{"id":38,"date":"2015-09-01T15:52:46","date_gmt":"2015-09-01T13:52:46","guid":{"rendered":"http:\/\/verlagsgeschichte.murrayhall.com\/?page_id=38"},"modified":"2017-06-14T14:43:09","modified_gmt":"2017-06-14T12:43:09","slug":"i-entwicklung-des-verlagsbuchhandels-in-oesterreich-bis-1918","status":"publish","type":"page","link":"http:\/\/verlagsgeschichte.murrayhall.com\/?page_id=38","title":{"rendered":"I. Entwicklung des Verlagsbuchhandels in \u00d6sterreich bis 1918"},"content":{"rendered":"<h2>I. Entwicklung des Verlagsbuchhandels in \u00d6sterreich bis 1918<\/h2>\n<h6><\/h6>\n<ul>\n<li><a href=\"#I1\">1. Historischer Abri\u00df<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#I2\">2. Behinderungen in der Entwicklung vor 1918<\/a>\n<ul>\n<li><a href=\"#2a\">a) Verlag, Urheberrecht und Berner Konvention<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#2b\">b) Das neue Gesetz 1895<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#2c\">c) Exkurs \u00fcber die Berner Convention<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#2d\">d) Folgen und Auswirkungen des mangelnden Schutzes<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#2e\">e) Gr\u00fcnde f\u00fcr den Nicht-Beitritt<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#2f\">f) Weiterentwicklung in \u00d6sterreich bis 1920<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#2g\">g) Der Verlag und das Pre\u00dfgesetz<\/a><\/li>\n<\/ul>\n<\/li>\n<li><a href=\"#I3\">3. Allgemeine Entwicklung des Verlags bis 1918<\/a>\n<ul>\n<li><a href=\"#3a\">a) 1909<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#3b\">b) 1910<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#3c\">c) 1911<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#3d\">d) 1912<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#3e\">e) 1913<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#3f\">f) 1914 &#8211; 1918. Der Weltkrieg<\/a><\/li>\n<\/ul>\n<\/li>\n<li><a href=\"#I4\">4. Die Verlagslandschaft in \u00d6sterreich vor 1918<\/a>\n<ul>\n<li><a href=\"#4a\">a) Artaria &amp; Co<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#4b\">b) Anton Schroll &amp; Co. (L.W. Seidel)<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#4c\">c) Verlag Ed. Strache<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#4d\">d) Wilhelm Braum\u00fcller<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#4e\">e) Verlag Franz Deuticke<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#4f\">f) Wilhelm Frick<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#4g\">g) Universal-Edition A.G.<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#4h\">h) Styria (Meyerhoff, Moser)<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#4i\">i) Manz (Rhombus A.G.)<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#4j\">j) Ed. H\u00f6lzel<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#4k\">k) Urban &amp; Schwarzenberg<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#4l\">l) Verlag der Wiener Volksbuchhandlung<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#4m\">m) Moritz Perles<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#4n\">n) Gerlach &amp; Wiedling<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#4o\">o) Carl Fromme<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#4p\">p) Robert Mohr<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#4q\">q) Halm &amp; Goldmann<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#4r\">r) Wiener Verlag<\/a><\/li>\n<\/ul>\n<\/li>\n<li><a href=\"#sprungmarke1\">Erg\u00e4nzungen zur Buchver\u00f6ffentlichung von 1985<\/a>\n<ul>\n<li><a href=\"#erg1\">Neueste Forschungsliteratur<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#erg2\">Illustrationen<\/a><\/li>\n<\/ul>\n<\/li>\n<\/ul>\n<h3><\/h3>\n<h3><a title=\"I1\" name=\"I1\"><\/a><\/h3>\n<h3>1. Historischer Abri\u00df<\/h3>\n<p>Die Entwicklung und die &#8222;Geschichte&#8220; des Verlagswesens zeigt eine Verschwisterung zwischen Buchdrucker und Buchh\u00e4ndler bzw. Sortimenter. Carl Junker stellt in seinem \u00dcberblick \u00fcber die geschichtliche Entwicklung des Buchhandels in \u00d6sterreich f\u00fcnf verschiedene Perioden fest.<a title=\"_ftnref1\" href=\"#_ftn1\" name=\"_ftnref1\"><span class=\"reference\">[1]<\/span><\/a> Mit seinen vielen Kl\u00f6stern war \u00d6sterreich vornehmlich eine wichtige St\u00e4tte des Handschriftenhandels. Noch im Mittelalter, ein Jahrhundert vor der Erfindung der Buchdruckerkunst durch Gutenberg, war 1365 die Wiener Universit\u00e4t von Rudolf dem Stifter gegr\u00fcndet worden. Sie entwickelte sich im Laufe der n\u00e4chsten zwei Jahrhunderte zu einer bedeutenden St\u00e4tte neuzeitlichen Wissens und sollte dann eine &#8222;Schaltstelle&#8220; in der Verbreitung des Buchhandels werden. Die ersten gedruckten B\u00fccher sind relativ sp\u00e4t nach \u00d6sterreich gelangt. Der Abt von Sankt Florian soll im Jahre 1472 als erster hier ein gedrucktes Buch gekauft haben. Zehn Jahre sp\u00e4ter hat dann ein nicht gdenannter Drucker mehrere Kleindrucke (eines W\u00f6rterbuchs, einer Rochuslegende, und neun weiterer Schriften) verlegt, womit die Feier im Jahre 1982 von &#8222;500 Jahre Druck in \u00d6sterreich&#8220; einigerma\u00dfen begr\u00fcndet erscheint.<a title=\"_ftnref2\" href=\"#_ftn2\" name=\"_ftnref2\"><span class=\"reference\">[2]<\/span><\/a> Diese Drucke stellten zwar die fr\u00fchesten einwandfrei nachgewiesenen Produkte des \u00f6sterreichischen graphischen Gewerbes dar, aber von einem &#8222;Verlag&#8220; im heutigen Sinn war man noch weit entfernt.<\/p>\n<p>Ende des 15. Jahrhunderts oder Anfang des 16. wurde von den Gebr\u00fcdern Allantsee aus Bayern gegen\u00fcber dem Stephansdom ein Verlagshaus, &#8222;das bald die ganze damalige Welt, soweit sie f\u00fcr das Geistige Interesse hatte, umspann&#8220; (Junker, ebenda, S. 7) gegr\u00fcndet. Sowohl der Wiener als auch der \u00f6sterreichische Buchhandel waren Anfang des 16. Jahrhunderts noch ziemlich abgeschnitten. Er beschr\u00e4nkte sich noch fast nur auf die Residenzstadt und auf einige fahrende Buchf\u00fchrer.<\/p>\n<p>Junker bezeichnet die zweite Periode als &#8222;die dunkelste Zeit&#8220;: &#8222;fast hundert Jahre h\u00f6ren wir von einem Buchhandel in Wien und \u00d6sterreich, soweit er nicht von den inl\u00e4ndischen Buchdruckern ausging, fast nichts.&#8220; (Junker, ebenda, S. 8). Der Entwurf einer Buchh\u00e4ndlerordnung aus dem Jahre 1578 ist zwar \u00fcberliefert, doch ist es ungewi\u00df, ob sie je in Kraft getreten ist. Nach einiger Unklarheit wurde in einem Dekret des Jahres 1628 erkl\u00e4rt, da\u00df nun beide Gewerbe &#8211; Buchhandel und Buchdruck &#8211; der Wiener Universit\u00e4t unterst\u00fcnden. Im Jahre 1698 schlie\u00dflich starb Johann Gottfried B\u00f6\u00dfkraut, der Inhaber der \u00e4ltesten Wiener Buchhandlung. In Wien an der Wende zwischen dem 17. und 18. Jahrhundert, einer Stadt, die nur etwas mehr als 100.000 Einwohner hatte, fand man acht Buchdrucker, die in der Regel auch &#8222;Verleger&#8220; waren, und sechs Buchhandlungen. Mit der Errichtung des neuen Geb\u00e4udes der Hofbibliothek im Jahre 1726 durch Kaiser Karl VI. registrierte man einen merkbaren Aufschwung im Buchgewerbe.<\/p>\n<p>Wien z\u00e4hlte zwar zu den \u00e4ltesten Druckorten im deutschen Sprachraum, aber es wird allgemein die Meinung vertreten, da\u00df man eigentlich erst seit der Zeit Maria Theresias von einem \u00f6sterreichischen Verlag sprechen kann. Und mit ihrer Regierungszeit beginnt nach Junker die dritte Periode in der Entwicklung des Verlagsbuchhandels in \u00d6sterreich. Unter ihrer Herrschaft wurde n\u00e4mlich die &#8222;Ordnung f\u00fcr die Buchh\u00e4ndler in den kaiserl. k\u00f6nigl. Erblanden vom 28. M\u00e4rz 1772&#8220; publiziert. Dieser Ordnung ging eine Reihe von kleinen Schritten hinsichtlich der Verleihung von Buchh\u00e4ndlerkonzessionen voraus. Bis 1755 konnte nur die Wiener Universit\u00e4t bestimmen, wieviele Buchhandlungen es geben sollte und wem eine Konzession verliehen werden durfte. Ab diesem Jahr durfte die Universit\u00e4t die Zahl der Buchhandlungen in Wien k\u00fcnftig nicht mehr ohne kaiserliche Bewilligung erh\u00f6hen. Dieses Hofdekret hatte zur Folge, da\u00df die Universit\u00e4t somit nur mehr das Recht hatte, die \u00dcbertragung von Buchhandlungsbefugnissen zu gestatten. Eine Resolution der Kaiserin im September 1771 besagte, da\u00df k\u00fcnftig die Buchhandlungsfreiheiten lediglich durch die &#8222;Kommerzialkonzesse&#8220; und in wichtigen F\u00e4llen nur mit Bewilligung des Kommerzialhofrates erteilt werden durften. Gleichzeitig befahl die Kaiserin die Ausarbeitung der vorhin erw\u00e4hnten Buchh\u00e4ndlerordnung.<\/p>\n<p>Ma\u00dfgebend f\u00fcr die Entwicklung des Verlagsbuchhandels noch zu einer Zeit, wo es den reinen &#8222;Verleger&#8220; im sp\u00e4teren Sinne offenbar nicht gab, war der 7. Punkt der kaiserlichen Ordnung:<\/p>\n<p><em>7<sup>mo<\/sup> Die Buchh\u00e4ndler k\u00f6nnen mit allen Gattungen der B\u00fccher, au\u00dfer den verbothenen, folglich mit gebundenen, und ungebundenen, alten, und neuen, einzeln Kupferstichen, und Landkarten, so wie mit dergleichen ganzen Werken Verkehr, und Handel treiben, auch selbst B\u00fccher verlegen und von anderen erkaufen. (&#8230;)<\/em><a title=\"_ftnref3\" href=\"#_ftn3\" name=\"_ftnref3\"><span class=\"reference\">[3]<\/span><\/a><\/p>\n<p>Nur: Den konzessionierten &#8222;B\u00fccherkr\u00e4mern&#8220;, die den &#8222;Handel mit allen gebundenen B\u00fcchern&#8220; trieben, war der &#8222;Verlag neuer B\u00fccher&#8220; nicht erlaubt.<\/p>\n<p>Die Zahl der Buchh\u00e4ndler, die &#8222;auch selbst B\u00fccher verlegen&#8220; konnten, blieb sehr beschr\u00e4nkt und durfte sogar &#8222;ohne Noth&#8220; nicht vermehrt werden. Der einzige andere Bezug zum &#8222;Verleger&#8220; in dieser Ordnung betrifft eine Art von &#8222;copyright&#8220;, vom ausschlie\u00dflichen Recht, dieses oder jenes Buch zu verlegen:<\/p>\n<p class=\"zitat\"><em>10<sup>mo<\/sup> Den Buchh\u00e4ndlern stehet bevor, f\u00fcr die in Verlag nehmende B\u00fccher Privilegia impressoria anzusuchen, nach deren Erhaltung keinem Buchh\u00e4ndler in den kaiserl. k\u00f6nigl. Erblanden gestattet ist, ein solches Buch w\u00e4hrend der Dauer des Privilegii mit oder ohne Zus\u00e4tzen wieder aufzulegen, oder einige Exemplare von einer fremden, oder anderen erbl\u00e4ndischen Auflage zu f\u00fchren, bey Confiscations- und der in dem Privilegio enthaltenen Strafe. (a.a.O.)<\/em><\/p>\n<p>Der neue, freie Geist setzte sich in der kurzen Regierungszeit von Kaiser Joseph II. fort. Nun wurden die Verh\u00e4ltnisse im Wiener Buchhandel grundlegend ver\u00e4ndert. Ein Meilenstein in dieser Hinsicht war das Zensurpatent vom 11. Juni 1781. Durch die Freigabe der Presse, der Buchdruckerei und des Buchhandels und die weitgehende Lockerung der Zensurbestimmungen begann die kurzlebige &#8222;Sturm- und Drangperiode&#8220; f\u00fcr den \u00f6sterreichischen Buchhandel. Die josephinischen Reformen fanden aber teils durch den sterbenden Kaiser selbst, teils durch den nach kurzer Regierung seines Bruders Leopold II. nachfolgenden Kaiser Franz rasch ein Ende. Die wenigen etablierten Wiener Buchh\u00e4ndler waren \u00fcber die alten-neuen Einschr\u00e4nkungen nicht ungl\u00fccklich, zumal sie in der Freiheit ihren Ruin sahen. Die &#8222;Konzessionspflicht&#8220; blieb und bleibt eine der am h\u00e4ufigsten diskutierten Fragen im \u00f6sterreichischen Buchhandel \u00fcberhaupt. (In Deutschland herrschte Gewerbefreiheit, also keine Konzessionspflicht.)<\/p>\n<p>Junker setzt die vierte Periode mit den Jahren 1806 bis 1860 an. Am 18. M\u00e4rz 1806 hatte Kaiser Franz eine Buchh\u00e4ndlerordnung erlassen, die sich nicht wesentlich von jener Maria Theresias aus dem Jahre 1772 unterschied. Dieser Zeitraum, auf den wir in anderem Zusammenhang noch kurz zu sprechen kommen werden, ist mit Ausnahme eines kurzen Zwischenspiels im Jahre 1848 durch Zensur und Repression gekennzeichnet.<\/p>\n<p>Zwei Gesetzeswerke, die (bis heute) einen \u00fcberragenden Einflu\u00df auf den Verlagsbuchhandel aus\u00fcbten und die ihn in geordnete Bahnen lenken sollten, wurden in den Jahren 1859 und 1860 herausgegeben. Das erste war die Publikation der neuen Gewerbe-Ordnung (G.O.) am 20. Dezember 1859. Was dem Laien etwas kurios erscheinen mag, ist die Tatsache, da\u00df der Begriff &#8222;Verleger&#8220; (und Verlag) nicht ausdr\u00fccklich erw\u00e4hnt wird. Er wurde halb von Gewerbebestimmungen, halb von Pre\u00dfgesetzen &#8211; wie dem vom 17. Dezember 1862 &#8211; betroffen. Nach dem Gesetz vom Jahre 1859, das mehrfach novelliert wurde, geh\u00f6rte der &#8222;Verlag&#8220; &#8211; ohne erw\u00e4hnt zu sein &#8211; neben Buchhandlungen einschlie\u00dflich Antiquarhandlungen, Kunst- und Musikalienhandlungen gem\u00e4\u00df \u00a7 15,1 zu den konzessionierten Gewerben. Zum Antritte eines solchen konzessionierten Gewerbes wurde &#8211; mit Beziehung auf das betreffende Gewerbe &#8211; &#8222;eine besondere Bef\u00e4higung&#8220; gefordert. \u00dcberdies war &#8222;auf die Lokalverh\u00e4ltnisse Bedacht zu nehmen&#8220;, d.h. auf den Lokalbedarf nach einem (weiteren) Gewerbetreibenden. Vom Standpunkt der Konzession also war der Verlag einfach ein untergeordnetes Glied des Buchhandels in \u00d6sterreich, daher der h\u00e4ufige Begriff &#8222;Verlagsbuchhandel&#8220;, &#8222;Verlagsbuchhandlung&#8220;. Da\u00df der Verlag auch konzessionsm\u00e4\u00dfig nichts Eigenst\u00e4ndiges, also nicht eine eigene Sparte darstellte, geht (bis heute) aus dem Namen der im Jahre 1859 gegr\u00fcndeten Standesvertretung, des &#8222;Vereins der \u00f6sterreichischen Buchh\u00e4ndler&#8220;, wie aus dem Namen von dessen offiziellem Organ: <em>Buchh\u00e4ndler-Correspondenz, <\/em>hervor.<\/p>\n<p>Obwohl wir auf die Hemmnisse in der Entwicklung des Verlagswesens in \u00d6sterreich, zumindest der belletristischen Verlage, gleich zur\u00fcckkommen werden, soll &#8211; da wir gerade die entscheidenden Bestimmungen der Gewerbe-Ordnung zitiert haben &#8211; auf ein kurioses Faktum hingewiesen werden. Man bem\u00fchte sich ganz allgemein aus gesch\u00e4ftlichen Gr\u00fcnden sicherlich zu Recht, Konzessionen wie einen Schatz zu h\u00fcten und Vermehrungen tunlichst zu vermeiden. Im Fall des reinen Verlags, genauer gesagt des Betriebs eines Verlags mit Ausschlu\u00df des offenen Ladengesch\u00e4fts bzw. des &#8222;Gassenlokals&#8220;, durch den keinerlei Konkurrenz f\u00fcr Sortimentsbuchhandlungen entstand, war die Verleihung einer Konzession auch in dieser beschr\u00e4nkten Art dennoch unsinnigerweise an die Klausel &#8222;Lokalbedarf&#8220; gebunden. Selbst in den 20er und 30er Jahren des 20. Jahrhunderts wurden Antr\u00e4ge auf Verleihung einer Verlagskonzession mit Ausschlu\u00df des offenen Ladengesch\u00e4fts von der Korporation der Wiener Buch-, Kunst- und Musikalienh\u00e4ndler mit der Begr\u00fcndung glattweg abgelehnt, es w\u00e4re etwa in derselben Umgebung ein Verlag mit derselben beschr\u00e4nkten Konzession vorhanden. Erst durch eine Berufung bei der h\u00f6chsten Instanz, dem BM f\u00fcr Handel und Verkehr, kam der Antragsteller in den Besitz der begehrten Konzession. Zu viele reine Sortimentsbuchhandlungen waren besonders in wirtschaftlich schwierigen Zeiten f\u00fcr die ganze Buchhandelsbranche gewi\u00df sch\u00e4dlich. Aber auch Verlagskonzessionen wurden von Buchh\u00e4ndlern vergeben, da sie in den entscheidenden Gremien sa\u00dfen. Diese Praxis des &#8222;H\u00fctens&#8220; war einer von mehreren Hemmschuhen in der Entwicklung des Verlagswesens in \u00d6sterreich.<\/p>\n<p>Junker setzt schlie\u00dflich den Beginn der f\u00fcnften Periode mit dem Ende des Ersten Weltkriegs und dem Werden der Republik \u00d6sterreich gleich. Also mit dem Jahre 1918.<\/p>\n<h3><a title=\"I2\" name=\"I2\"><\/a>2. Behinderungen in der Entwicklung vor 1918<\/h3>\n<p>Bevor wir die Bedingungen f\u00fcr die Entwicklung und Entfaltung des belletristischen Verlags in \u00d6sterreich nach 1918 analysieren und die &#8222;Bl\u00fcte&#8220; verst\u00e4ndlich machen k\u00f6nnen, m\u00fcssen wir uns zuerst mit den Produktions- und Marktbedingungen bis zu diesem Zeitpunkt auseinandersetzen.<\/p>\n<p>In der sp\u00e4rlichen Literatur zur Geschichte des \u00f6sterreichischen Verlagsbuchhandels trifft man immer wieder auf die Feststellung, da\u00df es weder in Wien noch in \u00d6sterreich allgemein vor 1918 \u00fcberhaupt je einen namhaften belletristischen Verlag gegeben habe.<a title=\"_ftnref4\" href=\"#_ftn4\" name=\"_ftnref4\"><span class=\"reference\">[4]<\/span><\/a> Aus einem anderen Blickwinkel formuliert: &#8222;Eine auch nur fl\u00fcchtige Beobachtung zeigt, da\u00df der deutsche Verlagsbuchhandel zu einem wesentlichen Gro\u00dfteil von Werken \u00f6sterreichischer Autoren lebt.&#8220;<a title=\"_ftnref5\" href=\"#_ftn5\" name=\"_ftnref5\"><span class=\"reference\"> [5]<\/span><\/a><\/p>\n<h4><a name=\"2a\"><\/a>a) Verlag, Urheberrecht und Berner Convention<\/h4>\n<p>Das f\u00fchrt naturgem\u00e4\u00df zu \u00dcberlegungen hinsichtlich der Ursachen hief\u00fcr, und diese erhellen \u00fcberhaupt die allgemeine Entwicklung des Verlagsbuchhandels in \u00d6sterreich. Warum haben \u00f6sterreichische Autoren des 19. Jahrhunderts, die heute als &#8222;Klassiker&#8220; der \u00f6sterreichischen Literatur gelten, von der j\u00fcngeren Generation um die Jahrhundertwende ganz zu schweigen, ihre Werke fast ausschlie\u00dflich in Deutschland publiziert? Zum Beispiel waren die Werke von \u00d6sterreichs gr\u00f6\u00dftem Dichter des 19. Jahrhunderts, Franz Grillparzer, bis zum Ablauf der Schutzfrist nur durch Cotta in Stuttgart zu beziehen. Aber auch Lenau, Ferdinand von Saar (Wei\u00df: Heidelberg), Peter Rosegger, Ludwig Anzengruber (Cotta: Stuttgart), Anastasius Gr\u00fcn (Cotta: Stuttgart), Marie von Ebner-Eschenbach (Stuttgart), Enrica von Handel-Mazzetti (Paetel: Berlin), Adalbert Stifter (Heckenast: Budapest), u.v.a. zog es ins Ausland. Selbst die Werke von Nestroy und Raimund erschienen in deutschen Verlagen. An Namen besteht kein Mangel: Man braucht nur auf die Tatsache hinzuweisen, da\u00df der Berliner S. Fischer Verlag bis 1918 in etwa drei Dutzend \u00f6sterreichische Autoren in seinem Programm hatte und mit diesen ein gutes Gesch\u00e4ft machte.<a title=\"_ftnref6\" href=\"#_ftn6\" name=\"_ftnref6\"><span class=\"reference\">[6]<\/span><\/a><\/p>\n<p>Die Frage nun, ob sich kein belletristischer Verlag entwickelte, weil die (bedeutenden) Autoren in Deutschland ver\u00f6ffentlichten, oder ob die \u00f6sterreichischen Autoren ihre Werke in Deutschland publizierten, weil in \u00d6sterreich kein entsprechender belletristischer Verlag existierte, ist m\u00fc\u00dfig. Es scheint ein dialektisches Verh\u00e4ltnis bestanden zu haben. Die Gr\u00fcnde f\u00fcr diesen Zustand scheinen historischer, politischer, literarischer und volkswirtschaftlicher Natur zu sein. Beginnen wir mit dem politischen Aspekt.<\/p>\n<p>Die berechtigte \u00f6sterreichische Zensur war ein Schreckgespenst sowohl f\u00fcr den Autor als auch f\u00fcr den Verleger. Sie hatte eine Nachwirkung auf den gesch\u00e4ftlichen Betrieb der Verleger. &#8222;Der \u00f6sterreichische Verleger war ruiniert, wenn mehrere der bei ihm erschienenen Werke verboten wurden. Sein erstes und letztes Absatzgebiet war ja doch immer das eigene Land; auch h\u00e4tte es die Zensur kaum zugelassen, da\u00df er die von ihr verbotenen B\u00fccher ausf\u00fchre. Dem Verleger im Reich bedeutete ein \u00f6sterreichischer Zensurstreich nur den Verlust eines Teiles seines Absatzgebietes, n\u00e4mlich des \u00f6sterreichischen. So wurde naturnotwendig, so lange diese Zensur in \u00d6sterreich bestand, der \u00f6sterreichische Verlagsbuchhandel niedergehalten, w\u00e4hrend er sich drau\u00dfen in den anderen deutschen Staaten bereits kr\u00e4ftig entwickeln konnte. Der Vorsprung, den dadurch der reichsdeutsche Verlagsbuchhandel vor dem \u00f6sterreichischen gewann, konnte bis zur Stunde nicht mehr eingeholt werden.&#8220; <a title=\"_ftnref7\" href=\"#_ftn7\" name=\"_ftnref7\"><span class=\"reference\">[7]<\/span><\/a><\/p>\n<p>In jener Zeit der kleinlichsten Zensur wurde es zur Gewohnheit, da\u00df \u00f6sterreichische Autoren mit ihren Werken ins benachbarte Deutschland flohen. &#8222;Wenn sie schon das Damoklesschwert eines \u00f6sterreichischen B\u00fccherverbotes traf, so blieb ihnen doch noch die M\u00f6glichkeit, da\u00df ihre B\u00fccher wenigstens in den anderen deutschen Staaten Verbreitung fanden.&#8220; (ebda.)<\/p>\n<p>Und was wiederum die Wahl des Verlagsorts durch den \u00f6sterreichischen Autor betrifft, so war es nicht nur die Zensur, die Dutzende und Aberdutzende Schriftsteller veranla\u00dfte, ihre B\u00fccher einem reichsdeutschen Verlag anzuvertrauen. Ein bislang wenig ber\u00fccksichtigter Grund ist die ung\u00fcnstige Entwicklung der Frage des <em>Urheberrechts <\/em>in \u00d6sterreich &#8211; und manche sind der Ansicht, da\u00df auch die neueste Regelung des Urheberrechts Anfang der 80er Jahre ebensowenig zufriedenstellend ist. Es soll aber unterstrichen werden, da\u00df die Urheberrechtsfrage unter den vielen Hemmnissen in der Entwicklung des belletristischen Verlags nicht einzig und allein entscheidend, wohl aber ein einleuchtendes Motiv war, literarische Werke nicht in \u00d6sterreich bzw. \u00d6sterreich-Ungarn erscheinen zu lassen.<\/p>\n<p>Carl Junker meint in seiner im Jahre 1900 erschienenen Schrift <em>Die Berner Convention zum Schutze der Werke der Litteratur und Kunst und \u00d6sterreich-Ungarn, <\/em>nichts in \u00d6sterreich sei &#8222;weniger erbaulich als die Geschichte aller jener Institutionen und Gesetze, welche sich auf die geistige Produktion beziehen&#8220;.<a title=\"_ftnref8\" href=\"#_ftn8\" name=\"_ftnref8\"><\/a> Er meint ferner, man k\u00f6nne &#8222;mit Fug und Recht behaupten, da\u00df kein Staat von der Bedeutung unserer Monarchie seinen geistigen Arbeitern so wenig Schutz im Auslande gesichert hat, wie \u00d6sterreich-Ungarn&#8220; (ebda., S. 70). Um die &#8222;Flucht&#8220; \u00f6sterreichischer Schriftsteller teilweise zu begr\u00fcnden und somit die Ursachen f\u00fcr die Nicht-Existenz namhafter belletristischer Verlage zu erhellen, m\u00fcssen wir uns mit dem Verhalten der Monarchie bzw. \u00d6sterreichs in der allgemeinen Entwicklung in der Frage Urheberrecht besonders im Hinblick auf die sog. Berner Convention befassen.<\/p>\n<p>Das erste Urheberrecht in \u00d6sterreich,<a title=\"_ftnref9\" href=\"#_ftn9\" name=\"_ftnref9\"><span class=\"reference\">[9]<\/span><\/a> eben jenes Gesetz, das die Grundlage des Verh\u00e4ltnisses zwischen Verleger und Autor bildet, existierte in Form eines kaiserlichen Patents vom 19. Oktober 1846. Erlassen wurde das Patent dem Wortlaut nach &#8222;zum Schutz des literarischen und artistischen Eigentums gegen unbefugte Ver\u00f6ffentlichung, Nachdruck und Nachbildung&#8220;. Das Gesetz hatte im deutschen Sprachgebiet eine Reihe von Vorl\u00e4ufern, so das preu\u00dfische Gesetz (1837), das bayrische (1840), das braunschweigische (1842), das s\u00e4chsische (1844) und schlie\u00dflich das w\u00fcrttembergische (1845). Dieser k\u00fchne Schritt in \u00d6sterreich wurde sodann durch die Beschl\u00fcsse des Deutschen Bundes und der mit Sardinien geschlossenen Konvention zum Schutz des literarischen und artistischen Eigentums vom 22. Mai 1840 unmittelbar beeinflu\u00dft.<\/p>\n<p>Der wohl wichtigste Gedanke in diesem &#8222;Autorrechtspatent&#8220; war zweifellos, da\u00df man das Werk als geistiges Eigentum des Urhebers ausdr\u00fccklich anerkannte. Dieses Recht war aber zugleich einer Reihe von Beschr\u00e4nkungen unterworfen. Stark beeintr\u00e4chtigt war das Urheberrecht im Hinblick auf \u00dcbersetzungen und dramatische bzw. musikalische Werke. Neben der Reziprozit\u00e4tsklausel, (also der Bestimmung \u00fcber gegenseitigem Schutz), enthielt das Gesetz eine \u2013 aus sp\u00e4terer Sicht \u2013 sehr primitive Regelung bez\u00fcglich \u00dcbersetzungen. Es verbot die sofortige eigenm\u00e4chtige \u00dcbersetzung eines erschienenen gesch\u00fctzten literarischen Werkes nur in dem Fall auf ein Jahr, als sich der Autor des Originals das \u00dcbersetzungsrecht beim Erscheinen des Originals ausdr\u00fccklich vorbehalten hatte. Aber nach Ablauf dieses einen Jahres gab das Gesetz von 1846 die \u00dcbersetzung unter allen Umst\u00e4nden frei. Von einer Abgeltung der \u00dcbersetzungsrechte ist nichts bekannt. Was die \u00f6ffentliche Auff\u00fchrung eines dramatischen oder musikalischen Werks betrifft, so stand dem Urheber das ausschlie\u00dfliche Recht zu, aber nur so lang, als das Werk nicht durch den Druck oder Stich ver\u00f6ffentlicht worden war. Man differenzierte, aber &#8222;Ver\u00f6ffentlichung&#8220; war nicht immer gleich &#8222;Ver\u00f6ffentlichung&#8220;. Denn es galt nicht als eine solche Ver\u00f6ffentlichung, wenn der Autor einzelne, in Druck gelegte Exemplare als Manuskript (wie z.B. Schnitzlers <em> Reigen<\/em>) herausgab und dies ausdr\u00fccklich auf dem Exemplar ersichtlich war. So findet man auf \u00e4lteren Werken den Vermerk: &#8222;Den B\u00fchnen gegen\u00fcber als Manuskript gedruckt.&#8220; Ende 1858 erfuhr das geltende Gesetz durch die Ministerialverordnung vom 27. Dezember (RGBl. Nr. 6\/1859) eine kleine \u00c4nderung insofern, als die Beschl\u00fcsse der deutschen Bundesversammlung vom 12. M\u00e4rz 1857 zur Geltung gelangten. Nunmehr sollte das Recht zur Auff\u00fchrung eines dramatischen oder musikalischen Werkes durch den Druck und die Verbreitung des Werkes nicht verlorengehen, wenn sich der Urheber das Auff\u00fchrungsrecht durch einen auf allen Exemplaren befindlichen Vorbehalt gewahrt hatte. Ansonsten herrschte der Rechtszustand des Jahres 1846 in \u00d6sterreich noch ein weiteres halbes Jahrhundert unver\u00e4ndert.<\/p>\n<p>In der Zwischenzeit hatte sich allerhand Neues entwickelt, doch verpa\u00dfte \u00d6sterreich und sp\u00e4ter \u00d6sterreich-Ungarn g\u00e4nzlich den Zug der Zeit und blieb hinter den internationalen Entwicklungen zur\u00fcck. Obwohl das Patent vom Jahre 1846 zu dieser Zeit noch ein &#8222;Gesetz von anerkanntem Werthe&#8220; war,<a title=\"_ftnref10\" href=\"#_ftn10\" name=\"_ftnref10\"><span class=\"reference\">[10]<\/span><\/a> wurden dessen M\u00e4ngel bald offenbar. W\u00e4hrend z.B. die Photographie 1846 blo\u00df im Keim vorhanden war, entwickelte sie sich bald zu einer neuen Kunstgattung, die v\u00f6llig ohne urheberrechtlichen Schutz dastand. Aus diesem mangelhaften Schutz heraus erlitten die Kunstdruckereien Einbu\u00dfen. Nachteile erwuchsen weiters daraus, da\u00df \u00d6sterreich mit Ungarn kein urheberrechtliches Abkommen abgeschlossen hatte. Schon 1847 gab es die ersten Reformbestrebungen der Wiener Kunst- und Musikalienh\u00e4ndler, doch erwirkten diese keine \u00c4nderungen. &#8222;Auch sp\u00e4tere Reformbestrebungen 1852 mit Hilfe der Wiener Handelskammer, dann anfangs der Sechziger- und Siebzigerjahre hatten keinen Erfolg.&#8220; <em> (Verein, <\/em>S. 32). Mitte der 80er Jahre wurde anl\u00e4\u00dflich der Generalversammlung 1885 der Entschlu\u00df gefa\u00dft, eine Kommission zur Ausarbeitung eines den Bed\u00fcrfnissen der Gegenwart entsprechenden Urheberrechtsgesetzes einzusetzen, um dadurch die Aufmerksamkeit der Regierung auf diese Problematik zu lenken. Eine Reihe von Verbesserungsvorschl\u00e4gen war das Resultat: Einf\u00fchrung einer Sachverst\u00e4ndigenkommission; unbedingter Schutz der Melodie bei Kompositionen; eine Schutzfrist von 50 Jahren nach dem Tode des Autors, K\u00fcnstlers oder Komponisten, die auch auf die Auff\u00fchrungsrechte musikalischer und dramatischer Werke voll anzuwenden sei und nicht nur wie bisher den Nachdruck der Werke verhindern sollte.<a title=\"_ftnref11\" href=\"#_ftn11\" name=\"_ftnref11\"><span class=\"reference\">[11]<\/span><\/a> Schlie\u00dflich regte man einen verbesserten Schutz bei \u00dcbersetzungen an, denn gerade in dieser Frage waren Autoren und Verleger gewohnt, durch die Finger zu schauen. Der Vorschlag sah eine dreij\u00e4hrige Frist f\u00fcr die berechtigten, vom Autor und Verleger bestimmten Erst\u00fcbersetzungen vor.<\/p>\n<h4><a name=\"2b\"><\/a>b) Das neue Gesetz 1895<\/h4>\n<p>Versuche, Reformen in der Gesetzgebung durchzusetzen, bekamen einen leichten Auftrieb, als endlich 1887 ein \u00dcbereinkommen zwischen der \u00f6sterreichischen und der ungarischen Regierung zustandekam, das f\u00fcr die Werke der Literatur und Kunst den gegenseitigen Schutz in beiden Reichsh\u00e4lften sicherte. Im Juli 1892 wurde schlie\u00dflich der Entwurf eines neuen Gesetzes zum Schutz von Werken der Literatur, Kunst und Photographie von der Regierung ins Herrenhaus eingebracht. Es vergingen wiederum weitere drei Jahre, bis das neue Gesetz vom 26. Dezember 1895 am 31. Dezember im <em>Reichsgesetzblatt<\/em> kundgemacht wurde. Nach Ansicht von Fachleuten bedeutete dieses Gesetz eine weitgehende Besserung der urheberrechtlichen Bedingungen gegen\u00fcber dem kaiserlichen Patent von 1846. Gesch\u00fctzt waren nun &#8222;die Werke der Litteratur, Kunst und Photographie, weiche im Inlande erschienen sind; ferner solche, deren Urheber \u00f6sterreichische Staatsb\u00fcrger sind, mag das Werk im In- oder Auslande oder noch gar nicht erschienen sein (\u00a7 1)&#8220;. (Junker, <em>Berner Convention, <\/em>S. 44) Nun sah sich der Gesetzgeber auch veranla\u00dft, die eigenm\u00e4chtige \u00dcbersetzung gesch\u00fctzter literarischer Werke in erheblichem Ma\u00dfe einzuschr\u00e4nken. Von nun an war es so, da\u00df der dem Original beim Erscheinen beigesetzte \u00dcbersetzungsvorbehalt dem Autor des Originals das ausschlie\u00dfliche Recht zur Herausgabe von \u00dcbersetzungen f\u00fcr drei Jahre sicherte. Erschien eine autorisierte \u00dcbersetzung innerhalb dieser drei Jahre, galt der Schutz noch f\u00fcr weitere f\u00fcnf Jahre. Nach Ablauf dieser Frist konnten ohne Zustimmung des Urhebers \u00dcbersetzungen in dieselbe Sprache veranstaltet werden. Manche Verleger wu\u00dften diesen mangelnden Schutz weidlich auszunutzen. Trotz Verbesserungen wurde das \u00dcbersetzungsrecht dennoch stiefm\u00fctterlich behandelt. Der Autor war nicht a priori gesch\u00fctzt, sondern er mu\u00dfte sein Recht mittels aufgedrucktem &#8222;Vorbehalt&#8220; sicherstellen. Das Urheberrecht an Werken der Kunst und Literatur endigte in der Regel &#8211; und im Gegensatz zum Vorschlag der Kommission der Buchh\u00e4ndler Mitte der 80er Jahre nach einer Schutzfrist von 50 Jahren &#8211; 30 Jahre nach dem Tod des Urhebers. Das war alles sch\u00f6n und gut, doch die Sache hatte einen Haken. Solches Recht bestand (und besteht) in der Regel auf Gegenseitigkeit, und damit kommen wir zu einem Punkt im Gesetz des Jahres 1895, der nach \u00fcbereinstimmender Ansicht der Kritiker &#8222;einen wesentlichen R\u00fcckschritt, n\u00e4mlich in jenem des internationalen Rechts&#8220; (Junker), bedeutete. F\u00fcr diesen R\u00fcckschritt gibt es zweierlei Gr\u00fcnde. Zum einen hatte man sich bei der Abfassung des &#8222;neuen&#8220; Gesetzes 1895 an ausl\u00e4ndischen, d.h. namentlich an deutschen Gesetzen orientiert, aber leider nicht erkannt, da\u00df diese Vorbilder &#8211; entscheidend war das deutsche Gesetz vom 11. Juni 1870! selbst schon zum Teil recht veraltet waren. Zum anderen absentierte sich \u00d6sterreich-Ungarn v\u00f6llig von der gro\u00dfen internationalen urheberrechtlichen \u00dcbereinkunft. Bevor wir auf die Gr\u00fcnde und Auswirkungen des &#8222;R\u00fcckschritts&#8220; wie auch des mangelnden Schutzes n\u00e4her eingehen, ein Blick auf die sog. Berner Convention.<\/p>\n<h4><a name=\"2c\"><\/a>c) Exkurs \u00fcber die Berner Convention<a title=\"_ftnref12\" href=\"#_ftn12\" name=\"_ftnref12\"><span class=\"reference\">[12]<\/span><\/a><\/h4>\n<p>Bestrebungen in Richtung eines internationalen Schutzes des Urheberrechts reichen in die erste H\u00e4lfte des 19. Jahrhunderts zur\u00fcck. Wesentlich gef\u00f6rdert wurden sie durch die Abhaltung von Schriftstellerkongressen in Br\u00fcssel (1858) und Antwerpen (1877), bei denen man sich mit der Frage einer internationalen einheitlichen Regelung des Urheberrechtsgesetzes auseinandersetzte. Ein weiterer Schritt in diese Richtung war die Pariser Weltausstellung im Jahre 1878, mit der gleichzeitig ein Schriftsteller- und K\u00fcnstlerkongre\u00df stattfand. Schlie\u00dflich kam es im Jahre 1883 in Bern zur Einberufung einer eigenen Konferenz von Vertretern der beteiligten Kreise zur Beratung eines Planes zur Gr\u00fcndung einer Union f\u00fcr das schriftstellerische Eigentum. Es wurde dabei ein Entwurf beschlossen, der von der schweizerischen Regierung noch im selben Jahr den Regierungen aller zivilisierten L\u00e4nder \u00fcbermittelt wurde. Dann lud die schweizerische Regierung zu einer diplomatischen Konferenz am 8. September 1884 nach Bern ein, an der auch \u00d6sterreich-Ungarn &#8211; zum ersten und letzten Mal &#8211; vertreten war. Dieser folgte eine zweite diplomatische Konferenz ebenfalls in Bern am 7. September 1885. Auf dieser Konferenz wurde der abzuschlie\u00dfende Unionsvertrag endg\u00fcltig festgesetzt. Die Regierungen der einzelnen Staaten sollten ihn nun nur annehmen oder ablehnen &#8211; wof\u00fcr sich z.B. \u00d6sterreich-Ungarn entschied &#8211; aber nicht mehr \u00e4ndern k\u00f6nnen. Im folgenden Jahr wurde auf der dritten Berner Konferenz am 9. September 1886 die Union tats\u00e4chlich eingerichtet. Nach Beendigung der Ratifizierungsprozedur trat die &#8222;Berner Convention&#8220; am 5. Dezember 1887 in Kraft. Zu den ersten Unterzeichnern geh\u00f6rten zehn Staaten: Deutschland, Belgien, Spanien, Frankreich, Gro\u00dfbritannien, Haiti, Italien, Schweiz, Tunis und Liberia.<\/p>\n<p>Grundlage dieses internationalen Urheberrechtsschutzes war die v\u00f6llige Gegenseitigkeit der Schutzgew\u00e4hrung. jedes Verbandsland war demnach verpflichtet, den dem Verbandsland angeh\u00f6rigen Werken denselben Schutz zu gew\u00e4hren wie seinen eigenen. Umstritten war die Regelung des \u00dcbersetzungsrechtes, aber man kam miteinander schlie\u00dflich \u00fcberein, da\u00df den Urhebern das ausschlie\u00dfliche \u00dcbersetzungsrecht bis zum Ablauf von zehn Jahren, von der Ver\u00f6ffentlichung des Originalwerkes in einem Verbandsland an, zustehen sollte. Wie erw\u00e4hnt, hat sich \u00d6sterreich fast zehn Jahre sp\u00e4ter dazu durchgerungen, die Schutzfrist von einem auf drei Jahre zu verl\u00e4ngern!<\/p>\n<p>Das Schlu\u00dfprotokoll des Jahres 1886 sah die regelm\u00e4\u00dfige Abhaltung von Konferenzen vor, um die \u00dcbereinkunft einer Revision zu unterziehen. Die n\u00e4chste solche Konferenz fand in Paris am 15. April 1896 statt. Statt die hierbei beschlossenen \u00c4nderungen im Vertrage selbst zu verarbeiten, wurden die Beschl\u00fcsse in drei verschiedenen Texten niedergelegt (Zusatzvertrag, eine Deklaration, die gewisse Bestimmungen der Convention und des Zusatzvertrages erl\u00e4uterte, sowie eine Reihe von W\u00fcnschen f\u00fcr die Zukunft). Die Unterzeichnung von Zusatzvertrag und Deklaration erfolgte am 4. Mai 1896.<\/p>\n<p>Am bedeutendsten unter den \u00c4nderungen war die Ausdehnung des \u00dcbersetzungsrechts auf die ganze Dauer des Rechts an dem Original unter der Voraussetzung, da\u00df der Urheber innerhalb von 10 Jahren, von der Ver\u00f6ffentlichung des Originals angefangen, in einem Verbandslande eine \u00dcbersetzung hat erscheinen lassen. Aber in den kommenden Jahren vergr\u00f6\u00dferte sich in bezug auf die Schutzausdehnung und durch den Beitritt weiterer Staaten der Abstand zu \u00d6sterreich-Ungarn zum besonderen Nachteil seiner deutschen L\u00e4nder. (Auf die Gr\u00fcnde f\u00fcr die ablehnende Haltung haben wir sp\u00e4ter einzugehen.)<\/p>\n<p>Gem\u00e4\u00df dem in Paris gefa\u00dften Beschlu\u00df wurde die dritte Revisionskonferenz, die am 14. Oktober 1908 begann, in Berlin abgehalten. Vertreten waren 15 Verbandsstaaten und 19 Nichtverbandsstaaten. In Berlin kam es zum Beschlu\u00df einschneidender \u00c4nderungen. So wurde der Kreis der gesch\u00fctzten Werke bedeutend erweitert, um Werke der Baukunst, kunstgewerbliche Werke, Photographien, kinematographische Werke usw. miteinzuschlie\u00dfen, das \u00dcbersetzungsrecht dem Urheberrecht gleichgestellt, der Zeitungsschutz (Artikelnachdruck!) verst\u00e4rkt und das Recht der \u00f6ffentlichen Auff\u00fchrung von einem Vorbehalt unabh\u00e4ngig gemacht. Der entsprechende Schutz in \u00d6sterreich war weit zur\u00fcckgeblieben. Die in Berlin revidierte Fassung der Berner Convention trat am 24. Jahrestag der ersten \u00dcbereinkunft am 9. September 1910 in Kraft. Dieser grobe Umri\u00df der Entwicklungsgeschichte der Berner Convention bildet sozusagen den Hintergrund f\u00fcr die Weiterverfolgung der Zust\u00e4nde bzw. der Entwicklung in \u00d6sterreich.<\/p>\n<h4><a name=\"2d\"><\/a>d) Folgen und Auswirkungen des mangelnden Schutzes<\/h4>\n<p>Nach dem Gesetz des Jahres 1895 sollten die urheberrechtlichen Beziehungen \u00d6sterreichs zum Ausland nur mehr auf dem Wege von Staatsvertr\u00e4gen, also von Einzelvertr\u00e4gen, geregelt werden. Freilich war der f\u00fcr \u00f6sterreichische Autoren (und Komponisten) im Ausland so notwendige Schutz nur dadurch zu erreichen, da\u00df \u00d6sterreich seinerseits den ausw\u00e4rtigen Urhebern Schutz gew\u00e4hrte. Das Patent von 1846 hatte z.B. alle im Gebiet des Deutschen Bundes erscheinenden literarischen und artistischen Werke gesch\u00fctzt und alle ausl\u00e4ndischen Werke nach den Grunds\u00e4tzen materieller Reziprozit\u00e4t behandelt. Das war aber trotzdem nur in einem sehr kleinen Ausma\u00df der Fall. Wie war es denn um die Vertragsverh\u00e4ltnisse mit dem Ausland bestellt?<\/p>\n<p>Mit Ungarn hatte \u00d6sterreich die \u00dcbereinkunft zum gegenseitigem Schutz von Autoren, Literatur und Kunst vom 10. Mai 1887 abgeschlossen. Ohne auf den Inhalt des Vertrags n\u00e4her einzugehen, kann man feststellen, da\u00df die Fragen \u00dcbersetzungsrechte und Recht auf \u00f6ffentliche Auff\u00fchrung eines musikalischen oder dramatischen Werks in der Fremdsprache nicht zur Zufriedenheit des Urhebers geregelt worden sein k\u00f6nnen. Das ist etwa am Beispiel Arthur Schnitzlers und des <em> Reigen <\/em>aus dem Jahre 1912 ersichtlich.<a title=\"_ftnref13\" href=\"#_ftn13\" name=\"_ftnref13\"><span class=\"reference\">[13]<\/span><\/a><\/p>\n<p>Mit Frankreich stand \u00d6sterreich in einem problematischen Vertragsverh\u00e4ltnis vom 11. Dezember 1866, dessen Schutz nach Junker geringer war &#8222;als jener, den die franz\u00f6sischen Gesetze bedingungslos den Fremden&#8220; einr\u00e4umten. Auch mit Gro\u00dfbritannien bestand ein Staatsvertrag vom 24. April 1893, der laut Junker &#8222;an Klarheit viel zu w\u00fcnschen \u00fcbrig&#8220; lie\u00df <em>(Berner Convention<\/em>, S. 71). Der Nachteil: Der Vertrag galt blo\u00df f\u00fcr einen Teil der englischen Kolonien. Nur der Vertrag mit Italien vom 8. Juli 1890 gen\u00fcgte allenfalls den Anforderungen. Der einzige Vertrag, der in den Jahren unmittelbar nach dem neuen \u00f6sterreichischen Urheberrechtsgesetz von 1895 zustandekam, war der mit Deutschland vom 30. Dezember 1899. Der Vertrag lag aber weit mehr im Interesse des Deutschen Reiches als \u00d6sterreichs. F\u00fcr \u00d6sterreich wurde er als &#8222;eigentlich bedeutungslos&#8220; betrachtet.<a title=\"_ftnref14\" href=\"#_ftn14\" name=\"_ftnref14\"><\/a> Deutschland war n\u00e4mlich darauf aus, neben seinen durch das Gesetz bestimmten urheberrechtlichen Beziehungen zu \u00d6sterreich auch solche mit Ungarn festzulegen. Einen ausgedehnteren Schutz genossen \u00f6sterreichische Schriftsteller dennoch nicht. Der Grund daf\u00fcr lag in der Gegenseitigkeit, genauer: im mangelnden Schutz, den \u00d6sterreich ausl\u00e4ndischen Autoren gew\u00e4hrte.<\/p>\n<p>Zusammenfassend kann man feststellen, da\u00df in der Zeit bis 1900 \u00d6sterreich mit blo\u00df vier Staaten der Berner Convention einen Vertrag abgeschlossen hatte.<\/p>\n<p>Aber das Grundproblem mit solchen Spezialvertr\u00e4gen bestand darin, da\u00df sie sehr kompliziert, von Land zu Land verschieden waren und nicht mit allen zivilisierten L\u00e4ndern abgeschlossen wurden. Aus diesen Umst\u00e4nden heraus zieht Junker einen wichtigen Schlu\u00df, der uns der Erkl\u00e4rung f\u00fcr die &#8222;Flucht&#8220; \u00f6sterreichischer Autoren in reichsdeutsche Verlage einen Schritt n\u00e4her bringt. Sieht man von den soeben erw\u00e4hnten &#8222;Ausnahmen&#8220; ab, war die Urheberrechtssituation in \u00d6sterreich nach Junkers Res\u00fcmee 1900 katastrophal:<\/p>\n<p class=\"zitat\" style=\"text-align: left;\"><em>Auf der ganzen \u00fcbrigen Erde ist der \u00f6sterreichische und ungarische Autor vogelfrei; jeder kann ungestraft seine Schriften nachdrucken oder \u00fcbersetzen, seine Compositionen vervielf\u00e4ltigen und auff\u00fchren lassen, seine Kunstwerke nachbilden, ohne ihn f\u00fcr seine geistige Arbeit auch nur in geringsten zu entsch\u00e4digen. Und gerade unserer Monarchie w\u00fcrde ein besonderer Schutz f\u00fcr die geistige Production nothwendig sein. (<\/em>Berner Convention,<em> S. 71)<\/em><\/p>\n<p>Die katastrophale Situation blieb w\u00e4hrend der n\u00e4chsten zwei Jahrzehnte praktisch gleich. Die Folgen dieser Schutzlosigkeit im Auslande waren mannigfach. Die geltende Rechtlosigkeit konnte ohne weiteres in klingende M\u00fcnze umgewandelt werden &#8211; eben durch &#8222;legitime&#8220; Raub- und Nachdrucke, durch unbefugte Bearbeitung, durch \u00dcbersetzung. Leidtragender war der Urheber, in unserem Fall der \u00f6sterreichische Schriftsteller, der auf diese Weise (weil vogelfrei) um den Ertrag seiner Arbeit gebracht werden konnte. Genauso hart betroffen waren die \u00f6sterreichischen Komponisten, deren Operetten, Lieder, M\u00e4rsche und Tanzst\u00fccke zwar die ganze Welt beherrschten, aber insofern, als sie in \u00d6sterreich-Ungarn erschienen, sonst nur in denjenigen Staaten Schutz fanden, mit denen \u00d6sterreich-Ungarn ein Abkommen abgeschlossen hatte (Deutsches Reich, Frankreich, Gro\u00dfbritannien, Italien).<\/p>\n<p>Es gab aber zwei M\u00f6glichkeiten des Schutzes und zwar im gro\u00dfen Zusammenhang gesehen, durch den Beitritt \u00d6sterreichs zur Berner Convention, der bis nach dem Ersten Weltkrieg nie als eine reelle M\u00f6glichkeit erschien, oder in Form von &#8222;Selbsthilfe&#8220;. Der Urheber hatte &#8222;aber ein Mittel, sich dagegen zu sch\u00fctzen, indem er sein Werk nicht in seinem Vaterlande, sondern im Auslande erscheinen l\u00e4\u00dft und sich dadurch unter das bessere Recht und den ausgedehnteren Schutz des fremden Staates stellt. Seine Werke werden aber dann unter fremder Flagge auf den Weltmarkt gebracht, und sein Werk gilt f\u00fcr ein Erzeugnis jenes Landes, in welchem es erschienen ist.&#8220; (<em>Berner Convention, <\/em>S. 74)<\/p>\n<p>Diese Schutzlosigkeit im Ausland betraf genauso den \u00f6sterreichischen Verleger auf zweifache Weise. Der ihm gew\u00e4hrte geringe Schutz machte ihn auf dem Weltmarkt weniger konkurrenzf\u00e4hig. Die M\u00f6glichkeit, hervorragende Autoren und Werke an den Verlag zu binden, war eben durch den mangelnden Rechtsschutz beeintr\u00e4chtigt. Auch als Rechtsnachfolger des Urhebers wurde der Verleger durch die Schutzlosigkeit seiner Verlagsartikel materiell gesch\u00e4digt. Das hiebei angesprochene volkswirtschaftliche Moment ist nicht zu untersch\u00e4tzen. Junker f\u00fchrte &#8222;das Darniederliegen, insbesondere der \u00f6sterreichischen Verlagsindustrie&#8220;, zum Teil auf diesen Faktor zur\u00fcck. Eckardt wiederum zitiert ein konkretes Beispiel f\u00fcr das literarische Verlustgesch\u00e4ft (a.a.O.) und zeigt, wie der &#8222;geistige Export&#8220; zum finanziellen Problem werden konnte:<\/p>\n<p class=\"MsoBodyText3\" style=\"text-align: left;\"><em>Der reichsdeutsche Handel (Verlag und Buchhandel) besch\u00e4ftigt Druckerei, Papierfabrik, Buchbinderei, exportiert Ware, macht sein Gesch\u00e4ft, w\u00e4hrend \u00d6sterreich in diesem Fall blo\u00df das Geistige beigestellt hat und &#8211; draufzahlt! Dieses schlechte Gesch\u00e4ft machen wir aber mit allen unseren bekannten Schriftstellern, die ihren reichsdeutschen Verlag haben.<\/em><\/p>\n<p class=\"zitat\" style=\"text-align: left;\"><em>Und nun nehme man die Summen, die dem \u00f6sterreichischen Verlagsbuchhandel j\u00e4hrlich gewonnen werden k\u00f6nnten, wenn man nicht nur den Umsatz eines der gelesensten Autoren ber\u00fccksichtigt, sondern versuchen w\u00fcrde, den der gesamten \u00f6sterreichischen Schriftsteller, deren B\u00fccher in Deutschland verlegt werden, zu verrechnen! <\/em>(S. 234)<\/p>\n<p>Die bereits vielzitierte Schutzlosigkeit hatte schlie\u00dflich auch noch vor 1900 zur Folge, da\u00df &#8222;auch schon eine Anzahl \u00f6sterreichischer und ungarischer Verleger in L\u00e4ndern, welche der Berner Convention angeh\u00f6ren, Zweigniederlassungen errichtet, um hierdurch ihren Verlagsartikeln den ausl\u00e4ndischen und conventionellen Schutz zu verschaffen. Einige haben bereits der Monarchie ganz den R\u00fccken gekehrt und ihre Gesch\u00e4ftsth\u00e4tigkeit ausschlie\u00dflich nach dem Auslande verlegt, (&#8230;)<em> (Berner Convention, <\/em>S. 75). Mit anderen Worten: \u00d6sterreich exportierte bereits zu dieser Zeit nicht nur seine Schriftsteller, sondern auch seine Verlage. Die Situation acht Jahre sp\u00e4ter, also 1908, wurde folgenderma\u00dfen beurteilt: &#8222;Die Folgen des Gesetzes vom Jahre 1895 waren aber allgemein f\u00fcr den \u00f6sterreichischen Verlag so verderblich, da\u00df alle interessierten Kreise sich nicht begn\u00fcgten, auf den Stand der Dinge in Amerika hinzuweisen, sondern immer wieder in Petitionen und Eingaben zu diesem Gesetz Stellung nahmen und den Abschlu\u00df von Staatsvertr\u00e4gen au\u00dfer mit Nordamerika noch mit der Schweiz, Rum\u00e4nien und dem skandinavischen Norden verlangten.&#8220;<a title=\"_ftnref15\" href=\"#_ftn15\" name=\"_ftnref15\"><span class=\"reference\">[15]<\/span><\/a> Bis 1911 hatte sich die Situation auch nicht wesentlich ge\u00e4ndert. So wiesen der Verein der \u00f6sterreichisch-ungarischen Buchh\u00e4ndler und die Korporation der Wiener Buch-, Kunst- und Musikalienh\u00e4ndler in einer Eingabe an das Justizministerium auf die drohende Gefahr hin, &#8222;da\u00df mehrere hervorragende \u00f6sterreichische Buch- und insbesondere wegen der stets wachsenden Bedeutung der Wiener Operette auch Musikalienh\u00e4ndler ihre Verlagst\u00e4tigkeit nach Deutschland verlegen m\u00fc\u00dften, um ihren Werken und deren Autoren den vollen Schutz der Berner Union zu sichern. Ein derartiger Exodus w\u00fcrde aber von sehr schlechten Folgen f\u00fcr die \u00f6sterreichische Buch-, Druck- und Verlagsindustrie begleitet sein.&#8220;<a title=\"_ftnref16\" href=\"#_ftn16\" name=\"_ftnref16\"><span class=\"reference\">[16]<\/span><\/a><\/p>\n<p>H\u00e4tten die Regierungen \u00d6sterreichs und Ungarns sich nicht geweigert, der Berner Convention beizutreten und sich nicht f\u00fcr die n\u00e4chsten dreiundzwanzig Jahre von der internationalen Entwicklung absentiert, so h\u00e4tte sich, wie man mit Sicherheit annehmen kann, das Verlagswesen in \u00d6sterreich vor allem auf dem Gebiet der sch\u00f6nen Literatur sehr zum Positiven ge\u00e4ndert. Eben bis auf die Regierung (die innenpolitisch nicht anders konnte) waren alle betroffenen Kreise in \u00d6sterreich-Ungarn, &#8211; oder um genau zu sein: in den deutschen L\u00e4ndern der Monarchie &#8211; f\u00fcr einen Beitritt.<\/p>\n<p>Schon im Jahre 1890 wurde in der Hauptversammlung des Vereins der \u00f6sterreichisch-ungarischen Buchh\u00e4ndler der Wunsch nach Angleichung der nationalen Gesetzgebung an die internationale Regelung der Konvention ausgesprochen. Im Jahre 1892 wurde die Bitte an die Regierung herangetragen, einen Schutzvertrag mit den Vereinigten Staaten von Amerika, der in Gestalt der am 3. M\u00e4rz 1891 in Kraft getretenen &#8222;Manufacturing Clause&#8220; f\u00fcr europ\u00e4ische Begriffe eher ungew\u00f6hnliche Bestimmungen zur Wahrung des Urheberrechts beinhaltete,<a title=\"_ftnref17\" href=\"#_ftn17\" name=\"_ftnref17\"><span class=\"reference\">[17]<\/span><\/a> einzugehen. Hier hatte n\u00e4mlich das Problem mit Nachdrucken immer gr\u00f6\u00dfere Dimensionen angenommen. Da aber der B\u00f6rsenverein des deutschen Buchhandels in Leipzig mit den USA eine Abmachung getroffen hatte, nahm man in \u00d6sterreich irrigerweise an, da\u00df die Wirkungen des Abkommens des B\u00f6rsenvereins sich auch auf die \u00f6sterreichischen Mitglieder bez\u00f6gen, was aber nicht stimmte.<a title=\"_ftnref18\" href=\"#_ftn18\" name=\"_ftnref18\"><span class=\"reference\">[18]<\/span><\/a><\/p>\n<p>In der Hauptversammlung des Vereins am 22. Oktober 1899 wurde der Beitritt &#8222;mit R\u00fccksicht auf den unzul\u00e4nglichen Schutz \u00f6sterreichischer Verlagsartikel im Auslande&#8220; neuerlich gefordert (Junker, <em>Berner Convention<\/em>, S. 105). Wieder forderte man den Abschlu\u00df eines Staatsvertrags zum gegenseitigen Schutz der Werke der Literatur und Kunst mit den Vereinigten Staaten von Amerika. Junker schlo\u00df seine Analyse 1900 mit folgendem frommen Wunsch: &#8222;M\u00f6ge diese Action [diverser Standesvertretungen] endlich den l\u00e4ngst ersehnten Erfolg haben&#8220; (ebda., S. 107). Der &#8222;Erfolg&#8220; stellte sich allerdings erst zwei Jahrzehnte sp\u00e4ter und unter ganz anderen Umst\u00e4nden ein. Zwei Jahre sp\u00e4ter wurde der Beitritt in einer Sitzung des Abgeordnetenhauses bef\u00fcrwortet. Erneut wurde von einem Abgeordneten der altbekannte bef\u00fcrwortete Standpunkt vorgetragen. Er meinte, das &#8222;\u00f6sterreichische Urheberrechtsgesetz vom Jahre 1895 enthalte in Bezug auf die internationalen Verh\u00e4ltnisse ganz ungen\u00fcgende Bestimmungen und basiere auf einem ganz anachronistischen Standpunkte.<\/p>\n<p>Unsere literarische Produktion mit dem Handel mit Werken der Kunst und Literatur erfahre dadurch eine gro\u00dfe Sch\u00e4digung. Die Folge dieses Umstandes sei auch, da\u00df viele einheimische Autoren ihre Werke im Auslande ver\u00f6ffentlichen, wo sie besseren Schutz genie\u00dfen.&#8220;<a title=\"_ftnref19\" href=\"#_ftn19\" name=\"_ftnref19\"><span class=\"reference\">[19]<\/span><\/a><\/p>\n<p>Der \u00f6sterreichische Beitritt zur Convention fand z.B. einen lebhaften Bef\u00fcrworter in der Person Peter Roseggers, der 1895 an einen Briefpartner folgendes schrieb:<\/p>\n<p class=\"zitat\" style=\"text-align: left;\"><em>Und ob ich der Berner Convention beistimme! Viele meiner B\u00fccher sind im Holl\u00e4ndischen, D\u00e4nischen, Schwedischen und Englischen erschienen und in Amerika werden sie deutsch herausgegeben, ohne da\u00df ich einen Kreuzer Honorar je bekommen h\u00e4tte.<\/em> (zit. nach Junker, <em>Berner Convention<\/em>, S. 73)<\/p>\n<p>Rosegger war in der \u00f6sterreichischen Literatur sicherlich keine Einzelerscheinung. In der englischen Literatur ist Charles Dickens ein geradezu klassisches Beispiel daf\u00fcr, wie &#8222;Erfolg&#8220; und &#8222;Verbreitung&#8220; einem ungesch\u00fctzten Autor wenig n\u00fctzten. Trotz der ungeheuren Popularit\u00e4t und des massenhaften Verkaufs seiner Werke in den Vereinigten Staaten zum Beispiel bekam Dickens keinen Kreuzer daf\u00fcr.<a title=\"_ftnref20\" href=\"#_ftn20\" name=\"_ftnref20\"><span class=\"reference\">[20]<\/span><\/a><\/p>\n<h4><a name=\"2e\"><\/a>e) Gr\u00fcnde f\u00fcr den Nicht-Beitritt<\/h4>\n<p>Der Anschlu\u00df an die Berner Convention h\u00e4tte vor allem der Donaumonarchie das Eingehen von zehn und mehr Staatsvertr\u00e4gen, also die Regelung von zwischenstaatlichen Urheberrechtsbeziehungen durch einzelne, zweiseitige Vertr\u00e4ge, erspart. Nach Ansicht eines Zeitgenossen war der Beitritt &#8222;ein Postulat der Zivilisation und des v\u00f6lkerrechtlichen Anstandes. Fremde Geistesprodukte sich ohne weiteres anzueignen, das ist der Standpunkt des Standrechtes, ist ein mittelalterlicher Gedankenrest.&#8220;<a title=\"_ftnref21\" href=\"#_ftn21\" name=\"_ftnref21\"><span class=\"reference\">[21]<\/span><\/a> \u00d6sterreich-Ungarn blieb beim Mittelalter. Dabei h\u00e4tte der Beitritt dazu beigetragen, die \u00f6sterreichische Literatur einigerma\u00dfen zu repatriieren oder zumindest einen Anreiz zu geben, im heimischen Verlag zu ver\u00f6ffentlichen, ohne da\u00df sich andere unverdienterweise bereichern konnten, und schlie\u00dflich den belletristischen Verlagen in \u00d6sterreich, zumindest vom ideellen Gesichtspunkt aus gesehen, eine vielversprechende Ausgangsbasis zu geben. Wie die Dinge lagen, entstand f\u00fcr \u00d6sterreich nicht nur eine immaterielle, sondern auch, wie erw\u00e4hnt, eine volkswirtschaftliche Sch\u00e4digung. Es mu\u00df aber hervorgehoben werden, da\u00df der deutsche \u00d6sterreicher sich von alters her als Deutscher f\u00fchlte, und daher stimmte ihn das Empfinden, da\u00df die &#8222;\u00f6sterreichische Literatur&#8220; au\u00dfer Landes beheimatet sei, keineswegs bedenklich.<\/p>\n<p>Es gab zwei Gr\u00fcnde f\u00fcr die offizielle Ablehnung eines Beitritts. Am Anfang stand nicht ein rein literarisches oder gar juristisches Problem, sondern vielmehr der wachsende Nationalismus unter den L\u00e4ndern des Vielv\u00f6lkerstaats. Im kulturellen Nachholproze\u00df unter Zur\u00fcckdr\u00e4ngung der deutschen Sprache und der deutschen Absatzgebiete sowie unter F\u00f6rderung der Nationalsprache und der nationalen Kultur war man, wie z.B. eine im Jahre 1900 vom Justizministerium veranstaltete Umfrage ergab, an einer Ausdehnung des bestehenden Urheberrechtsschutzes nicht interessiert. So standen namentlich die slawischen Gebiete \u00d6sterreichs dem Gedanken ablehnend gegen\u00fcber.<a title=\"_ftnref22\" href=\"#_ftn22\" name=\"_ftnref22\"><span class=\"reference\">[22]<\/span><\/a> Man war der Ansicht, da\u00df eine Ausdehnung den besonderen Verh\u00e4ltnissen \u00d6sterreichs, eben als Vielv\u00f6lkerstaat, nicht entspreche. Der Konventionsschutz gegen unbefugte \u00dcbersetzungen fremdsprachiger Werke schien den sprachlichen Minderheiten als unertr\u00e4gliche Beeintr\u00e4chtigung ihrer kulturellen Entwicklung. Anders formuliert: \u00d6sterreich unterlie\u00df diesen Beitritt &#8222;haupts\u00e4chlich zu dem Zwecke, damit die slawischen V\u00f6lkerschaften \u00d6sterreichs wie fr\u00fcher auch f\u00fcrderhin recht bald in die Lage kommen, sich gleichwie die inl\u00e4ndischen so auch die ausl\u00e4ndischen gesch\u00fctzten literarischen Werke ohne weiteres in ihre Sprachen zu \u00fcbersetzen. (&#8230;) Da die Urheber in jenen Staaten, mit denen wir in Literarkonvention stehen, also die Deutschlands, Frankreichs, Gro\u00dfbritanniens und Italiens &#8211; von Ungarn wird hier ganz abgesehen &#8211; in \u00d6sterreich nur denjenigen Urheberrechtschutz genie\u00dfen, den das \u00f6sterreichische Urheberrechtsgesetz gew\u00e4hrt, so stand es den slawischen Volksst\u00e4mmen, freilich auch dem italienischen Volksstamme \u00d6sterreichs bis zum Ende des Jahres 1895 frei, von allen neuesten deutsch\u00f6sterreichischen, reichsdeutschen, franz\u00f6sischen, englischen und italienischen Romanen, Novellen, Dramen usw. schon nach einem Jahre, und steht ihnen seit dem Ende des Jahres 1895 frei, von allen diesen Werken schon sp\u00e4testens nach acht Jahren \u00dcbersetzungen in ihren slawischen Sprachen herauszugeben, was sie beim Anschlusse \u00d6sterreichs an die Berner Konvention nicht mehr vermochten.&#8220;<a title=\"_ftnref23\" href=\"#_ftn23\" name=\"_ftnref23\"><span class=\"reference\">[23]<\/span><\/a><\/p>\n<p>Inzwischen (1906) waren n\u00e4mlich f\u00fcnf weitere Staaten (Norwegen, D\u00e4nemark, Schweden, Monaco, Japan) der Convention beigetreten. Es bestand wenig Aussicht auf einen Beitritt \u00d6sterreichs, vor allem aus dem Grund, weil ein solcher Schritt der Zustimmung beider H\u00e4user des Reichsrats bedurfte und die nichtdeutschen V\u00f6lker den entscheidenden Einflu\u00df im Parlament besa\u00dfen. Um die Jahrhundertwende standen dem Beitritt \u00d6sterreichs auch sonst &#8222;staatsrechtliche Bedenken&#8220; entgegen: &#8222;Ohne ein unliebsames Pr\u00e4judiz zu schaffen, w\u00e4re es damals f\u00fcr \u00d6sterreich allein ohne Zustimmung Ungarns schwer gewesen, der Berner Union beizutreten.&#8220;<a title=\"_ftnref24\" href=\"#_ftn24\" name=\"_ftnref24\"><span class=\"reference\">[24]<\/span><\/a> Aber seit den neuen Ausgleichsgesetzen war der Abschlu\u00df von Staatsvertr\u00e4gen anders geregelt worden. In einer Eingabe des Vereins und der Korporation an das Justizministerium im Jahre 1911 vertritt man die Ansicht, da\u00df die &#8222;staatsrechtlichen Bedenken&#8220; nicht mehr bestanden und da\u00df daher der Weg f\u00fcr einen Beitritt \u00d6sterreich frei sei.<a title=\"_ftnref25\" href=\"#_ftn25\" name=\"_ftnref25\"><span class=\"reference\">[25]<\/span><\/a><\/p>\n<p>Zwei Jahre sp\u00e4ter schien in dieser Angelegenheit tats\u00e4chlich ein Fortschritt erzielt worden zu sein. Die ungarische Regierung gab eine offizielle Erkl\u00e4rung dahingehend ab, da\u00df deren Justizministerium nun einen Gesetzesentwurf betreffend den Beitritt Ungarns zur Berner Convention bereits ausgearbeitet habe und da\u00df dieser Gesetzentwurf demn\u00e4chst (Fr\u00fchsommer 1913) dem Parlament zugehen werde. Ungef\u00e4hr gleichzeitig wurde auch bekannt, da\u00df ebenso die \u00f6sterreichische Regierung sich mit dieser Frage &#8222;eifrig besch\u00e4ftigte&#8220; und da\u00df sie willens sei, so bald wie m\u00f6glich dem Parlament einen ebensolchen Gesetzesentwurf zu unterbreiten.<a title=\"_ftnref26\" href=\"#_ftn26\" name=\"_ftnref26\"><span class=\"reference\">[26]<\/span><\/a> Was in den Ohren der Betroffenen und Interessierten wie langersehnte sch\u00f6ne Musik klang, wurde alsbald zur Entt\u00e4uschung. Denn beide Regierungen vertraten den Standpunkt, da\u00df erst das inl\u00e4ndische Urheberrecht, das weit zur\u00fcckgeblieben war, im Sinne der Berner Convention ge\u00e4ndert werden m\u00fcsse, bevor \u00d6sterreich bzw. Ungarn der Convention beitreten k\u00f6nne. Eine L\u00f6sung war wiederum in die weite Ferne ger\u00fcckt worden.<\/p>\n<p>Ein zweites Motiv in der Ablehnung waren die z.T. recht erheblichen Differenzen zwischen den Bestimmungen der Convention und denjenigen des \u00f6sterreichischen Urheberrechts. Man wollte zun\u00e4chst mit dem heimischen &#8222;Anachronismus&#8220; ins reine kommen und die Verh\u00e4ltnisse mit den nichtdeutschen Nationen der Monarchie kl\u00e4ren. Aber das ganze Problem wurde immer wieder auf die lange Bank geschoben.<\/p>\n<h4><a name=\"2f\"><\/a>f) Weiterentwicklung in \u00d6sterreich bis 1920<\/h4>\n<p>Seit dem Staatsvertrag mit dem Deutschen Reich vom 30. Dezember 1889 vergingen mehrere Jahre, bis ein weiterer Vertrag abgeschlossen worden war. Dieser war durch eine kurze Urheberrechtsnovelle vom 26. Februar 1907 (RGBl. Nr. 58) erst erm\u00f6glicht worden. Hauptzweck dieser \u00c4nderung war die Wiederaufnahme der Reziprozit\u00e4tsklausel, die im Autorrechtspatent vom 19. Oktober 1846 enthalten war und im Gesetz vom Jahre 1895 fallengelassen wurde. Die Novelle bestand eigentlich nur aus folgendem Zusatz:<\/p>\n<p class=\"zitat\">Insoweit Staatsvertr\u00e4ge nicht bestehen, k\u00f6nnen auf solche Werke unter der Voraussetzung der Gegenseitigkeit die Bestimmungen dieses Gesetzes ganz oder teilweise durch eine im Reichsgesetzblatt kundzumachende Verordnung des Justizministers anwendbar erkl\u00e4rt werden. (RGBl., Jg. 1907, XXIX. St\u00fcck, Nr. 58, S. 352)<\/p>\n<p>Diese Novelle wurde erwartungsgem\u00e4\u00df von den \u00f6sterreichischen Buch-, Kunst- und Musikalienh\u00e4ndlern &#8222;Mit gro\u00dfem Beifall begr\u00fc\u00dft&#8220;<a title=\"_ftnref27\" href=\"#_ftn27\" name=\"_ftnref27\"><span class=\"reference\">[27]<\/span><\/a>, &#8222;auf das lebhafteste begr\u00fc\u00dft&#8220;<a title=\"_ftnref28\" href=\"#_ftn28\" name=\"_ftnref28\"><span class=\"reference\">[28]<\/span><\/a> und galt als &#8222;ein wertvoller Erfolg&#8220; (ebda.).<\/p>\n<p>Auf Grund dieser Novelle und der &#8222;Verordnung des Justizministers vom 18. Juli 1907 \u00fcber den Urheberrechtsschutz im Verh\u00e4ltnisse zu D\u00e4nemark&#8220;<a title=\"_ftnref29\" href=\"#_ftn29\" name=\"_ftnref29\"><span class=\"reference\">[29]<\/span><\/a> bestand ab 1. August 1907 zwischen \u00d6sterreich und D\u00e4nemark ein gegenseitiger Urheberrechtsschutz.<\/p>\n<p>Von allergr\u00f6\u00dfter Bedeutung war jedoch die Herstellung eines Reziprozit\u00e4tsverh\u00e4ltnisses mit den Vereinigten Staaten von Amerika. Es erfolgte durch eine Verordnung des Justizministers vom 9. Dezember 1907<a title=\"_ftnref30\" href=\"#_ftn30\" name=\"_ftnref30\"><span class=\"reference\">[30]<\/span><\/a> und trat am selben Tag in Kraft. Nach Sektion 13 der Kongre\u00dfakte vom 3. M\u00e4rz 1891 fanden n\u00e4mlich die Bestimmungen der Urheberrechtsgesetzgebung der USA auf Ausl\u00e4nder Anwendung, wenn der fremde Staat den B\u00fcrgern der USA einen im wesentlichen gleichen Schutz gew\u00e4hrte. Durch die \u00f6sterreichische Novelle vom Februar 1907 stand dem Abkommen nun nichts mehr im Wege.<\/p>\n<p>Mit einer \u00e4hnlichen Verordnung vom 17. Mai 1908<a title=\"_ftnref31\" href=\"#_ftn31\" name=\"_ftnref31\"><span class=\"reference\">[31]<\/span><\/a> bestand ab 1. Juni 1908 zwischen Schweden und \u00d6sterreich ein \u00e4hnlicher Schutz. Im selben Jahr erfolgte ein solches Abkommen mit Rum\u00e4nien.<a title=\"_ftnref32\" href=\"#_ftn32\" name=\"_ftnref32\"><span class=\"reference\">[32]<\/span><\/a><\/p>\n<p>Weitere Abkommen wurden angestrebt, sind jedoch z.T. auch kriegsbedingt nicht zustandegekommen. Das letzte, einseitige Urheberrechtsabkommen wurde zu einem sehr sp\u00e4ten Zeitpunkt abgeschlossen. Mit der Vollzugsanweisung des Staatsamtes f\u00fcr Justiz vom 8. April 1919 wurde der Schutz des Urheberrechts an Werken der Literatur, Kunst und Photographie im Verh\u00e4ltnis zum tschechoslowakischen Staat geregelt.<a title=\"_ftnref33\" href=\"#_ftn33\" name=\"_ftnref33\"><span class=\"reference\">[33]<\/span><\/a> Auch diesem Abkommen lag das Reziprozit\u00e4tsprinzip zugrunde.<\/p>\n<p>Erst 33 Jahre nach Beschlu\u00df der Berner Convention erfolgte der Beitritt der nunmehrigen Republik \u00d6sterreich zu dieser \u00dcbereinkunft &#8211; und das nicht aus freien St\u00fccken.<\/p>\n<p>Zun\u00e4chst wurde das Urheberrechtsgesetz vom Dezember 1895 im Juli 1920 novelliert. Das neue Gesetz, das am 1. August in Kraft trat, bezweckte in erster Linie den Anschlu\u00df der Republik \u00d6sterreich an die Berner Convention, der in K\u00fcrze folgen sollte. Nicht der freie Entschlu\u00df hatte zu diesem Schritt gef\u00fchrt, sondern der Artikel 239 des Vertrags von St. Germain verpflichtete die Republik \u00d6sterreich, dem revidierten \u00dcbereinkommen beizutreten. Die \u00c4nderung des \u00f6sterreichischen Urheberrechts hatte in einer sehr kurzen Zeit zu erfolgen, und das bedeutete nicht eine durchgreifende Reform, sondern in erster Linie eine Anpassung. Sp\u00e4t aber doch war eine Grundvoraussetzung f\u00fcr die Entwicklung des belletristischen Verlags in \u00d6sterreich gegeben. Man war allgemein der Ansicht, da\u00df der Beitritt einen gro\u00dfen Fortschritt hinsichtlich des Schutzes der literarischen Werke bedeutete.<a title=\"_ftnref34\" href=\"#_ftn34\" name=\"_ftnref34\"><span class=\"reference\">[34]<\/span><\/a><\/p>\n<p>Es vergingen eineinhalb Jahrzehnte, bis eine eingehende Umgestaltung des \u00f6sterreichischen Urheberrechts, die sowohl den seit 1908 (Revidiertes Berner \u00dcbereinkommen) erzielten technischen Neuerungen entsprach als auch dem neuen Rechtsgedanken Rechnung trug, Wirklichkeit wurde. Das geschah nach langen Vorbereitungen am 9. April 1936 mit dem &#8222;Bundesgesetz \u00fcber das Urheberrecht an Werken der Literatur und der Kunst und \u00fcber verwandte Schutzrechte (Urheberrechtsgesetz)&#8220;<a title=\"_ftnref35\" href=\"#_ftn35\" name=\"_ftnref35\"><span class=\"reference\">[35]<\/span><\/a><\/p>\n<h4><a name=\"2g\"><\/a>g) Der Verlag und das Pre\u00dfgesetz<\/h4>\n<p>\u00d6sterreich kann sich traditionell nicht zu den L\u00e4ndern z\u00e4hlen (z.B. angels\u00e4chsische L\u00e4nder), die sich einer liberalen Pre\u00dfgesetzgebung erfreuen konnten. Verbot, Zensur, Vorzensur, Beschlagnahme sind die markantesten Merkmale ihrer Geschichte.<\/p>\n<p>Wir haben die Frage der Zensur kurz angerissen und wollen jetzt einige Auswirkungen der Pre\u00dfgesetzgebung auf den \u00f6sterreichischen Verlag bis zum Ende der Monarchie nachtragen. Der Verlag hatte der Natur nach eine Affinit\u00e4t zum Buchhandel (Gewerbe-Ordnung) sowie zum Druckwesen im allgemeinen (Pre\u00dfgesetze).<\/p>\n<p>Carl Junker kritisierte 1900, \u00d6sterreichs Gesetzgeber h\u00e4tten &#8222;wiederholt vers\u00e4umt den Fortschritten der Cultur zu folgen&#8220; (<em>Verein<\/em>, S. 34). Das Resultat seien &#8222;Gesetze, die mit den jeweiligen Bed\u00fcrfnissen des Lebens nicht mehr in Einklang stehen&#8220; (ebda.). Auf keinem Gebiet, meinte er, lie\u00dfe sich diese Behauptung leichter erweisen, als auf jenem des Pre\u00dfgesetzes. Eben dieses Gesetz sei, so Junker, &#8222;denn auch f\u00fcr den \u00f6sterreichischen Buchhandel geradezu verh\u00e4ngnisvoll und verderblich geworden&#8220; (ebda., S. 34). Das lag z.B. daran, da\u00df der Verleger durch die Abgabe einer verh\u00e4ltnism\u00e4\u00dfig gro\u00dfen Anzahl von Pflichtexemplaren schwer belastet war.<a title=\"_ftnref36\" href=\"#_ftn36\" name=\"_ftnref36\"><span class=\"reference\">[36]<\/span><\/a> Junker schreibt zu diese in Thema:<\/p>\n<p class=\"zitat\" style=\"text-align: left;\"><em>Das Dr\u00fcckende der Ablieferung einer verh\u00e4ltni\u00dfm\u00e4\u00dfig so gro\u00dfen Anzahl von Pflichtexemplaren ist zwar schon in fr\u00fcheren Jahren hart empfunden worden und hat schon 1875 zu einer Petition an das Abgeordnetenhaus gef\u00fchrt, in welcher zifferm\u00e4\u00dfig nachgewiesen wurde, da\u00df diese Steuer etwa 6\u00bd Procent des Reingewinnes betrage, nahm aber seither noch um vieles zu, da die moderne Buchausstattung eine luxuri\u00f6sere und kostspieligere geworden ist, und die Werke mit Tafeln in Kunstdruck h\u00e4ufiger als fr\u00fcher vorkommen. Auch lassen neuere beh\u00f6rdliche Gesetzesauslegungen und gerichtliche Entscheidungen, denen zufolge auch von Separatabdr\u00fccken, ja sogar von den einzelnen Orchesterstimmen, die doch nur Ausz\u00fcge aus der Partitur sind, Pflichtexemplare abgeliefert werden m\u00fcssen, was kaum dem Geiste des Gesetzes entspricht, die Bestimmung des \u00a7 18 des P.-G. f\u00fcr den Verleger gegen\u00fcber der \u00e4lteren Praxis noch weit ung\u00fcnstiger erscheinen. Der Vorstand des Vereines hat infolge dessen in j\u00fcngster Zeit abermals das Justizministerium um Erleichterungen in dieser Richtung gebeten, doch ist eine Erledigung dieser Eingabe noch nicht erfolgt.<\/em> <em>(<\/em>Verein<em>, <\/em>S. 35)<\/p>\n<p>Das Warten auf eine den Zeitverh\u00e4ltnissen angepa\u00dfte Reform &#8211; wie etwa die Freigabe der Kolportage &#8211; war, wie im Fall &#8222;Beitritt zur Berner Convention&#8220; wie ein &#8222;Warten auf Godot&#8220;. Erst mit dem neuen, republikanischen Pre\u00dfgesetz vom April 1922 wurde die Praxis z.B. mit Pflichtexemplaren neu geregelt.<\/p>\n<p>In seinem \u00dcberblick \u00fcber den &#8222;deutsch-\u00f6sterreichischen Verlagsbuchhandel&#8220; im <em>B\u00f6rsenblatt <\/em>1919 meinte Eckardt, es h\u00e4tte nicht an Versuchen gefehlt, einen gro\u00dfen \u00f6sterreichischen Verlag zu schaffen und die \u00f6sterreichischen Autoren durch ihn der \u00d6ffentlichkeit zug\u00e4nglich zu machen. &#8222;Zu einem Gro\u00dfteil fehlte diesen Versuchen aber jene gesch\u00e4ftliche R\u00fchrigkeit, die den reichsdeutschen Verlagsbuchhandel auszeichnet.&#8220; \u00c4hnlich schrieb Karl Wache 1923 von der &#8222;Tr\u00e4gheit der Verlegert\u00e4tigkeit in den letzten 30 Jahren&#8220;<a title=\"_ftnref37\" href=\"#_ftn37\" name=\"_ftnref37\"><span class=\"reference\">[37]<\/span><\/a> vor dem Umbruch.<\/p>\n<p>Eckardt meinte zudem, der Hauptgrund f\u00fcr die fehlende Entwicklung eines belletristischen Verlags w\u00e4re historischer Natur. Er verweist darauf, da\u00df es in Deutschland schon im 18. Jahrhundert bedeutende Verlagsgr\u00fcndungen, wie Cotta in Stuttgart, Nicolai in Berlin u.a. gegeben h\u00e4tte. in \u00d6sterreich blieb es bei Ans\u00e4tzen. Nach Ansicht Eckardts h\u00e4tten die kleinen F\u00fcrsten Deutschlands an den kulturellen Fragen oft ein ganz erstaunliches Interesse. In \u00d6sterreich hingegen, waren es vor allem die deutschen \u00d6sterreicher, die &#8222;in dieser Zeit in erster Linie und fast ausschlie\u00dflich politische, historische Aufgaben zu erf\u00fcllen&#8220; (a.a.O., S. 235) hatten.<\/p>\n<h4>Anmerkungen<\/h4>\n<div id=\"ftn1\">\n<p class=\"note\"><a title=\"_ftn1\" href=\"#_ftnref1\" name=\"_ftn1\">[1]<\/a> CARL JUNKER, <em>Die geschichtliche Entwicklung des Buchhandels in \u00d6sterreich. Den Teilnehmern an der Buchh\u00e4ndlertagung Wien 1926<\/em>. Wien: Amalthea Verlag, 1926. Auch in: <em>B\u00f6rsenblatt, <\/em>93. Jg., Nr. 206, 4.9.1926, S. 1086-1088 und WZ, Nr. 216, 18.9.1926, S. 1, 2, 3. Zu diesem Thema siehe auch den Abdruck eines Vortrags von EUGEN MARX, \u00dcber Entwickelung und Organisation des Buchhandels in Deutschland und \u00d6sterreich. In: <em>\u00d6sterreichische Buchdrucker-Zeitung, <\/em>7. Jg., Nr. 21, 22.5.1879, S. 167-168; Nr. 23, 5.6.1879, S. 187-188; Nr. 27, 3.7.1879, S. 218-220; Nr. 28, 10.7.1879, S. 227-229; Der Vollst\u00e4ndigkeit halber wird auf ein weiteres, 1928 erschienenes Buch: Der \u00f6sterreichische Buchhandel in der Nachkriegszeit von einem Dr. ADOLF STIERLE hingewiesen. In diesem 80 Seiten starken Werk, das zudem einen durchgesehenen und erg\u00e4nzten Abdruck einer Dissertation zur Erlangung des Doktorates der Staatswissenschaften repr\u00e4sentiert, ist bis auf die Statistiken und Tabellen zu 90% &#8211; ohne entsprechende Quellenangabe &#8211; von Publikationen Carl Junkers wortw\u00f6rtlich und gro\u00dffl\u00e4chig von der ersten bis zur letzten Seite abgeschrieben worden. Stierles gedruckte Dissertation enth\u00e4lt kaum einen originellen Gedanken \u00fcbernimmt ohne Angabe alles bis auf die gesperrten Textteile von Junker und scheut jede M\u00fche, die Spuren zu verwischen. Es scheint mir daher \u00fcberfl\u00fcssig, in diesem Zusammenhang aus dem Werk Stierles zu zitieren. Stierle ist am 28.1.1906 in Salzburg geboren und am 30.6.1970 ebda. gestorben.<\/p>\n<\/div>\n<div id=\"ftn2\">\n<p class=\"note\"><a title=\"_ftn2\" href=\"#_ftnref2\" name=\"_ftn2\">[2]<\/a> Sonderpostmarke. <em> 500 Jahre Druck in \u00d6sterreich (1482-1982). <\/em>Legende verfa\u00dft von Anton Durstm\u00fcller d.J. und Hans Inmann. Dazu auch ANTON DURSTM\u00dcLLER d.J., 500 Jahre Druck in \u00d6sterreich. Die Entwicklungsgeschichte der graphischen Gewerbe von den Anf\u00e4ngen bis zur Gegenwart. (Band 1) Wien: Hauptverband der graphischen Unternehmungen \u00d6sterreichs, 1982.<\/p>\n<\/div>\n<div id=\"ftn3\">\n<p class=\"note\"><a title=\"_ftn3\" href=\"#_ftnref3\" name=\"_ftn3\">[3]<\/a> Diese Ordnung ist abgedruckt in: Korporation der Wiener Buch-, Kunst- und Musikalienh\u00e4ndler. 1807-1907. Festschrift zur Feier des hundertj\u00e4hrigen Bestehens der Korporation am 2. Juni 1907. Von CARL JUNKER, S. 45-47; bes. 46.<\/p>\n<\/div>\n<div id=\"ftn4\">\n<p class=\"note\"><a title=\"_ftn4\" href=\"#_ftnref4\" name=\"_ftn4\">[4]<\/a> CARL JUNKER, Der Verlagsbuchhandel in der Republik \u00d6sterreich. Betrachtungen anl\u00e4\u00dflich der ersten Wiener Buchmesse. (Sonderdruck aus <em>Deutsche Verlegerzeitung, <\/em>1921, Nr. 22), S. 2; von Stierle, S. 19 wortw\u00f6rtlich \u00fcbernommen, HEINRICH SARTOR, Das Wiener Buch auf der Wiener Messe, in: <em>Die Initiale <\/em>(Wien), Erstes Jahr, Viertes Heft, September 1921, S. 2-6; bes. S. 2: &#8222;&#8230; weil sie in Wien keinen Verlag von hinreichender Bedeutung fanden.&#8220; JOHANNES ECKARDT, Der deutsch-\u00f6sterreichische Verlagsbuchhandel. In: <em> B\u00f6rsenblatt f\u00fcr den deutschen Buchhandel, <\/em>Nr. 67, 7. April 1919, S. 234-236; bes. S. 234: &#8222;So konnte sich kein wirklich bedeutender \u00f6sterreichischer Verlag entwickeln.&#8220;<\/p>\n<\/div>\n<div id=\"ftn5\">\n<p class=\"note\"><a title=\"_ftn5\" href=\"#_ftnref5\" name=\"_ftn5\">[5]<\/a> ECKARDT, zit. Anm. 4, S. 234.<\/p>\n<\/div>\n<div id=\"ftn6\">\n<p class=\"note\"><a title=\"_ftn6\" href=\"#_ftnref6\" name=\"_ftn6\">[6]<\/a> Siehe die Anzeige des S. Fischer Verlags in der <em>\u00d6sterr.-ungar. Buchh\u00e4ndler-Correspondenz <\/em>(in Zukunft: <em>BC<\/em>), Nr. 36, 13. November 1918, S. 542: &#8222;Auf Wunsch und im Interesse unserer \u00f6sterreichischen Autoren, deren wir gegenw\u00e4rtig etwa 35 z\u00e4hlen, haben wir jetzt die seit Anfang dieses Jahres geplante \u00f6sterreichische Filiale S. Fischer, Verlag, Wien VIII., Florianigasse 23 er\u00f6ffnet. (&#8230;)&#8220; Die Gr\u00fcndung einer \u00f6sterreichischen Filiale hatte auch andere Motive. In Deutschland wie in \u00d6sterreich nach Ende des Ersten Weltkriegs war \u2013 wie wir sehen werden \u2013 das Problem Nummer Eins die Papierbeschaffung. Fischer hoffte indirekt somit zu einer Papierquelle zu kommen, indem er sich bei der Regierung einen guten \u00f6sterreichischen &#8222;Leumund&#8220; verschaffte. Auch Reclam und Staackmann warben ausdr\u00fccklich f\u00fcr die B\u00fccher \u00f6sterreichischer Autoren. Der Insel-Verlag zu Leipzig stellte au\u00dferdem die von HUGO HOFMANNSTHAL herausgegebene &#8222;\u00d6sterreichische Bibliothek&#8220; her. In direkter Anspielung auf S. Fischer schrieb Heinrich Sartor (zit. Anm. 4): &#8222;Der Wiener Literaturepoche von 1890 geh\u00f6rten eine ganze Reihe prominenter Geister an, wie Altenberg, Bahr, Hofmannsthal, Schnitzler, Wassermann und andere, die alle im Hafen des deutschen Verlagsbuchhandels landeten, weil sie in Wien keinen Verlag von hinreichender Bedeutung fanden.&#8220;<\/p>\n<\/div>\n<div id=\"ftn7\">\n<p class=\"note\"><a title=\"_ftn7\" href=\"#_ftnref7\" name=\"_ftn7\">[7]<\/a> ECKARDT, zit. Anm. 4, S. 235 f.<\/p>\n<\/div>\n<div id=\"ftn8\">\n<p class=\"note\"><a title=\"_ftn8\" href=\"#_ftnref8\" name=\"_ftn8\">[8]<\/a> Die Analyse Junkers erschien 1900 in Wien bei Alfred H\u00f6lder. Zitat S. 43.<\/p>\n<\/div>\n<div id=\"ftn9\">\n<p class=\"note\"><a title=\"_ftn9\" href=\"#_ftnref9\" name=\"_ftn9\">[9]<\/a> In diesem Abschnitt herangezogene Literatur: CARL JUNKER, <em>Die Berner Convention zum Schutze der Werke der Litteratur und Kunst und \u00d6sterreich-Ungarn<\/em>. Wien: H\u00f6lder 1900; Dr. ALFRED SEILLER, \u00d6sterreichisches Urheberrecht. Wien: H\u00f6lder-Pichler-Tempsky 1927. (= Juristische Taschenb\u00fccher f\u00fcr die Praxis und zum Studium an technischen und verwandten Hochschulen. Hrsg. Dr. Hans Frisch. Band 6); HARALD KUTSCHERA, Die Berner Konvention und das \u00f6sterreichische Urheberrecht. phil. Diss. Wien 1949; HARALD SCHNATTINGER, Studien zum Wiener Verlagswesen des 19. Jahrhunderts. phil. Diss. Wien 1951; G\u00dcNTHER WESSIG, Das \u00f6sterreichische Urheberrecht, seine Entwicklung, Handhabung und seine Bedeutung f\u00fcr das Zeitungswesen. phil. Diss. Wien 1956.<\/p>\n<\/div>\n<div id=\"ftn10\">\n<p class=\"note\"><a title=\"_ftn10\" href=\"#_ftnref10\" name=\"_ftn10\">[9]<\/a> <em>Der Verein der \u00f6sterreichisch-ungarischen Buchh\u00e4ndler 1859-1899. Ein Beitrag zur Geschichte des \u00f6sterreichischen Buchhandels<\/em>. Festschrift anl\u00e4\u00dflich des vierzigj\u00e4hrigen Bestandes des Vereines im Auftrage des Vorstandes verfa\u00dft von CARL JUNKER. Wien 1899, S. 32. (Im folgenden als &#8222;Verein&#8220; mit Seitenzahl abgek\u00fcrzt.)<\/p>\n<\/div>\n<div id=\"ftn11\">\n<p class=\"note\"><a title=\"_ftn11\" href=\"#_ftnref11\" name=\"_ftn11\">[11]<\/a> Siehe H. SCHNATTINGER, zit. Anm. 9, S. 97. Die Vorschl\u00e4ge wurden vom Hof- und Gerichts-Advokaten Dr. C. Gr\u00fcnwald ausgearbeitet.<\/p>\n<\/div>\n<div id=\"ftn12\">\n<p class=\"note\"><a title=\"_ftn12\" href=\"#_ftnref12\" name=\"_ftn12\">[12]<\/a> Die hier folgende Darstellung st\u00fctzt sich im wesentlichen auf die detaillierten Ausf\u00fchrungen von ALFRED SEILLER, zit. Anm. 9.<\/p>\n<\/div>\n<div id=\"ftn13\">\n<p class=\"note\"><a title=\"_ftn13\" href=\"#_ftnref13\" name=\"_ftn13\">[13]<\/a> Im Herbst 1912 war eine Auff\u00fchrung von ARTHUR SCHNITZLERS Reigen in Ungarn in ungarischer Sprache in Vorbereitung. Der Autor meinte in einem Brief vom 13.9.1912: &#8222;Da dort das St\u00fcck ungesch\u00fctzt ist, so werde ich wohl, um mich nicht aller Rechte a priori zu begeben, durch meinen Vertreter mit den betreffenden Leuten in Verhandlung treten m\u00fcssen.&#8220; (ARTHUR SCHNITZLER <em>Briefe<\/em>. 1875-1912. Herausgegeben von Therese Nikl und Heinrich Schnitzler. Frankfurt\/Main: Fischer, 1981, S. 699. Siehe auch die Tagebucheintragungen Schnitzlers in: ARTHUR SCHNITZLER, Tagebuch. 1909-1912. Wien: Verlag der \u00d6sterreichischen Akademie der Wissenschaften, 1981. 1912: IX 24, S. 355; 1912: X 16, S. 361.<\/p>\n<\/div>\n<div id=\"ftn14\">\n<p class=\"note\"><a title=\"_ftn14\" href=\"#_ftnref14\" name=\"_ftn14\">[14]<\/a> Ansicht der Korporation, in: <em>BC<\/em>, Nr. 34, 19. August 1908, S. 470.<\/p>\n<\/div>\n<div id=\"ftn15\">\n<p class=\"note\"><a title=\"_ftn15\" href=\"#_ftnref15\" name=\"_ftn15\">[15]<\/a> Ebenda.<\/p>\n<\/div>\n<div id=\"ftn16\">\n<p class=\"note\"><a title=\"_ftn16\" href=\"#_ftnref16\" name=\"_ftn16\">[16]<\/a> <em>\u00d6sterreich und die Berner Konvention zum Schutze der Werke der Literatur und Kunst&#8220; <\/em> In: <em>BC<\/em>, Nr. 14, 5. April 1911, S. 175 f.; bes. S. 176.&gt;<\/p>\n<\/div>\n<div id=\"ftn17\">\n<p class=\"note\"><a title=\"_ftn17\" href=\"#_ftnref17\" name=\"_ftn17\">[17]<\/a> Siehe SEILLER, zit. Anm. 9, S. 261-263. Zur Wahrung der Urheberrechte in den USA war es nach Art. 3 notwendig, sp\u00e4testens am Tage der Ver\u00f6ffentlichung des Werkes im In- oder Ausland beim Bureau des Kongre\u00dfbibliothekars in Washington ein gedrucktes Exemplar des Titels des Werkes und ferner zwei Exemplare des Werkes zu erlegen. F\u00fcr den au\u00dferhalb der USA wohnenden Urheber war diese Bestimmung eine gro\u00dfe Erschwerung.<\/p>\n<\/div>\n<div id=\"ftn18\">\n<p class=\"note\"><a title=\"_ftn18\" href=\"#_ftnref18\" name=\"_ftn18\">[18]<\/a> SCHNATTINGER, zit. Anm. 9, S. 97.<\/p>\n<\/div>\n<div id=\"ftn19\">\n<p class=\"note\"><a title=\"_ftn19\" href=\"#_ftnref19\" name=\"_ftn19\">[19]<\/a> <em>BC, Nr.<\/em> 22, 28. Mai 1902, S. 347.<\/p>\n<\/div>\n<div id=\"ftn20\">\n<p class=\"note\"><a title=\"_ftn20\" href=\"#_ftnref20\" name=\"_ftn20\">[20]<\/a> Das Raubrittertum betraf keineswegs nur \u00f6sterreichische Autoren im Ausland. Ein Beispiel daf\u00fcr, wie man von \u00d6sterreich aus, mit Autoren \u2013 vor allem aus Ru\u00dfland und Skandinavien und Amerika \u2013 unter Ausn\u00fctzung s\u00e4mtlicher urheberrechtlicher Drehs ein gl\u00e4nzendes Gesch\u00e4ft machen konnte, liefert z.B. der &#8222;Wiener Verlag&#8220; unter der Leitung des jungen Inhabers Fritz Freund. Der Verf. plant eine eingehende Arbeit \u00fcber diesen Verlag unter Heranziehung solcher F\u00e4lle. Siehe auch den Abschnitt \u00fcber den &#8222;Wiener Verlag&#8220; an sp\u00e4terer Stelle.<\/p>\n<\/div>\n<div id=\"ftn21\">\n<p class=\"note\"><a title=\"_ftn21\" href=\"#_ftnref21\" name=\"_ftn21\">[21]<\/a> Dr. GOTTLIEB FERDINAND ALTSCHUL: \u00d6sterreich und die Berner Konvention. (Abdruck aus dem <em>Neuen Wiener Tagblatt, <\/em>in: <em>BC<\/em>, Nr. 46, 14. November 1906, S. 56f.; hier S. 657.)<\/p>\n<\/div>\n<div id=\"ftn22\">\n<p class=\"note\"><a title=\"_ftn22\" href=\"#_ftnref22\" name=\"_ftn22\">[22]<\/a> SEILLER, zit. Anm. 9, S. 5 f.<\/p>\n<\/div>\n<div id=\"ftn23\">\n<p class=\"note\"><a title=\"_ftn23\" href=\"#_ftnref23\" name=\"_ftn23\">[23]<\/a> ALTSCHUL, zit. Anm. 21, S. 657.<\/p>\n<\/div>\n<div id=\"ftn24\">\n<p class=\"note\"><a title=\"_ftn24\" href=\"#_ftnref24\" name=\"_ftn24\">[24]<\/a> \u00d6sterreich und die Berner Konvention zum Schutze der Werke der Literatur und Kunst&#8220;. In: <em>BC<\/em>, Nr. 14, 5. April 1911, S. 175 f.; bes. S. 176.<\/p>\n<\/div>\n<div id=\"ftn25\">\n<p class=\"note\"><a title=\"_ftn25\" href=\"#_ftnref25\" name=\"_ftn25\">[25]<\/a> Ebenda, S. 176.<\/p>\n<\/div>\n<div id=\"ftn26\">\n<p class=\"note\"><a title=\"_ftn26\" href=\"#_ftnref26\" name=\"_ftn26\">[26]<\/a> Mitteilung WILHELM M\u00dcLLERS im Auszug aus dem Protokoll der Hauptversammlung des Vereins vom 21. Juni 1913. In: <em>BC<\/em>, Nr. 26, 25. Juni 1913, S. 344 f.; bes. S. 345.<\/p>\n<\/div>\n<div id=\"ftn27\">\n<p class=\"note\"><a title=\"_ftn27\" href=\"#_ftnref27\" name=\"_ftn27\">[27]<\/a> <em>BC,<\/em> Nr. 34, 19. August 1908, S. 470.<\/p>\n<\/div>\n<div id=\"ftn28\">\n<p class=\"note\"><a title=\"_ftn28\" href=\"#_ftnref28\" name=\"_ftn28\">[28]<\/a> <em>BC<\/em>, Nr. 14, 5. April 1911, S. 175.<\/p>\n<\/div>\n<div id=\"ftn29\">\n<p class=\"note\"><a title=\"_ftn29\" href=\"#_ftnref29\" name=\"_ftn29\">[29}<\/a> <em>RGBl., <\/em> Jg. 1907, LXXVI. St\u00fcck, Nr. 168, S. 699.<\/p>\n<\/div>\n<div id=\"ftn30\">\n<p class=\"note\"><a title=\"_ftn30\" href=\"#_ftnref30\" name=\"_ftn30\">[30]<\/a> <em>RGBl., <\/em> Jg. 1907, CXXI. St\u00fcck, Nr. 265, S. 1084.<\/p>\n<\/div>\n<div id=\"ftn31\">\n<p class=\"note\"><a title=\"_ftn31\" href=\"#_ftnref31\" name=\"_ftn31\">[31]<\/a> <em>RGBl., <\/em> Jg. 1908, XLVII. St\u00fcck, Nr. 101, S. 359 f. Siehe auch <em>BC<\/em>, Nr. 23, 3. Juni 1908, S. 323 f.&lt;<\/p>\n<\/div>\n<div id=\"ftn32\">\n<p class=\"note\"><a title=\"_ftn32\" href=\"#_ftnref32\" name=\"_ftn32\">[32]<\/a> Siehe <em> BC, <\/em>Nr. 25, 17. Juni 1908, S. 349 f.<\/p>\n<\/div>\n<div id=\"ftn33\">\n<p class=\"note\"><a title=\"_ftn33\" href=\"#_ftnref33\" name=\"_ftn33\">[33]<\/a> Siehe <em>BC<\/em>, Nr. 17, 23. April 1919, S. 240.<\/p>\n<\/div>\n<div id=\"ftn34\">\n<p class=\"note\"><a title=\"_ftn34\" href=\"#_ftnref34\" name=\"_ftn34\">[34]<\/a> &#8222;La loi du 13 juillet 1920, qui modifie celle du 26 d\u00e9cembre 1895 sur de nombreaux points, r\u00e9alise sans aucun doute un grand progr\u00e8s dans le d\u00e9veloppement de la protection litt\u00e9raire autrichienne.&#8220; Dr. Em. Adler: &#8222;Lettre d\u2019Autriche.&#8220; In: <em>Droit d&#8220;Auteur, <\/em>no. 6, 15.6.1921, S. 67-71; hier S. 68. \u00d6sterreich war keineswegs der letzte Staat, der der Berner Convention beitrat. Um einige Beispiele zu nennen: Bulgarien war seit 5.12.1921, Griechenland seit 9.11.1920, Polen seit 28.1.1920, Rum\u00e4nien seit 1.1.1927, die Tschechoslowakei seit 22.2.1921 und Ungarn seit 14.2.1922 Unionsmitglied. (Siehe: <em> Anzeiger, <\/em>70. Jg., Nr. 11, 15.3.1929, S. 76 f. &#8222;Die Berner \u00dcbereinkunft nach dem Stande vom 1. J\u00e4nner 1929.&#8220;)<\/p>\n<\/div>\n<div id=\"ftn35\">\n<p class=\"note\"><a title=\"_ftn35\" href=\"#_ftnref35\" name=\"_ftn35\">[35]<\/a> Zur Entwicklung dieses Gesetzes siehe KUTSCHERA und WESSIG, beide zit. Anm. 9.<\/p>\n<\/div>\n<div id=\"ftn36\">\n<p class=\"note\"><a title=\"_ftn36\" href=\"#_ftnref36\" name=\"_ftn36\">[36]<\/a> Die sogenannte Hinterlegungspflicht war durch \u00a7 17 des Pre\u00dfgesetzes vom 17. Dezember 1862, RGBl. Nr. 6\/1863 geregelt. Von jedem einzelnen Blatt oder Heft einer periodischen Druckschrift hatte der Drucker wenigstens eine Stunde, von jeder anderen Druckschrift aber wenigstens acht Tage vor dem Zeitpunkt der Ausgabe bei der Sicherheitsbeh\u00f6rde des Abgabeortes, und an Orten, wo ein Staatsanwalt seinen Sitz hatte, auch bei diesem ein Exemplar zu hinterlegen. So sah die Handhabung dieses Gesetzes am 26. Juli 1914, am Vorabend des Ersten Weltkriegs, anl\u00e4\u00dflich der Suspension der Pre\u00dffreiheit aus. Die Pflichtexemplare mu\u00dften u.a. an das Cultus- und das Innenministerium geliefert werden. Siehe dazu u.a. &#8222;Pflichtexemplare&#8220;, in: <em>BC<\/em>, Nr. 26-28, 14. Juli 1920, S. 295 f.<\/p>\n<\/div>\n<div id=\"ftn37\">\n<p class=\"note\"><a title=\"_ftn37\" href=\"#_ftnref37\" name=\"_ftn37\">[37]<\/a> KARL WACHE, \u00d6sterreichs Dichtung seit dem Umsturze. In: <em>Neu-\u00d6sterreich. Das Werk des Friedens von St. Germain<\/em>. Zusammengestellt von Dr. EDUARD STUPAN. Amsterdam\/Wien, 1923, S. 157-163; bes. S. 157.<\/p>\n<\/div>\n<h3><a title=\"I3\" name=\"I3\"><\/a>3. Allgemeine Entwicklung des Verlags bis 1918<\/h3>\n<p>Wie andere Wirtschaftszweige auch war der Verlagsbuchhandel von sozialen, politischen und konjunkturellen Entwicklungen unmittelbar beeinflu\u00dft. Der Gradmesser seines Gedeihens reicht von politischen und kulturellen Autonomiebestrebungen zu den Valutaschwankungen, von der Papierbeschaffung bis zur Kaufkraft und Kauflust des Publikums, Druckerei und Verlag, Sortimenter und Publikum bilden ein kompaktes Gef\u00fcge.<\/p>\n<p>Um an den Ausgangspunkt bzw. status quo der Entwicklung im Verlagsbuchhandel in \u00d6sterreich ab 1918 zu gelangen, versuchen wir in groben Z\u00fcgen, die Entwicklungen ab etwa 1860 mit besonderer Ber\u00fccksichtigung des Jahrzehnts vor dem Ende des Ersten Weltkriegs zu umrei\u00dfen.<a title=\"_ftnref38\" href=\"#_ftn38\" name=\"_ftnref38\"><span class=\"reference\">[38]<\/span><\/a><\/p>\n<p>Der &#8222;deutsche&#8220; Buchhandel im Vielv\u00f6lkerstaat \u00d6sterreich-Ungarn hatte die gr\u00f6\u00dfte Verbreitung und nahm in jeder Beziehung die erste Stelle ein. Neben seiner selbst\u00e4ndigen Stellung im Kaiserstaat bzw. in der Doppelmonarchie war der \u00f6sterreichische deutsche Buchhandel zugleich ein Teil des gesamtdeutschen Buchhandels. Im Jahre 1825 &#8211; die \u00d6sterreicher zogen erst ein Vierteljahrhundert sp\u00e4ter nach &#8211; war es zur Schaffung einer festen Organisation, des B\u00f6rsenvereins der deutschen Buchh\u00e4ndler, gekommen. Seine Aufgabe: die Interessen aller &#8222;deutschen Buchh\u00e4ndler&#8220;, also auch die au\u00dferhalb Deutschlands, zu vertreten.<a title=\"_ftnref39\" href=\"#_ftn39\" name=\"_ftnref39\"><span class=\"reference\">[39]<\/span><\/a> Ein Grundpfeiler dieser Organisation war der einheitliche, \u00fcberall geltende Ladenpreis, eine Regelung, die gro\u00dfe Vorteile, zuweilen &#8211; etwa in Zeiten rasanter Teuerung oder Valutaschwankungen &#8211; auch ungeheure Nachteile haben konnte.<\/p>\n<p>Der Impuls, den gesamten \u00f6sterreichischen Buchhandel eigens zu organisieren, ging vom deutsch\u00f6sterreichischen Buchhandel aus. Bestrebungen in diese Richtung waren bereits vor 1848 im Gange. Aber erst im Jahre 1859 kam es zur Gr\u00fcndung des &#8222;Vereins der \u00f6sterreichischen Buchh\u00e4ndler&#8220;.<\/p>\n<p>Hatte etwa Wien Anfang des 19. Jahrhunderts kaum 30 Buchhandlungen, betrug die Zahl in ganz \u00d6sterreich 1859 bereits 362, und das in 114 Orten. In dem folgenden halben Jahrhundert kam es zu einer sprunghaften Entwicklung. Bis zum Jahre 1909 hatte sich die Zahl fast verf\u00fcnffacht: An 506 Orten befanden sich nun an die 2.000 Buchhandlungen. Das Adre\u00dfbuch 1918 enthielt gar 3.137 \u00f6sterreichisch-ungarische Firmen, die sich an 899 Orten befanden.<a title=\"_ftnref40\" href=\"#_ftn40\" name=\"_ftnref40\"><span class=\"reference\">[40]<\/span><\/a><\/p>\n<p>Nach den Statuten des Vereins von 1859 umfa\u00dfte der Buchhandel vier verschiedene Gesch\u00e4ftszweige: den eigentlichen Buchhandel, den Kunst- und Musikalien- und Landkartenhandel. jede dieser Sparten zerfiel in Verlags- (d.h. Herstellungs-) und Sortiments- (d.h. Verkaufs-) gesch\u00e4fte. Auf Grund der hier gepr\u00e4gten und den Zustand widerspiegelnden Strukturen gab es in den n\u00e4chsten vierzig Jahren bis auf wenige Ausnahmen blo\u00df den Buchh\u00e4ndler-Verleger (den \u201aAuch-Verleger\u2019) und noch nicht jene Species des &#8222;Nur-Verlegers&#8220;. Mit anderen Worten: Die &#8222;Verlagsbuchh\u00e4ndler&#8220; konnten sowohl das eine als auch das andere sein. In dieser Struktur war der reine Verlag eindeutig unterrepr\u00e4sentiert, und dieses Faktum kennzeichnet die \u00f6sterreichische Situation bis 1938 und danach.<\/p>\n<p>W\u00e4hrend des Zeitraums von 1859 bis zum Anfang des Ersten Weltkriegs hatte sich das Verh\u00e4ltnis Buchhandlung- Bev\u00f6lkerung auch unter Ber\u00fccksichtigung einer gr\u00f6\u00dferen Leser- und Kaufschicht erheblich verkleinert. Umgekehrt ist ein sprunghafter Anstieg in Verkehr und Absatz reichsdeutscher und sonstiger ausl\u00e4ndischer B\u00fccher zu registrieren. Importierte \u00d6sterreich zwischen 1851 und 1861 im Durchschnitt 9.300 Meterzentner B\u00fccher j\u00e4hrlich, so stieg diese Zahl mit einigem durch Krieg (1866) und Finanzkrise (1873) bedingten Auf und Ab bis 1881 auf 27.000 Meterzentner an. Auf Grund einer gleichm\u00e4\u00dfigen Steigerung machte der B\u00fccherimport 1890 bereits 39.000 Meterzentner aus. Dieses Tempo hielt in dem Ausma\u00df an, da\u00df das Jahr 1895 mit 55.000, das Jahr 1900 mit 73.000 und schlie\u00dflich das Jahr 1905 mit 85.000 Meterzentner Bruttoeinfuhr ausgewiesen war. So hatte sich der B\u00fccherimport nach \u00d6sterreich innerhalb von f\u00fcnf Jahrzehnten nahezu verzehnfacht. Hier sind bereits die Grundlagen f\u00fcr die verh\u00e4ngnisvollen Marktbedingungen, die &#8222;Abh\u00e4ngigkeiten&#8220;, das einseitige Ausgerichtetsein des gesamten republikanischen Buchhandels in \u00d6sterreich in sp\u00e4teren Jahren ersichtlich. Denn der Anteil des Deutschen Reichs an der oben erw\u00e4hnten Gesamteinfuhr betrug im Durchschnitt schon damals nicht weniger als 90%. Und an dieser Gegebenheit \u00e4nderte sich bis zum &#8222;Anschlu\u00df&#8220; \u00d6sterreichs praktisch nichts. Zum Unterschied aber von der Situation in \u00d6sterreich etwa 1935, als patriotische \u00d6sterreicher einen &#8222;\u00f6sterreichischen Verlag&#8220; anregten und forderten, registrierte man &#8211; ohne Klage, ohne Bedauern, ohne Aufruf zur \u00c4nderung &#8211; &#8211; blo\u00df den allzu deutlichen \u00dcberhang reichsdeutscher Werke auf dem \u00f6sterreichischen Markt.<\/p>\n<p>Es ist wohl anzunehmen, da\u00df der L\u00f6wenanteil der in diesem Prozentsatz enthaltenen und wirklich abgesetzten B\u00fccher in jenen Teilen der Monarchie verbreitet wurde, wo &#8222;deutsche \u00d6sterreicher&#8220; wohnten. Da\u00df man sich ob der Dominanz reichsdeutscher Verlagswerke nicht beschwerte, mag dahingehend zu erkl\u00e4ren sein, da\u00df der Nationalismus im Vielv\u00f6lkerstaat nicht auf die Slawen, Magyaren usw. beschr\u00e4nkt war, sondern auch den deutschen Bev\u00f6lkerungsteil der Monarchie betraf, der sich nicht den \u00fcbrigen V\u00f6lkerst\u00e4mmen der Monarchie wesensverwandt f\u00fchlte, sondern den Deutschen im Deutschen Reich.<\/p>\n<p>Aus zeitgen\u00f6ssischen Analysen der Entwicklung des \u00f6sterreichischen Buchhandels ist eben jene Furcht und ein &#8222;N\u00e4herzusammenr\u00fccken&#8220; der &#8222;Deutschen&#8220; bis unmittelbar vor und noch w\u00e4hrend des Ersten Weltkriegs herauszulesen. Seit dem Kriege 1866 begann ein stetiges Zur\u00fcckgehen des Absatzgebietes f\u00fcr deutsche Literatur. \u00dcber die Gr\u00fcnde \u00e4u\u00dferte sich Wilhelm M\u00fcller, ein prominentes Vorstandsmitglied des Buchh\u00e4ndlervereins, folgenderma\u00dfen:<\/p>\n<p class=\"zitat\" style=\"text-align: left;\"><em>Je mehr die nichtdeutschen V\u00f6lker \u00d6sterreich-Ungarns ihr Hauptbestreben darin erblickten, sich national zu entwickeln und mehr und mehr selbst\u00e4ndig zu werden, und die nationalen Fragen in den Vordergrund traten, desto mehr schr\u00e4nkten sich die Absatzgebiete f\u00fcr deutsche Literatur von selbst ein. Es ist ja allgemein bekannt, da\u00df die Tschechen und Magyaren gro\u00dfe materielle Opfer gebracht haben, um eine nationale Literatur zu schaffen und auszugestalten, und man kann wohl auch ohne \u00dcbertreibung sagen, da\u00df es beinahe als patriotische Pflicht auch in den intelligenten Kreisen dieser beiden V\u00f6lker angesehen und betrachtet wird, keine deutschen, sondern nur in ihrer Volkssprache geschriebene B\u00fccher zu lesen.<\/em><a title=\"_ftnref41\" href=\"#_ftn41\" name=\"_ftnref41\"><span class=\"reference\">[41]<\/span><\/a><\/p>\n<p>Das Aufbl\u00fchen der nationalen B\u00fccherproduktion auf Kosten der \u00f6sterreichischen und deutschen Verleger galt als &#8222;ein sehr empfindlicher Schlag&#8220; (M\u00fcller, ebda.). Dieses Einengen des Absatzes und des Absatzgebietes war ein Proze\u00df, der seinen H\u00f6hepunkt im Auseinanderfallen des Vielv\u00f6lkerstaates nach dem Ende des Ersten Weltkrieges erreichte. Die Folge hievon war laut M\u00fcller 1917 in einer Analyse der &#8222;Zukunft des deutschen Buchhandels in \u00d6sterreich-Ungarn&#8220; (loc.cit.), da\u00df die \u00f6sterreichischen Verleger sich immer mehr darauf beschr\u00e4nkten, &#8222;nur wissenschaftliche Werke zu verlegen, die nach wie vor auch in Deutschland gro\u00dfen Absatz fanden, w\u00e4hrend die sch\u00f6ngeistige Verlagst\u00e4tigkeit fortgesetzt eingeschr\u00e4nkt wurde. Inl\u00e4ndische Dichter und Schriftsteller sch\u00f6ngeistiger Richtung suchten mehr und mehr ihre Verleger in Deutschland, und so mehrten sich die Vorw\u00fcrfe, da\u00df der Unternehmungsgeist der \u00f6sterreichischen Verleger geringer geworden sei&#8220; (ebda.). Statt aber die Urheberrechtsproblematik und die Pre\u00dfgesetzgebung bei dieser Entwicklung zu w\u00fcrdigen, schlie\u00dft M\u00fcller: &#8222;Man bedachte dabei nicht, da\u00df die eben geschilderten politischen Verh\u00e4ltnisse schuld daran seien.&#8220; (ebda.)<\/p>\n<p>Bleiben wir bei der Analyse M\u00fcllers. F\u00fcr die Einschr\u00e4nkung des Verlags sch\u00f6ngeistiger Literatur in \u00d6sterreich f\u00fchrt M\u00fcller noch einen etwas kuriosen Grund an, der nicht gerade f\u00fcr das Image heimischer Verleger spricht. W\u00e4hrend der \u00f6sterreichische Sortimentsbuchh\u00e4ndler gewohnt war, den B\u00f6rsenverein als Mittelpunkt des gesamten deutschen Buchhandels zu sehen und den gr\u00f6\u00dften Teil seines Bedarfs an B\u00fcchern aus Deutschland \u00fcber Leipzig zu beziehen &#8211; was f\u00fcr die vorhin erw\u00e4hnten 90 % spricht &#8211; , funktionierten die Handelsverbindungen in umgekehrter Richtung weniger gut. M\u00fcller meint sinngem\u00e4\u00df, da\u00df die \u00f6sterreichische sch\u00f6ngeistige Verlagslandschaft f\u00fcr die deutschen Sortimenter als hinterste Provinz galt. M\u00fcllers Replik:<\/p>\n<p class=\"zitat\" style=\"text-align: left;\"><em>Es ist ja richtig, da\u00df sehr viele in \u00d6sterreich erschienene Werke, sei es durch den Dialekt, sei es durch Bezugnahme auf heimatliche Verh\u00e4ltnisse eine lokale F\u00e4rbung tragen, die den deutschen Lesern meist unverst\u00e4ndlich ist, aber es hat keinen \u00f6sterreichischen Buchh\u00e4ndler abgehalten, Fritz Reuters Werke zu verkaufen, obwohl sie in plattdeutschem Dialekt geschrieben sind, wie auch Stindes Schriften, obwohl im Berliner Dialekt verfa\u00dft, seinerzeit in \u00d6sterreich verschlungen worden sind.<\/em> (ebda., S. 597)<\/p>\n<p>M\u00fcller vertritt in seinem Blick auf die &#8222;Zukunft&#8220; auch noch die Ansicht, da\u00df der deutsche Buchhandel in \u00d6sterreich und Ungarn im gro\u00dfen und ganzen mit Ausnahme jenes in den Hauptst\u00e4dten \u2013 nicht mit dem in Deutschland verglichen werden k\u00f6nne: &#8222;Seine Lebensbedingungen sind schwieriger, sein Absatz durchschnittlich geringer, als man nach deutschen Begriffen allgemein annehmen zu d\u00fcrfen glaubt.&#8220; (ebda., S. 598)<\/p>\n<p>Diese Ausf\u00fchrungen M\u00fcllers, Ende 1917 mit einem Blick auf &#8222;Friedenszeiten&#8220; verfa\u00dft, sind in anderer Hinsicht, und zwar im Hinblick auf die ideologische und politische Ausrichtung der f\u00fchrenden Vertreter des &#8222;deutschen&#8220; Buchhandels in \u00d6sterreich sowohl vor dem Ersten Weltkrieg als auch w\u00e4hrend der Ersten Republik, interessant. Denn die gro\u00dfe Hoffnung M\u00fcllers und seiner Gleichgesinnten war, \u00d6sterreich nach Ende des Weltkriegs als Teil des Deutschen Reichs zu sehen. Selbst nach dem von vielen als &#8222;Schandwerk&#8220; empfundenen Vertrag von St. Germain, der im Buchhandel mit den Gebietsabtretungen einen noch gr\u00f6\u00dferen Umbruch verursachte und eine Union mit dem Deutschen Reich verbot, wurde der Anschlu\u00df f\u00fcr den Bereich Buchhandel als Hoffnungsschimmer gesehen.<a title=\"_ftnref42\" href=\"#_ftn42\" name=\"_ftnref42\"><span class=\"reference\">[42]<\/span><\/a> Ansonsten begn\u00fcgte man sich damit, im gesamtdeutschen Buchhandel eine Art Satellitenstellung einzunehmen, als eine Art Dependance des reichsdeutschen Verlagswesens zu fungieren. Die Loyalit\u00e4ten &#8211; und das wird in den 30er Jahren auch nach au\u00dfen hin manifestiert &#8211; gingen eindeutig in Richtung Deutsches Reich und nicht in Richtung der vielzitierten &#8222;Republik, die keiner wollte&#8220;.<\/p>\n<p>Nach diesem Blick auf die politischen Einfl\u00fcsse auf die Entwicklung des Verlagsbuchhandels in \u00d6sterreich wenden wir uns konkreter dem Zeitraum 1909 bis 1918 zu, um am Beispiel buchgewerblicher Betriebe, von Buchhandel und Verlag zum Ausgangspunkt am Anfang der Ersten Republik zu gelangen.<a title=\"_ftnref43\" href=\"#_ftn43\" name=\"_ftnref43\"><span class=\"reference\">[43]<\/span><\/a><\/p>\n<h4><a name=\"3a\"><\/a>a) 1909<a title=\"_ftnref44\" href=\"#_ftn44\" name=\"_ftnref44\"><span style=\"font-size: 0.7em; vertical-align: top;\">[44]<\/span><\/a><\/h4>\n<p>Laut Bericht der Handels- und Gewerbekammer war die Lage in der Buchdruckerbranche von Unsicherheit und Stagnation gekennzeichnet. Besonders am Wiener Platz wurde die Konkurrenz des Auslandes durch heimische Verleger und Autoren noch beg\u00fcnstigt. Hinzu kam, da\u00df die Konzessionsvermehrung und die damit verbundenen Gr\u00fcndungen neuer Druckereibetriebe unabl\u00e4ssig fortschritten. Dies hatte geringe Auslastung, geringe Exportchancen trotz hohen technischen Standards, eine ung\u00fcnstige Gesch\u00e4ftslage und einen gro\u00dfen Preisdruck zur Folge. Auch wird vermerkt, da\u00df die Holzschneidekunst st\u00e4ndig zur\u00fcckgehe und de facto vor der Aufl\u00f6sung stehe, zumal nun das billigere photochemigraphische Verfahren bevorzugt werde. Nicht nur die Verleger, auch die Lithographieanstalten und Spezialdruckereien sp\u00fcrten den mangelnden urheberrechtlichen Schutz. Der Export in Heliograv\u00fcren und Faksimileaquarellen speziell nach Ru\u00dfland verminderte sich, weil mit diesem Land keine literarische Konvention bestand. So waren in den vorangegangenen Jahren in Ru\u00dfland leistungsstarke Kupferdruckereien entstanden, die die marktg\u00e4ngigen Artikel \u00f6sterreichischer und deutscher Verleger nachahmten und entsprechend billig auf den Markt brachten. Im Bericht 1909 wird f\u00fcr den Bereich &#8222;Buchhandel&#8220; lediglich auf Probleme der Schulb\u00fccherverleger hingewiesen.<\/p>\n<h4><a name=\"3b\"><\/a>b) 1910<a title=\"_ftnref45\" href=\"#_ftn45\" name=\"_ftnref45\"><span style=\"font-size: 0.7em; vertical-align: top;\">[45]<\/span><\/a><\/h4>\n<p>F\u00fcr das Jahr 1910 konnte man vermelden, da\u00df der Buch-, Kunst- und Musikalienhandel neuerlich einen Aufschwung genommen habe, obwohl in Wien keine besonders hervorragenden Werke publiziert worden w\u00e4ren. Im Bereich \u00f6sterreichischer Verlag wird folgendes festgehalten:<\/p>\n<p class=\"zitat\" style=\"text-align: left;\"><em>Der wissenschaftliche (medizinische, juridische, technische) Verlag entwickelt sich in m\u00e4\u00dfigem Tempo. Im belletristischen Verlag dr\u00fcckt sich die Vorherrschaft von Berlin und Leipzig immer st\u00e4rker aus. Es ist wiederum ein Berliner Verlag entstanden, der, offenbar mit gro\u00dfer Kapitalskraft ausger\u00fcstet, mit Vorliebe Wiener Autoren bringt und f\u00fcr den Vertrieb dieser Werke eine gro\u00dfe Agitation entfaltet. Eine Leipziger Verlagsfirma spezialisiert sich geradezu f\u00fcr die Werke \u00f6sterreichischer Autoren, und es ist ihr gelungen, die erfolgreichsten an sich zu fesseln.<\/em><a title=\"_ftnref46\" href=\"#_ftn46\" name=\"_ftnref46\"><span class=\"reference\">[46]<\/span><\/a><\/p>\n<p class=\"zitat\">Es war f\u00fcr den Sortimentsbuchhandel ein ruhiges Gesch\u00e4ftsjahr. In der Belletristik gab es keine Sensation, und die Vorliebe des Publikums f\u00fcr gediegene Literatur dauerte an.<\/p>\n<h4><a name=\"3c\"><\/a>c) 1911<a title=\"_ftnref47\" href=\"#_ftn47\" name=\"_ftnref47\"><span style=\"font-size: 0.7em; vertical-align: top;\">[47]<\/span><\/a><\/h4>\n<p>Im Bericht der n.\u00f6. Handels- und Gewerbekammer f\u00fcr 1911 hei\u00dft es, da\u00df der B\u00fccherkonsum weiterhin eine aufsteigende Richtung aufwies. Der Absatz sei im Wachsen, der Umsatz f\u00fcr die H\u00e4ndler allerdings nicht. Es zeichnete sich eine Tendenz ab, m\u00f6glichst billige B\u00fccher zu kaufen. Au\u00dferdem wird vermerkt, da\u00df &#8211; im Gegensatz zur heimischen &#8211; die Druck- und Verlagsindustrie Deutschlands einen so hervorragenden Aufschwung genommen habe, da\u00df sie sowohl Klassikerausgaben als auch moderne Schriftsteller &#8222;um einen unglaublich billigen Preis herstellen&#8220; k\u00f6nne. Vergleichbares l\u00e4\u00dft sich in \u00d6sterreich nicht feststellen. Die Vormachtstellung reichsdeutscher Verlage auf dem \u00f6sterreichischen Markt wird weiter ausgebaut. Und was wenigstens den &#8222;Konsum&#8220; des &#8222;\u00f6sterreichischen&#8220; betrifft, so kann man ehrenrettend zumindest auf die Tatsache hinweisen, &#8222;da\u00df auf belletristischem Gebiet in Wien von allen Schriftstellern am meisten \u00f6sterreichische Autoren beliebt sind&#8220;. F\u00fchrend in der Publikumsgunst: Bartsch, Ertl, Greinz, Hermine Cloeter, Wassermann, Decsey, Rosegger. Aber so gut wie alle deren Werke sind in Deutschland, entweder bei Staackmann (Leipzig) oder bei S. Fischer (Berlin) herausgekommen.<\/p>\n<p>Es gibt aber auch von der Verlagsfront Berichtenswertes:<\/p>\n<p class=\"zitat\" style=\"text-align: left;\"><em>Am Ende des Berichtsjahres wurde neuerlich ein Versuch gemacht, einen belletristischen Verlag in \u00d6sterreich zu schaffen. Die ersten Werke, die die neue Firma auf den Markt brachte, stammten durchweg von hervorragenden \u00f6sterreichischen Schriftstellern und fanden in Ausstattung und Inhalt gro\u00dfen Beifall. Es kann jedoch nicht verhehlt werden, da\u00df es gro\u00dfe Schwierigkeiten bietet, die starke Konkurrenz der reichsdeutschen Verleger zu schlagen, die infolge ihrer Kapitalskraft in der Lage sind, auch den \u00f6sterreichischen Autoren sehr bedeutende Honorare zu zahlen.<\/em><\/p>\n<p>Der neue belletristische Verlag ist der im November 1911 gegr\u00fcndete &#8222;Artur Wolf Verlag&#8220;. Ob h\u00f6here Honorare daf\u00fcr ausschlaggebend waren, da\u00df die \u00f6sterreichischen Autoren sich reichsdeutsche Verlage aussuchten, kann zumindest angezweifelt werden.<\/p>\n<h4><a name=\"3d\"><\/a>d) 1912<a title=\"_ftnref48\" href=\"#_ftn48\" name=\"_ftnref48\"><span style=\"font-size: 0.7em; vertical-align: top;\">[48]<\/span><\/a><\/h4>\n<p>Ende 1912 begann sich die Kriegsangst auf das Buch- und Verlagswesen in \u00d6sterreich auszuwirken. Die zahlreichen Einberufungen zwangen die K\u00e4ufer immer mehr zur Sparsamkeit, was sich beim Buchabsatz bemerkbar machte. Trotzdem erfuhr das Buchgesch\u00e4ft in diesem Jahr durch zwei Dichterjubil\u00e4en einen Ansto\u00df, und zwar aus Anla\u00df des 50. Geburtstags von Gerhart Hauptmann und Arthur Schnitzler. Dieser Anla\u00df wurde bekanntlich vom Verleger S. Fischer &#8211; &#8222;(in Berlin, denn auch der echt wienerische Schnitzler wird in Berlin verlegt &#8211; eine Inkongruenz, mit der man sich abfinden mu\u00df) &#8211; zur Veranstaltung einer Gesamtausgabe benutzt, die gro\u00dfen Anklang fand. Gern gekauft wurden au\u00dferdem die \u00d6sterreicher: Bartsch, Ginzkey, Greinz, Salburg und Strobl (alle Staackmann, Leipzig). &#8222;Auf dem Verlagsgebiete&#8220;, hei\u00dft es im Bericht f\u00fcr das Jahr 1912,<\/p>\n<p class=\"zitat\" style=\"text-align: left;\"><em>spielt der \u00f6sterreichische Buchhandel nur eine bescheidene Rolle. Leider mu\u00df konstatiert werden, da\u00df die Interesselosigkeit, mit welcher das \u00f6sterreichische Sortiment dem \u00f6sterreichischen Verlag begegnet, noch immer dieselbe ist, hingegen kann beobachtet werden, da\u00df die guten Erscheinungen des \u00f6sterreichischen Fachverlages im Auslande erfreulicherweise immer mehr Beachtung finden und der Absatz solcher Artikel nach Deutschland eine ganz enorme Steigerung erfahren hat. Ob der Versuch, den eine neugegr\u00fcndete Wiener Verlagsfirma mit sch\u00f6nwissenschaftlichem Verlage macht, gelingen wird, l\u00e4\u00dft sich noch nicht sagen.<\/em><\/p>\n<p>Man ersieht aus diesem Bericht, da\u00df belletristische Verlage, vor allem Neugr\u00fcndungen, gewisserma\u00dfen als Exoten betrachtet wurden.<\/p>\n<h4><a name=\"3e\"><\/a>e) 1913<a title=\"_ftnref49\" href=\"#_ftn49\" name=\"_ftnref49\"><span style=\"font-size: 0.7em; vertical-align: top;\">[49]<\/span><\/a><\/h4>\n<p>F\u00fcr 1913 wei\u00df die Handels- und Gewerbekammer &#8222;von der schweren Krise des wirtschaftlichen Lebens&#8220; zu berichten, von der sich der Buch-, Kunst- und Musikalienhandel erhole. Der Krieg wirft bereits seinen Schatten voraus. Im Bereich Verlagsbuchhandel l\u00e4\u00dft sich &#8222;keine wesentliche Ver\u00e4nderung&#8220; vermelden. Trotz Wirtschaftskrise ist von einer erheblichen Steigerung der B\u00fccherproduktion die Rede sowie davon, da\u00df der B\u00fccherbedarf des Publikums weiterhin eine steigende Tendenz aufweise. Besonders der literarisch am besten gebildete Teil der B\u00fccherk\u00e4ufer &#8211; f\u00fcr andere Bev\u00f6lkerungsschichten war der Buchkauf sicherlich im Budget nicht drinnen &#8211; bevorzugte, laut Bericht, Memoiren und Briefliteratur. Zu den 1913 in \u00d6sterreich begehrten Schriftstellern geh\u00f6rten etwa Bartsch, Ertl, Ginzkey, Greinz, M\u00fcller-Guttenbrunn, Schnitzler und Strobl.<\/p>\n<p>Unter den au\u00dfer\u00f6sterreichischen Autoren wurden die Romane von Thomas Mann &#8222;stark verlangt&#8220;. Auch die vielb\u00e4ndigen, billigen und ausschlie\u00dflich aus dem Deutschen Reich (etwa &#8222;Insel-Verlag&#8220;) importierten Sammlungen bauten ihren Marktanteil aus und fanden &#8222;ungeahnten Absatz&#8220;. \u00f6sterreichische Konkurrenz haben sie weiterhin nicht zu f\u00fcrchten. Erst nach Ende des Ersten Weltkriegs finden sich vereinzelt entsprechend risikofreudige Verleger in \u00d6sterreich.<\/p>\n<h4><a name=\"3f\"><\/a>f) 1914 -1918 Der Weltkrieg<a title=\"_ftnref50\" href=\"#_ftn50\" name=\"_ftnref50\"><span style=\"font-size: 0.7em; vertical-align: top;\">[50]<\/span><\/a>.<\/h4>\n<p>Es war die katastrophale Situation in den Zweigen Druckerei, Verlag und Buchhandel, die sich w\u00e4hrend des Ersten Weltkriegs entwickelt hatte, mit der sich die gesamte Branche in der neuen Republik konfrontiert sah. Deshalb wollen wir die Lage der Kriegsjahre etwas genauer ansehen. Als paradigmatisch f\u00fcr die Verschlechterung im Verlagsbuchhandel im allgemeinen kann wohl die Lage in den buchgewerblichen Betrieben gelten.<\/p>\n<p>W\u00e4hrend noch bis Ende des ersten Kriegsjahrs die meisten Grundstoffe und Materialien zu fast normalen Preisen zu haben waren, setzten im Jahre 1915 bereits ganz erhebliche Teuerungen ein. Viele dieser Materialien &#8211; von Papier bis zur Druckerschw\u00e4rze und von Benzin bis zu Kohle und Koks &#8211; waren zu entsprechenden Preisen nur mehr im Schleichhandel erh\u00e4ltlich. Eine \u00dcbersicht \u00fcber die Preissteigerungen einiger f\u00fcr die Aufrechterhaltung der Betriebe unbedingt notwendigen Materialien ergibt, da\u00df jeweils zwischen 1914 und 1918 der Kilopreis f\u00fcr holzfreies Papier um das 10fache anstieg, Farben um das 5fache, Benzin &#8211; sp\u00e4ter nur mehr \u00fcber Schleichhandel erh\u00e4ltlich &#8211; um das 14fache, Glyzerin um das 18- bis 27fache auf dem schwarzen Markt, Spiritus um das 10fache usw.<a title=\"_ftnref51\" href=\"#_ftn51\" name=\"_ftnref51\"><span class=\"reference\">[51]<\/span><\/a><\/p>\n<p>Das gr\u00f6\u00dfte Problem der Buchdruckereien w\u00e4hrend des Kriegs (aber auch nachher) war die Papierbeschaffung. Es wird z.B. berichtet, da\u00df es Monate in den Jahren 1917 und 1918 gab, in denen auf normale Weise nicht ein Bogen Papier aufzutreiben war. Es gab freilich Papier genug, wenn man bereit war, es von Schleichh\u00e4ndlern zu einem entsprechend hohen Preis zu beziehen.<\/p>\n<p>Kurz nach dem Ausbruch des Kriegs war &#8211; was auf eine niedrige Verlagsproduktion hinweist &#8211; die Auslastung der meisten Druckereien derart schlecht, da\u00df viele Betriebe, um keine Entlassungen vornehmen zu m\u00fcssen, Kurzarbeit einf\u00fchrten. Es wurde also nur die halbe Woche gearbeitet. Ein weiteres Problem bereitete den Druckereien der Mangel an Fachkr\u00e4ften wegen der vielen Einberufungen vor allem ab Anfang 1915. Zudem boten die gro\u00dfen Kriegsbetriebe geschultem Personal h\u00f6here L\u00f6hne.<\/p>\n<p>Auch die Wochenl\u00f6hne der Buchdrucker stiegen in den f\u00fcnf Jahren zwischen 1914 und 1918 an. Diese Lohnerh\u00f6hungen trugen zwangsl\u00e4ufig zu Preissteigerungen bei Drucksorten und \u00c4hnlichem bei. So verdiente ein Buchdruck-Maschinenmeister 1914 40 Kronen in der Woche, eine Einlegerin 18 Kronen. 1917 waren es dann 62 Kronen resp. 20 Kronen. Im letzten Kriegsjahr verdiente der Buchdruck-Maschinenmeister 110 Kronen die Woche, also um das 2 3\/4fache, die Einlegerin 50 Kronen, also um ungef\u00e4hr das Zweifache mehr. Nur wenn man einen Blick auf die Kleinhandelspreise wichtigster Lebensmittel und Bedarfsgegenst\u00e4nde, also auf den &#8222;Warenkorb&#8220;, f\u00fcr den gleichen Zeitraum wirft, ergibt sich ein wahrhaft tristes Bild.<\/p>\n<p>So stiegen die Kosten des vierw\u00f6chigen Lebensmittelverbrauches einer Wiener Arbeiterfamilie in den Jahren 1914 bis Anfang 1918 um das 8fache (Index Juli 1914 = 100; zu Beginn 1918 = 828). Zu Beginn des Jahres 1919 war der Warenkorb vom Juli 1914 gar 28,54 mal teurer.<a title=\"_ftnref52\" href=\"#_ftn52\" name=\"_ftnref52\"><span class=\"reference\">[52]<\/span><\/a> Lohnsteigerungen konnten &#8211; wie unser Beispiel zeigt &#8211; nicht entfernt Schritt halten.<\/p>\n<p>Und wie verhielten sich Buchpreise zu den L\u00f6hnen in dieser Branche? Dazu einige ausgew\u00e4hlte Beispiele. Anfang 1918 kostete ein Band der im Ed. Strache Verlag erschienenen Novellen von Alfons Petzold, <em>Von meiner Stra\u00dfe <\/em>(Umfang 197 S.) 7,60 Kronen, Leopold Lieglers im Verlag der Buchhandlung Richard L\u00e1nyi erschienenes Werk <em>Karl Kraus und die Sprache <\/em>1,50 Kronen. Eine Folge der Illustrierten-Monatsschrift <em>Donauland <\/em>kostete 3 Kronen, eine Mappe mit Zeichnungen von Egon Schiele, die 1917 im Verlag der Buchhandlung Richard L\u00e1nyi erschien, 45 Kronen, also fast die H\u00e4lfte von dem, was ein Buchdruck-Maschinenmeister zur selben Zeit in der Woche verdiente. Einzelhefte der Reihe &#8222;Konegens Kinderb\u00fccher&#8220; waren hingegen relativ billig. So war jede Nummer um 40 Heller zu kaufen.<\/p>\n<p>Von den gr\u00f6\u00dferen St\u00e4dten \u00d6sterreichs, deren Kleinhandelspreise statistisch erhoben wurden, war Wien allgemein am teuersten. Anhand von vielen einzelnen Beispielen sah die Entwicklung folgenderma\u00dfen aus: 1 Kilogramm Mehl, das im Juli 1914 um 4,27 Kronen zu kaufen war, kostete 1918 im freien Handel gleich 31,20 Kronen.<a title=\"_ftnref53\" href=\"#_ftn53\" name=\"_ftnref53\"><span class=\"reference\">[53]<\/span><\/a>Ein Ei kostete 1914 2,51 Kronen, Anfang 1918 hingegen bereits 71,60 Kronen. Und nicht nur die Grundnahrungsmittel, auch Bekleidung, Gas, elektrischer Strom usw. waren um ein Mehrfaches im Preis gestiegen. Wie wir an sp\u00e4terer Stelle zu vermerken haben werden, wurde (in der Werbung) sowohl vom Buchhandel wie auch vom Verlag argumentiert, da\u00df trotz gewaltiger Teuerungen B\u00fccher &#8211; in der Relation &#8211; sogar billiger geworden seien.<\/p>\n<p>Um das Bild in der Druckerbranche abzurunden, sei noch auf einige weitere Erschwernisse hingewiesen, die sich letzten Endes auch auf Buch- und Verlagsbuchhandel auswirken mu\u00dften. So wurde erstmals im Jahre 1916 eine &#8222;Bleiabgabe&#8220; eingef\u00fchrt. Das hei\u00dft: 15% der Bleibest\u00e4nde mu\u00dften an die Metallzentrale abgeliefert werden, von der das Unternehmen verg\u00fctet wurde. Besonders neuere Unternehmungen mittleren und kleineren Umfangs waren von dieser Ma\u00dfnahme betroffen. Drucksortenauftr\u00e4ge f\u00fcr den Staat (etwa Kriegsministerium) wurden den Privatunternehmen weggenommen und an die Staatsdruckerei vergeben.<\/p>\n<p>Neben dem Papiermangel war es auch um die Qualit\u00e4t schlecht bestellt. Die Papierfabriken konnten den Bedarf nicht mehr decken, und viele Sorten wurden wegen Mangels an Rohmaterial erst gar nicht mehr erzeugt Wer sich von der Papier- und Druckqualit\u00e4t dieser Zeit am Beispiel Rotations- (Zeitungs-)papier \u00fcberzeugen m\u00f6chte, braucht nur eine jener durch Krieg und Papiermangel im Umfang stark verminderten Zeitungen, die in Wien erschienen, zur Hand zu nehmen.<\/p>\n<p>Die Zeit des Kriegs war auch f\u00fcr den Wiener Buch-, Kunst- und Musikalienhandel &#8222;eine \u00fcberaus schwere&#8220;.<a title=\"_ftnref54\" href=\"#_ftn54\" name=\"_ftnref54\"><span class=\"reference\">[54]<\/span><\/a> Auch in dieser Sparte gab es Probleme mit den steigenden, aber nicht entfernt die Inflation abgeltenden Lohnabschl\u00fcssen. F\u00fcr den Buchhandel begann sich die einseitige Importabh\u00e4ngigkeit von reichsdeutschen Verlagswerken zu r\u00e4chen. Denn zum einen verteuerten sich &#8211; durch die Inflation im Inland &#8211; die Valuta, mit denen der \u00f6sterreichische Sortimenter seine B\u00fccherimporte letztlich bezahlte, zum anderen schwankte der Markkurs, und die Mark war eben die W\u00e4hrung, in der Preise ausgezeichnet waren. So wurde der Bezug ausl\u00e4ndischer B\u00fccher zu einem einigerma\u00dfen teuren Lotteriespiel. Durch die fixen Ladenpreise kam es infolge des Markkurses und der Valutaschwankungen zu ungewohnten Preisverschiebungen im Handel. Aber noch eines trug zur Verteuerung der B\u00fccher, die &#8222;noch eine verh\u00e4ltnism\u00e4\u00dfig billige Ware&#8220; darstellten, bei, n\u00e4mlich der sog. &#8222;Teuerungszuschlag&#8220;, der auf 20% des Ladenpreises erh\u00f6ht wurde und f\u00fcr eine un\u00fcbersichtliche, um nicht zu sagen chaotische Preisgestaltung sorgte. Mit dem &#8222;Teuerungszuschlag&#8220;, der sich auch dauernd \u00e4nderte, fanden Buchh\u00e4ndler beim Publikum geringes Verst\u00e4ndnis. Das Problem blieb noch bis in die 20er Jahre hinein, bis zur W\u00e4hrungsstabilisierung h\u00f6chst aktuell.<\/p>\n<p>Der deutsch\u00f6sterreichische Verlagsbuchhandel wurde, wie zu erwarten war, durch den Krieg schwer in Mitleidenschaft gezogen. Besonders betroffen war der auf Wissenschaft ausgerichtete Verlag. Das lag z.B. an der Schwierigkeit, sich geeignetes Papier, geschweige denn Rohmaterial, besonders f\u00fcr die Einb\u00e4nde, zu beschaffen. So passierte es, da\u00df vielbegehrte Werke, nachdem sie einmal vergriffen waren, aus den genannten Gr\u00fcnden nicht mehr neu aufgelegt werden konnten. Die &#8222;neuen&#8220; Herstellungskosten machten sie zu einem unrentablen Gesch\u00e4ft.<\/p>\n<p>\u00dcber den sch\u00f6ngeistigen Verlag 1914-1918 wird folgendes berichtet:<\/p>\n<p class=\"MsoBodyText3\" style=\"text-align: left;\"><em>Der belletristische Verlag, der in Deutsch\u00f6sterreich aber nie sehr entwickelt war, hat unter diesen Schwierigkeiten weniger zu leiden gehabt, da bei diesem die Verkaufspreise nicht die Rolle spielen wie bei wissenschaftlichen Werken und Schulb\u00fcchern, welch letztere bekanntlich der Genehmigung der Unterrichtsbeh\u00f6rde bed\u00fcrfen.<\/em><\/p>\n<p class=\"zitat\" style=\"text-align: left;\"><em>Leider kann nicht unerw\u00e4hnt bleiben, da\u00df alle diese Mi\u00dfst\u00e4nde, die den regelrechten Gesch\u00e4ftsbetrieb w\u00e4hrend des Krieges so sehr erschwerten oder teilweise unterbanden, seit dem politischen Zusammenbruch in noch weit h\u00f6herem Ma\u00dfe fortbestehen und insbesondere durch die unheimlich steigenden Gesch\u00e4ftsspesen (Gehalte, L\u00f6hne, Transportkosten usw.) manches Unternehmen bereits an den Rand seiner Ertragsf\u00e4higkeit gebracht haben. Da das Arbeitsgebiet des deutsch\u00f6sterreichischen Verlages durch die politischen Umw\u00e4lzungen ganz wesentlich eingeschr\u00e4nkt wurde, sind dessen Aussichten in die Zukunft keine erfreulichen. <\/em>(a.a.O., S. 865)<\/p>\n<p>Mit dieser &#8222;Zukunft&#8220; werden wir uns nun zu befassen haben, aber zuerst versuchen wir, einen \u00dcberblick \u00fcber die Verlagslandschaft in \u00d6sterreich vor 1918 anhand von ausgew\u00e4hlten Beispielen zu geben.<\/p>\n<h4>Anmerkungen<\/h4>\n<div id=\"ftn38\">\n<p class=\"MsoFootnoteText\"><a title=\"_ftn38\" href=\"#_ftnref38\" name=\"_ftn38\"><span class=\"reference\">[38]<\/span><\/a> Die folgende Darstellung st\u00fctzt sich im wesentlichen auf die diesbez\u00fcglichen Ausf\u00fchrungen des Vorsitzenden der \u00f6sterreichisch-ungarischen Buchh\u00e4ndler, WILHELM M\u00dcLLER, Der \u00f6sterreichische Buchhandel. (Aus der anl\u00e4\u00dflich des 25j\u00e4hrigen Bestandes des Fachtechnischen Klubs der Beamten und Faktoren der k.k. Hof- und Staatsdruckerei 1886-1911 herausgegebenen Festschrift.) Abgedruckt in: BC, Nr. 38, 18. September 1912, S. 530-531 und ebda., Nr. 39, 25. September 1912, S. 544-546 und: Die Zukunft des deutschen Buchhandels in \u00d6sterreich-Ungarn. (Abdruck aus dem B\u00f6rsenblatt Nr. 272, 22. November 1917), in- BC, Nr. 49, 5. Dezember 1917, S. 597-599.<\/p>\n<p class=\"MsoFootnoteText\"><a title=\"_ftn39\" href=\"#_ftnref39\" name=\"_ftn39\"><span class=\"reference\">[39]<\/span><\/a> Wie wir an sp\u00e4terer Stelle sehen werden, war der supranationale Charakter des B\u00f6rsenvereins der entscheidende Grund, weshalb er nach 1933 in die Kammerwirtschaft der Nazis \u00e0 la longue nicht integriert werden konnte.<\/p>\n<\/div>\n<div id=\"ftn40\">\n<p class=\"MsoFootnoteText\"><span style=\"font-family: arial,helvetica,sans-serif;\"><a title=\"_ftn40\" href=\"#_ftnref40\" name=\"_ftn40\"><span class=\"reference\">[40]<\/span><\/a> <\/span>Adre\u00dfbuch f\u00fcr den Buch-, Kunst- und Musikalienhandel und verwandte Gesch\u00e4ftszweige. Hrsg. von MORITZ PERLEs k. u. k. Hofbuchhandlung, 52. Jg., 1918, S. V. Hier die Aufschl\u00fcsselung: Buchhandel: 2861, davon 760 Verlagshandlungen. Kunsthandel: 982, davon 51 Verlagshandlungen. Musikalienhandel: 1185, davon 84 Verlagshandlungen.<\/p>\n<\/div>\n<div id=\"ftn41\">\n<p class=\"MsoFootnoteText\"><a title=\"_ftn41\" href=\"#_ftnref41\" name=\"_ftn41\"><span class=\"reference\">[41]<\/span><\/a> Siehe Anm. 38. <em>BC<\/em>, Nr. 49, 5. Dezember 1917.<\/p>\n<\/div>\n<div id=\"ftn42\">\n<p class=\"MsoFootnoteText\"><a title=\"_ftn42\" href=\"#_ftnref42\" name=\"_ftn42\"><span class=\"reference\">[42]<\/span><\/a> Man braucht nur die Protokolle diverser Vereinssitzungen, vor allem aus den fr\u00fchen 20er Jahren, durchzulesen. Um aber ein konkretes Beispiel anzuf\u00fchren, sei auf ADOLF STIERLE (zit. Anm. 1, S. 41) verwiesen: &#8222;Als zweite wichtige Frage nannte ich die M\u00f6glichkeit eines eventuellen Anschlusses an das Deutsche Reich. Wenn nun ein Anschlu\u00df kommen sollte, so w\u00fcrde es vom Verh\u00e4ltnis abh\u00e4ngen, in dem Wien und Berlin zueinander stehen w\u00fcrden, nach welcher Richtung sich Wien im deutschen Buchhandel entwickeln k\u00f6nnte. Wenn sich ein gedeihliches Zusammenarbeiten f\u00e4nde, so w\u00e4re gegen\u00fcber der kommerziellen Zentrale Berlin Wien vielleicht in der Lage, das Zentrum f\u00fcr Kunst, Musik, Theater, Humanit\u00e4res und manche schon jetzt dort gepflegte Gebiete der Wissenschaft zu vertreten. Sollten (sic!) sich aber Wien und Berlin gegenseitig befeinden und Konkurrenz machen wollen, so w\u00fcrde Wien wahrscheinlich zur Rolle einer deutschen Provinzstadt herabsinken, das hei\u00dft mit anderen Worten, seine heutige Stellung im deutschen Buchhandel verlieren. Im \u00fcbrigen w\u00fcrde es nur noch von der politischen Stellung Wiens in Gro\u00df-Deutschland, von seinem politischen Einflusse abh\u00e4ngen und wenn dieser unbedeutend bliebe, so k\u00f6nnte man einzelnen Zweigen des Wiener Verlages beinahe das Todesurteil sprechen.&#8220; Stierle ver\u00f6ffentlichte diese Gedanken 1928.<\/p>\n<\/div>\n<div id=\"ftn43\">\n<p class=\"MsoFootnoteText\"><a title=\"_ftn43\" href=\"#_ftnref43\" name=\"_ftn43\"><span class=\"reference\">[43]<\/span><\/a> Die zugleich detaillierteste und zuverl\u00e4ssigste Unterlage in dieser Hinsicht bilden die &#8222;Berichte der n.\u00f6. Handels- und Gewerbekammer&#8220;. Auf sie wird im folgenden einzeln verwiesen.<\/p>\n<\/div>\n<div id=\"ftn44\">\n<p class=\"MsoFootnoteText\"><a title=\"_ftn44\" href=\"#_ftnref44\" name=\"_ftn44\"><span class=\"reference\">[44]<\/span><\/a> Bericht \u00fcber die Industrie, den Handel und die Verkehrsverh\u00e4ltnisse in Nieder\u00f6sterreich w\u00e4hrend des Jahres 1909. Dem k.k. Handelsministerium erstattet von der Handels- und Gewerbekammer in Wien. Wien 1910, S. 446-450.<\/p>\n<\/div>\n<div id=\"ftn45\">\n<p class=\"MsoFootnoteText\"><a title=\"_ftn45\" href=\"#_ftnref45\" name=\"_ftn45\"><span class=\"reference\">[45]<\/span><\/a> Zitiert nach &#8222;Buch-, Kunst- und Musikalienhandel&#8220;, in: <em>BC<\/em>, Nr. 32, 9. August 1911, S. 408 f.<\/p>\n<\/div>\n<div id=\"ftn46\">\n<p class=\"MsoFootnoteText\"><a title=\"_ftn46\" href=\"#_ftnref46\" name=\"_ftn46\"><span class=\"reference\">[46]<\/span><\/a> Im Fall des Berliner Verlags k\u00f6nnte es sich um den &#8222;Ernst Rowohlt Verlag&#8220; handeln, der am 30. Juni 1910 ins Handelsregister eingetragen wurde. Im Fall der Leipziger Firma d\u00fcrfte es sich um den &#8222;Insel-Verlag&#8220; handeln.<\/p>\n<\/div>\n<div id=\"ftn47\">\n<p class=\"MsoFootnoteText\"><a title=\"_ftn47\" href=\"#_ftnref47\" name=\"_ftn47\"><span class=\"reference\">[47]<\/span><\/a> Bericht f\u00fcr das Jahr 1911. Teilabdruck &#8222;Buch-, Kunst- und Musikalienhandel&#8220;, in: <em>BC, <\/em>Nr. 45, 6. November 1912, S. 642 f.<\/p>\n<\/div>\n<div id=\"ftn48\">\n<p class=\"MsoFootnoteText\"><a title=\"_ftn48\" href=\"#_ftnref48\" name=\"_ftn48\"><span class=\"reference\">[48]<\/span><\/a> Bericht f\u00fcr das Jahr 1912. Teilabdruck &#8222;Buch-, Kunst- und Musikalienhandel&#8220;, in: <em>BC<\/em>, Nr. 37, 10. September 1913, S. 496-498.<\/p>\n<\/div>\n<div id=\"ftn49\">\n<p class=\"MsoFootnoteText\"><a title=\"_ftn49\" href=\"#_ftnref49\" name=\"_ftn49\"><span class=\"reference\">[49]<\/span><\/a> Bericht \u00fcber die Industrie, den Handel und die Verkehrsverh\u00e4ltnisse in Nieder\u00f6sterreich w\u00e4hrend des Jahres 1913. Dem k.k. Handelsministerium erstattet von der Handels- und Gewerbekammer in Wien. Wien 1914, S. 560-563.<\/p>\n<\/div>\n<div id=\"ftn50\">\n<p class=\"MsoFootnoteText\"><a title=\"_ftn50\" href=\"#_ftnref50\" name=\"_ftn50\"><span class=\"reference\">[50]<\/span><\/a> Bericht \u00fcber die Industrie, den Handel und die Verkehrsverh\u00e4ltnisse in Nieder\u00f6sterreich w\u00e4hrend der Jahre 1914-1918. Dem Staatsamte f\u00fcr Handel und Gewerbe, Industrie und Bauten erstattet von der n.\u00f6. Handels- und Gewerbekammer in Wien. Wien 1920, S. 854-869.<\/p>\n<\/div>\n<div id=\"ftn51\">\n<p class=\"MsoFootnoteText\"><a title=\"_ftn51\" href=\"#_ftnref51\" name=\"_ftn51\"><span class=\"reference\">[51]<\/span><\/a> Diese Feststellungen ergeben sich aus der \u00dcbersicht im Bericht f\u00fcr 1914-1918, S. 855. Die weiter unten angef\u00fchrten Lohnverh\u00e4ltnisse finden sich ebda., S. 857.<\/p>\n<\/div>\n<div id=\"ftn52\">\n<p class=\"MsoFootnoteText\"><a title=\"_ftn52\" href=\"#_ftnref52\" name=\"_ftn52\"><span class=\"reference\">[52]<\/span><\/a> Laut amtlicher Statistik. Statistisches Handbuch f\u00fcr die Republik \u00d6sterreich. Hrsg. vom Bundesamt f\u00fcr Statistik. II. Jg., Wien 1921, XIV. Preise. 3. Die Kosten des vierw\u00f6chentlichen Lebensmittelverbrauches einer Wiener Arbeiterfamilie in den Jahren 1914-1921, S. 102.<\/p>\n<\/div>\n<div id=\"ftn53\">\n<p class=\"MsoNormal c2\"><a title=\"_ftn53\" href=\"#_ftnref53\" name=\"_ftn53\"><span class=\"reference\">[53]<\/span><\/a> Ebendort.<\/p>\n<\/div>\n<div class=\"Section1\">\n<h3 class=\"MsoNormal c2\"><a name=\"I4\"><\/a><span class=\"c1\" lang=\"DE\">4. Die Verlagslandschaft in \u00d6sterreich vor 1918<\/span><\/h3>\n<p class=\"MsoNormal c4\"><span lang=\"DE\">Im Jahre 1835 schrieb der bekannte Wiener Schriftsteller und Buchh\u00e4ndler Franz Gr\u00e4ffer (6.1.1785-8.10.1852) in der von ihm herausgegebenen <em>\u00d6sterreichischen National-Encyclop\u00e4die<\/em> folgendes zum Zustand des \u00f6sterreichischen Buchhandels zu dieser Zeit:<\/span><\/p>\n<p class=\"MsoNormal c6\" style=\"text-align: left;\"><span lang=\"DE\"><em>Der \u00f6sterreichische Buchhandel verh\u00e4lt sich zum Ausland durchaus passiv, besonders seit dem (was an und f\u00fcr sich l\u00e4ngstens schon w\u00fcnschenswert gewesen) der Nachdruck hat aufh\u00f6ren m\u00fcssen. In den sogenannten sciences exactes, wie in der Medicin, steht er wohl im Gleichgewicht; aber f\u00fcr Philologie, Philosophie, Geschichte, Politik, sch\u00f6ne Literatur, Zeitschriften, Taschenb\u00fccher und f\u00fcr generelle Werke, wie z. B. das Conversations-Lexicon, gehen sicherlich Hunderttausende von Thalern in das Ausland, denn die im Inlande erscheinenden Artikel dieser F\u00e4cher finden im Ganzen nicht sehr viele K\u00e4ufer<\/em>.<\/span><a href=\"#_ftn1\" name=\"_ftnref1\"><span class=\"MsoFootnoteReference\"><span class=\"c5\" lang=\"DE\"><span class=\"MsoFootnoteReference\"><span class=\"c5\" lang=\"DE\">[1]<\/span><\/span><\/span><\/span><\/a><\/p>\n<p class=\"MsoNormal c7\"><span lang=\"DE\">In den folgenden achtzig Jahren wanderten viele &#8222;Hunderttausende von Thalern in das Ausland&#8220;, vornehmlich in das Deutsche Reich, denn bereits vor der Jahrhundertwende machten B\u00fccherimporte aus Deutschland 90% der Gesamteinfuhr nach \u00d6sterreich aus. Aber im selben Zeitraum kam es zu unz\u00e4hligen Verlagsneugr\u00fcndungen in \u00d6sterreich. Nur blieben die Verlagsrichtungen einigerma\u00dfen beschr\u00e4nkt. So schreibt Carl Junker 1921 r\u00fcckblickend, da\u00df &#8222;von verh\u00e4ltnism\u00e4\u00dfig wenigen, wenn auch vortrefflichen und r\u00fchmenswerten Ausnahmen abgesehen, der Verlagsbuchhandel in Wien und in den wenigen anderen gro\u00dfen deutschen Orten der sogenannten im Reichsrate vertretenen K\u00f6nigreiche und L\u00e4nder [sich] in erster Linie auf folgenden Gebieten (bet\u00e4tigte): Schulb\u00fccher<\/span><a href=\"#_ftn2\" name=\"_ftnref2\"><span class=\"MsoFootnoteReference\"><span class=\"c5\" lang=\"DE\"><span class=\"MsoFootnoteReference\"><span class=\"c5\" lang=\"DE\">[2]<\/span><\/span><\/span><\/span><\/a> <span lang=\"DE\">56), wissenschaftliche, insbesondere medizinische Werke und Austriaca&#8220; <em>(Der Verlagsbuchhandel,<\/em> S. 2). \u00c4hnlich \u00e4u\u00dferte sich Johannes Eckardt 1919 in seiner Analyse des deutsch\u00f6sterreichischen Buchhandels:<\/span><\/p>\n<p class=\"MsoNormal c6\"><span lang=\"DE\">Dabei soll nicht verschwiegen werden, da\u00df einige dieser Verlagsversuche wirklich auch gro\u00dfz\u00fcgig ans Werk gingen, und da\u00df Spezialgebiete &#8211; Theologie, Medizin, Jus &#8211; auch in \u00d6sterreich t\u00fcchtige Fachverlage fanden. (a.a.O., S. 234)<\/span><\/p>\n<p class=\"MsoNormal c4\"><span lang=\"DE\">\u00d6sterreich war also ein Land der Schulb\u00fccher-, Kalender- und Fachverlage. Der deutsch-\u00f6sterreichische Verlegerstand konnte nach Ansicht Hermann Gilhofers im Jahre 1910 &#8222;neben dem imponierenden reichsdeutschen Verlagsbuchhandel, dessen zwar kleinerer, aber ebenb\u00fcrtiger Freund und Bruder er ist, mit allen Ehren bestehen und sich zeigen&#8220;.<\/span><a href=\"#_ftn3\" name=\"_ftnref3\"><span class=\"MsoFootnoteReference\"><span class=\"c5\" lang=\"DE\"><span class=\"MsoFootnoteReference\"><span class=\"c5\" lang=\"DE\">[3]<\/span><\/span><\/span><\/span><\/a> <span lang=\"DE\">Nur d\u00fcrfe &#8222;an der bedauerlichen Tatsache nicht vor\u00fcbergegangen werden, da\u00df zwei ganz besonders belangreiche Arbeitsfelder verlegerischer Wirksamkeit bei uns nahezu g\u00e4nzlich brachliegen&#8220;. (ebda.) Und mit einem dieser &#8222;Arbeitsfelder&#8220;, dem belletristischen Verlag, befassen wir uns hier ganz besonders. Wie wir bereits ausf\u00fchrlich dargestellt haben, war die Urheberrechtsgesetzgebung und die Weigerung \u00d6sterreich-Ungarns, der Berner Convention beizutreten, ein entscheidendes Hemmnis in der Entwicklung eines belletristischen Verlags, und an zweiter Stelle war die rigorose Zensur schuld, die das Verlegen von sch\u00f6ngeistiger Literatur zum risikoreichen Gesch\u00e4ft machte. Es ist daher kaum verwunderlich, da\u00df selbst bis in die Jahre vor 1918 eine solche Verlagsneugr\u00fcndung in der Branche mit derselben Neugier verfolgt wurde wie ein Schwimmanf\u00e4nger, der sich ins tiefe Wasser wagt. Wird er \u00fcberleben? In seiner Analyse der Entwicklung des Verlagsbuchhandels in \u00d6sterreich machte sich Gilhofer Gedanken \u00fcber die Gr\u00fcnde:<\/span><\/p>\n<p class=\"MsoBodyTextIndent c8\" style=\"text-align: left;\"><em><span lang=\"DE\">Nach wie vor sehen wir unsere ersten dichterischen Talente den Weg ins Ausland gehen und ihre geistigen Sch\u00f6pfungen aus Leipzig, Berlin, Stuttgart, M\u00fcnchen usw. wieder zu uns einwandern. In jeder Buchhandlung ist sicherlich oft und oft die Frage er\u00f6rtert worden, ob denn das so sein und bleiben m\u00fcsse. Die Antwort ist jedesmal ein bedauerndes Achselzucken oder das alte, lahme: nemo propheta in patria. An opferwilligen Versuchen, diesem vielbeklagten \u00dcbelst\u00e4nde abzuhelfen, hat es nicht gefehlt, doch ist es eben in mehreren F\u00e4llen, gerade aus neuerer Zeit, immer nur beim Versuche geblieben und es fehlt uns auch heute noch an einem kapitalkr\u00e4ftigen und energischen Unternehmer, der die zahlreichen und hochbegabten Kr\u00e4fte dichterischen Schaffens im Lande festzuhalten vermochte.<\/span><\/em><\/p>\n<p class=\"MsoNormal c6\" style=\"text-align: left;\"><span lang=\"DE\"><em>M\u00f6gen hier vorwiegend die vorhin angedeuteten Vorurteile, dann Ursachen materieller Natur und der Wunsch der jungen Talente, sobald als m\u00f6glich in einem bereits erfolgreichen belletristischen Verlage unterzukommen, mitwirken, so ist es aber ganz unerkl\u00e4rlich, da\u00df das Feld der Bilderb\u00fccher und Jugendschriftenliteratur bei uns noch so gut wie unbebaut geblieben ist.<\/em> (a.a.O., S. 45)<\/span><\/p>\n<p class=\"MsoNormal c7\"><span lang=\"DE\">\u00d6sterreich war also bis 1918 &#8211; und seit etwa 1860 &#8211; ein Land ohne einen namhaften belletristischen Verlag von Dauer, was nicht hei\u00dft, um das Apodiktische an dieser Feststellung etwas abzuschw\u00e4chen, da\u00df bestehende Verlage nicht gelegentlich Belletristik produzierten oder da\u00df man \u00fcberhaupt keine Beispiele f\u00fcr belletristische Verlage anf\u00fchren kann.<\/span><\/p>\n<p class=\"MsoNormal c4\"><span lang=\"DE\">Auffallend war auf dem \u00f6sterreichischen Markt nach der Jahrhundertwende die starke Pr\u00e4senz von reichsdeutschen belletristischen Verlegern wie etwa Insel, Staackmann und S. Fischer. Das Jahr 1918 war f\u00fcr den Verlagsbuchhandel in \u00d6sterreich in vielerlei Hinsicht eine Z\u00e4sur. Ein auffallendes Merkmal der Verlagslandschaft im \u00d6sterreich des 19. Jahrhunderts und der ersten zwei Jahrzehnte des 20. Jahrhunderts war, da\u00df bis auf wenige Ausnahmen, ja gar zu 99%, die Gr\u00fcnder von Verlagen (in Wien) &#8222;Zugereiste&#8220; waren und in der Regel aus dem Deutschen Reich eingewandert waren. Um nur ein paar Namen zu nennen: Leykam, Manz, Deuticke, Szelinski, Gerold, Seidel, Halm, Weinberger, Fromme, Meyerhoff und Frick kamen aus dem Deutschen Reich nach Wien, A. Hartleben aus Budapest, Moritz Perles aus Prag. \u00c4hnlich verhielt es sich mit den Gr\u00fcndern von gr\u00f6\u00dferen und kleineren Druckanstalten, wobei man blo\u00df die Namen Eberle, Fromme, Jasper, Gerold, Gistel, Holzhausen, Reisser, Frisch nennen mu\u00df.<\/span><\/p>\n<p class=\"MsoNormal c3\"><span lang=\"DE\"> Nach 1918 wurde der aus Deutschland geb\u00fcrtige Verleger-Buchdrucker, der &#8222;Auch-Verleger&#8220;, dann bei Neugr\u00fcndungen fast schlagartig vom einheimischen Unternehmer und Nur-Verleger abgel\u00f6st. Und: waren die Gr\u00fcnder des 19. Jahrhunderts gro\u00dfteils aus Deutschland geb\u00fcrtige Buchh\u00e4ndler evangelischer Konfession, so waren die meisten Nur-Verleger im \u00d6sterreich der jungen Ersten Republik vielfach &#8222;branchenfremd&#8220; und mosaischer Konfession. Nach 1918 waren die Gr\u00fcnder nicht immer aus dem Buchhandel &#8211; Lehrling, Gehilfe usw. &#8211; hervorgegangen, und hier scheinen die Gewerbebestimmungen hinsichtlich des &#8222;Bef\u00e4higungsnachweises&#8220; etwas lockerer gehandhabt worden zu sein. Oft fand man einen &#8222;Konzessionsinhaber&#8220;, womit also den Bestimmungen Gen\u00fcge getan wurde.<\/span><\/p>\n<p class=\"MsoNormal c3\"><span lang=\"DE\"> Um nun die nach 1918 auftretende komplette Umwandlung der Verlagslandschaft in \u00d6sterreich kenntlich zu machen, wird an Hand einer Reihe von \u00f6sterreichischen Verlagen, die in der Regel im 19. Jahrhundert gegr\u00fcndet wurden, gezeigt, welches Spektrum hier vorhanden war. Dazu sind, um Mi\u00dfverst\u00e4ndnissen vorzubeugen, einige Bemerkungen notwendig. Auf Vollst\u00e4ndigkeit kann und soll kein Anspruch erhoben werden, und in diesen Darstellungen wird man den einen oder anderen Verlag mit Sicherheit vermissen. Es soll nur die Erkenntnis gewonnen werden, welche Verlagsarten es gegeben hat und welche Programmrichtung sie eingeschlagen haben, schlie\u00dflich soll unsere Behauptung untermauert werden, da\u00df vor 1918 das Gebiet der belletristischen Verlage eine ziemlich unterentwickelte Sparte war. Meist wird die Entwicklung nur bis 1918 verfolgt, in einzelnen F\u00e4llen aber auch bis in die heutige Zeit.<\/span><\/p>\n<p class=\"MsoNormal c3\"><span lang=\"DE\"> Abgeschlossen werden diese kurzen Abschnitte mit einer knappen Firmengeschichte eines unmittelbar vor der Jahrhundertwende gegr\u00fcndeten Verlags, der ausschlie\u00dflich sch\u00f6ngeistige Literatur produzierte und den Versuch unternahm, \u00f6sterreichische Autoren und Schriftsteller in einem heimischen Verlag unterzubringen, n\u00e4mlich des Wiener Verlags.<\/span><\/p>\n<p class=\"MsoNormal c3\"><a name=\"4a\"><\/a><strong><em><span lang=\"IT\">a) Artaria <\/span><span lang=\"IT\">&amp;<\/span> <\/em><span lang=\"IT\"><em>Co<\/em>.<\/span> <span lang=\"DE\"> (Kunstverlag, Kunsthandlung, Kunstantiquariat, Landkartenhandlung und kartographischer Verlag in Wien)<\/span><\/strong><\/p>\n<p class=\"MsoNormal c3\"><span lang=\"DE\"> Die seit 1770 in Wien bestehende Firma gilt als die \u00e4lteste Kunsthandlung in \u00d6sterreich und als eine der \u00e4ltesten Firmen Wiens \u00fcberhaupt. Trotz des italienischen Namens waren die Artarias ein altes Wiener Patriziergeschlecht. Der Stammvater Giovanni (1725-1797) war um die Mitte des 18. Jahrhunderts nach Wien gekommen, wo seine Neffen Carlo (1747-1808) und Francesco (1744-1808) sowie dessen Sohn Domenico (1765-1823) Gr\u00fcnder des Wiener Hauses wurden. In der folgenden Generation wurde das Unternehmen von August Artaria (1807-1893) weitergef\u00fchrt, der nach einer fast 60j\u00e4hrigen T\u00e4tigkeit 1893 starb. Die S\u00f6hne Carl August (1855-1919) und Dominik IV (1859-1936) traten im Jahre 1881 bzw. 1890 in das v\u00e4terliche Gesch\u00e4ft ein und wurden dessen Besitzer. Das Gesch\u00e4ftslokal selber, das nach einem Neubau 1901 auch zu Ausstellungszwecken wesentlich vergr\u00f6\u00dfert wurde, befand sich seit 1789 im Haus Kohlmarkt 9. Nach dem Tode von Carl August Artaria am 29. M\u00e4rz 1919 traten die S\u00f6hne Franz (1860-1942) im Mai 1920 und August (1894-1932) im J\u00e4nner 1922 als Mitbesitzer in die Firma ein.<\/span><\/p>\n<p class=\"MsoNormal c3\"><span lang=\"DE\"> Artaria &amp; Co. betrieb drei Handels- und Verlag zweige: eine Kunstabteilung, eine Musikalienabteilung (ab Oktober 1776, und bald darauf einen Musikverlag) und eine kartographische Abteilung (Kartenvertrieb ab 1776). Die erste Sparte umfa\u00dfte das Kunstgesch\u00e4ft und den Kunstverlag-von Kupferstichen, Ansichtenserien, Portr\u00e4ts, Originalradierungen usw. 1778 erschienen die ersten Werke im Musikverlag Artaria. Man verlegte Joseph Haydn, Mozart, Schubert und nat\u00fcrlich Beethoven. Gegen Ende des 19. Jahrhunderts wurde der Kunstverlag eingeschr\u00e4nkt, und im Oktober 1894 wurde der gesamte Musikverlag an den Musikverleger Josef Weinberger verkauft.<\/span><a href=\"#_ftn4\" name=\"_ftnref4\"><span class=\"MsoFootnoteReference\"><span class=\"c5\" lang=\"DE\"><span class=\"MsoFootnoteReference\"><span class=\"c5\" lang=\"DE\">[4]<\/span><\/span><\/span><\/span><\/a><\/p>\n<p class=\"MsoNormal c10\"><span lang=\"DE\">Im Mai 1920 kam es zu einer Abspaltung der Landkartenabteilung von Artaria. Diese wurde als Tochterunternehmen an die Kartographische Anstalt G. Freytag &amp; Berndt angegliedert. \u00fcbrig blieb &#8222;Artaria &amp; Co., Kunsthandlung, Kunstverlag und Kunstantiquariat&#8220;. Was die Produktion des Kunstverlags betrifft, so mu\u00df die vielbeachtete Monatsschrift des \u00d6sterreichischen Museums f\u00fcr Kunst und Industrie, <em>Kunst und Kunsthandwerk,<\/em> die seit 1898 von Artaria herausgegeben wurde, erw\u00e4hnt werden.<\/span><\/p>\n<p class=\"MsoNormal c11\"><span lang=\"DE\">Im November 1922 vereinigten sich Artaria &amp; Co. und der Kunsth\u00e4ndler Gustav Nebehay zu einer Interessengemeinschaft. Zehn Jahre sp\u00e4ter wurde beschlossen, die Kunsthandlung Artaria &amp; Co. zu verkaufen bzw. zu liquidieren. Im Jahre 1931 erfolgte dann die Liquidierung.<\/span> <span lang=\"IT\">Eine Folgefirma, Artaria &amp; Co.<\/span> <span lang=\"DE\">Nachf. Gilbert Schiviz, wurde am 9. Oktober 1934 ins Handelsregister in Wien eingetragen. Diese besteht heute noch im Haus Kohlmarkt 9.<\/span><\/p>\n<p class=\"MsoNormal c11\"><a href=\"http:\/\/verlagsgeschichte.murrayhall.com\/wp-content\/uploads\/2015\/09\/Freytag-Berndt.jpg\" rel=\"attachment wp-att-2214\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter wp-image-2214\" src=\"http:\/\/verlagsgeschichte.murrayhall.com\/wp-content\/uploads\/2015\/09\/Freytag-Berndt.jpg\" alt=\"Freytag &amp; Berndt\" width=\"500\" height=\"131\" srcset=\"http:\/\/verlagsgeschichte.murrayhall.com\/wp-content\/uploads\/2015\/09\/Freytag-Berndt.jpg 4725w, http:\/\/verlagsgeschichte.murrayhall.com\/wp-content\/uploads\/2015\/09\/Freytag-Berndt-300x79.jpg 300w, http:\/\/verlagsgeschichte.murrayhall.com\/wp-content\/uploads\/2015\/09\/Freytag-Berndt-768x202.jpg 768w, http:\/\/verlagsgeschichte.murrayhall.com\/wp-content\/uploads\/2015\/09\/Freytag-Berndt-1024x269.jpg 1024w, http:\/\/verlagsgeschichte.murrayhall.com\/wp-content\/uploads\/2015\/09\/Freytag-Berndt-250x66.jpg 250w, http:\/\/verlagsgeschichte.murrayhall.com\/wp-content\/uploads\/2015\/09\/Freytag-Berndt-150x39.jpg 150w, http:\/\/verlagsgeschichte.murrayhall.com\/wp-content\/uploads\/2015\/09\/Freytag-Berndt-760x200.jpg 760w\" sizes=\"auto, (max-width: 500px) 100vw, 500px\" \/><\/a><\/p>\n<p class=\"MsoNormal c4\"><span lang=\"DE\">Im Jahre 1940 wurde schlie\u00dflich die Firma Geographischer Verlag und Landkartenhandlung Artaria Ges. in. b. H. mit der Kartographischen Anstalt Freytag-Berndt A.G. fusioniert. Die Firma hie\u00df nun: Kartographische Anstalt Freytag-Berndt und Artaria K.G. Seit Juli 1964 lautet der handelsgerichtlich eingetragene Firmenname: Freytag-Berndt und Artaria K.G., Kartographische Anstalt.<\/span><a href=\"#_ftn5\" name=\"_ftnref5\"><span class=\"MsoFootnoteReference\"><span class=\"c5\" lang=\"DE\"><span class=\"MsoFootnoteReference\"><span class=\"c5\" lang=\"DE\">[5]<\/span><\/span><\/span><\/span><\/a><\/p>\n<p class=\"MsoNormal c3\"><a name=\"4b\"><\/a><em><span lang=\"DE\"><strong>b) Anton Schroll <\/strong><\/span><span lang=\"DE\"><strong>&amp;<\/strong><\/span><\/em><strong> <span lang=\"DE\"><em>Co.<\/em> (Kunstverlag)<\/span><\/strong><\/p>\n<p class=\"MsoNormal c4\"><span lang=\"DE\"><a href=\"http:\/\/verlagsgeschichte.murrayhall.com\/wp-content\/uploads\/2015\/09\/Anton-Schroll.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft wp-image-827\" src=\"http:\/\/verlagsgeschichte.murrayhall.com\/wp-content\/uploads\/2015\/09\/Anton-Schroll.jpg\" alt=\"Schroll Signet \" width=\"130\" height=\"162\" srcset=\"http:\/\/verlagsgeschichte.murrayhall.com\/wp-content\/uploads\/2015\/09\/Anton-Schroll.jpg 409w, http:\/\/verlagsgeschichte.murrayhall.com\/wp-content\/uploads\/2015\/09\/Anton-Schroll-240x300.jpg 240w, http:\/\/verlagsgeschichte.murrayhall.com\/wp-content\/uploads\/2015\/09\/Anton-Schroll-120x150.jpg 120w\" sizes=\"auto, (max-width: 130px) 100vw, 130px\" \/><\/a>Die Firma Anton Schroll &amp; Co. wurde am 17. J\u00e4nner 1884 durch Anton Schroll (30.5.1854, Galizien-6.11.1919, Graz) in Wien begr\u00fcndet. Die ersten Werke, die im Gr\u00fcndungsjahr noch herausgegeben wurden, blieben l\u00e4ngere Zeit bestimmend f\u00fcr den Aufbau des Unternehmens: Architektur und Kunstgewerbe. So begann die Verlagsproduktion mit einer Ver\u00f6ffentlichung \u00fcber Architektur und Kunstgewerbe des Barocks zur Zeit Maria Theresias. Diese und \u00e4hnliche Publikationen, die prim\u00e4r dem Bauk\u00fcnstler dienen sollten, blieben zun\u00e4chst das Hauptgebiet des Verlags. Nach der Jahrhundertwende und mit Beginn der &#8222;Wiener Moderne&#8220; sammelten sich Architekten und K\u00fcnstler wie z.B. Otto Wagner, Josef Hoffmann) Kolo Moser und Josef M. Olbrich um die von Schroll gegr\u00fcndeten Zeitschriften. Es war dies die Zeitschrift <em>Der Architekt<\/em> (1895-1914), der sp\u00e4ter mit der zunehmenden Bedeutung der Innenarchitektur eine zweite, <em>Das Interieur<\/em> (1900-1915), zur Seite trat. Heute bilden diese Zeitschriften eine reiche Materialsammlung und ein Repertorium f\u00fcr die Entwicklungsgeschichte der neuen Baukunst. Die ebenfalls bei Schroll erschienene Zeitschrift <em>Die<\/em> <em> bildenden K\u00fcnste (<\/em>1918-1922) z\u00e4hlte auch in Deutschland zu den f\u00fchrenden Kunstzeitschriften.<\/span><\/p>\n<p class=\"MsoNormal c4\"><span lang=\"DE\">Zu diesen Publikationen traten bald auch solche kunstwissenschaftlichen Charakters. Die Struktur der Firma \u00e4nderte sich im Jahre 1913. Gr\u00fcnder Anton Schroll trat in den Ruhestand, verlegte seinen Wohnsitz nach Graz und \u00fcbertrug die Firma an eine Ges.m.b.H. (seit 1. Oktober 1913). Nach 1914 wurde der Verlag von Fritz Meyer (3.1.1876, Magdeburg-24.1.1946, Wien), dem fr\u00fcheren Prokuristen von B.G. Teubner in Leipzig, gef\u00fchrt. Mit diesem Zeitpunkt begann ein Schaffensabschnitt des Verlags, der durch die Ver\u00f6ffentlichung umfassender und typischer kunstgeschichtlicher Werke charakterisiert ist. So widmete sich der Verlag dem \u00f6sterreichischen Denkm\u00e4lerbestand. In Zusammenarbeit mit Wiener Museen und Instituten verlegte Schroll Kataloge, Einzeldarstellungen und Sammelwerke aus den verschiedensten Gebieten der kunstgeschichtlichen Forschung. Zu nennen w\u00e4ren das <em>Jahrbuch der kunsthistorischen Sammlungen in Wien,<\/em> der <em>Gesamtkatalog der Albertina, Albertina-Facsimile-Drucke.<\/em><\/span><\/p>\n<p class=\"MsoNormal c4\"><span lang=\"DE\"><em><a href=\"http:\/\/verlagsgeschichte.murrayhall.com\/wp-content\/uploads\/2015\/09\/Schrolllogo.jpg\" rel=\"attachment wp-att-2201\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter wp-image-2201\" src=\"http:\/\/verlagsgeschichte.murrayhall.com\/wp-content\/uploads\/2015\/09\/Schrolllogo.jpg\" alt=\"Schroll Signet \" width=\"430\" height=\"143\" srcset=\"http:\/\/verlagsgeschichte.murrayhall.com\/wp-content\/uploads\/2015\/09\/Schrolllogo.jpg 4700w, http:\/\/verlagsgeschichte.murrayhall.com\/wp-content\/uploads\/2015\/09\/Schrolllogo-300x100.jpg 300w, http:\/\/verlagsgeschichte.murrayhall.com\/wp-content\/uploads\/2015\/09\/Schrolllogo-768x256.jpg 768w, http:\/\/verlagsgeschichte.murrayhall.com\/wp-content\/uploads\/2015\/09\/Schrolllogo-1024x341.jpg 1024w, http:\/\/verlagsgeschichte.murrayhall.com\/wp-content\/uploads\/2015\/09\/Schrolllogo-250x83.jpg 250w, http:\/\/verlagsgeschichte.murrayhall.com\/wp-content\/uploads\/2015\/09\/Schrolllogo-150x50.jpg 150w\" sizes=\"auto, (max-width: 430px) 100vw, 430px\" \/><\/a><\/em><\/span><\/p>\n<p class=\"MsoNormal c12\"><span lang=\"DE\">Nach dem &#8222;Umbruch&#8220; leistete der Verlag Anton Schroll einiges auf literarischem Gebiet, indem er neben kleinen Liebhaberausgaben der Meisterwerke von Brentano, Dickens, Eichendorff usw. auch gro\u00dfe Ausgaben der &#8211; inzwischen tantiemenfreien &#8211; \u00f6sterreichischen Klassiker Grillparzer, Raimund, Nestroy und Anzengruber verlegte. Die Architektur, der Ausgangspunkt der T\u00e4tigkeit des Verlags Anton Schroll, trat nie ganz zur\u00fcck. Zeitgen\u00f6ssische Bestrebungen der Baukunst (s. Adolf Loos) waren durch die Serie <em> Neues Bauen in der Welt<\/em> weiterhin vertreten.<\/span><\/p>\n<p class=\"MsoNormal c12\"><span lang=\"DE\">In den sp\u00e4ten 20er Jahren wurden die Verlagsgebiete dadurch erweitert, da\u00df der bis dahin haupts\u00e4chlich milit\u00e4rwissenschaftliche Verlag L. W. Seidel &amp; Sohn (gegr. 1848)<\/span><a href=\"#_ftn6\" name=\"_ftnref6\"><span class=\"MsoFootnoteReference\"><span class=\"c5\" lang=\"DE\"><span class=\"MsoFootnoteReference\"><span class=\"c5\" lang=\"DE\">[6]<\/span><\/span><\/span><\/span><\/a> <span lang=\"DE\">als Abteilung f\u00fcr historische und wirtschaftsgeographische Literatur ausgebaut wurde.<\/span><a href=\"#_ftn7\" name=\"_ftnref7\"><span class=\"MsoFootnoteReference\"><span class=\"c5\" lang=\"DE\"><span class=\"MsoFootnoteReference\"><span class=\"c5\" lang=\"DE\">[7]<\/span><\/span><\/span><\/span><\/a> <span lang=\"DE\">Im <em> Jubil\u00e4umskatalog des Verlages Anton Schroll &amp; Co.<\/em> werden folgende Verlagsgebiete angegeben: Kunstgeschichte und Kunstwissenschaft\/Urgeschichte und Arch\u00e4ologie\/Baukunst und Kunstgewerbe\/Literatur\/Geschichte und Kulturgeschichte\/Geographie und Wirtschaftsgeographie\/L\u00e4nder- und V\u00f6lkerkunde.<\/span><a href=\"#_ftn8\" name=\"_ftnref8\"><span class=\"MsoFootnoteReference\"><span class=\"c5\" lang=\"DE\"><span class=\"MsoFootnoteReference\"><span class=\"c5\" lang=\"DE\">[8]<\/span><\/span><\/span><\/span><\/a><\/p>\n<p class=\"MsoNormal c3\"><a name=\"4c\"><\/a><strong><em><span lang=\"DE\">c) Verlag Ed. Strache<\/span><\/em> <span lang=\"DE\">(Verlagshandlung und graphische Kunstanstalt, Warnsdorf i. B.\/Wien)<\/span><\/strong><\/p>\n<p class=\"MsoNormal c4\"><span lang=\"DE\">Der 1847 in Rumburg (B\u00f6hmen) geborene Buch- und Steindruckereibesitzer Eduard Strache trat nach Absolvierung der Gymnasialstudien als Praktikant in eine Buchdruckerei in seinem Geburtsort ein und war l\u00e4ngere Zeit dort t\u00e4tig. Am 1. Dezember 1872 \u00fcbernahm er den Verlag der <em>Abwehr,<\/em> einer Zeitung, und gr\u00fcndete im nahen Ort Warnsdorf in B\u00f6hmen (Einw. 1918: ca. 23.000), der heute knapp an der Grenze zur DDR liegt, eine eigene Druckerei.<\/span><\/p>\n<p class=\"MsoNormal c4\"><span lang=\"DE\">Schon in jungen Jahren war der Betriebsinhaber auf politischem Gebiet, und zwar sowohl als Reichsrats- als auch als Landtagsabgeordneter t\u00e4tig. Au\u00dferdem war Eduard Strache lange Jahre hindurch B\u00fcrgermeister von Warnsdorf und auch Bezirksobmann.<\/span><\/p>\n<p class=\"MsoNormal c3\"><span lang=\"DE\">Der Verlag Ed. Strache galt als ein Etablissement ersten Ranges dieser Branche und erfreute sich weit \u00fcber die Grenzen der Monarchie hinaus des gr\u00f6\u00dften Ansehens. Neben den Produkten der Graphischen Kunstanstalt verlegte Strache eine Reihe von kleineren Zeitungen <em>(Abwehr, Haider Wochenblatt<\/em> usw.), Flugschriften und sogar Musikalien.<\/span><\/p>\n<p class=\"MsoNormal c4\"><span lang=\"DE\">Als Ed. Strache am 1. Juli 1912 infolge eines Herzleidens starb, wurde das Unternehmen von seinem Sohn Robert (* 7. M\u00e4rz 1875 in Warnsdorf) \u00fcbernommen. Da dieser w\u00e4hrend des Ersten Weltkriegs zumindest zeitweilig als k.k. Oberleutnant im Wiener Kriegsministerium besch\u00e4ftigt war, kann das mit ein Grund gewesen sein, da\u00df er sich entschlo\u00df, in Wien eine Niederlassung des Warnsdorfer Betriebs als &#8222;Ed. Strache Verlag&#8220; zu gr\u00fcnden. Mit Erla\u00df der k.k. n.-\u00f6. Statthalterei vom 11. Dezember 1917 erhielt Strache die &#8222;Konzession zum Betriebe des Buch-, Kunst- und Musikalienverlages, einschlie\u00dflich dramatischer und musikalischer B\u00fchnenwerke, mit Ausschlu\u00df des offenen Ladengesch\u00e4fts im Standorte Wien I., Elisabethstra\u00dfe No. 3 verliehen&#8220;.<\/span><a href=\"#_ftn9\" name=\"_ftnref9\"><span class=\"MsoFootnoteReference\"><span class=\"c5\" lang=\"DE\"><span class=\"MsoFootnoteReference\"><span class=\"c5\" lang=\"DE\">[9]<\/span><\/span><\/span><\/span><\/a><span lang=\"DE\">Leiter des Verlags (1915-1918) war der aus Nordb\u00f6hmen stammende Dr. phil. Johann Pilz (1885-1958).<\/span><a href=\"#_ftn10\" name=\"_ftnref10\"><span class=\"MsoFootnoteReference\"><span class=\"c5\" lang=\"DE\"><span class=\"MsoFootnoteReference\"><span class=\"c5\" lang=\"DE\">[10]<\/span><\/span><\/span><\/span><\/a> <span lang=\"DE\">Im Jahre 1918 verlegte der Verlag Ed. Strache seine Hauptt\u00e4tigkeit nach Wien, wo er in erster Linie junge \u00f6sterreichische Belletristik f\u00f6rderte und pflegte. Auf die weitere Entwicklung des Verlags gehen wir an sp\u00e4terer Stelle ein.<\/span><\/p>\n<p class=\"MsoNormal c3\"><a name=\"4d\"><\/a><strong><em><span lang=\"DE\">d) Wilhelm Braum\u00fcller<\/span><\/em><\/strong> <span lang=\"DE\">(k. k. Universit\u00e4ts-Verlagsbuchhandlung, Ges. m. b. H. in Wien)<\/span><\/p>\n<p class=\"MsoNormal c3\"><span lang=\"DE\">Die Geschichte der Buchhandlung Braum\u00fcller reicht bis zum Ende des 18. Jahrhunderts zur\u00fcck. Ihr Ursprung liegt in der seit 1783 in Wien bestehenden Verlags- und Sortimentsbuchhandlung R. von M\u00f6sle&#8220;s Witwe, in die am 1. J\u00e4nner 1836 Wilhelm Braum\u00fcller und L. W. Seidel als Gesellschafter eintraten. Seit 1826 und bis Anfang 1836 war der am 19. M\u00e4rz 1807 in Th\u00fcringen geborene Wilhelm Braum\u00fcller als Gehilfe bei Carl Gerold in Wien angestellt. Am 1. J\u00e4nner 1840 ging die Firma Braum\u00fcller &amp; Seidel aus dem vorhin erw\u00e4hnten Witwenfortbetrieb hervor. Am 2. September 1848 schlie\u00dflich wurde diese Gesellschaftsfirma aufgel\u00f6st.<\/span><\/p>\n<p class=\"MsoNormal c4\"><span lang=\"DE\">Der Verlag, der bis dahin etwa 150 Werke auf den Markt gebracht hatte, wurde aufgeteilt, und die beiden Verlage Wilhelm Braum\u00fcller und L. W. Seidel wurden als Einzelfirmen gegr\u00fcndet. Braum\u00fcllers Verlagst\u00e4tigkeit erstreckte sich nun auf nahezu s\u00e4mtliche Wissensgebiete, wie z.B. Philosophie, Philologie, Theologie, Geschichte und Volkswirtschaft, Staatswissenschaften, wobei in der Folgezeit besonders das Gebiet der Medizin gepflegt wurde.<\/span><\/p>\n<p class=\"MsoNormal c3\"><span lang=\"DE\"> Braum\u00fcller verstand es um die Mitte des 19. Jahrhunderts, den Verlag mit der medizinischen Schule der Wiener Universit\u00e4t in enge Verbindung zu bringen. Nach dem Tode des Inhabers Wilhelm Braum\u00fcller am 25. Juli 1884 \u00fcbernahm der gleichnamige Sohn die Leitung des Gesch\u00e4ftes, bis auch er f\u00fcnf Jahre sp\u00e4ter, am 30. Dezember 1889, starb.<\/span><\/p>\n<p class=\"MsoNormal c4\"><span lang=\"DE\">Am 1. J\u00e4nner 1894 traten die Enkel des Gr\u00fcnders, Adolf und Rudolf, als \u00f6ffentliche Gesellschafter ein. Das Gesch\u00e4ft existierte in der erw\u00e4hnten Form bis zum Jahre 1915. Inzwischen hatte die Verlagsbuchhandlung Braum\u00fcller einige gro\u00dfe Erfolge zu verzeichnen. Im Jahre 1903 z.B. war es Otto Weiningers <em> Geschlecht und Charakter,<\/em> das in alle Weltsprachen \u00fcbersetzt wurde. Gro\u00dfen Erfolg hatte der Verlag auch mit verschiedenen Sprachlehrb\u00fcchern, 1918 brachte er die Erstausgabe von Oswald Spenglers ber\u00fchmt gewordenem Werk <em> Der Unterg<\/em><em>ang des Abendlandes<\/em> heraus.<\/span><\/p>\n<p class=\"MsoNormal c3\"><span lang=\"DE\"> Im Jahre 1915 wurde der Verlag von einer Ges.m.b.H. \u00fcbernommen, an deren Spitze Friedrich Jasper, der Inhaber einer bekannten Wiener Gro\u00dfbuchdruckerei, stand. Der Verlag hie\u00df nunmehr Wilhelm Braum\u00fcller Universit\u00e4ts-Verlagsbuchhandlung, das Sortimentsgesch\u00e4ft: Wilhelm Braum\u00fcller &amp; Sohn Universit\u00e4ts-Buchhandlung. Die Gleichheit der Namen gab jahrelang Anla\u00df zur Verwechslung<\/span><a href=\"#_ftn11\" name=\"_ftnref11\"><span class=\"MsoFootnoteReference\"><span class=\"c5\" lang=\"DE\"><span class=\"MsoFootnoteReference\"><span class=\"c5\" lang=\"DE\">[11]<\/span><\/span><\/span><\/span><\/a><span lang=\"DE\">, obwohl die beiden Firmen seit Mal 1915 verschiedene Inhaber und nichts mehr gemeinsam hatten. Nach der \u00dcbernahme trat der medizinische Verlag immer mehr zur\u00fcck, und die Geisteswissenschaften sowie aktuelle politische und wirtschaftliche Probleme wurden mehr gepflegt. Der Verlag besteht heute noch in Wien.&#8220;<\/span><a href=\"#_ftn12\" name=\"_ftnref12\"><span class=\"MsoFootnoteReference\"><span class=\"c5\" lang=\"DE\"><span class=\"MsoFootnoteReference\"><span class=\"c5\" lang=\"DE\">[12]<\/span><\/span><\/span><\/span><\/a><\/p>\n<p class=\"MsoNormal c13\"><a name=\"4e\"><\/a><strong><span lang=\"DE\">e) Verlag Franz Deuticke<\/span><\/strong><\/p>\n<p class=\"MsoNormal c4\"><span lang=\"DE\">Die Geschichte dieses Verlags reicht bis in die 60er Jahre des vorigen Jahrhunderts zur\u00fcck. Der am 9. September 1850 in Niederglaucha (Sachsen) geborene Franz Deuticke war im Jahre 1871 nach Wien gekommen, wo er bei Wilhelm Frick angestellt wurde. Sieben Jahre sp\u00e4ter erwarb Deuticke gemeinsam mit Stanislaus T\u00f6plitz die im Jahre 1863 von Karl Czermak gegr\u00fcndete Buchhandlung, die sich schon damals vornehmlich mit dem Vertrieb medizinischer und naturwissenschaftlicher Literatur befa\u00dfte. 1886 wurde Deuticke Alleininhaber dieser Firma, der er ein Jahr darauf seinen eigenen Namen gab. Deuticke f\u00fcgte dem Sortimentsgesch\u00e4ft einen Verlag und sp\u00e4ter noch ein Antiquariat hinzu. Alle drei Zweige des Buchhandels nahmen gro\u00dfen Umfang an.<\/span><\/p>\n<p class=\"MsoNormal c3\"><span lang=\"DE\"> Bis 1919 hatte das Verzeichnis der von ihm verlegten Werke schon 2.500 \u00fcberschritten. Neben die Medizin mit den ihr benachbarten naturwissenschaftlichen Gebieten trat nun der technische Verlag. Au\u00dferdem gab der Verlag Franz Deuticke Lehrb\u00fccher f\u00fcr das Hochschulstudium, historische und politische Werke heraus und pflegte einen Schulb\u00fccherverlag. Das Unternehmen, das nach dem Tod des Gr\u00fcnders am 2. Juli 1919 von seinen S\u00f6hnen \u00fcbernommen wurde) existiert heute noch als Teil des Bundesverlages in Wien.<\/span><a href=\"#_ftn13\" name=\"_ftnref13\"><span class=\"MsoFootnoteReference\"><span class=\"c5\" lang=\"DE\"><span class=\"MsoFootnoteReference\"><span class=\"c5\" lang=\"DE\">[13]<\/span><\/span><\/span><\/span><\/a><\/p>\n<p class=\"MsoNormal c13\"><a name=\"4f\"><\/a><strong><span lang=\"DE\">f) Wilhelm Frick<\/span><\/strong><\/p>\n<p class=\"MsoNormal c4\"><span lang=\"DE\">Obwohl der Ursprung des Gesch\u00e4ftes auf die im Jahre 1752 dem heute legend\u00e4ren Wiener Buchdrucker Johann Thomas Edler v. Trattner von Kaiserin Maria Theresia verliehenen Buchhandlungsfreiheit zur\u00fcckgeht, gilt f\u00fcr die Firma Wilhelm Frick der 26. Oktober 1868 als Gr\u00fcndungstag. In diesem Jahr \u00fcbernahmen die Herren Wilhelm Johann Karl Frick (* 18. November 1843, G\u00fcstrow) und Georg Paul Faesy (* 1. August 1843, Z\u00fcrich) Teile einer aufgel\u00f6sten Firma und er\u00f6ffneten am Graben 22 eine Sortimentsbuchhandlung. In den darauffolgenden Jahren war die Buchhandlung auf Werke landwirtschaftlicher Fachliteratur wie fremdsprachiger Literatur spezialisiert. 1881 schied Faesy aus und wandte sich dem Verlag zu. Frick \u00fcbernahm die Firma und f\u00fchrte sie als Hofbuchhandlung Wilhelm Frick weiter. Nach dem Tod Fricks im Jahre 1886 f\u00fchrte die Witwe den Betrieb weiter. Im Jahre 1908 kam der Sohn Wilhelm Frick an die Spitze des Unternehmens, das nun in seinen Besitz \u00fcberging und neu organisiert und ausgestattet wurde. Nun entwickelte Frick jun. auch eine rege Verlagst\u00e4tigkeit, insbesondere auf dem Gebiet der land- und forstwirtschaftlichen Fachliteratur.<\/span><\/p>\n<p class=\"MsoNormal c3\"><span lang=\"DE\"> In den sp\u00e4ten 30er Jahren dieses Jahrhunderts nahm der Verlag Wilhelm Frick (Wien, Leipzig, Olten), der als &#8222;katholisch&#8220; galt<\/span><a href=\"#_ftn14\" name=\"_ftnref14\"><span class=\"MsoFootnoteReference\"><span class=\"c5\" lang=\"DE\"><span class=\"MsoFootnoteReference\"><span class=\"c5\" lang=\"DE\">[14]<\/span><\/span><\/span><\/span><\/a><span lang=\"DE\">, einen neuen Produktionszweig auf. Ein Prospekt aus dem Jahre 1937 k\u00fcndigt 12 Neuerscheinungen f\u00e4r dieses Jahr an. Darunter befinden sich drei Romane sowie ein <em>Bildatlas der Wiener Musikgeschichte.<\/em> Der Verlagszweig wurde erst in j\u00fcngerer Zeit eingestellt. Wilhelm Frick existiert heute noch als Buchhandlung in Wien.<\/span><a href=\"#_ftn15\" name=\"_ftnref15\"><span class=\"MsoFootnoteReference\"><span class=\"c5\" lang=\"DE\"><span class=\"MsoFootnoteReference\"><span class=\"c5\" lang=\"DE\">[15]<\/span><\/span><\/span><\/span><\/a><\/p>\n<p class=\"MsoNormal c3\"><a name=\"4g\"><\/a><strong><em><span lang=\"DE\">g) Universal-Edition A.G.<\/span><\/em> <span lang=\"DE\">(Musikalien- und B\u00fchnenverlag)<\/span><\/strong><\/p>\n<p class=\"MsoNormal c4\"><span lang=\"DE\">Obwohl von Anfang an reiner Musikverlag, lohnt es sich, \u00fcber die Universal-Edition A.G. dennoch ein paar Worte zu verlieren. Sie repr\u00e4sentiert mit gro\u00dfer Wahrscheinlichkeit die erste reine Verlags-Aktien-Gesellschaft (d.h. im Gegensatz zu bestehenden &#8222;Vertikalkonzernen&#8220; mit Papierfabrik, Druckerei, Verlagshandlung, Vertrieb und Sortiment) in \u00d6sterreich. Mehr noch: Sie ist ein Beispiel daf\u00fcr, wie man einen etablierten Verlagsh\u00e4usern in Deutschland ebenb\u00fcrtigen Verlag in \u00d6sterreich schaffen konnte, und wichtiger: das Verlegen &#8222;moderner&#8220; Musik, vor allem moderner \u00f6sterreichischer Musik, gewisserma\u00dfen repatriieren konnte. Die Entwicklung dieser Musik hatte sich bis dahin im wesentlichen au\u00dferhalb \u00d6sterreichs vollzogen. Die musikalischen Verlagshandlungen in Berlin, Leipzig, Mainz und an anderen Orten hatten \u00d6sterreich den Rang abgelaufen. Selbst die neuen und alten Wiener Klassiker bis zu den Br\u00fcdern Strau\u00df fanden in \u00d6sterreich fast ausschlie\u00dflich in Leipziger Editionen Verbreitung. Werke von Brahms und Hugo Wolf, um nur zwei Beispiele zu nennen, mu\u00dfte man in \u00d6sterreich aus dem Auslande beziehen. Lediglich die &#8222;Wiener Operetten&#8220; waren lange Zeit hindurch der einzige nennenswerte Exportartikel \u00d6sterreichs.<\/span><\/p>\n<p class=\"MsoNormal c4\"><span lang=\"DE\">Diese Situation begann sich bedeutend zu ver\u00e4ndern, nachdem am 1. Juni 1901 in Wien die konstituierende Generalversammlung der &#8222;Universal-Edition A.G.&#8220; abgehalten wurde.<\/span><a href=\"#_ftn16\" name=\"_ftnref16\"><span class=\"MsoFootnoteReference\"><span class=\"c5\" lang=\"DE\"><span class=\"MsoFootnoteReference\"><span class=\"c5\" lang=\"DE\">[16]<\/span><\/span><\/span><\/span><\/a><span lang=\"DE\">Eine Reihe von namhaften Wiener Musikverlegern vereinigte sich mit der &#8211; was besonders wichtig war &#8211; leistungsf\u00e4higen Wiener Notendruckerei R. v. Waldheim, Josef Eberle &amp; Co. in diesem Jahr, um den Grundstein zu einem \u00fcberaus erfolgreichen Unternehmen zu legen.<\/span><\/p>\n<p class=\"MsoNormal c7\"><span lang=\"DE\">Die Anregung, diesen neuen Musikverlag in Wien zu gr\u00fcnden, ging &#8211; nach der einen Quelle &#8211; vom Bankier Josef Simon, dem Schwager von Johann Strau\u00df<\/span><a href=\"#_ftn17\" name=\"_ftnref17\"><span class=\"MsoFootnoteReference\"><span class=\"c5\" lang=\"DE\"><span class=\"MsoFootnoteReference\"><span class=\"c5\" lang=\"DE\">[17]<\/span><\/span><\/span><\/span><\/a> <span lang=\"DE\">nach der anderen von dem etablierten Musikverleger Josef Weinberger aus.<\/span><a href=\"#_ftn18\" name=\"_ftnref18\"><span class=\"MsoFootnoteReference\"><span class=\"c5\" lang=\"DE\"><span class=\"MsoFootnoteReference\"><span class=\"c5\" lang=\"DE\">[18]<\/span><\/span><\/span><\/span><\/a> <span lang=\"DE\">Wie dem auch sei: Es fanden sich Wiener Verleger wie Weinberger, Bernhard Herzmansky sen. und Adolf Robitschek im Verwaltungsrat des Unternehmens. Leiter der Universal-Edition war Emil Hertzka (1869-9. 5.1932).<\/span><\/p>\n<p class=\"MsoNormal c7\"><span lang=\"DE\">Im <em>Neuen Wiener Tagblatt<\/em> vom 9. August 1901 konnte man zur Gr\u00fcndung folgendes lesen:<\/span><\/p>\n<p class=\"MsoBodyTextIndent c8\" style=\"text-align: left;\"><em><span lang=\"DE\">Ein gro\u00dfes musikalisches Verlagsunternehmen ist in Wien soeben ins Leben gerufen worden, wie es in dieser Art und in solchem Umfange in \u00d6sterreich noch nicht bestanden hat. Die neue Musikausgabe, welche unter Zusammenwirken der hervorragendsten Interessenten des \u00f6sterreichisch-ungarischen Musikverlags gegr\u00fcndet wurden, f\u00fchrt den Titel &#8220;Universal-Edition&#8220;. Die &#8220;Universal-Edition&#8220; ist eine musikalische Collektivausgabe, welche sowohl die Werke der Classiker wie auch die hervorragendsten Werke instruktiver Art umfassen wird, denen sich Sch\u00f6pfungen bedeutender moderner Meister anreihen werden. (&#8230;)<\/span><\/em><\/p>\n<p class=\"MsoBodyText2 c14\"><span lang=\"DE\">Die Universal-Edition wurde bald zum &#8222;Stolz \u00d6sterreichs&#8220; und konnte sich neben die bislang unentbehrlich gewesene &#8222;Edition Peters&#8220; in Leipzig und die Reclamsche &#8222;Universal-Bibliothek&#8220; in eine Reihe stellen. Somit war praktisch die gesamte Tonkunst &#8211; die Klassiker, die Romantiker, ein gro\u00dfer Teil der Modernen, alle Studienwerke und auch die gangbaren Unterhaltungsst\u00fccke, f\u00fcr jedes Instrument und jede Stimmlage nicht in Leipzig, sondern in Wien erh\u00e4ltlich. Innerhalb der ersten zehn Jahre erreichte die Verlagsproduktion 5.000 Nummern. (Ein einigerma\u00dfen vergleichbarer Versuch, die Wiener Moderne in der Literatur zu repatriieren, war der &#8222;Wiener Verlag&#8220;, von dem sp\u00e4ter die Rede sein wird.)<\/span><\/p>\n<p class=\"MsoNormal c4\"><span lang=\"DE\">Trotz Jubil\u00e4ums und gro\u00dfer Ausstellung in Wien im Jahre 1976 bleibt die Geschichte der Universal-Edition auf vielen Strecken noch ungeschrieben. Freilich vertr\u00e4gt sich so manches, was im Bereich der U.E. nach dem M\u00e4rz 1938 passierte und was im Katalog 1976 schamhaft verschwiegen wird, nicht unbedingt mit dem Firmenimage.<\/span><a href=\"#_ftn19\" name=\"_ftnref19\"><span class=\"MsoFootnoteReference\"><span class=\"c5\" lang=\"DE\"><span class=\"MsoFootnoteReference\"><span class=\"c5\" lang=\"DE\">[19]<\/span><\/span><\/span><\/span><\/a><\/p>\n<p class=\"MsoNormal c3\"><a name=\"4h\"><\/a><strong><em><span lang=\"DE\">h) Styria<\/span><\/em> <span lang=\"DE\">(Meyerhoff\/Moser, Universit\u00e4tsbuchdruckerei, Verlagsbuchhandlung in Graz)<\/span><\/strong><\/p>\n<p class=\"MsoNormal c3\"><span lang=\"DE\">Der &#8222;Styria&#8220; Verlag hat seinen Ursprung in der Gr\u00fcndung des &#8222;Katholischen Pre\u00dfvereins in der Di\u00f6zese Seckau&#8220; in Graz am 16. September 1869. Am 1. J\u00e4nner des folgenden Jahres erfolgt die Er\u00f6ffnung der &#8222;Vereinsdruckerei&#8220;, am 1. M\u00e4rz die einer Verlagsbuchhandlung.<\/span><a href=\"#_ftn20\" name=\"_ftnref20\"><span class=\"MsoFootnoteReference\"><span class=\"c5\" lang=\"DE\"><span class=\"MsoFootnoteReference\"><span class=\"c5\" lang=\"DE\">[20]<\/span><\/span><\/span><\/span><\/a> <span lang=\"DE\">Die ersten Verlagswerke erschienen nun im Verlag der &#8222;Vereinsdruckerei&#8220;. Im Jahre 1879 nannte sich die Vereinsdruckerei nunmehr &#8222;Druckerei Styria&#8220;. Im Jahre darauf kam eine Sortimentsbuchhandlung hinzu. 1886 durfte sich die Hauptdruckerei &#8222;Styria&#8220; nun k.k. Universit\u00e4tsbuchdruckerei nennen. 1887 wurde das Unternehmen durch Ankauf der Buchdruckerei und Gesch\u00e4ftsb\u00fccherfabrik &#8222;Gutenberg&#8220; vergr\u00f6\u00dfert. Sechs Jahre sp\u00e4ter erfolgte der Erwerb der Stifterschen Buchdruckerei und Buchhandlung in Judenburg.<\/span><\/p>\n<p class=\"MsoNormal c3\"><a href=\"http:\/\/verlagsgeschichte.murrayhall.com\/wp-content\/uploads\/2015\/09\/StyriaFabrik.jpg\" rel=\"attachment wp-att-2212\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter wp-image-2212\" src=\"http:\/\/verlagsgeschichte.murrayhall.com\/wp-content\/uploads\/2015\/09\/StyriaFabrik.jpg\" alt=\"Styria Fabrik\" width=\"400\" height=\"301\" srcset=\"http:\/\/verlagsgeschichte.murrayhall.com\/wp-content\/uploads\/2015\/09\/StyriaFabrik.jpg 2817w, http:\/\/verlagsgeschichte.murrayhall.com\/wp-content\/uploads\/2015\/09\/StyriaFabrik-300x225.jpg 300w, http:\/\/verlagsgeschichte.murrayhall.com\/wp-content\/uploads\/2015\/09\/StyriaFabrik-768x577.jpg 768w, http:\/\/verlagsgeschichte.murrayhall.com\/wp-content\/uploads\/2015\/09\/StyriaFabrik-1024x770.jpg 1024w, http:\/\/verlagsgeschichte.murrayhall.com\/wp-content\/uploads\/2015\/09\/StyriaFabrik-200x150.jpg 200w, http:\/\/verlagsgeschichte.murrayhall.com\/wp-content\/uploads\/2015\/09\/StyriaFabrik-150x113.jpg 150w\" sizes=\"auto, (max-width: 400px) 100vw, 400px\" \/><\/a><\/p>\n<p class=\"MsoNormal c3\"><span lang=\"DE\"> Nach 34 Jahren, im Jahre 1904, war der Verlagskatalog bereits 74 Seiten stark. Der Verlag verlegte haupts\u00e4chlich theologische, volkst\u00fcmliche, belletristische, geschichtliche Literatur und Kirchenmusik. Zum Verlagsbetrieb z\u00e4hlte auch der Zeitungsverlag (<em>Grazer<\/em> <em>Volksblatt<\/em> [seit 1871], <em> Kleine Zeitung<\/em> [seit 1904], <em>Sonntagsbote)<\/em><\/span><span class=\"MsoFootnoteReference\"><em><span class=\"c5\" lang=\"DE\"><span class=\"MsoFootnoteReference\"><strong><span class=\"c5\" lang=\"DE\"><a href=\"#_ftn21\" name=\"_ftnref21\">[21]<\/a>\u00a0<\/span><\/strong><\/span><\/span><\/em><\/span><span lang=\"DE\">Im Jahr 1918 ging die Buchhandlung Ulrich Moser (Meyerhoff in Graz in den Besitz des Katholischen Pre\u00dfvereins \u00fcber und mit 1. J\u00e4nner 1922 die Verlagsbuchhandlung und Druckerei A. Pustet in Salzburg (gegr. 1865) in den Besitz der Universit\u00e4ts-Buchdrucker und Verlagsbuchhandlung &#8222;Styria&#8220; in Graz. &#8222;Styria&#8220; besteht heute noch als Druck- und Verlagshaus (Wien &#8211; Graz &#8211; K\u00f6ln).<\/span><\/p>\n<p class=\"MsoNormal c15\"><strong><span lang=\"DE\">Moser\/Meyerhoff<\/span><\/strong><\/p>\n<p class=\"MsoNormal c4\"><span lang=\"DE\">Die Hofbuchhandlung Ulrich Moser in Graz wurde am 2. April 1868 durch den aus Steinbach in W\u00fcrttemberg geb\u00fcrtigen Buchh\u00e4ndler Ulrich Moser gegr\u00fcndet. Vorerst besch\u00e4ftigte sich die Firma fast ausschlie\u00dflich mit Sortiment, doch wurde bald darauf ein Verlag katholischer Literatur entwickelt. Nach dem Tode des Gr\u00fcnders wurde die Firma von dem am 28. August 1854 in Hamm\/Westfalen geborenen Buchh\u00e4ndler Julius Meyerhoff am 1. J\u00e4nner 1882 gekauft. Nun wurden die Verlagsgesch\u00e4fte ausgedehnt und besonders Theologie, Geschichte und Heimatgeschichte, Rechtswissenschaft und vaterl\u00e4ndische Jugendschriften gepflegt. Meyerhoff, der nun einen in der ganzen Monarchie anerkannten und f\u00fchrenden \u00f6sterreichischen Verlag betrieb, wurde im Jahr 1907 der Titel eines Hofbuchh\u00e4ndlers verliehen. Am 1. April 1918 verkaufte er die Buchhandlung an Styria (s.o.).<\/span><a href=\"#_ftn22\" name=\"_ftnref22\"><span class=\"MsoFootnoteReference\"><span class=\"c5\" lang=\"DE\"><span class=\"MsoFootnoteReference\"><span class=\"c5\" lang=\"DE\">[22]<\/span><\/span><\/span><\/span><\/a> <span lang=\"DE\"> Meyerhoff starb drei Jahre sp\u00e4ter am 21. April 1921.<\/span><\/p>\n<div id=\"attachment_1799\" style=\"width: 560px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><a href=\"http:\/\/verlagsgeschichte.murrayhall.com\/wp-content\/uploads\/2015\/09\/UlrichMoserGraz.jpg\" rel=\"attachment wp-att-1799\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-1799\" class=\"wp-image-1799\" src=\"http:\/\/verlagsgeschichte.murrayhall.com\/wp-content\/uploads\/2015\/09\/UlrichMoserGraz.jpg\" alt=\"UlrichMoserGraz\" width=\"550\" height=\"261\" srcset=\"http:\/\/verlagsgeschichte.murrayhall.com\/wp-content\/uploads\/2015\/09\/UlrichMoserGraz.jpg 4450w, http:\/\/verlagsgeschichte.murrayhall.com\/wp-content\/uploads\/2015\/09\/UlrichMoserGraz-300x142.jpg 300w, http:\/\/verlagsgeschichte.murrayhall.com\/wp-content\/uploads\/2015\/09\/UlrichMoserGraz-768x364.jpg 768w, http:\/\/verlagsgeschichte.murrayhall.com\/wp-content\/uploads\/2015\/09\/UlrichMoserGraz-1024x485.jpg 1024w, http:\/\/verlagsgeschichte.murrayhall.com\/wp-content\/uploads\/2015\/09\/UlrichMoserGraz-250x118.jpg 250w, http:\/\/verlagsgeschichte.murrayhall.com\/wp-content\/uploads\/2015\/09\/UlrichMoserGraz-150x71.jpg 150w\" sizes=\"auto, (max-width: 550px) 100vw, 550px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-1799\" class=\"wp-caption-text\">Gesch\u00e4ftsportal der Firma Ulrich Moser in Graz (1910)<\/p><\/div>\n<p class=\"MsoNormal c13\"><a name=\"4i\"><\/a><strong><span lang=\"DE\">i) Manz<\/span><\/strong><\/p>\n<p class=\"MsoNormal c12\"><span lang=\"DE\">Die Manz&#8217;sche Buchhandlung wurde im Jahre 1843 von Christian Jasper (1780-1846), einem aus Norddeutschland stammenden, in Leipzig ausgebildeten Buchh\u00e4ndler gemeinsam mit seinem Neffen Friedrich Jasper (1805-1849) als &#8222;Jaspersche Buchhandlung&#8220; gegr\u00fcndet. Die Firma pflegte das Sortiment und entwickelte eine rege Verlagst\u00e4tigkeit. Drei Jahre sp\u00e4ter starb Christian Jasper, worauf das Gesch\u00e4ft auf seinen Neffen \u00fcberging. Dieser nahm wiederum seine beiden Gehilfen Eduard H\u00fcgel (29.7.1816, Raab-13.12.1887, Wien) und Friedrich Manz als Gesellschafter auf. Der Firmenname lautete nunmehr: &#8222;Jasper, H\u00fcgel und Manz&#8220;. Als auch dann Friedrich Jasper im Jahre 1849 starb und das Gesch\u00e4ft an seine Gesellschafter \u00fcberging, wurde das Unternehmen aufgeteilt: Eduard H\u00fcgel \u00fcbernahm den Buchladen, und Friedrich Manz \u00fcbernahm den Verlag und \u00fcbersiedelte auf den Kohlmarkt, wo sich das Gesch\u00e4ft heute noch befindet. Unter seiner F\u00fchrung gewann es seinen Ruf als juristische Spezialbuchhandlung und juristischer Verlag. Der nunmehrige Alleininhaber Friedrich Manz starb 1866 und hinterlie\u00df die Verlagsbuchhandlung seinem Bruder, dem Regensburger Verleger J.G. Manz. Dessen Sohn Hermann (* 6.5.1839), ebenfalls Buchh\u00e4ndler, kam vier Jahre sp\u00e4ter im Jahre 1870 nach Wien, um hier als Teilhaber seines Vaters das Wiener Gesch\u00e4ft zu \u00fcbernehmen. Hermann Manz bem\u00fchte sich, das Werk seines Onkels fortzusetzen, aber sein Wunsch war es, in Wien eine Kunsthandlung zu errichten. Mit 1. J\u00e4nner 1883 verkaufte er das Gesch\u00e4ft am Kohlmarkt an den Schulbuchverlag Julius Klinkhardt in Leipzig, dessen Wiener Gesellschafter Markus Stein von nun ab seine Leitung \u00fcbernahm. Am 1. J\u00e4nner 1898 kam Dr. Richard Stein als zweiter Gesellschafter hinzu. Die Generationenfolge bei Manz verh\u00e4lt sich also folgenderma\u00dfen: Julius Klinkhardt in Leipzig war der Ururgro\u00dfvater, Markus Stein der Urgro\u00dfvater, Dr. Richard Stein der Gro\u00dfvater, Dr. Robert Stein (30.6.1899-Juli 1980) der Vater des heutigen Inhabers der Firma Manz, Franz Stein.<\/span><\/p>\n<p class=\"MsoNormal c3\"><span lang=\"DE\">Mittlerweile stieg der letzte Manz, Hermann, nach einem kurzen Zwischenspiel in seiner Geburtsstadt Regensburg wieder in Wien in das Verlagsgesch\u00e4ft ein. Am 1. Oktober 1885 ging die Buchhandelsfirma Gerold &amp; Co. in den Besitz von Friedrich Gerold jun. (* 1842) und Hermann Manz \u00fcber. Im Jahre 1895 wurde Manz ihr Alleininhaber. Der gesch\u00e4ftliche Erfolg stellte sich nicht ein, und Manz w\u00e4hlte den Freitod am 14. Oktober 1896.<\/span><\/p>\n<p class=\"MsoNormal c7\"><span lang=\"DE\">Die Manz&#8217;sche k. u. k. Hof-Verlags- und Universit\u00e4ts-Buchhandlung (Julius Klinkhardt &amp; Co.), die eine eigene Buchdruckerei hatte, trat vor allem als Zeitschriftenverleger und Herausgeber von Gesetzeswerken hervor. Zu den vielen juristischen Fachzeitschriften z\u00e4hlten:<em>Allgemeine \u00d6sterreichische Gerichtszeitung, Gazetta del Tribunali, Juristische Vierteljahrsschrift, \u00d6sterreichische Zeitschrift f\u00fcr \u00f6ffentliches Recht<\/em> u.v.a. Wie andere Verlage auch, von denen ein Gutteil der Produktion die Existenz der Monarchie, den Zusammenhang der beiden Reichsh\u00e4lften zur Voraussetzung hatte, war der juristische Fachverlag Manz vom &#8222;Umbruch&#8220; unmittelbar betroffen. Das Erscheinen neuer Gesetze nach Ende des Ersten Weltkriegs z.B. bedeutete den Verlust von Lagerbest\u00e4nden. Die Firma geh\u00f6rte aber zu denen, die rasch die Konsequenzen aus der ver\u00e4nderten Lage zogen. Man n\u00fctzte die (relative) Billigkeit der Erzeugung in \u00d6sterreich im Verh\u00e4ltnis zum Stande der Valutenkurse und schuf innerhalb k\u00fcrzester Zeit die &#8222;Collection Manz&#8220;. Diese war eine aus vier Serien bestehende Neuausgabe franz\u00f6sischer Originalwerke. Ihre Vorz\u00fcge laut Verlagswerbung:<\/span><\/p>\n<p class=\"MsoNormal c6\" style=\"text-align: left;\"><em><span lang=\"DE\">Sorgf\u00e4ltig erlesene Auswahl f\u00fcr alle Gebildeten des In- und Auslandes. Ungek\u00fcrzte, literarisch sorgf\u00e4ltig gepr\u00fcfte Texte beliebtester Autoren. Gediegene, einheitliche geschlossene Ausstattung: Sch\u00f6ner, leicht lesbarer Druck. Gutes Papier. Handliches Format. Den heimischen Verh\u00e4ltnissen und dem Bed\u00fcrfnis des Gebildeten angepa\u00dfte erschwingl. Ladenpreise!<\/span><\/em><\/p>\n<p class=\"MsoNormal c6\" style=\"text-align: left;\"><em><span lang=\"DE\">Schnelle, spielend leichte Beschaffung. Vollwertiger Ersatz f\u00fcr die bis fast zur Unm\u00f6glichkeit erschwerten Auslandsbez\u00fcge bei guter Rabattierung und unter Vermeidung der durch die Valuta ins Ungemessene gewachsenen Auslandsspesen.<\/span><\/em><a href=\"#_ftn23\" name=\"_ftnref23\"><span class=\"MsoFootnoteReference\"><span class=\"c5\" lang=\"DE\"><span class=\"MsoFootnoteReference\"><span class=\"c5\" lang=\"DE\">[23]<\/span><\/span><\/span><\/span><\/a><\/p>\n<p class=\"MsoNormal c12\"><span lang=\"DE\">Auf die &#8222;Collection Manz&#8220; folgte eine weitere Sammlung, unter dem Namen &#8222;Editions Larousse&#8220;, die Werke zeitgen\u00f6ssischer franz\u00f6sischer Schriftsteller enthalten sollte. Aus Copyrightgr\u00fcnden war der Verkauf nach Frankreich, Belgien und den franz\u00f6sischen Kolonien nicht gestattet.<\/span><\/p>\n<p class=\"MsoNormal c12\"><span lang=\"DE\"><a href=\"http:\/\/verlagsgeschichte.murrayhall.com\/wp-content\/uploads\/2015\/09\/Rhombus_Aktie.jpg\" rel=\"attachment wp-att-2188\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft wp-image-2188\" src=\"http:\/\/verlagsgeschichte.murrayhall.com\/wp-content\/uploads\/2015\/09\/Rhombus_Aktie.jpg\" alt=\"Rhombus Aktie\" width=\"320\" height=\"226\" srcset=\"http:\/\/verlagsgeschichte.murrayhall.com\/wp-content\/uploads\/2015\/09\/Rhombus_Aktie.jpg 7000w, http:\/\/verlagsgeschichte.murrayhall.com\/wp-content\/uploads\/2015\/09\/Rhombus_Aktie-300x212.jpg 300w, http:\/\/verlagsgeschichte.murrayhall.com\/wp-content\/uploads\/2015\/09\/Rhombus_Aktie-768x543.jpg 768w, http:\/\/verlagsgeschichte.murrayhall.com\/wp-content\/uploads\/2015\/09\/Rhombus_Aktie-1024x724.jpg 1024w, http:\/\/verlagsgeschichte.murrayhall.com\/wp-content\/uploads\/2015\/09\/Rhombus_Aktie-212x150.jpg 212w, http:\/\/verlagsgeschichte.murrayhall.com\/wp-content\/uploads\/2015\/09\/Rhombus_Aktie-150x106.jpg 150w\" sizes=\"auto, (max-width: 320px) 100vw, 320px\" \/><\/a>Fast gleichzeitig mit dem Erscheinen der &#8222;Collection Manz&#8220; wurde ein mit gro\u00dfem Kapital finanzierter neuer Verlag in Wien gegr\u00fcndet. Er hie\u00df Rhombus-Verlag, begann als Ges.m.b.H. am 23. M\u00e4rz 1920 und wurde ab 1. J\u00e4nner 1921 als Aktien-Gesellschaft gef\u00fchrt, deren Papiere als Exoten an der Wiener B\u00f6rse gehandelt wurden. Wie in diesem konkreten Fall Manz n\u00fctzte auch der Rhombus-Verlag die damaligen Valutaverh\u00e4ltnisse und die damit gegen\u00fcber dem Ausland billigere Herstellung vorwiegend im Ausland gangbarer Artikel. Der Unterschied zu Manz: Es wurden auch Ausgaben in englischer Originalsprache produziert .<\/span><a href=\"#_ftn24\" name=\"_ftnref24\"><span class=\"MsoFootnoteReference\"><span class=\"c5\" lang=\"DE\"><span class=\"MsoFootnoteReference\"><span class=\"c5\" lang=\"DE\">[24]<\/span><\/span><\/span><\/span><\/a><\/p>\n<p class=\"MsoNormal c16\"><a name=\"4j\"><\/a><strong><span lang=\"DE\">j) Ed. H\u00f6lzel<\/span><\/strong><\/p>\n<p class=\"MsoNormal c12\"><span lang=\"DE\">Die weit \u00fcber die Grenzen der Monarchie hinaus bekannte Verlagsbuchhandlung Ed. H\u00f6lzel wurde am 15. Oktober 1844 in Olm\u00fctz gegr\u00fcndet. Die Aufmerksamkeit des Gr\u00fcnders Eduard H\u00f6lzel galt urspr\u00fcnglich den Bed\u00fcrfnissen der Schule. Um Mi\u00dfst\u00e4nden im geographischen Unterricht in den Schulen zu begegnen, pflegte H\u00f6lzel von Anfang an den kartographischen Verlag. H\u00f6lzel produzierte eine gro\u00dfe Anzahl von Schulatlanten f\u00fcr alle Disziplinen und Unterrichtsstufen und in den Sprachen aller Nationen, die die ehemalige \u00f6sterr.-ungarische Monarchie umfa\u00dfte. Ein weiterer Schwerpunkt der Verlagsproduktion war das ethnographische Gebiet.<\/span><\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/verlagsgeschichte.murrayhall.com\/wp-content\/uploads\/2015\/09\/Ed.-H\u00f6lzel-1.jpg\" rel=\"attachment wp-att-2247\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter wp-image-2247\" src=\"http:\/\/verlagsgeschichte.murrayhall.com\/wp-content\/uploads\/2015\/09\/Ed.-H\u00f6lzel-1.jpg\" alt=\"Ed. H\u00f6lzel Signet\" width=\"500\" height=\"154\" srcset=\"http:\/\/verlagsgeschichte.murrayhall.com\/wp-content\/uploads\/2015\/09\/Ed.-H\u00f6lzel-1.jpg 4367w, http:\/\/verlagsgeschichte.murrayhall.com\/wp-content\/uploads\/2015\/09\/Ed.-H\u00f6lzel-1-300x92.jpg 300w, http:\/\/verlagsgeschichte.murrayhall.com\/wp-content\/uploads\/2015\/09\/Ed.-H\u00f6lzel-1-768x236.jpg 768w, http:\/\/verlagsgeschichte.murrayhall.com\/wp-content\/uploads\/2015\/09\/Ed.-H\u00f6lzel-1-1024x315.jpg 1024w, http:\/\/verlagsgeschichte.murrayhall.com\/wp-content\/uploads\/2015\/09\/Ed.-H\u00f6lzel-1-250x77.jpg 250w, http:\/\/verlagsgeschichte.murrayhall.com\/wp-content\/uploads\/2015\/09\/Ed.-H\u00f6lzel-1-150x46.jpg 150w\" sizes=\"auto, (max-width: 500px) 100vw, 500px\" \/><\/a><\/p>\n<p class=\"MsoNormal c12\"><span lang=\"DE\">Neben der Verlagsbuchhandlung wurde am 25. J\u00e4nner 1861 die Firma Ed. H\u00f6lzel Geographisches Institut und Lithographie-Anstalt gegr\u00fcndet. Diese Anstalt produzierte geographische Kartenwerke und \u00fcbernahm in der verlagseigenen chromolithographischen Kunstanstalt und Steindruckerei Auftr\u00e4ge zur Ausf\u00fchrung von chromolithographischen sowie kartographischen Arbeiten jeder Art (Plakate, Reklamewerke, Kalender usw.).<\/span><\/p>\n<p class=\"MsoNormal c12\"><span lang=\"DE\">Als die Firma 1919 ihr 75j\u00e4hriges Jubil\u00e4um feierte, war sie im Besitz einer K.G. \u00d6ffentliche Gesellschafter waren Otto Schweitzer (Chef) und Vinzenz Eisenmeier.<\/span><\/p>\n<p class=\"MsoNormal c12\"><span lang=\"DE\">Nach Ausrufung der Republik machte die Firma Ed. H\u00f6lzel eine bemerkenswerte Entwicklung durch. In Zusammenarbeit mit dem Archiv der staatlichen Lichtbildstelle (BKA) wurde eine Zweiganstalt unter der Firma &#8222;\u00d6sterreichische Verlagsgesellschaft Ed. H\u00f6lzel &amp; Co. Ges.m.b.H.&#8220; gegr\u00fcndet, die es sich zur Aufgabe machte, die Kunstsch\u00e4tze \u00d6sterreichs in ganz besonderer Weise verlegerisch zu verwerten.<\/span><a href=\"#_ftn25\" name=\"_ftnref25\"><span class=\"MsoFootnoteReference\"><span class=\"c5\" lang=\"DE\"><span class=\"MsoFootnoteReference\"><span class=\"c5\" lang=\"DE\">[25]<\/span><\/span><\/span><\/span><\/a><\/p>\n<p class=\"MsoNormal c17\"><a name=\"4k\"><\/a><strong><span lang=\"DE\">k) Urban &amp; Schwarzenberg<\/span><\/strong><\/p>\n<p class=\"MsoNormal c18\"><span lang=\"DE\">Wie ein Gro\u00dfteil der in \u00d6sterreich im 19. Jahrhundert gegr\u00fcndeten Verlagsunternehmen wurde auch die Firma &#8222;Urban &amp; Schwarzenberg&#8220; von einem &#8222;Zugereisten&#8220; ins Leben gerufen. Seniorchef war der am 4. Oktober 1838 zu K\u00f6nigswalde in der Mark Brandenburg geborene Ernst Urban. Zweiter Gr\u00fcnder des zu Weltruf gelangten medizinischen und naturwissenschaftlichen Verlages war der am 26. November 1838 geborene Sohn eines Arztes aus Bielitz, Ernst Schwarzenberg. Am 1. Dezember 1866 wurden Ernst Urban und Ernst Schwarzenberg die Konzession zum Betriebe des Buchhandels in der Inneren Stadt in Wien erteilt. Ihre Gesch\u00e4ftst\u00e4tigkeit begann mit dem Vertrieb zweier deutscher Zeitungen (einer Modenzeitschrift und einer Unterhaltungszeitschrift) in Wien. Darauf verlegte sich die junge Firma haupts\u00e4chlich auf den Reisevertrieb und trat mit dem Bibliographischen Institut in Leipzig in enge F\u00fchlung. Die eigentliche spezifische T\u00e4tigkeit der Firma, durch die sie in der Folge ber\u00fchmt wurde, begann aber durch den Verlag der <em>Wiener Medizinischen Presse.<\/em> Diese war bis dahin im Selbstverlag des Herausgebers, des Vaters Arthur Schnitzlers, Prof. J. Schnitzler, erschienen. 1875 folgte die <em>Wiener Klinik,<\/em> ab 1878 die <em> Real-Enzyklop\u00e4die der gesamten Heilkunde.<\/em> Allgemein wurde die ganz hervorragende buchtechnische Qualit\u00e4t der Werke aus dem Verlag Urban &amp; Schwarzenberg gelobt. Im Laufe der Jahre pflegte man nicht nur die medizinische Wissenschaft. Auch das Gebiet der Technik <em>(Enzyklop\u00e4die des Eisenbahnwesens)<\/em> und der technischen Chemie wurde ber\u00fccksichtigt.<\/span><\/p>\n<p class=\"MsoNormal c4\"><span lang=\"DE\">Am 1. Juli 1898 wurde eine Berliner Zweigniederlassung gegr\u00fcndet, die von Eduard, einem der drei S\u00f6hne Ernst Urbans, geleitet wurde. Sein Zwillingsbruder Karl (* 1. 12.1866) blieb in Wien zur pers\u00f6nlichen Unterst\u00fctzung seines Vaters. Am 5. Juni 1905 schieden Eugen Schwarzenberg und Karl Urban nach einer fast 40j\u00e4hrigen T\u00e4tigkeit aus der Firma aus. Schwarzenberg starb 1908.<\/span><\/p>\n<p class=\"MsoNormal c19\"><span lang=\"DE\">Heute ist die Firma Urban &amp; Schwarzenberg in M\u00fcnchen ans\u00e4ssig und betreibt eine Zweigniederlassung (Buchhandlung) in Wien.<\/span><a href=\"#_ftn26\" name=\"_ftnref26\"><span class=\"MsoFootnoteReference\"><span class=\"c5\" lang=\"DE\"><span class=\"MsoFootnoteReference\"><span class=\"c5\" lang=\"DE\">[26]<\/span><\/span><\/span><\/span><\/a><\/p>\n<p class=\"MsoNormal c20\"><a name=\"4l\"><\/a><strong><em><span lang=\"DE\">l) Verlag der Wiener Volksbuchhandlung<\/span><\/em><\/strong><a href=\"#_ftn27\" name=\"_ftnref27\"><span class=\"MsoFootnoteReference\"><em><span class=\"c5\" lang=\"DE\"><span class=\"MsoFootnoteReference\"><strong><span class=\"c5\" lang=\"DE\">[27]<\/span><\/strong><\/span><\/span><\/em><\/span><\/a><\/p>\n<p class=\"MsoNormal c21\"><span lang=\"DE\">Die Er\u00f6ffnung der &#8222;Ersten Wiener Volksbuchhandlung, Ignaz Brand&#8220; wurde am 26. J\u00e4nner 1894 in der <em>Arbeiter-Zeitung<\/em> (S. 12) angek\u00fcndigt. Der Inhaber der neuen Firma, der am 28. April 1844 in Znaim geborene Ignaz Brand, war, als er sich 1893 um eine Konzession bewarb, Buchhalter bei der Firma Gerold &amp; Co. in Wien.<\/span><\/p>\n<p class=\"MsoNormal c3\"><span lang=\"DE\">Im Gr\u00fcndungsjahr hatte Brand einen Buchhandlungsgehilfen namens Hugo Heller aus Stuttgart nach Wien geholt. Heller (1871-1923, Wien), der 1902 aus der Wiener Firma wieder ausschied, gr\u00fcndete im September 1905 seine eigene Buch- und Kunsthandlung in Wien und wurde eine der r\u00fchrigsten Pers\u00f6nlichkeiten im Wiener Kulturleben.<\/span><a href=\"#_ftn28\" name=\"_ftnref28\"><span class=\"MsoFootnoteReference\"><span class=\"c5\" lang=\"DE\"><span class=\"MsoFootnoteReference\"><span class=\"c5\" lang=\"DE\">[28]<\/span><\/span><\/span><\/span><\/a> <span lang=\"DE\">Er blieb weiterhin der Wiener Volksbildung verbunden.<\/span><\/p>\n<p class=\"MsoNormal c3\"><a href=\"http:\/\/verlagsgeschichte.murrayhall.com\/wp-content\/uploads\/2015\/09\/Hugo-Heller-Bukum-Auslage.jpg\" rel=\"attachment wp-att-2251\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter wp-image-2251\" src=\"http:\/\/verlagsgeschichte.murrayhall.com\/wp-content\/uploads\/2015\/09\/Hugo-Heller-Bukum-Auslage.jpg\" alt=\"Hugo Heller Bukum Auslage\" width=\"450\" height=\"284\" srcset=\"http:\/\/verlagsgeschichte.murrayhall.com\/wp-content\/uploads\/2015\/09\/Hugo-Heller-Bukum-Auslage.jpg 5550w, http:\/\/verlagsgeschichte.murrayhall.com\/wp-content\/uploads\/2015\/09\/Hugo-Heller-Bukum-Auslage-300x189.jpg 300w, http:\/\/verlagsgeschichte.murrayhall.com\/wp-content\/uploads\/2015\/09\/Hugo-Heller-Bukum-Auslage-768x484.jpg 768w, http:\/\/verlagsgeschichte.murrayhall.com\/wp-content\/uploads\/2015\/09\/Hugo-Heller-Bukum-Auslage-1024x646.jpg 1024w, http:\/\/verlagsgeschichte.murrayhall.com\/wp-content\/uploads\/2015\/09\/Hugo-Heller-Bukum-Auslage-238x150.jpg 238w, http:\/\/verlagsgeschichte.murrayhall.com\/wp-content\/uploads\/2015\/09\/Hugo-Heller-Bukum-Auslage-150x95.jpg 150w\" sizes=\"auto, (max-width: 450px) 100vw, 450px\" \/><\/a><\/p>\n<p class=\"MsoNormal c4\"><span lang=\"DE\">Bereits im ersten Jahr der &#8222;Wiener Volksbuchhandlung&#8220; begann neben dem Sortimentsgesch\u00e4ft, das sich besonders an Parteigenossen der Sozialdemokratischen Partei wendete, eine bescheidene Verlagst\u00e4tigkeit. Im Jahre 1896 konnte die Volksbuchhandlung bereits als Verlag einiger Publikationen wie z. B der <em>Neuen Gl\u00fchlichter,<\/em> des <em>\u00d6sterreichischer Arbeiter-Kalenders, des Eisenbahner-Kalenders<\/em> usw. firmieren. Im M\u00e4rz 1908 erfolgte die Protokollierung der &#8222;Wiener Volksbuchhandlung Ignaz Brand &amp; Co.&#8220; beim Wiener Handelsgericht. Nun war die Buchhandlung im Eigentum der Sozialdemokratischen Partei. Ende 1909 wies die Verlagsproduktion 192 Titel auf. Hierunter befanden sich <em>Sozialpolitische Flugschriften, Wiener Arbeiterbibliothek, Lichtstrahlen, Volksschriften aber Gesundheitswesen und Sozialpolitik, Marx-Studien usw.<\/em> Ende 1913 wurde die Zahl von 289 Titeln erreicht. Im Laufe des folgenden Jahres \u00fcbernahm Dr. Robert Danneberg die Leitung der Volksbuchhandlung. Der Begr\u00fcnder Ignaz Brand beging am 13. Mai 1916 Selbstmord.<\/span><\/p>\n<p class=\"MsoBodyText2 c14\"><span lang=\"DE\">Die Verlagst\u00e4tigkeit, die keine Belletristik miteinschlo\u00df, ging w\u00e4hrend der Kriegsjahre zur\u00fcck, um dann 1919 einen &#8222;bedeutenden Aufschwung&#8220; zu nehmen. Neue Zeitschriften und Publikationen kamen hinzu (z.B. &#8222;Bildungsarbeit&#8220;, &#8222;Sozialistische B\u00fccherei&#8220;).<\/span><\/p>\n<p class=\"MsoBodyText2 c14\"><span lang=\"DE\">1929 wurde die Volksbuchhandlung die Zentraleinkaufsgesellschaft f\u00fcr die \u00f6sterreichischen Arbeiterb\u00fcchereien. Bis Ende 1932 erreichte die Verlagsproduktion 668 Titel. Die letzte Publikation, die vor Februar 1934 erscheinen konnte, war die Nummer 689. Nach dem Februar wurde die Volksbuchhandlung gesperrt.<\/span><\/p>\n<p class=\"MsoNormal c20\"><a name=\"4m\"><\/a><strong><em><span lang=\"DE\">m) Moritz Perles\u00a0<\/span><\/em><\/strong><span class=\"MsoFootnoteReference\"><em><span class=\"c5\" lang=\"DE\"><span class=\"MsoFootnoteReference\"><strong><span class=\"c5\" lang=\"DE\"><a href=\"#_ftn29\" name=\"_ftnref29\">[29]<\/a>\u00a0<\/span><\/strong><\/span><\/span><\/em><\/span><strong><span lang=\"DE\">(Verlags-, Sortiments- und Kommissions-Buchhandlung)<\/span><\/strong><\/p>\n<p class=\"MsoNormal c18\"><span lang=\"DE\">Eine der heute v\u00f6llig vergessenen, \u00fcberragenden Pers\u00f6nlichkeiten im Verlags- und Buchhandel im \u00d6sterreich des 19. und fr\u00fchen 20. Jahrhunderts war Moritz Perles. Am 15. Dezember 1844 in Prag geboren, trat er in jungen Jahren in Prag in die Lehre und nach Absolvierung seiner Gehilfenzeit in Mannheim und Wien (Beck&#8217;sche Universit\u00e4ts-Buchhandlung) machte er sich selbst\u00e4ndig und gr\u00fcndete nach erheblichen Schwierigkeiten (wegen &#8222;\u00dcberf\u00fcllung Wiens mit derlei Gewerben&#8220;) hinsichtlich einer Konzession am 15. M\u00e4rz 1869 seine eigene Firma. Aber schon als Gehilfe gr\u00fcndete er im Jahre 1865 das<em> Adre\u00dfbuch f\u00fcr den Buch-, Kunst- und Musikalienhandel der \u00f6sterreichisch-ungarischen Monarchie.<\/em> Es erschien j\u00e4hrlich bis Band 52, 1918 und wurde von ihm pers\u00f6nlich bis einschlie\u00dflich 1917 herausgegeben.<\/span><a href=\"#_ftn30\" name=\"_ftnref30\"><span class=\"MsoFootnoteReference\"><span class=\"c5\" lang=\"DE\"><span class=\"MsoFootnoteReference\"><span class=\"c5\" lang=\"DE\">[30]<\/span><\/span><\/span><\/span><\/a><\/p>\n<p class=\"MsoNormal c11\"><span lang=\"DE\">Aus der kleinen Buchhandlung in der Steindlgasse im 1. Bezirk wuchs ein nicht nur f\u00fcr \u00f6sterreichisch-ungarische Verh\u00e4ltnisse riesiges Buchhandels- und Verlagsunternehmen. Die Firma Moritz Perles vereinigte n\u00e4mlich Verlag, Sortiment und Kommissionsgesch\u00e4ft. Bereits im Gr\u00fcndungsjahr wurde ein Kalenderverlag errichtet (erster Kalender: <em>Juristen-Kalender f\u00fcr 1870<\/em>) und eine Zeitschrift \u00fcbernommen.<\/span><\/p>\n<p class=\"MsoNormal c10\"><span lang=\"DE\">Im folgenden Jahr erfolgte die Errichtung eines Kriegskartenverlags und einer Zweigniederlassung in Leipzig. Nach der Jahrhundertwende bezeichnete sich die Firma auf Gesch\u00e4ftspapier gar als &#8222;Gr\u00f6\u00dften \u00f6sterreichischen Kalender-Verlag&#8220;. Der Verlag von Moritz Perles basierte n\u00e4mlich auf der Grundidee der stabilen, immerwiederkehrenden Jahreserscheinungen, der Zeitschriften und der Kalender, und diesem Grundsatz blieb er auch bis zum &#8222;Raub&#8220; 1938 treu. Zu diesem Zweck schuf die Firma zum allergr\u00f6\u00dften Teil ganz neu begr\u00fcndete, hochangesehene Wochenbl\u00e4tter, Monatsschriften und Jahrb\u00fccher. So wurden etwa 1878 der <em>Jagdkalender<\/em> und ein einschl\u00e4giger Verlag gegr\u00fcndet. Die Spezialit\u00e4ten des Buchverlags waren &#8211; Jurisprudenz, Medizin, Veterin\u00e4rkunde, Land- und Forstwirtschaft sowie k\u00fcnstlerische und geographische Prachtwerke. Ab 1881 erschienen z. B. die <em>\u00d6sterreichischen Justizgesetze,<\/em> ab 1883 das <em>\u00d6sterreichische Centralblatt f\u00fcr juristische Praxis, Centralblatt f\u00fcr die gesammte Theorie<\/em> usw.<\/span><\/p>\n<p class=\"MsoNormal c3\"><span lang=\"DE\">1888 erwarb Perles die in Fachkreisen sehr bedeutende <em>Wiener Medizinische Wochenschrift,<\/em> die bis 1938, als sie dem Raub der heimischen Arisierungsgeier zum Opfer fiel, bei ihm erscheinen konnte.<\/span><\/p>\n<p class=\"MsoNormal c18\"><span lang=\"DE\">Im Jahre 1918 erschienen im Verlag Moritz Perles nicht weniger als 19 Zeitschriften. Dazu kommt noch die gro\u00dfe Zahl von Zeitschriften, f\u00fcr die Perles die Alleinvertretung in \u00d6sterreich-Ungarn hatte. Im Buchverlag erschienen auch noch die mehrb\u00e4ndige <em> Encyclop\u00e4die f\u00fcr Forst- und Jagdwissenschaften<\/em> und die <em>Encyclop\u00e4die f\u00fcr Thierbeilkunde.<\/em><\/span><\/p>\n<p class=\"MsoNormal c18\"><span lang=\"DE\">Ein gleicherma\u00dfen wichtiger Zweig der Firma Moritz Perles war das Kommissionsgesch\u00e4ft. Sie hielt ein gro\u00dfes Auslieferungslager reichsdeutscher und ausl\u00e4ndischer Verleger f\u00fcr die \u00f6sterreichisch-ungarische Monarchie und vertrat immerhin 20 Verlage (1918) bzw. \u00fcber 40 Verlage und Firmen (1934).<\/span><\/p>\n<p class=\"MsoNormal c18\"><span lang=\"DE\"> Das Sortimentsgesch\u00e4ft, d.h. die Buchhandlung, die 1889 in ein eigenes Gesch\u00e4ftshaus in der Seilergasse 4 im 1. Bezirk \u00fcbersiedelte, geh\u00f6rte zu den vielseitigsten, gr\u00f6\u00dften und zugleich angesehensten am Wiener Platz. Obwohl Perles keine sch\u00f6ngeistigen Werke herausbrachte &#8211; h\u00f6chstens als Kommissionsverlag &#8211; bedeutet dies nicht, da\u00df die Firma kein F\u00f6rderer der Literatur war. Das Gesch\u00e4ft in der Seilergasse spielte eine nicht unbedeutende Rolle in literarischen und wissenschaftlichen Kreisen Wiens. Besonders beliebt waren Perles&#8216; Weihnachtskataloge, die f\u00fcr Kunden aufgelegt wurden. So erschien in dieser Form 1907 die erste Folge der <em>K\u00f6pfe aus dem literarischen Wien,<\/em> gezeichnet vom Maler H. Rauchinger. Nach dem Kriege begann der <em>Literarische Almanach<\/em> zu erscheinen, der etwa 1924 von der Publikation <em>Wiener literarische Signale<\/em> (bis 1937) abgel\u00f6st wurde. Der Hauptinhalt neben B\u00fccherverzeichnissen: Selbstanzeigen von Neuerscheinungen \u00f6sterreichischer und deutscher Schriftsteller.<\/span><a href=\"#_ftn31\" name=\"_ftnref31\"><span class=\"MsoFootnoteReference\"><span class=\"c5\" lang=\"DE\"><span class=\"MsoFootnoteReference\"><span class=\"c5\" lang=\"DE\">[31]<\/span><\/span><\/span><\/span><\/a><\/p>\n<p class=\"MsoNormal c18\"><span lang=\"DE\">Als der Seniorchef der Firma, Moritz Perles, am 25. Februar 1917 starb, ging das Unternehmen an die zwei S\u00f6hne, Dr. Ernst Perles (17.7.1876, Wien) und Oskar Perles (* 16.4.1875, Wien), sowie an den langj\u00e4hrigen Gesellschafter Friedrich Schiller (* 1854, Prag) \u00fcber. Nach dem Ausscheiden des Letztem in der ersten H\u00e4lfte der 30er Jahre f\u00fchrten die Br\u00fcder Perles, die nun je einen 50%igen Anteil hatten, das Gesch\u00e4ft allein weiter.<\/span><\/p>\n<p class=\"MsoNormal c10\"><span lang=\"DE\">Mit dem M\u00e4rz 1938 kam es zu einer sukzessiven Demontage der einstigen Gro\u00dffirma, denn Perles war eine ansehnliche &#8222;Beute&#8220;. Da waren zum einen die wertvollen Liegenschaften (wie 1., Seilergasse 4), die im Familienbesitz waren, zum anderen die Verlagsrechte, das betr\u00e4chtliche Warenlager und die vielen Zeitschriften.<\/span><\/p>\n<p class=\"MsoNormal c10\"><span lang=\"DE\">So mu\u00dften die zwei Br\u00fcder als Firmeninhaber auf Grund eines Beschlusses der Reichsschrifttumskammer in Berlin ihre buchh\u00e4ndlerische T\u00e4tigkeit mit 30. September 1938 einstellen. Obwohl sie de jure weiterhin Inhaber waren, d\u00fcrften sie nicht mehr viel Einflu\u00df auf die Gebarung der Firma gehabt haben. So teilte die Verm\u00f6gensverkehrsstelle der Pr\u00fcfstelle f\u00fcr kommissarische Verwaltung am 25. August 1938 mit, da\u00df laut Mitteilung der RSK, Wiener B\u00fcro, Dr. Karl Zartmann, &#8222;derart verworrene Verh\u00e4ltnisse&#8220; im Verlag die Bestellung eines kommissarischen Verwalters &#8222;unerl\u00e4\u00dflich&#8220; machten.<\/span><a href=\"#_ftn32\" name=\"_ftnref32\"><span class=\"MsoFootnoteReference\"><span class=\"c5\" lang=\"DE\"><span class=\"MsoFootnoteReference\"><span class=\"c5\" lang=\"DE\">[32]<\/span><\/span><\/span><\/span><\/a> <span lang=\"DE\">Ab 15. September bekleidete der Buchh\u00e4ndler Arthur Pribyslavsky, der zu den Arisierungskandidaten im Rennen um die Firma Perles z\u00e4hlte, diese Funktion. Am 10. Februar 1939 kam es zur Bestellung von Dr. Gottfried Linsmayer als Abwickler.<\/span><\/p>\n<p class=\"MsoNormal c3\"><span lang=\"DE\">Das Rennen machten jedoch andere Leute und Firmen, deren Leiter entweder seit Anfang der 30er Jahre (illegale) NSDAP-Mitglieder, SA- oder SS-Mitglieder waren, solche im allerengsten Familienkreis hatten und sich damit br\u00fcsten konnten oder die nachweislich die Bewegung in der illegalen Zeit unterst\u00fctzt hatten. So auch im Fall Perles. Einige Fachkalender wanderten z. B. an die Firma Carl Fromme, deren Inhaber seit 1. M\u00e4rz 1932 Mitglied der NSDAP war (No. 897.231), der Zellenleiter war und einer &#8222;politischen Gliederung&#8220; der NSDAP angeh\u00f6rte. Eine \u00e4hnliche Karriere hatten andere hinter und damit eine gro\u00dfe Karriere vor sich. Den gr\u00f6\u00dften Anteil bekam der am 31.5.1900 in Wien geborene Johannes Katzler, der wenige Tage nach dem &#8222;Anschlu\u00df&#8220; aus dem &#8222;Altreich&#8220; in seine Heimatstadt zur\u00fcckkehrte und innerhalb k\u00fcrzester Zeit zum gr\u00f6\u00dften Ariseur im \u00f6sterreichischen Buchhandel wurde. Allein auf sein Konto gehen sieben (7) Arisierungen.<\/span><a href=\"#_ftn33\" name=\"_ftnref33\"><span class=\"MsoFootnoteReference\"><span class=\"c5\" lang=\"DE\"><span class=\"MsoFootnoteReference\"><span class=\"c5\" lang=\"DE\">[33]<\/span><\/span><\/span><\/span><\/a> <span lang=\"DE\">Von Moritz Perles \u00fcbernahm er &#8222;lediglich&#8220; das Warenlager &#8211; mit der Auflage, es in den 4. Bezirk zur transportieren &#8211; und die Verlagsrechte, alles in allen, also kein geringer Wert. Nur: bezahlt wurde nichts, und erst recht nicht an die &#8222;rechtm\u00e4\u00dfigen&#8220; Inhaber. Dazu der Vermerk im betreffenden Akt: &#8222;Ein Gegenwert f\u00fcr diese \u00dcbertragung wurde weder errechnet noch an Katzler vorgeschrieben.&#8220;<\/span><a href=\"#_ftn34\" name=\"_ftnref34\"><span class=\"MsoFootnoteReference\"><span class=\"c5\" lang=\"DE\"><span class=\"MsoFootnoteReference\"><span class=\"c5\" lang=\"DE\">[34]<\/span><\/span><\/span><\/span><\/a><\/p>\n<p class=\"MsoNormal c22\"><span lang=\"DE\">Ein weiterer Gewinner der Firmendemontage war die Gesellschaftsbuchdruckerei Br\u00fcder Hollinek. Das Objekt: die bedeutende <em>Wiener Medizinische Wochenschrift,<\/em> die seit 1888 bei Perles erschienen war. Bezahlt wurde hief\u00fcr aber nichts. Das hei\u00dft, Hollinek konnte \u00fcber einen Rechtsanwalt glaubhaft machen, die \u00dcbernahme decke die Perles-Schulden.<\/span><a href=\"#_ftn35\" name=\"_ftnref35\"><span class=\"MsoFootnoteReference\"><span class=\"c5\" lang=\"DE\"><span class=\"MsoFootnoteReference\"><span class=\"c5\" lang=\"DE\">[35]<\/span><\/span><\/span><\/span><\/a><\/p>\n<p class=\"MsoNormal c22\"><span lang=\"DE\">An die Firma Moritz Perles erinnert in Wien heute nichts mehr. L\u00e4ngst verschwunden sind die Gesch\u00e4ftsauslagen, die im Jahre 1926 vom Architekten Ernst Lichtblau entworfen wurden, und das Gesch\u00e4fts-&#8222;Markenzeichen&#8220; in der Seilergasse &#8211; der \u00fcberdimensionierte &#8222;B\u00fccherwurm&#8220;, der von dem Graphiker Julius Klinger, der auch mehrere Verlagssignets entwarf, konzipiert wurde.<\/span><a href=\"#_ftn36\" name=\"_ftnref36\"><span class=\"MsoFootnoteReference\"><span class=\"c5\" lang=\"DE\"><span class=\"MsoFootnoteReference\"><span class=\"c5\" lang=\"DE\">[36]<\/span><\/span><\/span><\/span><\/a><\/p>\n<p class=\"MsoNormal c20\"><a name=\"4n\"><\/a><strong><em><span lang=\"DE\">n) Gerlach &amp; Wiedling\u00a0<\/span><\/em><\/strong><span class=\"MsoFootnoteReference\"><em><span class=\"c5\" lang=\"DE\"><span class=\"MsoFootnoteReference\"><strong><span class=\"c5\" lang=\"DE\"><a href=\"#_ftn37\" name=\"_ftnref37\">[37]<\/a>\u00a0<\/span><\/strong><\/span><\/span><\/em><\/span><span lang=\"DE\">(Buch- und Kunstverlag)<\/span><\/p>\n<p class=\"MsoNormal c10\"><span lang=\"DE\"><a href=\"http:\/\/verlagsgeschichte.murrayhall.com\/wp-content\/uploads\/2015\/09\/Gerlach-Wiedling.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft wp-image-828\" src=\"http:\/\/verlagsgeschichte.murrayhall.com\/wp-content\/uploads\/2015\/09\/Gerlach-Wiedling-150x150.jpg\" alt=\"Gerlach &amp; Wiedling Signet\" width=\"150\" height=\"151\" srcset=\"http:\/\/verlagsgeschichte.murrayhall.com\/wp-content\/uploads\/2015\/09\/Gerlach-Wiedling-150x150.jpg 150w, http:\/\/verlagsgeschichte.murrayhall.com\/wp-content\/uploads\/2015\/09\/Gerlach-Wiedling-298x300.jpg 298w, http:\/\/verlagsgeschichte.murrayhall.com\/wp-content\/uploads\/2015\/09\/Gerlach-Wiedling-149x150.jpg 149w, http:\/\/verlagsgeschichte.murrayhall.com\/wp-content\/uploads\/2015\/09\/Gerlach-Wiedling.jpg 596w\" sizes=\"auto, (max-width: 150px) 100vw, 150px\" \/><\/a>Am 1. April 1872 wurde von dem erst 26j\u00e4hrigen Martin Gerlach<\/span><a href=\"#_ftn38\" name=\"_ftnref38\"><span class=\"MsoFootnoteReference\"><span class=\"c5\" lang=\"DE\"><span class=\"MsoFootnoteReference\"><span class=\"c5\" lang=\"DE\">[38]<\/span><\/span><\/span><\/span><\/a> <span lang=\"DE\">in Berlin eine Verlagsbuchhandlung gegr\u00fcndet, mit der er auch die Auslieferung der kunstgewerblichen Zeitschrift <em>Die Perle,<\/em> die zugleich das Erstlingswerk darstellte, verband. Den Weg zu seiner Verlagst\u00e4tigkeit hatte Gerlach, der urspr\u00fcnglich selbst Zeichner, Graveur und Ziseleur war, von der Goldschmiedekunst aus genommen.<\/span><\/p>\n<p class=\"MsoNormal c10\"><span lang=\"DE\">Im Jahre 1873 verlegte Gerlach den Sitz von seinem anf\u00e4nglich kleinen Verlag kunstgewerblicher Richtung nach Wien, wo er unter der Firma &#8222;Martin Gerlach &amp; Co.&#8220; in Vereinigung mit Ferdinand Schenk<\/span><a href=\"#_ftn39\" name=\"_ftnref39\"><span class=\"MsoFootnoteReference\"><span class=\"c5\" lang=\"DE\"><span class=\"MsoFootnoteReference\"><span class=\"c5\" lang=\"DE\">[39]<\/span><\/span><\/span><\/span><\/a> <span lang=\"DE\">eine Reihe gr\u00f6\u00dferer Verlagsartikel herausgab.<\/span><\/p>\n<p class=\"MsoNormal c10\"><span lang=\"DE\">Einige Jahre danach wurde die Firma in &#8222;Gerlach &amp; Schenk&#8220; umbenannt. Im Mai 1882 kam der 23 Jahre alte Albert Wiedling<\/span><a href=\"#_ftn40\" name=\"_ftnref40\"><span class=\"MsoFootnoteReference\"><span class=\"c5\" lang=\"DE\"><span class=\"MsoFootnoteReference\"><span class=\"c5\" lang=\"DE\">[40]<\/span><\/span><\/span><\/span><\/a> <span lang=\"DE\"> nach Wien, um zun\u00e4chst als Gehilfe, sp\u00e4ter (1895) als Prokurist in der Firma &#8222;Gerlach &amp; Schenk&#8220; t\u00e4tig zu sein. Als im Oktober 1901 der Mitbesitzer Schenk aus der Firma ausschied, um eine neue Firma, die seinen Namen trug (&#8222;Ferd. Schenk, Verlag f\u00fcr Kunst und Gewerbe&#8220;), zu gr\u00fcnden, wurde Albert Wiedling Teilnehmer der Firma &#8222;Martin Gerlach &amp; Co.&#8220;, die dann 1904 in &#8222;Gerlach &amp; Wiedling&#8220; ge\u00e4ndert wurde.<\/span><\/p>\n<p class=\"MsoNormal c10\"><span lang=\"DE\">Die Firma &#8222;Gerlach &amp; Schenk&#8220; hatte sich im In- und Ausland sehr rasch vor allem wegen der technisch au\u00dfergew\u00f6hnlichen Ausstattung ihrer B\u00fccher einen Namen gemacht. Erinnert sei an folgende Werke:<\/span><a href=\"#_ftn41\" name=\"_ftnref41\"><span class=\"MsoFootnoteReference\"><span class=\"c5\" lang=\"DE\"><span class=\"MsoFootnoteReference\"><span class=\"c5\" lang=\"DE\">[41]<\/span><\/span><\/span><\/span><\/a> <span lang=\"DE\"> <em>Allegorien und Embleme, Die Pflanze und das Tier in Kunst und Gewerbe,<\/em> das Sammelwerk <em>Die Quelle<\/em><em>, Festons und Dekorative Gruppen, Gewerbe-Monogramme, Volksschmuck.<\/em> Es gelang Gerlach, der vom Kunstschriftsteller Joseph August Lux ein &#8222;F\u00fchrer der Modernen&#8220; genannt wird<\/span><a href=\"#_ftn42\" name=\"_ftnref42\"><span class=\"MsoFootnoteReference\"><span class=\"c5\" lang=\"DE\"><span class=\"MsoFootnoteReference\"><span class=\"c5\" lang=\"DE\">[42]<\/span><\/span><\/span><\/span><\/a><span lang=\"DE\">, wertvolle junge Talente aufzusp\u00fcren und fast s\u00e4mtliche namhaften K\u00fcnstler f\u00fcr seine Firma zu gewinnen. Das waren u. a. Czeschka, K. Moser, Schmutzer, Unger, beide Klimt, Lefler u.a. wie auch ausl\u00e4ndische Maler wie Stuck und Klinger.<\/span><\/p>\n<p class=\"MsoNormal c10\"><span lang=\"DE\">Nach der Jahrhundertwende wurde die Verlagst\u00e4tigkeit auf neue Gebiete ausgedehnt. So begann das Haus 1901 auch eine Serie reizvoll ausgestatteter Kinderb\u00fccher herauszugeben. Zweck von <em>Gerlachs Jugendb\u00fccherei<\/em> war es, der Jugend wahrhaft volkst\u00fcmliche Kunst zu vermitteln.<\/span><a href=\"#_ftn43\" name=\"_ftnref43\"><span class=\"MsoFootnoteReference\"><span class=\"c5\" lang=\"DE\"><span class=\"MsoFootnoteReference\"><span class=\"c5\" lang=\"DE\">[43]<\/span><\/span><\/span><\/span><\/a> <span lang=\"DE\">Doch setzten diese B\u00fccher zugleich ein h\u00f6heres k\u00fcnstlerisches Verst\u00e4ndnis voraus und wendeten sich zu einem sehr vern\u00fcnftigen Preis &#8211; nur an exklusive Kreise. Zwischen 1901 (Band 1: <em>Kinder- und Hausm\u00e4rchen nach der Sammlung der Br\u00fcder Grimm<\/em>) und 1920 erschienen 34 Nummern.<\/span><\/p>\n<p class=\"MsoNormal c18\"><span lang=\"DE\">Wohl durch die neuentstandene Verbindung mit der Gemeinde Wien &#8211; Gerlach &amp; Wiedling wurde deren Kommissions-Verlag &#8211; publizierte der Verlag Werke zum Thema Wien (z. B.: <em>Wien und Umgebung, Wiener Lieder und T\u00e4nze<\/em>). Auf literarischem Gebiet produzierte Gerlach &amp; Wiedling sp\u00e4ter den <em>Volksschatz und Meisterwerke der Prosa.<\/em> Mit Unterst\u00fctzung der Gemeinde Wien wurde au\u00dferdem die gro\u00dfe kritische Grillparzer-Ausgabe herausgebracht.<\/span><\/p>\n<p class=\"MsoNormal c23\"><span lang=\"DE\">Nach dem Tod von Verlagsgr\u00fcnder Martin Gerlach im Jahre 1918<\/span><a href=\"#_ftn44\" name=\"_ftnref44\"><span class=\"MsoFootnoteReference\"><span class=\"c5\" lang=\"DE\"><span class=\"MsoFootnoteReference\"><span class=\"c5\" lang=\"DE\">[44]<\/span><\/span><\/span><\/span><\/a> <span lang=\"DE\">und dem Tod von Albert Wiedling 1923<\/span><a href=\"#_ftn45\" name=\"_ftnref45\"><span class=\"MsoFootnoteReference\"><span class=\"c5\" lang=\"DE\"><span class=\"MsoFootnoteReference\"><span class=\"c5\" lang=\"DE\">[45]<\/span><\/span><\/span><\/span><\/a><span lang=\"DE\">traten an deren Stelle die S\u00f6hne Franz Gerlach<\/span><a href=\"#_ftn46\" name=\"_ftnref46\"><span class=\"MsoFootnoteReference\"><span class=\"c5\" lang=\"DE\"><span class=\"MsoFootnoteReference\"><span class=\"c5\" lang=\"DE\">[46]<\/span><\/span><\/span><\/span><\/a> <span lang=\"DE\">und Walter Wiedling<\/span><a href=\"#_ftn47\" name=\"_ftnref47\"><span class=\"MsoFootnoteReference\"><span class=\"c5\" lang=\"DE\"><span class=\"MsoFootnoteReference\"><span class=\"c5\" lang=\"DE\">[47]<\/span><\/span><\/span><\/span><\/a><span lang=\"DE\">. Sie f\u00fchrten die Firma nach Tradition des Hauses weiter. In der Person Walter Wiedlings als Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer bestand seit der Gr\u00fcndung des Deutschen Verlags f\u00fcr Jugend und Volk im Jahre 1921 eine Union.<\/span><\/p>\n<p class=\"MsoNormal c18\"><span lang=\"DE\">Der Verlag wurde nach dem Zweiten Weltkrieg trotz erheblicher Kriegssch\u00e4den und der wirtschaftlichen Hemmungen wieder aufgenommen, und die Produktion lief seit Ende 1945, um zwischen 1952 und 1955 sistiert zu werden.<\/span><\/p>\n<p class=\"MsoNormal c18\"><span lang=\"DE\">1947 feierte der Verlag sein 75. Jubil\u00e4um mit einer kleinen Festschrift.<\/span><a href=\"#_ftn48\" name=\"_ftnref48\"><span class=\"MsoFootnoteReference\"><span class=\"c5\" lang=\"DE\"><span class=\"MsoFootnoteReference\"><span class=\"c5\" lang=\"DE\">[48]<\/span><\/span><\/span><\/span><\/a> <span lang=\"DE\">Das Jubil\u00e4um des 100j\u00e4hrigen Bestandes &#8211; zumindest des Namens &#8211; erlebte der Verlag nur sehr knapp. Im Jahre 1972 war die Firma von Hermann Waldbaur (* 7.8.1897) \u00fcbernommen worden, doch erfolgte die Gewerber\u00fccklegung bereits im Jahre 1976.<\/span><a href=\"#_ftn49\" name=\"_ftnref49\"><span class=\"MsoFootnoteReference\"><span class=\"c5\" lang=\"DE\"><span class=\"MsoFootnoteReference\"><span class=\"c5\" lang=\"DE\">[49]<\/span><\/span><\/span><\/span><\/a><\/p>\n<p class=\"MsoNormal c20\"><a name=\"4o\"><\/a><strong><em><span lang=\"DE\">o) Carl Fromme<\/span><\/em> <span lang=\"DE\">(k. k. Hofbuchdruckerei und Hofverlagsbuchhandlung)<\/span><\/strong><a href=\"#_ftn50\" name=\"_ftnref50\"><span class=\"MsoFootnoteReference\"><span class=\"c5\" lang=\"DE\"><span class=\"MsoFootnoteReference\"><span class=\"c5\" lang=\"DE\">[50]<\/span><\/span><\/span><\/span><\/a><\/p>\n<p class=\"MsoNormal c10\"><span lang=\"DE\"><a href=\"http:\/\/verlagsgeschichte.murrayhall.com\/wp-content\/uploads\/2015\/09\/Carl-Fromme.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft wp-image-829\" src=\"http:\/\/verlagsgeschichte.murrayhall.com\/wp-content\/uploads\/2015\/09\/Carl-Fromme.jpg\" alt=\"Carl Fromme Signet\" width=\"150\" height=\"183\" srcset=\"http:\/\/verlagsgeschichte.murrayhall.com\/wp-content\/uploads\/2015\/09\/Carl-Fromme.jpg 493w, http:\/\/verlagsgeschichte.murrayhall.com\/wp-content\/uploads\/2015\/09\/Carl-Fromme-247x300.jpg 247w, http:\/\/verlagsgeschichte.murrayhall.com\/wp-content\/uploads\/2015\/09\/Carl-Fromme-123x150.jpg 123w\" sizes=\"auto, (max-width: 150px) 100vw, 150px\" \/><\/a>Als Gr\u00fcndungsjahr dieses Unternehmens gilt allgemein das Jahr 1751. Denn als Begr\u00fcnder dieses wohl \u00e4ltesten \u00f6sterreichischen Verlags ist der legend\u00e4re Johann Thomas Edler von Trattner, der als &#8222;Vater des \u00f6sterreichischen Buchhandels&#8220; apostrophiert wird, anzusehen.<\/span><a href=\"#_ftn51\" name=\"_ftnref51\"><span class=\"MsoFootnoteReference\"><span class=\"c5\" lang=\"DE\"><span class=\"MsoFootnoteReference\"><span class=\"c5\" lang=\"DE\">[51]<\/span><\/span><\/span><\/span><\/a> <span lang=\"DE\">Trattner erhielt 1752 von der Kaiserin Maria Theresia als erster das Privileg eines &#8222;Hofbuchh\u00e4ndlers&#8220;. Im Jahre 1805 ging die Buchhandlung am Graben im Trattnerhof an Joseph Tendler durch Verkauf von Trattners Enkel \u00fcber.<\/span><\/p>\n<p class=\"MsoNormal c10\"><span lang=\"DE\">Der aus Harburg a. d. Elbe in Deutschland geb\u00fcrtige Carl (Ludwig Franz Wilhelm) kam 1851 nach Br\u00fcnn und im folgenden Jahr nach Wien, um dort zusammen mit Sylvester P\u00f6tzelberger die Buchhandlung am Graben zu \u00fcbernehmen. Er f\u00fchrte sie unter der Firma Tendler &amp; Comp. (P\u00f6tzelberger &amp; Fromme) weiter. 1862 wurde Fromme alleiniger Besitzer der Firma. F\u00fcnf Jahre sp\u00e4ter verkaufte er das Sortiment und erwarb daf\u00fcr die Keck &amp; Pietersche Buchdruckerei, und von nun an lautete der Firmenname: Carl Fromme Buchdruckerei und Verlagsbuchhandlung.<\/span><\/p>\n<p class=\"MsoNormal c10\"><span lang=\"DE\">Fromme gilt allgemein als der Gr\u00fcnder des \u00f6sterreichischen Kalenderverlags.<\/span><a href=\"#_ftn52\" name=\"_ftnref52\"><span class=\"MsoFootnoteReference\"><span class=\"c5\" lang=\"DE\"><span class=\"MsoFootnoteReference\"><span class=\"c5\" lang=\"DE\">[52]<\/span><\/span><\/span><\/span><\/a> <span lang=\"DE\">Begonnen hat das Unternehmen 1855, als der Medizinal-Kalender in Verlag genommen wurde und 1867, als Fromme den eigentlichen Verlag gr\u00fcndete.<\/span><\/p>\n<p class=\"MsoNormal c10\"><span lang=\"DE\">Nach dem Tode Frommes im Jahre 1884 in Wien ging das Gesch\u00e4ft an dessen Erben \u00fcber. Im selben Jahr kam ein Neffe Carl Frommes, Carl Georg Christian Fromme, nach Wien, um in leitender Stellung t\u00e4tig zu sein. Am 1. J\u00e4nner 1889 wurde der Neffe des Gr\u00fcnders als Gesellschafter in die Firma aufgenommen. Erst 1896 schieden die Erben nach Fromme bis auf Otto Fromme,<\/span><a href=\"#_ftn53\" name=\"_ftnref53\"><span class=\"MsoFootnoteReference\"><span class=\"c5\" lang=\"DE\"><span class=\"MsoFootnoteReference\"><span class=\"c5\" lang=\"DE\">[53]<\/span><\/span><\/span><\/span><\/a> <span lang=\"DE\">den j\u00fcngsten Sohn Carl Frommes, aus der Firma aus, die nunmehr in den Besitz von Carl und Otto Fromme \u00fcberging.<\/span><\/p>\n<p class=\"MsoNormal c10\"><span lang=\"DE\">W\u00e4hrend Carl als k. u. k. Hofbuchdrucker die Leitung der Buchdruckerei \u00fcbernahm, leitete Otto, der k. u. k. Hof-Verlagsbuchh\u00e4ndler, die Verlagsbuchhandlung. Bis etwa 1891 widmete sich die Firma ausschlie\u00dflich dem Kalenderverlag, der auch weiterhin den Grundpfeiler des Verlags bildete, und dann wurde der meist landwirtschaftliche und technische Verlag von G. P. Faesy in Wien erworben. Nebenbei pflegte man wissenschaftliche und fachwissenschaftliche Literatur. Im neuen Jahrhundert wurde die Verlagst\u00e4tigkeit durch \u00dcbernahme von Werken aus den Gebieten der Forstwirtschaft, Technik, Pharmazie sowie Schulb\u00fccher erweitert. Erst Mitte der 30er Jahre entschlo\u00df man sich, das Verlagsprogramm zu erweitern, um den Verlag zu einer Pflegest\u00e4tte der \u00f6sterreichischen Literatur zu gestalten.<\/span><a href=\"#_ftn54\" name=\"_ftnref54\"><span class=\"MsoFootnoteReference\"><span class=\"c5\" lang=\"DE\"><span class=\"MsoFootnoteReference\"><span class=\"c5\" lang=\"DE\">[54]<\/span><\/span><\/span><\/span><\/a> <span lang=\"DE\">Aber auch das ab 1897 bei Fromme in Lieferungen erscheinende Standardwerk von Nagl-Zeidler-Castle, die <em> Deutsch-\u00d6sterreichische-Literaturgeschichte,<\/em> die schlie\u00dflich mit dem 4. Band 1937 abgeschlossen wurde, trug zum Renommee der Firma bei.<\/span><\/p>\n<p class=\"MsoNormal c10\"><span lang=\"DE\">Aber der Name Fromme war &#8211; obwohl er bald Konkurrenten bekam &#8211; mit Kalendern eng verbunden. Vor allem die topographische Ausstattung \u00fcbte eine besondere Anziehungskraft aus. Die Firma Fromme war eine der ersten, die moderne zeitgen\u00f6ssische K\u00fcnstler f\u00fcr die Gestaltung einzelner Kalender zur Mitarbeit heranzog (z.B. Kolo Moser).<\/span><a href=\"#_ftn55\" name=\"_ftnref55\"><span class=\"MsoFootnoteReference\"><span class=\"c5\" lang=\"DE\"><span class=\"MsoFootnoteReference\"><span class=\"c5\" lang=\"DE\">[55]<\/span><\/span><\/span><\/span><\/a> <span lang=\"DE\">F\u00fcr fast jeden Stand und Beruf gab es speziell geschaffene Kalender. Zu erw\u00e4hnen w\u00e4ren Fromme&#8217;s Klerus-, Feuerwehr-, Forst-, Garten-, Juristen-, Landmann-, Landwehr-, Landwirtschafts-, Medizinal-, Montan-, Pharmazeuten-, Studenten-, Tier\u00e4rzte- und Weinbaukalender. Nach einer Verlagsanzeige f\u00fcr <em>Fromme&#8217;s Kalender f\u00fcr 1911<\/em> reichte das Angebot von Buch-Kalendern und Brieftaschen- und Portemonnaie-Kalendern zu Blatt-, Wand- und Pultkalendern sowie Block- und Fachkalendern.<\/span><a href=\"#_ftn56\" name=\"_ftnref56\"><span class=\"MsoFootnoteReference\"><span class=\"c5\" lang=\"DE\"><span class=\"MsoFootnoteReference\"><span class=\"c5\" lang=\"DE\">[56]<\/span><\/span><\/span><\/span><\/a> <span lang=\"DE\">Manche davon wurden nicht nur in deutscher, sondern auch in ungarischer, b\u00f6hmischer, polnischer, italienischer und franz\u00f6sischer Sprache hergestellt. Bei einzelnen Kalendern konnte man unter bis zu zehn verschiedenen Einb\u00e4nden w\u00e4hlen.<\/span><\/p>\n<p class=\"MsoNormal c12\"><span lang=\"DE\">Nach dem pl\u00f6tzlichen Tod von Otto Fromme im Jahre 1921 wurde die Firma von (Carl) Georg Fromme<\/span><a href=\"#_ftn57\" name=\"_ftnref57\"><span class=\"MsoFootnoteReference\"><span class=\"c5\" lang=\"DE\"><span class=\"MsoFootnoteReference\"><span class=\"c5\" lang=\"DE\">[57]<\/span><\/span><\/span><\/span><\/a> <span lang=\"DE\">und Viktor Reisser, Sohn des 1892 verstorbenen Gr\u00fcnders der bedeutenden Wiener Buchdruckerei Christoph Reisser&#8217;s S\u00f6hne, weitergef\u00fchrt. Nach dem Tod von Carl Georg Fromme, im Jahre 1937 wurde die Firma bis 1938 von Reisser, Friedrich Meyer (Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer von Anton Schroll und Koll.-Prok. bei L.W. Seidel &amp; Sohn) und dem Sohn Carl Georg Frommes, Georg (Wilhelm Otto) Fromme<\/span><a href=\"#_ftn58\" name=\"_ftnref58\"><span class=\"MsoFootnoteReference\"><span class=\"c5\" lang=\"DE\"><span class=\"MsoFootnoteReference\"><span class=\"c5\" lang=\"DE\">[58]<\/span><\/span><\/span><\/span><\/a><span lang=\"DE\">, gef\u00fchrt. Auf die Weiterentwicklung w\u00e4hrend des Kriegs wird hier nicht eingegangen. Im November 1957 ging die Firma Carl Fromme &#8211; Anfang der 40er Jahre war die Firma Georg Fromme gegr\u00fcndet worden &#8211; in Liquidation. Infolge beendeter Liquidation wurde die Firma am 30. Juni 1958 aus dem Handelsregister in Wien gel\u00f6scht.<\/span><a href=\"#_ftn59\" name=\"_ftnref59\"><span class=\"MsoFootnoteReference\"><span class=\"c5\" lang=\"DE\"><span class=\"MsoFootnoteReference\"><span class=\"c5\" lang=\"DE\">[59]<\/span><\/span><\/span><\/span><\/a><\/p>\n<p class=\"MsoNormal c3\"><a name=\"4p\"><\/a><strong><em><span lang=\"DE\">p) Robert Mohr<\/span><\/em> <span lang=\"DE\">(Verlags- und Kommissions-Buchhandlung)\u00a0<\/span><\/strong><a href=\"#_ftn60\" name=\"_ftnref60\"><span class=\"MsoFootnoteReference\"><span class=\"c5\" lang=\"DE\"><span class=\"MsoFootnoteReference\"><span class=\"c5\" lang=\"DE\">[60]<\/span><\/span><\/span><\/span><\/a><\/p>\n<p class=\"MsoNormal c10\"><span lang=\"DE\"><a href=\"http:\/\/verlagsgeschichte.murrayhall.com\/wp-content\/uploads\/2015\/09\/Robert-Mohr.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft wp-image-847\" src=\"http:\/\/verlagsgeschichte.murrayhall.com\/wp-content\/uploads\/2015\/09\/Robert-Mohr.jpg\" alt=\"Robert Mohr Signet\" width=\"150\" height=\"216\" srcset=\"http:\/\/verlagsgeschichte.murrayhall.com\/wp-content\/uploads\/2015\/09\/Robert-Mohr.jpg 327w, http:\/\/verlagsgeschichte.murrayhall.com\/wp-content\/uploads\/2015\/09\/Robert-Mohr-208x300.jpg 208w, http:\/\/verlagsgeschichte.murrayhall.com\/wp-content\/uploads\/2015\/09\/Robert-Mohr-104x150.jpg 104w\" sizes=\"auto, (max-width: 150px) 100vw, 150px\" \/><\/a>Die Verlagsbuchhandlung Robert Mohr war eines der wenigen Unternehmen, die auf Humoristika spezialisiert waren.<\/span><a href=\"#_ftn61\" name=\"_ftnref61\"><span class=\"MsoFootnoteReference\"><span class=\"c5\" lang=\"DE\"><span class=\"MsoFootnoteReference\"><span class=\"c5\" lang=\"DE\">[61]<\/span><\/span><\/span><\/span><\/a> <span lang=\"DE\">Die Firma wurde am 18. Februar 1889 in Wien gegr\u00fcndet. Der aus Scholkingen (W\u00fcrttemberg) in Deutschland geb\u00fcrtige Mohr (* 11. 8. 1856) war im Jahre 1877 nach Wien gekommen, wo er seine erste Stellung als Sortimentsgehilfe bei der Buchhandlung Gerold &amp; Co. antrat. Bevor er sich 1889 selbst\u00e4ndig machte, war er auch f\u00fcr die Firma Manz t\u00e4tig. Die Firma Mohr wurde mit der Vertretung des Bibliographischen Instituts (Leipzig), von dessen Verlag ein Auslieferungslager errichtet wurde, er\u00f6ffnet. In den folgenden Jahren \u00fcbernahm Mohr die Vertretungen von einer ganzen Reihe von gr\u00f6\u00dferen deutschen Verlagen, darunter der Deutschen-Verlags-Anstalt in Stuttgart (1905). Im Laufe dieser Entwicklung wurden die Vertretungen von wichtigen deutschen Zeitschriften wie <em>Die Woche, Die Gartenlaube, Die Meggendorfer Bl\u00e4tter, Westermanns Monatshefte<\/em> \u00fcbernommen.<\/span><\/p>\n<p class=\"MsoNormal c25\"><span lang=\"DE\">Mohr gliederte seinem Unternehmen alsbald einen Verlag an, dessen Produktion mit Hans Schlie\u00dfmanns <em>Wiener Schattenbilder<\/em> mit einem Text von Eduard P\u00f6tzl zu Weihnachten 1892 er\u00f6ffnet wurde. In sechs Wochen waren vier Auflagen (4.000 Ex.) erschienen und verkauft. Ein Jahr danach erschien P\u00f6tzls <em>Weltliches Kloster,<\/em> und damit begann die Reihe <em>Mohrs Wiener Humoristika mit<\/em> Werken von beliebten Wiener Humoristen wie Chiavacci, Hirschfeld, M\u00fcller-Guttenbrunn, P\u00f6tzl, St\u00fcber-Gunther und anderen. Zu den Illustratoren dieser Reihe z\u00e4hlte u. a. Kolo Moser (P\u00f6tzl, <em>Bummelei;<\/em> Johannes Ziegler, <em>Wiener Stadtg\u00e4nge)<\/em> und Theo Zasche (P\u00f6tzl, <em>Das weltliche Kloster; Launen).<\/em> 1910 umfa\u00dfte diese Reihe bereits 33 B\u00e4ndchen. Insgesamt konnten 50 B\u00e4ndchen erscheinen. Zu Weihnachten 1906 erschienen die 18 B\u00e4nde umfassenden Gesammelten Schriften Eduard P\u00f6tzls.<\/span><\/p>\n<p class=\"MsoNormal c10\"><span lang=\"DE\">Im Jahre 1927 konnte Mohr, der den Verlagsbetrieb zugunsten von Buchhandlung und Auslieferung aufgab, schon &#8222;50 Jahre Buchh\u00e4ndler&#8220;<\/span><a href=\"#_ftn62\" name=\"_ftnref62\"><span class=\"MsoFootnoteReference\"><span class=\"c5\" lang=\"DE\"><span class=\"MsoFootnoteReference\"><span class=\"c5\" lang=\"DE\">[62]<\/span><\/span><\/span><\/span><\/a> <span lang=\"DE\">und zwei Jahre darauf sein 40j\u00e4hriges Firmenjubil\u00e4um feiern.<\/span><a href=\"#_ftn63\" name=\"_ftnref63\"><span class=\"MsoFootnoteReference\"><span class=\"c5\" lang=\"DE\"><span class=\"MsoFootnoteReference\"><span class=\"c5\" lang=\"DE\">[63]<\/span><\/span><\/span><\/span><\/a><\/p>\n<p class=\"MsoNormal c10\"><span lang=\"DE\">Als der Gr\u00fcnder am 13. Februar 1934 in Wien starb, wurde die Firma von seinem gleichnamigen Sohn weitergef\u00fchrt. Sie \u00fcberdauerte den Zweiten Weltkrieg &#8211; nicht zuletzt, weil sie als &#8222;kriegswichtig&#8220; galt &#8211; und ging Anfang 1961 auf Dr. Gottfried Berger \u00fcber.<\/span><a href=\"#_ftn64\" name=\"_ftnref64\"><span class=\"MsoFootnoteReference\"><span class=\"c5\" lang=\"DE\"><span class=\"MsoFootnoteReference\"><span class=\"c5\" lang=\"DE\">[64]<\/span><\/span><\/span><\/span><\/a><\/p>\n<p class=\"MsoNormal c3\"><strong><a name=\"4q\"><\/a><em><span lang=\"DE\">q) Halm &amp; Goldmann<\/span><\/em><a href=\"#_ftn65\" name=\"_ftnref65\"><span class=\"MsoFootnoteReference\"><em><span class=\"c5\" lang=\"DE\"><span class=\"MsoFootnoteReference\"><span class=\"c5\" lang=\"DE\">[65]<\/span><\/span><\/span><\/em><\/span><\/a> <span lang=\"DE\"> (Buchhandlung, Antiquariat, Kunsthandlung, Verlag)<\/span><\/strong><\/p>\n<p class=\"MsoNormal c10\"><span lang=\"DE\">Im Jahre 1848 wurde ein Sortiments- und Verlagsgesch\u00e4ft mit vorwiegend medizinischer Literatur in W\u00fcrzburg vom 26j\u00e4hrigen Paul Halm gegr\u00fcndet. Um seinem Unternehmen mehr Raum zur Entwicklung zu geben, entschlo\u00df sich Halm 1867, sein Gesch\u00e4ft nach Wien zu verlegen. Drei Jahre sp\u00e4ter trat ein junger Gehilfe namens Sigmund Goldmann<\/span><a href=\"#_ftn66\" name=\"_ftnref66\"><span class=\"MsoFootnoteReference\"><span class=\"c5\" lang=\"DE\"><span class=\"MsoFootnoteReference\"><span class=\"c5\" lang=\"DE\">[66]<\/span><\/span><\/span><\/span><\/a> <span lang=\"DE\">in das Gesch\u00e4ft ein. Mittlerweile hatte Halm in der Babenbergerstra\u00dfe eine Antiquariatsbuchhandlung etabliert und begonnen, allj\u00e4hrlich mehrere Kataloge unter dem Titel <em> \u00d6sterreichische B\u00fccherzeitung<\/em> zu versenden. Als er 1873 eine Filiale in Triest er\u00f6ffnete, ereilte ihn im 51. Lebensjahr w\u00e4hrend einer Choleraepidemie der Tod. Als Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer fungierte nunmehr Sigmund Goldmann.<\/span><\/p>\n<p class=\"MsoNormal c10\"><span lang=\"DE\">Schon in den 70er Jahren des vorigen Jahrhunderts verlegten Halm &amp; Goldmann ihren Produktionsschwerpunkt auf das aufstrebende Gebiet des Kunstgewerbes. So entstanden mehrere mit Farbtafeln geschm\u00fcckte Prachtb\u00e4nde, wie z.B. <em>Ornamente s\u00fcdslawischer Haus- und Kunstindustrie.<\/em> Anfang der 80er Jahre importierte die Firma die damals in Europa noch wenig bekannten japanischen Originalbilderb\u00fccher und Illustrationswerke, deren Absatz ins Enorme ging. Kurz nach der Jahrhundertwende im Jahre 1902 traten zwei j\u00fcngere Kr\u00e4fte in die Firma ein, und zwar der Schwiegersohn Goldmanns, Hermann Gall,<\/span><a href=\"#_ftn67\" name=\"_ftnref67\"><span class=\"MsoFootnoteReference\"><span class=\"c5\" lang=\"DE\"><span class=\"MsoFootnoteReference\"><span class=\"c5\" lang=\"DE\">[67]<\/span><\/span><\/span><\/span><\/a> <span lang=\"DE\">als Mitbesitzer und Josef Kende<\/span><a href=\"#_ftn68\" name=\"_ftnref68\"><span class=\"MsoFootnoteReference\"><span class=\"c5\" lang=\"DE\"><span class=\"MsoFootnoteReference\"><span class=\"c5\" lang=\"DE\">[68]<\/span><\/span><\/span><\/span><\/a> <span lang=\"DE\">als Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer des Antiquariats. So erfuhr das Unternehmen nicht nur eine r\u00e4umliche Erweiterung, sondern auch der Verlag wurde durch die Aufnahme verschiedener Werke, wie z. B. des umfangreichen Wurzbach&#8217;schen K\u00fcnstlerlexikons, neu belebt. Aber auch Werke wie das <em>Niederl\u00e4ndische K\u00fcnstlerlexikon<\/em> und die <em>Poetischen Werke<\/em> in sechs B\u00e4nden von Alexander Pet\u00f6fi zierten das Verlagsangebot.<\/span><\/p>\n<p class=\"MsoNormal c10\"><span lang=\"DE\">Im Jahre 1907 mu\u00dften Halm &amp; Goldmann nach 40 Jahren ihren Standort in der Babenbergerstra\u00dfe verlassen, und zu diesem Zweck wurde die seit dem Jahre 1875 am Opernring 19 bestehende Kunsthandlung Max Tinter erworben.<\/span><\/p>\n<div id=\"attachment_1804\" style=\"width: 660px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><a href=\"http:\/\/verlagsgeschichte.murrayhall.com\/wp-content\/uploads\/2015\/09\/halmundgoldmann-1.jpg\" rel=\"attachment wp-att-1804\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-1804\" class=\"wp-image-1804\" src=\"http:\/\/verlagsgeschichte.murrayhall.com\/wp-content\/uploads\/2015\/09\/halmundgoldmann-1.jpg\" alt=\"Gesch\u00e4ftsportal der Firma Halm &amp; Goldmann in Wien (1910)\" width=\"650\" height=\"232\" srcset=\"http:\/\/verlagsgeschichte.murrayhall.com\/wp-content\/uploads\/2015\/09\/halmundgoldmann-1.jpg 2800w, http:\/\/verlagsgeschichte.murrayhall.com\/wp-content\/uploads\/2015\/09\/halmundgoldmann-1-300x107.jpg 300w, http:\/\/verlagsgeschichte.murrayhall.com\/wp-content\/uploads\/2015\/09\/halmundgoldmann-1-768x274.jpg 768w, http:\/\/verlagsgeschichte.murrayhall.com\/wp-content\/uploads\/2015\/09\/halmundgoldmann-1-1024x365.jpg 1024w, http:\/\/verlagsgeschichte.murrayhall.com\/wp-content\/uploads\/2015\/09\/halmundgoldmann-1-250x89.jpg 250w, http:\/\/verlagsgeschichte.murrayhall.com\/wp-content\/uploads\/2015\/09\/halmundgoldmann-1-150x53.jpg 150w\" sizes=\"auto, (max-width: 650px) 100vw, 650px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-1804\" class=\"wp-caption-text\">Gesch\u00e4ftsportal der Firma Halm &amp; Goldmann in Wien (1910)<\/p><\/div>\n<p class=\"MsoNormal c10\"><span lang=\"DE\">Obwohl Halm &amp; Goldmann eher auf dem Gebiet der Kunst beheimatet waren und der neue Alleininhaber (seit Mai 1917) nach dem Tode Sigmund Goldmanns im Jahre 1916 diese Richtung besonders pflegte, ging man ab 1910 mit dem Schriftsteller und Kabarettisten Fritz Gr\u00fcnbaum (1880-1940) ein Vertragsverh\u00e4ltnis ein. So erschienen die n\u00e4chsten zwei Jahrzehnte hindurch die Serien von &#8222;Neuen Dichtungen&#8220; <em>Verlogene Wahrheiten sowie Neue Gedichte<\/em> bei Halm &amp; Goldmann.<\/span><\/p>\n<p class=\"MsoNormal c10\"><span lang=\"DE\">Als der Inhaber Hermann Gall 1932 im 60. Lebensjahr pl\u00f6tzlich starb, ging die Firma am 17. J\u00e4nner 1933 in den Besitz der Witwe Elsa Gall (* 27.7.1882) \u00fcber, die den Betrieb zun\u00e4chst als Kunsthandlung, einige Jahre sp\u00e4ter auch wieder als Kunstverlag f\u00fchrte.<\/span><\/p>\n<p class=\"MsoNormal c10\"><span lang=\"DE\">Im M\u00e4rz 1938 kam es zu einer \u00fcberaus raschen Arisierung bzw. Neu\u00fcbernahme der Firma Halm &amp; Goldmann. Sie galt bereits seit 31. M\u00e4rz 1938 als &#8222;arisiert&#8220; und wurde bereits seit 1. April 1938 als &#8222;Offene Handelsgesellschaft&#8220; gef\u00fchrt. Es begann aber alles schon am 13. M\u00e4rz 1938 mit einer Einsch\u00fcchterung. An diesem Tag der &#8222;Heimkehr ins Reich&#8220; kannte der Jubel keine Grenzen: Es erschienen bei der Gesch\u00e4ftsinhaberin einige &#8222;nicht berechtigte Personen&#8220; (Gall), um eben eine &#8222;Beschlagnahme&#8220; vorzunehmen. Sie entkamen mit kleinen Sparkassab\u00fcchern und Bargeld im Wert von etwa RM 2.482,55, wurden aber von der Polizei, die den Betrag vermutlich sicherstellte, verhaftet. Die Beute sah die Inhaberin von Halm &amp; Goldmann allerdings nicht mehr.<\/span><\/p>\n<p class=\"MsoNormal c3\"><span lang=\"DE\">Der &#8222;j\u00fcdische&#8220; Firmenname verschwand fast \u00fcber Nacht, und die neue Firma, die erst am 20. J\u00e4nner 1939 ins Handelsregister eingetragen wurde, lautete: &#8222;Edhoffer &amp; Kasimir&#8220; nach den &#8222;K\u00e4ufern&#8220;, dem 57j\u00e4hrigen Maler Luigi Kasimir (18.4.1881-5.8.1962) und dem 52j\u00e4hrigen Kunstverleger Ernst Edhoffer (8.9.1886-12.6.1960). Im November 1938 hatte die Firma Halm &amp; Goldmann am Opernring einen Wert von ungef\u00e4hr RM 150.000 und einen Sch\u00e4tzwert von RM 83.333,32. Der verlangte Preis war RM 50.000, wovon Kasimir 30.000 und Edhoffer 20.000 zahlen sollten. Aber so viel Barverm\u00f6gen hatten Ariseure zumindest f\u00fcr solche Zwecke kaum, doch die Tatsache, da\u00df sie meist \u00fcberhaupt kein Geld hatten, war selten ein Hindernis. Daher sollte die Zahlung in Raten erfolgen und bis l\u00e4ngstens 2. 9. 1940 abgetilgt sein.<\/span><\/p>\n<p class=\"MsoNormal c3\"><span lang=\"DE\">Sp\u00e4testens im Mai 1939 war die rechtm\u00e4\u00dfige (also trotz &#8222;Verkaufs&#8220;) Inhaberin nach Kalifornien, USA, ausgereist. Die sehr wohlhabende Dame verlor eine wertvolle Liegenschaft im 3. Bezirk sowie unz\u00e4hlige Wertpapiere und dergleichen. Nach Zahlung der Ausreisespesen, der Reichsfluchtsteuer und der Einkommensteuer verblieb ihr im November 1938 ein Barverm\u00f6gen von rund RM 5.000. F\u00fcr die tats\u00e4chliche Zahlung der &#8222;Kaufsumme&#8220; f\u00fcr den Verlag bzw. die Kunsthandlung Halm &amp; Goldmann gibt es keinen Beleg. Lediglich der Arisierungsbetrag von RM 3.300 ist ausgewiesen.<\/span><a href=\"#_ftn69\" name=\"_ftnref69\"><span class=\"MsoFootnoteReference\"><span class=\"c5\" lang=\"DE\"><span class=\"MsoFootnoteReference\"><span class=\"c5\" lang=\"DE\">[69]<\/span><\/span><\/span><\/span><\/a> <span lang=\"DE\">Erst am 4. M\u00e4rz 1969 wurde die Firma aus dem Wiener Handelsregister gel\u00f6scht.<\/span><a href=\"#_ftn70\" name=\"_ftnref70\"><span class=\"MsoFootnoteReference\"><span class=\"c5\" lang=\"DE\"><span class=\"MsoFootnoteReference\"><span class=\"c5\" lang=\"DE\">[70]<\/span><\/span><\/span><\/span><\/a><\/p>\n<p class=\"MsoNormal c27\"><strong><a name=\"4r\"><\/a><em><span lang=\"DE\">r) Wiener Verlag<\/span><\/em> <span lang=\"DE\">(Sep.-Cto. L. Rosner)<\/span><\/strong><\/p>\n<p class=\"MsoBodyText2 c14\"><span lang=\"DE\"><a href=\"http:\/\/verlagsgeschichte.murrayhall.com\/wp-content\/uploads\/2015\/09\/Wiener-Verlag.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft wp-image-848\" src=\"http:\/\/verlagsgeschichte.murrayhall.com\/wp-content\/uploads\/2015\/09\/Wiener-Verlag.jpg\" alt=\"Wiener Verlag Signet\" width=\"150\" height=\"139\" srcset=\"http:\/\/verlagsgeschichte.murrayhall.com\/wp-content\/uploads\/2015\/09\/Wiener-Verlag.jpg 588w, http:\/\/verlagsgeschichte.murrayhall.com\/wp-content\/uploads\/2015\/09\/Wiener-Verlag-300x278.jpg 300w, http:\/\/verlagsgeschichte.murrayhall.com\/wp-content\/uploads\/2015\/09\/Wiener-Verlag-162x150.jpg 162w, http:\/\/verlagsgeschichte.murrayhall.com\/wp-content\/uploads\/2015\/09\/Wiener-Verlag-150x139.jpg 150w\" sizes=\"auto, (max-width: 150px) 100vw, 150px\" \/><\/a>Zu den wenigen vor 1918 neugegr\u00fcndeten belletristischen Verlagen, die au\u00dferdem nicht von zugereisten Deutschen ins Leben gerufen wurden, geh\u00f6rte der &#8222;Wiener Verlag&#8220;.<\/span><\/p>\n<p class=\"MsoNormal c4\"><span lang=\"DE\">Obwohl der &#8222;Wiener Verlag&#8220; als solcher erst im &#8222;Herbst 1899&#8220; gegr\u00fcndet wurde, einen der fr\u00fchesten &#8222;Nur-Verlage&#8220; darstellt und bis zu seinem unaufhaltsamen Untergang 1908 eine wechselvolle Geschichte hatte, steht er in enger Verbindung mit einer in Wien sehr bekannten und allgemein gesch\u00e4tzten Pers\u00f6nlichkeit: Leopold Rosner. Die Verbindung bestand allerdings nicht durch die Person, sondern durch den \u00fcbernommenen Firmennamen.<\/span><\/p>\n<p class=\"MsoBodyTextIndent3\"><span lang=\"DE\">Rosner, 1838 in Pest geboren, war einige Jahre lang Schauspieler, bevor er sich 1861 dem Buchhandel widmete. Nach Gehilfent\u00e4tigkeit bei Wallishauser in Wien etablierte er sich zehn Jahre sp\u00e4ter als Verleger und Sortimenter unter den Tuchlauben im 1. Bezirk.<\/span><\/p>\n<p class=\"MsoNormal c3\"><span lang=\"DE\">Am 7. August 1874 wurde Carl Leopold Rosner als Inhaber der Firma &#8222;L. Rosner&#8220; ins Wiener Handelsregister eingetragen.<\/span><a href=\"#_ftn71\" name=\"_ftnref71\"><span class=\"MsoFootnoteReference\"><span class=\"c5\" lang=\"DE\"><span class=\"MsoFootnoteReference\"><span class=\"c5\" lang=\"DE\">[71]<\/span><\/span><\/span><\/span><\/a> <span lang=\"DE\"> Nach einer schweren Erkrankung im Jahre 1885 war Rosner gezwungen, die Gesch\u00e4ftsleitung abzugeben. Er verkaufte sodann seinen Theaterverlag an die Wallishausser&#8217;sche Hofbuchhandlung im selben Jahr. Das Sortimentgesch\u00e4ft neben den \u00fcbrigen Verlagsartikeln ging an August Schulze \u00fcber. Rosner war das, was man als &#8222;allrounder&#8220; bezeichnen w\u00fcrde. Selber ein Schaffender, war er auch Bearbeiter und \u00dcbersetzer von franz\u00f6sischen und ungarischen Werken und hatte den &#8222;Sp\u00fcrsinn f\u00fcr die Kommenden und den Unternehmungsgeist und Mut des strebenden Verlegers&#8220;.<\/span><a href=\"#_ftn72\" name=\"_ftnref72\"><span class=\"MsoFootnoteReference\"><span class=\"c5\" lang=\"DE\"><span class=\"MsoFootnoteReference\"><span class=\"c5\" lang=\"DE\">[72]<\/span><\/span><\/span><\/span><\/a> <span lang=\"DE\"> 126) Mit Heinrich Laube teilte Rosner das Verdienst, in einem Schreibenden namens L. Gruber den Autor, der sp\u00e4ter als Ludwig Anzengruber das Publikum eroberte, entdeckt zu haben. Er veranla\u00dfte den &#8222;Wiener Spazierg\u00e4nger&#8220; Daniel Spitzer, seine Feuilletons zu sammeln und brachte die Klassiker der Wiener Geschichte, Friedrich Schl\u00f6gl und Ferdinand K\u00fcrnberger, sowie Adolf v. Wilbrandt und Albrecht Wickenburg heraus. Auch schuf Rosner das &#8222;Neue Wiener Theater-Repertoire&#8220;, in dem viele Burgtheaterst\u00fccke zum Abdruck gelangten. &#8222;Die intensive Pflege heimischer literarischer Produktion war von gro\u00dfen moralischen Erfolgen begleitet, der Theaterbuchh\u00e4ndler Rosner war in ganz Wien bekannt und beliebt und sein Laden war viele Jahre hindurch das Stelldichein der literarischen Kreise; minder g\u00fcnstig waren die materiellen Resultate des Verlegers, der sich oft blo\u00df vom idealen Standpunkte leiten lie\u00df.&#8220; (Fr. Schiller, a. a. O., S. 464)<\/span><\/p>\n<p class=\"MsoNormal c3\"><span lang=\"DE\">Am 23. Juli 1889 wurde der neue Firmenwortlaut &#8211; &#8222;Buchhandlung L. Rosner&#8220; &#8211; ins Handelsregister eingetragen. Gleichzeitig wurde Rosner als Firmeninhaber gel\u00f6scht. Genau zehn Jahre sp\u00e4ter, am 17. M\u00e4rz 1899, wurde nun diese Firma aus dem Handelsregister gel\u00f6scht. Am selben Tag wurde das Gesch\u00e4ft in eine Kommandit-Gesellschaft umgewandelt mit Carl Wilhelm Stern<\/span><a href=\"#_ftn73\" name=\"_ftnref73\"><span class=\"MsoFootnoteReference\"><span class=\"c5\" lang=\"DE\"><span class=\"MsoFootnoteReference\"><span class=\"c5\" lang=\"DE\">[73]<\/span><\/span><\/span><\/span><\/a> <span lang=\"DE\">als \u00f6ffentlichem Gesellschafter und Franz Ludwig Liebeskind in Leipzig als Kommanditist.<\/span><a href=\"#_ftn74\" name=\"_ftnref74\"><span class=\"MsoFootnoteReference\"><span class=\"c5\" lang=\"DE\"><span class=\"MsoFootnoteReference\"><span class=\"c5\" lang=\"DE\">[74]<\/span><\/span><\/span><\/span><\/a><\/p>\n<p class=\"MsoNormal c3\"><span lang=\"DE\">Gegen Ende 1899 begannen B\u00fccher mit dem Impressum &#8222;Wiener Verlag. (Buchhandlung L. Rosner-Sep.-Cto.)&#8220; zu erscheinen. Der Gr\u00fcnder des Unternehmens war der \u00e4ltere Bruder Egon Friedells, Oskar Friedmann,<\/span><a href=\"#_ftn75\" name=\"_ftnref75\"><span class=\"MsoFootnoteReference\"><span class=\"c5\" lang=\"DE\"><span class=\"MsoFootnoteReference\"><span class=\"c5\" lang=\"DE\">[75]<\/span><\/span><\/span><\/span><\/a> <span lang=\"DE\">aber in welcher gesch\u00e4ftlichen Verbindung die Firma &#8222;Wiener Verlag&#8220; zum Inhaber der &#8222;Buchhandlung L. Rosner&#8220;, C.W. Stern, stand, l\u00e4\u00dft sich nicht rekonstruieren. Man kann jedoch mit gro\u00dfer Wahrscheinlichkeit annehmen, da\u00df der &#8222;Nur-Verleger&#8220; Friedmann, um das Problem der Beschaffung einer Konzession zu umgehen, die Verbindung zu einem konzessionierten Unternehmen. suchte. Wie dem auch sei, man begann mit gro\u00dfem Elan: bis September 1900 waren bereits 20 Titel auf dem Markt &#8211; Essays, Romane, Novellen, Theaterst\u00fccke &#8211; und weitere drei f\u00fcr September angek\u00fcndigt.<\/span><\/p>\n<p class=\"MsoNormal c28\"><span lang=\"DE\">Schon 1901 soll der am 7. April 1879 in Wien geborene Jungschriftsteller Fritz Freund seine Absicht bekannt gemacht haben, den Verlag zu \u00fcbernehmen.<\/span><a href=\"#_ftn76\" name=\"_ftnref76\"><span class=\"MsoFootnoteReference\"><span class=\"c5\" lang=\"DE\"><span class=\"MsoFootnoteReference\"><span class=\"c5\" lang=\"DE\">[76]<\/span><\/span><\/span><\/span><\/a> <span lang=\"DE\">Am 6.11.1902 bewarb sich Freund um die Mitgliedschaft bei der Corporation der Wiener Buch-, Kunst- und Musikalienh\u00e4ndler. Im entsprechenden Protokoll hei\u00dft es:<\/span><\/p>\n<p class=\"MsoBodyTextIndent c29\" style=\"text-align: left;\"><em><span lang=\"DE\">Ich will eine neue Conzession f\u00fcr den Verlagsbuchhandel Wiener Verlag Rosner erwerben. Der Betrieb soll im I. oder IX. Bezirk stattfinden; meine Firma wird lauten Wiener Verlag.<\/span><\/em><\/p>\n<p class=\"MsoNormal c3\"><span lang=\"DE\">Da\u00df Freund bereits 1902 mit dem Wiener Verlag Kontakt hatte, geht ferner daraus hervor, da\u00df er in einer in diesem Jahr erschienenen Publikation <em>Vari\u00e9t\u00e9.<\/em> <em>Ein Buch der Autoren des Wiener Verlages<\/em> (Umschlagzeichnung von Emil Orlik) mit einer Lyrikprobe vertreten war. Insgesamt gab es meist Originalbeitr\u00e4ge von 26 Autoren, darunter Raoul Auernheimer, Hermann Bahr, Felix D\u00f6rmann, Stefan Gro\u00dfmann, C. Karlweis, Felix Salten, Hugo Salus, Richard Specht.<\/span><\/p>\n<p class=\"MsoNormal c3\"><span lang=\"DE\">Sp\u00e4testens im M\u00e4rz 1903 war Friedmann aus dem Verlag ausgeschieden und dessen Leitung von Freund \u00fcbernommen worden. So hei\u00dft es in einem Schreiben der Corporation an das Magistratische Bezirksamt vom 9. 3. 1903:<\/span><\/p>\n<p class=\"MsoBodyTextIndent c29\" style=\"text-align: left;\"><em><span lang=\"DE\">Herr Fritz Freund hat den Buchhandel in der Firma L. Rosner. Wien 1, Franzensring 16 ordnungsgem\u00e4\u00df erlernt und seine T\u00e4tigkeit speziell dem Verlage u. zwar in der Firma &#8220;Wiener Verlag&#8220; gewidmet, welches Gesch\u00e4ft er in der letzten Zeit erworben hat. Es ist nun w\u00fcnschenswert sowohl im Interesse der Autoren als auch des Druck- und Buchgewerbes, da\u00df die litterarische und verlegerische T\u00e4tigkeit in Wien gehoben werde und spricht sich die Corporation deshalb unbedingt daf\u00fcr aus, da\u00df sowohl in diesem als auch in \u00e4hnlichen F\u00e4llen die Conzession f\u00fcr den Verlagsbuchhandel ohne Bedenken erteilt werde.<\/span><\/em><\/p>\n<p class=\"MsoNormal c3\"><span lang=\"DE\">Und es war erst unter der Leitung Freunds, da\u00df der an sich recht produktive Verlag eine ungeheure Ausdehnung annahm. Freund \u00fcbernahm den Verlag mit einem Kapital von 20.000 Kronen, die er von seiner Mutter erhalten hatte, und am 26. April 1904 wurde der &#8222;Wiener Verlag Fritz Freund&#8220; in das Register f\u00fcr Einzelfirmen (Band 38, pag. 72) beim Wiener Handelsgericht eingetragen. Dies geschah, kurz nachdem Freund in einer Sitzung der Corporation der Wiener Buch-, Kunst- und Musikalienh\u00e4ndler am 7. April 1904 seine Konzession als Verleger erhalten hatte.<\/span><a href=\"#_ftn77\" name=\"_ftnref77\"><span class=\"MsoFootnoteReference\"><span class=\"c5\" lang=\"DE\"><span class=\"MsoFootnoteReference\"><span class=\"c5\" lang=\"DE\">[77]<\/span><\/span><\/span><\/span><\/a> <span lang=\"DE\">Eine Anzeige in der <em>Buchh\u00e4ndler-Correspondenz<\/em> vom 11. Mai 1904 (S. 298) scheint darauf hinzuweisen, da\u00df Freund vorhatte, dem bestehenden Verlag einen leicht ver\u00e4nderten Namen zu geben, n\u00e4mlich &#8222;Wiener Moderner Verlag&#8220;.<\/span><a href=\"#_ftn78\" name=\"_ftnref78\"><span class=\"MsoFootnoteReference\"><span class=\"c5\" lang=\"DE\"><span class=\"MsoFootnoteReference\"><span class=\"c5\" lang=\"DE\">[78]<\/span><\/span><\/span><\/span><\/a> <span lang=\"DE\">Doch \u00fcbernahm sich Freund gewaltig. Dem Gesch\u00e4ft gab er eine solche Ausdehnung, da\u00df er gezwungen war, \u00fcberm\u00e4\u00dfigen Kredit in Anspruch zu nehmen. Auch die Regiekosten, die monatlich 14.000 Kronen betrugen, waren f\u00fcr die Verlagsbranche viel zu hoch. Nicht, da\u00df der Verlag keine au\u00dferordentlich gro\u00dfen Verkaufserfolge aufzuweisen hatte. Im Gegenteil. Aber f\u00fcr jeden &#8222;Schlager&#8220;-Beispiele werden weiter unten angef\u00fchrt-gab es ein Mehrfaches an &#8222;Nieten&#8220;. Da wurden langsam die Mittel zu knapp und die Verlegenheiten permanent. Um sich eine finanzielle Verschnaufpause zu verschaffen, entschlo\u00df sich Freund, sein Unternehmen in eine Gesellschaft mit beschr\u00e4nkter Haftung umzuwandeln. Am 12. Oktober 1906 lie\u00df er den &#8222;Wiener Verlag Fritz Freund&#8220; aus dem Handelsregister l\u00f6schen, um am selben Tag den &#8222;Wiener Verlag. Verlagsbuchhandlung und Buchdruckerei Ges.m.b.H.&#8220; in Wien V., Wienstra\u00dfe 89a unter Register C 1, 34 eintragen zu lassen. Gegenstand des Unternehmens &#8211; Betrieb des Verlagsbuchhandels sowie der Kunstdruckerei und der Lithographie.<\/span><a href=\"#_ftn79\" name=\"_ftnref79\"><span class=\"MsoFootnoteReference\"><span class=\"c5\" lang=\"DE\"><span class=\"MsoFootnoteReference\"><span class=\"c5\" lang=\"DE\">[79]<\/span><\/span><\/span><\/span><\/a><\/p>\n<p class=\"MsoNormal c10\"><span lang=\"DE\">Das Stammkapital betrug 40.500 Kronen, doch existierte die Summe mehr auf dem Papier als in Wirklichkeit. Es handelte sich bis auf die eingezahlten 500 Kronen des Wiener Verlag-Autors und nunmehrigen zweiten Gesch\u00e4ftsf\u00fchrers Willi Handl<\/span><a href=\"#_ftn80\" name=\"_ftnref80\"><span class=\"MsoFootnoteReference\"><span class=\"c5\" lang=\"DE\"><span class=\"MsoFootnoteReference\"><span class=\"c5\" lang=\"DE\">[80]<\/span><\/span><\/span><\/span><\/a> <span lang=\"DE\">um eingebrachte Verm\u00f6genswerte, die also nicht unbedingt mit fl\u00fcssigem Betriebskapital zu verwechseln waren. Als der Gesellschaftsvertrag beim Notar aufgesetzt wurde, geh\u00f6rten 80 % der Gesch\u00e4ftsanteile Freund und die restlichen 20% Handl.<\/span><\/p>\n<p class=\"MsoNormal c10\"><span lang=\"DE\">Aus dem &#8222;Verzeichniss von Herrn Fritz Freund in Anrechnung auf seine Stammeinlage eingebrachte Werte&#8220;, das dem Notariatsakt beiliegt,<\/span><a href=\"#_ftn81\" name=\"_ftnref81\"><span class=\"MsoFootnoteReference\"><span class=\"c5\" lang=\"DE\"><span class=\"MsoFootnoteReference\"><span class=\"c5\" lang=\"DE\">[81]<\/span><\/span><\/span><\/span><\/a> <span lang=\"DE\">geht hervor, da\u00df sich diese Werte zu 81% aus den ebenfalls genauestens angef\u00fchrten und aufgeschl\u00fcsselten Lagerbest\u00e4nden zusammensetzten. Immobilien (Schreibtisch, Stehpulte etc.), Bilder (Klimt, L\u00f6ffler, Hollitzer, Orlik, Kollwitz usw.) und Au\u00dfenst\u00e4nde machten den Rest aus. Bereits die Gr\u00f6\u00dfe des Lagers mu\u00dfte ein Alarmzeichen gewesen sein, f\u00fcr richtige Gesch\u00e4ftsleute auf jeden Fall.<\/span><\/p>\n<div id=\"attachment_2154\" style=\"width: 310px\" class=\"wp-caption alignleft\"><a href=\"http:\/\/verlagsgeschichte.murrayhall.com\/wp-content\/uploads\/2015\/09\/Wiener-Verlag-Caritas-Sch\u00f6nherr.jpg\" rel=\"attachment wp-att-2154\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-2154\" class=\"wp-image-2154\" src=\"http:\/\/verlagsgeschichte.murrayhall.com\/wp-content\/uploads\/2015\/09\/Wiener-Verlag-Caritas-Sch\u00f6nherr.jpg\" alt=\"Wiener Verlag Caritas Sch\u00f6nherr\" width=\"300\" height=\"405\" srcset=\"http:\/\/verlagsgeschichte.murrayhall.com\/wp-content\/uploads\/2015\/09\/Wiener-Verlag-Caritas-Sch\u00f6nherr.jpg 3117w, http:\/\/verlagsgeschichte.murrayhall.com\/wp-content\/uploads\/2015\/09\/Wiener-Verlag-Caritas-Sch\u00f6nherr-222x300.jpg 222w, http:\/\/verlagsgeschichte.murrayhall.com\/wp-content\/uploads\/2015\/09\/Wiener-Verlag-Caritas-Sch\u00f6nherr-768x1037.jpg 768w, http:\/\/verlagsgeschichte.murrayhall.com\/wp-content\/uploads\/2015\/09\/Wiener-Verlag-Caritas-Sch\u00f6nherr-758x1024.jpg 758w, http:\/\/verlagsgeschichte.murrayhall.com\/wp-content\/uploads\/2015\/09\/Wiener-Verlag-Caritas-Sch\u00f6nherr-111x150.jpg 111w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-2154\" class=\"wp-caption-text\">Original-Umschlag von Richard Lux<\/p><\/div>\n<p class=\"MsoNormal c18\"><span lang=\"DE\">Das vorhin erw\u00e4hnte Verzeichnis f\u00fchrte nicht weniger als 136.230 B\u00e4nde bzw. 210 verschiedene Titel an. Von manchen Titeln gab es anl\u00e4\u00dflich der Umwandlung mehr als 4.000 Exemplare auf Lager, so z. B. Arthur Schnitzlers <em>Reigen<\/em> (4.010), Hans Kirchsteigers <em>Beichtsiegel<\/em> (4.200), Karl Sch\u00f6nherrs <em> Caritas<\/em> (4.350), Dostojewski (10.000), Kirchsteigers <em> Patrina<\/em> (5.000). Nach einer vorsichtigen Sch\u00e4tzung d\u00fcrfte die Produktion insgesamt zwischen 250 und 300 Werke umfa\u00dft haben. Demgegen\u00fcber hei\u00dft es Anfang 1906 in einem l\u00e4ngeren Aufsatz \u00fcber den Wiener Verlag in der Zeitung <em>Die Zeit<\/em> (Beilage &#8220;Die Sonntags-Zeit&#8220;, 21. 6. 1906, S. 6), der Verlag habe &#8222;bisher mehr als dreihundert Werke ediert&#8220;.<\/span><\/p>\n<p class=\"MsoNormal c10\"><span lang=\"DE\">Da\u00df die Umwandlung in eine Ges. m. b. H. blo\u00df eine Flucht nach vorne darstellte, die allerdings dem gesch\u00e4ftlichen Vorw\u00e4rtsdrang bzw. der Produktionsausweitung keineswegs im Wege stand, geht daraus hervor, da\u00df schon Mitte 1907 allerorts von &#8222;Zahlungsschwierigkeiten&#8220; beim Wiener Verlag gemunkelt wurde. Selbst die <em> \u00d6sterreichisch-ungarische Buchh\u00e4ndler-Correspondenz,<\/em> die Fritz Freund und den Wiener Verlag sieben Jahre lang bis auf die Publizierung von negativen Berichten erfolgreich ignorierte, vermerkte, da\u00df diese Nachricht &#8222;in eingeweihten Kreisen nicht \u00fcberrascht&#8220; habe<\/span><a href=\"#_ftn82\" name=\"_ftnref82\"><span class=\"MsoFootnoteReference\"><span class=\"c5\" lang=\"DE\"><span class=\"MsoFootnoteReference\"><span class=\"c5\" lang=\"DE\">[82]<\/span><\/span><\/span><\/span><\/a><span lang=\"DE\">: &#8222;man hat vielmehr den Zusammenbruch der Firma schon lange vorausgesehen&#8220; (ebda.). Der Verlag strebte durch den Advokaten Dr. Robert Lazarsfeld ein Arrangement mit seinen Gl\u00e4ubigern an. F\u00fcr Fachbeobachter und Branchenkenner besonders verwunderlich war die enorme H\u00f6he der Passiven, die im ganzen angeblich eine halbe Million Kronen (!), also mehr als das Zw\u00f6lffache des Stammkapitals, betragen haben sollen. Es schien klar zu sein, da\u00df die Gl\u00e4ubiger kaum viel von ihrem Geld wieder sehen w\u00fcrden. Die Redaktion der <em> Buchh\u00e4ndler-Correspondenz<\/em> fand diesen Zusammenbruch f\u00fcr die \u00f6sterreichische Verlagsindustrie deshalb so bedauerlich, &#8222;weil sie k\u00fcnftig auch f\u00fcr gesunde Unternehmungen noch weit schwerer Geld finden wird als bisher&#8220;. Nachsatz zu diesem Lamento:<\/span><\/p>\n<p class=\"MsoBodyTextIndent c8\" style=\"text-align: left;\"><span lang=\"DE\"><em>Im Interesse des \u00f6sterreichischen Buchhandels mu\u00df daher festgestellt werden, da\u00df er die Gesch\u00e4ftsgebarung des &#8222;Wiener Verlag&#8220; niemals guthei\u00dfen konnte und da\u00df er mit dieser Firma nur in sehr loser Verbindung stand. <\/em>(ebda., S. 87)<\/span><\/p>\n<p class=\"MsoNormal c3\"><span lang=\"DE\">Eine etwas ausgewogenere Beurteilung der Situation beim &#8222;Wiener Verlag&#8220; lieferte Friedrich Schiller in seinem &#8222;Wiener Brief&#8220; nach Leipzig an das <em> B\u00f6rsenblatt:<\/em><\/span><\/p>\n<p class=\"MsoNormal c6\" style=\"text-align: left;\"><em><span lang=\"DE\">Von der Verlagshandlung wu\u00dfte man, da\u00df sie so gl\u00fccklich war, einige &#8222;Schlager&#8220; zu bringen, und man kalkulierte, da\u00df diese Treffer ein ganz bedeutendes St\u00fcck Geld eingetragen hatten. Aber die Nieten! Der junge, wohl zu optimistische Verleger entwickelte eine fieberhafte T\u00e4tigkeit und sch\u00fcttelte die Novit\u00e4ten nur so aus dem \u00c4rmel. Da wurden denn die Mittel zu knapp und die Verlegenheiten permanent; um sie zu besiegen, griff der Verleger zu dem sonderbaren Ausweg, die Novit\u00e4ten noch vor der Ausgabe zu verramschen. jetzt werden Anstrengungen gemacht, die Firma in eine Aktiengesellschaft umzuwandeln, wobei nat\u00fcrlich die Hauptgl\u00e4ubiger zu Hauptaktion\u00e4ren w\u00fcrden. Hoffen wir, da\u00df das Projekt zustande kommt; denn ein \u00dcberfluten des B\u00fcchermarkts mit den Vorr\u00e4ten k\u00f6nnte dem Buchhandel nicht erw\u00fcnscht sein.<\/span><\/em> <a href=\"#_ftn83\" name=\"_ftnref83\"><span class=\"MsoFootnoteReference\"><span class=\"c5\" lang=\"DE\"><span class=\"MsoFootnoteReference\"><span class=\"c5\" lang=\"DE\">[83]<\/span><\/span><\/span><\/span><\/a><\/p>\n<p class=\"MsoNormal c3\"><span lang=\"DE\">Das Projekt d\u00fcrfte nicht zustandegekommen sein. Das &#8222;Ende&#8220; lie\u00df aber doch auf sich warten. Ein Zeichen f\u00fcr den Beginn vom Ende war die Einstellung der teuren Anzeigen im <em>B\u00f6rsenblatt,<\/em> die am 4. April 1907 mit der Ank\u00fcndigung der 5. Auflage von Robert Musils Erstlingsroman <em>Die Verwirrungen des Z\u00f6glings T\u00f6rle\u00df<\/em> erfolgte. Musil war somit eines der Opfer des Niedergangs, denn der Wiener Verlag ging pleite, gerade als sein Werk ein ungeahnter und rascher Verkaufserfolg zu werden versprach.<\/span><\/p>\n<p class=\"MsoNormal c3\"><span lang=\"DE\">Der Tag der &#8222;Abrechnung&#8220; f\u00fcr den Besitzer des Wiener Verlags war am 7. Mai 1908, als er vor einem Wiener Erkenntnissenat stand und sich wegen selbstverschuldeter Krida (\u00a7 486 St. G.) und Exekutionsvereitelung verantworten mu\u00dfte. Freund hatte bald die Unm\u00f6glichkeit eingesehen, das Gesch\u00e4ft weiter fortzufahren, denn sein Schuldenstand betrug 176.205 Kronen, denen nach Ansicht der Staatsanwaltschaft nur ganz geringe Aktiven gegen\u00fcberstanden. Freund hingegen bezifferte den Wert seines Warenlagers mit 400.000 Kronen. Nur: Die B\u00fccher und Werke waren l\u00e4ngst gepf\u00e4ndet, z.T. schon exekutiv verkauft worden. Au\u00dferdem wurde Freund jener Gesch\u00e4ftsdreh, den er bei der Umwandlung seiner Firma in eine Ges.m.b.H. angewendet hatte, zum Verh\u00e4ngnis. Er habe, so die Anklage, Verm\u00f6gensobjekte seinen Gl\u00e4ubigern entzogen, um sie in dem nur scheinbar errichteten neuen Unternehmen wieder als Aktivpost anf\u00fchren zu k\u00f6nnen.<\/span><\/p>\n<p class=\"MsoNormal c4\"><span lang=\"DE\">Wegen dieser und anderer Praktiken, auf die wir noch kurz eingehen werden, kamen die hohen Passiven zustande. (Manche Quellen sprechen von 150.000 Kronen, manche von 270.000, andere von 176.205.) Und das, obwohl Freund z. B. mit dem Werke <em>Aus einer kleinen Garnison<\/em> (Auflage \u00fcber 1\/2 Million!) von Bilse (pseud. Fritz v. d. Kyrburg) 120.000 Kronen und mit Schnitzlers <em>Reigen<\/em> allein 20.000 Kronen verdient hatte.<\/span><a href=\"#_ftn84\" name=\"_ftnref84\"><span class=\"MsoFootnoteReference\"><span class=\"c5\" lang=\"DE\"><span class=\"MsoFootnoteReference\"><span class=\"c5\" lang=\"DE\">[84]<\/span><\/span><\/span><\/span><\/a> <span lang=\"DE\"> Freund verteidigte sich u. a. mit der Angabe, da\u00df er an bekannte deutsche und \u00f6sterreichische Autoren Buchhonorare von \u00fcber 20.000 Kronen bezahlt habe, deren Werke jedoch so geringen Absatz fanden, da\u00df er starke Verluste erlitt. Solche letzten Endes \u00fcberh\u00f6hten Honorare w\u00fcrden einen Verkauf von 40.000 und mehr Exemplaren bedingen, was zugleich auf Freunds Risikobereitschaft schlie\u00dfen l\u00e4\u00dft.<\/span><\/p>\n<p class=\"MsoNormal c11\"><span lang=\"DE\">Sein Verteidiger, Dr. Gustav Morgenstern, betonte in seinen Ausf\u00fchrungen den regen Eifer seines Klienten, der an den schlechten Verh\u00e4ltnissen und an dem Verhalten seines Kompagnons (Willi Handl) gescheitert sei. Der Senat erkannte den Angeklagten f\u00fcr schuldig und verurteilte ihn zu drei Wochen strengen Arrests.<\/span><a href=\"#_ftn85\" name=\"_ftnref85\"><span class=\"MsoFootnoteReference\"><span class=\"c5\" lang=\"DE\"><span class=\"MsoFootnoteReference\"><span class=\"c5\" lang=\"DE\">[85]<\/span><\/span><\/span><\/span><\/a><\/p>\n<p class=\"MsoNormal c10\"><span lang=\"DE\">Womit der Wiener Verlag noch nicht juristisch &#8222;tot&#8220; war. Aber aus den genannten Gr\u00fcnden war Freund auch licht in der Lage, seinen Vertragsverpflichtungen nachzukommen, wie etwa im Fall von Schnitzlers <em>Reigen.<\/em><\/span><a href=\"#_ftn86\" name=\"_ftnref86\"><span class=\"MsoFootnoteReference\"><em><span class=\"c5\" lang=\"DE\"><span class=\"MsoFootnoteReference\"><span class=\"c5\" lang=\"DE\">[86]<\/span><\/span><\/span><\/em><\/span><\/a><\/p>\n<p class=\"MsoNormal c10\"><span lang=\"DE\">1910 wurde Fritz Freund vom Handelsgericht aufgefordert, seine Firma zu liquidieren und aufzul\u00f6sen, was allerdings daran scheiterte, da\u00df die Gesch\u00e4ftsanteile gepf\u00e4ndet waren. Trotz der Absicht, den Gesch\u00e4ftsbetrieb mit 1. April 1911 wieder aufzunehmen, ist es dazu nicht gekommen. Die Firma blieb eine &#8222;Karteileiche&#8220;, bis sie am 1. J\u00e4nner 1929 aus dem Handelsregister gel\u00f6scht wurde. Fritz Freund blieb der Buchhandelsbranche treu, schaffte es im April 1911, in die Zeitung zu kommen, ins Gef\u00e4ngnis des Strafgerichtshofes in Budapest gesteckt und wegen Vergehens gegen die Sittlichkeit angeklagt zu werden, nachdem er bei einigen Budapester Buchh\u00e4ndlern mit &#8222;pornographischen B\u00fcchern&#8220; hausieren gegangen war.<\/span><a href=\"#_ftn87\" name=\"_ftnref87\"><span class=\"MsoFootnoteReference\"><span class=\"c5\" lang=\"DE\"><span class=\"MsoFootnoteReference\"><span class=\"c5\" lang=\"DE\">[87]<\/span><\/span><\/span><\/span><\/a> <span lang=\"DE\">Aber mit \u00e4hnlichen Vorf\u00e4llen ist seine Verlegerlaufbahn reichlich bes\u00e4t. In den 20er und 30er Jahren gab er eine Filmzeitschrift <em>(\u00d6sterreichische Filmzeitung)<\/em> heraus und konnte nach der Enteignung 1938 unter Verlust seines ganzen Eigentums 1939 nach England auswandern.<\/span><a href=\"#_ftn88\" name=\"_ftnref88\"><span class=\"MsoFootnoteReference\"><span class=\"c5\" lang=\"DE\"><span class=\"MsoFootnoteReference\"><span class=\"c5\" lang=\"DE\">[88]<\/span><\/span><\/span><\/span><\/a><\/p>\n<p class=\"MsoNormal c12\"><span lang=\"DE\">Aber das abwechslungsreiche Leben des Wiener Verlags liegt einerseits in der bunten Palette der Produktion, andererseits in den juristischen Vorg\u00e4ngen rund um den Verlag und dessen Inhaber. Es w\u00fcrde zu weit f\u00fchren, alle Vertreter der &#8222;Wiener Moderne&#8220; anzufahren, deren Werke zwischen Ende 1899 und M\u00e4rz 1907 im Wiener Verlag erschienen. Eines der ersten Werke (Dezember 1899) stammte von Felix Salten. Hermann Bahr, \u00fcber den wahrscheinlich viele junge Autoren zum Verlag g kommen sind, ver\u00f6ffentlichte nicht weniger als sechs seiner B\u00fccher im Wiener Verlag, darunter den Essay <em>Secession<\/em> mit einer Umschlagzeichnung von Joseph Olbrich. Aber auch Felix D\u00f6rmann, Karl Sch\u00f6nherr, Stefan Gro\u00dfmann, Hugo Salus, Raoul Auernheimer, Eugen Guglia, Leopold Lipsch\u00fctz, Theodor Herzl, Max Kalbeck, Hans v. Kahlenberg, Max Mell, Alice Schalek, Moritz Heimann, Paul Busson, Ferd. v. Saar, Robert Musil, Richard Schaukal, Paul Wertheimer u. v. a., um ein paar \u00d6sterreicher zu nennen, geh\u00f6rten zeitweise zu den Verlagsautoren.<\/span><\/p>\n<p class=\"MsoNormal c10\"><span lang=\"DE\">Einige B\u00fccher erlebten riesige Auflagen, und nicht selten waren es Werke, die in Deutschland fr\u00fcher oder sp\u00e4ter verboten wurden. F\u00fchrend waren Bilses <em>Aus einer kleinen Garnison, <\/em>Mirbeaus<em> Tagebuch einer Kammerjungfer,<\/em> John Grand-Carterets <em>Er<\/em> (Karikaturen \u00fcber Kaiser Wilhelm II.; Aufl. ca. 36.000), Hans Kirchsteigers <em>Das Beichtsiegel<\/em> (in wenigen Tagen nach Erscheinen 13.000 verkaufte Exemplare!).<\/span><\/p>\n<p class=\"MsoNormal c10\"><span lang=\"DE\">Im Jahre 1903 glaubte Freund eine Marktl\u00fccke entdeckt zu haben, als er im Mai die neue Buchserie &#8222;Bibliothek ber\u00fchmter Autoren&#8220; und Anfang Oktober 1904 die &#8222;Bibliothek moderner deutscher Autoren&#8220; ins Leben rief. Die Erw\u00e4hnung gerade dieser zwei Serien, deren einzelne Werke durchaus unterschiedlichen Erfolg hatten, f\u00fchrt zwangsl\u00e4ufig zu zwei Merkmalen des Wiener Verlags \u00fcberhaupt: Werbung und Ausstattung.<\/span><\/p>\n<p class=\"MsoNormal c12\"><span lang=\"DE\">Bis Mitte Juni 1905 erschienen schlie\u00dflich 50 B\u00e4nde der &#8222;Bibliothek ber\u00fchmter Autoren&#8220;. Das Angebot bestand ausschlie\u00dflich aus \u00dcbersetzungen nicht-deutschsprachiger, meist skandinavischer, franz\u00f6sischer, polnischer, russischer oder englischer Autoren. Die Bilanz laut Eigenwerbung:<\/span><\/p>\n<p class=\"MsoNormal c6\" style=\"text-align: left;\"><span lang=\"DE\"><em>Diese in ihrer Art einzig dastehende Sammlung guter moderner Romane und Novellen von nur bekannten, allerersten Autoren zu dem billigen Preise von 50 Pfennigen f\u00fcr den 120- 160 Seiten starken Band hat einen ganz einzigen Erfolg gehabt, indem innerhalb eines Jahres weit \u00fcber 250.000 B\u00e4nde verkauft wurden. Wir empfehlen allen Firmen, welche unsere &#8222;BIBLIOTHEK BER\u00dcHMTER AUTOREN&#8220; noch nicht kennen, uns einen Probeauftrag zu \u00fcberweisen, und sind wir \u00fcberzeugt, an denselben von nun an stetige Abnehmer zu finden.<\/em> <em>(B\u00f6rsenblatt,<\/em> Nr. 132, 10. 6. 1904, S. 5064)<\/span><\/p>\n<p class=\"MsoNormal c12\"><span lang=\"DE\">Dies sei &#8222;ein gl\u00e4nzender Beweis f\u00fcr die Absatzf\u00e4higkeit unseres Unternehmens&#8220;. Von einer neuen Serie dieser Reihe seien &#8222;jetzt acht Tage nach Ausgabe&#8220; (ebda.) 50.000 Exemplare verkauft worden.<\/span><\/p>\n<p class=\"MsoNormal c12\"><span lang=\"DE\">Zur Gestaltung der &#8222;mehrfarbigen brillanten Umschl\u00e4ge&#8220; zog Freund erstklassige K\u00fcnstler heran. Von den 50 B\u00e4ndchen stammten u.a. 15 Umschl\u00e4ge von Berthold L\u00f6ffler, 7 von Leo Kober, 6 von Leopold Forstner und 3 von Fritz Sch\u00f6npflug. Auch auf die Wahl des Vorsatzpapiers und die gediegene Ausstattung wurde gro\u00dfer Wert gelegt.<\/span><\/p>\n<p class=\"MsoNormal c12\"><span lang=\"DE\">Mit genau derselben Werbestrategie ging Freund etwas mehr als ein Jahr nach Beginn der &#8222;Bibliothek ber\u00fchmter Autoren&#8220; an die Schaffung einer zweiten Buchserie heran. Er scheute keine Kosten, um unz\u00e4hlige ganzseitige Einschaltungen im <em>B\u00f6rsenblatt<\/em> zu plazieren, und hatte er im ersten Anlauf Erfolg, so warb er weiterhin mit eben diesem Erfolg. Der Wiener Verlag k\u00fcndigte am 26. Oktober 1904 sein neues Serienunternehmen folgenderma\u00dfen im <em> B\u00f6rsenblatt <\/em>an<em>:<\/em><\/span><\/p>\n<p class=\"MsoBodyTextIndent c8\" style=\"text-align: left;\"><em><span lang=\"DE\">Es gereicht uns zur besonderen Freude, Ihnen von einem gro\u00dfangelegten Unternehmen Mitteilung machen zu k\u00f6nnen, das geeignet erscheint, Ihr Interesse im st\u00e4rksten Ma\u00dfe wachzurufen, und das Ihnen einen dauernden und gro\u00dfen Verdienst er\u00f6ffnet.<\/span><\/em><\/p>\n<p class=\"MsoNormal c6\" style=\"text-align: left;\"><em><span lang=\"DE\">Das Publikum hat sich erfreulicherweise in den letzten Jahren wieder dem deutschen Buche zugewendet, u. zw. waren es vor allem billige deutsche B\u00fccher, die, ohne gerade Sensationsb\u00fccher zu sein, eine so enorme Auflagenh\u00f6he erreichten, wie sie selbst franz\u00f6sischen und englischen B\u00fcchern nur in seltenen F\u00e4llen beschieden ist.<\/span><\/em><\/p>\n<p class=\"MsoBodyText3\" style=\"text-align: left;\"><span lang=\"DE\"><em>Diese deutlich erkennbare und auch allgemein anerkannte Tendenz zum billigen deutschen Buch hin, veranla\u00dft uns, Anfang Oktober unter dem Titel &#8222;Bibliothek Moderner Deutscher Autoren&#8220; die ersten zehn B\u00e4nde einer neuen Bibliothek herauszugeben, und glauben wir mit berechtigtem Stolz sagen zu k\u00f6nnen, da\u00df der deutsche Buchhandel etwas derartig Befriedigendes, sowohl was Ausstattung, Wohlfeilheit, Qualit\u00e4t und Namen der Autoren betrifft, noch nicht geboten hat. &#8211; Wir haben keine materiellen Opfer gescheut, um mit einer Reihe allererster Namen er\u00f6ffnen zu k\u00f6nnen und sind durch bereits abgeschlossene Vertr\u00e4ge in die gl\u00fcckliche Lage versetzt, auch die weiter erscheinenden Serien zumindest auf der H\u00f6he der ersten zu halten.<\/em> (Nr. 250, S. 9310)<\/span><\/p>\n<p class=\"MsoNormal c3\"><span lang=\"DE\">50.000 Exemplare waren 14 Tage nach erfolgter Ausgabe bar verkauft worden, so da\u00df das 6.-10. Tsd. ausgedruckt werden mu\u00dfte <em> (B\u00f6rsenblatt,<\/em> Nr. 262, 10.11.1904, S. 9928). Die Werbung wurde noch verst\u00e4rkt, wobei die &#8222;Psychologie&#8220; gleich blieb:<\/span><\/p>\n<p class=\"MsoBodyTextIndent c8\" style=\"text-align: left;\"><em><span lang=\"DE\">Wir haben mit dieser Bibliothek etwas ganz Konkurrenzloses und in seiner Art einzig Dastehendes geboten.<\/span><\/em><\/p>\n<p class=\"MsoNormal c3\" style=\"text-align: left;\"><em><span lang=\"DE\">Die B\u00e4nde r\u00fchren von den bekanntesten deutschen Autoren her, sind 140 bis 160 Seiten stark, apart ausgestattet und bilden wegen ihrer modernen, sch\u00f6nen Titelbilder eine Zierde jedes Schaufensters.<\/span><\/em><\/p>\n<p class=\"MsoNormal c3\" style=\"text-align: left;\"><span lang=\"DE\"><em>Einzelne Firmen haben bisher \u00fcber 1.000 Exemplare bezogen. Dieser Erfolg \u00fcbertrifft unsere Erwartungen weit, und danken wir den Herren Kollegen bestens f\u00fcr das dem Unternehmen entgegengebrachte Interesse.<\/em> (ebda.)<\/span><\/p>\n<p class=\"MsoNormal c3\"><span lang=\"DE\">In dieser Reihe erschienen insgesamt 20 Titel (bis September 1905), deren erster von Arthur Schnitzler stammte, die Novelle <em>Die griechische T\u00e4nzerin,<\/em> &#8222;welche einen ganz au\u00dferordentlichen Erfolg hat&#8220; (Werbung, in: <em>B\u00f6rsenblatt,<\/em> Nr. 6, 9.1.1905, S. 260). Innerhalb von acht Wochen waren \u00fcber 80.000 Exemplare der Reihe verkauft worden und von Schnitzlers Novelle war im J\u00e4nner 1905 schon das 11.-15. Tsd. im Druck. Zu den weiteren Autoren dieser Reihe z\u00e4hlten u. a. Hugo von Hofmannsthal, Felix D\u00f6rmann, Carl Hauptmann, Heinrich Mann, Johannes Schlaf, Hans v. Kahlenberg, Felix Salten, Otto Ernst, Siegfried Trebitsch. Wiederum waren die farbigen Umschl\u00e4ge &#8222;von allerersten Zeichnern&#8220; wie Heinrich Vogeler, Walter Hampel, Josef Engelhardt und Emil Orlik gestaltet worden, damit die B\u00e4nde sich &#8222;spielend aus dem Schaufenster&#8220; (Werbung) verkaufen w\u00fcrden.<\/span><\/p>\n<p class=\"MsoNormal c3\"><span lang=\"DE\">So viel Werbeaufwand hatte kaum ein anderer \u00f6sterreichischer (belletristischer) Verlag aufzuweisen, und obwohl der Wiener Verlag au\u00dferordentlich viel im <em>B\u00f6rsenblatt<\/em> annoncierte (und nicht ein einziges Mal in der <em>\u00d6sterreichisch-ungarischen Buchh\u00e4ndler-Correspondenz<\/em> seine B\u00fccher anzeigte), gab er au\u00dferdem f\u00fcr Auslagendekoration &#8211; Streifen usw. -Werbeprospekte f\u00fcr einzelne Verlagswerke usw. sehr viel Geld aus. Ein Beispiel hief\u00fcr ist die umfangreiche Werbung (im <em>B\u00f6rsenblatt<\/em> und anderswo) f\u00fcr Arthur Schnitzlers <em>Reigen,<\/em> der im April 1903 beim Wiener Verlag auf den Markt kam.<\/span><\/p>\n<p class=\"MsoNormal c6\" style=\"text-align: left;\"><span lang=\"DE\"><em>Es vers\u00e4ume keine Firma, wenigstens zwei Exemplare zur Probe mit 40% zu bestellen. Das Buch steht einzig in seiner Art da und macht beispielloses Aufsehen. Einige Firmen haben bereits dreihundert Exemplare dieses Buches verkauft. Buchhandlungen in Sommerfrischen und Badeorten k\u00f6nnen spielend 100 und mehr Exemplare absetzen. Auffallende Schleifen, welche die oben angef\u00fchrten Besprechungen enthalten, stehen f\u00fcr die Auslage zur Verf\u00fcgung. <\/em>(Werbetext im <em>B\u00f6rsenblatt,<\/em> Nr. 12, 27.5.1903, S. 4244).<\/span><\/p>\n<p class=\"MsoNormal c3\"><span lang=\"DE\">Der Verlag kam mit den Bestellungen und der Lieferung nicht nach, aber eben dieser Umstand sollte die &#8222;Begehrbarkeit&#8220; des Buches erh\u00f6hen. Es sei n\u00e4mlich zu erwarten, &#8222;da\u00df auch diese Auflage gleich nach Erscheinen vergriffen ist&#8220;. In sechs Wochen wurden 6.000 Exemplare verkauft <em>(B\u00f6rsenblatt,<\/em> Nr. 141, 22.6.1903, Umschlag). Von diesem &#8222;Buch der Saison&#8220; hie\u00df es dementsprechend in der Werbung: &#8222;Wir verkaufen t\u00e4glich 200-300 Exemplare&#8220; (<em>B\u00f6rsenblatt<\/em>, Nr. 170, 25.7.1903, S. 5774).<\/span><\/p>\n<p class=\"MsoNormal c12\"><span lang=\"DE\">Anla\u00df zu weiterer verkaufsf\u00f6rdernder Werbung bot die bevorstehende \u00f6ffentliche Lesung von Schnitzlers <em>Reigen<\/em> durch Hermann Bahr am 8. November 1903 im B\u00f6sendorfersaal in Wien:<\/span><\/p>\n<p class=\"MsoNormal c30\" style=\"text-align: left;\"><span lang=\"DE\"><em>Diese Vorlesung ist ein literarisches Ereignis allerersten Ranges, welches das au\u00dferordentlichste Aufsehen machen und das st\u00e4rkste Interesse f\u00fcr das Buch hervorrufen wird. Alle Zeitungen Deutschlands und \u00d6sterreichs werden ausf\u00fchrliche Berichte \u00fcber diese Vorlesung bringen, wodurch die Nachfrage eine sehr starke sein wird. Wir bitten Sie daher, sich rechtzeitig mit Exemplaren zu versehen.<\/em> <em>(B\u00f6rsenblatt,<\/em> Nr. 252, 29.10.1903, S. 8657)<\/span><\/p>\n<p class=\"MsoNormal c3\"><span lang=\"DE\">Die Veranstaltung mu\u00dfte abgesagt werden . . .<\/span><\/p>\n<p class=\"MsoNormal c12\" style=\"text-align: justify;\"><span lang=\"DE\">Das 11.-14. Tsd. von Schnitzlers <em>Reigen<\/em> war bereits gegen Ende Februar 1904 vollst\u00e4ndig vergriffen und das 15.-20. Tsd. f\u00fcr Anfang M\u00e4rz angek\u00fcndigt<\/span><a href=\"#_ftn89\" name=\"_ftnref89\"><span class=\"MsoFootnoteReference\"><span class=\"c5\" lang=\"DE\"><span class=\"MsoFootnoteReference\"><span class=\"c5\" lang=\"DE\">[89]<\/span><\/span><\/span><\/span><\/a><span lang=\"DE\">), und das zu einem Zeitpunkt, wo der Verlag mit der Feststellung warb, da\u00df &#8222;schon \u00fcber 1.500 unerledigte Barbestellungen&#8220; vorlagen. Doch im M\u00e4rz 1904 erfolgte in Berlin die Beschlagnahme, so da\u00df Lieferungen in Leipzig nicht mehr erfolgen konnten. Weitere Auflagen erschienen aber trotzdem. Die Gesamtauflage des <em>Reigen<\/em> beim Wiener Verlag betrug 35.000 Exemplare.<\/span><a href=\"#_ftn90\" name=\"_ftnref90\"><span class=\"MsoFootnoteReference\"><span class=\"c5\" lang=\"DE\"><span class=\"MsoFootnoteReference\"><span class=\"c5\" lang=\"DE\">[90]<\/span><\/span><\/span><\/span><\/a><\/p>\n<p class=\"MsoNormal c12\" style=\"text-align: justify;\"><span lang=\"DE\">Der Auftritt Fritz Freunds vor Gericht im Mai 1908 war weder sein erster noch sein letzter: Er stand seit 1903 in regelm\u00e4\u00dfigen Abst\u00e4nden entweder vor dem Richter oder in Urheberrechtsfragen mit Inhabern von Rechten in Streit. Sein Umgang mit Verlagsautoren und Mitarbeitern vor allem in Gelddingen d\u00fcrfte &#8211; wie Proze\u00dfberichte zeigen &#8211; nicht gerade gro\u00dfz\u00fcgig gewesen sein. Wenn die Anklage nicht auf Verletzung der Sittlichkeit lautete, dann auf Ehrenbeleidigung, Vorenthaltung eines Honorars &#8211; wie im Fall seines Erfolgsautors Hans Kirchsteiger 1906, oder unautorisierte \u00dcbersetzung. In der Regel verlor Freund die Prozesse und gewann die gerichtlich nicht belangbaren Urheberrechtsstreitigkeiten. Einmal trat sogar der Mitbegr\u00fcnder der Wiener Werkst\u00e4tte, Josef Hoffmann, als Sachverst\u00e4ndiger gegen ihn auf, als er einen bedeutenden deutschen K\u00fcnstler mit einem minimalen Honorar abspeisen wollte.<\/span><\/p>\n<p class=\"MsoNormal c12\" style=\"text-align: justify;\"><span lang=\"DE\">Am &#8222;geschicktesten&#8220; war der Inhaber des Wiener Verlags auf dem Gebiet der deutschen \u00dcbersetzungen aus skandinavischen und slawischen Sprachen. Unter Ausn\u00fctzung aller Griffe hinsichtlich mangelnden Urheberrechtsschutzes verstand er es blendend, andere Verlage, die autorisierten \u00dcbersetzer oder auch die Autoren selber auszutricksen und eine \u00dcbersetzung in <em>seinem<\/em> Verlag erscheinen zu lassen. Um nur ein Beispiel zu nennen: Er ver\u00f6ffentlichte ein Werk von August Strindberg, und zwar rasch und bevor Schweden offiziell der Berner Convention beitrat. Strindberg ging mit leeren H\u00e4nden aus, der \u00dcbersetzer auch.<\/span><\/p>\n<p class=\"MsoNormal c12\"><span lang=\"DE\">Es besteht kein Zweifel, da\u00df der Wiener Verlag sowohl unter Oskar Friedmann als auch unter Fritz Freund die \u00f6sterreichische Verlagsszene auf dem Gebiet der jungen \u00f6sterreichischen Literatur wie auch des anspruchsvollen Buchschmuckes ungemein belebte. Er f\u00f6rderte auch j\u00fcngere Autoren wie den v\u00f6llig unbekannten 25j\u00e4hrigen Robert Musil und lie\u00df den gleicherma\u00dfen unbekannten 23j\u00e4hrigen Leopold Perutz aus Prag in seinem Oktober 1905 ins Leben gerufenen &#8222;Wochenschrift f\u00fcr Politik und Kultur&#8220; <em>Der Weg<\/em> ver\u00f6ffentlichen. Als Verleger gelegentlich etwas &#8222;schl\u00fcpfriger&#8220; Werke, die im Deutschen Reich, aber nicht in \u00d6sterreich verboten wurden, und kirchenkritischer Romane, wie etwa derjenigen von Hans Kirchsteiger (z. B. <em>Das Beichtsiegel, Der Weltpriester),<\/em> zog er den \u00c4rger katholischer Kreise auf sich und mu\u00dfte im Februar 1905 eine 5st\u00fcndige Hausdurchsuchung \u00fcber sich ergehen lassen. Der &#8222;unerh\u00f6rte&#8220; Vorfall war kurz darauf Gegenstand einer Anfrage im Haus der Abgeordneten.<\/span><\/p>\n<p class=\"MsoNormal\"><span lang=\"DE\">Der Wiener Verlag fand in keinerlei Hinsicht einen Nachahmer . ..<\/span><\/p>\n<\/div>\n<div>\n<hr class=\"c31\" size=\"1\" \/>\n<div id=\"ftn1\">\n<p class=\"MsoFootnoteText c6\"><a href=\"#_ftnref1\" name=\"_ftn1\"><span class=\"MsoFootnoteReference\"><span lang=\"DE\"><span class=\"MsoFootnoteReference\"><span class=\"c5\" lang=\"DE\"> [1]<\/span><\/span><\/span><\/span><\/a> <span class=\"c32\" lang=\"DE\"> FRANZ GR\u00c4FFER, <em>\u00d6sterreichische National-Encyclop\u00e4die, oder alphabetische Darlegung der wissensw\u00fcrdigsten Eigenth\u00fcmlichkeiten des \u00f6sterreichischen Kaiserthumes<\/em>. 1. Band, A bis D. Wien: In Commission der Friedr. Beck&#8217;schen Universit\u00e4ts-Buchhandlung, 1835, S. 407-409; hier S. 407.<\/span><\/p>\n<\/div>\n<div id=\"ftn2\">\n<p class=\"MsoFootnoteText c6\"><a href=\"#_ftnref2\" name=\"_ftn2\"><span class=\"MsoFootnoteReference\"><span lang=\"DE\"><span class=\"MsoFootnoteReference\"><span class=\"c5\" lang=\"DE\"> [2]<\/span><\/span><\/span><\/span><\/a> <span class=\"c32\" lang=\"DE\"> \u00dcber den k.k. Schulb\u00fccherverlag, der in der Zeit Maria Theresias gegr\u00fcndet wurde, gibt es eine derartige F\u00fclle von Literatur sowohl aus Anla\u00df dieses oder jenes Jubil\u00e4ums als auch in wissenschaftlichen Arbeiten, da\u00df hier grunds\u00e4tzlich auf eine Darstellung verzichtet wird.<\/span><\/p>\n<\/div>\n<div id=\"ftn3\">\n<p class=\"MsoFootnoteText c6\"><a href=\"#_ftnref3\" name=\"_ftn3\"><span class=\"MsoFootnoteReference\"><span lang=\"DE\"><span class=\"MsoFootnoteReference\"><span class=\"c5\" lang=\"DE\"> [3]<\/span><\/span><\/span><\/span><\/a> <span class=\"c32\" lang=\"DE\"> HERMANN GILHOFER, Der deutsche Verlags- und Sortimentsbuchhandel in \u00d6sterreich seit 1860. In: <em>Festnummer der \u00d6sterr.-Ungar. Buchh\u00e4ndler-Correspondenz.<\/em> Wien 1910, I. Teil, S. 40-47; bes. S. 45.<\/span><\/p>\n<\/div>\n<div id=\"ftn4\">\n<p class=\"MsoFootnoteText c6\"><a href=\"#_ftnref4\" name=\"_ftn4\"><span class=\"MsoFootnoteReference\"><span lang=\"DE\"><span class=\"MsoFootnoteReference\"><span class=\"c5\" lang=\"DE\"> [4]<\/span><\/span><\/span><\/span><\/a> <span class=\"c32\" lang=\"DE\">Der Verlag Josef Weinberger war am 15. Oktober 1885 in Wien gegr\u00fcndet worden. Er befa\u00dfte sich zun\u00e4chst mit der Herausgabe der Werke \u00f6sterreichischer Komponisten. Ein mit dem Verlag verbundenes Sortimentsgesch\u00e4ft wurde bereits 1889 aufgegeben. Weinberger bet\u00e4tigte sich fortan nur mehr als Verleger. Das Gesch\u00e4ft erfuhr eine gro\u00dfe Ausdehnung durch den erw\u00e4hnten Ankauf des Artaria &amp; Co. Verlags. Josef Weinberger, der dessen Verwaltungsrat angeh\u00f6rte, gilt in einem 1910 erschienenen Bericht \u00fcber das 25j\u00e4hrige Jubil\u00e4um des &#8222;Verlags Josef Weinberger&#8220;, als Initiator der Universal-Edition. Die Autoren des Universal-Edition-Jubil\u00e4umskatalogs 1976 schrieben diese Tat dem Bankier Josef Simon (1854-1926) zu (S. 9). Siehe <em>BC<\/em>, Nr. 42, 19.10.1910, S. 595. Weinberger starb am 9.11.1928 im 73. Lebensjahr.<\/span><\/p>\n<\/div>\n<div id=\"ftn5\">\n<p class=\"MsoFootnoteText c6\"><a href=\"#_ftnref5\" name=\"_ftn5\"><span class=\"MsoFootnoteReference\"><span lang=\"DE\"><span class=\"MsoFootnoteReference\"><span class=\"c5\" lang=\"DE\"> [5]<\/span><\/span><\/span><\/span><\/a> <span class=\"c32\" lang=\"DE\">Die &#8222;Geschichte der Firmen Artaria &amp; Compagnie und Freytag-Berndt und Artaria. Ein R\u00fcckblick auf 200 Jahre Wiener Privatkartographie 1770-1970&#8220; (ohne Verfasser, nicht im Handel) ist eine der detail- und materialreichsten Arbeiten \u00fcber einen \u00f6sterreichischen Verlag bzw. \u00fcber eine Buch- und Kunsthandlung. Diese vorbildliche Leistung, die die Entwicklung der Firma Artaria eingehend verfolgt, ist leider eine allzugro\u00dfe Seltenheit in der Geschichtsschreibung des \u00f6sterreichischen Buchhandels- und Verlagswesens. Verf. dankt Herrn Prok. Wolfgang Kaiser f\u00fcr die \u00dcbermittlung eines Exemplars dieser Firmengeschichte. Weitere Literatur, besonders zur Familie Artaria: DURSTM\u00dcLLER, zit. Anm. 2, S. 190; Nachruf auf Carl August Artaria von Carl Junker. In: <em>BC<\/em>, 60. Jg., Nr. 15, 9. April 1919, S. 213 f.; &#8222;August Artaria&#8220; (Zum 100. Geburtstag). In: <em>BC,<\/em> 61. Jg., Nr. 30, 24. Juli 1907, S. 429 f.; In der <em>NFP (A),<\/em> Nr. 20.194, Di., 16. November 1920, S. 1, 2, 3, 4 findet sich eine sehr ausf\u00fchrliche W\u00fcrdigung von Artaria durch Dr. ERNST GROSS. Siehe auch: <em>NFP,<\/em> 21.7.1907 und REINGARD WITZMANN, Aus den Anf\u00e4ngen des Verlages &#8222;Artaria &amp; Comp.&#8220; in: Der Verlag Artaria. Veduten und Wiener Alltagsszenen. Wien 1981, S. 11-13 (Ausstellungskatalog. Historisches Museum der Stadt Wien).<\/span><\/p>\n<\/div>\n<div id=\"ftn6\">\n<p class=\"MsoFootnoteText c6\"><a href=\"#_ftnref6\" name=\"_ftn6\"><span class=\"MsoFootnoteReference\"><span lang=\"DE\"><span class=\"MsoFootnoteReference\"><span class=\"c5\" lang=\"DE\"> [6]<\/span><\/span><\/span><\/span><\/a> <span class=\"c32\" lang=\"DE\"> &#8222;Fast noch h\u00e4rter als die Firma Manz wurde der Verlag L. W. Seidel &amp; S. durch den Umsturz getroffen. Diese Firma war der f\u00fchrende Verlag auf milit\u00e4rwissenschaftlichen und \u00fcberhaupt milit\u00e4rischem Gebiete. Auch sie hat sich in der Folge neuen Aufgaben zuzuwenden gesucht. Sie bet\u00e4tigt sich nun auf den Gebiet der Geschichte, Wissenschaft, Geographie, Mathematik und Technik.&#8220; (CARL JUNKER, Der Verlagsbuchhandel, zit. Anm. 4, S. 4.)<\/span><\/p>\n<\/div>\n<div id=\"ftn7\">\n<p class=\"MsoFootnoteText c6\"><a href=\"#_ftnref7\" name=\"_ftn7\"><span class=\"MsoFootnoteReference\"><span lang=\"DE\"><span class=\"MsoFootnoteReference\"><span class=\"c5\" lang=\"DE\"> [7]<\/span><\/span><\/span><\/span><\/a> <span class=\"c32\" lang=\"DE\"> Siehe: Jubil\u00e4umskatalog des Verlages Anton Schroll &amp; Co. Gegr\u00fcndet am 17. Januar 1884 in Wien. Erschienen im Januar 1934, Wien 1934, S. 4.<\/span><\/p>\n<\/div>\n<div id=\"ftn8\">\n<p class=\"MsoFootnoteText c6\"><a href=\"#_ftnref8\" name=\"_ftn8\"><span class=\"MsoFootnoteReference\"><span lang=\"DE\"><span class=\"MsoFootnoteReference\"><span class=\"c5\" lang=\"DE\"> [8]<\/span><\/span><\/span><\/span><\/a> <span class=\"c32\" lang=\"DE\"> Siehe ebda. Au\u00dferdem: <em>BC<\/em>, 75. Jg., Nr. 2, 31.1.1934, S. 8: &#8222;F\u00fcnfzig Jahre Anton Schroll &amp; Co., Wien&#8220;, und <em>BC<\/em>, 60. Jg., Nr. 42, 12.11.1919, S. 683. Neuerdings erschien der Aufsatz &#8222;Hundert Jahre Schroll&#8220; von KRISTIAN SOTRIFFER in: <em>Anzeiger,<\/em> Nr. 7, Anfang April 1984, S. 70 f. Laut Auskunft des Verlags wird dzt. an einer Verlagsgeschichte aus Anla\u00df des 100j\u00e4hrigen Jubil\u00e4ums gearbeitet.<\/span><\/p>\n<\/div>\n<div id=\"ftn9\">\n<p class=\"MsoFootnoteText c6\"><a href=\"#_ftnref9\" name=\"_ftn9\"><span class=\"MsoFootnoteReference\"><span lang=\"DE\"><span class=\"MsoFootnoteReference\"><span class=\"c5\" lang=\"DE\"> [9]<\/span><\/span><\/span><\/span><\/a> <span class=\"c32\" lang=\"DE\"> Gremium\/Strache. Schreiben des MBA f\u00fcr den 1. Bezirk der k. k. Reichshaupt- und Residenzstadt vom 28. 12. 1917. Verwiesen wird auf den kurzen Artikel von J. H. MARTON, Der Aufstieg eines Verlages. In: <em>Sudetenland.<\/em> Vierteljahresschrift f\u00fcr Kunst, Literatur, Wissenschaft und Volkstum, 25. Jg., Heft 1, 1983, S. 23 f.<\/span><\/p>\n<\/div>\n<div id=\"ftn10\">\n<p class=\"MsoFootnoteText c6\"><a href=\"#_ftnref10\" name=\"_ftn10\"><span class=\"MsoFootnoteReference\"><span lang=\"DE\"><span class=\"MsoFootnoteReference\"><span class=\"c5\" lang=\"DE\"> [10]<\/span><\/span><\/span><\/span><\/a> <span class=\"c32\" lang=\"DE\"> Pilz war Mittelschulprofessor, Journalist und Schriftsteller. 1919-1923 war er f\u00fcr den Amalthea-Verlag in Wien t\u00e4tig. Siehe das Schreiben Oskar Wieners an Hugo Salus vom 30.8.1917: &#8222;(&#8230;) mein Freund Dr. Pilz ist jetzt Leiter von Ed. Straches Verlag in Wien (&#8230;).&#8220; (Autographensammlung Werner J. Schweiger , Wien).<\/span><\/p>\n<\/div>\n<div id=\"ftn11\">\n<p class=\"MsoFootnoteText c6\"><a href=\"#_ftnref11\" name=\"_ftn11\"><span class=\"MsoFootnoteReference\"><span lang=\"DE\"><span class=\"MsoFootnoteReference\"><span class=\"c5\" lang=\"DE\"> [11]<\/span><\/span><\/span><\/span><\/a> <span class=\"c32\" lang=\"DE\"> Siehe die Anzeige &#8222;Wiederholt und dringend bitten wir zu unterscheiden&#8220;. In: BC, 60. Jg., Nr. 13, 26.3.1919, S. 188.<\/span><\/p>\n<\/div>\n<div id=\"ftn12\">\n<p class=\"MsoFootnoteText c6\"><a href=\"#_ftnref12\" name=\"_ftn12\"><span class=\"MsoFootnoteReference\"><span lang=\"DE\"><span class=\"MsoFootnoteReference\"><span class=\"c5\" lang=\"DE\"> [12]<\/span><\/span><\/span><\/span><\/a> <span class=\"c32\" lang=\"DE\"> Der Verlag bestand im 19. Jahrhundert aus zwei Abteilungen, dem eigenen Verlag und dem Kommissionsverlag. Mitte des 19. Jahrhunderts z.B. diente Braum\u00fcller als Kommission\u00e4r f\u00fcr eine Reihe von staatlichen Stellen, darunter die Kaiserliche Akademie der Wissenschaften, das k.k. Finanzministerium und f\u00fcr das k.k. Ministerium f\u00fcr Gewerbe, Handel und \u00f6ffentliche Bauten. Auffallend ist die im 19. Jahrhundert relativ hohe Zahl der bei Braum\u00fcller erschienenen Schulschriften f\u00fcr die Realschulen und Gymnasien. Ein detaillierter Umri\u00df der Entwicklung dieser Firma findet sich in: SCHNATTINGER, zit. Anm. 9, S. 127-138. Eine 40seitige Brosch\u00fcre &#8220; 175 Jahre&#8220;, die im Jahre 1958 erschien, beinhaltet lediglich eine einzige Seite zur Geschichte des Verlags. Der Rest ist eine Ansammlung von erschienenen Titeln. Anders die 1983 anl\u00e4\u00dflich des 200-Jahr-Jubil\u00e4ums erschienene Schrift: 200 Jahre Wilhelm Braum\u00fcller. Hier wird in einer Verlagschronik 1783-1983 (&#8222;200 Jahre im Dienst der wissenschaftlichen Literatur&#8220;), verfa\u00dft vom ehemaligen Verlagsleiter Josef Eckel, ein wichtiger Beitrag zur Geschichte dieser Firma geleistet. Sonstige Hinweise: &#8222;150 Jahre Haus Wilhelm Braum\u00fcller&#8220;, in: <em>Anzeiger,<\/em> 74. Jg., Nr. 32, 2.9.1933, S. 140; &#8222;Zum Ged\u00e4chtnis Wilhelm von Braum\u00fcllers&#8220;, in: <em> B\u00f6rsenblatt,<\/em> Nr. 65, 19.3.1907, S. 3004; Lexikon der deutschen Verlage. Eine Chronik der deutschen Verlagsfirmen, enthaltend die Geschichte der Zeitungs-, Zeitschriften- und Buchverlage, der Kunst- und Musikverlage sowie der Katalogantiquare. Leipzig: Verlag Curt M\u00fcller &amp; Co., 1930, S. 311. Die Auswahl von weniger als einem Dutzend \u00f6sterreichischer Verlage in diesem Werk ist etwas kurios. Zu L. W. Seidel, s. u. a. <em>Anzeiger,<\/em> Nr. 20, 15.10.1948, S. 4 sowie besonders: &#8222;125 Jahre. Das Haus am Graben 13 &#8211; ein St\u00fcck Buchhandelsgeschichte.&#8220; In: 1848-1973. Jubil\u00e4umskatalog-Militaria allen Freunden dargebracht von der Buchhandlung Rudolf Krey. Wien 1973.<\/span><\/p>\n<\/div>\n<div id=\"ftn13\">\n<p class=\"MsoFootnoteText c6\"><a href=\"#_ftnref13\" name=\"_ftn13\"><span class=\"MsoFootnoteReference\"><span lang=\"DE\"><span class=\"MsoFootnoteReference\"><span class=\"c5\" lang=\"DE\"> [13]<\/span><\/span><\/span><\/span><\/a> <span class=\"c32\" lang=\"DE\"> Quelle: Nachruf auf Franz Deuticke von WILHELM M\u00dcLLER, in: <em>BC<\/em>, 60. Jg., Nr. 28, 9.7.1919, S. 402 f.; &#8222;Franz Deuticke&#8220;, in: BC, Nr. 45, 5.11.1913, S. 609 f. (anl\u00e4\u00dflich der Er\u00f6ffnung am 1. November 1863 der von Deuticke gef\u00fchrten Buchhandlung). Siehe vor allem: Franz Deuticke Verlag, Buchhandlung, Antiquariat 1878-1978. 100 Jahre einer W&#8220;ener Firma. Ein R\u00fcckblick nebst einigen Glossen und allgemeinen Bemerkungen, gewidmet den Freunden, Kunden und Autoren. Wien, April 1978 (29 S. m. 9 Abb.). Siehe noch &#8222;Hundert Jahre Franz Deuticke&#8220;. In: <em>Anzeiger,<\/em> 113. Jg., Nr. 12, Mitte Juni 1978, S. 98.<\/span><\/p>\n<\/div>\n<div id=\"ftn14\">\n<p class=\"MsoFootnoteText c6\"><a href=\"#_ftnref14\" name=\"_ftn14\"><span class=\"MsoFootnoteReference\"><span lang=\"DE\"><span class=\"MsoFootnoteReference\"><span class=\"c5\" lang=\"DE\"> [14]<\/span><\/span><\/span><\/span><\/a> <span class=\"c32\" lang=\"DE\"> Siehe Dr. PAUL TABORI, German publishers outside Germany.<\/span> <span class=\"c32\" lang=\"EN-US\">In: <em>The Bookseller<\/em> (London), January 13th, 1938: &#8222;This [Bermann-Fischer Verlag] belongs to the category of &#8220;cautious publishers&#8220;, just as the Roman Catholic Vienna firm of booksellers, Frick, who have gone into publishing. Both of them take only books which they can introduce into Germany <\/span><span class=\"c32\" lang=\"DE\">&#8211; <\/span><span class=\"c32\" lang=\"EN-US\">a rather difficult and not very enviabie task.&#8220;<\/span><\/p>\n<\/div>\n<div id=\"ftn15\">\n<p class=\"MsoFootnoteText c6\"><a href=\"#_ftnref15\" name=\"_ftn15\"><span class=\"MsoFootnoteReference\"><span lang=\"DE\"><span class=\"MsoFootnoteReference\"><span class=\"c5\" lang=\"DE\"> [15]<\/span><\/span><\/span><\/span><\/a> <span class=\"c32\" lang=\"DE\"> Quellen: WILHELM M\u00dcLLER, Wilhelm Frick. Zum 50j\u00e4hrigen Jubil\u00e4um. in: <em>BC,<\/em> 59. Jg., Nr. 43, 23. Oktober 1918, S. 496 f. Eine detailliertere Biographie Wilhelm Fricks findet sich mit Portr\u00e4t im Vorspann zum <em>Adre\u00dfbuch<\/em>, 54. Jg., 1925. Siehe au\u00dferdem: <em>F\u00fcnfundsiebzig Jahre Buchhandlung Wilhelm Frick.<\/em> (Festschrift) Wien 1943.<\/span><\/p>\n<\/div>\n<div id=\"ftn16\">\n<p class=\"MsoFootnoteText c6\"><a href=\"#_ftnref16\" name=\"_ftn16\"><span class=\"MsoFootnoteReference\"><span lang=\"DE\"><span class=\"MsoFootnoteReference\"><span class=\"c5\" lang=\"DE\"> [16]<\/span><\/span><\/span><\/span><\/a> <span class=\"c32\" lang=\"DE\"> Siehe: <em>Jahrbuch der Universal-Edition 1901-1976. 25 Jahre Neue Musik<\/em> (&#8222;Der Aufbau des Verlags&#8220;, S. 9) dieses Datum angegeben. Im <em>Adre\u00dfbuch<\/em> findet man: 15. Juni 1901. Dasselbe Datum findet man im Katalog 75 Jahre Universal-Edition. 1901-1976 zur Ausstellung der Wiener Stadt- und Landesbibliothek 1976. Siehe vor allem die ausgezeichnete W\u00fcrdigung &#8222;Die Universal-Edition&#8220;, in: <em>Die Wage<\/em> (Wien), XIV. Jg., Nr. 49, 9.12.1911, S. 1137-1140. (Teilabdruck in: <em>BC<\/em>, Nr. 52, 27.12.1911, S. 754f.)<\/span><\/p>\n<\/div>\n<div id=\"ftn17\">\n<p class=\"MsoFootnoteText c6\"><a href=\"#_ftnref17\" name=\"_ftn17\"><span class=\"MsoFootnoteReference\"><span lang=\"DE\"><span class=\"MsoFootnoteReference\"><span class=\"c5\" lang=\"DE\"> [17]<\/span><\/span><\/span><\/span><\/a> <span class=\"c32\" lang=\"DE\"> Nach dem soeben erw\u00e4hnten Katalog.<\/span><\/p>\n<\/div>\n<div id=\"ftn18\">\n<p class=\"MsoFootnoteText c6\"><a href=\"#_ftnref18\" name=\"_ftn18\"><span class=\"MsoFootnoteReference\"><span lang=\"DE\"><span class=\"MsoFootnoteReference\"><span class=\"c5\" lang=\"DE\"> [18]<\/span><\/span><\/span><\/span><\/a> <span class=\"c32\" lang=\"DE\"> Siehe auch Anm. 58. &#8222;Jubil\u00e4en.&#8220; (25 Jahre Verlag Josef Weinberger). In: <em>BC<\/em>, Nr. 42, 19. Oktober 1910, S. 595: &#8222;Im Jahre 1901 rief er die bekannte, inzwischen zu gro\u00dfer Bedeutung herangewachsene Universal-Edition, die einzige \u00f6sterreichische Klassikerausgabe, ins Leben.&#8220;<\/span><\/p>\n<\/div>\n<div id=\"ftn19\">\n<p class=\"MsoFootnoteText c6\"><a href=\"#_ftnref19\" name=\"_ftn19\"><span class=\"MsoFootnoteReference\"><span lang=\"DE\"><span class=\"MsoFootnoteReference\"><span class=\"c5\" lang=\"DE\"> [19]<\/span><\/span><\/span><\/span><\/a> <span class=\"c32\" lang=\"DE\">So informativ der zitierte Katalog aus dem Jahre 1976 in manchen Hinsichten sein mag, es fehlt ihm eine gewisse Kontur, eine knapp gefa\u00dfte W\u00fcrdigung der Bedeutung der Universal-Edition. So etwas kann nicht durch eine reichhaltige Exponatensammlung, ein unverbindliches Allerweltsvorwort und eine Anf\u00fchrung diverser Komponisten und Werke wettgemacht werden. Mit anderen Worten fehlt &#8211; was hier zumindest ansatzweise versucht wurde &#8211; ein Hinweis auf den Stellenwert in der damaligen musikverlegerischen Landschaft. In diesem Katalog ist z.B. vom Direktor Hugo Winter, der an die zwei Jahrzehnte lang mit der Firma verbunden war, als Aktion\u00e4r wie als Kollektiv-Prokurist verbunden war, nirgendwo die Rede. Sucht man einen &#8222;Peter&#8220; Winter, der einmal erw\u00e4hnt wird, hat man etwas mehr Gl\u00fcck (S. 52). Wie aus den sp\u00e4teren Ausf\u00fchrungen \u00fcber den Verlagsf\u00f6rderungsfonds hervorgehen wird, war die Universal-Edition der am meisten beg\u00fcnstigte Verlag \u00d6sterreichs. Vertreter des Verlags war Hugo Winter (* 2.9.1885, Wien). Viele Aktion\u00e4re der U.E. waren nun einmal Juden, die &#8211; so sie noch lebten &#8211; enteignet wurden. Winter ist nur ein Beispiel.<\/span><\/p>\n<\/div>\n<div id=\"ftn20\">\n<p class=\"MsoFootnoteText c6\"><a href=\"#_ftnref20\" name=\"_ftn20\"><span class=\"MsoFootnoteReference\"><span lang=\"DE\"><span class=\"MsoFootnoteReference\"><span class=\"c5\" lang=\"DE\"> [20]<\/span><\/span><\/span><\/span><\/a> <span class=\"c32\" lang=\"DE\">Nach einem Bericht \u00fcber das 50-Jahr-Jubil\u00e4um von &#8222;Styria&#8220; im M\u00e4rz 1920 (<em>BC<\/em>, Nr. 10 u. 11, 17. M\u00e4rz 1920, S. 129) erfolgte die Er\u00f6ffnung am 1. M\u00e4rz 1870. Da\u00df Verlagsgeschichte nicht gerade die St\u00e4rke eines Verlages sein mu\u00df, beweist erneut &#8222;Styria&#8220;. Gemeint ist die Festschrift aus dem Jahre 1969: In Jahrzehnten gewachsen. Druck- und Verlagshaus Styria.<\/span> <span class=\"c32\" lang=\"IT\">Graz o.J. (1969).<\/span> <span class=\"c32\" lang=\"DE\">In einem Vermerk hei\u00dft es: &#8222;Dieses Buch wurde aus Anla\u00df des 100j\u00e4hrigen Jubil\u00e4ums der Anstalten des Katholischen Pre\u00dfvereins Graz-Seckau herausgegeben.&#8220; In dem einzigen informativen Teil dieses bunt und sch\u00f6n gedruckten Werkes, der Zeittafel, hei\u00dft es entgegen unseren anderen Quellen: 1872 Gr\u00fcndung einer eigenen Verlagsbuchhandlung. Sonst ist diese Festschrift als Grundlage leider vollkommen wertlos. Informativer ist hingegen eine andere Publikation aus dem Jahre 1949, die von Dr. KARL MARIA STEPAN herausgegeben wurde. Sie hei\u00dft: St\u00fcckwerk im Spiegel. 1869-1949 Eine Jubil\u00e4umsschrift \u00fcber katholische Arbeit f\u00fcr Zeitung und Buch in der Steiermark. &#8222;Es wurden 1.000 Exemplare dieses Buches, davon 100 numerierte, aufgelegt, die als Jubil\u00e4umsgabe bzw. in der Folge als Geschenk an Freunde des Hauses ausgegeben wurden. Im Handel war es nie erh\u00e4ltlich.&#8220; (Frdl. Hinweis des Verlags Styria an den Verf. am 4.8.1983.) Eine Art Zusammenfassung dieser Publikation ver\u00f6ffentlichte STEPAN 1956 u.d.T.: Graz-K\u00f6ln-Wien. Katholische Verlagsarbeit in der Steiermark, in: <em>Die Furche<\/em> (Wien), Worte in die Zeit, Nr. 24, 9.6.1954, S. 5f.<\/span><\/p>\n<\/div>\n<div id=\"ftn21\">\n<p class=\"MsoFootnoteText c6\"><a href=\"#_ftnref21\" name=\"_ftn21\"><span class=\"MsoFootnoteReference\"><span lang=\"DE\"><span class=\"MsoFootnoteReference\"><span class=\"c5\" lang=\"DE\"> [21]<\/span><\/span><\/span><\/span><\/a> <span class=\"c32\" lang=\"DE\">&#8222;Jubil\u00e4um der Styria&#8220;. In: BC, 60. Jg., Nr. 10 u. 11, 17.3.1920, S. 129. Siehe auch Meyerhoff-Jubil\u00e4um, in: BC, 48. Jg., Nr. 2, 9.1.1907, S. 16 und &#8222;80 Jahre &#8218;Styria'&#8220; in: <em>Anzeiger,<\/em> Nr. 21, 1.11.1949, S. 190.<\/span><\/p>\n<\/div>\n<div id=\"ftn22\">\n<p class=\"MsoFootnoteText c6\"><a href=\"#_ftnref22\" name=\"_ftn22\"><span class=\"MsoFootnoteReference\"><span lang=\"DE\"><span class=\"MsoFootnoteReference\"><span class=\"c5\" lang=\"DE\"> [22]<\/span><\/span><\/span><\/span><\/a> <span class=\"c32\" lang=\"DE\">Quellen: &#8222;Jubil\u00e4um. Hofbuchhandlung Ulrich Moser.&#8220; In: BC, 59. Jg., Nr. 141, 3.4.1918, S. 160; Nachruf Julius Meyerhoff, ebda., 62. Jg., Nr. 18-19, 4.5.1921, S. 151; <em>Adre\u00dfbuch,<\/em> 52. Jg., 1918, S. I mit Portr\u00e4t.<\/span><\/p>\n<\/div>\n<div id=\"ftn23\">\n<p class=\"MsoFootnoteText c6\"><a href=\"#_ftnref23\" name=\"_ftn23\"><span class=\"MsoFootnoteReference\"><span lang=\"DE\"><span class=\"MsoFootnoteReference\"><span class=\"c5\" lang=\"DE\"> [23]<\/span><\/span><\/span><\/span><\/a> <span class=\"c32\" lang=\"DE\">Siehe BC, 61, Jg., Nr. 16 u. 17, 28.4.1920, S. 206-207 bes.<\/span> <span class=\"c32\" lang=\"IT\">S. 206.<\/span> <span class=\"c32\" lang=\"DE\">Quellen: CARL JUNKER, Das Haus Gerold in Wien. 1775-1925. Wien: Gerold, 1925, S. 53-54; ders. Der Verlagsbuchhandel in der Republik \u00d6sterreich. Sonderdruck aus <em>Deutsche Verlegerzeitung,<\/em> Nr. 22, 1921, S. 3f. HEINRICH SARTOR, zit. Anm. 4, S. 4; Weitere Literatur: Dr. ANNEMARIE MEINER, G. J. Manz. Person und Werk. 1830-1955. M\u00fcnchen\/Dillingen, 1957, bes. S. 100-105 und Anmerkungen.<\/span><\/p>\n<\/div>\n<div id=\"ftn24\">\n<p class=\"MsoFootnoteText c6\"><a href=\"#_ftnref24\" name=\"_ftn24\"><span class=\"MsoFootnoteReference\"><span lang=\"DE\"><span class=\"MsoFootnoteReference\"><span class=\"c5\" lang=\"DE\"> [24]<\/span><\/span><\/span><\/span><\/a> <span class=\"c32\" lang=\"DE\">Dieser Verlag geh\u00f6rte wohl zu den erfolgreichsten der vielen Inflationsgr\u00fcndungen der jungen Republik und befa\u00dfte sich in erster Linie mit der Herausgabe fremdsprachiger Werke in der Originalsprache. Gegr\u00fcndet wurde er als Ges. m. b. H. von zwei bis dahin dem Buchhandel ferngestandenen Wiener Publizisten, darunter dem Schriftsteller Dr. Viktor Krakauer. Es hat zwei Produktionszweige gegeben: die &#8222;Biblioth\u00e8que Rhombus&#8220; und die &#8222;Rhombus Edition&#8220;. Angeboten wurden u.a. Werke von Autoren wie de Musset, Balzac, Voltaire, Moli\u00e8re, Thackeray, Goldsmith, Longfellow usw. Die Produktion wurde folgenderma\u00dfen vorgestellt: &#8222;Den durch den Krieg versch\u00fctteten Weg zu den Geistesheroen der Menschen, zu ihren Dichtern und Denkern zur\u00fcckzufinden und der Bev\u00f6lkerung gute B\u00fccher zu bringen, ist die Aufgabe unseres Verlages. Wir wollen es der gro\u00dfen Allgemeinheit erm\u00f6glichen, die besten Werke der besten Autoren in der Originalsprache zu erwerben und sich mit geringen Kosten Unterhaltung, Bildung und Belehrung zu verschaffen. (&#8230;) Unsere Sammlung enth\u00e4lt nicht nur die besten Werke der sch\u00f6ngeistigen Literatur (Dramen, Lyrik, Erz\u00e4hlungen und Romane), sondern auch die Hauptwerke volkswirtschaftlichen und sozialpolitischen Inhaltes und entspricht damit in hervorragendem Ma\u00dfe auch den Bed\u00fcrfnissen der Schulen. Der Hauptvorzug unserer B\u00fccher besteht in dem \u00fcberaus niedrigen Preis, der auch f\u00fcr den notleidenden Mittelstand erschwinglich ist.&#8220; <em>(BC,<\/em> 61. Jg., Nr. 23-25, 23.6.1920, S. 284-285; bes. S. 284.) Die rasante Teuerungsrate Anfang der 20er Jahre zwang die meisten Unternehmungen, ihre Kapitalsbasis zu verbreitern, so auch im Fall Rhombus. Am 15. 3. 1921 fand daher die konstituierende Generalversammlung der Rhombus-Verlagsaktiengesellschaft zwecks Fortf\u00fchrung und Erweiterung der bestehenden Ges. m.b. H. statt. Das Stammkapital wurde auf 18 Millionen Kronen erh\u00f6ht <em>(\u00d6sterreichischer Buch- u. Steindrucker<\/em> [Wien], XIV. Jg., Nr. 6, 25.3.1921, S. 45). Da das Kapital irgendwo aufgetrieben werden mu\u00dfte, zeichneten wie so oft diverse Banken, die ihre Vertreter in den Verwaltungsrat entsandten und freilich weniger Interesse an der Vermittlung geistiger Werte und mehr Interesse an der verkaufbaren &#8222;Ware&#8220; Buch und handfesten Dividenden hatten. Der Verwaltungsrat der Rhombus Verlags-AG ist daher auch typisch. Da sa\u00dfen Branchenfremde wie der Direktor der Zentralbank der deutschen Sparkassen, der Verwaltungsrat der Vernay AG, der Gesellschafter des Bankhauses Lieben &amp; Co. und kurzfristiger Ehemann der Tochter Franz Bleis, Ernst Lieben, und der <em>Morgen<\/em>-Herausgeber Maximilian Schreier u. a. \u00dcber die gesch\u00e4ftliche Entwicklung des Verlags schrieb der angesehene <em>\u00f6sterreichische Volkswirt<\/em> 1926 folgendes: &#8222;W\u00e4hrend der Inflationszeit erm\u00f6glichten die billigen Gestehungskosten einen gro\u00dfen Absatz in den verschiedensten europ\u00e4ischen Staaten, insbesondere auch in Frankreich, Italien und Polen. Die franz\u00f6sischen B\u00fccher gingen gr\u00f6\u00dftenteils nach Frankreich. Der Zusammenbruch des franz\u00f6sischen Franc anfangs 1924 machte der Konjunktur ein Ende. Der Export nach Frankreich h\u00f6rte g\u00e4nzlich auf und auch in den anderen Absatzgebieten konnten die franz\u00f6sischen Verleger die Rhombus AG unterbieten.&#8220; <em>(Die Bilanzen.<\/em> Beilage zum \u00d6sterreichischen Volkswirt, [Wien], 18. Jahr, Nr. 51, 18.9.1926, S. 454.) Was nicht erw\u00e4hnt wird und was zum Untergang des Verlags beigetragen haben mu\u00df, ist die Pleite u. a. der Zentralbank der deutschen Sparkassen. Die Rhombus AG stellte ihren Betrieb im Jahre 1926 &#8211; im Gegensatz zu den anderen Verlags-AG&#8220;s (Rikola, Wila) &#8211; ohne Verschuldung ein. Die Verwal<\/span><a href=\"#_ftnref25\" name=\"_ftn25\"><\/a><span class=\"c33\" lang=\"DE\">tung entschlo\u00df sich in diesem Jahr zur Aufl\u00f6sung der Gesellschaft und zum Verkauf der Vorr\u00e4te ,in B\u00fcchern, Platten usw. an die H\u00f6lder-Pichler-Tempsky AG, die die B\u00fccher eben als Schulb\u00fccher verwendete. (Zur Aufl\u00f6sung siehe: FRIEDRICH SCHILLER, Vom Wiener Buchhandel. in: <em>B\u00f6rsenblatt,<\/em> Nr. 222, 23.9.1926, S. 1158f; bes. S. 1159.) Noch im November 1926 hat die selbst in Aufl\u00f6sung begriffene Rikola AG den Vertrieb einer ganzen Reihe von Werken des Rhombus-Verlags \u00fcbernommen (<em>Anzeiger<\/em>, Nr. 45, Jg. 1926, 5.11.1926, S. 305). Das Motiv hinter dem Verlagsnamen ist nicht bekannt. Weitere Literatur: WAZ, Nr. 12.775, Sa., 27.11.1920, S. 5 sowie JUNKER, Der Verlagsbuchhandel, zit. Anm. 77, S. 6.<\/span><\/p>\n<\/div>\n<div id=\"ftn25\">\n<p class=\"MsoFootnoteText c6\"><span class=\"MsoFootnoteReference\"> <span lang=\"DE\"><span class=\"MsoFootnoteReference\"><span class=\"c5\" lang=\"DE\">[25]<\/span><\/span><\/span><\/span><span class=\"c32\" lang=\"DE\"> &#8222;Der Verlag will in erster Linie dazu beitragen, die im deutschen \u00d6sterreich vorhandenen und wenig beachteten Kulturwerte im In- und Ausland bekannt zu machen; dar\u00fcber hinaus will er der Wissenschaft und Kunst ohne Unterschied ihrer Heimat dienen, wenn nur immer sie geeignet ist, Bildung, Belehrung und sittliche Erhebung zu schaffen. Die Herausgabe volkst\u00fcmlicher, besonders heimatkundlicher Schriften in guter Ausstattung steht an der Spitze seines Programmes.&#8220; Werbetext in: BC, 62. Jg., Nr. 1, 26. J\u00e4nner 1921, S. 34-37; bes. S 34. Zu den verlegten Sammlungen geh\u00f6rten &#8222;\u00d6sterreichische Kunstb\u00fccher&#8220;, &#8222;S\u00fcddeutsche Kunstb\u00fccher&#8220;, &#8222;Kunst in Holland&#8220;, &#8222;Kunstwanderungen durch die Heimat&#8220; usw. Quellen: CARL JUNKER, Der Verlagsbuchhandel, zit. Anm. 77, S. 4; &#8222;75j\u00e4hriges Gesch\u00e4ftsjubil\u00e4um der Verlagsbuchhandlung Ed. H\u00f6lzel in Wien&#8220;, in: BC, 60. Jg., Nr. 42, 15. Oktober 1919, S. 617; Festnummer 1910, II. Teil, S. 47 f.<\/span><\/p>\n<\/div>\n<div id=\"ftn26\">\n<p class=\"MsoFootnoteText c6\"><a href=\"#_ftnref26\" name=\"_ftn26\"><span class=\"MsoFootnoteReference\"><span lang=\"DE\"><span class=\"MsoFootnoteReference\"><span class=\"c5\" lang=\"DE\"> [26]<\/span><\/span><\/span><\/span><\/a> <span class=\"c32\" lang=\"DE\">Literatur: &#8222;Jubil\u00e4um der Firma Urban &amp; Schwarzenberg in Wien&#8220;, in: <em>BC,<\/em> Nr. 48, 29.11.1916, S. 609 f.; Biographie Karl Urban im <em>Adre\u00dfbuch,<\/em> 57. Folge, 1930, S. V. Siehe auch den Jubil\u00e4umskatalog 1916 mit einer Einleitung \u00fcber die Entwicklung der Firma sowie Festnummer 1910, II. Teil, S. 26 f.<\/span><\/p>\n<\/div>\n<div id=\"ftn27\">\n<p class=\"MsoFootnoteText c6\"><a href=\"#_ftnref27\" name=\"_ftn27\"><span class=\"MsoFootnoteReference\"><span lang=\"DE\"><span class=\"MsoFootnoteReference\"><span class=\"c5\" lang=\"DE\"> [27]<\/span><\/span><\/span><\/span><\/a> <span class=\"c32\" lang=\"DE\">Die Informationen in dem nun folgenden geschichtlichen Umri\u00df sind folgendem Werk entnommen: HANS SCHROTH, Verlag der Wiener Volksbuchhandlung. 1894-1934. Eine Bibliographie. (Darin: ERNST K. HERLITZKA, Zur Geschichte der &#8222;Ersten Wiener Volksbuchhandlung&#8220;). Wien: Europa Verlag, 1977. (= Schriftenreihe des Ludwig Boltzmann Instituts f\u00fcr Geschichte der Arbeiterbewegung. Band 7). Zum Tode Ignaz Brands, siehe: <em> BC<\/em>, Nr. 21, 24. Mai 1916.<\/span><\/p>\n<\/div>\n<div id=\"ftn28\">\n<p class=\"MsoFootnoteText c6\"><a href=\"#_ftnref28\" name=\"_ftn28\"><span class=\"MsoFootnoteReference\"><span lang=\"DE\"><span class=\"MsoFootnoteReference\"><span class=\"c5\" lang=\"DE\"> [28]<\/span><\/span><\/span><\/span><\/a> <span class=\"c32\" lang=\"DE\">Zu der bei Herlitzka angesprochenen Verbindung mit Hugo Heller (S. 12). Siehe <em>Mitteilungen des Wiener Volksbildungsvereins,<\/em> November 1908, und BC, Nr. 50, 9. Dezember 1908, S. 742 f. 1908 waren mehrere Aufsichtsratsmitglieder des Wiener Volksbildungsvereins der Buchhandlung Hugo Heller &amp; Cie. als stille Teilhaber beigetreten.<\/span><\/p>\n<\/div>\n<div id=\"ftn29\">\n<p class=\"MsoFootnoteText c6\"><a href=\"#_ftnref29\" name=\"_ftn29\"><span class=\"MsoFootnoteReference\"><span lang=\"DE\"><span class=\"MsoFootnoteReference\"><span class=\"c5\" lang=\"DE\"> [29]<\/span><\/span><\/span><\/span><\/a> <span class=\"c32\" lang=\"DE\">Quellen: Schreiben Moritz Perles an Carl Junker vom 21. November 1900 (Akt Gremium\/Perles); <em>BC,<\/em> Nr. 10, 10.3.1909, S. 114 f.; Buchh\u00e4ndler-Correspondenz. Festnummer 1910, Teil, S. 24; Faltprospekt: &#8222;Zum f\u00fcnfzigsten Gr\u00fcndungstage der Buchhandlung Moritz Perles&#8220;, 15. M\u00e4rz 1869- 15. M\u00e4rz 1919. (Gremium\/Perles); &#8222;F\u00fcnfzigstes Jubil\u00e4um der Firma Moritz Perles&#8220;, In: WAZ, Nr. 12.268, 13.3.1919, S. 3; BC, Nr. 9, 28. Februar 1917, S. 93 f. (Nachruf; BC, Nr. 12, 19.3.1919, S. 160; <em>Literarischer Almanach f\u00fcr<\/em> 1920. Herausgegeben von der Buchhandlung Moritz Perles, S. 15-18 (Weihnachten 1919). Lexikon der deutschen Verlage, zit. Anm. 66, S. 320.<\/span><\/p>\n<\/div>\n<div id=\"ftn30\">\n<p class=\"MsoFootnoteText c6\"><a href=\"#_ftnref30\" name=\"_ftn30\"><span class=\"MsoFootnoteReference\"><span lang=\"DE\"><span class=\"MsoFootnoteReference\"><span class=\"c5\" lang=\"DE\"> [30]<\/span><\/span><\/span><\/span><\/a> <span class=\"c32\" lang=\"DE\">In den 20er Jahren der Ersten Republik konnte das Adre\u00dfbuch zum gro\u00dfen Teil aus wirtschaftlichen Gr\u00fcnden nur mehr unregelm\u00e4\u00dfig erscheinen. Zwischen 1918 und 1938 kamen nur acht Jahrg\u00e4nge heraus. Das letzte Adre\u00dfbuch erschien 1937.<\/span><\/p>\n<\/div>\n<div id=\"ftn31\">\n<p class=\"MsoFootnoteText c6\"><a href=\"#_ftnref31\" name=\"_ftn31\"><span class=\"MsoFootnoteReference\"><span lang=\"DE\"><span class=\"MsoFootnoteReference\"><span class=\"c5\" lang=\"DE\"> [31]<\/span><\/span><\/span><\/span><\/a> <span class=\"c32\" lang=\"DE\">Um nur einige wenige zu nennen: Hugo Bettauer, Egon Friedell, Alfred Polgar, Friedrich Torberg, F. K. Ginzkey, Franz Blei, K. H. Strobl, E. Conte Corti, Stefan Gro\u00dfmann.<\/span><\/p>\n<\/div>\n<div id=\"ftn32\">\n<p class=\"MsoFootnoteText c29\"><a href=\"#_ftnref32\" name=\"_ftn32\"><span class=\"MsoFootnoteReference\"><span lang=\"DE\"><span class=\"MsoFootnoteReference\"><span class=\"c5\" lang=\"DE\"> [32]<\/span><\/span><\/span><\/span><\/a> <span class=\"c32\" lang=\"DE\">AVA, BMfHuV, VVST, H 2138.<\/span><\/p>\n<\/div>\n<div id=\"ftn33\">\n<p class=\"MsoFootnoteText c6\"><a href=\"#_ftnref33\" name=\"_ftn33\"><span class=\"MsoFootnoteReference\"><span lang=\"DE\"><span class=\"MsoFootnoteReference\"><span class=\"c5\" lang=\"DE\"> [33]<\/span><\/span><\/span><\/span><\/a> <span class=\"c32\" lang=\"DE\">Das waren die Firmen: Alois Reichmann (Buchhandlung und Antiquariat), Josef Kende, Richard L\u00e1nyi, Moritz Perles, M. Breitenstein, C. W. Stern, Heinrich Saar. Auf die &#8222;Arisierung&#8220; einiger dieser Firmen und das weitere Schicksal einiger &#8222;j\u00fcdischer&#8220; Buchh\u00e4ndler kommen wir am Schlu\u00df dieser Arbeit noch ausf\u00fchrlich zu sprechen. Katzler wurde mit Urteil des Volksgerichts Wien vom 27. 4.1949, ZI. Vg 1 f Vr 5194\/46- HV 40\/47. (Siehe <em>Wiener Zeitung,<\/em> Nr. 133 vom 9.6.1949) zu 18 Monaten schweren Kerkers und zum Verm\u00f6gensverfall verurteilt. Das von ihm in der Wiedner Hauptstra\u00dfe gef\u00fchrte Buchhandelsunternehmen ging in das Eigentum der Republik \u00d6sterreich \u00fcber.<\/span><\/p>\n<\/div>\n<div id=\"ftn34\">\n<p class=\"MsoFootnoteText c29\"><a href=\"#_ftnref34\" name=\"_ftn34\"><span class=\"MsoFootnoteReference\"><span lang=\"DE\"><span class=\"MsoFootnoteReference\"><span class=\"c5\" lang=\"DE\"> [34]<\/span><\/span><\/span><\/span><\/a> <span class=\"c32\" lang=\"DE\">Wie Anm. 86.<\/span><\/p>\n<\/div>\n<div id=\"ftn35\">\n<p class=\"MsoFootnoteText c6\"><a href=\"#_ftnref35\" name=\"_ftn35\"><span class=\"MsoFootnoteReference\"><span lang=\"DE\"><span class=\"MsoFootnoteReference\"><span class=\"c5\" lang=\"DE\"> [35]<\/span><\/span><\/span><\/span><\/a> <span class=\"c32\" lang=\"DE\">Im Rahmen eines R\u00fcckstellungsverfahrens, das ja das \u00dcberleben eines ehemaligen j\u00fcdischen Inhabers bzw. von dessen Nachkommen zur Voraussetzung hatte und im Jahre 1949 vom ehemaligen Inhaber Oskar Perles angestrengt wurde (63 RK 20\/49 vom 6.4.1949), wurden die gesamten ehemaligen Perles-Best\u00e4nde eingestampft. Katzler verlor nach dem Verbotsgesetz &#8222;sein&#8220; Eigentum.<\/span><\/p>\n<\/div>\n<div id=\"ftn36\">\n<p class=\"MsoFootnoteText c6\"><a href=\"#_ftnref36\" name=\"_ftn36\"><span class=\"MsoFootnoteReference\"><span lang=\"DE\"><span class=\"MsoFootnoteReference\"><span class=\"c5\" lang=\"DE\"> [36]<\/span><\/span><\/span><\/span><\/a> <span class=\"c32\" lang=\"DE\">Entsprechende Fotos finden sich in: Moderne Ladenbauten. Au\u00dfen- und Innenarchitektur. Berlin: Ernst Pollak (1928). Tafel 87: &#8222;Gro\u00dfes Schaufenster 1926&#8220;; Tafel 88: &#8222;Ausstellungsraum, Sitznische&#8220;, <em>Wiener literarische Signale,<\/em> Nr. 4, 1924, hinterer Umschlag (&#8222;B\u00fccherwurm&#8220;); <em>Wiener literarische Signale,<\/em> Nr. 3, 1924 (Umbau von Lichtblau); Ebenda, Winternummer 1929 (Schaufenster von Lichtblau).<\/span><\/p>\n<\/div>\n<div id=\"ftn37\">\n<p class=\"MsoFootnoteText c6\"><a href=\"#_ftnref37\" name=\"_ftn37\"><span class=\"MsoFootnoteReference\"><span lang=\"DE\"><span class=\"MsoFootnoteReference\"><span class=\"c5\" lang=\"DE\"> [37]<\/span><\/span><\/span><\/span><\/a> <span class=\"c32\" lang=\"DE\">Zur Geschichte siehe u. a.: &#8222;Buch- und Kunstverlag Gerlach &amp; Wiedling, Wien- 60 Jahre&#8220;, in: <em> Anzeiger,<\/em> Nr. 15, 9.4.32, S. 3 f.; Buchh\u00e4ndler-Correspondenz. Festnummer 1910, 1. Teil, S. 42. Siehe auch die Angaben in den folgenden Anmerkungen.<\/span><\/p>\n<\/div>\n<div id=\"ftn38\">\n<p class=\"MsoFootnoteText c29\"><a href=\"#_ftnref38\" name=\"_ftn38\"><span class=\"MsoFootnoteReference\"><span lang=\"DE\"><span class=\"MsoFootnoteReference\"><span class=\"c5\" lang=\"DE\"> [38]<\/span><\/span><\/span><\/span><\/a> <span class=\"c32\" lang=\"DE\">Martin Gerlach wurde am 13. M\u00e4rz 1846 in Hanau\/Deutschland geboren.<\/span><\/p>\n<\/div>\n<div id=\"ftn39\">\n<p class=\"MsoFootnoteText c6\"><a href=\"#_ftnref39\" name=\"_ftn39\"><span class=\"MsoFootnoteReference\"><span lang=\"DE\"><span class=\"MsoFootnoteReference\"><span class=\"c5\" lang=\"DE\"> [39]<\/span><\/span><\/span><\/span><\/a> <span class=\"c32\" lang=\"DE\">Schenk starb am 16. Februar 1916 in Dresden im Alter von 68 Jahren. (Siehe BC, Nr. 10, 8.3.1916, S. 104.) Das nach 1901 in seinem Verlag erschienene Werk &#8222;Handzeichnungen alter Meister aus der Albertina und anderen Sammlungen&#8220; galt als Monumentalwerk ersten Ranges.<\/span><\/p>\n<\/div>\n<div id=\"ftn40\">\n<p class=\"MsoFootnoteText c6\"><a href=\"#_ftnref40\" name=\"_ftn40\"><span class=\"MsoFootnoteReference\"><span lang=\"DE\"><span class=\"MsoFootnoteReference\"><span class=\"c5\" lang=\"DE\"> [40]<\/span><\/span><\/span><\/span><\/a> <span class=\"c32\" lang=\"DE\">Albert Wiedling starb im Alter von 77 Jahren am 7. August 1923 in Munichstal-Ulrichskirchen, N\u00d6. (Siehe <em> Anzeiger,<\/em> Nr. 41, 17.8.1923, S. 388.) Zu seiner Biographie siehe BC, Nr. 23, 5. Juni 1907, S. 329.<\/span><\/p>\n<\/div>\n<div id=\"ftn41\">\n<p class=\"MsoFootnoteText c6\"><a href=\"#_ftnref41\" name=\"_ftn41\"><span class=\"MsoFootnoteReference\"><span lang=\"DE\"><span class=\"MsoFootnoteReference\"><span class=\"c5\" lang=\"DE\"> [41]<\/span><\/span><\/span><\/span><\/a> <span class=\"c32\" lang=\"DE\">Wiedergabe von Illustrationen aus diesen B\u00fcchern siehe: <em>\u00d6sterreichs Illustrierte Zeitung<\/em> (Wien), XV. Jg., So., 11. 3. 1906, Heft 24, S. 552-559.<\/span><\/p>\n<\/div>\n<div id=\"ftn42\">\n<p class=\"MsoFootnoteText c6\"><a href=\"#_ftnref42\" name=\"_ftn42\"><span class=\"MsoFootnoteReference\"><span lang=\"DE\"><span class=\"MsoFootnoteReference\"><span class=\"c5\" lang=\"DE\"> [42]<\/span><\/span><\/span><\/span><\/a> <span class=\"c32\" lang=\"DE\">JOSEPH AUGUST LUX, Martin Gerlach. Zu dessen 60. Geburtstag. (Mit 37 Illustrationen.) In: <em>\u00d6sterreicbs Illustrierte Zeitung<\/em> (Wien), ebda., S. 552-553.<\/span><\/p>\n<\/div>\n<div id=\"ftn43\">\n<p class=\"MsoFootnoteText c6\"><a href=\"#_ftnref43\" name=\"_ftn43\"><span class=\"MsoFootnoteReference\"><span lang=\"DE\"><span class=\"MsoFootnoteReference\"><span class=\"c5\" lang=\"DE\"> [43]<\/span><\/span><\/span><\/span><\/a> <span class=\"c32\" lang=\"DE\">In diesem Zusammenhang sei auf die Verlags- und Kommissionsbuchhandlung Carl Konegen in Wien hingewiesen. Sie wurde am 1. J\u00e4nner 1877 von dem aus Braunsberg in Ostpreu\u00dfen geb\u00fcrtigen Buchh\u00e4ndler Carl Konegen (5.2.1842-23.1.1903) gegr\u00fcndet. Das erste Verlagswerk erschien im selben Jahr. Der Verlag Carl Konegen &#8222;umfa\u00dfte zuletzt (1917) \u00fcber 500 Werke meist philosophischer, philologischer Literatur, darunter Arbeiten erstklassiger \u00f6sterreichischer Gelehrter, wie er \u00fcberhaupt danach strebte, seinem Verlag einen ausgesprochen \u00f6sterreichischen Charakter zu geben&#8220; (BC, Nr. 25, 20.6.1917, S. 278). im Jahre 1910 wurde der Grundstein zu Konegens Jugendschriften- und Bilderb\u00fccherverlag gelegt. Hieraus entstand u. a. die sehr beliebte, billige Reihe &#8222;Konegens Kinderb\u00fccher&#8220;, von denen bis Ende 1917 bereits 57 B\u00e4ndchen (Preis pro Heft: 20 Heller) erschienen. Zu den Illustratoren dieser Serie geh\u00f6rte K. A. Wilke. Die Ungunst der wirtschaftlichen Verh\u00e4ltnisse gegen Ende der 20er und Anfang der 30er Jahre f\u00fchrte dazu, da\u00df der Schwiegersohn und Neffe Carl Konegens, Ernst St\u00fclpnagel (Inhaber der Firma seit 1903) beim Handelsgericht in Wien den Ausgleich 1928 (Sa 33\/28) und 1932 (Sa 463\/32) anmelden mu\u00dfte. Die Firma wurde am 12. Februar 1941 aus dem Handelsregister gel\u00f6scht. Quellen: Handelsgericht Wien. Register f\u00fcr Gesellschaftsfirmen, Bd. 56, pag. 131 und Register f\u00fcr Einzelfirmen, Bd. 39, pag. 162; Ausgleichsakten Sa 33\/28 und Sa 463\/32 (WrStLa); <em>Der blaue B\u00fccherkurier<\/em> (Wien), XXXVII. Jg., Nr. 585, 15.11.26, S. <em>2; Anzeiger,<\/em> Jg. 1927, Nr. 1, 7.1<em>.<\/em>27, S. 3.<\/span><\/p>\n<\/div>\n<div id=\"ftn44\">\n<p class=\"MsoFootnoteText c6\"><a href=\"#_ftnref44\" name=\"_ftn44\"><span class=\"MsoFootnoteReference\"><span lang=\"DE\"><span class=\"MsoFootnoteReference\"><span class=\"c5\" lang=\"DE\"> [44]<\/span><\/span><\/span><\/span><\/a> <span class=\"c32\" lang=\"DE\">Gerlach starb am 9. April 1918 in Wien. Literatur zu seiner Person: JOS. AUG. LUX, zit. Anm. 96; Nachruf in: <em>\u00d6sterreichs Illustrierte Zeitung<\/em> (Wien), 27.<\/span> <span class=\"c32\" lang=\"EN-US\">Jg., Heft 29,21. 4. 18, S. 512; BC, Nr. 11, 14.<\/span><span class=\"c32\" lang=\"DE\">3.1906, S. 132; <em>BC<\/em>, Nr. 18, 1.5.1912, S. 258; <em>Novit\u00e4ten-Anzeiger<\/em> (Wien), XXVIII. Jg., Nr. 501, 20.3.1916, S. 4.<\/span><\/p>\n<\/div>\n<div id=\"ftn45\">\n<p class=\"MsoFootnoteText c29\"><a href=\"#_ftnref45\" name=\"_ftn45\"><span class=\"MsoFootnoteReference\"><span lang=\"DE\"><span class=\"MsoFootnoteReference\"><span class=\"c5\" lang=\"DE\"> [45]<\/span><\/span><\/span><\/span><\/a> <span class=\"c32\" lang=\"DE\">Siehe Anm. 94.<\/span><\/p>\n<\/div>\n<div id=\"ftn46\">\n<p class=\"MsoFootnoteText c6\"><a href=\"#_ftnref46\" name=\"_ftn46\"><span class=\"MsoFootnoteReference\"><span lang=\"DE\"><span class=\"MsoFootnoteReference\"><span class=\"c5\" lang=\"DE\"> [46]<\/span><\/span><\/span><\/span><\/a> <span class=\"c32\" lang=\"DE\">Franz Gerlach wurde am 28. J\u00e4nner 1876 in Wien geboren und starb ebenda am 13. M\u00e4rz 1952. (Siehe WZ, 14. 3. 1952)<\/span><\/p>\n<\/div>\n<div id=\"ftn47\">\n<p class=\"MsoFootnoteText c6\"><a href=\"#_ftnref47\" name=\"_ftn47\"><span class=\"MsoFootnoteReference\"><span lang=\"DE\"><span class=\"MsoFootnoteReference\"><span class=\"c5\" lang=\"DE\"> [47]<\/span><\/span><\/span><\/span><\/a> <span class=\"c32\" lang=\"DE\">Walter Wiedling, von dem an sp\u00e4terer Stelle mehr-als die Rede sein wird, ist am 20. J\u00e4nner 1887 in Wien geboren worden. Er starb ebendort am 28. Oktober 1962. Zu seiner Biographie siehe <em>WZ<\/em>, 16.1.1957, S. 4; <em>Rathaus Korrespondenz<\/em> (Wien), 19.1.62, Bl. 101; <em>Anzeiger,<\/em> Jg. 97, Nr. 22, 15.11.1962, S. 128 (Nachruf).<\/span><\/p>\n<\/div>\n<div id=\"ftn48\">\n<p class=\"MsoFootnoteText c6\"><a href=\"#_ftnref48\" name=\"_ftn48\"><span class=\"MsoFootnoteReference\"><span lang=\"DE\"><span class=\"MsoFootnoteReference\"><span class=\"c5\" lang=\"DE\"> [48]<\/span><\/span><\/span><\/span><\/a> <span class=\"c32\" lang=\"DE\">75 Jahre Buch-, Kunst- und Musikalienverlag Gerlach &amp; Wiedling, Wien. Wien o. J. (1948). Das &#8222;Geleitwort&#8220; beinhaltet eine kurzgefa\u00dfte Firmengeschichte. Siehe auch: <em> Berichte und Informationen,<\/em> 2. Jg., Heft 56, 23.5.1947.<\/span><\/p>\n<\/div>\n<div id=\"ftn49\">\n<p class=\"MsoFootnoteText c29\"><a href=\"#_ftnref49\" name=\"_ftn49\"><span class=\"MsoFootnoteReference\"><span lang=\"DE\"><span class=\"MsoFootnoteReference\"><span class=\"c5\" lang=\"DE\"> [49]<\/span><\/span><\/span><\/span><\/a> <span class=\"c32\" lang=\"DE\">Siehe Handelsgericht Wien. Register f\u00fcr Gesellschaftsfirmen, Band 53, Pagina 237, umgeschrieben nach Register HRA 8399.<\/span><\/p>\n<\/div>\n<div id=\"ftn50\">\n<p class=\"MsoFootnoteText c6\"><a href=\"#_ftnref50\" name=\"_ftn50\"><span class=\"MsoFootnoteReference\"><span lang=\"DE\"><span class=\"MsoFootnoteReference\"><span class=\"c5\" lang=\"DE\"> [50]<\/span><\/span><\/span><\/span><\/a> <span class=\"c32\" lang=\"DE\">Zur Firmengeschichte siehe u. a. Festnummer 1910, II. Teil, S. 70 sowie Handelsgericht Wien. Register C, Band 17, Pagina 217, umgeschrieben nach Register HRB 4898. Siehe auch <em>Anzeiger<\/em>, Nr. 20, 15.10.1948, S. 4.<\/span><\/p>\n<\/div>\n<div id=\"ftn51\">\n<p class=\"MsoFootnoteText c6\"><a href=\"#_ftnref51\" name=\"_ftn51\"><span class=\"MsoFootnoteReference\"><span lang=\"DE\"><span class=\"MsoFootnoteReference\"><span class=\"c5\" lang=\"DE\"> [51]<\/span><\/span><\/span><\/span><\/a> <span class=\"c32\" lang=\"DE\">\u00dcber diese Verlegerpers\u00f6nlichkeit gibt es erwartungsgem\u00e4\u00df die meiste Literatur, wie man sich eigentlich \u00fcberhaupt bislang nur mit \u00f6sterreichischen Verlegern des 18. Jahrhunderts (Trattner, Joseph Kurzb\u00f6ck, Joseph Vinzenz Degen usw.) befa\u00dft hat. Siehe u. a.: URSULA GIESE, Johann Thomas Edler von Trattner. Seine Bedeutung als Buchdrucker, Buchh\u00e4ndler und Herausgeber. Mit 15 Abb. In: Archiv f\u00fcr Geschichte des Buchwesens, Band III, Sp. 1013-1454; auch phil. Diss. Wien 1959; HERMINE CLOETER, Johann Thomas Trattner-Ein Gro\u00dfunternehmer im Theresianischen Wien. Graz\/K\u00f6ln, 1952; FRIEDRICH SCHILLER, Gr\u00e4ffer und Trattnern. Zwei Buchh\u00e4ndler aus Alt-Wien. In: BC, Nr. 46, 12. 11. 1913, S. 628-630 (= Abdruck aus dem <em>Deutschen Bibliophilenkalender<\/em> f\u00fcr das Jahr 1914). Siehe auch die ausgezeichnete Arbeit von HERBERT ZEMAN: Der Drucker-Verleger Joseph Ritter von Kurzb\u00f6ck und seine Bedeutung f\u00fcr die \u00f6sterreichische Literatur des 18. Jahrhunderts. In: Die \u00f6sterreichische Literatur. Ihr Profil an der Wende vom 18. zum 19. Jahrhundert (1750-1830). Hrsg. von Herbert Zeman. Teil 1. Graz: Akademische Druck- und Verlagsanstalt, 1979, S. 143-178 sowie WERNER M. BAUER, Die Verleger und Drucker Joseph Vinzenz Degen und Johann Baptist Wallishausser und ihre Stellung in der \u00f6sterreichischen Literatur ihrer Zeit. Ebda., S. 179-202.<\/span><\/p>\n<\/div>\n<div id=\"ftn52\">\n<p class=\"MsoFootnoteText c6\"><a href=\"#_ftnref52\" name=\"_ftn52\"><span class=\"MsoFootnoteReference\"><span lang=\"DE\"><span class=\"MsoFootnoteReference\"><span class=\"c5\" lang=\"DE\"> [52]<\/span><\/span><\/span><\/span><\/a> <span class=\"c32\" lang=\"DE\">ANTON MAYER, Wiens Buchdrucker-Geschichte. Band II: 1782-1882. Wien 1887, S. 344. Zu Fromme siehe auch die kurzen Hinweise bei DURSTM\u00dcLLER, zit. Anm. 2, S. 259.<\/span><\/p>\n<\/div>\n<div id=\"ftn53\">\n<p class=\"MsoFootnoteText c6\"><a href=\"#_ftnref53\" name=\"_ftn53\"><span class=\"MsoFootnoteReference\"><span lang=\"DE\"><span class=\"MsoFootnoteReference\"><span class=\"c5\" lang=\"DE\"> [53]<\/span><\/span><\/span><\/span><\/a> <span class=\"c32\" lang=\"DE\">Carl (Ludwig Franz Wilhelm) Fromme ist am 24.8.1828 in Harburg a. d. Elbe geboren und am 28.9.1884 in Wien gestorben. Siehe: <em>BC<\/em>, 25. Jg., Nr. 40, 4.10.1884, S. 416 sowie ebenda, Nr. 41, 11.10.1884, S. 431-432. Otto Fromme ist am 19. August 1866 geboren und am 15. Juli 1921 gestorben. Siehe den Nachruf in: <em>BC<\/em>, 62. Jg., Nr. 28-30, 20.7.1921, S. 229.<\/span><\/p>\n<\/div>\n<div id=\"ftn54\">\n<p class=\"MsoFootnoteText c29\"><a href=\"#_ftnref54\" name=\"_ftn54\"><span class=\"MsoFootnoteReference\"><span lang=\"DE\"><span class=\"MsoFootnoteReference\"><span class=\"c5\" lang=\"DE\"> [54]<\/span><\/span><\/span><\/span><\/a> <span class=\"c32\" lang=\"DE\">Siehe <em>Anzeiger<\/em>, 76. Jg., Nr. 23, 21.9.1935, S. 121.<\/span><\/p>\n<\/div>\n<div id=\"ftn55\">\n<p class=\"MsoFootnoteText c6\"><a href=\"#_ftnref55\" name=\"_ftn55\"><span class=\"MsoFootnoteReference\"><span lang=\"DE\"><span class=\"MsoFootnoteReference\"><span class=\"c5\" lang=\"DE\"> [55]<\/span><\/span><\/span><\/span><\/a> <span class=\"c32\" lang=\"DE\">Siehe LUDWIG HEVESI, Neue Bilderkalender. In: <em>Kunst und Kunsthandwerk,<\/em> Jg. 10, 1907, S. 673-677.<\/span><\/p>\n<\/div>\n<div id=\"ftn56\">\n<p class=\"MsoFootnoteText c29\"><a href=\"#_ftnref56\" name=\"_ftn56\"><span class=\"MsoFootnoteReference\"><span lang=\"DE\"><span class=\"MsoFootnoteReference\"><span class=\"c5\" lang=\"DE\"> [56]<\/span><\/span><\/span><\/span><\/a> <span class=\"c32\" lang=\"DE\">Siehe BC, Nr. 47, 23.<\/span> <span class=\"c32\" lang=\"EN-US\">11. 1910, S. 703.<\/span><\/p>\n<\/div>\n<div id=\"ftn57\">\n<p class=\"MsoFootnoteText c6\"><a href=\"#_ftnref57\" name=\"_ftn57\"><span class=\"MsoFootnoteReference\"><span lang=\"DE\"><span class=\"MsoFootnoteReference\"><span class=\"c5\" lang=\"DE\"> [57]<\/span><\/span><\/span><\/span><\/a> <span class=\"c32\" lang=\"EN-US\">Carl Georg Christian Fromme wurde am 25.<\/span> <span class=\"c33\" lang=\"DE\">9. 1856 zu Niemburg an der Weser in Hannover geboren und ist am 21.5.1937 in Wien gestorben. Zu seiner Biographie siehe <em>Anzeiger,<\/em> Jg. 1926, Nr. 42, 15.10.1926, S. 279.<\/span><\/p>\n<\/div>\n<div id=\"ftn58\">\n<p class=\"MsoFootnoteText c6\"><a href=\"#_ftnref58\" name=\"_ftn58\"><span class=\"MsoFootnoteReference\"><span lang=\"DE\"><span class=\"MsoFootnoteReference\"><span class=\"c5\" lang=\"DE\"> [58]<\/span><\/span><\/span><\/span><\/a> <span class=\"c32\" lang=\"DE\">Georg Wilhelm Otto Fromme ist am 16. 10. 1888 in Wien geboren. Als belasteter Nationalsozialist wurde er nach dem Zweiten Weltkrieg aus der Gesch\u00e4ftsf\u00fchrung der von ihm Anfang der 40er Jahre gegr\u00fcndeten Firma ausgeschlossen. Die Firma konnte deshalb weiter existieren, weil die anderen Teilhaber der NSDAP nicht angeh\u00f6rt hatten, so z.B. Christoph Reisser (31.7.1873, Wien &#8211; 13.1.1957, ebda.).<\/span><\/p>\n<\/div>\n<div id=\"ftn59\">\n<p class=\"MsoFootnoteText c6\"><a href=\"#_ftnref59\" name=\"_ftn59\"><span class=\"MsoFootnoteReference\"><span lang=\"DE\"><span class=\"MsoFootnoteReference\"><span class=\"c5\" lang=\"DE\"> [59]<\/span><\/span><\/span><\/span><\/a> <span class=\"c32\" lang=\"DE\">Handelsgericht Wien. Register HRB 4898 (umgeschrieben von Reg. C 17, 217).<\/span><\/p>\n<\/div>\n<div id=\"ftn60\">\n<p class=\"MsoFootnoteText c6\"><a href=\"#_ftnref60\" name=\"_ftn60\"><span class=\"MsoFootnoteReference\"><span lang=\"DE\"><span class=\"MsoFootnoteReference\"><span class=\"c5\" lang=\"DE\"> [60]<\/span><\/span><\/span><\/span><\/a> <span class=\"c32\" lang=\"DE\">Siehe die kurze Firmengeschichte in Festnummer 1910, II. Teil, S. 22; <em>Anzeiger,<\/em> Jg. 1926, Nr. 34, 20.8.1926, S. 205; Handelsgericht Wien. Register f. Einzelfirmen, Band 29, pag. 31 (am 21. Oktober 1939 nach Reg. HRA 4075 umgeschrieben. Die erste Eintragung erfolgte am 8. Februar 1889. Das Verlagssignet bestand &#8211; wie nicht anders zu erwarten &#8211; aus einem Mohrenkopf und einem stilisierten K\u00f6rper mit den Buchstaben &#8222;RM&#8220; und dem Wort &#8222;Durabo&#8220;. Eine etwas ausf\u00fchrlichere Geschichte dieses Verlags findet sich in der Brosch\u00fcre 25 Jahre Wiener-Humor. Jubil\u00e4ums-Katalog der Verlagsbuchhandlung Robert Mohr in Wien (1889-1914), S. 5-8. Die Brosch\u00fcre enth\u00e4lt ein Verzeichnis der Verlagswerke bis 1914 zusammen mit Fotos der Verlagsautoren. (Original im Besitz von Werner J. Schweiger, Wien)<\/span><\/p>\n<\/div>\n<div id=\"ftn61\">\n<p class=\"MsoFootnoteText c6\"><a href=\"#_ftnref61\" name=\"_ftn61\"><span class=\"MsoFootnoteReference\"><span lang=\"DE\"><span class=\"MsoFootnoteReference\"><span class=\"c5\" lang=\"DE\"> [61]<\/span><\/span><\/span><\/span><\/a> <span class=\"c32\" lang=\"DE\">Andere Beispiele unter den \u00f6sterreichischen Verlagen: der Verlag Josef Deubler und der am 1. August 1919 in Wien von Emil Engel gegr\u00fcndete &#8222;Nestroy-Verlag&#8220; (nicht protokolliert).<\/span><\/p>\n<\/div>\n<div id=\"ftn62\">\n<p class=\"MsoFootnoteText c6\"><a href=\"#_ftnref62\" name=\"_ftn62\"><span class=\"MsoFootnoteReference\"><span lang=\"DE\"><span class=\"MsoFootnoteReference\"><span class=\"c5\" lang=\"DE\"> [62]<\/span><\/span><\/span><\/span><\/a> <span class=\"c32\" lang=\"DE\">Siehe <em>Anzeiger,<\/em> Jg. 1927, Nr. 24, 17.6.1927, S. 150 und die Replik Mohrs, ebda., Nr. 26, 1.7.1927, S. 165 f.<\/span><\/p>\n<\/div>\n<div id=\"ftn63\">\n<p class=\"MsoFootnoteText c6\"><a href=\"#_ftnref63\" name=\"_ftn63\"><span class=\"MsoFootnoteReference\"><span lang=\"DE\"><span class=\"MsoFootnoteReference\"><span class=\"c5\" lang=\"DE\"> [63]<\/span><\/span><\/span><\/span><\/a> <em><span class=\"c32\" lang=\"DE\">Anzeiger<\/span><\/em><span class=\"c32\" lang=\"DE\">, 70. Jg., Nr. 8, 22.2.1929, S. 56; <em> Anzeiger,<\/em> Nr. 4, 15.2.1949, S. 35.<\/span><\/p>\n<\/div>\n<div id=\"ftn64\">\n<p class=\"MsoFootnoteText c6\"><a href=\"#_ftnref64\" name=\"_ftn64\"><span class=\"MsoFootnoteReference\"><span lang=\"DE\"><span class=\"MsoFootnoteReference\"><span class=\"c5\" lang=\"DE\"> [64]<\/span><\/span><\/span><\/span><\/a> <span class=\"c32\" lang=\"DE\">Siehe Handelsgericht Wien. Registerakt HRA 4075 (umgeschrieben vom Register f. Einzelfirmen, Band 24, pag. 31). Robert (Arndt) Mohr, Sohn des Gr\u00fcnders, wurde am 6. Oktober 1890 in Wien geboren und starb ebendort am 22. November 1961.<\/span><\/p>\n<\/div>\n<div id=\"ftn65\">\n<p class=\"MsoFootnoteText c6\"><a href=\"#_ftnref65\" name=\"_ftn65\"><span class=\"MsoFootnoteReference\"><span lang=\"DE\"><span class=\"MsoFootnoteReference\"><span class=\"c5\" lang=\"DE\"> [65]<\/span><\/span><\/span><\/span><\/a> <span class=\"c32\" lang=\"DE\">Siehe die Firmengeschichte von Halm &amp; Goldmann in Festnummer 1910, II. Teil, S. 82.<\/span><\/p>\n<\/div>\n<div id=\"ftn66\">\n<p class=\"MsoFootnoteText c6\"><a href=\"#_ftnref66\" name=\"_ftn66\"><span class=\"MsoFootnoteReference\"><span lang=\"DE\"><span class=\"MsoFootnoteReference\"><span class=\"c5\" lang=\"DE\"> [66]<\/span><\/span><\/span><\/span><\/a> <span class=\"c32\" lang=\"DE\">13.11.1833, Wien-1.3.1916, ebda. Dazu der Nachruf in BC, Nr. 10, 8.3.1916, S. 104.<\/span><\/p>\n<\/div>\n<div id=\"ftn67\">\n<p class=\"MsoFootnoteText c6\"><a href=\"#_ftnref67\" name=\"_ftn67\"><span class=\"MsoFootnoteReference\"><span lang=\"DE\"><span class=\"MsoFootnoteReference\"><span class=\"c5\" lang=\"DE\"> [67]<\/span><\/span><\/span><\/span><\/a> <span class=\"c32\" lang=\"DE\">Gestorben am 6. Februar 1932 im 60. Lebensjahr. Dazu der Nachruf auf Generalkonsul Hermann Gall. In: <em>Anzeiger,<\/em> 73. Jg., Nr. 7, 13.2.1932, S. 304.<\/span><\/p>\n<\/div>\n<div id=\"ftn68\">\n<p class=\"MsoFootnoteText c6\"><a href=\"#_ftnref68\" name=\"_ftn68\"><span class=\"MsoFootnoteReference\"><span lang=\"DE\"><span class=\"MsoFootnoteReference\"><span class=\"c5\" lang=\"DE\"> [68]<\/span><\/span><\/span><\/span><\/a> <span class=\"c32\" lang=\"DE\">Auf Josef Kende (6.6.1868 &#8211; Oktober 1938) kommen wir in Zusammenhang mit der Verfolgung j\u00fcdischer Buchh\u00e4ndler und Verleger nach dem M\u00e4rz 1938 ausf\u00fchrlich zu sprechen. Kende, der gleich nach seinem Ausscheiden aus der Firma Halm &amp; Goldmann seit 17. J\u00e4nner 1933 eine Buchhandlung und ein Antiquariat in Wien f\u00fchrte, hatte damit die \u00f6sterreichische Auslieferungsstelle f\u00fcr praktisch alle Exil-, Emigrations- bzw. Anti-Nazi-Verlage.<br \/>\n<\/span><\/p>\n<\/div>\n<div id=\"ftn69\">\n<p class=\"MsoFootnoteText c6\"><a href=\"#_ftnref69\" name=\"_ftn69\"><span class=\"MsoFootnoteReference\"><span lang=\"DE\"><span class=\"MsoFootnoteReference\"><span class=\"c5\" lang=\"DE\"> [69]<\/span><\/span><\/span><\/span><\/a> <span class=\"c32\" lang=\"DE\">Die obigen Ausf\u00fchrungen beruhen auf dem Akt der Verm\u00f6gensverkehrsstelle, Verm\u00f6gensanmeldung (V.A.), Nr. 17.425 von Frau Elsa Gall im Bestand AVA, BMfHuV.<\/span><\/p>\n<\/div>\n<div id=\"ftn70\">\n<p class=\"MsoFootnoteText c6\"><a href=\"#_ftnref70\" name=\"_ftn70\"><span class=\"MsoFootnoteReference\"><span lang=\"DE\"><span class=\"MsoFootnoteReference\"><span class=\"c5\" lang=\"DE\"> [70]<\/span><\/span><\/span><\/span><\/a> <span class=\"c32\" lang=\"DE\">Siehe Handelsgericht Wien. Register f\u00fcr Gesellschaftsfirmen, Band 45, Pagina 98 und Registerakt A 34, 158, umgeschrieben nach HRA 8404 (Handelsgericht Wien).<\/span><\/p>\n<\/div>\n<div id=\"ftn71\">\n<p class=\"MsoFootnoteText c6\"><a href=\"#_ftnref71\" name=\"_ftn71\"><span class=\"MsoFootnoteReference\"><span lang=\"DE\"><span class=\"MsoFootnoteReference\"><span class=\"c5\" lang=\"DE\"> [71]<\/span><\/span><\/span><\/span><\/a> <span class=\"c32\" lang=\"DE\">Handelsgericht Wien. Register f\u00fcr Einzelfirmen, Band 13, Pagina 174. Vom Verf. gibt es zwei z.T. ausf\u00fchrlichere Arbeiten \u00fcber den &#8222;Wiener Verlag&#8220;, und zwar: Verlage um Karl Kraus. In: <em>Kraus-Hefte,<\/em> Heft 26\/27, Juli 1983, S. 2-31; bes. S. 12-15; sowie: Der &#8220;T\u00f6rle\u00df&#8220;- und &#8220;Reigen&#8220;-Verleger, in: <em>Musil-Forum<\/em>, 9 (1983).<\/span><\/p>\n<\/div>\n<div id=\"ftn72\">\n<p class=\"MsoFootnoteText c6\"><a href=\"#_ftnref72\" name=\"_ftn72\"><span class=\"MsoFootnoteReference\"><span lang=\"DE\"><span class=\"MsoFootnoteReference\"><span class=\"c5\" lang=\"DE\"> [72]<\/span><\/span><\/span><\/span><\/a> <span class=\"c32\" lang=\"DE\">FRIEDRICH SCHILLER, Leopold Rosner. In: BC, Nr. 31, 29.7.1903, S. 463 f.; bes. S. 464. (Wiederabdruck in: <em> B\u00f6rsenblatt,<\/em> Nr. 174, 30.7.1903, S. 5860. Siehe auch <em> B\u00f6rsenblatt<\/em>, Nr. 172, 28.7.1903, S. 5820 sowie TH. EBNER, Erinnerungen an Leopold Rosner. In: ebda, Nr. 174, 30.7.1903, S. 5861. Zur Person Rosners siehe u.a. FRIEDRICH ARNOLD MAYER (Hrsg.), Aus den Papieren eines Wiener Verlegers. 1858-1897. Pers\u00f6nliches, Literarisches, Theatralisches. Wien\/Leipzig: Braum\u00fcller 1908.<\/span><\/p>\n<\/div>\n<div id=\"ftn73\">\n<p class=\"MsoFootnoteText c6\"><a href=\"#_ftnref73\" name=\"_ftn73\"><span class=\"MsoFootnoteReference\"><span lang=\"DE\"><span class=\"MsoFootnoteReference\"><span class=\"c5\" lang=\"DE\"> [73]<\/span><\/span><\/span><\/span><\/a> <span class=\"c32\" lang=\"DE\">Stern wurde am 22. August 1873 in Worms am Rhein geboren und f\u00fchrte ab 1912 unter seinem eigenen Namen, bis er 1938 gezwungen war, den Konkurs anzumelden, ein Antiquariat, eine Buchhandlung und einen Verlag. \u00dcber Sterns Schwierigkeiten mit Beschlagnahme und Zensur in Wien berichtet der Aufsatz des Verf.: Verlage um Karl Kraus (zit. Anm. 125), S. 14-15. Dazu auch Erotische Literatur. Zwei Verteidigungsreden gehalten von Dr. WALTER RODE. Wien und Leipzig: Buchhandlung L. Rosner Carl Wilhelm Stern, 1912, S. 14-28.<\/span><\/p>\n<\/div>\n<div id=\"ftn74\">\n<p class=\"MsoFootnoteText c6\"><a href=\"#_ftnref74\" name=\"_ftn74\"><span class=\"MsoFootnoteReference\"><span lang=\"DE\"><span class=\"MsoFootnoteReference\"><span class=\"c5\" lang=\"DE\"> [74]<\/span><\/span><\/span><\/span><\/a> <span class=\"c32\" lang=\"DE\">Handelsgericht Wien. Register f\u00fcr Gesellschaftsfirmen, Band 49, pag. 27. Der Kommanditist Franz Ludwig Liebeskind war mit einer Verm\u00f6genseinlage von 14.000 Mark beteiligt, w\u00e4hrend Stern pers\u00f6nlich haftender Gesellschafter &#8222;zum Betriebe einer Buchhandlung in Wien&#8220; war. \u00dcber Liebeskind scheint es eine Verbindung zum reichsdeutschen Verlag gegeben zu haben, genauer zum Verlag A. G. Liebeskind in Leipzig, der nach der Jahrhundertwende in den Besitz des Adolf Kr\u00f6ner Verlags in Stuttgart \u00fcberging. Die zweite und letzte Eintragung unter Reg. Ges. Band 49, pag. 27, erfolgte erst am 20. September 1912, als die Firma infolge Gewerbezur\u00fccklegung gel\u00f6scht wurde. Es ist denkbar, da\u00df Robert Musil u. a. deshalb mit seinem T\u00f6rle\u00df zum Wiener Verlag stie\u00df, nachdem er 1901 mit dem Liebeskind Verlag in Deutschland korrespondiert hatte. Zu diesem Zeitpunkt versuchte er nicht T\u00f6rle\u00df, sondern seine Paraphrasen an den Mann zu bringen. Die m\u00f6gliche Verbindung bleibt eine reine Hypothese.<\/span><\/p>\n<\/div>\n<div id=\"ftn75\">\n<p class=\"MsoFootnoteText c6\"><a href=\"#_ftnref75\" name=\"_ftn75\"><span class=\"MsoFootnoteReference\"><span lang=\"DE\"><span class=\"MsoFootnoteReference\"><span class=\"c5\" lang=\"DE\"> [75]<\/span><\/span><\/span><\/span><\/a> <span class=\"c32\" lang=\"DE\">13.7.1872, Wien-3.11.1929, ebda. Zu seiner Biographie siehe Prominentenalmanach. Hrsg. von OSKAR FRIEDMANN. Wien\/Leipzig: Verlag des Prominentenalmanachs, 1930, S. 80-81 und die Nachrufe u. a. in: <em>WZ,<\/em> 5.11.1929, S. 4 und <em>NFP(A), <\/em>4<em>.<\/em>11.1929, S. 3.<\/span><\/p>\n<\/div>\n<div id=\"ftn76\">\n<p class=\"MsoFootnoteText c6\"><a href=\"#_ftnref76\" name=\"_ftn76\"><span class=\"MsoFootnoteReference\"><span lang=\"DE\"><span class=\"MsoFootnoteReference\"><span class=\"c5\" lang=\"DE\"> [76]<\/span><\/span><\/span><\/span><\/a> <span class=\"c32\" lang=\"DE\">BRIGITTE REYHANI, Das literarische Profil des Wiener Verlages von 1899. phil. Diss. Graz 1971. Das Verdienst dieser Arbeit besteht in der ausf\u00fchrlichen Programmanalyse der Verlagsproduktion und im Hinweis auf die Bedeutung des Buchschmucks. Abgesehen davon, da\u00df die Arbeit nur \u00e4u\u00dferst wenig zur Firmengeschichte beizutragen imstande ist &#8211; so bleiben z.B. die Umst\u00e4nde um die Einstellung des Verlags v\u00f6llig unbekannt und ungekl\u00e4rt -, beschr\u00e4nkt sie sich fast ausschlie\u00dflich auf die Autopsie der Verlagswerke und zieht im g\u00fcnstigsten Fall au\u00dfer Rezensionsabdrucken in einzelnen Verlagswerken nur noch <em>Das literarische Echo<\/em> als &#8222;Quellenmaterial&#8220; heran.<\/span><\/p>\n<\/div>\n<div id=\"ftn77\">\n<p class=\"MsoFootnoteText c29\"><a href=\"#_ftnref77\" name=\"_ftn77\"><span class=\"MsoFootnoteReference\"><span lang=\"DE\"><span class=\"MsoFootnoteReference\"><span class=\"c5\" lang=\"DE\"> [77]<\/span><\/span><\/span><\/span><\/a> <span class=\"c32\" lang=\"DE\"><em>BC<\/em>, Nr. 15, 13.4.1904, S. 231.<\/span><\/p>\n<\/div>\n<div id=\"ftn78\">\n<p class=\"MsoFootnoteText c6\"><a href=\"#_ftnref78\" name=\"_ftn78\"><span class=\"MsoFootnoteReference\"><span lang=\"DE\"><span class=\"MsoFootnoteReference\"><span class=\"c5\" lang=\"DE\"> [78]<\/span><\/span><\/span><\/span><\/a> <span class=\"c32\" lang=\"DE\">Die dort angek\u00fcndigten Neuerscheinungen sind dann nicht publiziert worden. Da\u00df Freund dahintersteckte, kann freilich nicht mit absoluter Sicherheit behauptet werden.<\/span><\/p>\n<\/div>\n<div id=\"ftn79\">\n<p class=\"MsoFootnoteText c6\" style=\"text-align: justify;\"><a href=\"#_ftnref79\" name=\"_ftn79\"><span class=\"MsoFootnoteReference\"><span lang=\"DE\"><span class=\"MsoFootnoteReference\"><span class=\"c5\" lang=\"DE\"> [79]<\/span><\/span><\/span><\/span><\/a> <span class=\"c32\" lang=\"DE\">Bereits im Juli 1906 hatte Freund eine halbe Seite Anzeigenraum in der BC gekauft, um folgendes bekanntzumachen: &#8222;Den werten Herren Kollegen erlauben wir uns zur Kenntnis zu bringen, da\u00df wir zu unserem bisherigen Verlagsgesch\u00e4fte nunmehr eine Druckerei gr\u00f6\u00dferen Umfanges k\u00e4uflich erworben haben und offerieren wir Ihnen bei Bedarf die Herstellung von Prospekten, Verzeichnissen, Bureaupapiersorten zu den besten Bedingungen bei rascher und solidester Ausf\u00fchrung.&#8220; (BC, Nr. 28, 11.7.1906, S. 413.)<\/span><\/p>\n<\/div>\n<div id=\"ftn80\">\n<p class=\"MsoFootnoteText c6\"><a href=\"#_ftnref80\" name=\"_ftn80\"><span class=\"MsoFootnoteReference\"><span lang=\"DE\"><span class=\"MsoFootnoteReference\"><span class=\"c5\" lang=\"DE\"> [80]<\/span><\/span><\/span><\/span><\/a> <span class=\"c32\" lang=\"DE\">Willi Handl (1872-1920), der u. a. f\u00fcr die Anthologie &#8222;Vari\u00e9t\u00e9&#8220; dichtete und \u00dcbersetzungen aus dem Franz\u00f6sischen machte, wurde in dieser Funktion bereits am 11. J\u00e4nner des folgenden Jahres aus dem Handelsregister gel\u00f6scht. Schlie\u00dflich schob Freund Handl die Schuld f\u00fcr das finanzielle Desaster des Wiener Verlags zu.<\/span><\/p>\n<\/div>\n<div id=\"ftn81\">\n<p class=\"MsoFootnoteText c6\"><a href=\"#_ftnref81\" name=\"_ftn81\"><span class=\"MsoFootnoteReference\"><span lang=\"DE\"><span class=\"MsoFootnoteReference\"><span class=\"c5\" lang=\"DE\"> [81]<\/span><\/span><\/span><\/span><\/a> <span class=\"c32\" lang=\"DE\">Handelsgericht Wien. Registerakt C 1, 34 (deponiert in WrStLa). Der Akt umfa\u00dft 23 Seiten.<\/span><\/p>\n<\/div>\n<div id=\"ftn82\">\n<p class=\"MsoFootnoteText c6\"><a href=\"#_ftnref82\" name=\"_ftn82\"><span class=\"MsoFootnoteReference\"><span lang=\"DE\"><span class=\"MsoFootnoteReference\"><span class=\"c5\" lang=\"DE\"> [82]<\/span><\/span><\/span><\/span><\/a> <span class=\"c32\" lang=\"DE\"><em>BC<\/em>, Nr. 7, 13. Februar 1907, S. 86; gek\u00fcrzte Meldung im <em>B\u00f6rsenblatt,<\/em> Nr. 40, 16. 2. 1907, S. 1831.<\/span><\/p>\n<\/div>\n<div id=\"ftn83\">\n<p class=\"MsoFootnoteText c6\"><a href=\"#_ftnref83\" name=\"_ftn83\"><span class=\"MsoFootnoteReference\"><span lang=\"DE\"><span class=\"MsoFootnoteReference\"><span class=\"c5\" lang=\"DE\"> [83]<\/span><\/span><\/span><\/span><\/a> <em><span class=\"c32\" lang=\"DE\">B\u00f6rsenblatt,<\/span><\/em> <span class=\"c32\" lang=\"DE\">Nr. 67, 21.<\/span> <span class=\"c32\" lang=\"FR\">3. 1907, S. 3086-3087; bes. S. 3087.<\/span><\/p>\n<\/div>\n<div id=\"ftn84\">\n<p class=\"MsoFootnoteText c6\" style=\"text-align: justify;\"><a href=\"#_ftnref84\" name=\"_ftn84\"><span class=\"MsoFootnoteReference\"><span lang=\"DE\"><span class=\"MsoFootnoteReference\"><span class=\"c5\" lang=\"DE\"> [84]<\/span><\/span><\/span><\/span><\/a> <em><span class=\"c32\" lang=\"DE\">Die Zeit (Wien),<\/span><\/em> <span class=\"c32\" lang=\"DE\">7. Jahr, Nr. 2020, Fr., 8.5.1908, S. 6-7. Weitere, meist gleichlautende Berichte \u00fcber den Proze\u00df finden sich in: <em>Illustriertes Wiener Extrablatt,<\/em> Jg. 37, Nr. 127, 8. 5. 1908, S. 14; <em>BC, <\/em>Nr. 20<em>,<\/em> 13.5.1908, S. 276; <em>B\u00f6rsenblatt, <\/em>Nr. 112, 15.5.1908, S. 5451; <em>WZ<\/em>, 8.5.1908; <em>NWT,<\/em> 8.5.1908, S. 12.<\/span><\/p>\n<\/div>\n<div id=\"ftn85\">\n<p class=\"MsoFootnoteText c6\"><a href=\"#_ftnref85\" name=\"_ftn85\"><span class=\"MsoFootnoteReference\"><span lang=\"DE\"><span class=\"MsoFootnoteReference\"><span class=\"c5\" lang=\"DE\"> [85]<\/span><\/span><\/span><\/span><\/a> <span class=\"c32\" lang=\"DE\">Zum Proze\u00dfverlauf siehe die diversen Berichte, Anm. 138.<\/span><\/p>\n<\/div>\n<div id=\"ftn86\">\n<p class=\"MsoFootnoteText c6\"><a href=\"#_ftnref86\" name=\"_ftn86\"><span class=\"MsoFootnoteReference\"><span lang=\"DE\"><span class=\"MsoFootnoteReference\"><span class=\"c5\" lang=\"DE\"> [86]<\/span><\/span><\/span><\/span><\/a> <span class=\"c32\" lang=\"DE\">So entspricht die von Peter de Mendelssohn mehrfach in Zusammenhang mit Schnitzlers <em>Reigen<\/em> vertretene Ansicht, der Wiener Verlag sei &#8222;vertragsbr\u00fcchig&#8220; gewesen, nicht ganz der Sachlage. Es war kein aktiver, sondern ein passiver Vorgang. Freilich war der Verlag insofern &#8222;vertragsbr\u00fcchig&#8220;, als es \u00fcberhaupt keinen Gesch\u00e4ftsbetrieb mehr gab. (Siehe S. Fischer und sein Verlag. Frankfurt 1970, S. 442 und ders.: Zur Geschichte des &#8220;Reigen&#8220;, in: <em>Almanach. Das sechsundsiebzigste Jahr.<\/em> S. Fischer Verlag, 1962, S. 26.<\/span><\/p>\n<\/div>\n<div id=\"ftn87\">\n<p class=\"MsoFootnoteText c6\"><a href=\"#_ftnref87\" name=\"_ftn87\"><span class=\"MsoFootnoteReference\"><span lang=\"DE\"><span class=\"MsoFootnoteReference\"><span class=\"c5\" lang=\"DE\"> [87]<\/span><\/span><\/span><\/span><\/a> <span class=\"c32\" lang=\"DE\">Siehe BC, Nr. 15, 12. April 1911, S. 191.<\/span><\/p>\n<\/div>\n<div id=\"ftn88\">\n<p class=\"MsoFootnoteText c6\"><a href=\"#_ftnref88\" name=\"_ftn88\"><span class=\"MsoFootnoteReference\"><span lang=\"DE\"><span class=\"MsoFootnoteReference\"><span class=\"c5\" lang=\"DE\"> [88]<\/span><\/span><\/span><\/span><\/a> <span class=\"c32\" lang=\"DE\">Dies geschah mit Unterst\u00fctzung der Gildemeester-Auswanderungs-Hilfsaktion ungef\u00e4hr im J\u00e4nner 1939. Siehe den Akt Fritz Freund in AVA, BMfHuV, VVST, V. A. 40.602. N\u00e4heres zur Gildemeester-Aktion siehe die Ausf\u00fchrungen bei HERBERT ROSENKRANZ, Verfolgung und Selbstbehauptung. Die Juden in \u00d6sterreich 1938-1945. Wien: Herold Verlag, 1978, S. 83f., 191f., 238f.) und JONNY MOSER, Die Katastrophe der Juden in \u00d6sterreich 1938- 1945 &#8211; ihre Voraussetzungen und ihre \u00dcberwindung. In: Der gelbe Stern in \u00d6sterreich. Katalog und Einf\u00fchrung zu einer Dokumentation. Eisenstadt: Edition Roetzer, 1977, S. 67-133; hier S. 122 f. (= Studia judaica austriaca V). Nach Ende des Zweiten Weltkriegs kehrte Freund nach \u00d6sterreich zur\u00fcck, wo er am 8.5.1950 in Wien starb (frdl. Hinweis von Peter Braunwarth).<\/span><\/p>\n<\/div>\n<div id=\"ftn89\">\n<p class=\"MsoFootnoteText c29\"><a href=\"#_ftnref89\" name=\"_ftn89\"><span class=\"MsoFootnoteReference\"><span lang=\"DE\"><span class=\"MsoFootnoteReference\"><span class=\"c5\" lang=\"DE\"> [89]<\/span><\/span><\/span><\/span><\/a> <span class=\"c32\" lang=\"DE\">Siehe <em>B\u00f6rsenblatt,<\/em> Nr. 46, 25.2.1904, S. 1138.<\/span><\/p>\n<\/div>\n<div id=\"ftn90\">\n<p class=\"MsoFootnoteText c6\"><a href=\"#_ftnref90\" name=\"_ftn90\"><span class=\"MsoFootnoteReference\"><span lang=\"DE\"><span class=\"MsoFootnoteReference\"><span class=\"c5\" lang=\"DE\"> [90]<\/span><\/span><\/span><\/span><\/a> <span class=\"c32\" lang=\"DE\">Der &#8222;Neudruck&#8220; mit gr\u00f6\u00dferem Format &#8211; das 36.-40. Tsd. &#8211; erfolgte erst im Dezember 1908. Einige Schnitzler-Forscher vertreten, was die Auflagenh\u00f6he des Reigen im Wiener Verlag betrifft, irrige Ansichten. So l\u00e4\u00dft Renate Wagner, die de Mendelssohns diesbez\u00fcgliche mi\u00dfverst\u00e4ndliche \u00c4u\u00dferungen \u00fcbernimmt, Schnitzlers <em>Reigen<\/em> mit einer Startauflage von 27.000 St\u00fcck am 2. April 1903 erscheinen und die Auflage &#8222;im gleichen Jahr&#8220; auf 40.000 klettern, was ein Unsinn ist. Die 40.000-Marke wurde, wie anfangs erw\u00e4hnt, erst 5 1\/2 Jahre sp\u00e4ter, im Dezember 1908, erreicht, als ein Neudruck veranstaltet wurde. Siehe dazu die entsprechende Anzeige in der BC, Nr. 49, 2.12.1908, S. 736 und RENATE WAGNER, Arthur Schnitzler. Eine Biographie. Wien: Molden, 1981, S. 143.<\/span><\/p>\n<h3 id=\"sprungmarke1\">Erg\u00e4nzungen zur Buchver\u00f6ffentlichung von 1985<\/h3>\n<h3 id=\"erg1\">Neueste Forschungsliteratur<\/h3>\n<h6><\/h6>\n<p>Zu Luigi Kasimir und der Firma <strong>Halm &amp; Goldmann<\/strong>:<\/p>\n<ul style=\"list-style-type: circle;\">\n<li>Catherine Tessmar: Kistenweise Romantik. Kasimir und die Popularisierung des Wien-Bildes<em>. <\/em>In:<em> Alt-Wien. Die Stadt, die niemals war<\/em>. Hrsg. von Wolfgang Kos und Christian Rapp. Wien Museum \u2013 Czernin Verlag 2004, S. 250\u2013257, sowie dies.: <em>Wiener Platzerln. Die Gesch\u00e4fte des K\u00fcnstlers Luigi Kasimir<\/em>. Wien: Czernin Verlag, 2006.<\/li>\n<\/ul>\n<p><strong>Moritz Perles<\/strong>:<\/p>\n<ul style=\"list-style-type: circle;\">\n<li><a href=\"http:\/\/www.murrayhall.com\/content\/articles\/ruehren.pdf\" target=\"_blank\">Murray G. Hall:\u00a0R\u00fchren an den Schlaf der Welt. In: Das j\u00fcdische Echo (Wien), Nummer 1, Vol. XXXV, Oktober 1986, S. 86-98.<\/a><\/li>\n<li>ders.: <a href=\"http:\/\/www.buchforschung.at\/pdf\/MB2002-1.pdf\" target=\"_blank\">Epitaph auf den Verlag Moritz Perles in Wien, 1869\u20131938. Aus Anla\u00df des Todes seines Enkels, Paul S. Perles, am 9. Dezember 2001 in Northbrook, Illinois, U.S.A. In: <em>Mitteilungen der Gesellschaft f\u00fcr Buchforschung in \u00d6sterreich<\/em> 2002-1, S. 12\u201317<\/a>.<\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.wienbibliothek.at\/dokumente\/punkl-daniela.pdf\" target=\"_blank\">Daniela Punkl: Verlag Moritz Perles, k.u.k. Hofbuchhandlung in Wien. Diplomarbeit Univ. Wien 2002<\/a>.<\/li>\n<li>Paul Perles: <em>Looking Back. World History and Personal Recollections 1914-1994<\/em> (Northbrook, o.J.).<\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.austrianposters.at\/2016\/03\/25\/julius-klinger-und-die-verlagsbuchhandlung-moritz-perles-in-wien\/\" target=\"_blank\">Murray G. Hall:\u00a0Julius Klinger und die Verlagsbuchhandlung Moritz Perles in Wien.<\/a><\/li>\n<\/ul>\n<p><strong>Carl Konegen Verlag:<\/strong><\/p>\n<ul style=\"list-style-type: circle;\">\n<li><a href=\"http:\/\/www.wienbibliothek.at\/dokumente\/wessely-daniela.pdf\" target=\"_blank\">Daniela Wessely: Der Verlag von Carl Konegen in Wien unter Ber\u00fccksichtigung der Verlagslandschaft im ausgehenden 19. Jahrhundert. Diplomarbeit Univ. Wien 1997<\/a>.<\/li>\n<\/ul>\n<p>Zur<strong> Berner Konvention:<\/strong><\/p>\n<ul style=\"list-style-type: circle;\">\n<li><a href=\"http:\/\/www.wienbibliothek.at\/sites\/default\/files\/files\/buchforschung\/gerhartl-sybille-urheberrecht.pdf\" target=\"_blank\">Sybille Gerhartl: \u201eVogelfrei\u201c \u2013 Die \u00f6sterreichische L\u00f6sung der Urheberrechtsfrage in der 2. H\u00e4lfte des 19. Jahrhunderts oder Warum es \u00d6sterreich unterlie\u00df, seine Autoren zu sch\u00fctzen. Diplomarbeit Univ. Wien 1995<\/a>.<\/li>\n<\/ul>\n<p><strong>Franz Gr\u00e4ffer:<\/strong><\/p>\n<ul style=\"list-style-type: circle;\">\n<li><a href=\"http:\/\/www.wienbibliothek.at\/dokumente\/marek_gabriele.pdf\" target=\"_blank\">Gabriele Marek: Die Gr\u00e4ffer\u2019schen Buchhandlungen in Wien. Ein Beitrag zur Firmengeschichte mit dem Versuch einer Rekonstruktion der Verlage von \u201eRudolf Gr\u00e4ffer\u201c, \u201eRudolph Gr\u00e4ffer &amp; Compagnie\u201c, Aloys Blumauer sowie August Gr\u00e4ffer. Wien Diplomarbeit 1996<\/a>.<\/li>\n<\/ul>\n<p><strong>Carl Fromme:<\/strong><\/p>\n<ul style=\"list-style-type: circle;\">\n<li><a href=\"http:\/\/www.wienbibliothek.at\/sites\/default\/files\/files\/buchforschung\/koscher-michael-kalenderverlage.pdf\" target=\"_blank\">Michael Koscher: \u201e(\u2026) noch h\u00fcbscher ausgestattet als der vorige.\u201c \u00dcber Kalender &amp; Kalenderverlage im Wien des 19. Jahrhunderts. Diplomarbeit Univ. Wien 2008<\/a>.<\/li>\n<\/ul>\n<p><strong>Anton Schroll:<\/strong><\/p>\n<ul style=\"list-style-type: circle;\">\n<li><em>Der 100 Jahre-Almanach des Verlages Anton Schroll &amp; Co. 1884-1984.<\/em> Wien: Verlag Anton Schroll 1984.<\/li>\n<\/ul>\n<p><strong>Wilhelm Frick:<\/strong><\/p>\n<ul style=\"list-style-type: circle;\">\n<li><a href=\"http:\/\/www.wienbibliothek.at\/sites\/default\/files\/files\/buchforschung\/fuhs-peter-forstwirtschaft-verlag.pdf\" target=\"_blank\">Peter Fuhs: F\u00fcnf land- und forstwirtschaftliche Fachverlage. Ein Beitrag zum Verlagswesen in \u00d6sterreich. Diplomarbeit Univ. Wien 1996<\/a>.<\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/verlagsgeschichte.murrayhall.com\/wp-content\/uploads\/2015\/09\/Frick.pdf\" target=\"_blank\">Murray G. Hall: 145 Jahre Wilhelm Frick in Wien. In: <em>Mitteilungen der Gesellschaft f\u00fcr Buchforschung in \u00d6sterreich<\/em> 2014-1, S. 57\u201370<\/a>.<\/li>\n<\/ul>\n<p><strong>Manz:<\/strong><\/p>\n<ul style=\"list-style-type: circle;\">\n<li><em>150 Jahre Manz<\/em>. Herausgegeben von der Manz GmbH. Redaktion: Franz Stein, Anton Hilscher. Wien: Manz 1999.<\/li>\n<\/ul>\n<p><strong>Wilhelm Braum\u00fcller:<\/strong><\/p>\n<ul style=\"list-style-type: circle;\">\n<li><a href=\"http:\/\/www.braumueller.at\/shop\/catalog\/download\/BM_Chronik.pdf\" target=\"_blank\">222 Jahre Braum\u00fcller Verlag. Eine kurze Chronik. Wien: Sonderdruck des Wilhelm Braum\u00fcller Verlages, 2005<\/a>.<\/li>\n<\/ul>\n<p><strong><span lang=\"DE\">Wiener Verlag<\/span> <span lang=\"DE\">(Sep.-Cto. L. Rosner):<\/span><\/strong><\/p>\n<ul style=\"list-style-type: circle;\">\n<li>Sandra Schuschnigg: Der L. Rosner Verlag. Diplomarbeit Univ. Wien 1994.<\/li>\n<\/ul>\n<p><strong>Universal-Edition:<\/strong><\/p>\n<ul style=\"list-style-type: circle;\">\n<li><a href=\"http:\/\/verlagsgeschichte.murrayhall.com\/wp-content\/uploads\/2015\/09\/Teschner-Musiktitel.pdf\" target=\"_blank\">Veronika Pfolz: Musiktitel von Richard Teschner. Das Archiv der Universal-Edition als Quelle. In:<em>Mitteilungen der Gesellschaft f\u00fcr Buchforschung in \u00d6sterreich<\/em>\u00a02013-1, S. 31\u201338<\/a>.<\/li>\n<\/ul>\n<p><strong>Styria Verlag:<\/strong><\/p>\n<ul style=\"list-style-type: circle;\">\n<li>Matthias Opis: Eine unbekannte Gr\u00f6\u00dfe. Die Unternehmensgeschichte der Styria Medien AG. Bericht \u00fcber ein laufendes Projekt. In:\u00a0<em>Mitteilungen der Gesellschaft f\u00fcr Buchforschung in \u00d6sterreich<\/em>\u00a02006-2, S. 86\u2013114.<\/li>\n<\/ul>\n<p><strong>Carl Wilhelm Stern:<\/strong><\/p>\n<ul style=\"list-style-type: circle;\">\n<li>Marianne Fischer: Die erotische Literatur und das Gericht. Der Schmutzkampf zu Beginn des 20. Jahrhunderts in Wien. Diss. Univ. Wien 1999. 1 (Gedruckt u.d.T.: <em>Erotische Literatur vor Gericht. Der Schmutzliteraturkampf in Wien des beginnenden 20. Jahrhunderts<\/em>. Wien: Wilhelm Braum\u00fcller 2003.)<\/li>\n<\/ul>\n<p><strong>Deutscher Verlag f\u00fcr Jugend und Volk:<\/strong><\/p>\n<ul style=\"list-style-type: circle;\">\n<li>Bernadette Natter: Der Deutsche Verlag f\u00fcr Jugend &amp; Volk im Zeichen der \u00f6sterreichischen Schulreform. Zur Buchproduktion w\u00e4hrend der ersten gro\u00dfen Schaffensperiode von 1918\u20131938. Diplomarbeit Univ. Wien 2004.<\/li>\n<li>Murray G. Hall: Der Deutsche Verlag f\u00fcr Jugend und Volk 1938\u20131945. In: Harald Jele und Elmar Lenhart (Hrsg.): <em>Literatur &#8211; Politik &#8211; Kritik. Beitr\u00e4ge zur \u00d6sterreichischen Literatur des 20. Jahrhunderts<\/em>. G\u00f6ttingen: Wallstein 2014, S. 56\u201376.<\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/verlagsgeschichte.murrayhall.com\/wp-content\/uploads\/2015\/09\/H\u00f6glhammer-NS-Propaganda.pdf\" target=\"_blank\">Bernhard H\u00f6glhammer: Mobilisierung f\u00fcr den Krieg: NS-Propaganda in ausgew\u00e4hlten Serien und Zeitschriften des Deutschen Verlags f\u00fcr Jugend und Volk. Diplomarbeit Univ. Wien 2015<\/a>.<\/li>\n<\/ul>\n<p><strong>H\u00f6lder-Pichler-Tempsky:<\/strong><\/p>\n<ul style=\"list-style-type: circle;\">\n<li><em>200 Jahre Verlagsbuchhandlung Pichler<\/em>. Wien: Pichler o.J. (1993).<\/li>\n<li>G\u00fcnter Treffer: <em>Drei Jahrhunderte f\u00fcr Schule und Wissenschaft: Der Verlag H\u00f6lder-Pichler-Tempsky und seine Vorg\u00e4nger<\/em>. Wien: H\u00f6lder-Pichler-Tempsky 1990.<\/li>\n<\/ul>\n<p><strong>A. Hartleben:<\/strong><\/p>\n<ul style=\"list-style-type: circle;\">\n<li><a href=\"http:\/\/www.wienbibliothek.at\/sites\/default\/files\/files\/buchforschung\/bruny-martin-hartleben.pdf\" target=\"_blank\">Martin Bruny: Die Verlagsbuchhandlung A. Hartleben. Eine Monographie. Diplomarbeit Univ. Wien 1995<\/a>.<\/li>\n<\/ul>\n<p><strong>Gerlach &amp; Wiedling:<\/strong><\/p>\n<ul style=\"list-style-type: circle;\">\n<li>Friedrich C. Heller: Gerlachs Jugendb\u00fccherei. In: <i>Die Schiefertafel. Zeitschrift f\u00fcr historische Kinderbuchforschung<\/i>, Jg. IV, Heft 3, Dezember 1981, S. 138\u2013162.<\/li>\n<li>Zu \u201eGerlachs Jugendb\u00fccherei\u201c und generell zu allen \u00f6sterreichischen Verlagen, die Kinder- und Jugendb\u00fccher in diesem Zeitraum herausgaben, siehe Friedrich C. Heller in <i>Die bunte Welt. Handbuch zum k\u00fcnstlerisch illustrierten Kinderbuch in Wien, 1890\u20131938.<\/i> Wien: Brandst\u00e4tter 2008.<\/li>\n<\/ul>\n<p><strong>Gerold:<\/strong><\/p>\n<ul style=\"list-style-type: circle;\">\n<li>Ingrid Jeschke: Der Verlag Carl Gerold\u2018s Sohn. Diss. Wien 1990.<\/li>\n<\/ul>\n<p><b>Ed. H\u00f6lzel:<\/b><\/p>\n<ul style=\"list-style-type: circle;\">\n<li><i>Ed. H\u00f6lzel 1844\u20131969. Zum 125j\u00e4hrigen Bestand des Hauses am 15. Oktober 1969<\/i>. Wien: Ed. H\u00f6lzel 1969.<\/li>\n<\/ul>\n<h3 id=\"erg2\">Illustrationen<\/h3>\n<h6><\/h6>\n<p><strong>Anton Schroll &amp; Co. (L. W. Seidel):<\/strong><\/p>\n\n\t\t<style type=\"text\/css\">\n\t\t\t#gallery-2 {\n\t\t\t\tmargin: auto;\n\t\t\t}\n\t\t\t#gallery-2 .gallery-item {\n\t\t\t\tfloat: left;\n\t\t\t\tmargin-top: 10px;\n\t\t\t\ttext-align: center;\n\t\t\t\twidth: 33%;\n\t\t\t}\n\t\t\t#gallery-2 img {\n\t\t\t\tborder: 2px solid #cfcfcf;\n\t\t\t}\n\t\t\t#gallery-2 .gallery-caption {\n\t\t\t\tmargin-left: 0;\n\t\t\t}\n\t\t\t\/* see gallery_shortcode() in wp-includes\/media.php *\/\n\t\t<\/style>\n\t\t<div id='gallery-2' class='gallery galleryid-38 gallery-columns-3 gallery-size-thumbnail'><dl class='gallery-item'>\n\t\t\t<dt class='gallery-icon portrait'>\n\t\t\t\t<a href='http:\/\/verlagsgeschichte.murrayhall.com\/?attachment_id=2203'><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"150\" height=\"150\" src=\"http:\/\/verlagsgeschichte.murrayhall.com\/wp-content\/uploads\/2015\/09\/LWSeidel2-150x150.jpg\" class=\"attachment-thumbnail size-thumbnail\" alt=\"\" aria-describedby=\"gallery-2-2203\" \/><\/a>\n\t\t\t<\/dt>\n\t\t\t\t<dd class='wp-caption-text gallery-caption' id='gallery-2-2203'>\n\t\t\t\tLudwig Seidel\n\t\t\t\t<\/dd><\/dl><dl class='gallery-item'>\n\t\t\t<dt class='gallery-icon portrait'>\n\t\t\t\t<a href='http:\/\/verlagsgeschichte.murrayhall.com\/?attachment_id=2202'><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"150\" height=\"150\" src=\"http:\/\/verlagsgeschichte.murrayhall.com\/wp-content\/uploads\/2015\/09\/LWSeidel1-150x150.jpg\" class=\"attachment-thumbnail size-thumbnail\" alt=\"\" aria-describedby=\"gallery-2-2202\" \/><\/a>\n\t\t\t<\/dt>\n\t\t\t\t<dd class='wp-caption-text gallery-caption' id='gallery-2-2202'>\n\t\t\t\tLudwig Wilhelm Seidel\n\t\t\t\t<\/dd><\/dl><dl class='gallery-item'>\n\t\t\t<dt class='gallery-icon portrait'>\n\t\t\t\t<a href='http:\/\/verlagsgeschichte.murrayhall.com\/?attachment_id=2200'><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"150\" height=\"150\" src=\"http:\/\/verlagsgeschichte.murrayhall.com\/wp-content\/uploads\/2015\/09\/LWSeidel3-150x150.jpg\" class=\"attachment-thumbnail size-thumbnail\" alt=\"\" aria-describedby=\"gallery-2-2200\" \/><\/a>\n\t\t\t<\/dt>\n\t\t\t\t<dd class='wp-caption-text gallery-caption' id='gallery-2-2200'>\n\t\t\t\tGesch\u00e4ftsauslage L. W. Seidel\n\t\t\t\t<\/dd><\/dl><br style=\"clear: both\" \/>\n\t\t<\/div>\n\n<p><strong>Verlags- und Kommissionsbuchhandlung Carl Konegen<\/strong>:<\/p>\n\n\t\t<style type=\"text\/css\">\n\t\t\t#gallery-4 {\n\t\t\t\tmargin: auto;\n\t\t\t}\n\t\t\t#gallery-4 .gallery-item {\n\t\t\t\tfloat: left;\n\t\t\t\tmargin-top: 10px;\n\t\t\t\ttext-align: center;\n\t\t\t\twidth: 100%;\n\t\t\t}\n\t\t\t#gallery-4 img {\n\t\t\t\tborder: 2px solid #cfcfcf;\n\t\t\t}\n\t\t\t#gallery-4 .gallery-caption {\n\t\t\t\tmargin-left: 0;\n\t\t\t}\n\t\t\t\/* see gallery_shortcode() in wp-includes\/media.php *\/\n\t\t<\/style>\n\t\t<div id='gallery-4' class='gallery galleryid-38 gallery-columns-1 gallery-size-thumbnail'><dl class='gallery-item'>\n\t\t\t<dt class='gallery-icon portrait'>\n\t\t\t\t<a href='http:\/\/verlagsgeschichte.murrayhall.com\/?attachment_id=2233'><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"150\" height=\"150\" src=\"http:\/\/verlagsgeschichte.murrayhall.com\/wp-content\/uploads\/2015\/09\/Ernst-St\u00fclpnagel-150x150.jpg\" class=\"attachment-thumbnail size-thumbnail\" alt=\"\" aria-describedby=\"gallery-4-2233\" \/><\/a>\n\t\t\t<\/dt>\n\t\t\t\t<dd class='wp-caption-text gallery-caption' id='gallery-4-2233'>\n\t\t\t\tErnst St\u00fclpnagel (Zeichnung von Alfred Gerstenbrand\n1922)\n\t\t\t\t<\/dd><\/dl><br style=\"clear: both\" \/>\n\t\t<\/div>\n\n<p><strong>Moritz Perles<\/strong>:<\/p>\n\n\t\t<style type=\"text\/css\">\n\t\t\t#gallery-6 {\n\t\t\t\tmargin: auto;\n\t\t\t}\n\t\t\t#gallery-6 .gallery-item {\n\t\t\t\tfloat: left;\n\t\t\t\tmargin-top: 10px;\n\t\t\t\ttext-align: center;\n\t\t\t\twidth: 33%;\n\t\t\t}\n\t\t\t#gallery-6 img {\n\t\t\t\tborder: 2px solid #cfcfcf;\n\t\t\t}\n\t\t\t#gallery-6 .gallery-caption {\n\t\t\t\tmargin-left: 0;\n\t\t\t}\n\t\t\t\/* see gallery_shortcode() in wp-includes\/media.php *\/\n\t\t<\/style>\n\t\t<div id='gallery-6' class='gallery galleryid-38 gallery-columns-3 gallery-size-thumbnail'><dl class='gallery-item'>\n\t\t\t<dt class='gallery-icon portrait'>\n\t\t\t\t<a href='http:\/\/verlagsgeschichte.murrayhall.com\/?attachment_id=2237'><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"150\" height=\"150\" src=\"http:\/\/verlagsgeschichte.murrayhall.com\/wp-content\/uploads\/2015\/09\/Wie-kam-ich-zur-Welt-M\u00e4dchen-150x150.jpg\" class=\"attachment-thumbnail size-thumbnail\" alt=\"\" aria-describedby=\"gallery-6-2237\" \/><\/a>\n\t\t\t<\/dt>\n\t\t\t\t<dd class='wp-caption-text gallery-caption' id='gallery-6-2237'>\n\t\t\t\tAufkl\u00e4rungsb\u00fccher anno 1921\n\t\t\t\t<\/dd><\/dl><dl class='gallery-item'>\n\t\t\t<dt class='gallery-icon portrait'>\n\t\t\t\t<a href='http:\/\/verlagsgeschichte.murrayhall.com\/?attachment_id=2238'><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"150\" height=\"150\" src=\"http:\/\/verlagsgeschichte.murrayhall.com\/wp-content\/uploads\/2015\/09\/Perles-Klinger-1926-150x150.jpg\" 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href='http:\/\/verlagsgeschichte.murrayhall.com\/?attachment_id=2240'><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"150\" height=\"150\" src=\"http:\/\/verlagsgeschichte.murrayhall.com\/wp-content\/uploads\/2015\/09\/Perles-Literaturalmanach1922-150x150.jpg\" class=\"attachment-thumbnail size-thumbnail\" alt=\"\" aria-describedby=\"gallery-6-2240\" \/><\/a>\n\t\t\t<\/dt>\n\t\t\t\t<dd class='wp-caption-text gallery-caption' id='gallery-6-2240'>\n\t\t\t\tLiterarischer Almanach f\u00fcr 1922\n\t\t\t\t<\/dd><\/dl><dl class='gallery-item'>\n\t\t\t<dt class='gallery-icon portrait'>\n\t\t\t\t<a href='http:\/\/verlagsgeschichte.murrayhall.com\/?attachment_id=2241'><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"150\" height=\"150\" src=\"http:\/\/verlagsgeschichte.murrayhall.com\/wp-content\/uploads\/2015\/09\/Perles-Signet-150x150.jpg\" class=\"attachment-thumbnail size-thumbnail\" alt=\"\" aria-describedby=\"gallery-6-2241\" \/><\/a>\n\t\t\t<\/dt>\n\t\t\t\t<dd class='wp-caption-text gallery-caption' id='gallery-6-2241'>\n\t\t\t\tVerlag Moritz Perles-Signet\n\t\t\t\t<\/dd><\/dl><dl class='gallery-item'>\n\t\t\t<dt class='gallery-icon portrait'>\n\t\t\t\t<a href='http:\/\/verlagsgeschichte.murrayhall.com\/?attachment_id=2242'><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"150\" height=\"150\" src=\"http:\/\/verlagsgeschichte.murrayhall.com\/wp-content\/uploads\/2015\/09\/Wie-kam-ich-zur-Welt-Knaben-150x150.jpg\" class=\"attachment-thumbnail size-thumbnail\" alt=\"\" aria-describedby=\"gallery-6-2242\" \/><\/a>\n\t\t\t<\/dt>\n\t\t\t\t<dd class='wp-caption-text gallery-caption' id='gallery-6-2242'>\n\t\t\t\tAufkl\u00e4rungsb\u00fccher anno 1921\n\t\t\t\t<\/dd><\/dl><br style=\"clear: both\" \/><dl class='gallery-item'>\n\t\t\t<dt class='gallery-icon portrait'>\n\t\t\t\t<a href='http:\/\/verlagsgeschichte.murrayhall.com\/?attachment_id=2152'><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"150\" height=\"150\" src=\"http:\/\/verlagsgeschichte.murrayhall.com\/wp-content\/uploads\/2015\/09\/Perles-Vom-Lachen-150x150.jpg\" class=\"attachment-thumbnail size-thumbnail\" alt=\"\" aria-describedby=\"gallery-6-2152\" \/><\/a>\n\t\t\t<\/dt>\n\t\t\t\t<dd class='wp-caption-text gallery-caption' id='gallery-6-2152'>\n\t\t\t\tPerles &#8222;Vom Lachen im Kriege&#8220;\n\t\t\t\t<\/dd><\/dl><dl class='gallery-item'>\n\t\t\t<dt class='gallery-icon landscape'>\n\t\t\t\t<a href='http:\/\/verlagsgeschichte.murrayhall.com\/?attachment_id=2304'><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"150\" height=\"150\" src=\"http:\/\/verlagsgeschichte.murrayhall.com\/wp-content\/uploads\/2015\/09\/Perles-Kochbuch-150x150.jpg\" class=\"attachment-thumbnail size-thumbnail\" alt=\"\" aria-describedby=\"gallery-6-2304\" \/><\/a>\n\t\t\t<\/dt>\n\t\t\t\t<dd class='wp-caption-text gallery-caption' id='gallery-6-2304'>\n\t\t\t\tPerles Kochbuch\n\t\t\t\t<\/dd><\/dl><dl class='gallery-item'>\n\t\t\t<dt class='gallery-icon landscape'>\n\t\t\t\t<a href='http:\/\/verlagsgeschichte.murrayhall.com\/?attachment_id=2305'><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"150\" height=\"150\" src=\"http:\/\/verlagsgeschichte.murrayhall.com\/wp-content\/uploads\/2015\/09\/Perles-Zeitschriften-Raum-Anzeige-150x150.jpg\" class=\"attachment-thumbnail size-thumbnail\" alt=\"\" aria-describedby=\"gallery-6-2305\" \/><\/a>\n\t\t\t<\/dt>\n\t\t\t\t<dd class='wp-caption-text gallery-caption' id='gallery-6-2305'>\n\t\t\t\tPerles Zeitschriften-Raum Anzeige\n\t\t\t\t<\/dd><\/dl><br style=\"clear: both\" \/>\n\t\t<\/div>\n\n<p><strong>Deutscher Verlag f\u00fcr Jugend und Volk:<\/strong><\/p>\n\n\t\t<style type=\"text\/css\">\n\t\t\t#gallery-8 {\n\t\t\t\tmargin: auto;\n\t\t\t}\n\t\t\t#gallery-8 .gallery-item {\n\t\t\t\tfloat: left;\n\t\t\t\tmargin-top: 10px;\n\t\t\t\ttext-align: center;\n\t\t\t\twidth: 33%;\n\t\t\t}\n\t\t\t#gallery-8 img {\n\t\t\t\tborder: 2px solid #cfcfcf;\n\t\t\t}\n\t\t\t#gallery-8 .gallery-caption {\n\t\t\t\tmargin-left: 0;\n\t\t\t}\n\t\t\t\/* see gallery_shortcode() in wp-includes\/media.php *\/\n\t\t<\/style>\n\t\t<div id='gallery-8' class='gallery galleryid-38 gallery-columns-3 gallery-size-thumbnail'><dl class='gallery-item'>\n\t\t\t<dt class='gallery-icon portrait'>\n\t\t\t\t<a href='http:\/\/verlagsgeschichte.murrayhall.com\/?attachment_id=2301'><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"150\" height=\"150\" src=\"http:\/\/verlagsgeschichte.murrayhall.com\/wp-content\/uploads\/2015\/09\/DVJV-Anzeige-1932-150x150.jpg\" class=\"attachment-thumbnail size-thumbnail\" alt=\"\" aria-describedby=\"gallery-8-2301\" \/><\/a>\n\t\t\t<\/dt>\n\t\t\t\t<dd class='wp-caption-text gallery-caption' id='gallery-8-2301'>\n\t\t\t\tDVJV Anzeige 1932\n\t\t\t\t<\/dd><\/dl>\n\t\t\t<br style='clear: both' \/>\n\t\t<\/div>\n\n<\/div>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>I. Entwicklung des Verlagsbuchhandels in \u00d6sterreich bis 1918 1. Historischer Abri\u00df 2. Behinderungen in der Entwicklung vor 1918 a) Verlag, Urheberrecht und Berner Konvention b) Das neue Gesetz 1895 c) Exkurs \u00fcber die Berner Convention d) Folgen und Auswirkungen des mangelnden Schutzes e) Gr\u00fcnde f\u00fcr den Nicht-Beitritt f) Weiterentwicklung in\u2026<\/p>\n<p> <a class=\"continue-reading-link\" href=\"http:\/\/verlagsgeschichte.murrayhall.com\/?page_id=38\"><span>Continue reading<\/span><i class=\"crycon-right-dir\"><\/i><\/a> <\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"parent":26,"menu_order":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","template":"","meta":{"footnotes":""},"class_list":["post-38","page","type-page","status-publish","hentry"],"_links":{"self":[{"href":"http:\/\/verlagsgeschichte.murrayhall.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages\/38","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"http:\/\/verlagsgeschichte.murrayhall.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages"}],"about":[{"href":"http:\/\/verlagsgeschichte.murrayhall.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/page"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/verlagsgeschichte.murrayhall.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/verlagsgeschichte.murrayhall.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=38"}],"version-history":[{"count":101,"href":"http:\/\/verlagsgeschichte.murrayhall.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages\/38\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":2579,"href":"http:\/\/verlagsgeschichte.murrayhall.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages\/38\/revisions\/2579"}],"up":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/verlagsgeschichte.murrayhall.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages\/26"}],"wp:attachment":[{"href":"http:\/\/verlagsgeschichte.murrayhall.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=38"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}