{"id":562,"date":"2015-09-11T20:03:33","date_gmt":"2015-09-11T18:03:33","guid":{"rendered":"http:\/\/verlagsgeschichte.murrayhall.com\/?page_id=562"},"modified":"2017-11-01T11:54:47","modified_gmt":"2017-11-01T09:54:47","slug":"saturn-verlag-phaidon-verlag","status":"publish","type":"page","link":"http:\/\/verlagsgeschichte.murrayhall.com\/?page_id=562","title":{"rendered":"Saturn-Verlag (Phaidon Verlag)"},"content":{"rendered":"<h3>Saturn-Verlag (Phaidon Verlag) (Wien)<a href=\"#_ftn1\" name=\"_ftnref1\"><span style=\"font-size: 0.7em; vertical-align: top;\">[1]<\/span><\/a><\/h3>\n<h6><\/h6>\n<ul class=\"overview\">\n<li class=\"overview\"><a class=\"none\" href=\"#Heading1\" target=\"_self\">Die Produktion<\/a><\/li>\n<li class=\"overview\"><a class=\"none\" href=\"#Heading2\" target=\"_self\">Phaidon-Verlag<\/a><\/li>\n<li class=\"overview\"><a class=\"none\" href=\"#Heading3\" target=\"_self\">Die Produktion<\/a><\/li>\n<li class=\"overview\"><a href=\"#anm1\">Anmerkungen Saturn Verlag<\/a><\/li>\n<li class=\"overview\"><a href=\"#anm2\">Anmerkungen Phaidon Verlag<\/a><\/li>\n<li class=\"overview\"><a href=\"#erg1\">Erg\u00e4nzungen zur Buchver\u00f6ffentlichung von 1985<\/a>\n<ul>\n<li class=\"overview\"><a href=\"#erg2\">Literatur<\/a><\/li>\n<li class=\"overview\"><a href=\"#erg3\">Bildergalerie<\/a><\/li>\n<\/ul>\n<\/li>\n<\/ul>\n<p><a href=\"http:\/\/verlagsgeschichte.murrayhall.com\/wp-content\/uploads\/2015\/09\/Saturn-Verlag1.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-567 alignleft\" src=\"http:\/\/verlagsgeschichte.murrayhall.com\/wp-content\/uploads\/2015\/09\/Saturn-Verlag1-251x300.jpg\" alt=\"Saturn Verlag\" width=\"110\" height=\"131\" srcset=\"http:\/\/verlagsgeschichte.murrayhall.com\/wp-content\/uploads\/2015\/09\/Saturn-Verlag1-251x300.jpg 251w, http:\/\/verlagsgeschichte.murrayhall.com\/wp-content\/uploads\/2015\/09\/Saturn-Verlag1-126x150.jpg 126w, http:\/\/verlagsgeschichte.murrayhall.com\/wp-content\/uploads\/2015\/09\/Saturn-Verlag1.jpg 365w\" sizes=\"auto, (max-width: 110px) 100vw, 110px\" \/><\/a>Die Vorgeschichte zur Gr\u00fcndung des &#8222;Saturn-Verlags&#8220; 1926 ist mit der Gr\u00fcndung des &#8222;Phaidon-Verlags&#8220; identisch, und in diesem Sinne werden die Ausf\u00fchrungen \u00fcber diesen Verlag hier bereits vorweggenommen, nicht zuletzt, weil es gilt, einer Legendenbildung in Sachen &#8222;Phaidon Press&#8220; entgegenzutreten.<\/p>\n<p>Am 13. M\u00e4rz 1922 suchte der am 5.9.1898 in Wien geborene Dr. Fritz Ungar bei der Korporation um eine neue Konzession zum Betrieb einer &#8222;Verlagsbuchhandlung&#8220; in Wien 2., Zirkusgasse 34 an. Im entsprechenden Protokoll liest man: &#8222;Die Firma wird lauten ,Euphorion&#8216;-Verlag.&#8220; Allem Anschein nach wurde das Ansuchen genehmigt. Wie es zur Firmabezeichnung kam und ob der &#8222;Euphorion&#8220;-Verlag \u00fcberhaupt t\u00e4tig wurde, l\u00e4\u00dft sich heute nicht mehr nachweisen.<a href=\"#_ftn2\" name=\"_ftnref2\"><span class=\"Reference\">[2]<\/span><\/a> Es scheint allerdings festzustehen, da\u00df Dr. Fritz Ungar gegen Ende 1922 &#8211; inzwischen waren Dr. B\u00e9la Horovitz und Ludwig Goldscheider als stille Teilhaber eingetreten &#8211; seine Verlagst\u00e4tigkeit aufnahm.<a href=\"#_ftn3\" name=\"_ftnref3\"><span class=\"Reference\">[3]<\/span><\/a> Die ersten Publikationen bestanden aus einer 4b\u00e4ndigen D\u00fcnndruckausgabe von Shakespeares Werken und einer 2b\u00e4ndigen D\u00fcnndruckausgabe von Platon.<\/p>\n<p>Einem Protokoll der Korporation vom 11. April 1923 zufolge lautet die noch nicht handelsgerichtlich protokollierte Firma nun &#8222;Phaidon-Verlag&#8220;. Der Name stammt von Dr. Fritz Ungar. Im Herbst bem\u00fcht sich Ungar um eine im 1. Bezirk zur\u00fcckgelegte Konzession und verlegt noch im selben Jahr seine Konzession vom 2. in den 1. Bezirk (1., Schulerstra\u00dfe 10). Am 4. J\u00e4nner 1924 wird dann die Firma &#8222;Phaidon-Verlag Dr. Fritz Ungar&#8220; unter Register A, Band 12, pagina 170a ins Wiener Handelsregister eingetragen. Etwa ein halbes Jahr sp\u00e4ter, im Sommer 1924, \u00e4ndert sich die Firmabezeichnung in &#8222;Phaidon-Verlag Dr. Ungar, Dr. Horovitz &amp; Co.&#8220; (Eintragung: 14.9.1924), denn als \u00f6ffentliche Gesellschafter sind der Verleger Dr. B\u00e9la Horovitz und der Schriftsteller Ludwig Goldscheider eingetreten. Beginn der OHG: 20. August 1924. Mitte Juli des folgenden Jahres wurde dem Handelsgericht mitgeteilt, da\u00df Ungar und Goldscheider aus der Gesellschaft ausgetreten seien und diese deshalb zu l\u00f6schen sei. Der nunmehrige Alleininhaber Dr. Horovitz f\u00fchrte die Firma unter dem Titel &#8222;Phaidon-Verlag Dr. Horovitz&#8220; weiter.<a href=\"#_ftn4\" name=\"_ftnref4\"><span class=\"Reference\">[4]<\/span><\/a><\/p>\n<p>So weit die Vorgeschichte des Saturn-Verlags und die Geschichte des Phaidon-Verlags bis Ende 1925. Die Geburtsstunde des Saturn-Verlags fiel in den M\u00e4rz 1926:<\/p>\n<p class=\"zitat\">Herr Dr. Fritz Ungar, dem Buchhandel durch seine T\u00e4tigkeit im Phaidon-Verlag Wien, bekannt, setzt nach seinem Ausscheiden aus genannter Firma die Verlagst\u00e4tigkeit unter der Firma &#8222;Saturn-Verlag&#8220;, Dr. Fritz Ungar, mit dem Sitze in Wien, 1., Lichtenfelsgasse 1, fort.<a href=\"#_ftn5\" name=\"_ftnref5\"><span class=\"Reference\">[5]<\/span><\/a><\/p>\n<p>Der Verlag \u00fcbersiedelte wenig sp\u00e4ter nach 1., Ebendorferstra\u00dfe 3, um schlie\u00dflich im August 1929 seinen vorerst endg\u00fcltigen Verbleib in Wien 1., Teinfaltstra\u00dfe 4 zu finden. Der Saturn-Verlag war zun\u00e4chst nicht handelsgerichtlich protokolliert. Erst 1932 trat eine wesentliche \u00c4nderung ein. Anfang September dieses Jahres wurde n\u00e4mlich eine Genossenschaft mit Sitz im Nebenhaus, 1., Teinfaltstra\u00dfe 6 ins Leben gerufen. Am 14. Oktober 1932 wurde die &#8222;,Literarische Verlag&#8220; registrierte Genossenschaft m.b.H.&#8220; unter Gen., Band 28, pagina 243 in das Register f\u00fcr Genossenschaftsfirmen beim Wiener Handelsgericht eingetragen. Gegenstand des Unternehmens war: der Verlag und Vertrieb von B\u00fcchern und sonstigen graphischen Erzeugnissen, und zwar ausschlie\u00dflich von solchen ihrer Mitglieder. Zu den Vorstandsmitgliedern z\u00e4hlten Dr. Fritz Ungar und der Bankbeamte Ludwig Anton Kritsch. Anl\u00e4\u00dflich der konstituierenden Generalversammlung der neuen Verlagsgenossenschaft am 5.9.1932 f\u00fchrte Berthold Rosental namens der Proponenten aus,<\/p>\n<p class=\"zitat\">da\u00df die Gr\u00fcndung der Genossenschaft einem dringenden Bed\u00fcrfnis entspricht, da es insbesondere f\u00fcr einen jungen weniger bekannten Autor bei den heutigen Wirtschaftsverh\u00e4ltnissen nicht m\u00f6glich ist, seine Sch\u00f6pfungen bei einem der bestehenden Verlage unterzubringen. Es sei daher notwendig, eine Verlagsanstalt auf kollektiver Basis zu gr\u00fcnden, welche sich zur Aufgabe machen will, dem literarischen Nachwuchs die M\u00f6glichkeit der Entfaltung zu geben.<a href=\"#_ftn6\" name=\"_ftnref6\"><span class=\"Reference\">[6]<\/span><\/a><\/p>\n<p>Genau zwei Monate sp\u00e4ter (5.11.1932) erfolgte eine a.o. Generalversammlung, bei der beschlossen wurde, die Firma in &#8222;Saturn-Verlag reg. Gen.m.b.H.&#8220; umzubenennen.<a href=\"#_ftn7\" name=\"_ftnref7\"><span class=\"Reference\">[7]<\/span><\/a> Das Handelsgericht lehnte zun\u00e4chst das Ansinnen ab,<a href=\"#_ftn8\" name=\"_ftnref8\"><span class=\"Reference\">[8]<\/span><\/a> so da\u00df die \u00c4nderung erst am 19.5.1933 ins Handelsregister eingetragen wurde.<a href=\"#_ftn9\" name=\"_ftnref9\"><span class=\"Reference\">[9]<\/span><\/a><\/p>\n<p>Bei der ordentlichen Generalversammlung am 10.10.1934 wurde die Bilanz f\u00fcr das erste Gesch\u00e4ftsjahr 1933 pr\u00e4sentiert.<a href=\"#_ftn10\" name=\"_ftnref10\"><span class=\"Reference\">[10]<\/span><\/a> Die Bilanz wies einen &#8211; wenn auch kleinen &#8211; Verlust auf, der auf Darlehen und diverse Verbindlichkeiten zur\u00fcckzuf\u00fchren war.<\/p>\n<p>Am 2. August 1937 erfolgte die amtswegige Aufl\u00f6sung dieser Verlagsanstalt. Der Firmawortlaut war nunmehr, wie es im Handelsregister trocken hei\u00dft: Saturn-Verlag reg. Gen.m.b.H. in Liquidation. Es handelt sich hier um eine technische Panne, die die St\u00e4ndestaat-Gesetzgebung beg\u00fcnstigte und das Genossenschaftswesen 1934 bzw. 1936 im allgemeinen Spielraum einengte. Um die staatliche Kontrolle auszuweiten, entsann man sich eines Gesetzes aus dem Jahre 1903. Stichwort: Revision bzw. Revisionsverband. 1936 &#8222;beschlo\u00df&#8220; der &#8222;Bundestag&#8220; ein Gesetz, wonach jede Firma aufgefordert wurde, binnen sechs Monaten, &#8222;dem Registergerichte nachzuweisen, da\u00df sie in einen solchen Revisionsverband aufgenommen worden&#8220; sei.<a href=\"#_ftn11\" name=\"_ftnref11\"><span class=\"Reference\">[11]<\/span><\/a> Widrigenfalls w\u00fcrde die Firma liquidiert. Das vers\u00e4umte der Saturn-Verlag wohl unbewu\u00dft, wiewohl er bis M\u00e4rz 1938 aktiv blieb.<a href=\"#_ftn12\" name=\"_ftnref12\"><span class=\"Reference\">[12]<\/span><\/a> Im Registerakt findet sich ein Schreiben von Ungar und Kritsch im Namen des Saturn-Verlags vom 8.6.1938, in dem um eine Streichung ihrer Namen aus dem Handelsregister gebeten wird. Im Juli 1938 &#8222;verkaufte&#8220; Dr. Fritz Ungar den Saturn-Verlag an den einzigen &#8222;arischen&#8220; Verlags-angestellten, Theo L. Goerlitz. (Auf die &#8222;Arisierung&#8220; des Verlags wurde an anderer Stelle n\u00e4her eingegangen.) Am 30.9.1938 wurde schlie\u00dflich der &#8222;Saturn-Verlag reg. Gen.m.b.H.&#8220; aus dem Handelsregister gel\u00f6scht.<\/p>\n<h3><a class=\"none\" name=\"Heading1\"><\/a> Die Produktion<\/h3>\n<p>In Ermangelung von Verlagsverzeichnissen war es nicht m\u00f6glich, den Produktionsumfang des Saturn-Verlags 1926-1938 genau zu bestimmen. Nachgewiesen werden konnten jedenfalls etwas mehr als 70 Titel, wobei sich auch hier kein homogenes Bild ergibt. Versucht man, einen Schwerpunkt herauszusuchen, dann scheint Lyrik den Vorzug gehabt zu haben.<\/p>\n<p>Die Produktion begann im 1. Gesch\u00e4ftsjahr 1926 mit \u00dcbersetzungswerken. So \u00fcbertrug Ludwig Goldscheider Romane von O.M. Hueffer und William J. Locke. 1930 erschienen beispielsweise Benjamin Disraelis Byron-Roman <em>Der tolle Lord <\/em>und Heimito Doderers Roman <em>Das Geheimnis des Reichs, <\/em>1931 Disraelis <em>Spiegel des Lebens. <\/em>Eine herausragende Leistung stellt die 1933 begonnene, auf 10 bis 12 B\u00e4nde berechnete Ausgabe der Gesammelten Werke Otto Stoessls dar.<a href=\"#_ftn13\" name=\"_ftnref13\"><span class=\"Reference\">[13]<\/span><\/a> Tats\u00e4chlich erschienen nur vier B\u00e4nde:<\/p>\n<p><em>Arkadia <\/em>(1933) <em>Schelmengeschichten <\/em>(1934) <em>Geist und Gestalt <\/em>(1935) <em>Sch\u00f6pfer <\/em>(1938)<\/p>\n<p>Finanziert wurde diese Ausgabe durch an die 150 Subskribenten.<a href=\"#_ftn14\" name=\"_ftnref14\"><span class=\"Reference\">[14]<\/span><\/a><\/p>\n<p>Im Saturn-Verlag erschienen Lyrikb\u00e4nde von Autoren wie Ernst Waldinger <em>(Die Kuppel, <\/em>1934; <em>Der Gemmenschneider, <\/em>1937), Herbert Strutz <em>(Wanderer im Herbst, <\/em>1932), Marie Wei\u00df, Paul Pawel, Heinrich Kranz, R. Gr\u00fcnberg, Alfred Neumann, N.L. Wollek u.a. Mit Romanen waren u.a. folgende Autoren vertreten: Richard Kapeller, Ernst Meder, Robert Prechtl (= Robert Friedl\u00e4nder), Kurt Sonnenfeld, Hermynia Zur M\u00fchlen <em>(Reise durch ein Leben; Nora hat eine famose Idee), <\/em>Stefan Pollatschek.<\/p>\n<p>In der zweiten Jahresh\u00e4lfte 1934 kam ein in mehrfacher Hinsicht merkw\u00fcrdiges Buch auf den Markt:<\/p>\n<p class=\"zitat\">Das Herz Europas. Ein \u00f6sterreichisches Vortragsbuch. Herausgegeben von Robert Lohan, Walther Maria Neuwirth, Viktor Trautzl. Mit einer kulturkundlichen Einleitung von Oskar Benda.<\/p>\n<p>Die im Titel (er stammt wahrscheinlich vom damaligen Bundespr\u00e4sidenten Wilhelm Miklas) angesprochene N\u00e4he zur \u00d6sterreich-Ideologie des St\u00e4ndestaats wird sowohl im Vorwort als auch im Inhalt vollauf best\u00e4tigt:<\/p>\n<p class=\"zitat\">(&#8230;)<br \/>\nEs ist ein Vortrags- und kein Lesebuch. Auch die Prosast\u00fccke sind Rede oder &#8222;Erz\u00e4hlung&#8220;. \u00d6sterreichischen Feiern will es Programm geben.<br \/>\nDrei Richtlinien waren daher bei der Auswahl ma\u00dfgebend: k\u00fcnstlerische Qualit\u00e4t, Eignung zum Vortrag, deutlicher Bezug auf \u00d6sterreich. (&#8230;)<\/p>\n<p>Das Buch bietet Texte von Autoren, die an sich ein breites politisches und ideologisches Spektrum darstellen. Konservative, Katholische, Nationale &#8211; alle sind vertreten unter dem gemeinsamen Thema. Es nimmt Zeugnisse toter und lebender Dichter auf, l\u00e4\u00dft St\u00e4ndestaatpolitiker zu Wort kommen. Insgesamt besteht das Vortragswerk aus Beitr\u00e4gen von 110 Autoren. Unter den vertretenen Politikern finden sich u.a. Engelbert Dollfu\u00df (&#8222;Werdet brave \u00d6sterreicher!&#8220;; &#8222;Ihr seid \u00d6sterreicher!&#8220;), Kurt Schuschnigg (&#8222;Der Dienst am Deutschtum&#8220;), Ernst Starhemberg (&#8222;Im Dienste des deutschen Volkes&#8220;), Ignaz Seipel (&#8222;Die geistige Arbeit am Wiederaufbau&#8220;), Wilhelm Miklas (&#8222;Das Herz Europas&#8220;; &#8222;Musik als ein Wesensst\u00fcck \u00f6sterreichischer Sendung&#8220;). Auch die \u00f6sterreichische Literatur des 19. Jahrhunderts wurde auf &#8222;\u00d6sterreichisches&#8220; abgetastet: So finden sich Beitr\u00e4ge von Franz Grillparzer (&#8222;Lob \u00d6sterreichs; Mein Vaterland&#8220;), Robert Hamerling (&#8222;Ich liebe mein \u00d6sterreich&#8220;), Friedrich Hebbel (&#8222;\u00d6sterreich&#8220;), Lenau (&#8222;An mein \u00d6sterreich&#8220;), Eichendorff (&#8222;Vivat \u00d6sterreich&#8220;), Anastasius Gr\u00fcn (&#8222;Hymne an \u00d6sterreich&#8220;) usw. Zu den weiteren &#8222;Mitarbeitern&#8220; z\u00e4hlten u.v.a. Peter Rosegger, Hugo von Hofmannsthal, Richard Schaukal, Karl Sch\u00f6nherr, F.K. Ginzkey, Hans N\u00fcchtern, Rudolf Henz, Enrica von Handel-Mazzetti, F. Th. Csokor, Rud. Jer. Kreutz, Oskar Maurus Fontana, Alfred Polgar, Stefan Zweig, Franz Werfel, Hermann Bahr, Felix Salten, Anton Wildgans, Karl Hans Strobl, Maria Grengg, J.F. Perkonig, H.H. Ortner.<\/p>\n<p>Von der Belletristik abgesehen, war das &#8222;Programm&#8220; des Saturn-Verlags recht bunt gemischt. Es erschienen einige Schriften von Herbert M\u00fcller-Guttenbrunn <em>(Mensch und Erde; Weg zur inneren Freiheit), <\/em>Robert L. Ripleys <em>Unglaublich, aber wahr <\/em>(1937), <em>Grillparzers dramatisches Werk <\/em>(1937) von Emil Reich, Wilhelm M\u00fcllers <em>Bahnbrecher der Heilkunde <\/em>(1935), <em>Frau und Propaganda <\/em>und <em>Arzt und Propaganda <\/em>(1936) von Wladimir Eliasberg, Wilhelm B\u00f6rners <em>Politische Zeitfragen in ethischer Beleuchtung <\/em>(1936) und vieles andere mehr.<\/p>\n<p>Ein \u00dcberblick \u00fcber die Produktion einer Reihe von \u00f6sterreichischen Verlagen der drei\u00dfiger Jahre zeigt, da\u00df Lyrikanthologien der Gegenwart sehr beliebt waren. 1934 erschien im Saturn-Verlag der 120 Seiten starke Band <em>\u00d6sterreichische Lyrik der Gegenwart. <\/em>Herausgeber waren zwei Verlagsautoren: Robert Brasch und Rosa Schafer. Was an dieser Anthologie, die weder Inhaltsverzeichnis, Vorwort noch Einleitung hat, auff\u00e4llt, ist die Bandbreite der vertretenen Autoren &#8211; wie im Fall des zitierten Vortragsbuchs. Es findet sich ein einziger Hinweis auf die Entstehung dieser Anthologie: &#8222;Diese Anthologie geht auf eine Anregung des Bundes junger Autoren \u00d6sterreichs zur\u00fcck.&#8220; Insgesamt sind 54 \u00f6sterreichische Autoren vertreten:<\/p>\n<p class=\"zitat\">Richard Beer-Hofmann, Gisela v. Berger, Fritz Brainin, Robert Brasch, Felix Braun, K\u00e4the Braun-Prager, Fritz Br\u00fcgel, Egon Col, Walther Eidlitz, Eugenie Fink, Arthur Fischer-Colbrie, Richard Flatter, Paul Goldscheider, Alfred Gr\u00fcnewald, Harald Peter Gutherz, Rudolf Henz, Martha Hofmann, Emil Arnold-Holm, Alma Johanna Koenig, Theodor Kramer, Rudolf Jeremias Kreutz, Hans Leifhelm, Walter Lindenbaum, Rudolf List, Josef Luitpold, Max Mell, Erika Mitterer, Heinz Nonveiller, Hans N\u00fcchtern, Josef Pechacek, Alfred Pentz, Josef Friedrich Perkonig, Erwin Rieger, Max Roden, Friedrich Sacher, Maria Ditha Santifaller, Theodor Sapper, Rosa Schafer, Richard von Schaukal, Ernst Scheibelreiter, Leo Schmidl, Hans Schneider, Friedrich Schreyvogl, Roland Stern, Otto Stoessl, Herbert Strutz, Heinrich Suso-Waldeck, Kurt Tischler, Ernst Waldinger, Alfred Werner, Paul Wertheimer, Arthur Zanker, Guido Zernatto, Stefan Zweig.<\/p>\n<p>Sonst hatte der Saturn-Verlag kein eindeutiges Profil als belletristischer Verlag. Von den Auflagen der Verlagswerke ist nichts n\u00e4her bekannt, obwohl man durch Heranziehung von Erfahrungswerten nicht fehl in der Annahme geht, da\u00df die Druckauflagen (vielleicht mit Ausnahme der &#8222;\u00d6sterreich&#8220;-Anthologie) gering waren. Nach Einsch\u00e4tzung des damaligen Inhabers waren die Verlagsautoren gro\u00dfteils Juden bzw. Liberale, was zur Folge hatte, da\u00df eine Anzahl von Werken vom reichsdeutschen Markt ausgeschlossen blieb. Der Verlag galt, nebenbei bemerkt, in den Augen v\u00f6lkischer Beobachter als &#8222;Judenverlag&#8220;.<a href=\"#_ftn15\" name=\"_ftnref15\"><span class=\"Reference\">[15]<\/span><\/a> Sogenannte &#8222;belastete B\u00fccher&#8220; spielten demgem\u00e4\u00df auch bei der &#8222;Arisierung&#8220; des Saturn-Verlags eine nicht unbedeutende Rolle, wie an anderer Stelle dieser Arbeit ausgef\u00fchrt wurde. Das bedeutete nat\u00fcrlich, da\u00df der Wert der Firma erheblich schrumpfte. Der Gr\u00fcnder und Inhaber Dr. Fritz Ungar f\u00fchrte den Verlag bis M\u00e4rz 1938. Im Juni 1938 konnte er \u00d6sterreich &#8211; ohne jede finanzielle Entsch\u00e4digung f\u00fcr seinen Verlag &#8211; verlassen. Er ging nach New York, wo er die Frederick Ungar Publishing Co. Inc., eine der erfolgreichsten und angesehensten Verlagsunternehmungen der U.S.A., gr\u00fcndete und aufbaute.<a href=\"#_ftn16\" name=\"_ftnref16\"><span class=\"Reference\">[16]<\/span><\/a><\/p>\n<h3><a class=\"none\" name=\"Heading2\"><\/a> Phaidon-Verlag<\/h3>\n<p><a href=\"http:\/\/verlagsgeschichte.murrayhall.com\/wp-content\/uploads\/2015\/09\/Phaidon-Verlag.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft wp-image-569\" src=\"http:\/\/verlagsgeschichte.murrayhall.com\/wp-content\/uploads\/2015\/09\/Phaidon-Verlag-168x300.jpg\" alt=\"Phaidon Verlag\" width=\"130\" height=\"232\" srcset=\"http:\/\/verlagsgeschichte.murrayhall.com\/wp-content\/uploads\/2015\/09\/Phaidon-Verlag-168x300.jpg 168w, http:\/\/verlagsgeschichte.murrayhall.com\/wp-content\/uploads\/2015\/09\/Phaidon-Verlag-84x150.jpg 84w, http:\/\/verlagsgeschichte.murrayhall.com\/wp-content\/uploads\/2015\/09\/Phaidon-Verlag.jpg 266w\" sizes=\"auto, (max-width: 130px) 100vw, 130px\" \/><\/a>Praktisch seit Beginn des &#8222;Phaidon-Verlag Dr. Horovitz&#8220; \u00e4nderte sich in den Rechtsverh\u00e4ltnissen nichts, das hei\u00dft pr\u00e4ziser: erst im M\u00e4rz 1938. Der Inhaber und seine Frau Lotte hatten sozusagen Gl\u00fcck im Ungl\u00fcck: ob er die zuk\u00fcnftige politische Entwicklung in \u00d6sterreich voraussah oder &#8211; sehen konnte, ist unerheblich. Er war n\u00e4mlich seit dem 18. J\u00e4nner 1938 von Wien abwesend, im J\u00e4nner in London, im Februar in New York und kam Ende Februar wieder nach London zur\u00fcck. Er fand sich also nicht nur Mitte M\u00e4rz in Sicherheit und au\u00dfer Reichweite der Nazis, er hatte au\u00dferdem durch einen noch am 1. M\u00e4rz 1938 mit einem englischen Verlag (George Allen &amp; Unwin) abgeschlossenen Vertrag die Best\u00e4nde des Verlags (Vorr\u00e4te, Rechte etc.) verkauft und die Zahlung hief\u00fcr durch \u00dcberweisung in Pfund erhalten. Also geh\u00f6rte der Phaidon-Verlag am Parkring Nr. 10 nicht mehr dem &#8222;Juden&#8220; Horovitz, was f\u00fcr Raubgierige sicherlich niederschmetternd war.<\/p>\n<p>Was passierte dann nach dem &#8222;Anschlu\u00df&#8220;? Der Verlag erhielt einen kommissarischen Verwalter, richtiger: einen &#8222;wilden Kommissar&#8220;, und obwohl konkrete Unterlagen fehlen, kann man auf Grund von &#8222;Erfahrungswerten&#8220; stark vermuten, da\u00df der Kommissar sich einige Stunden nach dem &#8222;Anschlu\u00df&#8220; im Verlag einfand. Er hie\u00df Walther Scheuermann und hatte, wie an anderer Stelle dargelegt, reiche Erfahrung in der \u00f6sterreichischen Verlagsbranche (Rikola, Speidel etc.). Zu diesem Zeitpunkt war er allerdings Verlagsdirektor und Gesellschafter der Firma &#8222;Tieck-Verlag&#8220; (s.d.), was zu einem bitteren Streit mit seinem Kompagnon Mirko Jelusich f\u00fchrte, der ihm wegen seiner nunmehrigen Leitung des Phaidon-Verlags Vertragsbruch vorwarf. Die beiden gingen rechtlich und gesch\u00e4ftlich getrennte Wege. Obwohl mehr kommissarischer Verwalter von eigener Gnade als sonst etwas, oblag Scheuermann die Pflicht f\u00fcr den (streng genommen: vermeintlichen) Alleininhaber des Phaidon-Verlags Dr. B\u00e9la Horovitz die Verm\u00f6gensanmeldung und f\u00fcr den Verlag die Bilanz-Arbeiten durchzuf\u00fchren. Eine leichte Aufgabe war das nicht, zumal Horovitz im Ausland weilte und wohl nicht geneigt war, in die &#8222;H\u00f6lle&#8220; zur\u00fcckzukehren und weil das private Besitztum an Wertgegenst\u00e4nden usw. noch nicht bekannt war und hier\u00fcber mit Horovitz Korrespondenz gef\u00fchrt werden mu\u00dfte. Daher hat Scheuermann die VVSt um eine Terminverl\u00e4ngerung f\u00fcr die Abgabe der Verm\u00f6gensanmeldung bitten m\u00fcssen. Aber schon sp\u00e4testens am 11. August 1938 fand sich Scheuermann nicht mehr im Amte: er scheint abrupt enthoben worden zu sein. An seiner Statt w\u00fcrde &#8211; offiziell und nach dem Gesetz Nr. 80\/1938 &#8211; eine Frau Irma Pasler, 7., Tulpengasse 6, zum kommissarischen Verwalter des Phaidon-Verlags bestellt. Nur: Erfahrung im Verlagsbuchhandel konnte man ihr nicht nachsagen, was aber in Zeiten wie jenen kein Hindernis war.<\/p>\n<p>Die kommissarische Verwaltung gab dann doch eine Verm\u00f6gensanmeldung f\u00fcr Horovitz ab<a href=\"#_ftn101\" name=\"_ftnref101\"><span class=\"Reference\">[1]<\/span><\/a> , und aus diesem Akt geht hervor, da\u00df Horovitz&#8216; Haushaltseffekten (Leuchter, Gew\u00fcrzbeh\u00e4lter, Silberl\u00f6ffel etc.) oder was von ihnen nicht schon gestohlen worden war, den Weg allen j\u00fcdischen Verm\u00f6gens gingen (\u00a7 14 der Verordnung \u00fcber den Einsatz des j\u00fcdischen Verm\u00f6gens), und zwar ins Dorotheum. Die weiteren Vorg\u00e4nge um den Verlag lassen sich leider nicht genauer rekonstruieren, weil die entsprechende Handelsanmeldung (H.A. 2330\/VI) zwar nachgewiesen, aber nicht aufgefunden werden konnte.<\/p>\n<p>Da\u00df in der NS-B\u00fcrokratie die rechte Hand nicht immer wu\u00dfte, was die linke tat, zeigt die Tatsache, da\u00df noch im Februar 1940 das Finanzamt Innere Stadt Ost\/Reichsfluchtsteuerstelle hinter Horovitz her war!<\/p>\n<p>Mittlerweilen wurde Irma Pasler vom Staatskommissar in der Privatwirtschaft und Leiter der Verm\u00f6gensverkehrsstelle am 28. M\u00e4rz 1939 die Vollmacht als Treuh\u00e4nder f\u00fcr den Phaidon-Verlag \u00fcbergeben (Eintragung: 7.4.1939). Pasler wurde dann aufgefordert, die Firma Phaidon-Verlag im Handelsregister l\u00f6schen zu lassen, und dies geschah am 31. Mai 1939.<\/p>\n<h3><a class=\"none\" name=\"Heading3\"><\/a> Die Produktion<\/h3>\n<p>Die Produktion dieses Individualverlags zwischen 1923 und 1938 l\u00e4\u00dft sich grob in zwei Phasen einteilen &#8211; eine Phase bis 1933 mit der fast ausschlie\u00dflichen Besch\u00e4ftigung mit (tantiemenfreier) Literatur und eine zweite nach 1933 mit dem Schwerpunkt Kunstreproduktion und Kunsthistorisches. In der Anfangsphase des Verlags wiederum (etwa 1923-25) hat der Phaidon-Verlag den Anschein eines neuen &#8222;Klassikerverlags&#8220;. Ein erstes Verlagsvorhaben war die von Ludwig Goldscheider betreute Serie der <em>Phaidon-Drucke, <\/em>die Werke &#8222;freier&#8220; Autoren brachte: Leopold Friedrich G\u00f6ckingk, William Wordsworth, Jonathan Swift, Ovid, Novalis, Meister Eckart, Goethe. Von Kleist verlegte der Verlag 1924 neben <em>Amphitryon <\/em>(Orig.-Lith. von Laszlo Gabor) und <em>Michael Kohlhaas <\/em>(Orig.-Lith. von Erica Ballin-Woltereck) auch eine D\u00fcnndruckausgabe von Kleists <em>S\u00e4mtlichen Werken <\/em>mit Textanordnung von Ludwig Goldscheider. Von Shakespeare war 1923 eine Ausgabe von <em>Ein Sommernachtstraum <\/em>erschienen, gefolgt 1924 von der Ausgabe der <em>S\u00e4mtlichen Dramen <\/em>in vier B\u00e4nden nach der Schlegel-Tieckschen \u00dcbersetzung. Der Phaidon-Verlag verlegte 1924 au\u00dferdem Schillers <em>Die R\u00e4uber, <\/em>Theodor Storms <em>Unter dem Tannenbaum <\/em>und &#8211; aus dem Rahmen fallend &#8211; Ludwig Goldscheiders <em>Ruhe auf der Flucht. Aphorismen und Schlu\u00dfreime. <\/em>In den folgenden Jahren begann das Verlagsprogramm allm\u00e4hlich, lebende Autoren zu ber\u00fccksichtigen. In dieser \u00dcbergangsphase erschien das Werk <em>Thomas Mann. Verfall und \u00dcberwindung <\/em>von Hanne Back, \u00dcbersetzungen von Samuel Butler <em>jenseits der Berge oder Merkw\u00fcrdige Reise ins Land Aipotu; Der Weg allen Fleisches), Deutsche Schriften <\/em>von Martin Luther.<\/p>\n<p>Ungef\u00e4hr ab 1927\/28 tritt eine Wende weg von den &#8222;Klassikern&#8220; zu Gegenwartsautoren hin. 1927 erscheint das allererste Werk im Phaidon-Verlag des Lyrikers, Romanschriftstellers und Literaturkritikers Klabund (d.i. Alfred Henschke), und dieser wird echter &#8222;Verlagsautor&#8220;, indem der Phaidon-Verlag die Rechte auf seine Werke erwirbt. F\u00fcr \u00f6sterreichische Verh\u00e4ltnisse dieser Zeit sind die Auflagenzahlen von Klabunds Werken beachtenswert. Sukzessiv werden seine Werke 1927-1933 &#8211; Henschke starb 1928, erst 38 Jahre alt &#8211; nachgedruckt:<\/p>\n<p>1927: <em>Das Kirschbl\u00fctenfest. Spiel nach dem Japanischen. <\/em>1928: <em>Borgia. Roman einer Familie <\/em>(1931: 46.-95. Tsd.) <em>Totenklage. 30 Sonette; <\/em>1929: <em>Gesammelte Romane; Dichtungen aus dem Osten. Band 1 bis 3; Der Kreidekreis. Spiel in 5 Akten nach dem Chinesischen <\/em>(Volksausgabe 1932)<em>; Rasputin. <\/em>1930: <em>Gesammelte Werke in Einzelausgaben <\/em>(6 B\u00e4nde); <em>Chansons. Streit- und Leidgedichte; Novellen von der Liebe; Literaturgeschichte. Die deutsche und fremde Dichtung von den Anf\u00e4ngen bis zur Gegenwart <\/em>(illustr. Volksausgabe im selben Jahr); <em>Kriegsbuch. <\/em>1932: <em>Bracke. Ein Eulenspiegel-Roman <\/em>(120. Tsd.). 1933: <em>Chinesische Gedichte. Nachdichtungen; Romane der Leidenschaft.<\/em> <em>Moreau. Roman eines Soldaten; Pjotr. Roman eines Zaren; Rasputin. Roman eines D\u00e4mons. Mohammed. Roman eines Propheten. <\/em>(1.-17.Tsd. der Volksausgabe) (zuerst erschienen 1915, 1923, 1917)<\/p>\n<p>1928 erschien ein Essaywerk von Arnold Zweig <em>Herkunft und Zukunft<\/em> sowie der Gedichtband <em>Die Harfe Gottes <\/em>von Hugo Salus, Ludwig Batos <em>Die Juden im alten Wien, <\/em>Herbert Eulenbergs <em>Die letzten Wittelsbacher <\/em>und Alexander Gleichen-Russwurms Novellen <em>Im gr\u00fcnen Salon. <\/em>Im Todesjahr Hofmannsthals erschien dessen <em>Unterhaltungen \u00fcber literarische Gegenst\u00e4nde, <\/em>Knut Hamsuns <em>Der wilde Charakter, <\/em>Heinz Liepmanns Roman <em>N\u00e4chte eines alten Kindes <\/em>und Richard Spechts <em>Die Nase des Herrn Valentin Berger. Tragikom\u00f6die eines Wiener Filmschauspielers <\/em>und <em>Die Probeehe <\/em>von Rudolf Urbantschitsch.<\/p>\n<p>1930 kam eine Reihe von bedeutenden \u00f6sterreichischen Autoren hinzu, vor allem in der neugeschaffenen Reihe <em>Die Gold- und Silberb\u00fccher. <\/em>Hier waren neben Klabund (3 Werke) auch Jakob Wassermann <em>(Die Kunst der Erz\u00e4hlung), <\/em>Hugo Hofmannsthal und Egon Friedell <em>(Kleine Philosophie. Vermischte Meinungen und Spr\u00fcche) <\/em>vertreten. Auch der Literaturkritiker Rudolf Kayser stie\u00df zum Phaidon-Verlag und publizierte bis 1935 drei Werke <em>(Dichterk\u00f6pfe, <\/em>1930; <em>Spinoza. Bildnis eines geistigen Helden, <\/em>1932; <em>Kant, <\/em>1935). Daneben erschienen 1930 Werke von Robert Neumann <em>Passion. Sechs Dichterehen; Panoptikum. Bericht \u00fcber f\u00fcnf Ehen aus der Zeit), <\/em>Leopold Perutz <em>(Herr, erbarme Dich meiner!, Novellen), <\/em>Paul Morand, Heinz Liepmann. Auch Arthur Schnitzler war im Phaidon-Verlag mit einem Werk vertreten <em>(Buch der Spr\u00fcche und Bedenken) <\/em>wie auch der Miteigent\u00fcmer des verwandten Strom-Verlags, Julius Haydu, der drei Romane im Phaidon-Verlag ver\u00f6ffentlichte <em>(Roman der Sonne, <\/em>1928<em>; Jehovas Geburt. Roman, <\/em>1930; <em>Ru\u00dfland 1932, <\/em>1932).<\/p>\n<p>Bis 1933 erschienen zwar weitere Literatur und historische Werke, wie z.B. Eugen Lennhoffs Bestseller <em>Die Freimaurer. Geschichte, Wesen, Wirken und Geheimnis der k\u00f6niglichen Kunst <\/em>(1932) oder Friedrich Oppenheimers Roman <em>Sarajevo <\/em>&#8211; <em>das Schicksal Europas <\/em>(1931), aber ab 1933 erfolgte eine Z\u00e4sur: der Verlag geht nicht nur auf v\u00f6llig unpolitische Werke \u00fcber, er verlagert den Programmschwerpunkt auf Kunst und Kunstgeschichte.<\/p>\n<p>Zuerst aber kurz zu den Verlagsalmanachen, die Ludwig Goldscheider herausgab: der erste Almanach nannte sich <em>Phaidon. Ein Lesebuch, <\/em>erschien 1924 (Impressum: 1925) und enthielt neben Textproben englischer, deutscher und lateinischer Klassiker auch Beitr\u00e4ge von Goldscheider, Hermann Hesse, Wilhelm Sch\u00e4fer, Karl Adler, Rud. Alex. Schr\u00f6der und Otto Stoessl. Mit einer gef\u00e4lligen Aufmachung erschien dann 1928 das <em>Phaidon Lesebuch <\/em>mit Beitr\u00e4gen von Hesse, Stefan Zweig, Peter Altenberg, Leo Perutz, Richarda Huch, Arthur Schnitzler, Franz Blei, A. v. Gleichen-Russwurm, Klabund. Der letzte Almanach, das <em>Phaidon-Lesebuch auf das Jahr 1933, <\/em>spiegelte wie die vorigen Leseb\u00fccher die konservative Linie des Verlags wider, der auf Klassiker bzw. auf arrivierte lebende Autoren setzte (Cald\u00e9ron, Achim v. Arnim, Karl Immermann, Paul Zech, Klabund, William Blake, Theodor Mommsen, H. Hesse usw.). Wie der kurzlebige Versuch mit der <em>Roman-Rundschau <\/em>im Strom-Verlag 1929 auch zeigt, lie\u00df Horovitz die Gegenwartsbelletristik nicht g\u00e4nzlich au\u00dfer acht.<\/p>\n<p>Der Phaidon-Verlag, der in den 30er Jahren etwa 70% seines Absatzes in Deutschland machte und au\u00dferdem viel dort drucken lie\u00df, n\u00fctzte ab 1933 die Gelegenheit, Emigranten Unterschlupf zu gew\u00e4hren, nicht aus.<\/p>\n<p>In diesem Zusammenhang interessant ist der Name Joseph Roth. Es mag verwundern, da\u00df Roth etwa in den 20er Jahren zu keinem \u00f6sterreichischen Verlag (au\u00dfer E.P. Tal) Kontakt ankn\u00fcpfte und bis auf eine einzige Ausnahme (es handelt sich nicht um eine Erstver\u00f6ffentlichung) \u00fcberhaupt nichts in einem \u00f6sterreichischen Verlag erscheinen lie\u00df, vor allem nach 1933 nicht. Auf den Grund wollen wir hier in einem kurzen Exkurs n\u00e4her eingehen. Roth, der sein Leben lang trotz beachtlicher Erfolge auf Geld- und Verlagssuche gewesen zu sein scheint, hat nach dem Biographen David Bronsen, der sich auf eine Mitteilung Oskar Maurus Fontanas in Wien beruft, (vermutlich) 1924 das Manuskript des Romans <em>Hotel Savoy <\/em>an seinen Freund Fontana in Wien, der zeitweise &#8211; wie wir gesehen haben &#8211; als Lektor bei E.P. Tal t\u00e4tig gewesen ist &#8211; zur Begutachtung geschickt. Trotz Fontanas warmer Empfehlung habe Tal sich nicht geneigt gezeigt, &#8222;das Werk eines jungen und unbekannten Autors zu ver\u00f6ffentlichen&#8220;. <a href=\"#_ftn102\" name=\"_ftnref102\"><span class=\"Reference\">[2]<\/span><\/a> Es mu\u00df als Ironie aufgefa\u00dft werden, da\u00df dieses Werk zwar 1924 im Berliner Verlag &#8222;Die Schmiede&#8220; erstver\u00f6ffentlicht wurde, in 2. Auflage aber in \u00d6sterreich und zwar im Phaidon-Verlag erschien.<\/p>\n<p>Dennoch brach Roth seinen Kontakt zu E.P. Tal nicht ab. Das bezeugen einige Stellen in Briefen Roths an Stefan Zweig (z.B. 10.7.1928: &#8222;Ich bin dort [in Wien] durch die Adresse des Herrn E.P. Tal Wien VII. Lindengasse 4 vorl\u00e4ufig zu erreichen.&#8220; (op. cit., S. 133); s. auch 26.12.1928: &#8222;Ich fahre morgen f\u00fcr zwei Tage nach <em>Wien, <\/em>wo meine st\u00e4ndige Adresse: der E.P. Tal-Verlag Lindengasse 4. VII. ist.&#8220; (S. 139). Der Herausgeber der Roth-Briefe deutet nicht im leisesten an, worum es hier gegangen sein kann, wie er den Ben\u00fctzer \u00fcberhaupt oft im Stich l\u00e4\u00dft, wenn es in Briefen &#8222;Roman&#8220; oder &#8222;Buch&#8220; hei\u00dft.<\/p>\n<p>Was der Roth-Forschung bislang entgangen ist, ist die Tatsache, da\u00df das 1930 im M\u00fcnchner Verlag Knorr &amp; Hirth erschienene Buch <em>Panoptikum. Gestalten und Kulissen <\/em>unter einem anderen Titel bei Tal h\u00e4tte erscheinen sollen. In dem Bericht \u00fcber seine &#8222;Reise zu den Wiener Verlegern&#8220;, der am 14. M\u00e4rz 1930 in der <em>Literarischen Welt <\/em>publiziert wurde, schreibt Willy Haas n\u00e4mlich: &#8222;Tal bringt in der n\u00e4chsten Zeit heraus: ein Buch unseres Mitarbeiters Joseph Roth, ,Seine K. und K. Apostolische Majest\u00e4t&#8220; (&#8230;).&#8220; Schon am 4.6.1929 hatte Roth an Zweig geschrieben: &#8222;Schlie\u00dflich m\u00f6chte ich Sie fragen, ob es Ihnen angenehm w\u00e4re, jenen Artikel \u00fcber Franz Joseph &#8211; in meinem Buch wird es ein Kapitel sein &#8211; mit einer W\u00fcrdigung f\u00fcr Sie gedacht zu sehen.&#8220; <a href=\"#_ftn103\" name=\"_ftnref103\"><span class=\"Reference\">[3]<\/span><\/a> Warum Roth von Tal wegging, ist noch nicht gekl\u00e4rt.<\/p>\n<p>Den Kontakt Roths zum Phaidon-Verlag kann ohne weiteres Stefan Zweig vermittelt haben. <a href=\"#_ftn104\" name=\"_ftnref104\"><span class=\"Reference\">[4]<\/span><\/a> Roth an Zweig am 22. September 1930:<\/p>\n<p class=\"zitat\">Herr Dr. Horovitz vom Phaidon-Verlag macht mir den Vorschlag, f\u00fcr RM 3000.- ein Buch zu schreiben. Es soll hei\u00dfen: Der Orientexpre\u00df, und den Zug, seine Passagiere, ihre Hotels und Aufenthaltsorte behandeln. Ich verhandelte mit Kiepenheuer, damit er mir diesen Seitensprung gestattet, da er selbst mir doch jetzt kein Geld mehr geben kann (&#8230;). F\u00fcr den Fall, da\u00df ich mit Dr. Horovitz abschlie\u00dfen kann, habe ich einigerma\u00dfen 2\u00bd Monate versorgt, aber dann mu\u00df ich wieder arbeiten, denn er will das Buch am 1. M\u00e4rz. (op. cit., S. 179)<\/p>\n<p>Wie aus einem Schreiben an Zweig am folgenden Tag hervorgeht, willigte Roth mit Horovitz in einen Vertrag ein, nur wurde daraus kein Roman <em>Der Orientexpre\u00df<\/em>, sondern die 2. Auflage des Romans <em>Hotel Savoy. <\/em>Es scheint aber nicht ausgeschlossen zu sein, da\u00df Horovitz auch den 1924 im Verlag Die Schmiede erschienenen Roman <em>Die Rebellion <\/em>wieder auflegen wollte. In einem Brief Roths aus Paris vom 18.2.1933 hei\u00dft es z.B.:<\/p>\n<p class=\"zitat\">Da Sie f\u00fcr die Rebellion mindestens 1000 Mark bezahlt haben, verlange ich Nachzahlung von nur 100 Schilling f\u00fcr Savoy. Unter uns: Rebellion ist im Druck. F\u00fcr Ihren Hereinfall noch 20 Schilling. Wollen Sie jetzt den Erfolg meiner n\u00e4chsten streng reaktion\u00e4ren B\u00fccher verderben? (op. cit., S. 251)<\/p>\n<p>Bronsen geht auf solche prinzipiellen Fragen nicht ein, und der Kommentarteil zur Briefausgabe ist in solchen Fragen unergiebig. <em>Hotel Savoy <\/em>im Phaidon-Verlag wurde \u00fcbrigens in Leipzig bei Oskar Brandst\u00e4tter (Abteilung Jakob Hegner) gedruckt. <a href=\"#_ftn105\" name=\"_ftnref105\"><span class=\"Reference\">[5]<\/span><\/a><\/p>\n<p>Aber kehren wir nun zum Ausgangspunkt dieses Exkurses zur\u00fcck. Im eben zitierten Brief Roths an B\u00e9la Horovitz vermag der Briefschreiber nach der Macht\u00fcbernahme Hitlers und vor den B\u00fccherverbrennungen die kommenden Entwicklungen vorauszusehen!<\/p>\n<p class=\"zitat\">Bereiten Sie sich mit aller n\u00f6tigen Diskretion darauf vor, da\u00df Sie bald mehrere deutsche Autoren bekommen k\u00f6nnen. Die j\u00fcdischen Verleger in Deutschland werden zusperren. (op. cit., S. 251)<\/p>\n<p>Mit letzterem hatte Roth langfristig recht, nur im Fall Phaidon-Verlag war ein Unterschied zwischen &#8222;bekommen k\u00f6nnen&#8220; und &#8222;aufnehmen wollen&#8220;. Horovitz war bei weitem nicht der einzige \u00f6sterreichische Verleger, der &#8222;vorsichtig&#8220; wurde und den Emigranten, wenn \u00fcberhaupt, nicht sonderlich aufgeschlossen gegen\u00fcberstand. Das freundschaftliche Verh\u00e4ltnis Roths zu Horovitz im Jahre 1933 verwandelte sich ganz allgemein in einen tiefen Ha\u00df, in Verachtung &#8222;j\u00fcdischen&#8220; Verlegern in \u00d6sterreich bis 1938 gegen\u00fcber.<\/p>\n<p>Die Briefe Joseph Roths enthalten eine F\u00fclle von Bemerkungen zu \u00f6sterreichischen Verlegern der 30er Jahre. Seine Einstellung verwandelte sich, wie gesagt, von Freundschaft zu Feindschaft, egal ob Zsolnay, Horovitz, Tal oder Reichner, dem Wiener Verleger Stefan Zweigs, bei dem auch Roth hoffte unterzukommen. <a href=\"#_ftn106\" name=\"_ftnref106\"><span class=\"Reference\">[6]<\/span><\/a><\/p>\n<p>Unterlie\u00df es Roth in seiner Kritik 1937 im <em>Christlichen St\u00e4ndestaat, <\/em>Namen zu nennen, so hat er sich in einem Brief an Stefan Zweig am 7.9.1937 diesen Zwang nicht mehr auferlegt. Der Vorwurf Roths an die j\u00fcdischen Verleger in \u00d6sterreich: sie h\u00e4tten sich mit Hitler-Deutschland arrangiert. Hier einige Ausz\u00fcge, die an Deutlichkeit nichts zu w\u00fcnschen \u00fcbriglassen:<\/p>\n<p class=\"zitat\">Also schreibe ich Ihnen jetzt schon \u00fcber meinen Aufsatz im &#8222;Christlichen St\u00e4ndestaat&#8220;, den Sie beanstanden, ich verstehe nicht, warum. Ich &#8222;adoptiere&#8220; nicht die Unterscheidung zwischen christlichen und j\u00fcdischen Verlegern; sondern die j\u00fcdischen Verleger in \u00d6sterreich haben die Unterscheidung Hitlers zwischen arischen und nicht arischen Autoren, zuerst adoptiert. Diese Verleger sind es, die die Discriminierung vorgenommen haben, nicht ich. Es ist meine Pflicht, diese Juden, die Goebbels&#8216; Knechte sind, zur Ordnung zu rufen. Dieser Zsolnay, der Horovitz, die bl\u00f6de Kuh Tal, Ihr frecher Verleger Reichner, der die Chuzpe hat, Sie, ausgerechnet Sie, in Deutschland zu inserieren: sie verderben noch die paar &#8222;arischen&#8220; Schriftsteller und Verleger. Denn diese berufen sich, mit Recht, darauf, da\u00df sogar die Juden den Anforderungen der Reichs-Schrifttumskammer nachkommen. Im Gegenteil: es ist meine Pflicht, diesen Juden, die das Unheil vergr\u00f6\u00dfern, das Handwerk zu legen. Ich werde es tun. (&#8230;)<br \/>\nEin j\u00fcdischer Verleger, der ein Buch nur deshalb nicht bringt, weil es keinen Absatz in dem Reich Goebbels&#8216; hat; der nur jene B\u00fccher bringt, deren Absatz nicht gef\u00e4hrdet ist im Reiche der Antisemiten: solch ein Verleger ist der letzte aller W\u00fcrmer, und ich werde selbstverst\u00e4ndlich immerdar trachten, ihn zu zerbrechen. Im \u00dcbrigen: tua et mea res agitur. Wir k\u00f6nnen nicht zulassen, da\u00df Arschlecker, wahrhaftige Saujuden, Chuzpe-J\u00fcngels und Trauerweiden j\u00fcdischer Provenienz mich nicht ver\u00f6ffentlichen, weil ich Goebbels nicht gefalle. Wir haben genug &#8222;arische&#8220; Antisemiten. Wir brauchen keine j\u00fcdischen. Solange es mir m\u00f6glich ist, diese zu sch\u00e4digen, werde ich es selbstverst\u00e4ndlich tun: mit Wonne. Um sie zu sch\u00e4digen, werde ich mich sogar mit &#8222;arischen&#8220; Antisemiten verb\u00fcnden. Ein Nichtjude, der Goebbels gehorcht, ist nur ein armes Schwein. Aber ein Jude, Verleger in Wien, der mich ablehnt, weil ich Goebbels nicht gefalle, ist ein gemeiner Schweinehund. (&#8230;) die Witwe Tal, die sagt: wir m\u00fc\u00dften alle unter Pseudonym von vorne anfangen; jener Horovitz, der sich &#8222;Phaidon&#8220; nennt; der Klosett-Fabrikant Zsolnay, dessen Werfel gestiegen sind; Ihr Chuzpe-Reichner, den Sie, &#8211; f\u00fcr mich unverst\u00e4ndlich &#8211; wie den Insel-Verlag behandeln: diese Knechte Pharaos, diese Verr\u00e4ter Mosis, diesen Schei\u00dfdreck verteidigen Sie, j\u00fcdischer Dichter, vor mir? Sie, mein Freund, der Sie Gott im Herzen haben, und den Sie lange Zeit vergessen hatten und den Sie im Begriff sind, wieder zu lieben? Ich h\u00e4tte eher gedacht, da\u00df Ihnen mein Artikel Freude macht.<br \/>\n(&#8230;)<br \/>\nDer Schlag soll sie treffen, und ich werde versuchen, dem Schlag zuvorzukommen. (&#8230;) (op. cit., S. 508 f.)<\/p>\n<p>Horovitz machte zwar eher selten, aber doch &#8222;Literatur&#8220;, die \u00fcber jeden Verdacht erhaben war, die NS-Zensur zu interessieren: Rudolf Borchardt (<em>Englische Dichter, <\/em>1936 oder <em>Die sch\u00f6nsten Gedichte der Weltliteratur. Ein Hausbuch der Weltlyrik von den Anf\u00e4ngen bis heute, <\/em>1936), Hesiod: <em>S\u00e4mtliche Werke, <\/em>(1936), Guy de Maupassant (1936), Francesco Petrarca (1935), Eckart v. Sydow <em>(Dichtungen der Naturv\u00f6lker), <\/em>Karl Vossier <em>(Romanische Dichter, <\/em>1936) usw. Andererseits waren die vielen Werke zur Theater- und Kunstgeschichte ebensowenig politisch und verd\u00e4chtig: etwa die mehrsprachige Kunstzeitung <em>Artibus, <\/em>mehrere Werke von Jakob Burckhardt wie <em>Rubens <\/em>aus der sehr erfolgreichen und preiswerten Reihe <em>Gro\u00dfe illustrierte Phaidon-Ausgabe)<\/em> ,<a href=\"#_ftn107\" name=\"_ftnref107\"><span class=\"Reference\">[7]<\/span><\/a> <em>Die Zeit Konstantins des Gro\u00dfen, Die Kultur der Renaissance in Italien, <\/em>ein Werk \u00fcber Paul C\u00e9zanne, Hermann Grimms <em>Leben Raphaels <\/em>(1933), Joseph Gregors <em>Weltgeschichte des Theaters <\/em>(1933) <em>und Shakespeare. Der Aufbau eines Zeitalters <\/em>(1935), Hans Tietzes <em>Meisterwerke europ\u00e4ischer Malerei in Amerika <\/em>(1935) und <em>Tizian. Leben und Werk <\/em>usw.<\/p>\n<p>Der Neid und der Antisemitismus f\u00fchrten dazu, da\u00df der Phaidon-Verlag, der &#8211; waren seine gro\u00dfen illustrierten Ausgaben auch f\u00fcr Durchschnittsbemittelte erschwinglich &#8211; im Reich ein gro\u00dfes Gesch\u00e4ft machte und aufwendig im <em>B\u00f6rsenblatt <\/em>annoncierte, ab 1936 mit Schwierigkeiten k\u00e4mpfen mu\u00dfte. Da dieser Fall an anderer Stelle ausf\u00fchrlich behandelt wird, mag es uns hier begn\u00fcgen, einige zeitgen\u00f6ssische Zeugnisse zur Rezeption des Phaidon-Verlags anzuf\u00fchren. In Heft 2 der <em>Neuen Literatur <\/em>vom Februar 1937 stellt Will Vesper fest, da\u00df &#8222;die j\u00fcdische Herrschaft in Deutschland (&#8230;) beseitigt&#8220; sei (S. 103) und da\u00df man nun &#8222;die j\u00fcdischen Verlage des Auslandes&#8220; sch\u00e4rfer beobachten m\u00fcsse; so laut Vesper &#8211;<\/p>\n<p class=\"zitat\">Den Phaidon-Verlag, ein [sic!] Aasgeierverlag, der die Toten, die honorarfreie Kunst, Dichtung und (vielfach veraltete) Wissenschaft des Abendlandes immer noch einmal mit Warenhausgeist ausschlachtet; (S. 104)<\/p>\n<p>\u00c4hnliches konnte man einige Monate sp\u00e4ter in einer Wiener Publikation lesen:<\/p>\n<p class=\"zitat\">Es folgt der Phaidon-Verlag, ebenfalls ein rein j\u00fcdisches Unternehmen. Beide Verlagsfirmen schielen heute nach dem deutschen Gesch\u00e4ft aus dem Wiener Drahtverhau ihres Unterstandes. Daher h\u00e4lt sich etwa der Zsolnay-Verlag als einen seiner Lektoren dermalen einen nichtj\u00fcdischen Herrn und daher bringt der Phaidon-Verlag die alten deutschen Kulturg\u00fcter auf den B\u00fcchermarkt unter oft geschickter Tarnung ihrer Herausgebermarke.&#8220; <a href=\"#_ftn108\" name=\"_ftnref108\"><span class=\"Reference\">[8]<\/span><\/a><\/p>\n<p>Mit gr\u00fcndlicher Versp\u00e4tung erreichte auch Will Vesper die Nachricht vom Eigent\u00fcmerwechsel im Phaidon-Verlag. In Heft 1 vom J\u00e4nner 1939 kommt Vesper wieder auf Grunds\u00e4tzliches zu sprechen:<\/p>\n<p class=\"zitat\">Der bekannte Wiener Judenverlag Phaidon, der mit seinen Warenhaus-Schinken, in denen er haupts\u00e4chlich honorarfreie Werke oder veraltete wissenschaftliche Werke von einstigem Ruf ausschlachtete, den deutschen B\u00fcchermarkt \u00fcberschwemmte, ist in den Besitz der englischen Verleger George Allen and Unwin, London, \u00fcbergegangen und erscheint wieder auf dem deutschen Markt. Schon prangen in deutschen Buchschaufenstern Plakate in gro\u00dfen Lettern: &#8222;Phaidonb\u00fccher wieder lieferbar!&#8220; Dabei scheint es weiter nicht zu st\u00f6ren, da\u00df sicherem Vernehmen nach der bisherige Besitzer des Phaidon-Verlages, der Jude Dr. Horovitz, von den englischen Verlegern mit &#8222;\u00fcbernommen&#8220; worden ist, so da\u00df praktisch die Sache so liegt, da\u00df ein Jude von London aus deutsche B\u00fccher nach Deutschland verkauft. Warum m\u00fcssen \u00fcberhaupt deutsche B\u00fccher in London verlegt werden? Der deutsche Verlag kann alle deutschen Buchbed\u00fcrfnisse selber decken, er braucht dazu keinen Engl\u00e4nder und am allerwenigsten emigrierte Juden. Mit der F\u00f6rderung des Phaidon-Verlages hilft der deutsche Buchhandel dem Juden, der durch die Hintert\u00fcr entfloh, nun, als ehrenwerter &#8222;englischer&#8220; oder &#8222;amerikanischer Kaufmann&#8220; durch die Vordert\u00fcr wieder hereinzukommen. Wir sind keine englische Verlegerprovinz. Verlege jeder in seinem Land! (S. 44)<\/p>\n<p>Die B\u00fccher aus dem Phaidon-Verlag hatten aber zuvor nicht nur in den radikalsten NS-Bl\u00e4ttern im Reich h\u00f6chste Anerkennung gefunden, auch in \u00d6sterreich wu\u00dfte man den Verlag und seine B\u00fccher zu sch\u00e4tzen. Von katholischer Seite erschien z.B. folgendes Urteil im <em>Christlichen St\u00e4ndestaat: <\/em><\/p>\n<p class=\"zitat\">Es handelt sich durchwegs um Werke, die einer kultur- und bildungsentfremdeten Zeit das unverg\u00e4ngliche Reich des Geistes sichtbar machen. Hier wird unstreitig eine Mission erf\u00fcllt.<\/p>\n<p class=\"zitat\">Ein Problem aber ist der Erfolg. Die B\u00fccher des Phaidon-Verlages erscheinen in so rascher Folge, da\u00df an ihrem Erfolg nicht gezweifelt werden kann. \u00d6ffnet sich hier der Weg zu einem optimistischen Ausblick? Haben wir die Zeit untersch\u00e4tzt? Mitnichten. Zweifellos beruht der Erfolg der Phaidon-B\u00fccher &#8211; abgesehen von dem guten Geist &#8211; nicht auf dem Wert der herausgegebenen Werke an sich, sondern auf ihrer Ausstattung. Die Psychologie der Zeit wurde hier richtig durchschaut. Ihr sind Bilderb\u00fccher lieber als Lebensb\u00fccher. Der Trick, diese als jene zu verkleiden, ist nicht \u00fcbel. Er dient einem guten Zweck und die Verkleidung gew\u00e4hrt einen angenehmen Anblick. <a href=\"#_ftn109\" name=\"_ftnref109\"><span class=\"Reference\">[9]<\/span><\/a><\/p>\n<p>Wie schon in der Polemik Vespers angedeutet, arbeitete Horovitz zun\u00e4chst in Zusammenarbeit mit Allen &amp; Unwin, dann selbst\u00e4ndig. 1944 erfolgte die Gr\u00fcndung der dem Studium j\u00fcdischer Philosophie gewidmeten &#8222;East &amp; West Library&#8220;. Durch die Oxford University Press New York wurde die Verbindung mit Amerika hergestellt. W\u00e4hrend eines Aufenthalts in New York erlitt Horovitz einen Herzinfarkt und starb am 8. M\u00e4rz 1955 im Alter von 56 Jahren. Er hinterlie\u00df eine Frau, Lotte, einen Sohn, zwei T\u00f6chter, einen Bruder und eine Schwester. Horovitz&#8216; Jugendfreund und langj\u00e4hriger wissenschaftlicher Mitarbeiter, Ludwig Goldscheider, starb 1973 in London. <a href=\"#_ftn1010\" name=\"_ftnref1010\"><span class=\"Reference\">[10]<\/span><\/a><\/p>\n<h3 id=\"anm1\"><a class=\"none\" name=\"Heading4\"><\/a> Anmerkungen zum Saturn-Verlag<\/h3>\n<p class=\"Note\"><a href=\"#_ftnref1\" target=\"text\" name=\"_ftn1\">[1]<\/a> Quellenhinweise: Handelsgericht Wien. Registerakt Gen. 28, 243 (WrStLa); Akt Gremium\/Saturn-Verlag; schriftl. Befragung Dr. Frederick Ungar, New York; Handelsgericht Wien. Registerakt Reg. A 12, 170a (Phaidon-Verlag) (WrStLa).<\/p>\n<p class=\"Note\"><a href=\"#_ftnref2\" target=\"text\" name=\"_ftn2\">[2]<\/a> Frederick Ungar kann sich heute verst\u00e4ndlicherweise nicht an alle Einzelheiten erinnern.<\/p>\n<p class=\"Note\"><a href=\"#_ftnref3\" target=\"text\" name=\"_ftn3\">[3]<\/a> Mitteilung Frederick Ungars an den Verf. 4.5.1981.<\/p>\n<p class=\"Note\"><a href=\"#_ftnref4\" target=\"text\" name=\"_ftn4\">[4]<\/a> Zur Biographie Dr. B\u00e9la Horovitz (18.4.1898, Budapest-8.3.1955, New York) siehe u.a. <em>WZ, <\/em>8.5.1955, IV; <em>New York Times<\/em>, 8.3.1955, S. 27, Sp. 4<em>;Das Antiquariat <\/em>(Wien), XI. Jg., Nr. 9\/10, Mai 1955, S. 120; Flugblatt Buchhandlung Wolfrum Wien vom Herbst 1980, &#8222;Geschichte der ,Phaidon Press'&#8220; (sehr fehlerhaft!). Siehe au\u00dferdem die Ausf\u00fchrungen \u00fcber den Strom-Verlag.<\/p>\n<p class=\"Note\"><a href=\"#_ftnref5\" target=\"text\" name=\"_ftn5\">[5]<\/a> <em>Anzeiger<\/em>, Nr. 12, 19.3.1926, S. 82.<\/p>\n<p class=\"Note\"><a href=\"#_ftnref6\" target=\"text\" name=\"_ftn6\">[6]<\/a> Protokoll der konstituierenden Generalversammlung im Registerakt. Sowohl Dr. Ungar als auch der Sohn Otto Stoessls, Prof. Dr. Franz Stoessl, reagierten spontan auf die Anfrage des Verf. bez\u00fcglich des Saturn-Verlags als Genossenschaftsverlag in der Weise, da\u00df der Saturn-Verlag keine Genossenschaft gewesen sei. Die Unterlagen im Registerakt zeigen aber unmi\u00dfverst\u00e4ndlich, da\u00df der Verlag eine Genossenschaft war.<\/p>\n<p class=\"Note\"><a href=\"#_ftnref7\" target=\"text\" name=\"_ftn7\">[7]<\/a> Anwesende bzw. vertretene Mitglieder der Genossenschaft: Berta Ungar, Hans Albert Ungar, Dr. Fritz Ungar, Ludwig Anton Kritsch, Berthold Rosenthal, Dr. Robert Grossbard, Carl Grossbard, Gustav Rapaport.<\/p>\n<p class=\"Note\"><a href=\"#_ftnref8\" target=\"text\" name=\"_ftn8\">[8]<\/a> Trotz schriftlichen Verzichts von Dr. Fritz Ungar.<\/p>\n<p class=\"Note\"><a href=\"#_ftnref9\" target=\"text\" name=\"_ftn9\">[9]<\/a> <em>Anzeiger, <\/em>74. Jg., Nr. 23, 10.6.1933, S. 105.<\/p>\n<p class=\"Note\"><a href=\"#_ftnref10\" target=\"text\" name=\"_ftn10\">[10]<\/a> Protokoll der ordentlichen Generalversammlung vom 10.10.1934, im Registerakt.<\/p>\n<p class=\"Note\"><a href=\"#_ftnref11\" target=\"text\" name=\"_ftn11\">[11]<\/a> <em>BGBl.<\/em> 1936, St\u00fcck 93, Nr. 386, S. 920-921; <em>BGBl.<\/em> 1937, St\u00fcck 47, Nr. 165, S. 617.<\/p>\n<p class=\"Note\"><a href=\"#_ftnref12\" target=\"text\" name=\"_ftn12\">[12]<\/a> Frdl. Mitteilung Dr. Frederick Ungar, New York.<\/p>\n<p class=\"Note\"><a href=\"#_ftnref13\" target=\"text\" name=\"_ftn13\">[13]<\/a> Siehe FRANZ STOESSL, Otto Stoessl &#8211; Ein Portr\u00e4t. In: <em>\u00d6sterreich in Geschichte und Literatur<\/em>, 17. Jg., 1973, Heft 4, S. 231-250.<\/p>\n<p class=\"Note\"><a href=\"#_ftnref14\" target=\"text\" name=\"_ftn14\">[14]<\/a> Eine entsprechende Liste findet sich im Band <em>Schelmengeschichten<\/em>. Wien: Saturn-Verlag, 1934 (Der Gesamtausgabe zweiter Band).<\/p>\n<p class=\"Note\"><a href=\"#_ftnref15\" target=\"text\" name=\"_ftn15\">[15]<\/a> Siehe KARL INHAUSER, Wer verlegt heute wen? In: <em>\u00d6sterreichische Volkpresse <\/em>(Wien), 12.6.1937, S. 4.<\/p>\n<p class=\"Note\"><a href=\"#_ftnref16\" target=\"text\" name=\"_ftn16\">[16]<\/a> N\u00e4heres zu seiner T\u00e4tigkeit in den USA siehe: Who is who in America. Aus Anla\u00df seines 85. Geburtstags erschien im <em>Anzeiger des \u00f6sterreichischen Buchhandels<\/em>, Nr. 22, Mitte November 1983, S. 253, eine relativ ausf\u00fchrliche W\u00fcrdigung.<\/p>\n<h3 id=\"anm2\"><a class=\"none\" name=\"Heading5\"><\/a> Anmerkungen zum Phaidon-Verlag<\/h3>\n<p class=\"Note\"><a href=\"#_ftnref101\" name=\"_ftn101\">[1]<\/a> AVA, BMfHuV, VVSt, V.A. 66.527.<\/p>\n<p class=\"Note\"><a href=\"#_ftnref102\" name=\"_ftn102\">[2]<\/a> Joseph Roth. <em>Briefe 1911-1939<\/em>. Hg. und eingel. von HERMANN KESTEN. K\u00f6ln\/Berlin: Kiepenheuer &amp; Witsch, 1970, S. 249 f.<\/p>\n<p class=\"Note\"><a href=\"#_ftnref103\" name=\"_ftn103\">[3]<\/a> Ausnahmsweise kl\u00e4rt der Herausgeber den Ben\u00fctzer dar\u00fcber auf, welches &#8222;Buch&#8220; gemeint ist. Siehe ebda., S. 153 bzw. S. 557. Der erw\u00e4hnte Artikel Roths war am 6.3.1928 in der <em>Frankfurter Zeitung <\/em>erschienen.<\/p>\n<p class=\"Note\"><a href=\"#_ftnref104\" name=\"_ftn104\">[4]<\/a> Zweig war 1929 in der <em>Roman-Rundschau <\/em>vertreten.<\/p>\n<p class=\"Note\"><a href=\"#_ftnref105\" name=\"_ftn105\">[5]<\/a> Dies ist ein m\u00f6glicher Hinweis auf das Erscheinungsjahr dieser Ausgabe mit Federzeichnungen von Franz Howanietz. Da\u00df das Werk &#8222;vermutlich 1925&#8220; erschien, halte ich f\u00fcr so gut wie ausgeschlossen. (Siehe die entsprechende Bemerkung in: Joseph Roth 1894-1939. Eine Ausstellung der Deutschen Bibliothek Frankfurt am Main. Frankfurt am Main: Buchh\u00e4ndler-Vereinigung GmbH, 1979, S. 419). Dieses Buch scheint \u00fcbrigens weder im <em>DBV <\/em>noch im <em>Anzeiger<\/em> auf. Wahrscheinlicher ist das Erscheinen vor Ende 1930 oder im Jahre 1931 anzusetzen. Ungekl\u00e4rt ist die Briefpassage vom 18.2.1933, Horovitz habe &#8222;f\u00fcr die Rebellion mindestens 1000 Mark bezahlt&#8220;. Es scheint so zu sein, da\u00df er auch f\u00fcr dieses Werk die Rechte erwarb.<\/p>\n<p class=\"Note\"><a href=\"#_ftnref106\" name=\"_ftn106\">[6]<\/a> Joseph Roth. Briefe, S. 424f. An Stefan Zweig vom 21.8.1935: &#8222;Ich will Sie um eine ,efficace&#8216; Hilfe bitten, und zwar, ob ich nicht ein Autor des Reichner-Verlags werden k\u00f6nnte.&#8220;<\/p>\n<p class=\"Note\"><a href=\"#_ftnref107\" name=\"_ftn107\">[7]<\/a> OTTO BENESCH, In memoriam Dr. B\u00e9la Horovitz. In: <em>WZ, <\/em>So., 8.5.1955, S. IV: &#8222;Die Phaidon-B\u00fccher hatten gro\u00dfen Erfolg: noch nie waren fr\u00fcher Kunstb\u00fccher in so hohen Auflagenzahlen und so wohlfeil unter die Menge gebracht worden.&#8220;<\/p>\n<p class=\"Note\"><a href=\"#_ftnref108\" name=\"_ftn108\">[8]<\/a> KARL INHAUSER, Wer verlegt heute wen? In: <em>\u00d6sterreichische Volkspresse <\/em>(Wien), Sa., 12.6.1937, S. 4.<\/p>\n<p class=\"Note\"><a href=\"#_ftnref109\" name=\"_ftn109\">[9]<\/a> 2. Jg., Nr. 32, 11.8.1935, S. 775: B\u00fccher aus dem Phaidon-Verlag von O.M.F.; O.M.F. ist eine Abk\u00fcrzung f\u00fcr Otto Maria Fidelis als Pseudonym f\u00fcr Otto Maria Karpfen.<\/p>\n<p class=\"Note\"><a href=\"#_ftnref1010\" name=\"_ftn1010\">[10]<\/a> Im Jahre 1973 erschien in London eine Festschrift zum 50j\u00e4hrigen Jubil\u00e4um des Phaidon-Verlags bzw. der Phaidon-Press: Phaidon Jubilee 1923-1973. Hierin findet sich neben einem \u00dcberblick \u00fcber die Geschichte des Verlags (The Phaidon Press, a brief history, S. 2-8) ein &#8222;Historical Catalogue 1923-1973&#8220; (S. 9-16), also ein Verzeichnis der Verlagsproduktion w\u00e4hrend dieses Zeitraums. So umfassend dieses Verzeichnis nun sein mag, fehlt dennoch ein Gutteil der Verlagswerke, die in der vorliegenden Arbeit genannt werden, u.a. der Roman von Joseph Roth. Das Verzeichnis bietet trotz allem einen guten Einblick in die Produktion des Phaidon-Verlags.<\/p>\n<h3 id=\"erg1\" class=\"Note\"><a id=\"erg1\"><\/a>Erg\u00e4nzungen zur Buchver\u00f6ffentlichung von 1985<\/h3>\n<h3><a id=\"erg2\"><\/a>Literatur<\/h3>\n<h6><\/h6>\n<p><strong>Saturn Verlag:<\/strong><\/p>\n<ul style=\"list-style-type: circle;\">\n<li>Murray G. Hall: Verleger Frederick Ungar gestorben. 1898\u20131988. In: <em>Anzeiger des \u00f6sterreichischen Buchhandels<\/em>, 124.Jg., Mitte J\u00e4nner 1989, 1\/2, S. 15.<\/li>\n<\/ul>\n<p><strong>Phaidon Verlag:<\/strong><\/p>\n<ul style=\"list-style-type: circle;\">\n<li>Ernst Fischer: The Phaidon Press in Vienna 1923-1938. In:\u00a0<em>Visual Resources<\/em>\u00a0XV (1999), Special Issue, S. 289\u2013309.<\/li>\n<li>Ernst Fischer: Zwischen Popularisierung und Wissenschaftlichkeit. Das illustrierte Kunstbuch des Wiener Phaidon Verlags in den 1930er Jahren. In:\u00a0<em>Kunstwerk \u2013 Abbild \u2013 Buch. Das illustrierte Kunstbuch von 1730 bis 1930<\/em>. Hg. v. Katharina Krause und Klaus Niehr. M\u00fcnchen, Berlin: Deutscher Kunstbuchverlag 2007, S. 239\u2013265.<\/li>\n<li>Anna Nyburg: \u2018Hardly a trace left of Danube or Spree?\u2019. A contribution to the study of art book publishing and illustrated book production in Britain by German-Speaking exiles from National Socialism.\u00a0In:\u00a0<em>Mitteilungen der Gesellschaft f\u00fcr Buchforschung in \u00d6sterreich<\/em>. 2010-2, S. 65\u201367.<\/li>\n<li>Anna Nyburg:\u00a0<em>Emigr\u00e9s.\u00a0The Transformation of Art Publishing in Britain.\u00a0<\/em>London: Phaidon Press Limited, 2014.<\/li>\n<\/ul>\n<h3><a id=\"erg3\"><\/a>Bildergalerie<\/h3>\n<h6><\/h6>\n<p><strong>Phaidon Verlag:<\/strong><\/p>\n\n\t\t<style type=\"text\/css\">\n\t\t\t#gallery-2 {\n\t\t\t\tmargin: auto;\n\t\t\t}\n\t\t\t#gallery-2 .gallery-item {\n\t\t\t\tfloat: left;\n\t\t\t\tmargin-top: 10px;\n\t\t\t\ttext-align: center;\n\t\t\t\twidth: 33%;\n\t\t\t}\n\t\t\t#gallery-2 img {\n\t\t\t\tborder: 2px solid #cfcfcf;\n\t\t\t}\n\t\t\t#gallery-2 .gallery-caption {\n\t\t\t\tmargin-left: 0;\n\t\t\t}\n\t\t\t\/* see gallery_shortcode() in wp-includes\/media.php *\/\n\t\t<\/style>\n\t\t<div id='gallery-2' class='gallery galleryid-562 gallery-columns-3 gallery-size-medium'><dl class='gallery-item'>\n\t\t\t<dt class='gallery-icon portrait'>\n\t\t\t\t<a href='http:\/\/verlagsgeschichte.murrayhall.com\/?attachment_id=2615'><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"149\" height=\"250\" src=\"http:\/\/verlagsgeschichte.murrayhall.com\/wp-content\/uploads\/2015\/09\/Phaidon-New-York-Cover-Vorderseite-149x250.jpg\" class=\"attachment-medium size-medium\" alt=\"\" aria-describedby=\"gallery-2-2615\" srcset=\"http:\/\/verlagsgeschichte.murrayhall.com\/wp-content\/uploads\/2015\/09\/Phaidon-New-York-Cover-Vorderseite-149x250.jpg 149w, http:\/\/verlagsgeschichte.murrayhall.com\/wp-content\/uploads\/2015\/09\/Phaidon-New-York-Cover-Vorderseite-179x300.jpg 179w, http:\/\/verlagsgeschichte.murrayhall.com\/wp-content\/uploads\/2015\/09\/Phaidon-New-York-Cover-Vorderseite-89x150.jpg 89w, http:\/\/verlagsgeschichte.murrayhall.com\/wp-content\/uploads\/2015\/09\/Phaidon-New-York-Cover-Vorderseite.jpg 458w\" sizes=\"auto, (max-width: 149px) 100vw, 149px\" \/><\/a>\n\t\t\t<\/dt>\n\t\t\t\t<dd class='wp-caption-text gallery-caption' id='gallery-2-2615'>\n\t\t\t\tCover Vorderseite\n\t\t\t\t<\/dd><\/dl><dl class='gallery-item'>\n\t\t\t<dt class='gallery-icon portrait'>\n\t\t\t\t<a href='http:\/\/verlagsgeschichte.murrayhall.com\/?attachment_id=2616'><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"146\" height=\"250\" src=\"http:\/\/verlagsgeschichte.murrayhall.com\/wp-content\/uploads\/2015\/09\/Phaidon-New-York-Titelblatt-146x250.jpg\" class=\"attachment-medium size-medium\" alt=\"\" aria-describedby=\"gallery-2-2616\" srcset=\"http:\/\/verlagsgeschichte.murrayhall.com\/wp-content\/uploads\/2015\/09\/Phaidon-New-York-Titelblatt-146x250.jpg 146w, http:\/\/verlagsgeschichte.murrayhall.com\/wp-content\/uploads\/2015\/09\/Phaidon-New-York-Titelblatt-175x300.jpg 175w, http:\/\/verlagsgeschichte.murrayhall.com\/wp-content\/uploads\/2015\/09\/Phaidon-New-York-Titelblatt-87x150.jpg 87w, http:\/\/verlagsgeschichte.murrayhall.com\/wp-content\/uploads\/2015\/09\/Phaidon-New-York-Titelblatt.jpg 447w\" sizes=\"auto, (max-width: 146px) 100vw, 146px\" \/><\/a>\n\t\t\t<\/dt>\n\t\t\t\t<dd class='wp-caption-text gallery-caption' id='gallery-2-2616'>\n\t\t\t\tTitelblatt\n\t\t\t\t<\/dd><\/dl><dl class='gallery-item'>\n\t\t\t<dt class='gallery-icon portrait'>\n\t\t\t\t<a href='http:\/\/verlagsgeschichte.murrayhall.com\/?attachment_id=2614'><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"149\" height=\"250\" src=\"http:\/\/verlagsgeschichte.murrayhall.com\/wp-content\/uploads\/2015\/09\/Phaidon-New-York-Cover-R\u00fcckseite-149x250.jpg\" class=\"attachment-medium size-medium\" alt=\"\" aria-describedby=\"gallery-2-2614\" srcset=\"http:\/\/verlagsgeschichte.murrayhall.com\/wp-content\/uploads\/2015\/09\/Phaidon-New-York-Cover-R\u00fcckseite-149x250.jpg 149w, http:\/\/verlagsgeschichte.murrayhall.com\/wp-content\/uploads\/2015\/09\/Phaidon-New-York-Cover-R\u00fcckseite-179x300.jpg 179w, http:\/\/verlagsgeschichte.murrayhall.com\/wp-content\/uploads\/2015\/09\/Phaidon-New-York-Cover-R\u00fcckseite-89x150.jpg 89w, http:\/\/verlagsgeschichte.murrayhall.com\/wp-content\/uploads\/2015\/09\/Phaidon-New-York-Cover-R\u00fcckseite.jpg 458w\" sizes=\"auto, (max-width: 149px) 100vw, 149px\" \/><\/a>\n\t\t\t<\/dt>\n\t\t\t\t<dd class='wp-caption-text gallery-caption' id='gallery-2-2614'>\n\t\t\t\tCover R\u00fcckseite\n\t\t\t\t<\/dd><\/dl><br style=\"clear: both\" \/>\n\t\t<\/div>\n\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Saturn-Verlag (Phaidon Verlag) (Wien)[1] Die Produktion Phaidon-Verlag Die Produktion Anmerkungen Saturn Verlag Anmerkungen Phaidon Verlag Erg\u00e4nzungen zur Buchver\u00f6ffentlichung von 1985 Literatur Bildergalerie Die Vorgeschichte zur Gr\u00fcndung des &#8222;Saturn-Verlags&#8220; 1926 ist mit der Gr\u00fcndung des &#8222;Phaidon-Verlags&#8220; identisch, und in diesem Sinne werden die Ausf\u00fchrungen \u00fcber diesen Verlag hier bereits vorweggenommen, nicht\u2026<\/p>\n<p> <a class=\"continue-reading-link\" href=\"http:\/\/verlagsgeschichte.murrayhall.com\/?page_id=562\"><span>Continue reading<\/span><i class=\"crycon-right-dir\"><\/i><\/a> <\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"parent":149,"menu_order":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","template":"","meta":{"footnotes":""},"class_list":["post-562","page","type-page","status-publish","hentry"],"_links":{"self":[{"href":"http:\/\/verlagsgeschichte.murrayhall.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages\/562","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"http:\/\/verlagsgeschichte.murrayhall.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages"}],"about":[{"href":"http:\/\/verlagsgeschichte.murrayhall.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/page"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/verlagsgeschichte.murrayhall.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/verlagsgeschichte.murrayhall.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=562"}],"version-history":[{"count":19,"href":"http:\/\/verlagsgeschichte.murrayhall.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages\/562\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":2620,"href":"http:\/\/verlagsgeschichte.murrayhall.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages\/562\/revisions\/2620"}],"up":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/verlagsgeschichte.murrayhall.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages\/149"}],"wp:attachment":[{"href":"http:\/\/verlagsgeschichte.murrayhall.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=562"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}