em>auf den Wiener Markt. Diese &#8222;unabh\u00e4ngige Zeitschrift&#8220; sollte eine &#8222;Diskussion auf breitester Grundlage abhalten: \u00fcber die eigentliche Mission \u00d6sterreichs in Europa und in der Welt; \u00fcber die Ursachen des Zusammenbruchs der Arbeiterpartei \u00d6sterreichs, \u00fcber die \u00dcberwindung der Arbeitslosigkeit, \u00fcber Geld- und W\u00e4hrungsfragen und \u00fcber das wichtige Siedlungsproblem. (&#8230;)&#8220;. Es wurde f\u00fcr den Bund &#8222;Pioniere unserer Zeit&#8220; geworben und viel, vor allem von Ermers, \u00fcber Siedlungsprobleme geschrieben. Im ersten Heft wurde bekanntgegeben, da\u00df nicht weniger als 109 Pers\u00f6nlichkeiten des kulturellen und wirtschaftlichen Lebens ihre regelm\u00e4\u00dfige oder fallweise Mitarbeit zugesagt h\u00e4tten, darunter Clemens Holzmeister, Oskar Kokoschka, Ernst Krenek, Viktor Matejka, E.A. Rheinhardt, Otto Stoessl, Eugenie Schwarzwald, Ernst Karl Winter sowie Berta Zuckerkandl und Viktor Zuckerkandl. Ernst Angel (Querverbindung: Ed. Strache Verlag), sp\u00e4terer Gr\u00fcnder der Gesellschaft der Filmfreunde \u00d6sterreichs, leitete die Filmrubrik (ab Nr. 7). Mit der Nummer 9 vom 8. Juni 1935 ist das Erscheinen eingestellt worden. Ermers emigrierte 1938 nach England, arbeitete zusammen mit Fritz Lampl in einer Glasfabrik, kehrte im Juli1948 nach Wien zur\u00fcck, wo er am 2.10.1950 starb.<\/p>\n<h3><a class=\"none\" name=\"Heading10\"><\/a> Verlag &#8222;Aufschwung&#8220;<\/h3>\n<p>Wie im Falle manch anderer Verlagsgr\u00fcndung in der &#8222;Bl\u00fctezeit&#8220; 1919 wurde der Verlag &#8222;Aufschwung&#8220; in direktem Zusammenhang mit einer der &#8222;neuen Zeit&#8220; Rechnung tragenden Zeitschrift ins Leben gerufen. Was jedoch anderen geg\u00f6nnt war, n\u00e4mlich nebenbei auch eine Schriftenreihe herauszubringen, blieb dem &#8222;Aufschwung&#8220;-Verlag offensichtlich versagt. Dennoch wurden 1919 einzelne Werke einer neuen Reihe<em> Die fr\u00fche Saat <\/em>&#8211; man vergleiche den Untertitel der Zeitschrift Aufschwung: \u201aZeitschrift der J\u00fcngsten&#8220; &#8211; als &#8222;bisher erschienen&#8220; angek\u00fcndigt. In einer Selbstanzeige liest man n\u00e4mlich \u00fcber die geplante Reihe folgendes:<\/p>\n<p class=\"zitat\">DIE FR\u00dcHE SAAT. Eine Sammlung des neuen Anfangs. Die Sammlung wird das geistige Schaffen der Jugend, sofern sie bereits Physiognomie zeigt und eigene Wege zu gehen beginnt, zusammenfassen und so mit der Zeit ein umfassendes Bild aller Bestrebungen unserer Zeit geben. (Aufschwung, i. Jg., 1919, Doppelnummer 9\/10)<\/p>\n<p>Die zwei &#8222;erschienenen&#8220; B\u00e4nde dieser Reihe konnten allerdings weder bibliographisch erfa\u00dft noch in \u00f6sterreichischen Bibliotheken gefunden werden. Auch scheinen ihre Verfasser der allgemeinen Vergessenheit anheim gefallen zu sein. <a href=\"#_ftn43\" name=\"_ftnref43\"><span class=\"Reference\">[43]<\/span><\/a> Auch entziehen sie sich der literarhistorischen Erfassung. Dasselbe trifft f\u00fcr zwei weitere der insgesamt vier in diesem Verlag angek\u00fcndigten Buchtitel zu. <a href=\"#_ftn44\" name=\"_ftnref44\"><span class=\"Reference\">[44]<\/span><\/a><\/p>\n<p>Vielversprechend war die Zeitschrift <em>Aufschwung. Eine literarische Zeitschrift <\/em>(ab Nr. 2: <em>Zeitschrift der J\u00fcngsten), <\/em>die bis Nummer 7, 1919, von Tobias Sternberg herausgegeben wurde. Die Nummer 7 wurde von Emil Gustav Gruchol, die Nummern 8 und 9\/10 von Friedrich Gustav Tietz betreut. Die Redaktion befand sich in Wien VII., Kaiserstra\u00dfe 62. Die Auslieferung besorgte Robert M\u00fcllers Literarische Vertriebs- und Propaganda Ges.m.b.H.<\/p>\n<p>Die Zeitschrift erschien zum ersten Mal im Februar 1919, und ihr Erscheinen wurde aus ungekl\u00e4rten Gr\u00fcnden mit der erw\u00e4hnten Doppelnummer 9\/10 noch im selben Jahr eingestellt. Im Fr\u00fchjahr 1920 dachte man jedoch offenbar an ein Wiedererscheinen, als in einer Anzeige in der ideologisch zum Teil verb\u00fcndeten Zeitschrift <em>Neue Erde <\/em>bereits die &#8222;n\u00e4chsten Hefte&#8220; mit Mitarbeitern wie Heinrich Mann, E.A. Rheinhardt, Ludwig Rubiner, Klabund u.a. angek\u00fcndigt wurden (Neue <em>Erde, <\/em>2. Jg., Heft 2, 1920). Zum Erscheinen weiterer Hefte ist es jedoch nicht gekommen.<\/p>\n<p>Was Inhalt und Ausrichtung der Zeitschrift <em>Aufschwung <\/em>betrifft, so wird sie von Paul Raabe folgenderma\u00dfen charakterisiert: &#8222;Wiener literarische Zeitschrift impressionistischer Tendenz, dann Wandlung in eine Zeitschrift expressionistischen Charakters. Enth\u00e4lt Lyrik, Prosa, Dramatik, au\u00dferdem Aufs\u00e4tze, Theaterkritiken, Buchbesprechungen, Hinweise.&#8220; <a href=\"#_ftn45\" name=\"_ftnref45 title=\"><span class=\"Reference\">[45]<\/span><\/a><\/p>\n<p>Die zehn Hefte des <em>Aufschwung <\/em>brachten literarische Beitr\u00e4ge von: Gabriele d&#8217;Annunzio, Charles Baudelaire, Hans Bujak, Karl Burger, Paul Claudel, Karl H. Csaicsich, Franz Theodor Csokor, Ulrich Ebner, Albert Ehrenstein, Antonio Fogazarro, Oskar Maurus Fontana, Bernhard F\u00f6rster (Rote Garde!), Harry Gh\u00e9on, Ephr. Goldschl\u00e4ger, Kurt Goldstein, Markus Gottfried, E.G. Gruchol, Richard Guttmann, Paul Hatvani, Paul Hirsch, Heinrich Infeld, P.J. Jouve, Josef Kalmer, Chajam Kelimer, Hermann Kesser (Genossenschaftsverlag!), Robert Klinger, Hans Koch, Krischna, Georg Kuh (Ed. Strache Verlag!) Rudolf Leonhard, Josef Luitpold, Hugo Maier, Paul Medina, Adelbert Muhr, Robert M\u00fcller, Egon Pisk, Arthur Rimbaud, Camill Schmall, Alois Schrom, Alfred Sperber, Tobias Sternberg, Maximilian Maria Str\u00f6ter, Elisabeth Szanto, Ludwig Szczepanski, Paulus Tieck, Alfons Wallis, Franz Werfel, Otto Wolfgang, Lothar Wurzer, Paul Zech. <a href=\"#_ftn46\" name=\"_ftnref46\"><span class=\"Reference\">[46]<\/span><\/a><\/p>\n<p>In den meisten F\u00e4llen handelt es sich um Autoren, die heute v\u00f6llig vergessen sind.<\/p>\n<p>Die Titelzeichnung, die zugleich Verlagssignet war, stammt von der K\u00fcnstlerin Maria Szanto. Weitere Holzschnitte stammen von Edith Halpon, Karl Nord und Slavi Soucek.<\/p>\n<p>Sang- und klanglos ging der nicht protokollierte Kleinverlag im Geburtsjahr wieder ein.<\/p>\n<h3><a class=\"none\" name=\"Heading11\"><\/a> Verlag des &#8222;Ver!&#8220; (-Verlag der &#8222;Revolution&#8220;)<\/h3>\n<p>Der Verlag des &#8222;Ver!&#8220;, Wien, der sich im Impressum der diversen Schriften auch &#8222;Verlag der Freien K\u00fcnstlervereinigung ,Ver!'&#8220; nennt, ist mit gro\u00dfer Wahrscheinlichkeit im Jahre 1917 parallel zur Zeitschrift gleichen Namens gegr\u00fcndet worden. Da der Verlag nicht protokolliert und die Freie K\u00fcnstlervereinigung &#8222;Ver&#8220; offensichtlich kein angemeldeter Verein war, lassen sich keine Details \u00fcber weitere ev. Gr\u00fcnder bzw. Mitglieder und keine genaue Daten ermitteln. Verfolgen kann man die Geschichte des Verlags aber weitgehend &amp; anhand der Zeitschrift <em>Ver!. <\/em><\/p>\n<p>Heft l erschien im August 1917. Das Motto lautete: &#8222;Auf da\u00df der moderne Geist in Allem und Jedem zum Ausdruck komme&#8220;.<a href=\"#_ftn47\" name=\"_ftnref47\"><span class=\"Reference\">[47]<\/span><\/a> Gr\u00fcnder und Herausgeber ist der vielseitige, politische engagierte Autor und sp\u00e4tere Soldatenrat Karl F. Kocmata (16.1.1890, Wien &#8211; 29.11.1941, ebda.) Bereits 1912 hatte Kocmata den &#8222;Adria-Verlag&#8220; gegr\u00fcndet und begonnen, die Zeitschrift <em>Neue Bahnen <\/em>herauszugeben. Nun wird er als &#8222;gegenw\u00e4rtiger F\u00fchrer der k\u00fcnstlerischen Jugend \u00d6sterreichs&#8220; apostrophiert. Im ersten Heft des <em>Ver! <\/em>liest man folgende programmatische Erkl\u00e4rung, die \u00fcber Richtung und Tendenz des Verlags bzw. der Zeitschrift Aufschlu\u00df gibt:<\/p>\n<p class=\"zitat\">Ver! wurde nicht gegr\u00fcndet, sondern ist dank der Technik einiger weniger moderner Gehirne einfach entstanden. Diese Monatsschrift l\u00e4\u00dft sich in keine Schablone pressen: sie bringt Alles und Jedes und bringt es Allen und Jedem, wenn er guten Willens ist! Ver! ruft nicht zur Gefolgschaft auf, verzichtet aber, indem er es tut, auf die sattsam bekannten treuen Leser und P.T. Abnehmer. Ver! beansprucht und erwartet kein Lob, Tadel und Geifer werden ihn ehren, gro\u00df machen. Wir haben Keinen, den wir anbeten m\u00fcssen. Vor keinem G\u00f6tzen der Kunst werden wir knien. Gr\u00f6\u00dfenwahn? Dieses Heft beweist, da\u00df wir bescheiden sind, auch wenn wir t\u00f6nend sprechen. Aber eind\u00e4mmen lassen wir nicht, was in uns ruht und zum Ausdruck, zur Geltung kommen soll. Ver! ist eine Trib\u00fcne, die gebraucht, aber nicht mi\u00dfbraucht werden darf. M\u00f6ge sich uns Niemand mit Schubladen n\u00e4hern! Und nicht mit papiergewordener Selbst\u00fcberhebung! Wer vor seinem eigenen Machwerk auf die Knie f\u00e4llt, der gehe uns im Bogen aus dem Wege. (S. 2)<\/p>\n<p>Ja, denn die Zeitschrift sollte ohnehin laut Eigenwerbung &#8222;eine neue, ganz eigenartige Erscheinung der Wiener Zeitschriftenliteratur&#8220; darstellen.<\/p>\n<p>Der olivgr\u00fcne Umschlag ab der Nummer 1 (und bis einschlie\u00dflich Doppelheft 10\/11) zeigt ein beides Quadrat, worin das Wort &#8222;Ver!&#8220; samt Unterschrift von Peter Altenberg zu sehen ist. Der Heftumfang betr\u00e4gt 20 Seiten. Mitarbeiter des ersten Heftes sind z.B. Peter Altenberg, Karl F. Kocmata, Erich M\u00fchsam, Renato Mordo, Paul Sur\u00e1ny, Franz Augenthaler. In fast allen Heften findet man Anzeigen f\u00fcr den eigenen wie auch f\u00fcr fremde Verlage sowie &#8222;Anmerkungen&#8220; des Herausgebers. Konzipiert zun\u00e4chst als Monatsschrift, erschien <em>Ver! <\/em>mit Heft 3 zweimal monatlich (1. u. 15. jeden Monats). Von der Nr. 8\/9 vom 1.\/15. Dezember 1917 an erschien sie bis Heft 28\/29 vom Dezember 1918\/J\u00e4nner 1919 weiterhin monatlich als Doppelheft. Mit der Heftnummer 28\/29 wurde das Erscheinen der Zeitschrift vorl\u00e4ufig und aus nicht bekannten Gr\u00fcnden eingestellt. Bis dahin wurde <em>Ver! <\/em>in Br\u00fcnn bei dem k.k. Hofbuchdrucker Winiker &amp; Schickardt gedruckt. Der wahrscheinliche Grund f\u00fcr die unfreiwillige Erscheinungspause ist wohl in den leidigen Papier- und Druckverh\u00e4ltnissen dieser Zeit zu finden, die mehrere, vor allem kleinere Zeitschriften zwangen, ihr Erscheinen \u00fcberhaupt einzustellen, es aber auch f\u00fcr Wiener Tageszeitungen unumg\u00e4nglich machten, ihren Umfang drastisch zu reduzieren.<\/p>\n<p>Mit dem Novemberheft 1918 (Doppelheft 26\/27) trat eine auffallende \u00c4nderung ein: der Umschlag wurde rot bedruckt und das Motto leicht ver\u00e4ndert in:<\/p>\n<p>&#8222;Auf da\u00df der revolution\u00e4re Geist &#8230; komme.&#8220; Herausgeber Kocmata vermerkt ebenda (S. 388): &#8222;Ver! wird sich nun voll und ganz in den Dienst der die neue Zeit bewegenden Ideen stellen.&#8220;<\/p>\n<p>Viel konnte sich deshalb nicht \u00e4ndern, weil die Zeitschrift zum vorl\u00e4ufig letzten Mal im J\u00e4nner 1919 herauskam. Auch veranstaltete dieser Verlag &#8211; wie andere kleine Verlage zu dieser Zeit &#8211; sogenannte &#8222;Ver-Abende&#8220; mit Lesungen der Mitarbeiter.<\/p>\n<p>Ein Ver!-Buch (Anthologie der Ver!-Mitarbeiter), das f\u00fcr den Sp\u00e4tsommer 1918 geplant und dessen Erscheinen auf den Herbst 1918 verschoben wurde, ist nicht realisiert worden.<\/p>\n<p>Die Zeitschrift <em>Ver!, <\/em>die sich unmittelbar nach Ausrufung der Republik gerne als &#8222;Monatsschrift f\u00fcr revolution\u00e4re Kunst&#8220; apostrophierte (s. <em>Revolution<\/em>, 1. Jg., Nr. 32\/33, 20. Dezember 1919), nahm im Laufe ihres Erscheinens regelm\u00e4\u00dfig zu Fragen der Politik, der Kunst, der Medizin und der Literatur &#8211; in erster Linie in Form von Buchbesprechungen (etwa durch Fritz Karpfen und Herbert Waniek) &#8211; Stellung. Lyrik und kurze Erz\u00e4hlungen nehmen eine prominente Stellung ein. Kocmata wollte aber, wie es in einem redaktionellen Vermerk hei\u00dft, nicht von allen und jedem Einsendungen erhalten. Der Umstand, da\u00df die Zeitschrift mit Heft 3 zweimal monatlich erscheine, &#8222;m\u00f6ge vor allem nicht zur vermehrten Einsendung von Gedichten verleiten! (&#8230;) Dem Kleinverstand der Vielen, die den Titel des Blattes nicht verstehen, k\u00f6nnen keinerlei Konzessionen gemacht werden&#8220;.<\/p>\n<p>Am h\u00e4ufigsten vertreten war neben Kocmata Peter Altenberg, der das Emblem &#8222;Ver!&#8220; entwarf und u.a. den ersten Beitrag des ersten Hefts verfa\u00dfte. <a href=\"#_ftn48\" name=\"_ftnref48\"><span class=\"Reference\">[48]<\/span><\/a> Gleicherma\u00dfen bemerkenswert sind die in der Zeitschrift <em>Ver! <\/em>ver\u00f6ffentlichten Originalholzschnitte und Lithographien von K\u00fcnstlern wie Johannes Fischer (Umschlag-Holzschnitt), Karl Angerer, Agathe L\u00f6we, Egon Schiele (Zeichnung), Josef Humplik und Carl Hauser.<\/p>\n<p>Es erschienen freilich auch Schwerpunkt- bzw. Spezialhefte, die u.a. &#8222;Schwestern Wiesenthal&#8220;, &#8222;Karl Kraus&#8220; (Juni 1918, Heft 16\/17), &#8222;Wir Armen!&#8220; (Oktober 1918, Heft 24\/25), &#8222;Arno Holz&#8220; (August 1918, Heft 20\/21) und &#8222;F\u00fcr den Frieden&#8220; (Juli 1918, Heft 18\/19) betitelt waren.<\/p>\n<p>Im vorletzten Heft vor der langen Pause (Dezember 1918\/J\u00e4nner 1919) konnte man gerade noch eine Altenberg-Todesanzeige aufnehmen. Im Mai 1919 erschien die 28 Seiten starke Doppelnummer 30\/31. Dann wurde im Dezember 1920 das Wiedererscheinen der Zeitschrift, eben mit einem 20seitigen Heft, dem Andenken des im J\u00e4nner 1919 verstorbenen Altenberg gewidmet, angek\u00fcndigt. Das bereits fertiggestellte &#8222;Peter-Altenberg-Gedenkheft&#8220; 24 Seiten stark &#8211; mit Beitr\u00e4gen von Erich M\u00fchsam, Egon Erwin Kisch, Carl Julius Haidvogel, Paul Hatvani, Alfred Gr\u00fcnewald u.a. und zwei Bildnissen mit einem Faksimile von Altenberg erschien im Februar 1921 als Heft Nr. 33. Diese Nummer war zugleich die letzte, die von Karl F. Kocmata herausgegeben und redigiert wurde. Daraufhin trat eine l\u00e4ngere Pause ein, die bis Oktober 1921 dauerte. Dann erschien Nr. 34 von <em>VER. Monatsschrift f\u00fcr Kunst und Literatur, <\/em>24 Seiten umfassend, herausgegeben von Kunstsalonbesitzer Max Hevesi. Die Redaktion war nun in Wien VI., Mariahilferstra\u00dfe 13. Als verantwortlicher Redakteur zeichnete der 22j\u00e4hrige Schriftsteller Josef Kalmer (1898-1959). Die neue Redaktion steht mit der fr\u00fcheren in keinerlei Verbindung. Unter der \u00dcberschrift &#8222;Programmatisch&#8220; hei\u00dft es im ersten &#8222;neuen&#8220; Heft (Nr. 34):<\/p>\n<p class=\"zitat\">Diese Zeitschrift soll, auf eine Grundlage gestellt, die von den bisher unter ihrem Namen erschienenen Publikationen nur den Titel \u00fcbernimmt, eine Vermittlerrolle spielen zwischen einer in Wien mi\u00dfverstandenen Generation von nicht immer dem Alter, stets aber der Seele nach jungen Malern und Schriftstellern und interessierten Lesenden.<br \/>\nMan mi\u00dfverstehe nicht. Es handelt sich nicht um eine lokalpatriotische Angelegenheit. Die Basis ist Europa, und auf ihr k\u00fcnstlerisches Gepr\u00e4ge soll in dieser Druckschrift auf eine, dem beschr\u00e4nkten Raume entsprechende Art hingewiesen werden.<br \/>\nDie Epochen, in denen der Literat der zeitbestimmende Typ gewesen ist, sind vorbei. Dieser Typ war politisch, er ist es nicht mehr. Darum gilt die Alternative: Politik oder Kultur. Keine Zusammenh\u00e4nge mehr gibt es.<br \/>\nWir werden uns auf die Kultur beschr\u00e4nken. Ein weites Feld!<br \/>\nRedaktion.<\/p>\n<p>Trotz gro\u00dfer Versprechen und der anti-politischen Einstellung ist im Monat November 1921 das letzte von 2 Heften der neuen Herausgeber erschienen. Nach der &#8222;Nummer 35&#8220; gehen Zeitschrift und Verlag des Ver\/Wien endg\u00fcltig ein, allerdings nicht ohne ein Heft Nr. 36 mit Beitr\u00e4gen von Franz Werfel, Otto Basil, Jules Romains, Claudel und Robert M\u00fcller anzuk\u00fcndigen.<\/p>\n<h3><a class=\"none\" name=\"Heading12\"><\/a> Das neue Gedicht. Eine zwanglose Sammlung.<\/h3>\n<p>Der Verlag war auf Kunst, Lyrik und sozialkritische, vor allem Anti-Kriegs-Literatur spezialisiert. Um junge Talente zu f\u00f6rdern, wurde die Reihe &#8222;Das neue Gedicht. Eine zwanglose Sammlung&#8220; ins Leben gerufen. Bereits im Dezember 1917 erschien das erste B\u00e4ndchen: Michael Zwoelfboth, <em>Schwert gegen Seele. <\/em>Nach einer Ank\u00fcndigung im Dezember 1917 sollte das 2. B\u00e4ndchen Erich M\u00fchsam, das 3. voraussichtlich Peter Altenberg zum Verfasser haben. Keines ist tats\u00e4chlich erschienen. Doch sind im Laufe der Jahre weder die Reihenfolge eingehalten worden noch alle angek\u00fcndigten Titel erschienen. Was den Zweck der Reihe betrifft, so liest man in einer Anzeige aus dem Jahre 1919:<\/p>\n<p class=\"zitat\">Jedes dieser im Verlag des Ver! erscheinenden B\u00e4ndchen bietet eine Handvoll Gedichte dar, die &#8211; vom Autor gew\u00e4hlt und zu einheitlicher Stimmung zusammengeschlossen &#8211; das geistige Selbstbildnis der Dichterpers\u00f6nlichkeit in knappem Umri\u00df zeigen.<\/p>\n<p>Insgesamt erschienen bis zum Jahre 1920 23 kleinformatige, auf Zeitungspapier in einfacher Ausstattung gedruckte B\u00e4ndchen mit einem Durchschnittsumfang von 16 bis 32 Seiten. Jedes B\u00e4ndchen kostete zwischen 1 und 2 Kronen. \u00dcbrigens waren auch Postkarten mit dem Bildnis der Mitarbeiter um 30 Heller erh\u00e4ltlich. Die Auflagenh\u00f6he der Reihe &#8222;Das neue Gedicht&#8220; ist zwar nicht bekannt, kann aber kaum mehr als ein paar hundert St\u00fcck betragen haben. Bis auf wenige Ausnahmen sind die Autoren heute (und wohl auch damals v\u00f6llig) unbekannt und biographisch gar nicht zu erfassen. <a href=\"#_ftn49\" name=\"_ftnref49\"><span class=\"Reference\">[49]<\/span><\/a><\/p>\n<p><em>Stimmen aus der Zeit. Flugschriften des &#8222;Ver!&#8220; <\/em>nennt sich eine weitere, ebenfalls von Karl Franz Kocmata im Verlag der Zeitschrift <em>Ver! <\/em>herausgegebene Publikation. Das 1. Heft stammt vom Herausgeber selbst, erschien im J\u00e4nner 1921, erlebte drei Auflagen von angeblich insgesamt 10.000 St\u00fcck und hie\u00df <em>Der Sumpf von Wien. Bilder des Niederganges. <\/em>Mit einem Geleitwort von Stadtrat Dr. med. Heinrich Gr\u00fcn. Von den 4 im Jahre 1921 angek\u00fcndigten Heften sollte zun\u00e4chst &#8222;Ende Feber 1921&#8220; <em>Emil Zola und der Sozialismus <\/em>von Egon Erwin Kisch als Heft Nr. 2 zur Ausgabe gehangen. Im eigentlichen Heft 2 <em>Otto Weininger. Die Liebe und das Weib. Ein Versuch von X- Y-Z.<\/em>, das ebenfalls in zwei Auflagen von insgesamt 10.000 St\u00fcck gedruckt wurde, ist das Kisch-Werk f\u00fcr Mitte April 1921 als Heft 3 der &#8222;Stimmen aus der Zeit&#8220; angek\u00fcndigt, jedoch nicht erschienen. <a href=\"#_ftn50\" name=\"_ftnref50\"><span class=\"Reference\">[50]<\/span><\/a> Statt dessen erschien 1921 die &#8222;dritte der von K.F. Kocmata herausgegebenen Flugschriften ,Stimmen aus der Zeit'&#8220;, und zwar als &#8222;Vorl\u00e4ufige Ausgabe&#8220; ein Werk von Hugo Sonnenschein. Der Titel: <em>Die goldenen Ritter der Freiheit oder Tschechoslowakische Demokratie. Tagebuch meiner Kuttenberger Haft. <\/em>Leipzig und Wien: Ver!-Verlag (119 S.) Sonnenschein, der Mitbegr\u00fcnder der KP der Tschechoslowakei, folgte dem Beispiel seines Kollegen aus fr\u00fcheren Jahren (Kocmata) insofern als beide 1912 Werke im Wiener &#8222;Adria-Verlag&#8220; ver\u00f6ffentlichten und Kocmata 1919 seine Wiener Hafterlebnisse publizierte. Wie die vorangegangenen zwei Folgen der &#8222;Stimmen&#8220; erschien die dritte auch nicht &#8211; wie manchmal behauptet wird &#8211; in Robert M\u00fcllers neugegr\u00fcndetem &#8222;Literaria-Verlag&#8220;, vielmehr wurde sie durch die &#8222;Generalauslieferung \u201aLiteraria&#8220;&#8220; vertrieben. Ein viertes Heft <em>Karl Kraus, die Presse und der Krieg <\/em>sollte von Alf J\u00f6rgensen stammen, der schon 1912 \u00fcber Kraus geschrieben hatte (&#8222;Der Heinefresser &#8230;&#8220;.) <a href=\"#_ftn51\" name=\"_ftnref51\"><span class=\"Reference\">[51]<\/span><\/a><\/p>\n<p>Wie bereits erw\u00e4hnt, konnte man Postkarten einiger Verlagsmitarbeiter erwerben. Der Verlag bot auch eine Reihe von Posten (Zeichnungen) von Zwoelfboth sowie eine Bleistiftzeichnung &#8222;Sehnsucht&#8220; (eine R\u00f6telzeichnung) von Egon Schiele als Ver!-Postkarte an.<\/p>\n<p>In den Jahren 1919-20 erschienen mehrere zeitkritische Werke. Kocmata, der bereits 1913 \u00fcber Kraus geschrieben hatte, ver\u00f6ffentlichte das Werk <em>Karl Kraus, der Krieg und die Ausger\u00e4ucherten. Ein Beitrag zur Literatur aus der j\u00fcngsten Vergangenheit. <\/em>Hinzu kamen Jacques Hannaks <em>Geschlechtlichkeit. Eine Paraphrase Weiningerscher Ideen, <\/em>Georges Yvetots <em>ABC des Syndikalismus <\/em>und schlie\u00dflich Fritz Karpfens <em>Literarisches Verbrecheralbum, <\/em>eine kritische Abrechnung mit verschiedenen Kriegsgedichteschreibern, &#8222;Meinen Freunden, die in diesem Kriege gemordet wurden&#8220; gewidmet.<\/p>\n<p>Im Jahre 1919 hat Kocmata seinen &#8222;Verlag des ,Ver!'&#8220; in den &#8222;Verlag der Revolution&#8220; (Redaktion und Verlag, Wien 1., Stubenring 14) umbenannt. Denn am 22. Februar 1919 begann die Wochenschrift <em>Revolution. Organ der Wiener Anarchisten, <\/em>herausgegeben vom Soldatenrat Karl F. Kocmata, in ebendiesem Verlag zu erscheinen. Zu den Mitarbeitern z\u00e4hlten u.a. Leo Rothziegel, Fritz Karpfen, I. Holz-Reyther, Erich M\u00fchsam und E.E. Kisch. Mit der Nummer 23 vom 26. Juli 1919 wurde die Zeitschrift mit <em>Der Anarchist, <\/em>herausgegeben von I. Holz-Reyther, vereinigt.<\/p>\n<p>Im &#8222;Verlag der Revolution&#8220; erschien au\u00dferdem 1919 noch das Buch <em>Drei Monate Haft zur Kriegszeit im Wiener Landesgericht. Schilderungen, Aufzeichnungen, Eindr\u00fccke <\/em>von Kocmata.<\/p>\n<p>Verwirrend wird die weitere Geschichte und Entwicklung des &#8222;Verlags des Ver!&#8220; und des &#8222;Verlags der Revolution&#8220;, wenn man festh\u00e4lt, da\u00df Lagerbest\u00e4nde der wenigen Titel (Hannak, Karpfen etc.) von der ideologisch nahestehenden Verlagsgenossenschaft &#8222;Neue Erde&#8220; \u00fcbernommen wurden. In Exemplaren dieser B\u00fccher ist auf der Titelseite die urspr\u00fcngliche Verlagsbezeichnung mit der Etikette &#8222;Verlagsgenossenschaft ,Neue Erde&#8220;&#8220; (s.d.) \u00fcberklebt worden. Kocmata ver\u00f6ffentlichte selber ein Werk in diesem Verlag.<\/p>\n<h3><a id=\"anm\"><\/a>Anmerkungen<\/h3>\n<p class=\"Note\"><a href=\"#_ftnref1\" target=\"text\" name=\"_ftn1\">[1]<\/a> <em>BC,<\/em> Nr. 7, 12.2.1919, S. 95; <em>\u00d6sterr.-ungar. Buchh\u00e4ndler-Zeitung<\/em>, 14. Jg., Nr. 77, S. 20.<\/p>\n<p class=\"Note\"><a href=\"#_ftnref2\" target=\"text\" name=\"_ftn2\">[2]<\/a> HANS FRIEDRICH, Die Sozialisierung des dichterischen Schaffens. In: <em>Das literarische Echo,<\/em> 21. Jg., Heft 15, 1.5.1919, Sp. 908-913; bei. Sp. 910.<\/p>\n<p class=\"Note\"><a href=\"#_ftnref3\" target=\"text\" name=\"_ftn3\">[3]<\/a> FRITZ TH. COHN, Die Sozialisierung des dichterischen Schaffens. Eine Antwort. In: <em>Das literarische Echo, <\/em>21. Jg., Heft 22, 15.8.1919, Sp. 1362-1368; bes. Sp. 1362.<\/p>\n<p class=\"Note\"><a href=\"#_ftnref4\" target=\"text\" name=\"_ftn4\">[4]<\/a> Verwiesen wird hier auf die vorwiegend mit Quellenmaterial aus dem Nachla\u00df von Kurt Wolff zusammengestellte Arbeit von WOLFRAM G\u00d6BEL, Sozialisierungstendenzen expressionistischer Verlage nach dem ersten Weltkrieg. In: <em>Internationales Archiv f\u00fcr Sozialgeschichte der deutschen Literatur <\/em>(IASL), 1(1976), S. 178-200. (Im folgenden mit &#8222;G\u00f6bel&#8220; abgek\u00fcrzt) Dieser setzt sich mit den Voraussetzungen f\u00fcr diese Tendenzen in Deutschland auseinander. Er untersucht drei Verlage, wobei die Sozialisierung im Sinne von Gewinn- und Besitzbeteiligung nur in zwei F\u00e4llen praktiziert wurde: Dresdner Verlag, Kurt Wolff Verlag und Genossenschaftsverlag (Wien). Der Ansatz von G\u00f6bel ist allerdings falsch, soweit er letztgenannten Verlag miteinbezieht, denn es handelt sich bei den zwei deutschen Verlagen um <em>bestehende <\/em>Unternehmen, die &#8222;sozialisiert&#8220; werden sollten, beim Genossenschaftsverlag Wien hingegen trotz \u00e4hnlicher Argumentation um einen Verlag, der ab ovo &#8222;sozialisiert&#8220; war<em>. <\/em>Daher scheinen mir die Sozialisierungsversuche, wie sie G\u00f6bel nennt, unterschiedlich zu sein. Eine Untersuchung der diesbez\u00fcglichen Diskussion in \u00d6sterreich steht noch aus. Ein solches Vorhaben kann auch nicht im Rahmen dieser Arbeit in Angriff genommen werden. Als &#8222;Quellenmaterial&#8220; zu diesem Thema wird folgendes angegeben: WALTER BORGIUS, Sozialisierung des Buchgewerbes? In: <em>Die Wage. Eine Wiener Wochenschrift, <\/em>XXII. Jg., Nr. 16, 18.4.1919, S. 403-408; HANS MARGULIES, Die Verstaatlichung des geistigen Eigentums, ebda., Nr. 11, 11.12.1920, S. 132-133; Dr. LEO FLEISCHMANN, Die Verstaatlichung des geistigen Eigentums, ebda., Nr. 1, 1.1.1921, S. 7-10; Briefe an \u201aDie Wage&#8216;. Verstaatlichung des geistigen Eigentums, ebda., Nr. 15, 23.4.1921, S. 176; ebda., Nr. 16, 30.4.1921, S. 187 f.; MARIUS, Schamlos, ebda., Nr. 19, 21.4.1921, S. 228; BRUNO FREI, Die Liga der Autoren, ebda., Nr. 21, 4.6.1921, S. 246-249; Gerhart Hauptmann oder Courths-Mahler, ebda., IV. Jg., Nr. 10, 12.5.1923, S. 318-320; Tatsachen und Dokumente. Schriftsteller und Verleger, ebda., IV. Jg., Nr. 14, 7.7.1923, S. 436-438.<\/p>\n<p class=\"Note\"><a href=\"#_ftnref5\" target=\"text\" name=\"_ftn5\">[5]<\/a> G\u00d6BEL hat eine hervorragende Geschichte dieses Verlags verfa\u00dft: Der Kurt Wolff Verlag 1913-1930. Expressionismus als verlegerische Aufgabe. Mit einer Bibliographie des Kurt Wolff Verlages und der ihm angeschlossenen Unternehmen. Sonderdruck des <em>Archivs f\u00fcr Geschichte des Buchwesens, <\/em>Bd. XV und XVI. Frankfurt am Main 1976 und 1977.<\/p>\n<p class=\"Note\"><a href=\"#_ftnref6\" target=\"text\" name=\"_ftn6\">[6]<\/a> Der Aufruf wurde vollinhaltlich vom <em>Neuen Tag <\/em>und im <em>WAZ, <\/em>29.3.1919, S. 4, abgedruckt. Siehe ebda, Die sozialisierte Dichtkunst, Nr. 6, Fr., 28.3.1919, S. 7. Der Wortlaut ist noch bei G\u00d6BEL (zit. Anm. 4), S. 193, sowie im <em>B\u00f6rsenblatt, <\/em>Nr. 79, 23.4.1919, S. 288, abgedruckt. Verf. dankt Herrn Univ.-Prof. Franz Stoessl, Graz, f\u00fcr eine Ablichtung des Flugblatts (Impressum: Genossenschaftsverlag Wien I, Bauernmarkt 9), aus dem Nachla\u00df seines Vaters, Otto Stoessl, der Autor des Genossenschaftsverlags war. Unter dem Abdruck im <em>Neuen Tag <\/em>erschien auch eine Glosse von Anton Kuh, aus der noch zitiert wird.<\/p>\n<p class=\"Note\"><a href=\"#_ftnref7\" target=\"text\" name=\"_ftn7\">[7]<\/a> Wiedergabe des Originaltextes.<\/p>\n<p class=\"Note\"><a href=\"#_ftnref8\" target=\"text\" name=\"_ftn8\">[8]<\/a> Nr. 8, So., 30.3.1919, S. 8-9; bes. S. 9.<\/p>\n<p class=\"Note\"><a href=\"#_ftnref9\" target=\"text\" name=\"_ftn9\">[9]<\/a> <em>Der Neue Tag, <\/em>Nr. 6, Fr., 28.2.1919, S. 7.<\/p>\n<p class=\"Note\"><a href=\"#_ftnref10\" target=\"text\" name=\"_ftn10\">[10]<\/a> Zur Frage Emanzipierungstendenzen der Autoren im 18. Jahrhundert siehe u.a.: ANON., Der Genossenschafts-Verlag. In: <em>B\u00f6rsenblatt, <\/em>Nr. 79, 23.4.1919, S. 288-289 sowie HERBERT G. G\u00d6PFERT, Buchhandel und Literaturwissenschaft. In: <em>Buchhandel und Wissenschaft. <\/em>Zusammengestellt und hg. von FRIEDRICH UHLIG. G\u00fctersloh: C. Bertelsmann, 1965, S. 118-134; bes. S. 125 ff. (= Schriften zur Buchmarktforschung 5). Siehe auch bei G\u00d6BEL (zit. Anm. 4) angef\u00fchrte Literatur.<\/p>\n<p class=\"Note\"><a href=\"#_ftnref11\" target=\"text\" name=\"_ftn11\">[11]<\/a> Die Tatsache, da\u00df die Firma weder beim Handelsgericht Wien registriert noch bei der Standesvertretung inkorporiert war (was in diesem Kontext streng genommen nicht erforderlich war) erschwert die Rekonstruktion dieser &#8222;Verlagsgeschichte&#8220;.<\/p>\n<p class=\"Note\"><a href=\"#_ftnref12\" target=\"text\" name=\"_ftn12\">[12]<\/a> \u00d6Sta, AVA, Sta. f. HuG, IuB, Sekt. I, Abt.2, Zl. 728\/19.<\/p>\n<p class=\"Note\"><a href=\"#_ftnref13\" target=\"text\" name=\"_ftn13\">[13]<\/a> Ebenda, Zl. 728\/I-2 ex 19 &#8211; Hand. Schreiben vom 12.3.1920.<\/p>\n<p class=\"Note\"><a href=\"#_ftnref14\" target=\"text\" name=\"_ftn14\">[14]<\/a> Ebenda, Zl. 797-20.<\/p>\n<p class=\"Note\"><a href=\"#_ftnref15\" target=\"text\" name=\"_ftn15\">[15]<\/a> Ebenda, Zl. 1695-20.<\/p>\n<p class=\"Note\"><a href=\"#_ftnref16\" target=\"text\" name=\"_ftn16\">[16]<\/a> In einem Vermerk im <em>Neuen Daimon, <\/em>Heft 3\/4, April 1919, hei\u00dft es: &#8222;Wegen Platzmangels sind in diesem Hefte die angek\u00fcndigte \u201aProklamation der gro\u00dfen Versammlung&#8216; und der \u201aAufruf des Genossenschaftsverlags&#8216; nicht enthalten.&#8220; Die I. Generalversammlung ist also gegen Ende M\u00e4rz 1919 abgehalten worden. Der prominente Genossenschafter, der einem kapitalistischen Verleger verpflichtet war, hie\u00df Franz Werfel, der die Zustimmung Kurt Wolffs einholen mu\u00dfte. Wolff-Autor Heinrich Mann mu\u00dfte auch die Segnung seines Verlegers bekommen, um Genossenschafter zu werden bzw. um ein Werk im Genossenschaftsverlag erscheinen zu lassen.<\/p>\n<p class=\"Note\"><a href=\"#_ftnref17\" target=\"text\" name=\"_ftn17\">[17]<\/a> In dieser Hinsicht vermochte G\u00f6bel \u00fcber die Biographie Hugo Sonnenscheins, der<em> Fackel<\/em>-Lesern bekannt sein d\u00fcrfte, Fritz Lampls und Jakob (Moreno) Levys nichts zu ermitteln. Siehe dazu: \u00d6sterreichs Avantgarde 1900-1938. Ein unbekannter Aspekt. Katalog zur Ausstellung in der &#8222;Galerie n\u00e4chst St. Stephan&#8220; im Dezember 1976, S. 153-155 bzw. S. 130 bzw. S. 136-137. An dieser Stelle soll auf einige Irrt\u00fcmer G\u00f6bels hingewiesen werden: Erstens war die &#8222;Rote Garde&#8220; in Wien keine &#8222;Literatenvereinigung&#8220; (S. 193), obwohl manche konservative Wiener Bl\u00e4tter sie f\u00fcr eine &#8222;Gr\u00fcndung der Prager Kaffeehausliteraten&#8220; hielten. Zweitens war Franz Werfel nicht &#8211; wie G\u00f6bel behauptet (S. 193) &#8211; Mitglied der &#8222;Roten Garde&#8220;, mag er den Exponenten dieser Organisation nahegestanden sein oder nicht. (Siehe MURRAY G. HALL, Franz Blei und der Etikettenschwindel. Ein Ehrenbeleidigungsproze\u00df in der Umsturzzeit mit Adolf Loos als Zeugen. In: <em>Die Presse <\/em>(Wien), 28.\/29. M\u00e4rz 1981, Literaricum, S. V bzw. Der unbekannte Tausendsassa. Franz Blei und der Etikettenschwindel 1918. In:<em> Jahrbuch der Grillparzer-Gesellschaft. <\/em>Dritte Folge, F\u00fcnfzehnter Band, Wien 1983, S. 129-140. Falsch ist G\u00f6bels Wiedergabe des angeblichen Impressums &#8222;Genossenschaftsverlag Wien-Prag-Leipzig&#8220;. Dieses Impressum findet sich lediglich zweimal auf Heften im Jahre 1920. &#8222;Wien-Berlin&#8220; steht auf dem Heft Oktober 1919. Das 4.-9. Heft 1920 hatte Wien-Leipzig im Impressum. Die ausf\u00fchrliche Biographie Levys (S. 153-155) mu\u00df nur insofern korrigiert werden, als Jakob Levy, wie er richtig hei\u00dfen m\u00fc\u00dfte, nicht am 20.5.1890, sondern am 18.5.1889 in Bukarest, Rum\u00e4nien, geboren wurde. Er war t\u00fcrkischer Staatsb\u00fcrger, hatte Rum\u00e4nisch als Muttersprache, war mosaischer Religion und Sohn des Reisenden Moreno Levy aus Konstantinopel. Wann und warum oder ob \u00fcberhaupt Levy den Vornamen seines Vaters zum zweiten Vornamen bzw. zum Nachnamen w\u00e4hlte, ist nicht bekannt. Levy begann sein Studium im WS 1909\/10 an der Philosoph. Fakult\u00e4t der Universit\u00e4t Wien als a. o. H\u00f6rer. Nach 2 Semestern inskribierte er im SS 1911 als ordentl. H\u00f6rer an der Medizinischen Fakult\u00e4t in Wien, war noch bis einschl. WS 1915\/16 inskribiert. Seine Promotion fand, wie erw\u00e4hnt, im Februar 1917 statt. (Ausk\u00fcnfte aus den Nationalen im Archiv der Universit\u00e4t Wien) Zu Ehrenstein, Sonnenschein und Kulka wird auf folgenden h\u00f6chst interessanten Aufsatz von KARL-MARKUS GAUSS hingewiesen: Karl Kraus und seine &#8222;kosmischen Schlieferln&#8220;. Zur Rehabilitation von Albert Ehrenstein, Hugo Sonnenschein und Georg Kulka. In: <em>Zeitgeschichte <\/em>(Wien), 10. Jahr. Heft 2, November 1982, S. 43-59; Vgl. auch den Beitrag &#8222;Einleitender Bericht \u00fcber einen besiegten Autor&#8220; von Josef Haslinger, in: <em>wespennest. <\/em>zeitschrift f\u00fcr brauchbare texte und bilder nr. 52, &#8222;Literatur und Macht&#8220;, 1983, S. 2-11.<\/p>\n<p class=\"Note\"><a href=\"#_ftnref18\" target=\"text\" name=\"_ftn18\">[18]<\/a> Zu Lampl siehe folgende Nachrufe: <em>WZ, <\/em>24.3.1955, S. 3 (L.W. Rochowanski) und <em>Neues \u00d6sterreich, <\/em>15.3.1955, S. 6 (Hilde Spiel). Lampl war w\u00e4hrend des Kriegs im KPQ t\u00e4tig, wo er Werfel, Rheinhardt, G\u00fctersloh, Kokoschka und andere dort arbeitende junge Schriftsteller kennenlernte. Lampl, der selber Schriftsteller war, wohnte zu dieser Zeit in Wien 7, D\u00f6blergasse 2, eine Adresse, die als &#8222;Redaktion&#8220; in den <em>Gef\u00e4hrten-Heften <\/em>aufscheint. Aber damit hat es auch seine Bewandtnis gehabt. Im selben Eckhaus, das von Otto Wagner 1909\/10 erbaut wurde, waren die K\u00fcnstlerwerkst\u00e4tten der Wiener Werkst\u00e4tte untergebracht. Lampls Frau Hilde war eine geborene Berger. Ihr Bruder wiederum war Artur Berger (\u2020 J\u00e4nner 1981), K\u00fcnstler, sp\u00e4ter Architekt, und vom Schwager Fritz Lampl erhielt er den Auftrag, f\u00fcr die <em>Gef\u00e4hrten <\/em>bzw<em>. <\/em>den Genossenschaftsverlag Einb\u00e4nde und Buchausstattung zu \u00fcbernehmen. Die Lampls wohnten T\u00fcr an T\u00fcr mit Ernst Peter und Lucy Tal. Nachdem E.P. Tal 1919 einen eigenen Verlag gr\u00fcndete, wurde Fritz Lampl bis ca. 1923 zeitweiliger Mitarbeiter im Verlag. Dieser Nachbarschaft erwuchsen weitere Verbindungen. Der Bruder von E.P. Rosenthal, der 1909 seinen Namen in &#8222;Tal&#8220; \u00e4nderte, hie\u00df Maximilian. Dieser lie\u00df seinen Namen offiziell in (Dr.) Max Ermers \u00e4ndern. Ermers, auf den wir in seiner Eigenschaft als Verleger eingehen werden, wurde am 11.2.1881 in Wien geboren, war langj\u00e4hriger Redakteur beim Wiener <em>Tag, <\/em>Leiter 1919-1923 des Siedlungsamtes der Stadt Wien und emigrierte 1938 nach England, wo er zusammen mit Fritz Lampl in einer Glasfabrik arbeitete. Weitere Literatur zu Ermers wird an einer anderen Stelle angef\u00fchrt.<\/p>\n<p class=\"Note\"><a href=\"#_ftnref19\" target=\"text\" name=\"_ftn19\">[19]<\/a> Hinweis von G\u00d6BEL (zit. Anm. 4), S. 193.<\/p>\n<p class=\"Note\"><a href=\"#_ftnref20\" target=\"text\" name=\"_ftn20\">[20]<\/a> &#8222;Einer Verteilungseinheit entsprechen 1000 Exemplare eines Bandes im Umfange von zwei Bogen.&#8220; (Statuten, \u00a7 5 d)<\/p>\n<p class=\"Note\"><a href=\"#_ftnref21\" target=\"text\" name=\"_ftn21\">[21]<\/a> Die Buchausgabe erschien 1920 &#8211; wohl durch Lampl vermittelt &#8211; und mit lithographischem Einband von Artur Berger im E.P. Tal &amp; Co. Verlag. Berger besorgte auch f\u00fcr Sonnenscheins im Juni 1919 im Genossenschaftsverlag, Wien-Berlin in der Reihe <em>Die Gef\u00e4hrten <\/em>erschienene &#8222;Slowakische Lieder&#8220; (24 S.) Einband und Druckanordnung. Kurz davor waren in <em>Der Friede, <\/em>Band III, Nr. 65, Mai 1919, S. 310 ff. &#8222;Slowakische Lieder&#8220; von Sonnenschein publiziert worden.<\/p>\n<p class=\"Note\"><a href=\"#_ftnref22\" target=\"text\" name=\"_ftn22\">[22]<\/a> Siehe Anm. 21. Dies ist meines Wissens das einzige Werk des Genossenschaftsverlags, das mit einem Signet versehen ist.<\/p>\n<p class=\"Note\"><a href=\"#_ftnref23\" target=\"text\" name=\"_ftn23\">[23]<\/a> Impressum. Zu Ehrenstein wird auf folgende Publikationen hingewiesen, obwohl sie seine T\u00e4tigkeit beim Genossenschaftsverlag \u00fcberhaupt nicht erw\u00e4hnen: M.Y. BEN-GAVRIEL, Briefe aus dem Nachla\u00df Albert Ehrensteins. In: <em>Neue Z\u00fcrcher Zeitung, <\/em>Nr. 99, Sa., 12.4.1958, Bl. 15; ALBERT EHRENSTEIN, <em>Wie bin ich vorgespannt den Kohlenwagen meiner Trauer. Gedichte<\/em>. Hg. von J\u00f6rg Drews. M\u00fcnchen: edition text + kritik, 1977.<\/p>\n<p class=\"Note\"><a href=\"#_ftnref24\" target=\"text\" name=\"_ftn24\">[24]<\/a> Die diversen Eintragungen im <em>Deutschen B\u00fccher-Verzeichnis <\/em>sind ein v\u00f6lliger Unsinn.<\/p>\n<p class=\"Note\"><a href=\"#_ftnref25\" target=\"text\" name=\"_ftn25\">[25]<\/a> Dieses Heft war gewisserma\u00dfen das Produkt einer heftigen Kontroverse zwischen Georg Kulka (5.6.1897-29.4.1929) und Karl Kraus. Dieser wurde Opfer eines Grubenhunds. KULKA hatte in den <em>Bl\u00e4ttern des Burgtheaters <\/em>einen Text von JEAN PAUL unter seinem Namen drucken lassen, woraufhin KRAUS das &#8222;Plagiat&#8220;, das keines war, entlarvte. Mehrere Hefte der <em>Fackel <\/em>sind dieser Kontroverse gewidmet. Kraus legte sich auch mit Hugo Sonnenschein an, weil u.a. der Ed. Strache Verlag eine Passage \u00fcber Sonnenschein in der <em>Fackel <\/em>f\u00fcr eine Anzeige u.a. in der <em>Buchh\u00e4ndler-Correspondenz <\/em>(Nr. 49, 3.12.1919, S. 750) f\u00fcr die zweite, im Strache Verlag erscheinende Auflage von Erde auf Erden verwendete. (Querverweis: <em>Die Fackel, <\/em>XXI. Jg. Nr. 521-530, Januar 1920, S. 82). Statt hier alle betreffenden Stellen anzuf\u00fchren, wird auf das Register von Franz \u00d6gg verwiesen.<\/p>\n<p class=\"Note\"><a href=\"#_ftnref26\" target=\"text\" name=\"_ftn26\">[26]<\/a> In: PAUL RAABE, Die Zeitschriften und Sammlungen des literarischen Expressionismus. Repertorium der Zeitschriften, Jahrb\u00fccher, Anthologien, Sammelwerke, Schriftenreihen und Almanache 1910-1921. Stuttgart: Metzler, 1964, S. 75 wird behauptet, da\u00df <em>Die Gef\u00e4hrten <\/em>im Waldheim-Verlag als Schriftenreihe h\u00e4tte fortgef\u00fchrt werden sollen. Worauf diese Behauptung beruht, ist nicht bekannt.<\/p>\n<p class=\"Note\"><a href=\"#_ftnref27\" target=\"text\" name=\"_ftn27\">[27]<\/a> KURT WOLFF, Briefwechsel eines Verlegers 1911-1963. Hg. von BERNHARD ZELLER und ELLEN OTTEN. Frankfurt: Fischer Taschenbuch Verlag, 1980, S. 239-241.<\/p>\n<p class=\"Note\"><a href=\"#_ftnref28\" target=\"text\" name=\"_ftn28\">[28]<\/a> Siehe Anm. 26. G\u00d6BEL \u00fcbernimmt diese Behauptung (S. 195).<\/p>\n<p class=\"Note\"><a href=\"#_ftnref29\" target=\"text\" name=\"_ftn29\">[29]<\/a> Siehe die entsprechende Anzeige in folgendem Werk: F. DOSTOJEWSKI, Der Traum eines l\u00e4cherlichen Menschen. Leipzig-Wien: Verlag der Wiener graph. Werkst\u00e4tte, 1922. Dieser Verlag wurde von Waldheim-Eberle \u00fcbernommen.<\/p>\n<p class=\"Note\"><a href=\"#_ftnref30\" target=\"text\" name=\"_ftn30\">[30]<\/a> Am 18. Juli 1922 schreibt Ehrenstein an Georg Heinrich Meyer u.a. folgendes: &#8222;(&#8230;) Waldheim schuldete ich f\u00fcr Druckkosten etc. 275.000 (gut gewesene) Kronen, die ich durch Herausgabe eines im Herbst erscheinenden M\u00e4rchenbuches \u201aDschinnistan&#8220; deckte. Jetzt geh\u00f6rt das Zeug mir.&#8220; (zit. Anm. 27, S. 240). Ehrenstein versuchte f\u00fcr den &#8222;Genossenschaftskarren&#8220; einen Verleger zu finden. Gelandet ist er durch die Schuldenlast bei Waldheim-Eberle. Das im Brief angesprochene &#8222;M\u00e4rchenbuch&#8220; konnte von den Herausgebern nicht nachgewiesen werden. Es handelt sich aber um folgendes: CHRISTOPH MARTEN WIELAND, Dschinnistan oder auserlesene Feen- und Geisterm\u00e4rchen. Teils neu erfunden, teils neu \u00fcbersetzt und umgearbeitet. Mit einem Nachwort von Albert Ehrenstein. Wien: Verlag der Wiener graphischen Werkst\u00e4tte, 1922 (273 S.).<\/p>\n<p class=\"Note\"><a href=\"#_ftnref31\" target=\"text\" name=\"_ftn31\">[31]<\/a> Brief Dr. Albert Ehrensteins an Heinrich Mann vom 30. November 1911. F\u00fcr die \u00dcberlassung einer Kopie dieses Schreibens sowie f\u00fcr die Kopien von drei Telegrammen Ehrensteins an Heinrich Mann vom 18.2.1920, 24.2. 1920 und 6. 3.1920 aus dem Heinrich Mann-Nachla\u00df bin ich Frau Dr. Sigrid Anger von der Akademie der K\u00fcnste der DDR in Ost-Berlin zu Dank verpflichtet. Diese stellen gewisserma\u00dfen die &#8222;Gegenbriefe&#8220; zu f\u00fcnf Mitteilungen (2 Postkarten, 3 Briefe) Ehrensteins an H. Mann in Zusammenhang mit dem &#8222;Genossenschaftsverlag&#8220; dar. Die Daten: 19.2.1920; 7.3.1920; 26.3.1920; 22.4.1920; 30.5.1920. F\u00fcr die \u00dcbermittlung von Fotokopien dieser Schreiben aus dem Nachla\u00df Albert Ehrensteins bin ich Herrn Dr. M. Nadav, Leiter des Dept. of Mss. &amp; Archives an der Jewish National and University Library in Jerusalem zu Dank verpflichtet. Alle erw\u00e4hnten Schreiben sind bislang nicht publiziert worden.<\/p>\n<p class=\"Note\"><a href=\"#_ftnref32\" target=\"text\" name=\"_ftn32\">[32]<\/a> Brief Ehrensteins an Heinrich Mann vom 30.11.1911. Siehe Anm. 31.<\/p>\n<p class=\"Note\"><a href=\"#_ftnref33\" target=\"text\" name=\"_ftn33\">[33]<\/a> Brief H. Manns an A. Ehrenstein, 22.4.1920. S. Anm. 31.<\/p>\n<p class=\"Note\"><a href=\"#_ftnref34\" target=\"text\" name=\"_ftn34\">[34]<\/a> D\u00d6BLINS theoretische Schrift Gespr\u00e4che mit Kalypso. \u00dcber die Musik war zuerst 1910 im<em> Sturm <\/em>erschienen. Dieser Text, der aus unbekannten Gr\u00fcnden in den <em>Gef\u00e4hrten <\/em>doch nicht erschien, wird in einem Brief D\u00f6blins an Albert Ehrenstein vom 5. Juni 1920 erw\u00e4hnt. Im selben Brief ist von einer Zahlung von K 2.000 Honorar f\u00fcr D\u00f6blins Heft 4 der <em>Gef\u00e4hrten <\/em>die Rede. (ALFRED D\u00d6BLIN, Briefe. Olten\/Freiburg i. Br.: Walter-Verlag, 1970, S. 113 f. 115 f. 538 f.)<\/p>\n<p class=\"Note\"><a href=\"#_ftnref35\" target=\"text\" name=\"_ftn35\">[35]<\/a> Das Buch erschien 1921 im Ernst Rowohlt Verlag und &#8222;wurde in einer Auflage von achthundert Exemplaren mit Genehmigung des Genossenschaftsverlags Wien bei W. Drugulin in Leipzig gedruckt&#8220;. (Impressum)<\/p>\n<p class=\"Note\"><a href=\"#_ftnref36\" target=\"text\" name=\"_ftn36\">[36]<\/a> Erschien 1922 im Verlag der Wiener graphischen Werkst\u00e4tte (84 S. m. 6 Taf.).<\/p>\n<p class=\"Note\"><a href=\"#_ftnref37\" target=\"text\" name=\"_ftn37\">[37]<\/a> Konnte nicht nachgewiesen werden. S. KURT WOLFF, Briefwechsel, (Zit. Anm. 27), S. 120, 122. Es ist dort davon die Rede, da\u00df das B\u00fcchlein im <em>Neuen Daimon <\/em>erscheinen sollte.<\/p>\n<p class=\"Note\"><a href=\"#_ftnref38\" target=\"text\" name=\"_ftn38\">[38]<\/a> Das &#8222;Mitglied&#8220; des Brennerkreises Fritz Lampl war vermutlich mit der Edition betraut. Erst nach dem Zweiten Weltkrieg gab Lampl einen Teil des Nachlasses von Krzyzanowski heraus, und zwar in den <em>Agathon-Almanachen, <\/em>1946, 1947, 1948. Zur Bio- und Bibliographie Krzyzanowskis siehe WERNER J. SCHWEIGER, &#8230; verhungert 1918. Otfried Krzyzanowski. In: <em>Die Pests\u00e4ule <\/em>(Wien), Jg. 2, Heft 2, Oktober 1972, S. 152-159.<\/p>\n<p class=\"Note\"><a href=\"#_ftnref39\" target=\"text\" name=\"_ftn39\">[39]<\/a> Zwischen Adler und dem Kurt Wolff Verlag scheint ein Vertragsverh\u00e4ltnis bestanden zu haben. Als Mittelsm\u00e4nner fungierten Franz Werfel und Albert Ehrenstein. Vgl. KURT WOLFF, Briefwechsel, (zit. Anm. 27), S. 118-120 und S. 544.<\/p>\n<p class=\"Note\"><a href=\"#_ftnref40\" target=\"text\" name=\"_ftn40\">[40]<\/a> Petr Bezruc, Otokar Brezina, Ivan Goll, Arthur Holitscher, Hermann Koch, Mynona, St. K. Neumann, Ivan Olbracht, Wilhelm Schmidtbonn, Frana \u0160ramek, Ernst Wei\u00df, Alfred Wolfenstein.<\/p>\n<p class=\"Note\"><a href=\"#_ftnref41\" target=\"text\" name=\"_ftn41\">[41]<\/a> Es gab Dutzende solcher Zeitschriften, die nach November 1918 ins Leben gerufen wurden, und die hier genannten waren eher Zufallsfunde.<\/p>\n<p class=\"Note\"><a href=\"#_ftnref42\" target=\"text\" name=\"_ftn42\">[42]<\/a> Dazu WILFRIED POSCH, Die Wiener Gartenstadtbewegung. Wien: Tusch, 1981.<\/p>\n<p class=\"Note\"><a href=\"#_ftnref43\" target=\"text\" name=\"_ftn43\">[43]<\/a> I. Band. WALTER HEMPEL, Erwachen! Not! Unendlich! Gedichte. II. Band. EUGEN KNOLL, Hosianna! Ein dramatisches Festspiel.<\/p>\n<p class=\"Note\"><a href=\"#_ftnref44\" target=\"text\" name=\"_ftn44\">[44]<\/a> VIKTOR CLAUDIUS, Kleinigkeiten. Verse und Spr\u00fcche; EMIL GUSTAV GRUCHOL, Um der Mutter willen &#8230;! Lebensdrama in einem Vorspiel, drei Akten und einem Nachspiel. Alle diese Werke h\u00e4tten im Jahre 1919 erscheinen sollen. \u00dcber Claudius gibt es Querverbindungen zu einer weiteren kurzlebigen Zeitschrift Anfang 1920, n\u00e4mlich <em>Die Insel. Eine Zeitschrift <\/em>(nicht im <em>DBV<\/em>!) Die Monatsschrift erschien ein einziges Mal, n\u00e4mlich am 15. J\u00e4nner 1920 mit einem Umfang von 16 S. und d\u00fcrfte Organ einer kleinen Wiener Schriftstellergruppe gewesen sein. Sie wurde von Maximilian Sturmthal herausgegeben und von Sturmthal und Viktor Claudius redigiert. Die Insel veranstaltete auch \u00f6fter &#8222;Autoren-Abende&#8220; (Ed. Golias, M.H. Heger, C.J. Haidvogel). Die einzige erschienene Nummer enthielt Gedichte von Alfons Petzold, Grete Urbanitzky, Paul Beer, Heinrich Infeld sowie Texte von C.J. Haidvogel, Felix Braun, Lothar Ring, Max J. Meth, Eberhard W\u00e4chter und Alfred Stecher (&#8222;Karl Kraus und Pierre Ramus&#8220;). Das Heft enth\u00e4lt auch Anzeigen f\u00fcr Werke im Verlag &#8222;Aufschwung&#8220;.<\/p>\n<p class=\"Note\"><a href=\"#_ftnref45\" target=\"text\" name=\"_ftn45\">[45]<\/a> PAUL RAABE (zit. Anm. 26), S. 95.<\/p>\n<p class=\"Note\"><a href=\"#_ftnref46\" target=\"text\" name=\"_ftn46\">[46]<\/a> Diese Liste stammt aus der erw\u00e4hnten Anzeige in <em>Neue Erde.<\/em><\/p>\n<p class=\"Note\"><a href=\"#_ftnref47\" target=\"text\" name=\"_ftn47\">[47]<\/a> Seltsamerweise ist diese richtungsweisende Zeitschrift in den g\u00e4ngigen Zeitschriftenbibliographien (Raabe, Schlawe, Marbach) nicht verzeichnet. Daten im <em>DBV <\/em>sind unrichtig, unvollst\u00e4ndig und irref\u00fchrend. Aus diesem Grunde erfolgt hier eine l\u00e4ngere, detailliertere Darstellung.<\/p>\n<p class=\"Note\"><a href=\"#_ftnref48\" target=\"text\" name=\"_ftn48\">[48]<\/a> Au\u00dferdem erschienen von und \u00fcber PETER ALTENBERG nachstehende Beitr\u00e4ge: Heft 1: Strindbergs Gespenst; Heft 2: De natura hominum; Heft 5: Die L\u00fcmmeleien des Herrn Pfemfert, Erste Lektion; Heft 6: Vers\u00f6hnung; Heft 10\/11: Beschwerstein. \u00dcber Peter Altenberg: in den Anmerkungen des Herausgebers; Heft 4: Der Geist Altenbergs, von Leo Gottlieb; Heft 6: Was ist das? von Renatus; Heft 8\/9: Peter Altenberg vor hundert Jahren, Peter Altenberg und das M\u00e4dchen; In den Anmerkungen des Herausgebers; Heft 10\/11: Peter Altenberg, von Zwoelfboth; Heft 16\/17: Vita ipsa, das neue Buch von Peter Altenberg, von Karl F. Kocmata. Heft 28\/29: Peter Altenberg. Andere Mitarbeiter der Zeitschrift waren: Ernst Barthel, Hans Benzmann, Bernhard Boyneburg, Karl Burger, Leo Eisner, Richard Guttmann, Hans Heider, Hildegard Jone, Hans J\u00fcllig, Kurt Sonnenfeld, Franz Sch\u00fcssel, Michael Zwoelfboth, Franz Theodor Csokor. (Querverbindungen: Frisch &amp; Co. Verlag, Verlag der Wiener graphischen Werkst\u00e4tte, Neuer Akademischer Verlag.)<\/p>\n<p class=\"Note\"><a href=\"#_ftnref49\" target=\"text\" name=\"_ftn49\">[49]<\/a> Einige Ausnahmen: Carl Julius Haidvogel (1891 &#8211; 1974), Hildegard Jone (Ps. Hildegard Humplik, 1891-1963), Hans J\u00fcllig (1888-1975), Fritz Karpfen (1897-1952).<\/p>\n<p class=\"Note\"><a href=\"#_ftnref50\" target=\"text\" name=\"_ftn50\">[50]<\/a> Siehe E.E. KISCH, Briefe an den Bruder Paul und an die Mutter. 1905-1936. Hg. von J. POLACEK unter Mitwirkung von FRITZ HOFMANN Berlin\/Weimar: Aufbau Verlag, 1978, S. 201: &#8222;Zumeist habe ich Vortr\u00e4ge gehalten, \u00fcber Zola und den Sozialismus, etc.&#8220; (Brief vom 7.3.1920).<\/p>\n<p class=\"Note\"><a href=\"#_ftnref51\" target=\"text\" name=\"_ftn51\">[51]<\/a> Eine weitere Aufstellung (J\u00e4nner 1921) sah die Reihenfolge Weininger, Kisch, J\u00f6rgensen, Kocmata (Heft 4: Die Sozialdemokratie als Wegbereiterin der Reaktion) vor (Ver!, Heft 32, S. 16).<\/p>\n<h3 class=\"Note\"><a id=\"erg1\"><\/a>Erg\u00e4nzungen zur Buchver\u00f6ffentlichung von 1985<\/h3>\n<h3><a id=\"erg2\"><\/a>Bildergalerie<\/h3>\n\n\t\t<style type=\"text\/css\">\n\t\t\t#gallery-2 {\n\t\t\t\tmargin: auto;\n\t\t\t}\n\t\t\t#gallery-2 .gallery-item {\n\t\t\t\tfloat: left;\n\t\t\t\tmargin-top: 10px;\n\t\t\t\ttext-align: center;\n\t\t\t\twidth: 100%;\n\t\t\t}\n\t\t\t#gallery-2 img {\n\t\t\t\tborder: 2px solid #cfcfcf;\n\t\t\t}\n\t\t\t#gallery-2 .gallery-caption {\n\t\t\t\tmargin-left: 0;\n\t\t\t}\n\t\t\t\/* see gallery_shortcode() in wp-includes\/media.php *\/\n\t\t<\/style>\n\t\t<div id='gallery-2' class='gallery galleryid-284 gallery-columns-1 gallery-size-thumbnail'><dl class='gallery-item'>\n\t\t\t<dt class='gallery-icon portrait'>\n\t\t\t\t<a href='http:\/\/verlagsgeschichte.murrayhall.com\/?attachment_id=2710'><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"150\" height=\"150\" src=\"http:\/\/verlagsgeschichte.murrayhall.com\/wp-content\/uploads\/2015\/09\/VerTitelblatt-150x150.jpg\" class=\"attachment-thumbnail size-thumbnail\" alt=\"\" aria-describedby=\"gallery-2-2710\" \/><\/a>\n\t\t\t<\/dt>\n\t\t\t\t<dd class='wp-caption-text gallery-caption' id='gallery-2-2710'>\n\t\t\t\tTitelblatt Ver!, 3 (1921), Heft 33, Februar 1921.\n\t\t\t\t<\/dd><\/dl><br style=\"clear: both\" \/>\n\t\t<\/div>\n\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Genossenschaftsverlag (Wien-Berlin-Prag-Leipzig) Daimon Der neue Daimon Gr\u00fcndung des &#8222;Genossenschaftsverlags&#8220; Der &#8222;Fl\u00fcgelschlag der Zeit&#8220; Die Gr\u00fcndungsmitglieder Gewinnverteilung Die &#8222;Produktion&#8220; Verlagsgenossenschaft &#8222;Neue Erde&#8220; Verlag &#8222;Der Neue Mensch&#8220; Verlag &#8222;Aufschwung&#8220; Verlag des &#8222;Ver!&#8220; (-Verlag der &#8222;Revolution&#8220;) Das neue Gedicht. Eine zwanglose Sammlung. Anmerkungen Erg\u00e4nzungen zur Buchver\u00f6ffentlichung von 1985 Bildergalerie Der &#8222;Genossenschaftsverlag&#8220; war &#8211;\u2026<\/p>\n<p> <a class=\"continue-reading-link\" href=\"http:\/\/verlagsgeschichte.murrayhall.com\/?page_id=284\"><span>Continue reading<\/span><i class=\"crycon-right-dir\"><\/i><\/a> <\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"parent":149,"menu_order":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","template":"","meta":{"footnotes":""},"class_list":["post-284","page","type-page","status-publish","hentry"],"_links":{"self":[{"href":"http:\/\/verlagsgeschichte.murrayhall.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages\/284","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"http:\/\/verlagsgeschichte.murrayhall.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages"}],"about":[{"href":"http:\/\/verlagsgeschichte.murrayhall.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/page"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/verlagsgeschichte.murrayhall.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/verlagsgeschichte.murrayhall.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=284"}],"version-history":[{"count":10,"href":"http:\/\/verlagsgeschichte.murrayhall.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages\/284\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":2726,"href":"http:\/\/verlagsgeschichte.murrayhall.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages\/284\/revisions\/2726"}],"up":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/verlagsgeschichte.murrayhall.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages\/149"}],"wp:attachment":[{"href":"http:\/\/verlagsgeschichte.murrayhall.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=284"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}