{"id":577,"date":"2015-09-11T20:23:25","date_gmt":"2015-09-11T18:23:25","guid":{"rendered":"http:\/\/verlagsgeschichte.murrayhall.com\/?page_id=577"},"modified":"2017-11-02T08:06:14","modified_gmt":"2017-11-02T06:06:14","slug":"verlag-karl-schusdek","status":"publish","type":"page","link":"http:\/\/verlagsgeschichte.murrayhall.com\/?page_id=577","title":{"rendered":"Verlag Karl Schusdek"},"content":{"rendered":"<h3>Verlag Karl Schusdek<a href=\"#_ftn1\" name=\"_ftnref1\"><span style=\"font-size: 0.7em; vertical-align: top;\">[1]<\/span><\/a><\/h3>\n<h6><\/h6>\n<ul class=\"overview\">\n<li class=\"overview\"><a class=\"none\" href=\"#Heading1\" target=\"_self\">Die Produktion<\/a><\/li>\n<li class=\"overview\"><a href=\"#anm1\">Anmerkungen<\/a><\/li>\n<li class=\"overview\"><a href=\"#erg1\">Erg\u00e4nzungen zur Buchver\u00f6ffentlichung von 1985<\/a>\n<ul>\n<li class=\"overview\"><a href=\"#erg2\">Literatur<\/a><\/li>\n<li class=\"overview\"><a href=\"#erg3\">Bildergalerie<\/a><\/li>\n<\/ul>\n<\/li>\n<\/ul>\n<p>Nach der Matura in Wien begann Karl Schustek, wie er sich zu dieser Zeit offensichtlich nannte, im Wintersemester 1913\/14 im Alter von 19 Jahren das Jus-Studium an der Universit\u00e4t Wien. Er studierte nur noch im SS 1914, bevor er bis Kriegsende beim Milit\u00e4r diente. &#8222;Auf welchem Gebiete Karl Schusdek seine Existenz suchen sollte, war f\u00fcr ihn keine Frage. (&#8230;)&#8220; Er entschlo\u00df sich, &#8222;mit seiner T\u00e4tigkeit dort einzusetzen, wo er dem Bed\u00fcrfnis weitester Kreise nach nutzbringender Lekt\u00fcre entgegenkommen konnte: mit der Verbreitung popul\u00e4r geschriebener B\u00fccher, die der Aufkl\u00e4rung und dem Wissen dienen. Der Plan war da, bis in die kleinsten Einzelheiten durchdacht und zur Ausf\u00fchrung fertig: gute B\u00fccher einkaufen, gute Arbeiten erwerben und drucken lassen und durch eine m\u00f6glichst gro\u00dfz\u00fcgige Propaganda dem Publikum bekanntmachen. Nur eines fehlte noch &#8211; das n\u00f6tige Geld! (&#8230;)&#8220;.<\/p>\n<p>Da er nicht \u00fcber die Mittel verf\u00fcgte, selbst Werke zu erwerben und drucken zu lassen, beschr\u00e4nkte er sich zun\u00e4chst darauf, in bescheidenstem Ausma\u00dfe jene B\u00fccher einzukaufen, deren Zugkraft ihm bekannt war.<a href=\"#_ftn2\" name=\"_ftnref2\"><span class=\"Reference\">[2]<\/span><\/a> Das Resultat war die &#8222;Versandbuchhandlung Schusdek&#8220;. Zwei Jahre sp\u00e4ter &#8211; also 1921 trat er selbst als Verleger hervor. Er erhielt im Juli 1921 eine Konzession zum Betrieb des Verlags- und Versandbuchhandels mit Ausschlu\u00df des offenen Ladengesch\u00e4ftes. Sitz der Firma war Wien 5., Stollberggasse 21. Im selben Jahr erschienen die ersten Publikationen im Schusdek Verlag. St\u00fctzpfeiler des Gesch\u00e4fts blieb allerdings der Versandbuchhandel. Zwei Jahre nach Verlagsbeginn lie\u00df Schusdek seine Firma handelsgerichtlich protokollieren. Am 24. April 1923 wurde die &#8222;Karl Schusdek Verlags- und Versandbuchhandlung Ges.m.b.H.&#8220; unter Register A, Band 2, pagina 57a ins Wiener Handelsregister eingetragen. Schusdek d\u00fcrfte &#8211; wohl aus finanziellen Gr\u00fcnden &#8211; 1925 seine Produktion eingestellt haben.<a href=\"#_ftn3\" name=\"_ftnref3\"><span class=\"Reference\">[3]<\/span><\/a> Der Registerakt des Handelsgerichts vermerkt erst 1938 wieder eine \u00c4nderung: Am 12. April 1938 wird die Firma &#8222;Wegen Gewerber\u00fccklegung&#8220; aus dem Handelsregister gel\u00f6scht. Zu diesem Zeitpunkt fand sich Schusdek, der mosaischer Konfession war, bereits in Haft. Ein letzter Vermerk im Registerakt aus dem Oktober 1938 l\u00e4\u00dft darauf schlie\u00dfen, da\u00df Schusdek ins Ausland \u00fcbersiedelt ist. Ob in ein KZ, ist nicht bekannt &#8230;<\/p>\n<h3><a class=\"none\" name=\"Heading1\"><\/a> Die Produktion<\/h3>\n<p>Die Produktion des Schusdek Verlags in den Jahren 1921 bis 1925 machte nur etwa ein knappes Dutzend Titel aus, davon ungef\u00e4hr ein Viertel &#8222;Belletristik&#8220;. Wie bereits oben erw\u00e4hnt, hatte es Schusdek mit der Verbreitung popul\u00e4r geschriebener B\u00fccher zu tun, die der Aufkl\u00e4rung und dem Wissen dienten.<\/p>\n<p>Es ist nicht \u00fcberraschend, da\u00df sieben Werke, darunter die allerersten, vom Volksaufkl\u00e4rer und Hugo Bettauer-Imitator Joseph Carl Schlegel stammen. Von Schlegel erschienen bereits 1921 f\u00fcnf Titel, darunter der Bestseller <em>Die Hygiene der Ehe. Der Weg zu Liebes- und Ehegl\u00fcck. <\/em>Die Gesamtauflage erreichte bis 1925 \u00fcber 100.000 Exemplare. Da\u00df Schusdek f\u00fcr &#8222;schl\u00fcpfrige&#8220; Literatur zu haben war und in manchen Kreisen als Pornographie-Verleger gesehen wurde, bewies er bereits 1923, als er nach einem langen polemischen Kampf mit David Erdtracht vom Interterritorialen Verlag &#8222;Renaissance&#8220; Paul Marguerittes Bestseller <em>La Gar\u00e7onne <\/em>(Die Junggesellin) in deutscher \u00dcbersetzung herausbrachte. Im folgenden Jahr blieb er dieser Linie treu, als er Erwin Weills Roman <em>Der Palast zu den tausend Wonnen <\/em>sowie Fortun\u00e9 Paillots <em>Das frische Fleisch <\/em>und Victor Marguerittes <em>Le Compagnon (Gef\u00e4hrten) <\/em>herausgab. 1925 folgte ein weiterer Bestseller von Edmond de Goncourt in deutscher \u00dcbersetzung (von Rudolf Brettschneider, dem fr\u00fcheren Direktor des Ed. Strache Verlags), n\u00e4mlich <em>Die Dirne Elisa. <\/em>Womit sich die Belletristikproduktion des Verlags Karl Schusdek ersch\u00f6pft.<\/p>\n<p>Au\u00dferdem erw\u00e4hnenswert ist die Publikation <em>Schusdeks<\/em> <em>Magazin, <\/em>die zwischen 1927 und 1930 in sehr unregelm\u00e4\u00dfigen Abst\u00e4nden erschien. In erster Linie diente es als Werbeblatt f\u00fcr Schusdeks Versandbuchhandel, enthielt aber auch Lyrikproben, kurze Erz\u00e4hlungen usw. in deutscher \u00dcbersetzung.<\/p>\n<h3 id=\"anm1\"><a class=\"none\" name=\"Heading2\"><\/a> Anmerkungen<\/h3>\n<p class=\"Note\"><a href=\"#_ftnref1\" target=\"text\" name=\"_ftn1\">[1]<\/a> Quellenhinweise: Handelsgericht Wien. Registerakt A 2, 57a (WrStLa); Zehn Jahre Schusdeks Verlag. Von einem Mitarbeiter. In: <em>Schusdeks Magazin <\/em>(Wien), Nr. 7, o.D., [Dezember 1929], S. 2-3.<\/p>\n<p class=\"Note\"><a href=\"#_ftnref2\" target=\"text\" name=\"_ftn2\">[2]<\/a> Zehn Jahre Schusdeks Verlag, ebda., S. 2.<\/p>\n<p class=\"Note\"><a href=\"#_ftnref3\" target=\"text\" name=\"_ftn3\">[3]<\/a> Schusdek und seine Frau Elise waren beide an der am 30. Mai 1924 handelsgerichtlich protokollierten Buchhandlung Schneider &amp; Co. (Reg. A, Band 22, pagina 155a) beteiligt und in der Buchhandlung besch\u00e4ftigt. Gesellschafter war Robert Schneider. Nach 1938 wurde der Firma ein Abwickler (Dr. Gottfried Linsmayer) zugeteilt. Sie wurde am 22. Mai 1942 gel\u00f6scht. Betriebsgegenstand: Buchhandel mit Einschlu\u00df des Antiquariatsbuchhandels. OHG seit 1.4.1924.<\/p>\n<h3 id=\"erg1\" class=\"Note\"><a id=\"erg1\"><\/a>Erg\u00e4nzungen zur Buchver\u00f6ffentlichung von 1985<\/h3>\n<h3><a id=\"erg2\"><\/a>Literatur<\/h3>\n<ul style=\"list-style-type: circle;\">\n<li class=\"Note\">Hermann Staub: Indische Liebeskunst obsz\u00f6n? Karl Schustek verlegt das <i>Kamasutram<\/i>. In: <i>Erotisch-pornografische Lesestoffe. Das Gesch\u00e4ft mit Erotik und Pornografie im deutschen Sprachraum vom 18. Jahrhundert bis zur Gegenwart<\/i>. Hrsg. v. Christine Haug, Johannes Frimmel und Anke Vogel unter Mitarbeit von Theresa Lang und Franz Adam. Wiesbaden: Harrassowitz, 2015, S. 183\u2013205.<\/li>\n<\/ul>\n<h3><a id=\"erg3\"><\/a>Bildergalerie<\/h3>\n\n\t\t<style type=\"text\/css\">\n\t\t\t#gallery-2 {\n\t\t\t\tmargin: auto;\n\t\t\t}\n\t\t\t#gallery-2 .gallery-item {\n\t\t\t\tfloat: left;\n\t\t\t\tmargin-top: 10px;\n\t\t\t\ttext-align: center;\n\t\t\t\twidth: 33%;\n\t\t\t}\n\t\t\t#gallery-2 img {\n\t\t\t\tborder: 2px solid #cfcfcf;\n\t\t\t}\n\t\t\t#gallery-2 .gallery-caption {\n\t\t\t\tmargin-left: 0;\n\t\t\t}\n\t\t\t\/* see gallery_shortcode() in wp-includes\/media.php *\/\n\t\t<\/style>\n\t\t<div id='gallery-2' class='gallery galleryid-577 gallery-columns-3 gallery-size-medium'><dl class='gallery-item'>\n\t\t\t<dt class='gallery-icon portrait'>\n\t\t\t\t<a href='http:\/\/verlagsgeschichte.murrayhall.com\/?attachment_id=2290'><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"158\" height=\"250\" src=\"http:\/\/verlagsgeschichte.murrayhall.com\/wp-content\/uploads\/2015\/09\/Schusdek-Gef\u00e4hrten-190x300.jpg\" 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Er studierte nur noch im SS 1914,\u2026<\/p>\n<p> <a class=\"continue-reading-link\" href=\"http:\/\/verlagsgeschichte.murrayhall.com\/?page_id=577\"><span>Continue reading<\/span><i class=\"crycon-right-dir\"><\/i><\/a> <\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"parent":149,"menu_order":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","template":"","meta":{"footnotes":""},"class_list":["post-577","page","type-page","status-publish","hentry"],"_links":{"self":[{"href":"http:\/\/verlagsgeschichte.murrayhall.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages\/577","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"http:\/\/verlagsgeschichte.murrayhall.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages"}],"about":[{"href":"http:\/\/verlagsgeschichte.murrayhall.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/page"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/verlagsgeschichte.murrayhall.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/verlagsgeschichte.murrayhall.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=577"}],"version-history":[{"count":20,"href":"http:\/\/verlagsgeschichte.murrayhall.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages\/577\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":2634,"href":"http:\/\/verlagsgeschichte.murrayhall.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages\/577\/revisions\/2634"}],"up":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/verlagsgeschichte.murrayhall.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages\/149"}],"wp:attachment":[{"href":"http:\/\/verlagsgeschichte.murrayhall.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=577"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}