{"id":309,"date":"2015-09-05T18:11:35","date_gmt":"2015-09-05T16:11:35","guid":{"rendered":"http:\/\/verlagsgeschichte.murrayhall.com\/?page_id=309"},"modified":"2016-08-14T19:58:47","modified_gmt":"2016-08-14T17:58:47","slug":"verlag-karl-harbauer","status":"publish","type":"page","link":"http:\/\/verlagsgeschichte.murrayhall.com\/?page_id=309","title":{"rendered":"Verlag Karl Harbauer"},"content":{"rendered":"<h3>Verlag Karl Harbauer (Wien-Leipzig) <a href=\"#_ftn1\" name=\"_ftnref1\"><span style=\"font-size: 0.7em; vertical-align: top;\">[1]<\/span><\/a><\/h3>\n<h6><\/h6>\n<ul class=\"overview\">\n<li class=\"overview\"><a class=\"none\" href=\"#Heading1\" target=\"_self\">Die <\/a><a class=\"none\" href=\"#Heading1\" target=\"_self\">Produktion<\/a><\/li>\n<\/ul>\n<p>Die Verl<a href=\"http:\/\/verlagsgeschichte.murrayhall.com\/wp-content\/uploads\/2015\/09\/HarbauerVerlagSignet.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft wp-image-1105\" src=\"http:\/\/verlagsgeschichte.murrayhall.com\/wp-content\/uploads\/2015\/09\/HarbauerVerlagSignet.jpg\" alt=\"Harbauer Verlag Signet\" width=\"150\" height=\"160\" srcset=\"http:\/\/verlagsgeschichte.murrayhall.com\/wp-content\/uploads\/2015\/09\/HarbauerVerlagSignet.jpg 887w, http:\/\/verlagsgeschichte.murrayhall.com\/wp-content\/uploads\/2015\/09\/HarbauerVerlagSignet-281x300.jpg 281w, http:\/\/verlagsgeschichte.murrayhall.com\/wp-content\/uploads\/2015\/09\/HarbauerVerlagSignet-140x150.jpg 140w\" sizes=\"auto, (max-width: 150px) 100vw, 150px\" \/><\/a>agsszenerie im \u00d6sterreich der Zwischenkriegszeit weist eine Vielzahl von kleinen Unternehmen auf, deren Firmenname mit dem des Inhabers identisch ist. Ein weiteres Beispiel hief\u00fcr ist der Verlag Karl Harbauer.<\/p>\n<p>Der am 1.5.1877 in G\u00f6seg\/Ungarn geborene Kaufmann Karl Harbauer erhielt am 5.3.1912 von der zust\u00e4ndigen Beh\u00f6rde, der k.k. n.\u00f6. Statthalterei, eine Konzession f\u00fcr das Verlagsgesch\u00e4ft. Kurze Zeit darauf, n\u00e4mlich am 29. M\u00e4rz, gr\u00fcndete er den &#8222;Verlag Karl Harbauer&#8220;.<\/p>\n<p>Nach dem Ersten Weltkrieg, w\u00e4hrend dessen der Verlagsinhaber und Hauptmann Karl Harbauer mehrfach ausgezeichnet wurde, lie\u00df er sein Unternehmen wegen des gr\u00f6\u00dferen Gesch\u00e4ftsumfangs handelsgerichtlich protokollieren. Die Firma wurde sodann am 26. Juli1928 unter Register A, Band 37, pagina 156 ins Wiener Handelsregister eingetragen.<\/p>\n<p>Bis 1922 entwickelte das Verlagshaus mit Sitz in Wien 8., Pfeilgasse 32 (nach 1924: 4., Gro\u00dfe Neugasse 29) eine rege T\u00e4tigkeit. In den Jahren danach &#8211; 1924 erschien das letzte nachweisbare Werk &#8211; und, wom\u00f6glich durch die ung\u00fcnstigen wirtschaftlichen Verh\u00e4ltnisse und Kapitalmangel bedingt, flaute das Gesch\u00e4ft v\u00f6llig ab. Am 4. M\u00e4rz 1929 mu\u00dfte der Schuldner Karl Harbauer die Er\u00f6ffnung des Ausgleichs beim Handelsgericht beantragen. Der Verlag hatte Schulden &#8211; meist ausstehende Rechnungen und R\u00fcckst\u00e4nde in der H\u00f6he von S 3802,50. Beendet wurde das Verfahren im August desselben Jahres.<a href=\"#_ftn2\" name=\"_ftnref2\"><span class=\"Reference\">[2]<\/span><\/a><\/p>\n<p>Nach dem Tod Harbauers in Wien am 5.9.1937<a href=\"#_ftn3\" name=\"_ftnref3\"><span class=\"Reference\">[3]<\/span><\/a><\/p>\n<h3><a class=\"none\" name=\"Heading1\"><\/a> Die Produktion<\/h3>\n<p>Die Hauptzweige des Verlags waren von allem Anfang an politische, milit\u00e4rische, juristische, historische und kriminalistische Werke. Doch sind auch &#8222;Wienerisches&#8220; und (\u00f6sterreichische) Belletristik in der Verlagsproduktion vertreten. Karl Harbauers Karriere als Weltkriegsoffizier spiegelt sich in der Produktionspalette seines Verlags deutlich wider. In diesem Zusammenhang seien ein paar Titel von Zeitschriften genannt, die Harbauer entweder selber herausgab oder redigierte und die in seinem Verlag erschienen: <em>Der Berufsunteroffizier, K.K. illustrierte Feldzeitung der 4. Armee, Der Gendarm. Illustrierte Wochenschrift, Handbuch der \u00f6sterreichischen Bundesgendarmerie, Volk und Heer <\/em>usw. Besonders aber f\u00e4llt das Erscheinen der Zeitschrift <em>Die Rettung. Bl\u00e4tter zur Erkenntnis der Zeit <\/em>auf, die von den KPQ-Veteranen Franz Blei und Paris G\u00fctersloh herausgegeben wurde. Die erste Nummer, die ausnahmsweise 16 Seiten stark war und eine Krone kostete, erschien am 6. Dezember 1918. Harbauer hat selber die neue Zeitschrift in der <em>Buchh\u00e4ndler-Correspondenz <\/em>angezeigt und folgenderma\u00dfen vorgestellt:<\/p>\n<p class=\"zitat\">Diese Wochenschrift (erscheint jeden Freitag) ruft den Menschen auf den Plan, der \u00fcber der Partei und Klassengenossen vergessen wurde. Herz und Kopf machen die Welt, nicht Zufuhr und Abfuhr der Nahrung; nur der Geist regiert. Zu einem Patriotismus des Lebens ruft &#8222;Die Rettung&#8220; auf, nicht zu einem Patriotismus irgendwelcher Institutionen, seien diese staatlicher oder kirchlicher Art. Der Mensch ist gut, Platz f\u00fcr seine G\u00fcte! Nicht die M\u00fctze macht den Republikaner, sondern was darunter ist. (Nr. 50, 11.12.1918, 596)<\/p>\n<p>Blei und G\u00fctersloh, die eine Wahlempfehlung f\u00fcr die Sozialdemokraten ausgaben (Nr. 10, 7.2.1919), wechselten mit der Nummer 10 zum &#8222;Selbstverlag der Herausgeber&#8220; \u00fcber, blieben jedoch bei derselben Druckerei. Wie im Fall der meisten anderen Zeitschriften dieser Zeit wurde auf Zeitungspapier gedruckt. <em>Die Rettung <\/em>stellte ihr Erscheinen mit der Nr. 12\/14 vom 21.3.1919 ein. Die steigenden Druck-, Papier- und nicht zuletzt Personalkosten, die 1919 einsetzten, f\u00fchrten dazu, da\u00df viele Verlage, darunter auch der Verlag Karl Harbauer, Billigbuchreihen initiierten. Und was Belletristik anlangt, machten zwei Reihen bzw. Serien mehr als die H\u00e4lfte der Produktion von etwa drei Dutzend Titel aus. 1921\/22 erschienen z.B. f\u00fcnf Verlagswerke (zwei von Pankraz Schuk, je eins von Hermann Drawe (1867 &#8211; nach April 1942), Helene Weilen, und G\u00fcnter Hoffmann) in der Reihe <em>Das Wiener Buch. <\/em>Trotz Ank\u00fcndigungen sind mehr B\u00e4nde nicht erschienen. Gro\u00dfer Erfolg war der Reihe <em>Wiener Volksb\u00fccher <\/em>beschieden. Dazu Harbauer:<\/p>\n<p class=\"zitat\">Die breiten Schichten des Volkes k\u00f6nnen Klassikerausgaben oder Ausz\u00fcge aus denselben sowie sonstige Unterhaltungslekt\u00fcre infolge der durch die hohen Herstellungskosten berechtigten gro\u00dfen Preiserh\u00f6hung nicht erwerben &#8211; wohl der Hauptgrund weshalb auf meine billigen &#8222;Wiener Volksb\u00fccher&#8220; so stark gegriffen wurde, zumal die Ausstattung derselben wohlgef\u00e4llig ist. <a href=\"#_ftn4\" name=\"_ftnref4\"><span class=\"Reference\">[4]<\/span><\/a><\/p>\n<p>In dieser Reihe erschienen zu einem niedrigen Preis Goethes <em>Faust<\/em>, Grillparzers <em>Der arme Spielmann, Das Kloster bei Sendomir <\/em>und <em>Weh&#8220; dem, der l\u00fcgt <\/em>sowie Werke von Karl Stieler, Ludwig Anton, Karl Gutzkow, Joseph Viktor von Scheffel, Hermann Drawe, Heinz Steinr\u00fcck, Viktor Gustav Cordon <em>(Die sterbende Stadt. Eine Phantasie, <\/em>1920) usw. Au\u00dferhalb dieser Reihen erschienen Werke von folgenden Autoren im Verlag Karl Harbauer: Ida Maria Deschmann, Hermann Drawe, Robert Michel, August Ernst Rouland, Fritz Wehr, Erwin von Janischfeld (d.i. Karl Lustig-Prean] <em>(Blutger\u00fcst. Verschn\u00f6rkelte und kahle Skizzen. <\/em>Mit einem Vorworte von Karl Hans Strobl, 1918), Heinz Slawik <em>(Seehist\u00f6rchen,<\/em> 1918<em>; Erdsternfrieden. Eine un-wahrscheinliche Geschichte, <\/em>1919, Aufl.: 10.000), Friedrich Porges und Karl Wache <em>(Die K\u00fcnste. Ihr Wesen und Werden, <\/em>1919).<\/p>\n<h3><a class=\"none\" name=\"Heading2\"><\/a> Anmerkungen<\/h3>\n<p class=\"Note\"><a href=\"#_ftnref1\" name=\"_ftn1\">[1]<\/a>Quellenhinweise: Handelsgericht Wien. Registerakt A 37, 156 (WrStLa); Handelsgericht Wien. Ausgleichsakt Sa 79\/29 (WrStLa); Gremium\/Verlag Karl Harbauer.<\/p>\n<p class=\"Note\"><a href=\"#_ftnref2\" name=\"_ftn2\">[2]<\/a>Ausgleich Handelsgericht Wien Sa 79\/29 (WrStLa).<\/p>\n<p class=\"Note\"><a href=\"#_ftnref3\" name=\"_ftn3\">[3]<\/a> <em>WZ,<\/em> 7.11.1937, S. 6. (Nachruf)<\/p>\n<p class=\"Note\"><a href=\"#_ftnref4\" name=\"_ftn4\">[4]<\/a> <em>BC,<\/em>Nr. 45, 5.11.1919, S. 671.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Verlag Karl Harbauer (Wien-Leipzig) [1] Die Produktion Die Verlagsszenerie im \u00d6sterreich der Zwischenkriegszeit weist eine Vielzahl von kleinen Unternehmen auf, deren Firmenname mit dem des Inhabers identisch ist. Ein weiteres Beispiel hief\u00fcr ist der Verlag Karl Harbauer. Der am 1.5.1877 in G\u00f6seg\/Ungarn geborene Kaufmann Karl Harbauer erhielt am 5.3.1912 von\u2026<\/p>\n<p> <a class=\"continue-reading-link\" href=\"http:\/\/verlagsgeschichte.murrayhall.com\/?page_id=309\"><span>Continue reading<\/span><i class=\"crycon-right-dir\"><\/i><\/a> <\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"parent":149,"menu_order":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","template":"","meta":{"footnotes":""},"class_list":["post-309","page","type-page","status-publish","hentry"],"_links":{"self":[{"href":"http:\/\/verlagsgeschichte.murrayhall.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages\/309","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"http:\/\/verlagsgeschichte.murrayhall.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages"}],"about":[{"href":"http:\/\/verlagsgeschichte.murrayhall.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/page"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/verlagsgeschichte.murrayhall.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/verlagsgeschichte.murrayhall.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=309"}],"version-history":[{"count":10,"href":"http:\/\/verlagsgeschichte.murrayhall.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages\/309\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":2533,"href":"http:\/\/verlagsgeschichte.murrayhall.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages\/309\/revisions\/2533"}],"up":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/verlagsgeschichte.murrayhall.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages\/149"}],"wp:attachment":[{"href":"http:\/\/verlagsgeschichte.murrayhall.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=309"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}