{"id":411,"date":"2015-09-06T19:26:19","date_gmt":"2015-09-06T17:26:19","guid":{"rendered":"http:\/\/verlagsgeschichte.murrayhall.com\/?page_id=411"},"modified":"2015-11-21T17:56:34","modified_gmt":"2015-11-21T15:56:34","slug":"verlag-andreas-pichl","status":"publish","type":"page","link":"http:\/\/verlagsgeschichte.murrayhall.com\/?page_id=411","title":{"rendered":"Verlag Andreas Pichl"},"content":{"rendered":"<h3>Verlag Andreas Pichl, Stern im Osten-Verlag (Wien)<a href=\"#_ftn1\" name=\"_ftnref1\"><span style=\"font-size: 0.7em; vertical-align: top;\">[1]<\/span><\/a><\/h3>\n<h6><\/h6>\n<ul class=\"overview\">\n<li class=\"overview\"><a class=\"none\" href=\"#Heading1\" target=\"_self\">Die Produktion<\/a><\/li>\n<\/ul>\n<p>Der &#8222;Verlag Andreas Pichl&#8220; war blo\u00df ein Gesch\u00e4ftszweig innerhalb des am 1. September 1908 in Wien gegr\u00fcndeten Sortimentsgesch\u00e4ftes bzw. der Zentralbuchhandlung f\u00fcr Okkultismus in Wien 6., Linke Wienzeile 8.<a href=\"#_ftn2\" name=\"_ftnref2\"><span class=\"Reference\">[2]<\/span><\/a> Der Inhaber und Gr\u00fcnder war der am 15.9.1868 in Wien geborene Andreas Pichl, der nach 26j\u00e4hriger buchh\u00e4ndlerischer T\u00e4tigkeit sich selbst\u00e4ndig machte. In seiner Buchhandlung pflegte er insbesondere Literatur okkulter, mystischer Richtung und bet\u00e4tigte sich auch als Organisator gleichgerichteter Bewegungen. Pichl war Pr\u00e4sident der Karl du Prel-Gemeinde, des Sammelpunkts okkulter Schriftsteller und Forscher. 1921 wurde dem Unternehmen eine Konzert-Direktion angegliedert, die auch zahlreiche Vortr\u00e4ge ausl\u00e4ndischer Forscher auf okkultem Gebiete vermittelte.<\/p>\n<p>Als der Firmengr\u00fcnder Pichl am 23.5.1932 in Wien starb, wurde das Unternehmen als &#8222;Witwenfortbetrieb&#8220; von der Gattin Maria (\u2020 23.6.1945) und dem Sohn Andreas jun. (* 3.8.1896) weitergef\u00fchrt. Das Schicksal der Buchhandlung war mit dem &#8222;Anschlu\u00df&#8220; besiegelt, wie es in einem Schreiben der Zwangsgilde der Wiener Buch-, Kunst- und Musikalienh\u00e4ndler an das Reichspropagandaamt vom 12.7.1938 u.a. hei\u00dft:<\/p>\n<p class=\"zitat\">Frau Pichl ist J\u00fcdin, so da\u00df die Weiterf\u00fchrung der Buchhandlung durch sie nicht mehr in Frage kommt. Sie \u00fcbergab daher das Gesch\u00e4ft ihrem Sohn Andreas Pichl, der Mischling ersten Grades ist. (&#8230;) Die Buchhandlung Pichl ist ein kleines Unternehmen, dessen Fortbestand nicht notwendig ist. (&#8230;)<a href=\"#_ftn3\" name=\"_ftnref3\"><span class=\"Reference\">[3]<\/span><\/a><\/p>\n<p>Das Ansuchen des Pichl jun. um die (f\u00fcr den Betrieb einer Buchhandlung bzw. eines Verlags erforderliche) Aufnahme in die RSK wurde &#8222;aus grunds\u00e4tzlichen Erw\u00e4gungen&#8220; abgelehnt. Daf\u00fcr durfte er den Buchhandel bis zum 30. September 1938 aus\u00fcben &#8211; aber nicht l\u00e4nger.<\/p>\n<h3><a class=\"none\" name=\"Heading1\"><\/a> Die Produktion<\/h3>\n<p>Von einer Verlagsproduktion in diesem Fall zu sprechen, scheint nicht ganz zutreffend zu sein, zumal die Verlagswerke &#8211; soweit sie erfa\u00dft werden konnten &#8211; nur sehr sporadisch erschienen. 1919 etwa erschienen im &#8222;Stern im Osten-Verlag&#8220; gleich vier (nicht belletristische) Werke, die sich alle mit okkulten Themen befa\u00dften. Beispiele sind: R. Mader, <em>Die sch\u00f6nsten Werke du Prel&#8220;s <\/em>(= Schriften der Karl du Prel-Gemeinde, Wien 1) oder Boris Sandloff, <em>Wie werde ich Telepath? Praktische Anleitung<\/em>.<\/p>\n<p>Etwa zehn Jahre sp\u00e4ter lassen sich Werke aus dem Verlag Andreas Pichl wieder nachweisen. Der alleinige Verlagsautor hei\u00dft Ludwig Tr\u00f6nle (* 1.5.1882, Wien), im Hauptberuf Senatsrat der Gemeinde Wien. In dessen unver\u00f6ffentlichten Erinnerungen <em>Meine Erlebnisse als Dramatiker <\/em>(1955)<a href=\"#_ftn4\" name=\"_ftnref4\"><span class=\"Reference\">[4]<\/span><\/a> findet man mehrere Bez\u00fcge zum &#8222;Verlag Andreas Pichl&#8220; einerseits und zu den dort erschienenen Werken <em>(Atreus. Trag\u00f6die; Der rote Caesar. Drama; Etepetete\/Das B\u00fchnent\u00fcrl) <\/em>andererseits:<\/p>\n<p class=\"zitat\">Ich liess es [Atreus] 1928 [richtig: 1929] bei Andreas Pichl (einem Traumb\u00fcchlverlag) als Buch erscheinen (&#8230;) (S. 6)<\/p>\n<p>An einer anderen Stelle hei\u00dft es:<\/p>\n<p class=\"zitat\">Ich liess das Drama [Der rote Caesar] zugleich mit dem &#8222;Atreus&#8220; bei Pichl erscheinen und schickte es an die B\u00fchnen aus. (S. 8)<\/p>\n<p>1933 hatte Tr\u00f6nle eine weitere Kom\u00f6die <em>Etepetete <\/em>(sp\u00e4ter umbenannt in: <em>Das B\u00fchnent\u00fcrl), <\/em>f\u00fcr die er einen Verleger brauchte:<\/p>\n<p class=\"zitat\">Ich h\u00e4tte das Lustspiel abliegen lassen sollen, dann w\u00e4re manches Ungeschlachte daraus entfernt worden, aber ich liess es bei Pichl erscheinen und verschickte das kleine B\u00fchnenmanuskript, so wie es war. (S. 10)<\/p>\n<p>Mit einiger Wahrscheinlichkeit kann man annehmen, da\u00df der Autor selber die Druckkosten zahlte und die Auflage kaum mehr als ein paar hundert Exemplare &#8211; wenn \u00fcberhaupt so viel &#8211; betrug.<\/p>\n<p>Ansonsten lie\u00df sich blo\u00df ein einziges Werk nachweisen, n\u00e4mlich eines aus dem Fachgebiet Pichls: J.v. T\u00fcbinger, <em>Die Offenbarung des Johannes. Eine sozialpolitische Auslegung. Die kommenden gesellschaftlichen Umw\u00e4lzungen. <\/em>.(1932)<a href=\"#_ftn5\" name=\"_ftnref5\"><span class=\"Reference\">[5]<\/span><\/a><\/p>\n<p>Viel mehr scheint vom &#8222;Teilzeitverleger&#8220; Andreas Pichl nicht herausgegeben worden zu sein.<\/p>\n<h3><a class=\"none\" name=\"Heading2\"><\/a> Anmerkungen<\/h3>\n<p class=\"Note\"><a href=\"#_ftnref1\" target=\"text\" name=\"_ftn1\">[1]<\/a> Quellenhinweise: Akt Gremium\/Andreas Pichl; Anzeigen im<em> Anzeiger; <\/em>Nachruf auf Pichl in <em>Anzeiger, <\/em>73. Jg., Nr. 22, 28.5.1932, S. 3.<\/p>\n<p class=\"Note\"><a href=\"#_ftnref2\" target=\"text\" name=\"_ftn2\">[2]<\/a> Der Beitritt zur Korporation erfolgte am 11.5.1908; die Konzession wurde am 22.6.1908 verliehen.<\/p>\n<p class=\"Note\"><a href=\"#_ftnref3\" target=\"text\" name=\"_ftn3\">[3]<\/a> Liegt im Akt Gremium\/Andreas Pichl.<\/p>\n<p class=\"Note\"><a href=\"#_ftnref4\" target=\"text\" name=\"_ftn4\">[4]<\/a> Zitiert nach dem Manuskript in der Wienbibliothek (Signatur: B 137.045).<\/p>\n<p class=\"Note\"><a href=\"#_ftnref5\" target=\"text\" name=\"_ftn5\">[5]<\/a> Dieser Titel war die einzige Erg\u00e4nzung zu den von mir verzeichneten Verlagswerken aus dem Katalog der Deutschen B\u00fccherei, Leipzig.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Verlag Andreas Pichl, Stern im Osten-Verlag (Wien)[1] Die Produktion Der &#8222;Verlag Andreas Pichl&#8220; war blo\u00df ein Gesch\u00e4ftszweig innerhalb des am 1. September 1908 in Wien gegr\u00fcndeten Sortimentsgesch\u00e4ftes bzw. der Zentralbuchhandlung f\u00fcr Okkultismus in Wien 6., Linke Wienzeile 8.[2] Der Inhaber und Gr\u00fcnder war der am 15.9.1868 in Wien geborene Andreas\u2026<\/p>\n<p> <a class=\"continue-reading-link\" href=\"http:\/\/verlagsgeschichte.murrayhall.com\/?page_id=411\"><span>Continue reading<\/span><i class=\"crycon-right-dir\"><\/i><\/a> <\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"parent":149,"menu_order":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","template":"","meta":{"footnotes":""},"class_list":["post-411","page","type-page","status-publish","hentry"],"_links":{"self":[{"href":"http:\/\/verlagsgeschichte.murrayhall.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages\/411","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"http:\/\/verlagsgeschichte.murrayhall.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages"}],"about":[{"href":"http:\/\/verlagsgeschichte.murrayhall.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/page"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/verlagsgeschichte.murrayhall.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/verlagsgeschichte.murrayhall.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=411"}],"version-history":[{"count":2,"href":"http:\/\/verlagsgeschichte.murrayhall.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages\/411\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":1420,"href":"http:\/\/verlagsgeschichte.murrayhall.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages\/411\/revisions\/1420"}],"up":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/verlagsgeschichte.murrayhall.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages\/149"}],"wp:attachment":[{"href":"http:\/\/verlagsgeschichte.murrayhall.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=411"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}