{"id":339,"date":"2015-09-05T18:44:34","date_gmt":"2015-09-05T16:44:34","guid":{"rendered":"http:\/\/verlagsgeschichte.murrayhall.com\/?page_id=339"},"modified":"2016-08-15T18:57:44","modified_gmt":"2016-08-15T16:57:44","slug":"verlag-jos-a-kienreich","status":"publish","type":"page","link":"http:\/\/verlagsgeschichte.murrayhall.com\/?page_id=339","title":{"rendered":"Verlag Jos. A. Kienreich"},"content":{"rendered":"<h3>Verlag Jos. A. Kienreich (Graz-Wien-Leipzig) <span style=\"font-size: 0.7em; vertical-align: top;\"><a href=\"#_ftn1\" name=\"_ftnref1\">[1]<\/a><\/span><\/h3>\n<h6><\/h6>\n<p><a href=\"http:\/\/verlagsgeschichte.murrayhall.com\/wp-content\/uploads\/2015\/09\/Kienreich.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft wp-image-1216\" src=\"http:\/\/verlagsgeschichte.murrayhall.com\/wp-content\/uploads\/2015\/09\/Kienreich.jpg\" alt=\"Kienreich Signet\" width=\"200\" height=\"186\" srcset=\"http:\/\/verlagsgeschichte.murrayhall.com\/wp-content\/uploads\/2015\/09\/Kienreich.jpg 257w, http:\/\/verlagsgeschichte.murrayhall.com\/wp-content\/uploads\/2015\/09\/Kienreich-161x150.jpg 161w, http:\/\/verlagsgeschichte.murrayhall.com\/wp-content\/uploads\/2015\/09\/Kienreich-150x139.jpg 150w\" sizes=\"auto, (max-width: 200px) 100vw, 200px\" \/><\/a>Da\u00df es am Anfang der jungen Republik Bestrebungen gab, jungen \u00f6sterreichischen Autoren die M\u00f6glichkeit zur Publikation zu geben, l\u00e4\u00dft sich an einigen Beispielen zeigen, wie etwa Ed. Strache Verlag, Wila-Verlag, Lyra-Verlag usw. Es kam aber auch vor, da\u00df alteingesessene Verlage Gleiches initiierten, so z.B. der Verlag Jos. A. Kienreich, Graz, der aber das Vorhaben leider gleich wieder aufgab. Aus diesem Grund wird hier nur auf die kurze belletristische Phase 1918\/19 n\u00e4her eingegangen.<\/p>\n<p>Es war vermutlich im Jahre 1790, da\u00df der aus einer alten steirischen Familie stammende konzessionierte Buchh\u00e4ndler Josef Andreas Kienreich die Bruckmayersche Buchhandlung in Graz erwarb. Bereits zwei Jahre sp\u00e4ter soll die Kienreichsche Buchhandlung eine ziemliche Ausdehnung gehabt haben. Nach einem zeitgen\u00f6ssischen Zeugnis soll er schon manches aus dem \u00f6konomischen, medizinischen und auch belletristischen Fach verlegt haben. Das \u00e4lteste erhaltene Werk des Kienreichschen Verlags ist das anonym erschienene Buch <em>Der vollkommene Weinwirth, <\/em>nur eines von einer ganzen Reihe von &#8222;Anleitungsb\u00fcchern&#8220;, auf die sich Kienreich spezialisierte. Andere Schwerpunkte waren p\u00e4dagogische Literatur, Kinderb\u00fccher, wissenschaftliche Werke, Werke landwirtschaftlichen, gewerblichen und technischen Inhalts, Kalender, Gebetb\u00fccher sowie Nachdrucke von Dichtungen und Romanen. Ein 1830 ausgegebenes &#8222;Verzeichnis derjenigen B\u00fccher, welche bei Jos. Andreas Kienreich, Buchh\u00e4ndler in Gr\u00e4tz, verlegt oder in Menge zu haben sind&#8220;, verzeichnete nicht weniger als 629 B\u00fccher verschiedenen Inhalts und 232 Theaterst\u00fccke. Der Gr\u00fcnder des Hauses d\u00fcrfte auch um das Jahr 1830 gestorben sein. Das Gesch\u00e4ft ging auf seinen Sohn Josef Johann Kienreich \u00fcber, und die Firma &#8222;Joh. Andreas Kienreich&#8220; wurde im Jahre 1831 in Graz protokolliert. Kienreich betrieb auch eine eigene Druckerei und hatte eintr\u00e4gliche Drucksortenauftr\u00e4ge, die allerdings 1869 durch die vom Katholischen Pre\u00dfverein f\u00fcr Steiermark errichtete &#8222;Vereinsdruckerei&#8220; (s. Styria-Verlag), an die Kienreich die Druckarbeiten f\u00fcr das bisch\u00f6fliche Ordinariat abgeben mu\u00dfte, \u00fcbernommen wurden. Kienreich sah sich daher veranla\u00dft, das Gesch\u00e4ft auf eine andere Grundlage zu stellen. 1870 verkaufte er die Druckerei samt dem Schreibkalender f\u00fcr Advokaten und Notare sowie die Papierfabrik an die Firma Leykam und behielt das Verlagsgesch\u00e4ft f\u00fcr sich, das er bis zu seinem Tod 1874 weiterf\u00fchrte. Die Firma wurde nun vom Sohn Josef Kienreich \u00fcbernommen, und nach dessen Tod 1888 ging sie an die Witwe \u00fcber, die die Firma zusammen mit ihrer Tochter bis zu ihrem Tod 1893 gemeinsam f\u00fchrte.<\/p>\n<p>In diesem Jahr ging die Firma in den Besitz Karl Schmelzers \u00fcber, der ganz neue Akzente setzte und die Firma rasch ausbaute. So bem\u00fchte er sich, sein Unternehmen in den Dienst des Reiseverkehrs zu stellen. Im Jahre 1898 er\u00f6ffnete er in Graz ein Sortimentsgesch\u00e4ft und lie\u00df zum ersten Mal die Kienreichschen Taschenfahrpl\u00e4ne erscheinen. Auf Grund des gro\u00dfen Erfolgs des Sortimentsgesch\u00e4fts lie\u00df Schmelzer im Laufe der n\u00e4chsten Jahre Filialen an mehreren Bahnh\u00f6fen er\u00f6ffnen. 1899 kam der Kienreichsche Zeitschriften-Lesezirkel hinzu. 1903 errichtete Schmelzer auch in Wien eine Zeitschriftenleihanstalt und erwarb die Buch- und Kunsthandlung des Ignaz Scheuble. Die T\u00e4tigkeit seiner Wiener Firma erstreckte sich haupts\u00e4chlich auf das Gebiet des Bahnhofsbuchhandels. Somit wurde die Basis f\u00fcr die sp\u00e4tere Zusammenarbeit mit der nachmaligen Firma &#8222;Morawa &amp; Co.&#8220; geschaffen.<\/p>\n<p>Im Licht des vorher Ausgef\u00fchrten scheint die Ank\u00fcndigung von Kienreichs <em>B\u00fccherei \u00d6sterreichischer Schriftsteller <\/em>im Herbst 1918 einigerma\u00dfen aus dem Rahmen zu fallen, obwohl der Jos. A. Kienreich Verlag 1918\/19 Belletristik offensichtlich forciert hat.<\/p>\n<p>Im September 1918 k\u00fcndigte der Verlag in der <em>Buchh\u00e4ndler-Correspondenz <\/em>neben einem &#8222;Roman aus den nordischen K\u00f6nigreichen&#8220;, <em>Das Erbe von Lindstr\u00f6m <\/em>von Hans Seefeld den ersten Band der <em>B\u00fccherei \u00d6sterreichischer Schriftsteller, <\/em>n\u00e4mlich <em>Frauen, <\/em>in einer Auflage von 5.000 Exemplaren, an.<a href=\"#_ftn2\" name=\"_ftnref2\"><span class=\"Reference\">[2]<\/span><\/a> Er enthielt folgende drei Erz\u00e4hlungen bzw. Novellen:<\/p>\n<p class=\"zitat\">Rud. Hans Bartsch, <em>Korbinian von Mursch <\/em><br \/>\nJul. Franz Sch\u00fctz, <em>Frau der Verhei\u00dfung<br \/>\n<\/em>Franz Karl Ginzkey, <em>Maddalena Gondi<\/em><\/p>\n<p>Der Buchschmuck stammte von Mara v. Malliczky, die Umschlagzeichnung von Prof. Rudolf Geyer. Die Werbung f\u00fcr die Buchh\u00e4ndler entbehrte nicht eines gewissen Lokalpatriotismus:<\/p>\n<p class=\"zitat\">Die Namen Bartsch und Ginzkey sind allen wohl bekannt und haben guten Klang. Es er\u00fcbrigt sich daher, \u00fcber die fein abgestimmten und fesselnden Novellen N\u00e4heres zu sagen. Die beiden gro\u00dfen Meister der Erz\u00e4hlungskunst lassen im Buche einen jungen Grazer Schriftsteller zu Worte kommen, dessen Name bald \u00fcber die engeren Grenzen seines Vaterlandes durch seine reizende und farbenpr\u00e4chtige Erz\u00e4hlung bekannt sein wird.<\/p>\n<p class=\"zitat\">Bei dem gro\u00dfen Mangel an sch\u00f6ngeistiger Literatur sind die B\u00fccher leicht absetzbar und erw\u00e4chst auch dem kleinsten Sortimenter bei Bezug einer Partie (11\/10) kein Risiko. Infolge der k\u00fcnstlerischen farbigen Umschl\u00e4ge aus dem Schaufenster spielend zu verkaufen.<a href=\"#_ftn3\" name=\"_ftnref3\"><span class=\"Reference\">[3]<\/span><\/a><\/p>\n<p>Die 2. Auflage (6.- 10. Tsd.) konnte bereits Mitte M\u00e4rz 1919 erscheinen. Im April k\u00fcndigte der Verlag zwei weitere B\u00e4nde dieser Reihe an, und zwar <em>Liebesm\u00e4ren <\/em>mit drei Novellen von Otto H\u00f6del, Karl Bienenstein und Emil Hadina sowie Paul Bussons <em>Seltsame Geschichten. <\/em>Umschlagzeichnung und Buchschmuck besorgte jeweils Rudolf Posch, Graz.<a href=\"#_ftn4\" name=\"_ftnref4\"><span class=\"Reference\">[4]<\/span><\/a><\/p>\n<p>Mehr B\u00e4nde in dieser Reihe sind nicht erschienen, wohl aber kam es 1918\/19 zur Verlegung einer Reihe von belletristischen Werken wie z.B.:<\/p>\n<p class=\"zitat\">J.H. K\u00f6nigsfeld, <em>Jan Derriksens Dienstjahr. Roman.<br \/>\n<\/em>Gerard, <em>Die lockende Stadt. Roman<\/em>. (Umschlagzeichnung nach Entw\u00fcrfen Professor L.H. Jungnickels, Wien)<br \/>\nVolkmar Iro, <em>Marietta. Ein G\u00f6rzer Roman<\/em>.<br \/>\nRobert Nagel, <em>Immer ist Sonntag. Roman<\/em>.<a href=\"#_ftn5\" name=\"_ftnref5\"><span class=\"Reference\">[5]<\/span><\/a><\/p>\n<p>Trotz dieser Versuche, zu diesem Zeitpunkt auch Belletristik in das Verlagsprogramm miteinzuschlie\u00dfen und trotz der Tatsache, da\u00df der Verlag auch nach dem Zweiten Weltkrieg nicht ganz auf Belletristik verzichtete, ist eine ausf\u00fchrliche Darstellung der Verlagst\u00e4tigkeit nicht notwendig, weil es sich im Fall Belletristik hier nur um eine nicht kontinuierlich gepflegte Sparte handelt.<\/p>\n<h3><a class=\"none\" name=\"Heading1\"><\/a> Anmerkungen<\/h3>\n<p class=\"Note\"><a href=\"#_ftnref1\" target=\"text\" name=\"_ftn1\">[1]<\/a> Verfasser st\u00fctzt sich hier ausschlie\u00dflich auf die firmeneigene Darstellung der Geschichte in: <em>Festnummer der \u00d6sterr.-Ungar. Buchh\u00e4ndler-Correspondenz<\/em>, Wien 1910, II. Teil, S. 93 f.<\/p>\n<p class=\"Note\"><a href=\"#_ftnref2\" target=\"text\" name=\"_ftn2\">[2]<\/a> <em>BC<\/em>, Nr. 38, 18.9.1918, S. 442.<\/p>\n<p class=\"Note\"><a href=\"#_ftnref3\" target=\"text\" name=\"_ftn3\">[3]<\/a> Ebenda.<\/p>\n<p class=\"Note\"><a href=\"#_ftnref4\" target=\"text\" name=\"_ftn4\">[4]<\/a> <em>BC<\/em>, Nr. 18, 30.4.1919, S. 260.<\/p>\n<p class=\"Note\"><a href=\"#_ftnref5\" target=\"text\" name=\"_ftn5\">[5]<\/a> Laut Verlagsanzeigen in der <em>BC <\/em>wie in Anzeigenteilen der einzelnen B\u00fccher. Auf eine vollst\u00e4ndige Anf\u00fchrung wird bewu\u00dft verzichtet, da der Verlag Jos. A. Kienreich nicht als belletristischer Verlag angesehen werden kann und hier lediglich auf die Bestrebungen, bewu\u00dft \u00f6sterreichische Autoren zu verlegen, hingewiesen werden sollte.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Verlag Jos. A. Kienreich (Graz-Wien-Leipzig) [1] Da\u00df es am Anfang der jungen Republik Bestrebungen gab, jungen \u00f6sterreichischen Autoren die M\u00f6glichkeit zur Publikation zu geben, l\u00e4\u00dft sich an einigen Beispielen zeigen, wie etwa Ed. Strache Verlag, Wila-Verlag, Lyra-Verlag usw. Es kam aber auch vor, da\u00df alteingesessene Verlage Gleiches initiierten, so z.B.\u2026<\/p>\n<p> <a class=\"continue-reading-link\" href=\"http:\/\/verlagsgeschichte.murrayhall.com\/?page_id=339\"><span>Continue reading<\/span><i class=\"crycon-right-dir\"><\/i><\/a> <\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"parent":149,"menu_order":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","template":"","meta":{"footnotes":""},"class_list":["post-339","page","type-page","status-publish","hentry"],"_links":{"self":[{"href":"http:\/\/verlagsgeschichte.murrayhall.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages\/339","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"http:\/\/verlagsgeschichte.murrayhall.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages"}],"about":[{"href":"http:\/\/verlagsgeschichte.murrayhall.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/page"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/verlagsgeschichte.murrayhall.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/verlagsgeschichte.murrayhall.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=339"}],"version-history":[{"count":7,"href":"http:\/\/verlagsgeschichte.murrayhall.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages\/339\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":2536,"href":"http:\/\/verlagsgeschichte.murrayhall.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages\/339\/revisions\/2536"}],"up":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/verlagsgeschichte.murrayhall.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages\/149"}],"wp:attachment":[{"href":"http:\/\/verlagsgeschichte.murrayhall.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=339"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}