{"id":375,"date":"2015-09-06T09:20:30","date_gmt":"2015-09-06T07:20:30","guid":{"rendered":"http:\/\/verlagsgeschichte.murrayhall.com\/?page_id=375"},"modified":"2016-12-31T16:03:47","modified_gmt":"2016-12-31T14:03:47","slug":"adolf-luser-verlag","status":"publish","type":"page","link":"http:\/\/verlagsgeschichte.murrayhall.com\/?page_id=375","title":{"rendered":"Adolf Luser Verlag"},"content":{"rendered":"<h3>Adolf Luser Verlag (Eckardt-Verlag Adolf Luser, Wiener Verlagsges.m.b.H.) (Wien-Leipzig) <a href=\"#_ftn1\" name=\"_ftnref1\"><span style=\"font-size: 0.7em; vertical-align: top;\">[1]<\/span><\/a><\/h3>\n<h6><\/h6>\n<ul class=\"overview\">\n<li class=\"overview\"><a class=\"none\" href=\"#Heading1\" target=\"_self\">Der Adler<\/a><\/li>\n<li class=\"overview\"><a class=\"none\" href=\"#Heading2\" target=\"_self\">Die Produktion<\/a><\/li>\n<\/ul>\n<p><a href=\"http:\/\/verlagsgeschichte.murrayhall.com\/wp-content\/uploads\/2015\/09\/Adolf-Luser.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft wp-image-1280\" src=\"http:\/\/verlagsgeschichte.murrayhall.com\/wp-content\/uploads\/2015\/09\/Adolf-Luser.jpg\" alt=\"Adolf Luser Signet\" width=\"180\" height=\"208\" srcset=\"http:\/\/verlagsgeschichte.murrayhall.com\/wp-content\/uploads\/2015\/09\/Adolf-Luser.jpg 294w, http:\/\/verlagsgeschichte.murrayhall.com\/wp-content\/uploads\/2015\/09\/Adolf-Luser-260x300.jpg 260w, http:\/\/verlagsgeschichte.murrayhall.com\/wp-content\/uploads\/2015\/09\/Adolf-Luser-130x150.jpg 130w\" sizes=\"auto, (max-width: 180px) 100vw, 180px\" \/><\/a>Nach 1933\/34 waren v\u00f6lkisch-national ausgerichtete Verlage in \u00d6sterreich zumindest der Zahl, wenn nicht auch der Bedeutung nach, in der Mehrzahl. Bei keinem dieser Verlage (Verlag &#8222;Das Bergland-Buch&#8220;, Augarten-Verlag, S.L. Gerstel, Krystall-Verlag usw.) lag das Nahverh\u00e4ltnis zum Nationalsozialismus, zur (illegalen) NS-Bewegung in \u00d6sterreich so klar auf der Hand wie beim Adolf Luser Verlag. Die Materiallage l\u00e4\u00dft es allerdings nicht zu, diese Verbindungen in allen Einzelheiten zu dokumentieren, aber die verf\u00fcgbaren Unterlagen reichen sehr wohl aus, um sich von der Ideologie des Verlags ein Bild zu machen.<\/p>\n<p>Der Adolf Luser Verlag (bzw. Eckart-Verlag Adolf Luser) entstand aus dem v\u00f6lkisch-nationalen Dunstkreis des 1880 gegr\u00fcndeten &#8222;Deutschen Schulvereins Wien bzw. S\u00fcdmark&#8220; und wurde zu einer Heimst\u00e4tte f\u00fcr &#8222;s\u00fcdostdeutsche Dichter der Gegenwart&#8220;. Der Deutsche Schulverein setzte sich zur Aufgabe, die Wohlfahrt des deutschen Volkes im In- und Ausland zu f\u00f6rdern. Der am 8. Oktober 1886 in M\u00e4hrisch-Lotschnau, C.S.R. geborene Adolf Luser war als Gesellschafter und Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer der Buchhandlung der OHG &#8222;Deutscher Schulverein und Gesellschaft&#8220; in Wien 8., Fuhrmanngasse 18a t\u00e4tig, die am 27.11.1922 ihre Konzession erhielt. Der Firmenname lautete &#8222;Eckart Verlag und Eckart-Buchhandlung&#8220;. Im September 1925 wandte sich Luser an die Standesvertretung, um seine Firma inkorporieren zu lassen. Dies stellte zugleich den ersten Schritt in Richtung handelsgerichtlicher Protokollierung dar. Gleichzeitig legte die OHG Deutscher Schulverein und Gesellschaft ihre Konzession zugunsten Adolf Lusers zur\u00fcck. Vor der Protokollierung baute Luser sein Gesch\u00e4ftsimperium aus: er \u00fcbernahm die Druckerei Werthner, Schuster &amp; Co. A.G. in Wien.<a href=\"#_ftn2\" name=\"_ftnref2\"><span class=\"Reference\">[2]<\/span><\/a> Die 1925 neubestellten Vorstandsmitglieder dieser Firma deuten auf die ideologische Ausrichtung hin: Verleger Adolf Luser pers\u00f6nlich, der Schriftsteller Dr. Erich August Mayer (vom 1927 gebildeten und durch seinen Arierparagraphen gen\u00fcgend gekennzeichneten Verein &#8222;Eckart-Bund zur F\u00f6rderung der sch\u00f6nen K\u00fcnste&#8220;)<a href=\"#_ftn3\" name=\"_ftnref3\"><span class=\"Reference\">[3]<\/span><\/a>, Annemarie Luser, Dr. Alexander Schilling (Verfasser einer Geschichte der nationalsozialistischen Bewegung in \u00d6sterreich, mit Anhang: &#8222;Hitler in \u00d6sterreich&#8220;, 1933) und Marie Katzer. 1928 trat Ing. Karl Maria Grimme, 1934 der nationale Schriftsteller Erwin Stranik, 1935 Dr. Alfred Luser in den Vorstand.<\/p>\n<p>Lusers Verlag und Buchhandlung wurde schlie\u00dflich am 22. Juni 1926 unter Register A, Band 61, pagina 215a ins Wiener Handelsregister eingetragen. Als Einzelprokuristin scheint Marie Katzer auf.<\/p>\n<h3><a class=\"none\" name=\"Heading1\"><\/a> Der Adler<\/h3>\n<p>Im Jahre 1933 kam es in Wien zu einer Unzahl von Zeitungsneugr\u00fcndungen und -neuerscheinungen nationaler bzw. nationalsozialistischer Provenienz. Sie mu\u00dften alle ihr Erscheinen entweder aus politischen oder finanziellen Gr\u00fcnden allerdings bald wieder einstellen. Am 7. Juli1933 erschien z.B. erstmals dieTageszeitung <em>Der Adler. <\/em>Untertitel: Unabh\u00e4ngiges Tagblatt f\u00fcr bodenst\u00e4ndige Politik und Kultur. Eigent\u00fcmer, Herausgeber und Verleger war niemand anderer als Adolf Luser. Verantwortlicher Schriftleiter war Hans Pro\u00dfnitz, und der Satz stammte von der Werthner, Schuster &amp; Co. A.G. Hinter dieser Zeitung stand nominell der &#8222;Eckart-Verlag&#8220;, und das Zielpublikum &#8211; eben jene, an die der erste Leitartikel mit Erl\u00e4uterung der Blattlinie gerichtet ist &#8211; bildeten die Leser des <em>Getreuen Eckart. <\/em>Dazu Verlagsdirektor Luser:<\/p>\n<p class=\"zitat\">Zu wiederholten Malen sind die Leser des &#8222;Getreuen Eckart&#8220; an uns mit der Frage herangetreten, warum denn der &#8222;Getreue Eckart&#8220; nicht auch gelegentlich in die Tagesereignisse mit Rat und Tat eingreife, um seinen Lesern den schwierigen Weg durch die Wirrnis unserer Tage zu erleichtern. Lange Jahre haben wir gez\u00f6gert, diesen Wunsch unserer Leserschaft zu erf\u00fcllen Nun aber, da sich die Ereignisse \u00fcberst\u00fcrzen, da es immer schwieriger wird, sich einen sicheren \u00dcberblick \u00fcber den Lauf der Ereignisse zu verschaffen, f\u00fchlen wir geradezu eine innere Verpflichtung, diesem vielfach ge\u00e4u\u00dferten Wunsch unserer Leserschaft entgegenzukommen. Wir haben uns entschlossen mit dem heutigen Tage eine Tageszeitung herauszugeben, die zu allen bedeutsamen Fragen rasch, aber trotzdem ernst und verantwortungsvoll Stellung nehmen soll.<\/p>\n<p class=\"zitat\">Wer den &#8222;Getreuen Eckart&#8220; kennt, der wei\u00df, da\u00df wir unsere Arbeit nicht leicht gemacht haben, da\u00df wir sorgf\u00e4ltig abgewogen und gesiebt haben, was uns an vielf\u00e4ltigen Anregungen ins Haus gekommen ist; er wei\u00df, da\u00df wir das Echte und Wahre, das Dauernde und Verl\u00e4\u00dfliche dem gl\u00e4nzenden Erfolg des Augenblickes vorgezogen haben. So wollen wir es auch mit unserer neuen Zeitung halten. (&#8230;) Die Zeitung wurde von uns &#8222;Der Adler&#8220; genannt. Wir haben diesen Namen gew\u00e4hlt, weil sie sich gleich dem Adler \u00fcber das Kleinliche des Alltags, \u00fcber die Wirrnisse unserer Zeit erheben soll in jene H\u00f6hen, aus denen der Blick frei und klar in die Zukunft fliegt, in der gro\u00df und geheimnisvoll das Schicksal unseres Volkes ruht. (&#8230;) Eckart-Verlag<\/p>\n<p>Die Luser-Zeitung erlebte ganze 19 Folgen und wurde am 26. Juli mit einer &#8222;Extra-Ausgabe&#8220; eingestellt. Der Umfang schwankte zwischen vier und 16-20 Seiten (Sonntagsausgabe). Das Blatt verstand sich nuanciert als &#8222;allgemeinnational&#8220; und nicht als nationalsozialistisch, m\u00f6gen die semantischen und tats\u00e4chlichen Grenzen auch noch so flie\u00dfend sein. Es war jedenfalls bem\u00fcht, sich verbal von der \u00fcbrigen NS-Presse zu distanzieren und sah sich als &#8222;ein deutsches, nationalgerichtetes arisch bodenst\u00e4ndiges Blatt&#8220; (Folge 7, 13.7.33):<\/p>\n<p class=\"zitat\">Wir k\u00e4mpfen mit offenem Visier. Der Name des Herausgebers, des Begr\u00fcnders des &#8222;Getreuen Eckart&#8220;, die Namen der zahlreichen Mitarbeiter, die seit Jahrzehnten in hervorragenden Stellungen des nationalen und \u00f6ffentlichen Lebens \u00d6sterreichs stehen und nationale Taten bereits gesetzt haben, sie b\u00fcrgen f\u00fcr die Reinheit unserer Sache.<\/p>\n<p class=\"zitat\">Unsere Sendung geht dahin, uns \u00fcber den Kleinkrieg der Parteien zu erheben und die gro\u00dfen Richtlinien deutscher Politik, Kultur und Wirtschaft wahrzunehmen, keiner Partei h\u00f6rig zu sein, aber jeder zu dienen, die es ehrlich gut meint mit unserem Ostmarkdeutschtum. F\u00fcr diese Ideale ist seit zehn Jahren der &#8222;Getreue Eckart&#8220; eingetreten, auf seinem Werk bauen wir weiter auf.<\/p>\n<p>Lusers kurzlebiger Feldzug durch die Zeitungslandschaft wurde nicht von allen Gesinnungsgenossen gleicherma\u00dfen goutiert. Die beiden Zeitungen zu Gunsten des &#8222;Ostmarkdeutschtums&#8220; sorgten insofern f\u00fcr Aufregung, als es zwischen Alfred Frauenfeld, dem Gauleiter der bereits illegalen NSDAP, die traditionell sowohl vor als auch nach dem &#8222;Anschlu\u00df&#8220; durch Personalfragen gespalten war, und Adolf Luser zu einer Reiberei kam. Diese f\u00fchrte auch dazu, da\u00df Lusers j\u00fcngerer Weggef\u00e4hrte Erich August Mayer seine Funktion als Schriftleiter im Verlag im Sommer 1933 aufgab. Dazu Mayer:<\/p>\n<p class=\"zitat\">Im Jahre 1932 trat ich der NSDAP bei und suchte die Gedanken der Partei in meinem gesamten Schaffen zu vertreten. Im Sommer 1933 geriet w\u00e4hrend meiner Abwesenheit (ich verlebte damals meinen ausnahmsweise siebenw\u00f6chigen Urlaub) der Besitzer des Eckart-Verlages wegen Herausgabe von Zeitungen in einen scharfen Gegensatz zum damaligen Gauleiter von Wien, Frauenfeld. Als ich vom Urlaub zur\u00fcckkehrte, war die Lage so gespannt, da\u00df alle im Verlag besch\u00e4ftigten Parteimitglieder den Befehl erhielten, aus dem Verlag auszutreten. Meine Vermittlungsversuche scheiterten, ich mu\u00dfte dem Gebot der Partei Folge leisten und das Werk, auf das ich sehr stolz war, verlassen. (&#8230;)<a href=\"#_ftn4\" name=\"_ftnref4\"><span class=\"Reference\">[4]<\/span><\/a><\/p>\n<p>Mayer kehrte erst einige Jahre sp\u00e4ter wieder in den Verlag zur\u00fcck.<\/p>\n<p>Im <em>Adler <\/em>pflegte Luser auch zeitgen\u00f6ssische Literatur und zeigte eine Vorliebe f\u00fcr seine Verlagsautoren. Hier schrieben u.a. Erwin Stranik, Max Morold, Maria Grengg, Karl Maria Grimme, Josef Weinheber, Arthur Fischer-Colbrie. Vorstandsmitglied Erich August Mayer steuerte einen nie vollendeten Fortsetzungsroman bei. Auf den <em>Adler <\/em>sollte &#8222;das Nachmittagsblatt der nationalen Bev\u00f6lkerung&#8220; <em>Die Sendung <\/em>folgen.<\/p>\n<p>Einige Wochen nach Einstellen des <em>Adlers <\/em>trat Luser neuerlich als Zeitungsherausgeber hervor. Diesmal hie\u00df das Blatt einfach <em>Ostmark. Unabh\u00e4ngiges Tagblatt f\u00fcr Politik und Kultur, <\/em>und seine erste Nummer erschien am 1. September 1933. Noch im selben Monat &#8211; am 30. September &#8211; erfolgte die &#8222;Derni\u00e8re&#8220;, aus Gr\u00fcnden, die leicht auszudenken sind: &#8220; &#8230; unvorhergesehene, pl\u00f6tzlich eingetretene Hindernisse zwingen uns &#8230;&#8220;<\/p>\n<p>Auch hier versuchte Luser einen Leserkreis aus <em>Getreue Eckart-<\/em>Treuen zu rekrutieren, wobei auff\u00e4llt, da\u00df entsprechende Hinweise im <em>Getreuen Eckart <\/em>nicht zu finden waren. Hier ein Auszug aus der redaktionellen Notiz &#8222;Unser Panier&#8220; in der ersten Folge:<\/p>\n<p class=\"zitat\">(&#8230;) Aber Politik soll eben nicht Gesch\u00e4ft sein, sondern eine sittliche Pflicht, der man zu gehorchen hat, wenn man die Sendung in sich f\u00fchlt.<br \/>\nDas ist der sittliche Beweggrund, der den &#8222;Eckart-Verlag&#8220; veranla\u00dft, von der h\u00f6heren Warte einer Monatsschrift herabzusteigen und in der Arena der Tagespolitik mitzuk\u00e4mpfen. Wir k\u00e4mpfen nicht getarnt durch ein Visier, wir k\u00e4mpfen nicht unter falschem Feldzeichen.<br \/>\nUnsere Fahne flattert seit zehn Jahren \u00fcber \u00f6sterreichischem Land. &#8222;Der getreue Eckart&#8220; hat sich in diesen zehn Jahren nicht nur einen Namen gemacht, sondern ein gro\u00dfes ideales Programm verwirklicht. (&#8230;)<br \/>\nWir w\u00e4hlten f\u00fcr unser Blatt den Namen &#8222;Ostmark&#8220;, weil in diesem Namen zugleich ein Programm enthalten ist. Das heutige \u00d6sterreich, was ist es anders als die alte Ostmark.<br \/>\n(&#8230;)<br \/>\nIndem wir uns zur Ostmark bekennen, bekennen wir uns zugleich zu unserem gr\u00f6\u00dferen Vaterland &#8211; zu Deutschland.<\/p>\n<p>Die <em>Ostmark <\/em>hatte einen l\u00e4ngeren Wunschzettel; sie verlangte<\/p>\n<p class=\"zitat\">unerbittlichen Kampf gegen die beiden inneren Erbfeinde des deutschen Volkes, des positiven Christentums und der arischen Kultur \u00fcberhaupt, verlangen Kampf gegen den zersetzenden Marxismus und das parasit\u00e4re Judentum. (&#8230;) An ihrer Stelle fordern wir eine einheitliche, national-christliche, antimarxistische und antisemitische Front. (&#8230;)<\/p>\n<p>Klare Vorstellungen also f\u00fcr die &#8222;nationalgesinnte Bev\u00f6lkerung \u00d6sterreichs&#8220;! Wie beim <em>Adler <\/em>bot Luser Lesern der <em>Ostmark <\/em>auch literarische Kost von &#8222;nationalen&#8220; Autoren wie Robert Hohlbaum, Maria Grengg, Erwin Stranik, Bruno Brehm, Karl Maria Grimme und Karl Wache (Kampfbund f\u00fcr deutsche Kultur). E.A. Mayer trat wieder gl\u00fccklos mit einem (unvollendeten) Fortsetzungsroman in Erscheinung. Unter den literarischen Mitarbeitern f\u00e4llt einer besonders auf, der noch wichtige Staats\u00e4mter bekleiden wird: Hans von Hammerstein-Equord.<a href=\"#_ftn5\" name=\"_ftnref5\"><span class=\"Reference\">[5]<\/span><\/a> Kurz vor dem erzwungenen Einstellen begann die <em>Ostmark <\/em>eine Reihe <em>Junge \u00f6sterreichische Dichtung. <\/em>Als ersten stellte man Friedrich Sacher vor. Besonders heftig griff man in die Debatte um die PEN-Klub-Spaltung ein (&#8222;Gr\u00fcndet die \u00f6sterreichische Gruppe des deutschen Pen-Klubs! Ein Zur\u00fcck der nationalen Schriftsteller gibt es nicht mehr!&#8220; (Folge 5, 6.9.33, 6) und rief zu einem Verband nationaler Schriftsteller auf: &#8222;Arische Schriftsteller \u00d6sterreichs vereinigt euch.&#8220;<\/p>\n<p>Etwa zwei Jahre sp\u00e4ter war Luser auf dem \u00f6sterreichischen Zeitschriftenmarkt wieder aktiv: ab November1935 erschien <em>Lebendige Dichtung. \u00d6sterreichische Monatshefte f\u00fcr Deutsches Schrifttum <\/em>im Adolf Luser Verlag. Die Herstellung erfolgte in der angeschlossenen Druckerei Werthner, Schuster &amp; Co. A.G. Im September 1936 stellte <em>Lebendige Dichtung <\/em>ihr Erscheinen ein.<a href=\"#_ftn6\" name=\"_ftnref6\"><span class=\"Reference\">[6]<\/span><\/a><\/p>\n<p>Die zweite wesentliche Ver\u00e4nderung im Handelsregister erfolgte nach der Ersteintragung 1926 erst im Jahre 1937: am 3. Dezember wurde der Firmawortlaut offiziell in &#8222;Adolf Luser Verlag&#8220; umge\u00e4ndert. Betriebsgegenstand war nun statt Buchhandel und Verlag Verlagsbuchhandel mit Ausschlu\u00df des offenen Ladengesch\u00e4ftes.<\/p>\n<p>\u00c4nderungen in den Besitzverh\u00e4ltnissen des Adolf Luser Verlags d\u00fcrften nun bereits zu diesem Zeitpunkt im Gange gewesen sein. Unmittelbar nach dem &#8222;Anschlu\u00df&#8220; bekam der Verlag einen neuen Inhaber. Warum sich ein Besitzerwechsel vollzog, ist nicht genau feststellbar, doch sprechen einige Indizien daf\u00fcr, da\u00df der Verlag in finanziellen Schwierigkeiten steckte <a href=\"#_ftn7\" name=\"_ftnref7\"><span class=\"Reference\">[7]<\/span><\/a> und da\u00df nach \u00dcberlegungen nationalsozialistischer Kreise der Adolf Luser Verlag so etwas wie ein \u00f6sterreichischer Eher-Verlag werden k\u00f6nnte. Fest steht jedenfalls, da\u00df man hiebei nicht gerade die f\u00e4higsten bzw. geeignetsten Kr\u00e4fte aussuchte, sondern danach urteilte, ob sie &#8222;verdiente Parteigenossen&#8220; (der illegalen Zeit) gewesen seien.<\/p>\n<p>Am 5. Juli 1938 wurde der bisherige Inhaber Adolf Luser aus dem Handelsregister gel\u00f6scht; daf\u00fcr- wurden ein gewisser Karl Konrad Bauer als neuer Besitzer sowie Josef Walter Pollak und Franz Schl\u00f6gel als Einzelprokuristen eingetragen. Der Verlag wurde an Bauer verkauft, soda\u00df sich die Frage erhebt, wie dies vor sich ging und welche Eignung der Neo-Verleger gehabt haben mag. (Er interessierte sich auch f\u00fcr den Paul Zsolnay Verlag.) Daher soll auf seine Biographie n\u00e4her eingegangen werden. Bauer, am 8. M\u00e4rz 1910 in Wien geboren und zum Zeitpunkt des &#8222;Kaufes&#8220; ganze 28 Jahre alt, hatte sich &#8211; wie aus seinem Lebenslauf f\u00fcr die RSK hervorgeht &#8211; seit seinem 14. Lebensjahr in \u00fcberzeugender Weise f\u00fcr die NS-Causa in \u00d6sterreich &#8222;verdient&#8220; gemacht: Seit 1924 im Deutschen Turnerbund und Deutschen Schulverein S\u00fcdmark t\u00e4tig. 1928 Dietwart eines Wiener Vereines (Schulungsleiter), 1929 eines Bezirkes, 1931 von Wien. &#8222;An der Spitze eines jungen Amtswalterkreises ist es mir gelungen, innerhalb kurzer Zeit die Wiener Vereine immer st\u00e4rker in den Dienst der nationalsozialistischen Bewegung zu stellen.&#8220; 1936: &#8222;Zeitungsleiter&#8220; des Turnerbundes und ehrenamtlicher Leiter der Buchhandlung des Deutschen Turnerbundes. Ab Nr. 1 1937 (und bis Mitte Mai 1938) verantwortlicher Schriftleiter von <em>Der Turner. <\/em>Wochenblatt des Deutschen Turnerbundes. Er wurde 1931 Mitglied der NSDAP und im gleichen Jahr an den Nationalsozialistischen Deutschen Studentenbund \u00fcberstellt, arbeitete in dessen Auftrag als Kulturamtsleiter und sp\u00e4ter als Au\u00dfenamtsleiter in der deutschen Studentenschaft (Kreis VIII, Deutsch\u00f6sterreich) und war Mitglied der illegalen Kreisf\u00fchrung bis zum Fr\u00fchjahr 1938. &#8222;Vor\u00fcbergehend arbeitete ich am Aufbau des legalen NSDATB als Leiter der Abteilung ,Politische Erziehung&#8220; mit.&#8220;<\/p>\n<p>Die eigene Begr\u00fcndung daf\u00fcr, wie Bauer zum Luser-Verlag kam, ist verbl\u00fcffend:<\/p>\n<p class=\"zitat\">Nachdem ich bereits seit dem Jahre 1936 als ehrenamtlicher Leiter der Buchhandlung des Deutschen Turnerbundes sehr viel fachlich gearbeitet hatte, entschied ich mich, vor die Berufswahl gestellt, f\u00fcr die \u00dcbernahme der Betriebsf\u00fchrung des Adolf Luser Verlages.<\/p>\n<p>Da bleibt noch einiges unzureichend gekl\u00e4rt, soda\u00df die Vermutung berechtigt ist, da\u00df Bauer als Strohmann, und zwar als Strohmann f\u00fcr den Gauleiter f\u00fcr Wien, Odilo Globocnik, hervortrat. Dazu Bauer:<\/p>\n<p class=\"zitat\">Im Fr\u00fchjahr 1938 konnte ich als Bundesdietwart in engster Verbindung mit dem F\u00fchrerkreis Klausner, Rainer und Globocnik alle Kr\u00e4fte des Bundes f\u00fcr die Bewegung mobilisieren. Nach dem Umbruch ernannte mich der Reichssportf\u00fchrer zum Gaudietwart des Gaues XVII, Ostmark, des Deutschen Reichsbundes f\u00fcr Leibes\u00fcbungen.<a href=\"#_ftn8\" name=\"_ftnref8\"><span class=\"Reference\">[8]<\/span><\/a><\/p>\n<p>\u00dcber die finanzielle Seite dieser \u00dcbernahme schreibt Gerhard Botz:<\/p>\n<p class=\"zitat\">Der von Globocnik veranla\u00dfte Ankauf und die Finanzierung des von der Aufl\u00f6sung bedrohten Adolf-Luser-Verlages hatte die NSDAP den Betrag von RM 666.333,33 gekostet, bis der Gauleiter schlie\u00dflich Ende J\u00e4nner 1939 abgesetzt wurde.<a href=\"#_ftn9\" name=\"_ftnref9\"><span class=\"Reference\">[9]<\/span><\/a><\/p>\n<p>Globocnik hatte &#8211; so Botz unter Berufung auf einschl\u00e4gige Archivunterlagen &#8211;<\/p>\n<p class=\"zitat\">den weitgesteckten Plan verfolgt, sich ein kleines Presseimperium zu schaffen. Dabei sollte der Adolf-Luser-Verlag, der neben anderen deutsch-v\u00f6lkischen Zeitschriften den &#8222;getreuen Eckart&#8220; verlegt hatte, mit einem ehemals j\u00fcdischen Modeverlag (&#8222;Societ\u00e4t-Graphik&#8220; ) unter Beteiligung der DAF zu einem lebensf\u00e4higen Verlag verschmolzen werden und weithin auch auf die Deutschen S\u00fcdosteuropas ausstrahlen. (ebda.)<\/p>\n<p>Stichwort &#8222;Beteiligung der DAF&#8220;: Die Deutsche Arbeitsfront war die Gewerkschaftsorganisation des Dritten Reiches. Wie aus dem Akt Adolf Luser Verlag der RSK Wien hervorgeht, war die DAF mehr als blo\u00df &#8222;beteiligt&#8220;. So hei\u00dft es z.B. in einem Schreiben des kommissarischen Gesch\u00e4ftsf\u00fchrers der RSK Landesleitung Wien, Gruppe Buchhandel, an den Reichsstatthalter in Wien vom 14. Juni 1940:<\/p>\n<p class=\"zitat\">Der Verlag selbst ist ein Unternehmen der Deutschen Arbeitsfront; es ist im Hinblick auf seine kulturelle Leistung und die Auswahl seiner Mitarbeiter keinerlei Bedenken zu \u00e4u\u00dfern. (Gremium\/Luser)<\/p>\n<p>In einem weiteren Schreiben vom 20. Juni 1940 hei\u00dft es auf entsprechende Anfrage des Reichsstatthalters:<\/p>\n<p class=\"zitat\">Der Adolf Luser-Verlag ging nach dem Umbruch im M\u00e4rz 1938 in die H\u00e4nde des Herrn Karl Bauer, Wien 13., Melchartgasse 37 \u00fcber und von diesem laut Bescheid (&#8230;) vom 1.3.1940 auf die Adolf Luser Verlag Ges.m.b.H., deren Inhaber der Verlag der Deutschen Arbeitsfront und der Buchmeister-Verlag sind, \u00fcber. Karl Bauer wurde zum Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer bestellt.<a href=\"#_ftn10\" name=\"_ftnref10\"><span class=\"Reference\">[10]<\/span><\/a><\/p>\n<p>Am 5. J\u00e4nner 1941 ist davon die Rede, da\u00df &#8222;deren s\u00e4mtliche Gesch\u00e4ftsanteile der DAF geh\u00f6ren&#8220;.<a href=\"#_ftn11\" name=\"_ftnref11\"><span class=\"Reference\">[11]<\/span><\/a><\/p>\n<p>Aber im Verlag war noch alles in Flu\u00df: das Nahverh\u00e4ltnis zur DAF machte sich in weiteren Entwicklungen im Fr\u00fchjahr 1941 bemerkbar. Im J\u00e4nner richtete der am 4.1.1909 geborene, also 31j\u00e4hrige Ernst Sopper ein Schreiben an die RSK Landesleitung \u00d6sterreich zu Hd. Pg. Edgar Traugott, in dem er diesen bittet, davon Kenntnis zu nehmen,<\/p>\n<p class=\"zitat\">da\u00df ich mit 1.1. d.J. die Betriebsf\u00fchrung der Adolf Luser-Verlag G.m.b.H., Wien, \u00fcbernommen habe.<a href=\"#_ftn12\" name=\"_ftnref12\"><span class=\"Reference\">[12]<\/span><\/a><\/p>\n<p>Sopper war Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer, sein Vorg\u00e4nger sollte den Verlag &#8222;f\u00fchren&#8220; und &#8222;leiten&#8220;. Obwohl weder gelernter Buchh\u00e4ndler noch Buchdrucker, konnte Sopper die RSK Mitgliedschaft f\u00fcr den Buchhandel vorweisen (B III\/1 3819), aber er hatte wie sein Kompagnon Bauer eine Karriere sowohl hinter als auch vor sich. Seit seinem 14. Lebensjahr geh\u00f6rte er der NS-Jugendbewegung an. Nach Gauakt Nr. 28.243 war er seit 1928 (mit 19 Jahren) Parteigenosse mit der Nummer 83.612.<a href=\"#_ftn13\" name=\"_ftnref13\"><span class=\"Reference\">[13]<\/span><\/a> 1933 und 1935 wurde er wegen Bet\u00e4tigung f\u00fcr die NSDAP in Wien verhaftet; er war seit 10.9.1939 Inhaber des goldenen Ehrenzeichens der HJ und Tr\u00e4ger der Dienstauszeichnung der NSDAP in Bronze und Silber seit 5. M\u00e4rz 1941 gewesen. Mit einem Wort: er war verdienter Parteigenosse und bisher Leiter bzw. Gauleiter der Zweigstelle Wien des Verlages der DAF und gleichzeitig der Zweigstelle Ostmark der B\u00fcchergilde Gutenberg. Wie aus einem Schreiben des Landesobmannstellvertreters der RSK Wien, Hans Knoll, aus dem Oktober 1944 an den Reichsf\u00fchrer SS hervorgeht, ist Sopper &#8222;zum Buche selbst erst in der Verbotszeit in Beziehung getreten, dadurch, da\u00df er in den illegalen Kreisen Abnehmer f\u00fcr die B\u00fcchergilde geworben hat&#8220;. Unmittelbar nach dem Eintritt Soppers in die Adolf Luser Ges.m.b.H. kam es zu einer Ver\u00e4nderung: die DAF gab den in ihren H\u00e4nden befindlichen Verlag in Privatbesitz zur\u00fcck. Bauer und Sopper erstanden den Verlag und gaben Ende M\u00e4rz 1941 bekannt,<\/p>\n<p class=\"zitat\">da\u00df der Adolf Luser Verlag Wien-Leipzig und die diesem angeschlossene Druckerei Werthner, Schuster &amp; Co. den Namen ge\u00e4ndert haben und von nun an den Titel WIENER VERLAGSGESELLSCHAFT m.b.H. f\u00fchren.<a href=\"#_ftn14\" name=\"_ftnref14\"><span class=\"Reference\">[14]<\/span><\/a><\/p>\n<p>Der ehemalige Adolf Luser Verlag und die nunmehrige Wiener Verlagsgesellschaft m.b.H. genossen nach Ausbruch des Weltkriegs eine gewisse Sonderstellung, zumindest eine Zeitlang. Im Herbst 1939 galt der Adolf Luser Verlag \u00fcber Ansuchen des Reichsministers f\u00fcr Volksaufkl\u00e4rung und Propaganda als &#8222;W-Betrieb&#8220;, als einer, der kriegswirtschaftlich wichtig war und daher bei Materiallieferungen bevorzugt zu behandeln sei. Die Firma wurde allerdings im selben Jahr als &#8222;W-Betrieb&#8220; wieder gestrichen und an die Bedarfsstelle II. Ordnung verwiesen. Dennoch machte sich die RSK Wien f\u00fcr den Adolf Luser Verlag im Juli 1940 stark: zu dieser Zeit war &#8222;der Luser Verlag bereits in allergr\u00f6\u00dfte Schwierigkeiten bei der Material- und Transportmittelbeschaffung geraten&#8220;, was den Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer der RSK dazu veranla\u00dfte, &#8222;auf die Wichtigkeit des Luser Verlages f\u00fcr die gesamte politische Arbeit im S\u00fcdosten zu verweisen&#8220; (17.8.1940).<\/p>\n<p>\u00c4hnlich verhielt es sich im Fr\u00fchjahr 1945, als der Kampf um Wien tobte. Der &#8222;Wiener Verlag&#8220; wurde durch Fliegerangriffe sehr stark besch\u00e4digt. Dazu der Landesobmannstellvertreter in Wien, Hans Knoll:<\/p>\n<p class=\"zitat\">Er ist als kriegswichtiger Verlag vom Reichsministerium f\u00fcr Volksaufkl\u00e4rung und Propaganda anerkannt und hat vordringliche Auftr\u00e4ge zu erledigen. Die RSK bittet daher, nach den bestehenden M\u00f6glichkeiten um eheste Zuweisung von Materialien um den Geb\u00e4udeschaden zum gro\u00dfen Teil beheben zu k\u00f6nnen, damit der Betrieb wieder halbwegs einsatzf\u00e4hig wird.<a href=\"#_ftn15\" name=\"_ftnref15\"><span class=\"Reference\">[15]<\/span><\/a><\/p>\n<p>Unmittelbar nach Kriegsende kam die Firma Wiener Verlagsgesellschaft Ernst Sopper und Karl Bauer unter \u00f6ffentliche Verwaltung und Ernst Sopper in Haft. Er wurde laut Angaben seiner Gattin &#8222;am 5. Mai 1945 von den Organen einer Besatzungsmacht verhaftet&#8220;<a href=\"#_ftn16\" name=\"_ftnref16\"><span class=\"Reference\">[16]<\/span><\/a> und war vier Jahre sp\u00e4ter noch unbekannten Aufenthalts. Er wurde in absentia als schwerbelasteter Illegaler der NSDAP vor das Volksgericht gestellt und verurteilt.<a href=\"#_ftn17\" name=\"_ftnref17\"><span class=\"Reference\">[17]<\/span><\/a> Was aus Bauer wurde &#8211; er mu\u00dfte einr\u00fccken &#8211; konnte nicht ermittelt werden. 1949 ging der ehemalige Luser und nunmehrige Wiener Verlag an die Druck- und Verlagsanstalt &#8222;Vorw\u00e4rts&#8220; A.G. Seit 1970 figuriert der C. Bertelsmann Verlag f\u00fcr \u00d6sterreich als Gesellschafter.<\/p>\n<p>Der Verlagsgr\u00fcnder Adolf Luser, der nach dem &#8222;Anschlu\u00df&#8220; sogar als Herausgeber des <em>Getreuen Eckart <\/em>zur\u00fccktrat, um Bruno Brehm Platz zu machen, starb am 19. November 1941 &#8222;nach kurzem Leiden im 56. Lebensjahre&#8220;.<a href=\"#_ftn18\" name=\"_ftnref18\"><span class=\"Reference\">[18]<\/span><\/a> In einem kurzen Nachruf im <em>Neuen Wiener Tagblatt <\/em>vom 21.11.1941 wird darauf hingewiesen, da\u00df Luser &#8222;eine Reihe begabter bodenst\u00e4ndiger Schriftstellerpers\u00f6nlichkeiten&#8220; gef\u00f6rdert h\u00e4tte. Au\u00dferdem h\u00e4tte er &#8222;besonders in der illegalen Zeit wertvolle geistige Vorarbeit geleistet f\u00fcr die Heimkehr der Ostmark ins Reich&#8220; (S.4). Das kann ihm wohl niemand absprechen &#8230;<\/p>\n<h3><a class=\"none\" name=\"Heading2\"><\/a> Die Produktion<\/h3>\n<p>Unmittelbar nach dem &#8222;Anschlu\u00df&#8220; 1938 tauchte ein neuer Aspekt in der Werbung des Adolf Luser Verlags auf, den man mit &#8222;Selbstmitleid&#8220; umschreiben k\u00f6nnte:<\/p>\n<p class=\"zitat\">Unsere B\u00fccher haben in den schwersten Jahren der Unterdr\u00fcckung das Bewu\u00dftsein in der unbedingten Schicksalsgemeinschaft des Ostmark-Deutschtums mit dem Gro\u00dfdeutschen Reiche verk\u00fcndet.<a href=\"#_ftn19\" name=\"_ftnref19\"><span class=\"Reference\">[19]<\/span><\/a><\/p>\n<p>Zugleich begann man altes Vokabular aufzufrischen und neues hinzuzuf\u00fcgen, wobei der Begriff &#8222;deutscher S\u00fcdosten&#8220; sich besonderer Beliebtheit erfreute:<\/p>\n<p class=\"zitat\">Ich danke den Buchh\u00e4ndlern, da\u00df sie sich in schwerster Zeit f\u00fcr diese Werke eingesetzt haben und bitte sie, auch weiter den Einsatz f\u00fcr diese bedeutsamen B\u00fccher aus dem deutschen S\u00fcdosten nicht erlahmen zu lassen. (ebda.)<\/p>\n<p>Da\u00df die Darbietungen des Verlags vielleicht nicht nach Publikumsgeschmack waren, wurde freilich nicht ins Kalk\u00fcl gezogen. Nach der Okkupation \u00d6sterreichs gab man wieder einen repr\u00e4sentativen Verlagskatalog unter dem Titel <em>B\u00fccher aus der Ostmark <\/em>1938 heraus. Im Geleitwort werden programmatische Erkl\u00e4rungen abgegeben, die den zitierten Ausz\u00fcgen aus dem <em>Adler <\/em>bzw. der <em>Ostmark <\/em>sehr \u00e4hneln. Sie sind daher auch f\u00fcr die Verlagslinie mit oder ohne Luser aufschlu\u00dfreich:<\/p>\n<p class=\"zitat\">In den eineinhalb Jahrzehnten seines Bestehens hat unser Verlag mit seiner Arbeit durch schwere und st\u00fcrmische Jahre stets die Sendung \u00d6sterreichs als eine deutsche Sendung zu betonen gewu\u00dft. Heute, in der Zeit der Erf\u00fcllung dessen, worum der Kampf ging, senden wir unser neues B\u00fccherverzeichnis nun zum erstenmal freudig und dankerf\u00fcllten Herzens hinaus in das Gro\u00dfdeutsche Reich, da\u00df es Kunde vom Schaffen und der Leistung ostmarkdeutscher Dichter und Denker gebe.<\/p>\n<p>Die wohl bekannteste Publikation des Eckart-Verlags Adolf Luser bzw. des Adolf Luser Verlags war der bereits erw\u00e4hnte <em>Getreue Eckart. <\/em>F\u00fcr die Entstehung und Herausgabe dieser Zeitschrift waren Luser und Erich August Mayer verantwortlich. Was beide miteinander verband, war das Nahverh\u00e4ltnis zum Deutschen Schulverein S\u00fcdmark.<a href=\"#_ftn20\" name=\"_ftnref20\"><span class=\"Reference\">[20]<\/span><\/a> Mayers ihm sehr ergebene Biographin schreibt dazu:<\/p>\n<p class=\"zitat\">Nach Beendigung seines Studiums st\u00fcrzte sich Mayer in das kulturelle Leben des national bewu\u00dft schaffenden \u00d6sterreich. Er wurde Wanderredner beim Deutschen Schulverein. Sein Organisationstalent lie\u00df ihn Volkstumsgruppenfahrten in das ganze Deutsche Reich zusammenstellen, und Mayer, in dem damals schon der Anschlu\u00df-Gedanke wach war, lernte so das ganze deutsche Sprachgebiet kennen. Diese Zeit machte ihn zum gewandten redebeherrschenden Menschen und lie\u00df ihm die Eigenart und Vielfalt der einzelnen Gaue recht bewu\u00dft werden.<a href=\"#_ftn21\" name=\"_ftnref21\"><span class=\"Reference\">[21]<\/span><\/a><\/p>\n<p>Eine &#8222;Schicksalsf\u00fcgung&#8220; habe die beiden zusammengef\u00fchrt. Das Ergebnis: &#8222;Mit Luser zusammen \u00fcbernahm Mayer sp\u00e4ter, neben seiner T\u00e4tigkeit als Mittelschulprofessor, in einer Zeit gro\u00dfen geistigen und moralischen Verfalls gerade in Wien die Leitung der Nationalen Kulturzeitschrift ,Der getreue Eckart&#8220;, und er machte aus ihr binnen kurzem ein wirksames Instrument f\u00fcr eine gesunde, aufbauende und zielbewu\u00dft auf den gesamtdeutschen Raum gerichtete Kulturpolitik.&#8220; (ebda. 11 f.) Das erste Heft des <em>Getreuen Eckart <\/em>erschien im Dezember 1923. Luser zeichnete als Herausgeber, Eigent\u00fcmer und Verleger, Mayer als verantwortlicher Schriftleiter. Neben den in Graz erscheinenden <em>Alpenl\u00e4ndischen Monatsheften <\/em>verbreitete die Zeitschrift in den 20 Jahren ihres Bestehens &#8211; sie wurde im M\u00e4rz 1943 eingestellt &#8211; auf popul\u00e4re Art und Weise deutsch-v\u00f6lkisches Gedankengut in \u00d6sterreich. Da sie f\u00fcr jeden etwas brachte und sich nicht ostentativ politisch-tendenzi\u00f6s geb\u00e4rdete, wurde sie ziemlich rasch zu einem auflagenstarken Blatt. Bis 1927 erschien sie im Halbmonatsabstand, danach als Monatsschrift. Nach B\u00f6hm (a.a.O., S. 101) erreichte die Auflage 1927 bereits 40.000 Exemplare im Monat, von denen die H\u00e4lfte an Abonnenten geschickt wurde. Dazu Mayer:<\/p>\n<p class=\"zitat\">Ich darf auf Grund der Tatsachen darauf hinweisen, da\u00df es mir gelungen ist, in dieser Zeitschrift, der einzigen wirklich gro\u00dfen und verbreiteten Familienzeitschrift \u00d6sterreichs auf streng arischer Grundlage das gesamte kulturell und geistig bedeutende \u00d6sterreich, soweit es deutscher und arischer Abstammung war zusammengefa\u00dft zu haben.<a href=\"#_ftn22\" name=\"_ftnref22\"><span class=\"Reference\">[22]<\/span><\/a><\/p>\n<p>Die zunehmend schwierigere Wirtschaftslage Ende der 20er, Anfang der 30er Jahre ging an der Zeitschrift nicht spurlos vorbei. Die Auflagenzahlen begannen zur\u00fcckzugehen. So schreibt Josef Weinheber in einem Brief aus dem Jahre 1941:<\/p>\n<p class=\"zitat\">Der &#8222;Getreue Eckart&#8220; war um 1930 die bedeutendste \u00f6sterr. Familienzeitschrift, (im besten Sinn) hatte eine Auflage von 32000, fiel dann nach dem Anschlu\u00df durch schlechte F\u00fchrung auf knapp 3000, jetzt hat er wieder 8000 steigend. Sie werden damit im s\u00fcd\u00f6stlichen deutschen Raum bekannt.<a href=\"#_ftn23\" name=\"_ftnref23\"><span class=\"Reference\">[23]<\/span><\/a><\/p>\n<p>Wie bereits erl\u00e4utert, kam es unmittelbar nach dem &#8222;Anschlu\u00df&#8220; im Adolf Luser Verlag zu gro\u00dfen Ver\u00e4nderungen &#8211; Luser mu\u00dfte nicht nur den Verlag verkaufen, er mu\u00dfte auch nach 15 Jahren seinen Sessel als Herausgeber des <em>Getreuen Eckart <\/em>r\u00e4umen. Ein Schreiben Lusers vom 2. Mai 1938 hat folgenden Wortlaut:<\/p>\n<p class=\"zitat\">Von niemandem beauftragt als von meinem sehns\u00fcchtigen Herzen, nur meinem eigenen Gewissen verantwortlich, ging ich als Gr\u00fcnder, Herausgeber sind Schriftleiter des &#8222;Getreuen Eckart&#8220; f\u00fcnfzehn Jahre lang meinen sicheren Weg zu Gro\u00dfdeutschland. Das Ziel ist erreicht, die Zeit f\u00fcr Einzelg\u00e4nger vorbei. Nun lege ich mein selbstverliehenes Amt in andere, vielfach bew\u00e4hrte H\u00e4nde.<br \/>\nAllen Weggef\u00e4hrten, die mitgeholfen haben im &#8222;Getreuen Eckart&#8220; eine \u00fcber die Grenzen der Ostmark hinaus anerkannte Zeitschrift zu schaffen, meinen hervorragenden Mitarbeitern und den allzeit getreuen Lesern, reiche ich zum Abschied dankbar die Hand. Dem &#8222;Getreuen Eckart&#8220; Gl\u00fcck und Erfolg auf den weiteren Weg!<a href=\"#_ftn24\" name=\"_ftnref24\"><span class=\"Reference\">[24]<\/span><\/a><\/p>\n<p>Bestimmende Kr\u00e4fte waren nun nicht der neue junge Inhaber, Bauer, sondern die Herren Odilo Globocnik (Gauleiter von Wien), Hubert Klausner (Stellv. des Reichskommissars Gauleiter B\u00fcrckel und Gauleiter von K\u00e4rnten) und Friedrich Rainer (Gauleiter von Salzburg). Sie &#8222;wirkten mit&#8220; im 16. Jg., 1938, und schrieben sogar hochoffizielle Begleitbriefe zu den ersten Heften der NS-Zeit. Globocniks Mann mit den &#8222;bew\u00e4hrten H\u00e4nden&#8220; war Bruno Brehm:<\/p>\n<p class=\"zitat\">Als Gauleiter von Wien begr\u00fc\u00dfe ich es besonders, da\u00df ein Mann, der im Rahmen der Pflichten Wiens eine ungew\u00f6hnlich starke, pr\u00e4gende Kraft entwickelt hat, Bruno Brehm, die Herausgeberschaft des &#8222;Getreuen Eckart&#8220; \u00fcbernommen hat.<a href=\"#_ftn25\" name=\"_ftnref25\"><span class=\"Reference\">[25]<\/span><\/a><\/p>\n<p>So Globocnik w\u00f6rtlich. Bruno Brehm dazu:<\/p>\n<p class=\"zitat\">Gerne werde ich Herausgeber einer Zeitschrift, die seit anderthalb Jahrzehnten v\u00f6lkisch und aufrecht f\u00fcr den gro\u00dfdeutschen Gedanken gewirkt und geworben hat. (&#8230;)<\/p>\n<p class=\"zitat\">Diese Zeitschrift sei ihnen ein Spiegelbild von Opfer und Leid, vor allem aber von der ungebrochenen Kraft des k\u00e4mpfenden Deutschtums im S\u00fcdosten.<a href=\"#_ftn26\" name=\"_ftnref26\"><span class=\"Reference\">[26]<\/span><\/a><\/p>\n<p>Als Hauptschriftleiter wurde nun Walter Pollak engagiert. Im Jahrgang 16, 1938, waren u.a. folgende Personen mit Beitr\u00e4gen vertreten:<\/p>\n<p class=\"zitat\">Odilo Globocnik, Friedrich Rainer, Kajetan M\u00fchlmann, Heinz Kindermann, Hans Giebisch, Hermann Graedener, Maria Grengg, Karl Maria Grimme, Wladimir von Hartlieb, Robert Hohlbaum, Mirko Jelusich, Ernst Kratzmann, Bodo Kaltenboeck, Erich August Mayer, Franz Nabl, Friedrich Sacher, Franz Schl\u00f6gel, Franz X. Schaffer, Adalbert Schmidt, Karl Springenschmid, Erwin Stranik, Karl Hans Strobl, Josef Weinheber, Bruno Hanns Wittek, Heinrich Zillich.<\/p>\n<p>Wie sah sich der <em>Getreue Eckart <\/em>selber, der nun im Untertitel &#8222;Die Monatsschrift der Ostmark&#8220; hie\u00df?<\/p>\n<p class=\"zitat\">Der &#8222;Getreue Eckart&#8220; ist die ideale unterhaltende, kulturpolitische Monatsschrift, die allen Anspr\u00fcchen, auch denen der Verw\u00f6hntesten unter uns gen\u00fcgt; er ist der lebendige Spiegel des Geistesschaffens des deutschen Alpenvolkes, des Sudetendeutschtums und der anderen deutschen Volksgruppen im S\u00fcdostraum. (Verlagsverzeichnis 1938)<\/p>\n<p>Auch die reichsdeutsche Presse begr\u00fc\u00dfte das Weitererscheinen, wie aus einem Kommentar in der <em>Berliner B\u00f6rsen-Zeitung <\/em>hervorgeht:<\/p>\n<p class=\"zitat\">Er war in der Ostmark auch in der Zeit schwerster Bedr\u00fcckung durch ein volksfremdes System geistiger Schildtr\u00e4ger des gesamtdeutschen Ideengutes. &#8211; Eine Heimatzeitschrift im besten und fruchtbarsten Sinne &#8211; die auch nach der Heimkehr der Ostmark in das Reich ihre kulturpolitische Aufgabe als &#8222;Bannertr\u00e4ger des S\u00fcdostdeutschtums&#8220; weiterhin in ernsthafter Arbeit erf\u00fcllen wird. (ebda.)<\/p>\n<p>Die versuchte Konzentration eines Teils der NS-Presse erfolgte durch weitere \u00dcbernahmen. So verlegte der Adolf Luser Verlag die Monatsschrift <em>Volkstum im S\u00fcdosten <\/em>sowie die Wochenschriften <em>Der Turner <\/em>und <em>Rundpost. <\/em>Die <em>Rundpost <\/em>hatte schon 1923 begonnen, nannte sich zeitweise &#8222;Deutsches Gemeinschaftsblatt&#8220; im Untertitel, mu\u00dfte Mitte der 30er Jahre ihr Erscheinen einstellen und nahm die Ver\u00f6ffentlichung gleich am 19. M\u00e4rz 1938 mit der 1. Folge des 12. Jahrgangs wieder auf. Sie richtete sich anf\u00e4nglich an ein junges deutschbewu\u00dftes Publikum in \u00d6sterreich und war national, antisemitisch, arisch, antidemokratisch eingestellt. Zu den Leitern dieses Wochenblatts z\u00e4hlten Alexander Witeschnik und Pg. Ernst Schl\u00f6gl. Beide waren verbissene Antisemiten und \u00e4u\u00dferten ihre Ansichten in Leitartikeln. Beide zogen nach dem &#8222;Anschlu\u00df&#8220; in den Adolf Luser Verlag (sp\u00e4ter: Wiener Verlagsges.m.b.H.) ein. Witeschnik, der noch in den 60er Jahren publizistisch aktiv war, galt neben Erich August Mayer nach einer Mitteilung aus dem Jahre 1944 als &#8222;Seele&#8220; des Wiener Verlags.<a href=\"#_ftn27\" name=\"_ftnref27\"><span class=\"Reference\">[27]<\/span><\/a> Auf literarischer Seite tat sich nach der Wiederaufnahme wenige Tage nach dem &#8222;Anschlu\u00df&#8220; einer besonders hervor: Friedrich Sacher. Trotz seiner scheinbar unb\u00e4ndigen Euphorie \u00fcber den Anschlu\u00df \u00d6sterreichs fand er in der ersten Nummer der <em>Rundpost <\/em>dennoch Worte f\u00fcr diese, wie er sie nannte, &#8222;wundervolle F\u00fcgung&#8220; (poetischer Titel: &#8222;Unter den Schwingen des Schwerts&#8220;). Sachers Hochstimmung kannte keine Grenzen: &#8222;Endlich wieder deutsch und wahr!&#8220; (S.4) lautet die \u00dcberschrift seines zweiten Ergusses ebendort. Mit Folge 28 vom 1. Oktober 1938 erschien <em>Rundpost <\/em>(nun ohne Untertitel) mit gro\u00dfem Format im Adolf Luser Verlag. Hauptschriftleiter war ein gewisser Wilhelm Stiehler, w\u00e4hrend Karl Maria Grimme das Referat f\u00fcr Theater und bildende Kunst innehatte und Ludwig Gesek B\u00fccher rezensierte. Zu den Kuriosit\u00e4ten dieser Zeitschrift geh\u00f6rt, da\u00df ab November 1938, wohl in sinniger Anlehnung an die &#8222;Reichskristallnacht&#8220;, Stiehler Hugo Bettauers vision\u00e4ren Roman aus dem Jahre 1922, <em>Die Stadt ohne Juden, <\/em>in Fortsetzungen abdruckte. Aber: Was herauskam, war eine h\u00e4misch kommentierte Romanfassung.<\/p>\n<p>Es ist in Zusammenhang mit dem Luser Verlag vor dem &#8222;Anschlu\u00df&#8220; \u00f6fter von &#8222;schwersten Jahren der Unterdr\u00fcckung&#8220; die Rede gewesen. Das mag wohl daran liegen, da\u00df der Adolf Luser Verlag sein Programm nicht so gestaltete, da\u00df es ein nicht v\u00f6lkisch bzw. nationalsozialistisch gesinntes Publikum interessieren konnte. Wohl hat Luser vor dem &#8222;Anschlu\u00df&#8220; einige Autoren gef\u00f6rdert, darunter Erich August Mayer (seit 1926 Schriftleiter des Buchverlags), Maria Grengg (die auch f\u00fcr Illustrationszwecke engagiert wurde) und vor allem Josef Weinheber.<\/p>\n<p>Bevor Weinheber 1934 zu Luser stie\u00df, hatte er einige schlechte Erfahrungen mit Verlegern hinter sich (E.P. Tal, Burgverlag, Krystallverlag) und litt stark unter Mi\u00dferfolgen und dem Mangel an \u00f6ffentlicher Anerkennung. Nach dem Bericht der Verlagsautorin und -illustratorin Maria Grengg war der erste Vertrag mit Weinheber gar nicht so sicher. Luser habe mitgeteilt,<\/p>\n<p class=\"zitat\">F\u00fcr mich ist alleinbestimmend, da\u00df es Gedichte sind. Lyrik pa\u00dft nicht in den Rahmen meines Verlages und ist ein schlechtes Gesch\u00e4ft f\u00fcr den Verleger. Keine Seele liest heute Lyrik.<a href=\"#_ftn28\" name=\"_ftnref28\"><span class=\"Reference\">[28]<\/span><\/a><\/p>\n<p>Dennoch kam <em>Adel und Untergang <\/em>1934 bei Luser heraus, 1935 das sehr beliebte und von Grengg illustrierte Werk <em>Wien w\u00f6rtlich. <\/em>Verleger Luser gab im selben Jahr das Werk <em>Josef Weinheber. Pers\u00f6nlichkeit und Schaffen <\/em>pers\u00f6nlich heraus. Weinheber stand den \u00f6sterreichischen Verlagen skeptisch gegen\u00fcber, weil sie vor allem Ende der 20er Jahre von der Hand in den Mund lebten und auch weil ihre Produktion im Reich wenn nicht ignoriert, so kritisiert wurde. Seine Hoffnung und die mancher Kollegen war es, bei einem reichsdeutschen Verlag unterzukommen. Als er von Langen-M\u00fcller in M\u00fcnchen unter Vertrag genommen wurde, war seine Beziehung zu Adolf Luser nicht mehr die beste: er mu\u00dfte 1937 Honorarforderungen eintreiben lassen und hatte offenbar gegen die Sturheit Lusers anzuk\u00e4mpfen. Fazit: &#8222;Nun, es ist ja diese Ehe gottseidank getrennt worden!&#8220;<a href=\"#_ftn29\" name=\"_ftnref29\"><span class=\"Reference\">[29]<\/span><\/a><\/p>\n<p>Erich August Mayer ver\u00f6ffentlichte fast alle seine Werke bei Luser bzw. dessen Nachfolger, so z.B. <em>Flammen <\/em>(1928), <em>Gottfried sucht seinen Weg <\/em>(1929), <em>Werk und Seele <\/em>(1930), <em>O, ihr Berge! <\/em>(1931), <em>Der Umweg <\/em>(1937), <em>Der Knecht <\/em>(1940), usw.<a href=\"#_ftn30\" name=\"_ftnref30\"><span class=\"Reference\">[30]<\/span><\/a> Maria Grengg lie\u00df die Werke <em>Die Flucht zum gr\u00fcnen Herrgott. <\/em>Roman (1931), <em>Das Feuermandl. <\/em>Roman, <em>Die Liebesinsel. <\/em>Roman (1934), <em>Peterl. <\/em>Roman etc, bei Luser verlegen. Au\u00dferdem erschienen Werke von H. Povinelli, Ernst Kratzmann, Franz Farga, Friedrich Sacher, Albert Mollan, Franz X. Schaffer u.a.<\/p>\n<p>Der Adolf Luser Verlag zeigte sich in den 20er und 30er Jahren durch mehrere Werke als wesentlicher Vermittler deutsch-v\u00f6lkischen Gedankenguts. 1926 erschien z.B. im Eckart-Verlag Adolf Luser das Buch <em>Der deutsch\u00f6sterreichische Mensch und der Anschlu\u00df <\/em>von Friedrich F.G. Kleinwaechter. Im Jahre 1933 kam ein in vielerlei Hinsicht bemerkenswertes Buch bei Luser heraus. Es handelt sich hier um ein Genre, das in den 30er Jahren sehr beliebt war, n\u00e4mlich eine Anthologie. Der volle Titel:<\/p>\n<p class=\"zitat\">DICHTERBUCH. Deutscher Glaube, deutsches Sehnen und deutsches F\u00fchlen in \u00d6sterreich. Mit Beitr\u00e4gen hervorragender \u00f6sterreichischer Dichter erg\u00e4nzt durch Biographien und Bildnisse. Einleitung und kritische W\u00fcrdigung von Max Morold.<\/p>\n<p>Dieses &#8222;arische&#8220; Gro\u00dfwerk umfa\u00dft mehr als 600 Seiten mit Beitr\u00e4gen (Prosa und Lyrik) von 65 Autoren, alle der &#8222;deutschen Rasse&#8220; zugeh\u00f6rig:<\/p>\n<p class=\"zitat\">Karl Bacher, Rudolf Hans Bartsch, Richard Billinger, Bruno Brehm, Emil Ertl, Hans Fraungruber, Friedrich v. Gagern, Hans Giebisch, Franz Karl Ginzkey, Hermann Graedener, Rudolf Greinz, Maria Grengg, Paula Grogger, Rudolf Haas, Emil Hadina, Hans von Hammerstein, Enrica v. Handel-Mazzetti, Franz Herold, Robert Hohlbaum, Ludwig Huna, Mirko Jelusich, Ottokar Kernstock, Hans Kloepfer, Erwin Guido Kolbenheyer, Zdenko v. Kraft, Richard v. Kralik, Franz Kranewitter, Ernst Kratzmann, Erich August Mayer, Theodor Heinrich Mayer, Max Mell, Robert Michel, Adam M\u00fcller-Guttenbrunn, Franz Nabl, Hermann Heinz Ortner, Josef Friedrich Perkonig, Alfons Petzold, Hilda Povinelli, Erwin H. Rainalter, Gustav Renker, Ernst Scheibelreiter, Karl Sch\u00f6nherr, Erika Spann-Rheinsch, Franz Spunda, Max Stebich, Hans Sterneder, Hans Stiftegger, Dora Stockert-Meynert, Karl Hans Strobl, Fritz St\u00fcber-Gunther, Rudolf St\u00fcrzer, Albert v. Trentini, Dolores Vieser, Karl Heinrich Waggerl, Heinrich Suso Waldeck, Arthur v. Wallpach, Hans Watzlik, Josef Weinheber, Eberhard v. Weittenhiller, Josefine Widmar, Anton Wildgans, Bruder Willam, Bruno Hanns Wittek, Guido Zernatto, Julius Zerzer.<\/p>\n<p>Es folgten weitere &#8222;Kulturb\u00fccher, die f\u00fcr das Verst\u00e4ndnis der Vorg\u00e4nge im deutschen S\u00fcdosten unbedingt notwendig sind&#8220;.<a href=\"#_ftn31\" name=\"_ftnref31\"><span class=\"Reference\">[31]<\/span><\/a> Das eine &#8222;Kulturbuch&#8220; stammte vom Wiener Korrespondenten des <em>Berliner Tageblatts, <\/em>Erwin Stranik, und wurde &#8211; wie der Verlag vermerkt &#8211; &#8222;in die NS-Bibliographie&#8220; aufgenommen: <em>\u00d6sterreichs Deutsche Leistung. Eine Kulturgeschichte des s\u00fcdostdeutschen Lebensraumes. <\/em>Die erste Auflage erschien 1936, die zweite, erw. im folgenden Jahr. W\u00e4hrend der Versuch Franz Kochs, eine Geschichte der Gegenwartsliteratur in \u00d6sterreich zu schreiben im Land selber prompt mit einem Verbot belegt wurde,<a href=\"#_ftn32\" name=\"_ftnref32\"><span class=\"Reference\">[32]<\/span><\/a> widerfuhr es Adalbert Schmidt anders. Sein Werk <em>Deutsche Dichtung in \u00d6sterreich. Eine Literaturgeschichte der Gegenwart <\/em>konnte sogar in zwei Auflagen erscheinen und erhielt beif\u00e4llige Urteile, so z.B. vom <em>V\u00f6lkischen Beobachter, <\/em>M\u00fcnchen:<\/p>\n<p class=\"zitat\">Es war h\u00f6chste Zeit, da\u00df auch f\u00fcr dieses wichtige Teilgebiet des gesamtdeutschen Schrifttums einmal die reinliche (!) Scheidung zwischen echt und unecht, zwischen heimisch und fremd, zwischen \u00f6sterreichisch und j\u00fcdisch von einem mit der n\u00f6tigen Sachkenntnis und dem rechten Feingef\u00fchl begabten \u00d6sterreicher vollzogen wurde. Adalbert Schmidt hat sich dieser Aufgabe mit gro\u00dfem Geschick und treffendem Urteil unterzogen.<a href=\"#_ftn33\" name=\"_ftnref33\"><span class=\"Reference\">[33]<\/span><\/a><\/p>\n<div id=\"attachment_2228\" style=\"width: 210px\" class=\"wp-caption alignleft\"><a href=\"http:\/\/verlagsgeschichte.murrayhall.com\/wp-content\/uploads\/2015\/09\/Luser-Verlagsprospekt-1939.jpg\" rel=\"attachment wp-att-2228\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-2228\" class=\"wp-image-2228\" src=\"http:\/\/verlagsgeschichte.murrayhall.com\/wp-content\/uploads\/2015\/09\/Luser-Verlagsprospekt-1939.jpg\" alt=\"Verlagsprospekt Adolf Luser Verlag 1939\" width=\"200\" height=\"395\" srcset=\"http:\/\/verlagsgeschichte.murrayhall.com\/wp-content\/uploads\/2015\/09\/Luser-Verlagsprospekt-1939.jpg 2609w, http:\/\/verlagsgeschichte.murrayhall.com\/wp-content\/uploads\/2015\/09\/Luser-Verlagsprospekt-1939-152x300.jpg 152w, http:\/\/verlagsgeschichte.murrayhall.com\/wp-content\/uploads\/2015\/09\/Luser-Verlagsprospekt-1939-768x1516.jpg 768w, http:\/\/verlagsgeschichte.murrayhall.com\/wp-content\/uploads\/2015\/09\/Luser-Verlagsprospekt-1939-519x1024.jpg 519w, http:\/\/verlagsgeschichte.murrayhall.com\/wp-content\/uploads\/2015\/09\/Luser-Verlagsprospekt-1939-76x150.jpg 76w\" sizes=\"auto, (max-width: 200px) 100vw, 200px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-2228\" class=\"wp-caption-text\">Verlagsprospekt Adolf Luser Verlag 1939<\/p><\/div>\n<p>Das Gros der Produktion des Adolf Luser Verlags erschien erst nach dem &#8222;Anschlu\u00df&#8220;. Aber schon vorher hatte man mit einer speziellen Reihe begonnen: <em>Reihe S\u00fcd-Ost. <\/em>Herausgegeben von Walter Pollak. Durch das &#8222;neuerstandene Deutschland&#8220; wurde der Pflege des &#8222;Deutschtums des S\u00fcdostens&#8220; gr\u00f6\u00dfere Aufmerksamkeit zuteil. In der Verlagswerbung liest man dazu:<\/p>\n<p class=\"zitat\">(&#8230;) Das richtige Verstehen und Erkennen zwischen dem deutschen Volke und den Nationen des S\u00fcdostraumes zu f\u00f6rdern, es zu vertiefen oder auszuweiten und denen, die diesen Fragen unwissend gegen\u00fcberstehen, Klarheit \u00fcber die historischen Tatsachen zu geben, lie\u00dfen die Reihe S\u00fcd-Ost notwendig werden und entstehen. In lebendigen und gr\u00fcndlichen Darstellungen wird sie in der ersten Folge &#8222;Werdendes Volk&#8220; aus der geschichtlichen und kulturellen Entwicklung Fragen des S\u00fcdostraumes aufzeigen, um in der zweiten Folge &#8222;Stimmen der Lebenden&#8220; die Dichtung des eigenen wie des fremden Volkstums zu uns sprechen zu lassen. (Verlagsverzeichnis 1938)<\/p>\n<p>Insgesamt erschienen \u00fcber 50 Folgen, und darunter sind so gut wie alle v\u00f6lkisch-nationalen Autoren vertreten. Beispiele in alphabetischer Reihenfolge:<\/p>\n<p class=\"zitat\">Bruno Brehm, Hugo Greinz, Maria Grengg, Karl Maria Grimme, Karl Julius Haidvogel, Robert Hohlbaum, Mirko Jelusich, Erich Kernmayer, Heinz Kindermann, Hans Kloepfer, Franz Nabl, Jos. Fr. Perkonig, Walter Pollak, Ilse Ringler-Kellner, Ernst Scheibelreiter, Franz Schl\u00f6gel, Karl Springenschmid, Karl Hans Strobl, Erwin Stranik, Karl Hans Watzinger, Alexander Witeschnik, Kurt Ziesel usw.<\/p>\n<p>Die Produktion des Adolf Luser Verlags und der Wiener Verlagsgesellschaft wird hier nicht weiter verfolgt. Es mag gen\u00fcgen, festzuhalten, da\u00df er ebenso wie der Karl H. Bischoff Verlag (ehemals Zsolnay) vom Krieg insofern profitierte, als er Feldpostausgaben in gro\u00dfen Mengen herstellte und absetzte.<\/p>\n<p>Mochten nach dem &#8222;Anschlu\u00df&#8220; Verlage wie der Adolf Luser Verlag in Wien von noch so verdienten und flei\u00dfigen Pgs. gef\u00fchrt worden sein, hie\u00df das aber noch lange nicht, da\u00df sie und ihre Produktion nicht von der RSK in Berlin genauestens kontrolliert wurden. Denn wer publizieren wollte, mu\u00dfte sich registrieren lassen und in die RSK, Gruppe Schriftsteller, aufgenommen werden. Wehe, es versuchte ein Verlag, ein Nicht-Mitglied zu drucken! Zu den Neuerscheinungen des Adolf Luser Verlags im Jahre 1939 z\u00e4hlten neben Heinz Kindermanns <em>Das Burgtheater, <\/em>Adalbert Schmidts Anthologie <em>Ostmark-Lyrik <\/em>und einem Werk von Karl Hans Strobl eine Neuauflage von Ferdinand v. Saars Novelle <em>Leutnant Burda. <\/em>Mehrere Monate nach Erscheinen des Bandes traf ein Brief der RSK Berlin im Luser Verlag ein, in dem mitgeteilt wurde,<\/p>\n<p class=\"zitat\">da\u00df der Verfasser des in unserem Verlag erschienenen Buches &#8222;Leutnant Burda&#8220;, Ferdinand von Saar, weder Mitglied der RSK noch im Besitze eines Befreiungsscheines f\u00fcr das genannte Buch sei. Es ist schade, da\u00df dieser Brief nicht in Ischl vorgelegen hat, die Anfrage h\u00e4tte sicherlich unseren sch\u00f6nen Abschiedsabend bereichert. Wir haben uns hier in Wien immer wieder lustig gemacht, wenn von verschiedenen Schriftleitungen unsere erfolgreiche Neuauflage so besprochen wurde, als weilte Ferdinand von Saar noch unter den Lebenden. Vielleicht weisen Sie auf kurzem Wege einmal den unterzeichneten Referenten Maurer (?) an, in seine wahrscheinlich kleindeutsch zugeschnittene Literaturgeschichte auch die deutschen Erz\u00e4hler des alten \u00d6sterreich aufzunehmen. (&#8230;)<br \/>\nHeil Hitler!<br \/>\nIhr [gez.] Karl Bauer<a href=\"#_ftn34\" name=\"_ftnref34\"><span class=\"Reference\">[34]<\/span><\/a><\/p>\n<p>(Saar ist \u00fcbrigens 1833 geboren und 1906 gestorben.) Aber als der Abteilungsleiter Metzner in Berlin den Brief Bauers von Bischoff (an den er gerichtet war) \u00fcbermittelt bekam, war er weniger f\u00fcr Scherze aufgelegt. Seinen Unmut dr\u00fcckte er wenige Tage sp\u00e4ter in einem Schreiben an Max Stebich vom 15.3.1940 so aus:<\/p>\n<p class=\"zitat\">In der Anlage \u00fcbersende ich Ihnen abschriftlich einen Brief des dort ans\u00e4ssigen Verlagsbuchh\u00e4ndlers Karl Bauer, den dieser an den Referenten der Reichsschrifttumskammer, Pg. K.H. Bischoff, geschrieben hat. Ich bin nat\u00fcrlich f\u00fcr jeden Hinweis dankbar, da ich als Leiter von zwei Abteilungen unm\u00f6glich wissen kann, was im einzelnen geschieht. Ich werde den Vorgang sofort nachpr\u00fcfen lassen, um festzustellen, wie das Versehen passieren konnte. Da\u00df aber Herr Bauer von einer kleindeutschen Literaturgeschichte spricht, die der unterzeichnete &#8222;Referent&#8220; benutzt und gar eine amtliche Mitteilung, wenn sie auch falsch ist, noch zur Bereicherung des Kameradschaftsabends verwendet, scheint mir doch weniger ein Hinweis, als eine Kritik zu sein und ich bitte Sie, doch Herrn Bauer kameradschaftlich einmal etwas von der Arbeit der Reichsschrifttumskammer zu erz\u00e4hlen und ihn im \u00fcbrigen zu bitten, Dinge, die die Autoren angehen, grunds\u00e4tzlich und m\u00f6glichst unter Einhaltung des Dienstweges der Abteilung II, Gruppe Schriftsteller, unmittelbar zuzuleiten.<br \/>\nHeil Hitler!<br \/>\nMetzner<\/p>\n<p>Trotz eines ausgekl\u00fcgelten autorit\u00e4ren Systems war man in Nazi-Deutschland nicht in der Lage, alles in den Griff zu bekommen.<\/p>\n<h3><a class=\"none\" name=\"Heading3\"><\/a> Anmerkungen<\/h3>\n<p class=\"Note\"><a href=\"#_ftnref1\" target=\"text\" name=\"_ftn1\">[1]<\/a> Quellenhinweise: Handelsgericht Wien, Registerakt A 61, 215a (WrStLa); Akt Adolf Luser Verlag und Wiener Verlagsgesellschaft m.b.H.\/Gremium.<\/p>\n<p class=\"Note\"><a href=\"#_ftnref2\" target=\"text\" name=\"_ftn2\">[2]<\/a> Das Unternehmen wurde am 21.1.1921 unter Register B, Bd. 9, pag. 29 ins Wiener Handelsregister eingetragen. Im Februar 1940 wurde es nach HRA 5147 umgeschrieben und am 10. September 1942 gel\u00f6scht.<\/p>\n<p class=\"Note\"><a href=\"#_ftnref3\" target=\"text\" name=\"_ftn3\">[3]<\/a> N\u00e4heres zu Mayers T\u00e4tigkeit innerhalb dieses Vereins, siehe HERMANN BOHM, Erich August Mayer. V\u00f6lkisch-nationale Ideologie im \u00f6sterreichischen Roman der Zwischenkriegszeit. phil. Diss. Wien 1980, bes. S. 101-103. Siehe auch noch den Vereinsakt im Vereinskataster der Stadt Wien: Zahl 13.797\/1927. (Der Akt ist leider nicht komplett.) AVA, BKA (Gendion), Gesch\u00e4ftszeichen 15\/4, ZI. 305.484-GD 2\/1937. Alle Unterlagen 1927-37 sind in diesem Akt zusammengetragen worden. Der Verein hatte im Gesch\u00e4ftsjahr 1930\/31 5.213 zahlende Mitglieder; am 1. Oktober 1935 war die Zahl auf 2.602 zur\u00fcckgefallen.<\/p>\n<p class=\"Note\"><a href=\"#_ftnref4\" target=\"text\" name=\"_ftn4\">[4]<\/a> Zitiert nach BOHM (zit. Anm. 3), S. 104. Quelle ist ein maschingeschriebener Lebenslauf aus dem Jahre 1938, der wahrscheinlich zum Zwecke der Aufnahme in die RSK, Gruppe Schriftsteller, verfa\u00dft wurde.<\/p>\n<p class=\"Note\"><a href=\"#_ftnref5\" target=\"text\" name=\"_ftn5\">[5]<\/a> Sehr aufschlu\u00dfreich in dieser Hinsicht ist der zugegebenerma\u00dfen einseitig gef\u00e4rbte Kommentar Wladimir v. Hartliebs in einer Tagebucheintragung vom 29. J\u00e4nner 1937. Obwohl nach eigener Einsch\u00e4tzung national gesinnt, wird Hartlieb, offenbar weil er der Regierung nicht genehm ist, ignoriert. In diesem Zusammenhang kommt er auf Hans von Hammerstein-Equord zu sprechen und dessen &#8222;nationale&#8220; Vergangenheit: &#8222;Ein Wort \u00fcber Hammerstein. Frist als Dichter v\u00f6llig talentlos, gradezu l\u00e4cherlich. Aber er war wenigstens ein anst\u00e4ndiger Mensch. Als wir Nationale 1933 aus dem Penklub austraten, <em>schlo\u00df er sich uns an; <\/em>damals war er auf<em> unserer <\/em>Seite. Dann bot sich ihm pl\u00f6tzlich die Chance, Karriere zu machen, und er erlag der Versuchung: Er stellte sich Dollfu\u00df zur Verf\u00fcgung. Bis 1933 einfacher Bezirkshauptmann, wurde er nun in rascher Folge Sicherheitsdirektor in Linz, dann Staatssekret\u00e4r, dann Minister. Jetzt ist er Bundeskommiss\u00e4r f\u00fcr Kulturpolitik. Diese hohen Stellungen verschafften ihm auch eine Art Dichterruhm. Gro\u00dfe Verleger druckten ihn pl\u00f6tzlich, die j\u00fcdische Presse strich ihn m\u00e4chtig heraus. Er wurde ein Liebling der Juden &#8211; er, der seinerzeit aus Protest gegen die antideutsche j\u00fcdische Resolution mit uns aus dem Penklub ausgetreten war! Er ging noch einen Schritt weiter, er tat etwas Unfa\u00dfbares: Er lie\u00df sich vor ungef\u00e4hr einem Jahr sogar zum &#8211; Pr\u00e4sidenten dieses Penklubs w\u00e4hlen, der nun, seit unserem Austritt, fast nur noch aus Juden besteht! Und er ist heute noch der Pr\u00e4sident dieses Klubs! Er wurde belohnt: er gilt jetzt als ein Repr\u00e4sentant des \u00f6sterreichischen Schrifttums. Ehrungen, Auszeichnungen regnen auf ihn herab. Dabei ist er innerlich doch ANTISEMIT, wie ich positiv wei\u00df! Aber die Karriere geht ihm \u00fcber alles. -&#8220; (WLADIMIR VON HARTLIEB, Tagebuch 1936-1938. Nachla\u00df Hartlieb, \u00d6sterr. Nationalbibliothek, Wien.)<\/p>\n<p class=\"Note\"><a href=\"#_ftnref6\" target=\"text\" name=\"_ftn6\">[6]<\/a> Diese Zeitschrift erschien ab Oktober 1934 in der ABZ-Druck- und Verlagsanstalt Wien. Dazu VIKTOR SUCHYS Aufsatz: Literatur &#8222;M\u00e4rz 1938&#8243;, in: ,Wien 1938&#8220;. Verein f\u00fcr Geschichte der Stadt Wien. Wien 1978 (Forschungen und Beitr\u00e4ge zur Wiener Stadtgeschichte, Band 2), S. 258-272; bes. S. 269: &#8222;Mit dem Juliabkommen 1936 sah ich ihre Mission, zwischen dem ,Dritten Reich&#8220; und \u00d6sterreich auf ihre Weise zu vermitteln, wohl f\u00fcr erf\u00fcllt an und stellte im September 1936 ihr Erscheinen ein.&#8220; Nach einer frdl. Auskunft von em. O. Univ.-Prof. Adalbert Schmidt vom 23.4.1983 erschien &#8222;die Zeitschrift im 1. Jahr auf Kosten der Herausgeber, die durch eigene Zusch\u00fcsse das Erscheinen erm\u00f6glichten. Den folgenden Jahrgang \u00fcbernahm der Adolf Luser Verlag in Wien. (&#8230;) Die Einstellung im September 1936 erfolgte auf einen Entscheid des Verlegers Adolf Luser, weil die Zeitschrift infolge der niedrigen Abonnentenzahl finanziell nichts einbrachte.&#8220;<\/p>\n<p class=\"Note\"><a href=\"#_ftnref7\" target=\"text\" name=\"_ftn7\">[7]<\/a> Dazu GERHARD BOTZ, Wien vom &#8222;Anschlu\u00df&#8220; zum Krieg. Nationalsozialistische Macht\u00fcbernahme und politisch-soziale Umgestaltung am Beispiel der Stadt Wien 1938\/39. Mit einem einleitenden Beitrag von KARL R. STADLER. Wien\/M\u00fcnchen: Jugend und Volk, 1978, S. 418.<\/p>\n<p class=\"Note\"><a href=\"#_ftnref8\" target=\"text\" name=\"_ftn8\">[8]<\/a> Zu dieser Bewegung und den Machtk\u00e4mpfen unter den einzelnen NS-Gruppen in \u00d6sterreich vor dem &#8222;Anschlu\u00df&#8220; siehe GERHARD JAGSCHITZ, NSDAP und &#8222;Anschlu\u00df&#8220; in Wien 1938. In: Wien 1938, (Zit. Anm. 6), S. 147-157; bes. S. 147, 151.<\/p>\n<p class=\"Note\"><a href=\"#_ftnref9\" target=\"text\" name=\"_ftn9\">[9]<\/a> BOTZ (Zit. Anm. 7), S. 148. Diese Summe entspricht einer Summe von 1 Million Schilling, die m\u00f6glicherweise Luser-Schulden darstellen.<\/p>\n<p class=\"Note\"><a href=\"#_ftnref10\" target=\"text\" name=\"_ftn10\">[10]<\/a> Der Adolf Luser Verlag wurde am 1.2.1940 infolge Gewerber\u00fccklegung aus dem Handelsregister gel\u00f6scht! Die Nachfolgefirma gleichen Namens war eine Ges.m.b.H.<\/p>\n<p class=\"Note\"><a href=\"#_ftnref11\" target=\"text\" name=\"_ftn11\">[11]<\/a> Vermerk Dr. Edgar Traugott, RSK Wien im Akt Luser\/Gremium.<\/p>\n<p class=\"Note\"><a href=\"#_ftnref12\" target=\"text\" name=\"_ftn12\">[12]<\/a> Schreiben Soppers vom 20.1.1941.<\/p>\n<p class=\"Note\"><a href=\"#_ftnref13\" target=\"text\" name=\"_ftn13\">[13]<\/a> Zitiert nach &#8222;Ratskammerbeschlu\u00df&#8220; in: <em>WZ<\/em>, Nr. 133, 9. Juni 1949.<\/p>\n<p class=\"Note\"><a href=\"#_ftnref14\" target=\"text\" name=\"_ftn14\">[14]<\/a> Gesch\u00e4ftspostkarte im Akt Wiener Verlag\/Gremium.<\/p>\n<p class=\"Note\"><a href=\"#_ftnref15\" target=\"text\" name=\"_ftn15\">[15]<\/a> Schreiben vom 16.2.1945 (Akt Gremium).<\/p>\n<p class=\"Note\"><a href=\"#_ftnref16\" target=\"text\" name=\"_ftn16\">[16]<\/a> <em>WZ, <\/em>Nr. 133, 9.6.1949.<\/p>\n<p class=\"Note\"><a href=\"#_ftnref17\" target=\"text\" name=\"_ftn17\">[17]<\/a> Landesgericht f\u00fcr Strafsachen Wien, Abt. Vg Sa\/Vr 1066\/49. Dazu <em>WZ, <\/em>9.6.1949.<\/p>\n<p class=\"Note\"><a href=\"#_ftnref18\" target=\"text\" name=\"_ftn18\">[18]<\/a> Partezettel im Akt Gremium.<\/p>\n<p class=\"Note\"><a href=\"#_ftnref19\" target=\"text\" name=\"_ftn19\">[19]<\/a> <em>B\u00f6rsenblatt, <\/em>Nr. 65, 18.3.1938, S. 1467 und ebenda, Nr. 84, 9.4.1938, S. 2081. Als Will Vespers &#8222;jahrelanger Kampf gegen das j\u00fcdische und undeutsche Verlegertum in Wien&#8220; im Mai 1938 fast zu Ende war, griff er dem leidgepr\u00fcften Verlag unter die Arme: &#8222;In Zukunft sind ja auch alle Wiener Verlage, soweit sie weiter bestehen werden, nun deutsche Verlage, die wir gerne mit allen Kr\u00e4ften f\u00f6rdern, wenn sie sich f\u00fcr deutsche Dichtung und deutsche Kultur einsetzen. Verlage allerdings, wie allen voran der Verlag Adolf Luser in Wien, die auch in der Vergangenheit mit Mut und aller Kraft f\u00fcr echte deutsche Kultur und deutsche Dichtung gestritten haben, sollte man vor allen Dingen f\u00f6rdern.&#8220; <em>(Die Neue Literatur, <\/em>Heft 5, Mai 1938, S. 264.) Weitere Erw\u00e4hnung ebenda, Heft 3, M\u00e4rz 1938, S. 150 und bei KARL INHAUSER, Wer verlegt heute wen?, in: <em>\u00d6sterreichische Volkspresse, <\/em>12.6.1937, S. 4.<\/p>\n<p class=\"Note\"><a href=\"#_ftnref20\" target=\"text\" name=\"_ftn20\">[20]<\/a> Dazu WALTER KLEMM, 90 Jahre Schutzarbeit. Zum Gr\u00fcndungstag 13. Mai 1880 des Deutschen Schulvereines Wien. Wien 1970 (Eckart-Schriften Heft 35), S. 4: &#8222;(&#8230;) 1920 wurde er <em>[Der getreue Eckart] <\/em>zu einer k\u00fcnstlerisch wertvollen Familienzeitschrift erweitert und dem Adolf Luser Verlag eingegliedert, der auch die gesch\u00e4ftliche F\u00fchrung der ,Eckart-Buchhandlung&#8216; \u00fcbernahm.&#8220;<\/p>\n<p class=\"Note\"><a href=\"#_ftnref21\" target=\"text\" name=\"_ftn21\">[21]<\/a> ELFRIEDE H\u00dcTTER, Monographie \u00fcber den Dichter Erich August Mayer. phil. Diss. Wien 1945, S. 11. Diese Arbeit tr\u00e4gt die Entstehungszeit eindeutig in sich. Das NS-Literaturvokabular erstreckt sich sogar auf den angeschlossenen Lebenslauf.<\/p>\n<p class=\"Note\"><a href=\"#_ftnref22\" target=\"text\" name=\"_ftn22\">[22]<\/a> ERICH AUGUST MAYER. Lebenslauf 1938. Zitiert nach B\u00f6hm (zit. Anm. 3), S. 101.<\/p>\n<p class=\"Note\"><a href=\"#_ftnref23\" target=\"text\" name=\"_ftn23\">[23]<\/a> Josef Weinheber in einem Schreiben an Wolf v. Niebelsch\u00fctz vom 20.9.1941, in: JOSEF WEINHEBER, S\u00e4mtliche Werke. V. Band: Briefe. Salzburg: O. M\u00fcller Verlag, 1956, S. 564.<\/p>\n<p class=\"Note\"><a href=\"#_ftnref24\" target=\"text\" name=\"_ftn24\">[24]<\/a> Beigeheftet im <em>Getreuen Eckart, <\/em>1938, Band 2.<\/p>\n<p class=\"Note\"><a href=\"#_ftnref25\" target=\"text\" name=\"_ftn25\">[25]<\/a> Schreiben Globocniks vom 23. Juni 1938, ebenda.<\/p>\n<p class=\"Note\"><a href=\"#_ftnref26\" target=\"text\" name=\"_ftn26\">[26]<\/a> Schreiben Brehms vom 24. Juni 1938, ebenda.<\/p>\n<p class=\"Note\"><a href=\"#_ftnref27\" target=\"text\" name=\"_ftn27\">[27]<\/a> Witeschnik (* 3.3.1909, Wien) entstammt einer alten Wiener Musikerfamilie, verfa\u00dfte eine gro\u00dfe Anzahl von Musikb\u00fcchern und brachte zuletzt ein Werk \u00fcber Richard Wagner heraus. Ab 1950 war er Kulturredakteur der <em>Neuen Wiener Tageszeitung. <\/em>In der NS-Zeit verfolgte er freilich ganz andere Ziele. Symptomatisch hief\u00fcr ist seine Reportage &#8222;Die j\u00fcdische Dreckseele&#8220;, erschienen in der <em>Rundpost <\/em>am 6.8.1938 (S. 4) und geschrieben nach einem Besuch der Schau &#8222;Der ewige Jude&#8220;. Witeschnik im Original-Ton: &#8222;(&#8230;) Wir wollen hier blo\u00df eines herausgreifen, da [sic!] sich vielleicht aus all den Bildern, Gegenst\u00e4nden, Akten, Dokumenten, Statistiken usw. zum ersch\u00fctterndsten Eindruck und zugleich zur \u00fcberw\u00e4ltigendsten Anklage gegen das Judentum verdichtet, das ist die sittliche Verkommenheit des Juden und sein geradezu satanischer Einflu\u00dffeldzug in dieser Richtung. Hinter allen Masken verbirgt sie sich, Kunst, Presse und Wissenschaft m\u00fcssen ihre Namen leihen, aber \u00fcberall schl\u00e4gt sie durch, die j\u00fcdische Dreckseele und ihr einziges Ziel: die planm\u00e4\u00dfige Rassenzersetzung. (&#8230;)&#8220; Kommentar \u00fcberfl\u00fcssig. Zu Witeschniks Biographie siehe <em>Anzeiger, <\/em>Nr. 6, Mitte M\u00e4rz 1974, S. 32. Witeschnik starb am 19. Juli 1993 in Wien.<\/p>\n<p class=\"Note\"><a href=\"#_ftnref28\" target=\"text\" name=\"_ftn28\">[28]<\/a> MARIA GRENGG, Seine sch\u00f6nste Best\u00e4tigung als Dichter. In: HEINRICH ZILLICH (Hg.): Bekenntnis Zu Josef Weinheber. Erinnerungen seiner Freunde. Salzburg: Akademischer Gemeinsch\u00e4ftsverlag, 1950, S. 42-46; bes. S. 42.<\/p>\n<p class=\"Note\"><a href=\"#_ftnref29\" target=\"text\" name=\"_ftn29\">[29]<\/a> Brief Weinhebers an Korfiz Holm, vom 24.11.1937 (Briefe, zit. Anm. 23), S. 288 f.). Anders h\u00e4tte Weinheber im August 1934 unmittelbar vor seinem <em>Adel und Untergang<\/em> geurteilt: &#8222;Luser ist au\u00dferordentlich koulant, eine wahre Wohltat. Er hat das Buch genau so gemacht, wie wir es zusammengestellt hatten. Nicht ein Jota hat mir Ing. Grimme ver\u00e4ndern d\u00fcrfen. Ich bin wild gl\u00fccklich.&#8220; (Anm. 23, S. 82, 29.8.1934). Grimme ist am 14.8.1983 gestorben.<\/p>\n<p class=\"Note\"><a href=\"#_ftnref30\" target=\"text\" name=\"_ftn30\">[30]<\/a> Allgemein wird auf die Arbeit von H\u00fctter sowie auf die eingehende Analyse von B\u00f6hm verwiesen. Zu den Auflagenzahlen seiner B\u00fccher bei Luser bis Ende 1937 siehe <em>B\u00f6rsenblatt<\/em>, Nr. 275, 27.11.1937, S. 6051. Zahlen 1944, H\u00fctter, S. 243.<\/p>\n<p class=\"Note\"><a href=\"#_ftnref31\" target=\"text\" name=\"_ftn31\">[31]<\/a> Verlagswerbung zur Neuauflage 1937, in: <em>B\u00f6rsenblatt, <\/em>Nr. 270, 22.11.1937, S. 5867.<\/p>\n<p class=\"Note\"><a href=\"#_ftnref32\" target=\"text\" name=\"_ftn32\">[32]<\/a> FRANZ KOCH, Gegenwartsdichtung in \u00d6sterreich. Berlin 1935.<\/p>\n<p class=\"Note\"><a href=\"#_ftnref33\" target=\"text\" name=\"_ftn33\">[33]<\/a> Zitiert nach der Verlagsanzeige in: <em>B\u00f6rsenblatt, <\/em>Nr. 270, 22.11.1937, S. 5867.<\/p>\n<p class=\"Note\"><a href=\"#_ftnref34\" target=\"text\" name=\"_ftn34\">[34]<\/a> Beide zitierten Schriftst\u00fccke finden sich im Akt Luser\/Gremium.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Adolf Luser Verlag (Eckardt-Verlag Adolf Luser, Wiener Verlagsges.m.b.H.) (Wien-Leipzig) [1] Der Adler Die Produktion Nach 1933\/34 waren v\u00f6lkisch-national ausgerichtete Verlage in \u00d6sterreich zumindest der Zahl, wenn nicht auch der Bedeutung nach, in der Mehrzahl. Bei keinem dieser Verlage (Verlag &#8222;Das Bergland-Buch&#8220;, Augarten-Verlag, S.L. Gerstel, Krystall-Verlag usw.) lag das Nahverh\u00e4ltnis zum\u2026<\/p>\n<p> <a class=\"continue-reading-link\" href=\"http:\/\/verlagsgeschichte.murrayhall.com\/?page_id=375\"><span>Continue reading<\/span><i class=\"crycon-right-dir\"><\/i><\/a> <\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"parent":149,"menu_order":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","template":"","meta":{"footnotes":""},"class_list":["post-375","page","type-page","status-publish","hentry"],"_links":{"self":[{"href":"http:\/\/verlagsgeschichte.murrayhall.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages\/375","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"http:\/\/verlagsgeschichte.murrayhall.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages"}],"about":[{"href":"http:\/\/verlagsgeschichte.murrayhall.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/page"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/verlagsgeschichte.murrayhall.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/verlagsgeschichte.murrayhall.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=375"}],"version-history":[{"count":9,"href":"http:\/\/verlagsgeschichte.murrayhall.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages\/375\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":2566,"href":"http:\/\/verlagsgeschichte.murrayhall.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages\/375\/revisions\/2566"}],"up":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/verlagsgeschichte.murrayhall.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages\/149"}],"wp:attachment":[{"href":"http:\/\/verlagsgeschichte.murrayhall.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=375"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}