{"id":303,"date":"2015-09-04T18:34:37","date_gmt":"2015-09-04T16:34:37","guid":{"rendered":"http:\/\/verlagsgeschichte.murrayhall.com\/?page_id=303"},"modified":"2018-04-19T13:38:02","modified_gmt":"2018-04-19T11:38:02","slug":"gsur-verlag","status":"publish","type":"page","link":"http:\/\/verlagsgeschichte.murrayhall.com\/?page_id=303","title":{"rendered":"Gsur-Verlag"},"content":{"rendered":"<h3>Gsur-Verlag (Wien) <a href=\"#_ftn1\" name=\"_ftnref1\"><span style=\"font-size: 0.7em; vertical-align: top;\">[1]<\/span><\/a><\/h3>\n<h6><\/h6>\n<ul class=\"overview\">\n<li class=\"overview\"><a class=\"none\" href=\"#Heading1\" target=\"_self\">Die Produktion<\/a><\/li>\n<li class=\"overview\"><a class=\"none\" href=\"#Heading2\" target=\"_self\">Ernst Karl Winter und die Diskussion &#8222;Der \u00f6sterreichische Verlag&#8220;<\/a><\/li>\n<\/ul>\n<p>Der &#8222;Gsur Verlag&#8220; bzw. der &#8222;Verlag Gsur &amp; Co.&#8220; nimmt in der \u00f6sterreichischen Verlagslandschaft der drei\u00dfiger Jahre eine Sonderstellung ein. Was diesen Verlag einzigartig machte, war u.a., da\u00df er von einem aktiven \u00f6sterreichischen Politiker gef\u00fchrt wurde, da\u00df er wie kein zweiter Verlag dieser Zeit in \u00d6sterreich eine so kompromi\u00dflos antinationalsozialistische Linie einhielt, <a href=\"#_ftn2\" name=\"_ftnref2\"><span class=\"Reference\">[2]<\/span><\/a> da\u00df er unter bewu\u00dftem und v\u00f6lligem Verzicht auf den reichsdeutschen Markt produzierte und schlie\u00dflich, da\u00df er durch die \u00f6sterreichische Beh\u00f6rde gezwungen war, seine Gesch\u00e4ftst\u00e4tigkeit einzustellen.<\/p>\n<p>Die Firma &#8222;Gsur u. Co.&#8220; mit Betriebsgegenstand &#8222;Buchhandlung und Verlag&#8220; ging in Form einer \u00dcbernahme aus der &#8222;Vogelsang-Buchhandlungs- und Verlags Ges.m.b.H.&#8220; hervor. Bei der urspr\u00fcnglichen Mitgliedschaftsanmeldung bei der Korporation der Wiener Buch-, Kunst- und Musikalienh\u00e4ndler im Jahre 1929 hie\u00df es allerdings noch &#8222;Gsur und Scherr&#8220;, &#8222;Liga-Verlag&#8220; und &#8222;Liga-Buchhandlung&#8220;, was in einem Schreiben Ernst Karl Winters vom 19.5.1930 an die Korporation berichtigt wird. Die Buchhandlung sollte unter dem Namen &#8222;\u00d6sterreichische B\u00fccherei&#8220; fortgef\u00fchrt werden, die diesbez\u00fcgliche Konzession wurde jedoch nicht in Anspruch genommen. Der Verlag nannte sich den Gegebenheiten entsprechend &#8222;Gsur u. Co.&#8220; (sp\u00e4ter: Gsur &amp; Co.). Er bestand als offene Handelsgesellschaft seit dem 29. J\u00e4nner 1930. Die Gesellschafter waren Fr\u00e4ulein Gusti Gsur, Gesch\u00e4ftsfrau und Inhaberin einer Papierhandlung im 15. Bezirk, und Dr. Ernst Karl Winter, Schriftsteller. Vertretungsbefugt war letzterer allein, und die Firma wurde am 14. M\u00e4rz 1930 unter Register A, Band 73, pagina 142 ins Wiener Handelsregister eingetragen. Die zwei Gesellschafter best\u00e4tigten in einem Schreiben an das Handelsgericht Wien, da\u00df &#8222;das Unternehmen \u00fcber den Umfang des Kleingewerbes hinausgeht und da\u00df zur ordnungsm\u00e4\u00dfigen Abwicklung der Gesch\u00e4fte eine kaufm\u00e4nnische Einrichtung und Buchf\u00fchrung erforderlich ist. (&#8230;) Die T\u00e4tigkeit des Unternehmens erstreckt sich nicht nur auf Wien und \u00d6sterreich, sondern auch auf das Ausland. Es ist anzunehmen, da\u00df der j\u00e4hrliche Umsatz den Betrag von S 100.000 erreichen d\u00fcrfte.&#8220; <a href=\"#_ftn3\" name=\"_ftnref3\"><span class=\"Reference\">[3]<\/span><\/a><\/p>\n<p>Weniger als vier Monate nach der handelsgerichtlichen Eintragung schied die Namensspenderin des Verlags einvernehmlich aus der Firma aus und \u00fcberlie\u00df Dr. Ernst Karl Winter die Fortf\u00fchrung des Unternehmens (13.4.1930).<\/p>\n<p>Die Firma hatte ihren Sitz zun\u00e4chst in Wien 8., Piaristengasse 5, bis Winter im Februar 1934 um eine Standortverlegung in seine Privatwohnung in Wien 18., Ladenburggasse 58\/12 ansuchte und im September desselben Jahres die Genehmigung erhielt.<\/p>\n<p>Mit dem Tag seines Amtsantritts als 3. Wiener Vize-B\u00fcrgermeister, d.h. am 6.4.1934, meldete Winter der Korporation den Nicht-Betrieb des Verlags. Das als Erkl\u00e4rung daf\u00fcr, da\u00df die Produktion des Gsur-Verlags sich in zwei Phasen (1930-33; 1935-36) gliedert. Im folgenden Monat richtete das Pr\u00e4sidialb\u00fcro der Stadt Wien ein Schreiben an den Leiter des Mag. Bezirksamts f\u00fcr den 18. Bezirk, in dem mitgeteilt wurde, da\u00df Herr Vizeb\u00fcrgermeister Dr. Winter die Gesamtauslieferung seines Verlages dem Reinhold-Verlag in Wien IX \u00fcbergeben habe. <a href=\"#_ftn4\" name=\"_ftnref4\"><span class=\"Reference\">[4]<\/span><\/a> Da Winter das Verlagsgesch\u00e4ft zu diesem Zeitpunkt nicht aus\u00fcbte, ersuchte er, die \u00dcbertragung der Konzession in den Standort 18., Ladenburggasse 58 durchzuf\u00fchren. Offenbar aus Angst, da\u00df seine im &#8222;Nichtbetrieb&#8220; befindliche Konzession der Entziehung durch die Gewerbebeh\u00f6rde verfallen k\u00f6nnte, wandte sich Winter im Februar 1935 an den Korporationssyndikus Dr. Sigmund Wisloschill um Rat. Daraufhin richtete Winter am 23. M\u00e4rz 1935 ein Schreiben an die M.A. 4, in dem er den Wiederbetrieb mit 1.4.1935 zur Anzeige brachte. Im November desselben Jahres suchte Winter um die Verlegung seiner Konzession von der Privatwohnung im 18. Bezirk nach dem Standort Wien 6., Rechte Wienzeile 95-97, also in das Haus der Vorw\u00e4rts-Druckerei A.G., wo die <em>Arbeiter-Zeitung <\/em>einst gedruckt wurde, an, was von der Korporation alsbald bef\u00fcrwortet wurde. Nach der Darstellung des einstigen Verlagslektors und Gesch\u00e4ftsf\u00fchrers, Karl Hans Heinz, bezog Winter nicht nur B\u00fcror\u00e4ume im &#8222;Vorw\u00e4rts-Verlag&#8220;, sondern &#8222;von dort auch noch 2.000 Schilling monatlich, die er seinerzeit f\u00fcr seine T\u00e4tigkeit beim &#8222;Arbeiter-Sonntag&#8220; erhalten hatte. Die kostenlose Ben\u00fctzung der B\u00fcror\u00e4ume, des Telefons und die 2.000 Schilling (&#8230;) waren die finanzielle Basis f\u00fcr die nunmehr beabsichtigte Buchproduktion des Gsur-Verlages. Das war gewi\u00df eine schmale Grundlage (es mu\u00dften drei Angestellte bezahlt werden) (&#8230;).&#8220;<a href=\"#_ftn5\" name=\"_ftnref5\"><span class=\"Reference\">[5]<\/span><\/a> Streng genommen handelte es sich um die Wiederaufnahme der Verlagsproduktion.<\/p>\n<p>Winter wurde allerdings bald vom Zeitgeist eingeholt: er mu\u00dfte das Vorw\u00e4rts-Haus r\u00e4umen. Am 1. Oktober 1936 richtete er z.B. das folgende kurze Schreiben an die M.A. 4 (Pr. W.\/2459\/36):<\/p>\n<p class=\"zitat\">Als Alleininhaber der Firma &#8222;Gsur &amp; Co.&#8220;, Verlagsunternehmen, ersuche ich um die Bewilligung der Standortsverlegung meiner Firma von Wien, V., Rechte Wienzeile 97 nach Wien, I., Riemergasse 5 ab 1. Oktober l.J., da mir die bisherigen R\u00e4umlichkeiten seitens der &#8222;Vorw\u00e4rts-A.G.&#8220; gek\u00fcndigt wurden.<br \/>\nDr. Ernst Karl Winter<br \/>\nVizeb\u00fcrgermeister der Stadt Wien, XIX., Huschkagasse I.<\/p>\n<p>Winter \u00fcbersiedelte also kurzfristig in dasselbe Haus, in dem zuvor der Verlag Frisch &amp; Co. untergebracht war.<\/p>\n<p>Das Ende des Verlags bzw. der Verlagst\u00e4tigkeit im selben Jahr fiel mit der polizeilichen Beschlagnahme eines Beihefts zur Zweimonatsschrift <em>Wiener Politische Bl\u00e4tter, <\/em>die selber mehrmals konfisziert wurde, zusammen. Wie aus der betreffenden Literatur bekannt, hatte Winter wegen seiner Einstellung zu innen- und au\u00dfenpolitischen Fragen nicht nur Freunde. Das letzte Heft der <em>Wiener Politischen Bl\u00e4tter <\/em>(Nr. 7\/8 vom 4. Jg.) war als Juli-August-Heft am 5.7.1936 erschienen. Das erw\u00e4hnte Beiheft &#8222;Monarchie und Arbeiterschaft&#8220; erschien am 1. Oktober und wurde bereits Ende des Monats polizeilich verboten. So wurde Winter &#8222;aus Gr\u00fcnden der \u00f6ffentlichen Ruhe, Ordnung und Sicherheit&#8220; die Bewilligung zur weiteren Herausgabe seiner Zeitschrift entzogen. <a href=\"#_ftn6\" name=\"_ftnref6\"><span class=\"Reference\">[6]<\/span><\/a> Die Enthebung Winters und das Ende seiner Verlagst\u00e4tigkeit hat nicht nur in der Deutschen Gesandtschaft in Wien Freude ausgel\u00f6st &#8211; worauf noch eingegangen wird auch seine \u00f6sterreichischen Widersacher in den Wehrverb\u00e4nden hatten Grund zum Feiern. Nach einer Darstellung im offiziellen Organ des \u00d6sterreichischen Heimatschutzes, dem <em>Heimatsch\u00fctzer, <\/em>der Winter st\u00e4ndig bek\u00e4mpft hatte, gab die Brosch\u00fcre <em>Arbeiterschaft und Monarchie <\/em>auch den Ansto\u00df zur &#8222;Beurlaubung&#8220; Winters als 3. Vize-B\u00fcrgermeister von Wien. &#8222;In diesem, nunmehr endg\u00fcltig beschlagnahmten Machwerk gab er Volksfront-Parolen heraus und wandte sich gem\u00e4\u00df seiner Einstellung, da\u00df er sich ,mit Dr. Bauer menschlich verbunden f\u00fchle&#8216;, gegen den Staat. (&#8230;) In dieser Brosch\u00fcre feierte Dr. Winter den Bolschewismus (&#8230;).&#8220; (4. Jg., Folge 44, 31.10.1936, 3.). Mit der Enthebung des Dr. Winter erfahre &#8211; so <em>Der Heimatsch\u00fctzer <\/em>&#8211; die Politik des Heimatschutzes &#8222;vollste W\u00fcrdigung und Rechtfertigung&#8220;. \u00dcbrigens auch die der Nazis &#8230; In den Best\u00e4nden des Justizministeriums im Allg. Verwaltungsarchiv liegt eine umfangreiche Zahl von Akten zu dieser Beschlagnahme.<\/p>\n<p>Trotz der erzwungenen Einstellung jedweder T\u00e4tigkeit blieb die Konzession Winters f\u00fcr den Verlagsbuchhandel weiterhin aufrecht und wurde erst im Herbst 1937 unter der Bedingung von Winter zur\u00fcckgelegt, da\u00df sie an den Verein &#8222;\u00d6sterreichische Katholische Liga&#8220; erteilt w\u00fcrde. Die Firma &#8222;Gsur &amp; Co.&#8220; existierte noch eine Weile als &#8222;Karteileiche&#8220;. Am 26. J\u00e4nner 1936 teilte die Handelskammer f\u00fcr Wien auf eine entsprechende Anfrage des Handelsgerichts mit, da\u00df &#8222;der Betrieb des Unternehmens dauernd eingestellt&#8220; sei. Im M\u00e4rz 1939 wurde Dr. Ernst Karl Winter, der sich (\u00fcber Salzburg) am 24. Mai 1938 nach Z\u00fcrich abgesetzt hatte, aufgefordert, die L\u00f6schung seiner Firma aus dem Handelsregister anzumelden, was schlie\u00dflich am 17. Oktober 1939 von amtswegen erfolgte.<\/p>\n<h3><a class=\"none\" name=\"Heading1\"><\/a> Die Produktion<\/h3>\n<p>Wie bereits erw\u00e4hnt, gab es zwei durch den Antritt des B\u00fcrgermeisteramts bedingte Produktionsphasen. In der ersten Phase 1930-33 hielt Winter an einer &#8222;katholisch-konservativen Linie&#8220; fest. 1935\/36 lagen seine Publikationen mit wenigen Ausnahmen &#8222;auf der antinationalsozialistischen Linie, f\u00fcr die wir immer das ,B\u00fcndnis von rechts bis links gegen den Nationalsozialismus&#8216; gefordert haben&#8220;. <a href=\"#_ftn7\" name=\"_ftnref7\"><span class=\"Reference\">[7]<\/span><\/a> Noch fr\u00fcher, n\u00e4mlich im Dezember 1933, bezeichnet Winter sein Unternehmen als einen Verlag, &#8222;der in erster Linie kein gesch\u00e4ftliches Unternehmen (ist), sondern geistige Ziele verfolgt&#8220;. <a href=\"#_ftn8\" name=\"_ftnref8\"><span class=\"Reference\">[8]<\/span><\/a><\/p>\n<p>Das erste nachweisbare Verlagswerk stammt von Ernst Karl Winter selbst, und zwar das 1930 erschienene Werk <em>Platon. Das Soziologische in der Ideenlehre. Mit einem ikonographischen Exkurs. <\/em>Darauf folgten einige Schriftenreihen. So gab Winter die Reihe <em>Wiener soziologische Studien <\/em>heraus, in der drei Hefte, wie z.B. Hans Eibls <em>Von Augustinus zu Kant, <\/em>erschienen. Im Jahre 1930 hat der Verlag Gsur u. Co. au\u00dferdem eine B\u00fccherreihe herauszugeben begonnen, die nach Auffassung und Ausstattung einen neuen religi\u00f6sen und vaterl\u00e4ndischen Buchtypus repr\u00e4sentierte. Diese Reihe, die urspr\u00fcnglich nur als eine zwanglose Folge gleich orientierter, selbst\u00e4ndiger Publikationen gedacht war, wurde nunmehr unter dem Sammelnamen <em>\u00d6sterreich, Religion und Kultur <\/em>unter der Herausgeberschaft Winters weitergef\u00fchrt. <a href=\"#_ftn9\" name=\"_ftnref9\"><span class=\"Reference\">[9]<\/span><\/a> Es erschienen folgende Werke:<\/p>\n<p class=\"zitat\">Dominicus a Jesu Maria O. Carm. Disc. Seine Pers\u00f6nlichkeit und sein Werk. Festschrift zum 300. Todestag. Herausgegeben von A.M. Knoll, E.K. Winter, H.K. Ze\u00dfner-Spitzenberg. (1930) Antonius von Padua. Festschrift zum 700. Todestag. Herausgegeben von P. Erhard Schlund O.F.M. (M\u00fcnchen). (1931)<br \/>\nMarco D&#8217;Aviano O.M. Cap. Seine Zeit und sein Werk. Festschrift zum 250. Jahrestag der T\u00fcrkenbefreiung Wiens. Herausgegeben von K.J. Grauer, E.K. Winter, H.K. Ze\u00dfner-Spitzenberg. (1933)<br \/>\nHeiliges Wien. Ein F\u00fchrer durch Wiens Kirchen und Kapellen. Herausgegeben von Alfred Missong. (1933)<\/p>\n<p>Etwa zur gleichen Zeit, als diese &#8222;Heiligen Schriften&#8220;, die &#8222;einen ganz neuen Typus religi\u00f6ser Literatur verk\u00f6rpern&#8220; (Verlagsanzeige) erschienen, brachte der Gsur-Verlag zwei B\u00fccher auf den Markt, die einiges Aufsehen erregten. Es bedeutete dies schon der Anfang jener &#8222;Schriften gegen den Nationalsozialismus&#8220;, wie es in einer fr\u00fchen Verlagsanzeige hei\u00dft. Obwohl der Verlag solche B\u00fccher kaum h\u00e4tte produzieren k\u00f6nnen, wenn er blo\u00df auf seinen \u00f6sterreichischen Kundenkreis angewiesen gewesen w\u00e4re, konnte Winters Verlag nach dem M\u00e4rz 1933 allgemein und nach der Herausgabe zweier anti-nationalsozialistischer Schriften im besonderen \u00fcberhaupt nur zwei Werke entweder an Privatkunden oder an das Sortiment nach Deutschland liefern. Ansonsten verlie\u00df sich Ernst Karl Winter nicht auf den \u00fcblichen Sortimentsbuchhandel zur Verbreitung seiner Verlagswerke:<\/p>\n<p class=\"zitat\">Es ist selbstverst\u00e4ndlich, da\u00df Publikationen, wie die vorerw\u00e4hnten, verlegerisch von keinem eben erst entstandenen Verlag, der dazu ohne Kapital beginnt, herausgebracht werden k\u00f6nnen, wenn er die herk\u00f6mmlichen, durch die Leipziger Buchh\u00e4ndlerordnung vorgezeichneten Wege der Werbung, die ausschlie\u00dflich \u00fcber das Sortiment f\u00fchren, beschreiten w\u00fcrde. <a href=\"#_ftn10\" name=\"_ftnref10\"><span class=\"Reference\">[10]<\/span><\/a><\/p>\n<p>Im Fr\u00fchjahr 1932 &#8211; zu einem Zeitpunkt also, als es noch keinen Reichskanzler Hitler und noch keinen sehr breit angelegten Kampf gegen den aufkeimenden Nationalsozialismus gab &#8211; erschienen im Verlag Gsur u. Co. zwei Schriften, die die vorhin erw\u00e4hnte und ab 1935 kompromi\u00dflos verfolgte Anti-NS-Linie etablierten. Sie stammten vom Franziskanerpater Zyrill Fischer und hie\u00dfen <em>Die Hakenkreuzler <\/em>und (als Auszug daraus) <em>Die Nazisozis, <\/em>&#8222;von denen innerhalb eines halben Jahres fast 15.000 St\u00fcck, nahezu ausschlie\u00dflich in \u00d6sterreich abgesetzt werden konnten&#8220;. <a href=\"#_ftn11\" name=\"_ftnref11\"><span class=\"Reference\">[11]<\/span><\/a> &#8222;Die Schriften Fischers waren&#8220; &#8211; so Winter &#8211; &#8222;in \u00d6sterreich der erste Versuch, von katholischer Seite dem Nationalsozialismus entgegenzutreten, und deshalb vom Verlag Gsur &amp; Co., der in erster Linie kein gesch\u00e4ftliches Unternehmen ist, sondern geistige Ziele verfolgt, akzeptiert worden (&#8230;).&#8220;<a href=\"#_ftn12\" name=\"_ftnref12\"><span class=\"Reference\">[12]<\/span><\/a><\/p>\n<p>Im November desselben Jahres erschien eine Schrift im Verlag Gsur u. Co., &#8222;die eine eindeutige Frontstellung gegen den Nationalsozialismus als Weltanschauung ebenso wie als politische Bewegung zu beziehen versuchte&#8220;, <a href=\"#_ftn13\" name=\"_ftnref13\"><span class=\"Reference\">[13]<\/span><\/a> n\u00e4mlich <em>Der Nazispiegel <\/em>von Thomas Murner (Pseudonym). Im folgenden Jahr sollte diese Schrift nicht weniger als drei Prozesse ausl\u00f6sen, denn zun\u00e4chst einmal konstatierten &#8222;aufmerksame Leser&#8220; stellenweise frappierende \u00c4hnlichkeiten zwischen Fischers <em>Die Hakenkreuzler <\/em>und Murners <em>Der Nazispiegel.<\/em> <a href=\"#_ftn14\" name=\"_ftnref14\"><span class=\"Reference\">[14]<\/span><\/a><\/p>\n<p>Am 16. April 1933 erschien die erste Folge der von Ernst Karl Winter herausgegebenen Zeitschrift <em>Wiener Politische Bl\u00e4tter. <\/em>Bereits das erste Heft wurde in Deutschland verboten, und das Postscheckkonto der Firma Gsur u. Co. in M\u00fcnchen wurde von der Bayerischen Politischen Polizei f\u00fcr Abhebungen gesperrt. <a href=\"#_ftn15\" name=\"_ftnref15\"><span class=\"Reference\">[15]<\/span><\/a> Die &#8222;unfreundliche Ma\u00dfnahme&#8220; wurde verf\u00fcgt, wie Winter vermutete, &#8222;weil unser Verlag durch die Herausgabe antinationalsozialistischer Schriften (&#8230;) Ihr Mi\u00dffallen erregt hat. Uns selbst ist die Mitteilung von Ihrer Seite, da\u00df diese erw\u00e4hnten Schriften in Deutschland verboten worden seien, niemals zugekommen.&#8220; (ebda., 245 f.) Winter nahm die Gelegenheit Ende 1933 wahr, um die Bayerische Politische Polizei \u00fcber seinen Verlag aufzukl\u00e4ren:<\/p>\n<p class=\"zitat\">Wir sind ein kleiner Verlag, der ein geistiges Ziel vor allem hat, keine eigentlich kaufm\u00e4nnische Orientierung &#8211; wie dies ja auch am Anfange Ihrer Bewegung vielfach so gewesen ist. Nur mit dem Unterschiede, da\u00df unser Idealismus der \u00f6sterreichischen Idee gilt. Wir sind daher politische Gegner. (Ebenda, 247)<\/p>\n<p>Diese und weitere Schriften, die noch zu erw\u00e4hnen sind, standen sehr wohl in jenem &#8222;Verzeichnis der seit 1933 im Deutschen Reich verbotenen B\u00fccher \u00f6sterreichischer Verlage&#8220;, das im Fr\u00fchjahr 1937 zwecks zwischenstaatlicher Verhandlungen \u00fcber die Aufhebung von B\u00fccherverboten den \u00f6sterreichischen Beh\u00f6rden \u00fcbergeben wurde. Die de facto verbotenen <em>Wiener Politischen Bl\u00e4tter <\/em>finden sich, weil Zeitschrift, nicht im Verzeichnis.<\/p>\n<p>Es mu\u00df jedoch eine Kuriosit\u00e4t im Zusammenhang mit der Fischer-Murner-Kontroverse nachgetragen werden: Das soeben erw\u00e4hnte Verzeichnis aus dem Jahre 1937 verbietet &#8222;s\u00e4mtliche Schriften&#8220; von Zyrill Fischer, der mit Thomas Murner f\u00fcr identisch erkl\u00e4rt wird, und zugleich &#8222;s\u00e4mtliche Schriften&#8220; von Thomas Murner, der mit Zyrill Fischer als identisch gesehen wird. <a href=\"#_ftn16\" name=\"_ftnref16\"><span class=\"Reference\">[16]<\/span><\/a><\/p>\n<p>Als Vertreter einer &#8222;konservativen Front&#8220; gegen den Nationalsozialismus hatte Thomas Murner 1933 im Gsur-Verlag die Schrift <em>Das Tagebuch der nationalen Revolution <\/em>erscheinen lassen, die laut Vorwort vom 31. Juli 1933 &#8222;um nichts mehr anti-nationalsozialistisch als die Reden der F\u00fchrer des Nationalsozialismus und ihre Aktionen&#8220; sei.<\/p>\n<p>Nach der Wiederaufnahme seiner Verlagst\u00e4tigkeit 1935 k\u00fcndigte Winter im September<a href=\"#_ftn17\" name=\"_ftnref17\"><span class=\"Reference\">[17]<\/span><\/a> eine Reihe von Neuerscheinungen an und leitete hiemit eine neue Phase ein mit B\u00fcchern, die von anderen Verlagen gro\u00dfteils kaum angenommen worden w\u00e4ren. Einige Wochen sp\u00e4ter legte Winter die Verlagslinie klar fest:<\/p>\n<p class=\"zitat\">Im Sinne der bisherigen Orientierung unserer literarischen Produktion werden wir literarische, politische und wissenschaftliche Publikationen aus drei verschiedenen Gebieten ver\u00f6ffentlichen. Die Reihe A unserer Publikationen wird die soziale Linie fortsetzen, die das Buch &#8222;Arbeiterschaft und Staat&#8220; und die Zeitschriften der &#8222;\u00d6sterreichischen Arbeiter-Aktion&#8220; begonnen haben. Die Reihe B unserer Publikationen wird die \u00f6sterreichische Linie fortsetzen, die in der Reihe &#8222;\u00d6sterreichische Religion und Kultur&#8220; in bisher vier Publikationen, sowie in dem Werk \u00fcber Rudolph IV. vorliegt. Die Reihe C unserer Publikationen wird die antinationalsozialistische Linie fortsetzen, die in den Schriften von Thomas Murner grundgelegt wurde. Viele unserer Leser werden sich f\u00fcr alle drei Reihen interessieren, viele nur f\u00fcr diese oder jene Reihe. Wir bitten sie alle, uns dieses Interesse bald bekanntzugeben, weil wir nur auf dieser Grundlage vorausblickend arbeiten k\u00f6nnen. <a href=\"#_ftn18\" name=\"_ftnref18\"><span class=\"Reference\">[18]<\/span><\/a><\/p>\n<p>Es folgten nun nach einer Aufstellung des seinerzeitigen Verlagslektors Heinz innerhalb von 15 Monaten &#8211; also bis Ende Oktober 1936 &#8211; acht Verlagswerke, darunter Romane, Lyrik und B\u00fchnenst\u00fccke, die alle konsequent und kompromi\u00dflos in der bisher verfolgten Anti-NS-Linie lagen. <a href=\"#_ftn19\" name=\"_ftnref19\"><span class=\"Reference\">[19]<\/span><\/a> Es handelt sich um folgende Werke:<\/p>\n<p class=\"zitat\">Walter Mehring, <em>M\u00fcller. Chronik einer deutschen Sippe. <\/em>Roman. (1935) Hermynia Zur M\u00fchlen, <em>Unsere T\u00f6chter die Nazinen. <\/em>(1935)<br \/>\nAndreas Hemberger, <em>Barabbas. Erz\u00e4hlung aus der Zeit Christi. <\/em>(1936) Peter Drucker, <em>Die Judenfrage in Deutschland. <\/em>(1936)<br \/>\nWalter Berger, <em>Was ist Rasse? Versuch einer Abgrenzung ihrer Wirksamkeit im seelischen Bereich. Mit Ber\u00fccksichtigung des j\u00fcdischen Rassenproblems<\/em>. Hrsg. von der Philipp-Spitta-Ged\u00e4chtnis-Gesellschaft. (1936)<br \/>\nAlbert Ganzert (Pseudonym), <em>Die Grenze. Ein Schicksal aus 600.000. <\/em>(B\u00fchnenst\u00fcck, 1936)<br \/>\nTheodor Kramer, <em>Mit der Ziehharmonika. <\/em>(1936)<br \/>\nErnst Karl Winter, <em>Rudolph IV. Zweiter Band. <\/em>(1936)<\/p>\n<p>Zum Zeitpunkt der erzwungenen Einstellung der Verlagst\u00e4tigkeit im Herbst 1936 soll der komplette Umbruch zweier Romane vorgelegen haben, und zwar:<\/p>\n<p class=\"zitat\">Ernst Gl\u00e4ser, <em>Der letzte Zivilist.<\/em> <a href=\"#_ftn20\" name=\"_ftnref20\"><span class=\"Reference\">[20]<br \/>\n<\/span><\/a>Walter Zwehl, <em>Magd am Hakenkreuz.<\/em><\/p>\n<p>Ernst Karl Winters Feststellung im Oktober 1935, der Verlag w\u00fcrde auch eine &#8222;anti-nationalsozialistische Linie&#8220; verfolgen, lag einem heimlichen Beobachter besonders schwer im Magen, dem Deutschen Gesandten in Wien, Franz von Papen. Und erinnert man sich an den &#8222;Geist&#8220; des Juli-Abkommens, das wenige Monate danach unterzeichnet wurde, also an die &#8222;Normalisierung&#8220; der freundschaftlichen Beziehungen mu\u00dfte so etwas &#8222;anachronistisch&#8220; anmuten. So galt der Unmut von Papens den ersten zwei Buchver\u00f6ffentlichungen im Herbst 1935, also Walter Mehrings Satire <em>M\u00fcller <\/em>und Hermynia Zur M\u00fchlens Roman <em>Unsere T\u00f6chter, die Nazinen. <\/em>Und gerade \u00fcber das Schicksal dieser beiden B\u00fccher herrschen noch irrige Auffassungen vor, dahingehend, da\u00df beide, und zwar auf Veranlassung von Papens, von der \u00f6sterreichischen Beh\u00f6rde mit einem Verbot belegt worden w\u00e4ren. Dem ist nicht so, wie eine Untersuchung \u00fcber Walter Mehrings Aufenthalt in \u00d6sterreich 1934-38 aufgezeigt hat. <a href=\"#_ftn21\" name=\"_ftnref21\"><span class=\"Reference\">[21]<\/span><\/a> Hier kurz zum Hintergrund dieser beiden F\u00e4lle: In einer Verbalnote (A 3054) der Deutschen Gesandtschaft in Wien vom 14. Dezember 1935 legte von Papen beim Bundeskanzleramt &#8211; Ausw\u00e4rtige Angelegenheiten &#8211; Protest ein. Der Text der Verbalnote verr\u00e4t ziemlich genaue Kenntnisse des Gsur-Verlags und von dessen Inhaber. \u00dcber den satirischen Roman des aus Deutschland ausgeb\u00fcrgerten, nun staatenlosen Walter Mehring verliert von Papen folgende Worte:<\/p>\n<p class=\"zitat\">(&#8230;) In seiner antinationalsozialistischen Tendenz und in der offenbaren, besonderen Absicht, die Bedeutung von Blut und Boden im V\u00f6lkerleben l\u00e4cherlich zu machen, hat der Verfasser mit seinem Roman &#8222;M\u00fcller, Chronik einer deutschen Sippe&#8220; ein Machwerk geliefert, das das Deutschtum mit dem zu gro\u00dfen Teil als geradezu pornographisch zu bezeichnenden Inhalt in emp\u00f6rendster Weise herabw\u00fcrdigt und verletzt. <a href=\"#_ftn22\" name=\"_ftnref22\"><span class=\"Reference\">[22]<\/span><\/a><\/p>\n<p>Darauf folgte die sanfte, in diplomatischer Watte verpackte Aufforderung, das Buch ehestens beschlagnahmen zu lassen:<\/p>\n<p class=\"zitat\">Die Deutsche Gesandtschaft w\u00fcrde mit besonderem Dank anerkennen, wenn das Bundeskanzleramt &#8211; Ausw\u00e4rtige Angelegenheiten &#8211; das genannte Buch pr\u00fcfen und die sich darauf f\u00fcr die Wahrung der Sittlichkeit und das damit verbundene gesamtdeutsche Interesse ergebenden Folgerungen ziehen w\u00fcrde. (Ebda.)<\/p>\n<p>Der Aufforderung kam man \u00f6sterreichischerseits nicht nach. Dies im Gegensatz zu mehreren Behauptungen nach dem Zweiten Weltkrieg, u.a. beim Hochverratsproze\u00df gegen den Staatssekret\u00e4r f\u00fcr Ausw\u00e4rtige Angelegenheiten, Guido Schmidt, im Jahre 1947. So schrieb der ehemalige Verlagslektor Karl Hans Heinz in sehr temperamentvoller Weise im M\u00e4rz 1946 wohl in Reaktion auf die t\u00e4gliche Zunahme von denjenigen, die in den 30er Jahren als &#8222;Widerstandsk\u00e4mpfer&#8220; gegen den Nationalsozialismus t\u00e4tig gewesen sein wollten:<\/p>\n<p class=\"zitat\">Und was taten jene \u00d6sterreicher, die heute behaupten, sie h\u00e4tten in jenen Jahren allein die Last des Kampfes gegen die Nazi getragen? Haben sie f\u00fcr eine m\u00f6glichst gro\u00dfe Verbreitung der oben angef\u00fchrten B\u00fccher gesorgt? Haben sie den Verlag unterst\u00fctzt und gef\u00f6rdert?<\/p>\n<p class=\"zitat\">Es geschah etwas, das ganz unglaublich klingt und das man heute gern nicht wahrhaben m\u00f6chte:<\/p>\n<p class=\"zitat\">Die Auflagen der Werke von Hermynia Zur M\u00fchlen und von Walter Mehring, also fein-geschliffene Waffen f\u00fcr den Kampf gegen Hitler, wurden von der Wiener Polizei beschlagnahmt und gegen die Verlagsleitung die Untersuchung wegen Hochverrates eingeleitet. <a href=\"#_ftn23\" name=\"_ftnref23\"><span class=\"Reference\">[23]<\/span><\/a><\/p>\n<p>Anders verhielt es sich im Fall des zweiten genannten Werkes. Am Tage nach der ersten Verbalnote der Deutschen Gesandtschaft in Wien traf eine zweite solche diplomatische Note beim Bundeskanzleramt &#8211; Ausw\u00e4rtige Angelegenheiten &#8211; ein. Diesmal ging es um ein neulich erschienenes Buch, &#8222;das au\u00dfer dem die nationalsozialistische Bewegung im Reich verleumdenden und verunglimpfenden Gesamtinhalt in zahlreichen Stellen schwere pers\u00f6nliche Beleidigungen des F\u00fchrers und Reichskanzlers Adolf Hitler, von Mitgliedern der Reichsregierung und auch herabsetzende Bemerkungen \u00fcber den deutschen Gesandten von Papen enth\u00e4lt.&#8220; <a href=\"#_ftn24\" name=\"_ftnref24\"><span class=\"Reference\">[24]<\/span><\/a> Gegenstand des Protests war &#8222;das als Roman bezeichnete Buch&#8220; <em>Unsere T\u00f6chter, die Nazinen <\/em>von Hermynia Zur M\u00fchlen (1883-1951). Ein Beamter der Deutschen Gesandtschaft konnte auch eine Reihe &#8222;unmittelbarer Beleidigungen&#8220; samt Seitenzahl und Textstelle als Beweis anf\u00fchren. Da hei\u00dft es weiter:<\/p>\n<p class=\"zitat\">Indem die Deutsche Gesandtschaft mit dem allgemeinen Einspruch gegen den Inhalt des in Frage stehenden Buches im besonderen gegen diese schweren Beleidigungen des Staatsoberhauptes des Deutschen Reiches sowie der Mitglieder der Reichsregierung sch\u00e4rfste Verwahrung einlegt, richtet sie an das Bundeskanzleramt &#8211; Ausw\u00e4rtige Angelegenheiten &#8211; das dringende Ersuchen, gegen die Verfasserin des Romans, falls sie sich in \u00d6sterreich befindet, und gegen die f\u00fcr die Herausgabe des Buches verantwortliche Person entsprechende Strafma\u00dfnahmen sowie die Beschlagnahme bzw. ein Vertriebsverbot f\u00fcr den Roman &#8222;Unsere T\u00f6chter, die Nazinen&#8220; veranlassen zu wollen.<br \/>\nWien, den 15. Dezember 1935.<\/p>\n<p>Die provokant feindselige Einstellung des Werkes gegen den Nationalsozialismus und gegen das Gesetz betreffend die Beleidigung ausl\u00e4ndischer Staatsoberh\u00e4upter h\u00e4tte &#8211; im Interesse gutnachbarlicher Beziehungen &#8211; zwar Anla\u00df geboten, gegen den Roman vorzugehen, aber die Abteilung 13 im Bundeskanzleramt war nicht geneigt &#8211; und schon gar nicht auf Gehei\u00df des ungeliebten Franz von Papen &#8211; den in diplomatischem Drohton gehaltenen W\u00fcnschen zu entsprechen. Nur: man fand einen kuriosen Ausweg, da man nun auf dieses Werk aufmerksam gemacht worden war. Denn nach n\u00e4herem Studium des Romans wurde festgestellt, der Roman zeige &#8222;eine ausgesprochen marxistische, ja kommunistische Tendenz (S. 112, 127, usw.), vermischt mit Bemerkungen, die eine freidenkende, religionsfeindliche Einstellung bekunden. (&#8230;) Es scheint fast, da\u00df neben oder unter der Maske der Feindschaft gegen den Nationalsozialismus eine deutliche sozialrevolution\u00e4re Propaganda getrieben werden soll!&#8220; (ebda.) Das war nat\u00fcrlich etwas anderes. Abteilung 13 des BKA trat daher energisch daf\u00fcr ein, das Buch sofort zu beschlagnahmen und aus dem Verkehr zu ziehen. Besonderer Grund neben den unterstellten Beleidigungen war die &#8222;darin fast unverh\u00fcllt aufscheinende marxistisch-kommunistische Propaganda&#8220; (ebda.). Das Verbot wurde offiziell in der Liste 2 vom 13. Februar 1936 kundgemacht<a href=\"#_ftn25\" name=\"_ftnref25\"><span class=\"Reference\">[25]<\/span><\/a>; es erfolgte, weil das Werk eine unerlaubte F\u00f6rderung der Kommunistischen Partei darstellte und nicht &#8211; was deutschen W\u00fcnschen mehr entsprochen h\u00e4tte &#8211; wegen der strafbaren Beleidigungen ausl\u00e4ndischer Staatsoberh\u00e4upter.<\/p>\n<p>Unter den eigent\u00fcmlichen Aspekten der NS-Literaturpolitik nach dem M\u00e4rz 1938, in diesem Fall der Selbstrechtfertigung, scheint die Abrechnung mit Papp-Kameraden beliebt gewesen zu sein. Anders ist die w\u00fctende Reaktion der <em>Essener Nationalzeitung <\/em>nicht zu verstehen, die nach langj\u00e4hrigem Verbot widerwillig zur Verbreitung in \u00d6sterreich zugelassen wurde, um nicht den <em>V\u00f6lkischen Beobachter <\/em>zulassen zu m\u00fcssen, und die sich am 22. April 1938 dem Gsur-Verlag widmete:<\/p>\n<p class=\"zitat\">Mit der Vereinigung und Schaffung Gro\u00dfdeutschlands ist diesem Spuk zwar f\u00fcr alle Zukunft ein Ende bereitet worden, aber die Erinnerungen an die eine schlimmste und schm\u00e4hlichste Zeit im \u00f6sterreichischen und speziell Wiener Verlagsleben m\u00f6ge trotzdem bleiben. <a href=\"#_ftn26\" name=\"_ftnref26\"><span class=\"Reference\">[26]<\/span><\/a><\/p>\n<h3><a class=\"none\" name=\"Heading2\"><\/a> Ernst Karl Winter und die Diskussion &#8222;Der \u00f6sterreichische Verlag&#8220;<\/h3>\n<p>Das an anderer Stelle dieser Arbeit ausf\u00fchrlich behandelte &#8222;reichsdeutsche Buchdumping&#8220; scheint f\u00fcr die Ausformulierung einer spezifisch \u00f6sterreichischen Kulturpolitik im Jahre 1935 au\u00dferordentlich f\u00f6rderlich gewesen zu sein.<\/p>\n<p>In diesem Exkurs soll daher auch u.a. der Beitrag Ernst Karl Winters zu diesem Komplex gew\u00fcrdigt werden. Auf einen Nenner gebracht, handelte es sich um &#8222;geistige Landesverteidigung&#8220;, doch waren die Vorstellungen nicht selten sehr weltfremd und unterschiedlich. Im Mittelpunkt einer breitgef\u00e4cherten Diskussion, die von der Wochenschrift <em>Sturm \u00fcber \u00d6sterreich <\/em>ihren Ausgang nahm, standen neben Apodiktischem wie &#8222;Wir brauchen einen \u00f6sterreichischen Verlag&#8220; (bzw.: &#8222;Warum gibt es keinen \u00f6sterreichischen Verlag?&#8220;) und &#8222;F\u00f6rdert \u00f6sterreichisches Schrifttum&#8220; auch Fragen zum Thema &#8222;Autarker B\u00fcchermarkt&#8220; und &#8222;Das \u00f6sterreichische Buch&#8220;. Diese Diskussion wurde au\u00dfer im <em>Sturm \u00fcber \u00d6sterreich <\/em>u.a. in der Wochenschrift <em>Der christliche St\u00e4ndestaat, <\/em>der Zeitschrift <em>Volkswohl<\/em>, der &#8222;Kulturpolitischen Monatsschrift der Ostm\u00e4rkischen Sturmscharen&#8220; <em>Treue <\/em>sowie in den <em>Wiener Politischen Bl\u00e4ttern <\/em>gef\u00fchrt.<\/p>\n<p>Schon im M\u00e4rz 1935, also &#8222;in Zeiten gro\u00dfen geistigen Umbaues&#8220;, hatte Bundeskulturrat Guido Zernatto erkl\u00e4rt, da\u00df der neue Staat eine planm\u00e4\u00dfige F\u00f6rderung hochwertigen heimischen Schrifttums in Angriff nehmen m\u00fc\u00dfte. <a href=\"#_ftn27\" name=\"_ftnref27\"><span class=\"Reference\">[27]<\/span><\/a> Er bleibt dem Leser allerdings die Erkl\u00e4rung schuldig, was als &#8222;heimisch&#8220; und was als &#8222;hochwertig&#8220; zu gelten habe. Dabei m\u00fc\u00dfte man &#8211; so Zernatto &#8211; in Kauf nehmen, in die Rechte der Privatwirtschaft einzugreifen. &#8222;Der Staat wird nach der positiven und nach der negativen Seite hin in viel gr\u00f6\u00dferem Ma\u00dfe als bisher die Herstellung und Verbreitung bestimmter B\u00fccher zu f\u00f6rdern, das Verbot bestimmter B\u00fccher und Druckschriften durchzuf\u00fchren haben.&#8220; (ebda.) Diese Forderungen blieben weithin wenig konkret und wurden auf der positiven Seite auch nicht realisiert. In der Diskussion war man dar\u00fcber nicht einig, ob sich der neue christlich-deutsche Staat nun Europa und der Welt \u00f6ffnen oder sich abkapseln sollte.<\/p>\n<p>Unter der \u00dcberschrift &#8222;Warum gibt es keinen \u00f6sterreichischen Verlag?&#8220; beschwerte sich der <em>Sturm \u00fcber \u00d6sterreich <\/em>am 28. Juli 1935, da\u00df es &#8222;n\u00e4mlich leider fast keinen \u00f6sterreichischen Verlag&#8220; g\u00e4be &#8211; &#8222;sondern nur Verlage in \u00d6sterreich, die nicht bereit sind, auf die Kundschaft in Deutschland zu verzichten.&#8220; (3. Jg., Folge 15, 5). Ob mangelnde Bereitschaft ma\u00dfgebend war, darf stark bezweifelt werden. Diese und \u00e4hnliche Argumente scheinen davon auszugehen, da\u00df Verlage nicht auch Wirtschaftsunternehmen sind. Als L\u00f6sung dieses Problems wird die Schaffung eines gro\u00dfen \u00f6sterreichischen Verlags gefordert:<\/p>\n<p class=\"zitat\">Dieser Zustand kann nicht l\u00e4nger ertragen werden. Wir brauchen einen \u00f6sterreichischen Verlag, der bewu\u00dft auf die 60 Millionen des Reiches verzichtet und sich an die 20 Millionen (oder mehr) deutschsprachiger Leser wendet, die in weitem Halbbogen den S\u00fcden des Reiches umzingeln. Dies sind Wien und \u00d6sterreich, Prag und B\u00f6hmen, der Balkan, die Schweiz, Elsa\u00df, Luxemburg und eventuell Holland. Wieso soll es nicht m\u00f6glich sein, eine Buchproduktion zu gr\u00fcnden oder auszubauen, die dieses gro\u00dfe europ\u00e4ische Geistesreservoir im wesentlichen das oberdeutsche Sprachbecken, mit reinem Wasser speist? Wieso ist es nicht m\u00f6glich, Wien in Verbindung mit den alten europ\u00e4ischen Kulturwegen nach Prag, Agram, Z\u00fcrich, Basel, Stra\u00dfburg und Amsterdam zur Rolle Leipzigs vor der B\u00fccherverbrennung zu verhelfen?<\/p>\n<p class=\"zitat\">Gewi\u00df, es gibt einen Bundesverlag, aber er hat andere Aufgaben. Die Grundlage des B\u00fccherwesens mu\u00df, wie bei der Kunst, in der Privatinitiative liegen. Es geht aber nicht an, da\u00df auf diesem Gebiete eine Willk\u00fcr und Lauheit einrei\u00dft, die dem \u00d6sterreichertum schadet und die Stammeseigenschaften verk\u00fcmmern l\u00e4\u00dft.<\/p>\n<p class=\"zitat\">\u00d6sterreich f\u00e4llt die Pflege des alten deutschen Geistes zu, des Erbes der Dichter und Denker, der Wissenschaft und Sittlichkeit, und kann sich nicht der Diktatur der Barbaren unterstellen. Im Verlagswesen mu\u00df der Grundsatz aufgestellt werden, da\u00df das \u00f6sterreichische Gedankengut und eine vom &#8222;Mythos des 20. Jahrhunderts&#8220; unabh\u00e4ngige Wissenschaft und Dichtkunst mindestens so wichtig sind wie der Schilling. Den Verlagen mu\u00df schlie\u00dflich ins Gewissen geredet werden, da\u00df das \u00d6sterreichertum auch positiv verteidigt werden mu\u00df. Und wenn es etwas europ\u00e4isch Notwendiges gibt, so ist es eine alsbaldige Verlagsallianz der Nichthitlerl\u00e4nder deutscher Zunge. (&#8230;)<\/p>\n<p>Diese Schelte in Richtung heimischer Verlage &#8211; auch der Zsolnay-Verlag wird an anderer Stelle als negatives Beispiel genannt<a href=\"#_ftn28\" name=\"_ftnref28\"><span class=\"Reference\">[28]<\/span><\/a> &#8211; lie\u00df den Direktor des Tyrolia-Verlags, Josef Leeb, zur Feder greifen, um wenigstens sein Unternehmen in Schutz zu nehmen. Seiner Ansicht nach m\u00fcsse man &#8222;das eigene \u00f6sterreichische Volk wieder zu \u00d6sterreich zu bekehren&#8220; versuchen. <a href=\"#_ftn29\" name=\"_ftnref29\"><span class=\"Reference\">[29]<\/span><\/a><\/p>\n<p class=\"zitat\">Bei aller Hocheinsch\u00e4tzung dieser inner\u00f6sterreichischen Mission m\u00fcssen wir doch bekennen, da\u00df die \u00f6sterreichische Mission mit dieser Aufgabe nicht ersch\u00f6pft ist. Unz\u00e4hlige Male haben die berufenen F\u00fchrer unseres Volkes in den letzten Jahren von der besonderen Gegenwartsaufgabe \u00d6sterreichs gesprochen, die f\u00fcr eine geistige Weltreise bestimmt ist, die uns \u00d6sterreichern so hervorragend eigene christlich-germanische Weltanschauung und Friedensauffassung zu allen Nachbarn zu tragen, sie m\u00f6gen sich im Osten, im S\u00fcden, im Westen oder auch im Norden befinden. Wer \u00f6sterreichisch wirkt, der wirkt also nicht nur f\u00fcr \u00d6sterreich, er wirkt &#8211; es ist nicht zu viel gesagt &#8211; f\u00fcr die ganze Welt. (&#8230;) (ebda.)<\/p>\n<p>Diese Zeilen erinnern stark an Robert Musils Satire der Parallelaktion und der \u00f6sterreichischen &#8222;Weltidee&#8220;. Einer, der diese These der \u00d6ffnung \u00d6sterreichs vertritt, ist Ernst Karl Winter. Seiner Meinung nach war es auf die Dauer unm\u00f6glich, den politischen Kampf gegen Deutschland zu f\u00fchren und gleichzeitig nicht die notwendigen Konsequenzen zu ziehen, n\u00e4mlich sich u.a. auf dem Gebiet des Verlagswesens und des Buchhandels eindeutig von Deutschland zu trennen. &#8222;Denn \u00d6sterreich kann auf die Dauer nicht politisch gegen Deutschland Stellung beziehen, wenn es kulturell von ihm abh\u00e4ngig ist.&#8220; Winters Schlu\u00dffolgerung:<\/p>\n<p class=\"zitat\">Kein Staat kann aus einer geistigen Substanz leben, die ein anderer Staat verwaltet. Umgekehrt bedarf gerade der \u00d6sterreicher einer mehr als provinziellen Kultur, damit er befriedigt ist. Der \u00d6sterreicher, der von den Tr\u00e4gern einer gro\u00dfen Geschichte abstammt, braucht ein gro\u00dfr\u00e4umiges geistiges Hinterland, um Befriedigung zu finden. Deutschland kann dieses geistige Hinterland nicht sein; es war es schon vor dem Nationalsozialismus nicht; es w\u00fcrde es auch nach ihm niemals sein. Die Nachfolgestaaten selbst tragen in sich nicht die Kraft zur Einheit, nicht zur \u00f6konomischen und politischen, am allerwenigsten zur kulturellen Einheit. Es gibt daher nur ein einziges geistiges Hinterland, an das \u00d6sterreich den Anschlu\u00df suchen kann; Europa. \u00d6sterreich mu\u00df mehr, als in den letzten f\u00fcnfzig Jahren \u00fcblich war, in England, Frankreich und Italien, soweit letzteres ebenfalls in der abendl\u00e4ndischen, westeurop\u00e4ischen Einheit steht, seinen geistigen Orientierungspunkt suchen.<\/p>\n<p class=\"zitat\">Neben dieser europ\u00e4ischen Kulturgemeinschaft gibt es f\u00fcr \u00d6sterreich aber noch eine ganz besondere Aufgabe: die Rekonstruktion eines deutschen geistigen Raumes, der au\u00dferhalb Deutschlands liegt. Deutschland, seit es dem Primate Preu\u00dfens verfallen ist, war immer schon der schlechteste Vertreter deutschen Denkens. Nunmehr ist das Denken Deutschlands in Klischees erstarrt, die der \u00fcbrigen Welt fremd sind. Au\u00dferhalb Deutschlands aber existiert noch immer ein europ\u00e4ischer deutscher Raum, der unorganisiert, sich selbst \u00fcberlassen und f\u00fchrerlos ist. Diesen Raum geistig zu organisieren, dem Leipziger nationalsozialistischen Buch das deutsche Buch \u00f6sterreichischer Pr\u00e4gung entgegenzustellen, ist eine \u00f6sterreichische Aufgabe.<\/p>\n<p class=\"zitat\">Es gibt drei geistige Knotenpunkte des deutschen Kampfes gegen Deutschland: die Schweiz, das Sudetendeutschtum und \u00d6sterreich. Es m\u00fc\u00dfte m\u00f6glich sein, Z\u00fcrich, Prag und Wien in eine geistige Front zu bringen, die das Leipziger Buch in den deutschen Sprachgebieten au\u00dferhalb Deutschlands aus dem Felde schl\u00e4gt. <a href=\"#_ftn30\" name=\"_ftnref30\"><span class=\"Reference\">[30]<\/span><\/a><\/p>\n<p>Obwohl als Verleger nur Winter in der Praxis konsequent blieb bzw. bleiben mu\u00dfte, indem er sich vom reichsdeutschen Buchmarkt eindeutig trennte, argumentierte <em>Der christliche St\u00e4ndestaat <\/em>\u00e4hnlich:<\/p>\n<p class=\"zitat\">Die Schaffung eines konsequenten \u00f6sterreichischen, vom reichsdeutschen Absatzgebiet unabh\u00e4ngigen, aber daf\u00fcr in alle Gebiete des Auslandsdeutschtums intensiv wirkenden Verlages, der eine wirklich europ\u00e4ische Weite anstrebt, w\u00e4re wohl die wichtigste Vorbedingung f\u00fcr die Erf\u00fcllung der uns gestellten, gro\u00dfen deutschen und europ\u00e4ischen Aufgabe. <a href=\"#_ftn31\" name=\"_ftnref31\"><span class=\"Reference\">[31]<\/span><\/a><\/p>\n<p>Und weiters hei\u00dft es:<\/p>\n<p class=\"zitat\">Ein solcher Verlag brauchte durchaus noch nicht gleichbedeutend zu sein mit einem &#8222;antinationalistischen Kampfverlag&#8220;, wie wir ja \u00fcberhaupt allm\u00e4hlich begreifen m\u00fcssen, da\u00df der aufgezwungene Abwehrkampf gegen den Nationalsozialismus in seiner providentiellen Bedeutung nur der Anla\u00df war, &#8211; der Anla\u00df zu einer tieferen Wesensbesinnung \u00fcber Staat, Volk, Nation, Deutschtum, Reich und Abendland, die zu einer ganz neuen, ganz eigenen Konzeption f\u00fchren mu\u00df, die aber im Grunde genommen nur die alte ist, in der einmal der Ruhm des deutschen Namens bestand. (&#8230;)<\/p>\n<p>Die fortlaufende Diskussion im <em>Sturm \u00fcber \u00d6sterreich, <\/em>die durch die Anregung eines zentralen \u00f6sterreichischen Verlags ausgel\u00f6st wurde, zeigt neben pragmatisch-verbaler Offenheit gegen\u00fcber &#8222;Europa ohne Deutschland&#8220; auch den Versuch, Hort eines besseren, des &#8222;wahren Deutschtums&#8220; zu werden bzw. zu sein. St\u00e4ndestaat-Ideologie wird sorgsam gepflegt, und der Sprung zum Provinzialismus ist nicht weit. So liest man im <em>Sturm \u00fcber \u00d6sterreich <\/em>vom 25. August 1935 folgendes:<\/p>\n<p class=\"zitat\">(&#8230;) Wenn wir der Meinung sind, da\u00df \u00d6sterreichs Kampf mit der blo\u00dfen negativen Sicherung der \u00e4u\u00dferen, staatlichen Selbst\u00e4ndigkeit noch nicht beendet ist, sondern da\u00df diese Selbst\u00e4ndigkeit nur die unerl\u00e4\u00dfliche Voraussetzung f\u00fcr die Erf\u00fcllung einer Welt dar\u00fcber hinausreichenden deutschen, europ\u00e4ischen und christlichen Mission ist, &#8211; wenn wir andererseits der \u00dcberzeugung sind, da\u00df das, was heute in Deutschland geschieht, weit \u00fcber die Grenzen einer nur staatlichen, politischen Umw\u00e4lzung hinausgeht und einen Abfall vom wahren Deutschtum, eine Abwendung von Europa, einen Abfall vom Christenglauben bedeutet -, dann m\u00fcssen wir mit vollem Herzen \u00d6sterreichs Verpflichtung bejahen, nach Abwehr des Feindes nunmehr zur zweiten Phase eines Kampfes zu schreiten und das, was es politisch erk\u00e4mpft hat, kulturell auszuwerten. Das hei\u00dft, es mu\u00df den im heutigen Deutschland verdr\u00e4ngten wahren Werten deutscher Kultur eine Heimstatt bieten und vor der Welt diese deutsche Kultur im Bewu\u00dftsein seiner einzigartigen Legitimation derart vertreten, wie es zum Beispiel in so einzigartig sch\u00f6ner Weise in Salzburg geschieht.(&#8230;) <a href=\"#_ftn32\" name=\"_ftnref32\"><span class=\"Reference\">[32]<\/span><\/a><\/p>\n<p>Und weiters hei\u00dft es:<\/p>\n<p class=\"zitat\">\u00d6sterreichischer Verlag hei\u00dft also weniger \u00f6sterreichische Selbstdarstellung &#8211; etwa in Volksart und Brauchtum &#8211; denn diese Aufgabe wird ja durch die bestehenden, bew\u00e4hrten Verlage in gl\u00e4nzender Form geleistet, sondern \u00dcbernahme, repr\u00e4sentative Darbietung abendl\u00e4ndischen, weltaufgeschlossenen deutschen Gedankengutes einerseits und die Nutzbarmachung des Kulturgutes und des Schaffens anderer V\u00f6lker f\u00fcr den deutschen Sprachkreis. Also: Anschlu\u00df an das Abendland statt Anschlu\u00df an das Dritte Reich. (&#8230;)<\/p>\n<p>Zur Schaffung jenes &#8222;gro\u00dfen \u00f6sterreichischen Verlags&#8220; kam es freilich nicht. Die Vorstellungen waren doch zu unrealistisch. Statt dessen verst\u00e4rkte man die Werbung f\u00fcr das \u00f6sterreichische Buch, d.h. nicht unbedingt f\u00fcr diejenigen Werke, die \u00d6sterreichs &#8222;Kultursendung&#8220; oder &#8222;Mission&#8220; dienlich gewesen sein m\u00f6gen, sondern f\u00fcr Werke \u00f6sterreichischer Verlage. Zu Weihnachten 1935 gab es in ganz \u00d6sterreich Buchausstellungen, und auch im Ausland (Schweiz, Schweden, Italien) wurden Ausstellungen \u00f6sterreichischer B\u00fccher veranstaltet.<\/p>\n<p>So aufschlu\u00dfreich die hier angerissene Diskussion 1935 \u00fcber den &#8222;\u00f6sterreichischen Verlag&#8220; f\u00fcr das kulturpolitische Gedankengut dieser Zeit sein mag, so sehr blieb sie letzten Endes praxisfern in einer Branche, in der der patriotische Appell &#8222;Kauft \u00f6sterreichische Waren&#8220; wenig Zugkraft hatte und in der Firmen zwar geistige Werte vermittelten, sich aber nicht von den Marktverh\u00e4ltnissen abkoppeln konnten.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h3><a class=\"none\" name=\"Heading3\"><\/a> Anmerkungen<\/h3>\n<p class=\"Note\"><a href=\"#_ftnref1\" target=\"text\" name=\"_ftn1\">[1]<\/a> Quellenhinweise: Handelsgericht Wien, Registerakt A 73, 142 (WrStLa); Akt Gremium\/Gsur; ERNST KARL WINTER. \u00d6sterreichs Rufer und Warner. Dokumentation von KARL HANS HEINZ. Masch. Wien 1980 (liegt im Dokumentationsarchiv des \u00f6sterreichischen Widerstands, Wien); H.K., Unver\u00f6ffentlichtes aus 1934 bis 1938. In: <em>Volksstimme, <\/em>16.3.1946, S. 2.<\/p>\n<p class=\"Note\"><a href=\"#_ftnref2\" target=\"text\" name=\"_ftn2\">[2]<\/a> HEINZ (zit. Anm. 1), S. 157.<\/p>\n<p class=\"Note\"><a href=\"#_ftnref3\" target=\"text\" name=\"_ftn3\">[3]<\/a> Schreiben im Registerakt A 73, 142.<\/p>\n<p class=\"Note\"><a href=\"#_ftnref4\" target=\"text\" name=\"_ftn4\">[4]<\/a> Die Reinhold Buch- und Kunstverlag Ges.m.b.H., die u.a. die <em>Berichte zur Kultur- und Zeitgeschichte <\/em>sowie kleine historische Monographien herausgab, wird in dieser Arbeit nicht n\u00e4her ber\u00fccksichtigt, da es sich nicht um einen belletristischen Verlag handelt. Wohl aber hat der Reinhold-Verlag gelegentlich belletristische Werke herausgegeben. Der handelsgerichtlich protokollierte Verlag (Reg. C 20, 76) wurde im Mai 1924 von den Gesellschaftern Rosa Reinhold, Lotte Reinhold und dem verantwortlichen Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer und Konzessionsinhaber Nikolaus Hovorka (* 1901 in Teslic, Bosnien) gegr\u00fcndet. Die Konzession zum Betrieb des Buch-, Kunst- und Musikalienhandels und -verlages im Standort IX., L\u00f6blichgasse 3 wurde vom Wiener Magistrat am 14. November 1924 gegen den Willen der Korporation (&#8222;kein Lokalbedarf vorhanden&#8220;) verliehen. Im Jahre 1937 wurde der Standort nach I., Dr. Ignaz-Seipel-Ring 1 verlegt und der Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer des Deutschen Verlages f\u00fcr Jugend und Volk, Walther Wiedling, zum neuen Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer bestellt. Der Verlag wurde nach beendigter Liquidation im Jahre 1942 aus dem Handelsregister gel\u00f6scht. Hier erschienen etwa WINTERS <em>Arbeiterschaft und Staat<\/em> und der Roman <em>Im Schatten von San Pietro<\/em> von B.O. LUDWIG.<\/p>\n<p class=\"Note\"><a href=\"#_ftnref5\" target=\"text\" name=\"_ftn5\">[5]<\/a> KARL HANS HEINZ, Ernst Karl Winter. \u00d6sterreichs Rufer und Warner, (Zit. Anm. 1), S. 156 f.<\/p>\n<p class=\"Note\"><a href=\"#_ftnref6\" target=\"text\" name=\"_ftn6\">[6]<\/a> Die Begr\u00fcndung lautete wie folgt: &#8222;Die \u00dcberpr\u00fcfung der letzten Folgen der Zeitschrift ,Wiener Politische Bl\u00e4tter&#8216; hat ergeben, da\u00df der Inhalt derselben sozialistische Ideen vertritt und der Propaganda der marxistischen ,Volksfront&#8216; dient. Der Inhalt der Zeitschrift ist in hohem Ma\u00dfe geeignet, in der \u00d6ffentlichkeit und insbesonders in Arbeiterkreisen in politischer Hinsicht Verwirrung hervorzurufen. Die weitere Herausgabe der Zeitschrift ist daher eine Gefahr f\u00fcr die \u00f6ffentliche Ruhe und Ordnung.&#8220; (31.10.1936) Zitiert nach: Widerstand und Verfolgung in Wien. 1934-1945. Eine Dokumentation. Band I. Hg.: Dokumentationsarchiv des \u00f6sterreichischen Widerstandes. Wien 1975, S. 572.<\/p>\n<p class=\"Note\"><a href=\"#_ftnref7\" target=\"text\" name=\"_ftn7\">[7]<\/a> <em>Wiener Politische Bl\u00e4tter, <\/em>3. Jg., Nr. 5, Wien, 13. Oktober 1935, S. 225-228; bes. S. 227.<\/p>\n<p class=\"Note\"><a href=\"#_ftnref8\" target=\"text\" name=\"_ftn8\">[8]<\/a> Ebenda, 1. Jg., Nr. 4, 3. Dezember 1933, S. 242.<\/p>\n<p class=\"Note\"><a href=\"#_ftnref9\" target=\"text\" name=\"_ftn9\">[9]<\/a> Ebenda, 1. Jg., Nr. 4, 3. Dezember 1933, S. 238.<\/p>\n<p class=\"Note\"><a href=\"#_ftnref10\" target=\"text\" name=\"_ftn10\">[10]<\/a> Ebenda, S. 241. Als bekannt wurde, da\u00df Winter im April 1934 zum Wiener Vizeb\u00fcrgermeister ernannt wurde, zeigte sich die Standesvertretung der \u00f6sterreichischen Buchh\u00e4ndler sehr gl\u00fccklich dar\u00fcber: &#8222;(&#8230;) Mit ihm gelangt ein Kollege, der als Sozialpolitiker einen hervorragenden Ruf genie\u00dft und viele sehr wertvolle Schriften ver\u00f6ffentlicht hat, in die Wiener Stadtregierung. Wir begr\u00fc\u00dfen Herrn Vizeb\u00fcrgermeister Dr. Winter in seinem hohen Amte herzlichst und freuen uns, einen der Unseren an solcher Stelle zu sehen.&#8220; <em>(Anzeiger, <\/em>75. Jg., Nr. 10, 14.4.1934.)<\/p>\n<p class=\"Note\"><a href=\"#_ftnref11\" target=\"text\" name=\"_ftn11\">[11]<\/a> <em>Wiener Politische Bl\u00e4tter<\/em>, 1. Jg., Nr. 4, 3. Dezember 1933, S. 242.<\/p>\n<p class=\"Note\"><a href=\"#_ftnref12\" target=\"text\" name=\"_ftn12\">[12]<\/a> Ebenda, S. 242.<\/p>\n<p class=\"Note\"><a href=\"#_ftnref13\" target=\"text\" name=\"_ftn13\">[13]<\/a> Ebenda, S. 242.<\/p>\n<p class=\"Note\"><a href=\"#_ftnref14\" target=\"text\" name=\"_ftn14\">[14]<\/a> Vorw\u00fcrfe des Plagiats wurden allenthalben ausgesprochen. Hinter diesen Angriffen stand &#8211; wie Winter vermutete &#8211; eben P. Zyrill Fischer. Winter leitete eine Ehrenbeleidigungsklage gegen den Verantwortlichen einer Mittelsch\u00fclerzeitung ein, die die Vorw\u00fcrfe in einer Besprechung erhob. Fischer wiederum drohte mit einer Gegenklage wegen Plagiats. Winter leitete in seiner Eigenschaft als Verlagsinhaber erneut eine Ehrenbeleidigungsklage gegen Fischer ein, dann klagte Fischer im Juni 1933 den Verlag Gsur u. Co. vor dem Handelsgericht auf Unterlassung und Schadenersatz nach dem Urheberrechtsgesetz. Vom Ausgang der nur sehr schleppend vor sich gehenden Prozesse ist nicht berichtet worden.<\/p>\n<p class=\"Note\"><a href=\"#_ftnref15\" target=\"text\" name=\"_ftn15\">[15]<\/a> Naheres dazu findet sich in Winters &#8222;Brief an die Bayerische Politische Polizei&#8220; in: <em>Wiener Politische Bl\u00e4tter, <\/em>1. Jg., Nr. 4, 3. Dezember 1933, S. 244-247.<\/p>\n<p class=\"Note\"><a href=\"#_ftnref16\" target=\"text\" name=\"_ftn16\">[16]<\/a> Quelle: \u00d6Sta, AVA, BMU, Zl. 13.387-I-1\/37.<\/p>\n<p class=\"Note\"><a href=\"#_ftnref17\" target=\"text\" name=\"_ftn17\">[17]<\/a> Siehe <em>WZ, <\/em>23.9.1935, S. 7.<\/p>\n<p class=\"Note\"><a href=\"#_ftnref18\" target=\"text\" name=\"_ftn18\">[18]<\/a> <em>Wiener Politische Bl\u00e4tter, <\/em>3. Jg., Nr. 5, 13. Oktober 1935, S. 226f.<\/p>\n<p class=\"Note\"><a href=\"#_ftnref19\" target=\"text\" name=\"_ftn19\">[19]<\/a> HEINZ (zit. Anm. 1), S. 157.<\/p>\n<p class=\"Note\"><a href=\"#_ftnref20\" target=\"text\" name=\"_ftn20\">[20]<\/a> Das Buch ist 1935 im Pariser Europ\u00e4ischer Merkur Verlag erschienen (407 S.) und war Gl\u00e4sers erstes Buch in der Emigration.<\/p>\n<p class=\"Note\"><a href=\"#_ftnref21\" target=\"text\" name=\"_ftn21\">[21]<\/a> MURRAY G. HALL, Biographie als Legende. In: WALTER MEHRING, <em>(Text + Kritik. Zeitschrift f\u00fcr Literatur, <\/em>Heft 78, April 1983, S. 20-35.<\/p>\n<p class=\"Note\"><a href=\"#_ftnref22\" target=\"text\" name=\"_ftn22\">[22]<\/a> \u00d6Sta, Haus-, Hof- und Staatsarchiv (HHSta), Neues Politisches Archiv (N.P.A.), Karton 119, BKA 35.496\/13-1936.<\/p>\n<p class=\"Note\"><a href=\"#_ftnref23\" target=\"text\" name=\"_ftn23\">[23]<\/a> H.K. [= Karl Hans Heinz], (zit. Anm. 1), S. 2.<\/p>\n<p class=\"Note\"><a href=\"#_ftnref24\" target=\"text\" name=\"_ftn24\">[24]<\/a> \u00d6Sta, HHSta, N.P.A. Karton 118, BKA 40.748\/13-1936.<\/p>\n<p class=\"Note\"><a href=\"#_ftnref25\" target=\"text\" name=\"_ftn25\">[25]<\/a> Siehe auch <em>Anzeiger,<\/em> 77. Jg. Nr. 5, 22.2.1936, S. 26.<\/p>\n<p class=\"Note\"><a href=\"#_ftnref26\" target=\"text\" name=\"_ftn26\">[26]<\/a> Zitiert nach HEINZ, (zit. Anm. 1), S. 158.<\/p>\n<p class=\"Note\"><a href=\"#_ftnref27\" target=\"text\" name=\"_ftn27\">[27]<\/a> Guido ZERNATTO, Kultur und Staat. Tatsachen und Probleme. In: <em>Volkswohl <\/em>(Wien), Nr. 6, M\u00e4rz 1935, S. 153-157; S. 155.<\/p>\n<p class=\"Note\"><a href=\"#_ftnref28\" target=\"text\" name=\"_ftn28\">[28]<\/a> Siehe JOSEF O. L\u00c4MMEL, zum Kapitel &#8222;\u00d6sterreichischer Verlag&#8220;. In: <em>Sturm \u00fcber \u00d6sterreich,<\/em> 3. Jg., Folge 18, 18.8.1935, S. 5.<\/p>\n<p class=\"Note\"><a href=\"#_ftnref29\" target=\"text\" name=\"_ftn29\">[29]<\/a> JOSEF LEEB, \u00d6sterreichisches Verlagswesen. In: <em>Sturm \u00fcber \u00d6sterreich, <\/em>3. Jg., Folge 16, 4.8.1935, S. 3. Siehe auch denselben Aufsatz in: <em>Die Zeit im Buch. <\/em>Zeitschrift f\u00fcr Freunde des guten Buches (Wien), 2. Jg., Juli\/August 1935, Heft 9\/10, S. 129-133.<\/p>\n<p class=\"Note\"><a href=\"#_ftnref30\" target=\"text\" name=\"_ftn30\">[30]<\/a> ERNST KARL WINTER, Das \u00f6sterreichische Buch. In: <em>Wiener Politische Bl\u00e4tter, <\/em>3. Jg., Nr. 5, 13.10.1935, S. 225-228; bes. S. 225.<\/p>\n<p class=\"Note\"><a href=\"#_ftnref31\" target=\"text\" name=\"_ftn31\">[31]<\/a> N.D. Warum gibt es keinen \u00f6sterreichischen Verlag? In: <em>Der christliche St\u00e4ndestaat, <\/em>2. Jg., Nr. 33, 18.8.1935, S. 796. Siehe auch ebenda: Probleme des deutschen Verlagswesens au\u00dferhalb der Reichsgrenzen, 9.2.1936, S. 144-145 und Autarker B\u00fcchermarkt?, 2. Jg., Nr. 51, 22.12.1935, S. 1233-1234.<\/p>\n<p class=\"Note\"><a href=\"#_ftnref32\" target=\"text\" name=\"_ftn32\">[32]<\/a> Wir brauchen einen \u00f6sterreichischen Verlag. <em>In: Sturm \u00fcber \u00d6sterreich, <\/em>3. Jg., Folge 19, 25.8.1935, S. 2. Zu dieser Problematik wird auf folgende Artikel hingewiesen: Dr. HANS KNESS, Das \u00f6sterreichische Buch. In: <em>Monatsschrift f\u00fcr Kultur und Politik <\/em>(Wien), 2. Jg., 1937, 2. Teil, S. 889-894; B\u00fccherdienst. In: <em>Treue. Kulturpolitische Monatsschrift der Ostm\u00e4rkischen Sturmscharen. Innere Stadt. <\/em>2. Jg., Folge 1, Dezember 1935, S. 7 f. und ebda., Folge 2, J\u00e4nner 1936, S. 6; Um \u00d6sterreichs Kultursendung. In:<em> Sturm \u00fcber \u00d6sterreich, <\/em>3. Jg., 16.6.1935, S. 24 und ebda.: Noch einmal: Der \u00f6sterreichische Verlag, Jg. 3, Folge 20, 1.9.1935, S. 3;Wir brauchen einen \u00f6sterreichischen Verlag, 3. Jg., Folge 16, 4.8.1935, S. 3. Dazu neuestens: K.H. Heinz, <em>E.K. Winter. Ein Katholik zwischen \u00d6sterreichs Fronten 1933-1938<\/em>, Wien 1984. (Dokumente zu Alltag, Politik und Zeitgeschichte, hg. von Franz Richard Reiter, Bd. 4)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Gsur-Verlag (Wien) [1] Die Produktion Ernst Karl Winter und die Diskussion &#8222;Der \u00f6sterreichische Verlag&#8220; Der &#8222;Gsur Verlag&#8220; bzw. der &#8222;Verlag Gsur &amp; Co.&#8220; nimmt in der \u00f6sterreichischen Verlagslandschaft der drei\u00dfiger Jahre eine Sonderstellung ein. Was diesen Verlag einzigartig machte, war u.a., da\u00df er von einem aktiven \u00f6sterreichischen Politiker gef\u00fchrt wurde,\u2026<\/p>\n<p> <a class=\"continue-reading-link\" href=\"http:\/\/verlagsgeschichte.murrayhall.com\/?page_id=303\"><span>Continue reading<\/span><i class=\"crycon-right-dir\"><\/i><\/a> <\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"parent":149,"menu_order":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","template":"","meta":{"footnotes":""},"class_list":["post-303","page","type-page","status-publish","hentry"],"_links":{"self":[{"href":"http:\/\/verlagsgeschichte.murrayhall.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages\/303","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"http:\/\/verlagsgeschichte.murrayhall.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages"}],"about":[{"href":"http:\/\/verlagsgeschichte.murrayhall.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/page"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/verlagsgeschichte.murrayhall.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/verlagsgeschichte.murrayhall.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=303"}],"version-history":[{"count":7,"href":"http:\/\/verlagsgeschichte.murrayhall.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages\/303\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":2734,"href":"http:\/\/verlagsgeschichte.murrayhall.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages\/303\/revisions\/2734"}],"up":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/verlagsgeschichte.murrayhall.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages\/149"}],"wp:attachment":[{"href":"http:\/\/verlagsgeschichte.murrayhall.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=303"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}