{"id":653,"date":"2015-09-15T18:51:51","date_gmt":"2015-09-15T16:51:51","guid":{"rendered":"http:\/\/verlagsgeschichte.murrayhall.com\/?page_id=653"},"modified":"2019-06-28T07:19:02","modified_gmt":"2019-06-28T05:19:02","slug":"wiener-literarische-anstalt-wila-verlags-a-g","status":"publish","type":"page","link":"http:\/\/verlagsgeschichte.murrayhall.com\/?page_id=653","title":{"rendered":"Wiener Literarische Anstalt, Wila Verlags A.G."},"content":{"rendered":"<h3>Wiener Literarische Anstalt, Wila Verlags A.G. (Zentralgesellschaft f\u00fcr buchgewerbliche und graphische Betriebe)<\/h3>\n<h6><\/h6>\n<ul class=\"overview\">\n<li class=\"overview\"><a class=\"none\" href=\"#Heading1\" target=\"_self\">Wila A.G.<\/a><\/li>\n<li class=\"overview\"><a class=\"none\" href=\"#Heading2\" target=\"_self\">Umstellung<\/a><\/li>\n<li class=\"overview\"><a class=\"none\" href=\"#Heading3\" target=\"_self\">Aufstieg zum Abstieg: Gesch\u00e4ftsgang bis 1923<\/a><\/li>\n<li class=\"overview\"><a class=\"none\" href=\"#Heading4\" target=\"_self\">Resultate 1923<\/a><\/li>\n<li class=\"overview\"><a class=\"none\" href=\"#Heading5\" target=\"_self\">1924: Der Weg zum Abstieg<\/a><\/li>\n<li class=\"overview\"><a class=\"none\" href=\"#Heading6\" target=\"_self\">Aufl\u00f6sung<\/a><\/li>\n<li class=\"overview\"><a class=\"none\" href=\"#Heading7\" target=\"_self\">Programm und Produktion<\/a><\/li>\n<li class=\"overview\"><a class=\"none\" href=\"#Heading8\" target=\"_self\">Preisentwicklung<\/a><\/li>\n<li class=\"overview\"><a class=\"none\" href=\"#Heading9\" target=\"_self\">Reihen, Serien, Schriften<\/a><\/li>\n<li class=\"overview\"><a class=\"none\" href=\"#Heading10\" target=\"_self\">Signets<\/a><\/li>\n<li class=\"overview\"><a class=\"none\" href=\"#Heading11\" target=\"_self\">Buchausstattung und Illustration<\/a><\/li>\n<li class=\"overview\"><a class=\"none\" href=\"#Heading12\" target=\"_self\">Exkurs: Zentralgesellschaft f\u00fcr buchgewerbliche und graphische Betriebe A.G.<\/a><\/li>\n<li class=\"overview\"><a href=\"#anm\">Anmerkungen<\/a><\/li>\n<li class=\"overview\"><a href=\"#erg1\">Erg\u00e4nzungen zur Buchver\u00f6ffentlichung von 1985<\/a>\n<ul>\n<li class=\"overview\"><a href=\"#erg2\">Literatur\u00a0<\/a><\/li>\n<li class=\"overview\"><a href=\"#erg2\">Bildergalerie<\/a><\/li>\n<\/ul>\n<\/li>\n<\/ul>\n<p>Im Juni 1919 (Darum des Gesellschaftsvertrags) wurde die Wiener Literarische Anstalt als Ges.m.b.H. gegr\u00fcndet. Die n.-\u00f6. Landesregierung hat diesem Unternehmen mit Erla\u00df vom 18. Juli 1919, Zahl Ia, 1197\/1 die Konzession verliehen und die Bestellung des Theodor Bock (27.12.1859, Prag-14.4.1937, Wien), Schriftsteller in Wien, zum verantwortlichen Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer genehmigt. Am 15. Juli 1919 wurde die &#8222;Wila&#8220; Wiener Literarische Anstalt Ges.m.b.H. unter Reg. C., Bd. 32, pag. 13 ins Wiener Handelsregister eingetragen. Die neue Firma hatte ihren Sitz in Wien VIII., Krotenthalergasse 2 und war mit einem Stammkapital von 600.000 K (bar eingezahlt: 300.000 K) ausgestattet. Im September 1919 wurde der Verlag erstmals den Branchenkollegen in der <em>Buchh\u00e4ndler-Correspondenz <\/em>\u00f6ffentlich vorgestellt:<\/p>\n<p class=\"zitat\">Wir geben hiermit bekannt, da\u00df unter der handelsgerichtlich eingetragenen Firma (&#8230;) ein neuer Buch- und Musikverlag errichtet wurde, der sich vorwiegend in den Dienst der sch\u00f6nen Literatur stellt. Ihm wurde eine besondere Abteilung f\u00fcr den Vertrieb von B\u00fchnenwerken an B\u00fchnen angegliedert.<br \/>\n(BC, Nr. 39, 24.9.1919, S. 555)<\/p>\n<p class=\"zitat\"><a href=\"http:\/\/verlagsgeschichte.murrayhall.com\/wp-content\/uploads\/2015\/09\/Wiener-literarische-Anstalt.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter wp-image-655\" src=\"http:\/\/verlagsgeschichte.murrayhall.com\/wp-content\/uploads\/2015\/09\/Wiener-literarische-Anstalt-300x127.jpg\" alt=\"Wiener literarische Anstalt\" width=\"380\" height=\"161\" srcset=\"http:\/\/verlagsgeschichte.murrayhall.com\/wp-content\/uploads\/2015\/09\/Wiener-literarische-Anstalt-300x127.jpg 300w, http:\/\/verlagsgeschichte.murrayhall.com\/wp-content\/uploads\/2015\/09\/Wiener-literarische-Anstalt-1024x435.jpg 1024w, http:\/\/verlagsgeschichte.murrayhall.com\/wp-content\/uploads\/2015\/09\/Wiener-literarische-Anstalt-250x106.jpg 250w, http:\/\/verlagsgeschichte.murrayhall.com\/wp-content\/uploads\/2015\/09\/Wiener-literarische-Anstalt-150x64.jpg 150w, http:\/\/verlagsgeschichte.murrayhall.com\/wp-content\/uploads\/2015\/09\/Wiener-literarische-Anstalt.jpg 1464w\" sizes=\"auto, (max-width: 380px) 100vw, 380px\" \/><\/a><\/p>\n<p>Die Tatsache, da\u00df bei dieser Gelegenheit die Voranzeigen f\u00fcr neun Verlagswerke publiziert wurden, scheint darauf hinzuweisen, da\u00df die Vorarbeiten bereits l\u00e4ngere Zeit im Gange waren.<\/p>\n<p>In der folgenden Nummer der <em>Buchh\u00e4ndler-Correspondenz <\/em>wird nochmals auf die Neugr\u00fcndung Bezug genommen:<\/p>\n<p class=\"zitat\">Wir danken den sehr geehrten Herren Sortimentsbuchh\u00e4ndlern f\u00fcr das Vertrauen, welches Sie unserem jungen Unternehmen dadurch bewiesen haben, da\u00df bereits am Tage nach Erscheinen unserer ersten Voranzeige zahlreiche Bestellungen einliefen. Wir erlauben uns darauf hinzuweisen, da\u00df wir ausdr\u00fccklich anzeigten, da\u00df die Ersterscheinungen der Wila im Laufe des Septembers und Oktobers erscheinen werden. (&#8230;)<br \/>\n(<em>BC<\/em>, Nr. 40, 1.10.1919, S. 582)<\/p>\n<p>Schon im Oktober 1919, als die ersten B\u00e4nde auf den Markt kamen, initiierte der Verlag eine ungew\u00f6hnliche Werbung: angek\u00fcndigt wurde der erste Autorenabend des neugegr\u00fcndeten Verlags &#8222;Wila&#8220;.<a href=\"#_ftn1\" name=\"_ftnref1\"><span class=\"Reference\">[1]<\/span><\/a><\/p>\n<p>Im Sommer des folgenden Jahres \u00e4nderte bzw. erweiterte sich der Betriebsgegenstand. Nunmehr lautete er: &#8222;Buch-, Kunst- und Musikalienverlag sowie die Errichtung eines Sortimentes zum Verkaufe von B\u00fcchern, Kunstbl\u00e4ttern und Musikalien und die F\u00fchrung eines Buch-, Kunst- und Musikalienantiquariates, weiters die Herausgabe und der Verlag einer periodischen Zeitschrift, endlich der Verlag und Vertrieb dramatischer und musikdramatischer Werke.&#8220; Man hat auch eine in Wien bestehende Sortimentsbuchhandlung k\u00e4uflich erworben und hief\u00fcr von der n.\u00f6. Landesregierung die n\u00f6tige Konzession verliehen bekommen.<a href=\"#_ftn2\" name=\"_ftnref2\"><span class=\"Reference\">[2]<\/span><\/a> Dieses Gesch\u00e4ft befand sich in Wien I., Sonnenfelsgasse Nr. 17.<\/p>\n<p>Nachdem es gelungen war, ein wirkungsvolles Verlagsprogramm aufzubauen und seine Werke beim heimischen und reichsdeutschen Buchhandel durchzusetzen, fa\u00dfte der Verlag einen wichtigen Beschlu\u00df.<\/p>\n<p class=\"zitat\">Zur Erf\u00fcllung der gesteigerten Aufgabe, vor die sich die Wila in ihrer steten Entwicklung gestellt sieht, wird die bisherige Ges.m.b.H. in eine Aktiengesellschaft mit dem Kapital von K 40,000.000.- umgewandelt.<br \/>\nDie bisherige Ges.m.b.H. wird von der neuen Gesellschaft zu sehr vorteilhaften Bedingungen \u00fcbernommen und die Zeichner k\u00f6nnen mit R\u00fccksicht darauf wie in Erw\u00e4gung der weiteren gesch\u00e4ftlichen Aussichten auf eine sehr g\u00fcnstige Bewertung ihrer Aktien rechnen.<br \/>\nEuer Hochwohlgeboren werden hiemit eingeladen, sich an der Zeichnung von Aktien zu beteiligen, die wir Ihnen bis 30. April l.J. zum Nominalkurs zur Verf\u00fcgung halten.<br \/>\nF\u00fcr das Proponentenkomitee:<br \/>\nDer Pr\u00e4sident Dr. Franz Hartig m.p.<a href=\"#_ftn3\" name=\"_ftnref3\"><span class=\"Reference\">[3]<\/span><\/a><\/p>\n<h3><a class=\"none\" name=\"Heading1\"><\/a> Wila A.G.<\/h3>\n<p>Die konstituierende Generalversammlung der &#8222;Wila Verlags-Aktiengesellschaft&#8220; fand am 24. August 1922 statt.<a href=\"#_ftn4\" name=\"_ftnref4\"><span class=\"Reference\">[4]<\/span><\/a> Auf der in der <em>Wiener Zeitung <\/em>abgedruckten Tagesordnung der Versammlung stand bereits der &#8222;Antrag auf Erh\u00f6hung des Aktienkapitals&#8220;. Schuld daran waren &#8211; wie wir bereits im Fall des Rikola Verlags gesehen haben &#8211; erstens die rapide Geldentwertung, zweitens die unaufh\u00f6rlich sich steigernden Herstellungskosten und drittens die steigenden L\u00f6hne und Geh\u00e4lter, die mit der Inflation nicht Schritt hielten. Was diese wirtschaftliche Entwicklung f\u00fcr den Verlag f\u00fcr eine Bedeutung hatte, erl\u00e4uterte Direktor Theodor Bock zum 3. Tagesordnungspunkt:<\/p>\n<p class=\"zitat\">Als seinerzeit beschlossen wurde, die ,Wila Verlags-Aktiengesellschaft&#8220; mit einem Aktienkapital von K 40,000.000.- (vierzig Millionen) zu gr\u00fcnden, hatte dieser Betrag einen weitaus h\u00f6heren Kaufwert als heute, da die Krone auf unter ein Zehntausendstel ihres Friedenswertes gesunken ist.<\/p>\n<p class=\"zitat\">Das Gr\u00fcndungskomitee sieht sich daher, sollen die dem Verlag gesteckten Ziele erf\u00fcllt werden, heute schon veranla\u00dft, eine Erh\u00f6hung des Aktienkapitals zu beantragen und stellt er namens des Gr\u00fcndungskomitees den Antrag zu fassen folgenden<br \/>\nBeschluss:<br \/>\nDer Verwaltungsrat wird erm\u00e4chtigt, zu einem ihm geeignet erscheinenden Zeitpunkt unter von ihm zu bestimmenden Modalit\u00e4ten das Aktienkapital, welches derzeit betr\u00e4gt: K 40,000.000 (vierzig Millionen) zerteilt in 200.000.- (zweihunderttausend) auf den Inhaber lautende Aktien zu je K 200.- (zweihundert) durch Ausgabe von 300.000.- (dreihunderttausend) neuer solcher Aktien um den Betrag von K 60,000.000.- (sechzig Millionen) auf den Betrag von K 100,000.000.- (hundert Millionen) zu erh\u00f6hen, alle hiezu n\u00f6tigen Schritte bei den Verwaltungsbeh\u00f6rden und bei Gericht zu unternehmen und hier\u00fcber der ersten ordentlichen Generalversammlung zu berichten.<a href=\"#_ftn5\" name=\"_ftnref5\"><span class=\"Reference\">[5]<\/span><\/a><\/p>\n<p>Aber selbst die in der Generalversammlung genannte Erh\u00f6hung des Stammkapitals um das 21\/2fache auf 100 Millionen Kronen erwies sich als zu wenig. Bevor die l. ordentliche Generalversammlung der Wila A.G. abgehalten werden konnte &#8211; sie fand am 18. Juli 1923 statt &#8211; beschlossen die Aktion\u00e4re acht Monate nach der Konstituierung in einer a.o. Generalversammlung am 12. April 1923, das Aktienkapital von 40 auf 200 Millionen Kronen zu erh\u00f6hen. Ungew\u00f6hnlich waren solche Kapitalerh\u00f6hungen in der \u00f6sterreichischen Wirtschaft zu dieser Zeit ganz und gar nicht. Nicht immer aber ging es hiebei mit rechten Dingen zu: d.h. dem Unternehmen selbst kam dieses vermehrte Kapital nicht immer zugute.<\/p>\n<p>Aber zur\u00fcck zur Gr\u00fcndung selber. Der Sitz der Firma war mit dem der Ges.m.b.H. identisch, und der Betriebsgegenstand lautete: Betrieb eines Buch-, Kunst- und Musikalienhandels, ferner der Verlag und Vertrieb von periodischen Zeitschriften dramatischer und musikdramatischer Werke, endlich die F\u00fchrung von Buch-, Kunst- und Musikalien-Antiquariaten und die gesamte Buch- und Musikalienherstellung.<\/p>\n<p>&#8222;An der Spitze der Finanzgruppe, die unter Wahrung der bisherigen Tendenz den gro\u00dfz\u00fcgigen Ausbau des Verlages gew\u00e4hrleistet&#8220;, stand, wie die <em>Prager Presse <\/em>bereits Mitte Juli 1922 kurz meldete, die Wiener Merkantil-Bank A.G.<a href=\"#_ftn6\" name=\"_ftnref6\"><span class=\"Reference\">[6]<\/span><\/a> Es ist wichtig, diese erste Bankverbindung an dieser Stelle aus mehreren Gr\u00fcnden festzuhalten. Erstens stammten die Financiers der Bank und die Gro\u00dfaktion\u00e4re der Wila A.G. aus \u00e4hnlichen Kreisen, n\u00e4mlich aus dem Hochadel und dem Klerus.<a href=\"#_ftn7\" name=\"_ftnref7\"><span class=\"Reference\">[7]<\/span><\/a> Zweitens bestimmten Bankverbindungen (meist Inflationsgr\u00fcndungen) und deren Schicksal zugleich das Schicksal der Wila A.G. Beispiel: Wiener Merkantil-Bank! Es wurden neun Mitglieder des Verwaltungsrates gew\u00e4hlt:<\/p>\n<p class=\"zitat\">l. Direktor Theodor Bock (Wila Ges.m.b.H.)<br \/>\n2. Direktor Julius Eisner (Prok. d. Wr. Merkantil-Bank)<br \/>\n3. Direktor Ing. Peter Eyermann<br \/>\n4. Dr. Franz Hartig (Bankbeamter)<br \/>\n5. Dr. Leo Hartig (Pr\u00e4sident a.D.)<br \/>\n6. Artur Kment (Fabrikant)<br \/>\n7. Generaldirektor Dr. Josef Mattis (Wiener Merkantil-Bank)<br \/>\n8. Karl Anton Rohan (Wiener Literarische Anstalt G.m.b.H.)<br \/>\n9. Erich Thurn-Taxis (Gro\u00dfgrundbesitzer; Wr. Literarische Anstalt Ges.m.b.H.) (11.1.1876-20.10.1952)<\/p>\n<p>Kollektivprokura wurde dem adeligen Direktor Ivo Hans Gayrsperg erteilt.<\/p>\n<p>Am 24. Oktober 1922 schlie\u00dflich wurde die Gesellschaftsfirma unter Reg. B, Band 13, pag. 137 ins Wiener Handelsregister eingetragen.<\/p>\n<p>Waren die Grafen und Prinzen einmal im Verwaltungsrat reichlich vertreten, so findet man unter den insgesamt 105 Gr\u00fcndungs-Aktion\u00e4ren der Wila A.G. auch besonders viele Mitglieder des Hochadels (Rohan, Hartig, Nostiz, Schwarzenberg, Hoyos, Gayrsperg) und verh\u00e4ltnism\u00e4\u00dfig viele pensionierte Offiziere (oder deren Witwen). Ein F\u00fcnftel der Aktion\u00e4re waren Beamte der Centralbank der deutschen Sparkassen. Die Bank selber hatte einen Anteil von weniger als 4%. Auch mehrere Banken wie die \u00d6sterreichisch-Ungarische Bank und die Britisch-\u00d6sterreichische Bank hatten kleine Anteile. Gr\u00f6\u00dfter Aktion\u00e4r war die Wiener Merkantil-Bank mit 70.000 der 200.000 Aktien (= 35%), die zusammen mit dem Vorsitzenden des Proponentenkomitees, Dr. Franz (Graf) Hartig (14,5%) knapp 49,5% des Aktienkapitals beisteuerte. In einer Hinsicht zeichnete sich schon bald ein &#8222;Rikola-Schicksal&#8220; ab. Die Rechtsform &#8222;Aktiengesellschaft&#8220; scheint &#8211; vor allem zu diesem Zeitpunkt mit allerlei eintr\u00e4glichen Spekulationsgesch\u00e4ften &#8211; \u00fcberhaupt wenig geeignet gewesen zu sein, und die Wahl von Spekulanten, die von Verlagsgesch\u00e4ften \u00fcberhaupt nichts verstanden, scheint das Schicksal obendrein besiegelt zu haben. Ersch\u00f6pfte sich die Verlagspolitik bei Rikola an der B\u00f6rse, so scheint sich die Politik der Wila in wackligen Bankh\u00e4usern vollzogen zu haben. Und diese starben ihr unter den F\u00fc\u00dfen weg.<\/p>\n<h3><a class=\"none\" name=\"Heading2\"><\/a> Umstellung<\/h3>\n<p>Die Wila A. G. war kaum ein Jahr alt, als es anl\u00e4\u00dflich der l. ordentlichen Generalversammlung zum Ausscheiden von 7 der 9 Verwaltungsr\u00e4te (ausgenommen: Franz Hartig [1.8.1896-22.5.1971] und Karl Anton Rohan), vorwiegend Vertretern der Wiener Merkantil-Bank kam. Dies d\u00fcrfte mit dem sich abzeichnenden Banksterben eng verkn\u00fcpft sein. Die Wiener Merkantil-Bank war n\u00e4mlich eine von sehr vielen &#8222;Leichensteinen der Volkswirtschaft&#8220;<a href=\"#_ftn8\" name=\"_ftnref8\"><span class=\"Reference\">[8]<\/span><\/a>, und als sie 1924 ihrem Niedergang zusteuerte, hatte sie gewaltige Schulden<a href=\"#_ftn9\" name=\"_ftnref9\"><span class=\"Reference\">[9]<\/span><\/a> und zog neben vielen anderen Instituten die Postsparkasse in den Abgrund. Ende 1924 entstand n\u00e4mlich eine neue Bank &#8211; die &#8222;Verkehrskreditbank&#8220; &#8211; aus der Zusammenlegung der zusammengebrochenen Merkantilbank und Vereinsbank f\u00fcr Gewerbe, Industrie und Handel.<a href=\"#_ftn10\" name=\"_ftnref10\"><span class=\"Reference\">[10]<\/span><\/a><\/p>\n<p>Dennoch blieb die Merkantilbank nach der Trennung von der Wila A.G. einige Zeit lang der Buchbranche treu. Anfang 1924 kaufte sie Inseratenraum im <em>Anzeiger, <\/em>um bekanntzugeben, da\u00df sie &#8222;eine Sonderabteilung f\u00fcr den \u00f6sterreichischen Buch-, Kunst- und Musikalienhandel er\u00f6ffnet&#8220; habe und alle einschl\u00e4gigen Banktransaktionen \u00fcbernehme.<\/p>\n<p>Anl\u00e4\u00dflich der l. ordentlichen Generalversammlung am 18. Juli 1923 gab man im Gesch\u00e4ftsbericht f\u00fcr 1922 der Hoffnung Ausdruck, da\u00df &#8222;der Abschlu\u00df&#8220;, den wir in den letzten Tagen mit dem Bankhause F. Kalmar &amp; Co. als unserem neuen Finanzinstitut t\u00e4tigen konnten&#8220;, die Gew\u00e4hr biete, &#8222;da\u00df die Entwicklung unserer Anstalt nunmehr dauernd gesichert ist&#8220;. Neues Kapital und neue Gesichter traten in die A.G. ein. In den Verwaltungsrat zogen Dr. Kuno Hofer, Schriftsteller in Ungarn; Friedrich Kalmar, Gesellschafter der Firma F. Kalmar &amp; Co. in Wien; Heinrich XIX. Reu\u00df&#8220; (23.6.1891-24.2.1946) Gro\u00dfgrundbesitzer in Ernstbrunn; Dr. Egbert v. Stockert, Industrieller in Wien. Hinzu kamen noch Ernennungen in den Aufsichtsrat, in dem weitere Mitglieder des Adels vertreten waren: neben Paul Graf Kinsky (Gro\u00dfgrundbesitzer), Dr. Rudolf Hintermeyer (st\u00e4dt. Gaswerke, Wien), Reg.-Rat Alexander Libert (\u00d6sterr.-Ungar. Bank. Wien), Dr. Josef Mattis (Bankier), Fritz Schreyvogl (Privater), Erich Prinz Thurn-Taxis (Gro\u00dfgrundbesitzer in Wien), Artur Kment (Fabrikant in Wien). Diese Konstellation zeigt schon eine personelle Querverbindung zu einer prominenten kulturellen Organisation, auf die hingewiesen werden soll: dem Kulturbund.<a href=\"#_ftn11\" name=\"_ftnref11\"><span class=\"Reference\">[11]<\/span><\/a><\/p>\n<p>Aber bevor wir uns mit der dritten Bankverbindung bzw. dem dritten Besitzerwechsel befassen, sehen wir uns die Gesch\u00e4ftsentwicklung der Wila A.G. bis Ende 1923 an.<\/p>\n<h3><a class=\"none\" name=\"Heading3\"><\/a> Aufstieg zum Abstieg: Gesch\u00e4ftsgang bis 1923<\/h3>\n<p>Mit bescheidenen Mitteln und gro\u00dfer Energie war es der &#8222;Wiener Literarischen Anstalt Ges.m.b.H.&#8220; immerhin gelungen, das Jahr 1921 mit einem Gewinn von K 52.739,75 abzuschlie\u00dfen. Die erste Gesch\u00e4ftsperiode der Nachfolgerin umfa\u00dfte nur die letzten <em>f\u00fcnf <\/em>Monate des Kalenderjahres 1922.<\/p>\n<p class=\"zitat\">Mitten in einer \u00fcberaus schwierigen Situation des \u00f6sterreichischen Verlagsbuchhandels, hat unsere Gesellschaft in diesen Monaten ihre ersten Schritte in der ver\u00e4nderten juristischen Form als Aktiengesellschaft zur\u00fcckzulegen gehabt. Die Liquidation der von der &#8222;Wila&#8220; Ges.m.b.H. \u00fcbernommenen Verpflichtungen, die Konsolidierung auf der neuen Grundlage waren ihre wesentlichen Aufgaben. Wir waren daher bei der Aufstellung der Jahresrechnung gen\u00f6tigt, die \u00e4u\u00dferste Vorsicht walten zu lassen und in der Einstellung unserer Vorr\u00e4te und sonstigen Aktiven uns m\u00f6glichst nahe an den jederzeit realisierbaren Liquidationswert zu halten.<a href=\"#_ftn12\" name=\"_ftnref12\"><span class=\"Reference\">[12]<\/span><\/a><\/p>\n<p>Trotz alldem konnte die Wila A.G. einen bescheidenen Gewinn von K 2,144.490,70 verbuchen, von dem gleich 3\/4 als Dividende ausgesch\u00fcttet wurde. Doch der Abschlu\u00df pro 1922 vermochte noch kein konkretes Bild von der finanziellen Entwicklung der Gesellschaft zu geben. Eine gewaltige Expansion des Unternehmens ab Anfang 1923 stand bevor. Angefangen hat es mit der &#8222;vollkommen gegl\u00fcckte(n) Kapitalserh\u00f6hung auf \u00f6.K. 200,000.000&#8220; (Generalversammlung, 12.4.1923). Im Laufe des Jahres ging die Wila daran, sich zu einem Gro\u00dfbuchhandelsunternehmen auszubauen, das alle Zweige des Buchhandels umfassen sollte und praktisch s\u00e4mtliche Geldmittel beanspruchte, die den beiden Aktienemissionen entstammten. Da\u00df dieses Unterfangen kein kleines Risiko war, versteht sich fast von selber angesichts der fragilen Spekulationskonjunktur sowie der Tatsache, da\u00df gleichzeitig u.a. auch die Literaria A.G. im Begriff war, einen \u00e4hnlichen Gro\u00dfkonzern f\u00fcr den kleinen \u00f6sterreichischen Markt auszubauen, und direkter Konkurrent war.<\/p>\n<p>So wurde dem Verlagsgesch\u00e4ft, auf das sich das Unternehmen bis dahin beschr\u00e4nkt hatte, im Februar 1923 eine gro\u00dfe Auslieferungsabteilung und eine Kolportageabteilung angeschlossen. Und gerade in einer Zeit der v\u00f6lligen Stagnation wurde zwei Monate sp\u00e4ter die &#8222;Vienna-Gesellschaft m.b.H.&#8220; in der Bognergasse erworben und zum modernsten Gro\u00dfstadtsortiment ausgestaltet. Hier kam es zur Einrichtung der &#8222;B\u00fccherstube&#8220;, wo das Sortimentsgesch\u00e4ft mit besonderer Betonung des intellektuellen und bibliophilen Charakters organisiert wurde. Es sollte eine m\u00f6glichst rege Ber\u00fchrung von Buch und K\u00e4ufer erm\u00f6glichen und fand in seiner Besonderheit raschen Anklang. Ebenso fruchtbar war der Gedanke, durch Veranstaltung von Vortr\u00e4gen den B\u00fccherk\u00e4ufern beratend und anregend zur Seite zu stehen. Die &#8222;B\u00fccherstube&#8220; veranstaltete eine Vortragsreihe &#8222;Das gesprochene Buch&#8220;, weitere Abende u.d.T. &#8222;Das vorgelesene Buch&#8220; sowie Vortr\u00e4ge \u00fcber Radiotelephonie.<a href=\"#_ftn13\" name=\"_ftnref13\"><span class=\"Reference\">[13]<\/span><\/a> &#8222;Dieser neuen Erfindung wurde auch durch die Aufstellung eines Radioapparates in der B\u00fccherstube bei gleichzeitiger intensiver Pflege der sehr begehrten Radioliteratur besondere Aufmerksamkeit zugewendet.&#8220;<a href=\"#_ftn14\" name=\"_ftnref14\"><span class=\"Reference\">[14]<\/span><\/a><\/p>\n<p>Die &#8222;Diversifikation&#8220; der Wila schien 1923 keine Grenzen zu kennen und die Herstellung von B\u00fcchern wurde allm\u00e4hlich zur\u00fcckgedr\u00e4ngt. Stichwort: Radiotelephonie, ein eintr\u00e4gliches Gebiet. Im Mai 1923 richteten Dr. Franz Hartig und Dr. Friedl Schreyvogl in Namen der &#8222;Wiener Literarischen Anstalt A.G. &#8211; wie die Firma nach der Umbenennung nunmehr lautete<a href=\"#_ftn15\" name=\"_ftnref15\"><span class=\"Reference\">[15]<\/span><\/a> &#8211; ein Schreiben an das Bundesministerium f\u00fcr Handel und Verkehr, Telegraphensektion<a href=\"#_ftn16\" name=\"_ftnref16\"><span class=\"Reference\">[16]<\/span><\/a> mit der Bitte &#8222;um die Erteilung einer Konzession f\u00fcr die Aufstellung und den Betrieb drahtloser Telefonanlagen nach dem ,System Pathe Radiotelephonie&#8220; zur drahtlosen \u00dcbermittlung von musikalischen Auff\u00fchrungen, Vortr\u00e4gen dgl. &#8211; jedoch nicht von Privatgespr\u00e4chen irgend welcher Art&#8220;- .<\/p>\n<p>Zur Durchf\u00fchrung dieses Vorhabens ben\u00f6tigte die Wiener Literarische Anstalt A.G.<\/p>\n<p class=\"zitat\">die Erlaubnis zur Aufstellung des Absendeapparates in Wien auf einem Grundst\u00fcck im Ausmasse von 30 mal 60 Meter und das Recht Empfangsapparate an mit der Telegrafensektion zu vereinbarenden Orten aufzustellen. (ebda.)<\/p>\n<p>Die Gesuchswerberin war noch<\/p>\n<p class=\"zitat\">bereit, ihre Apparate der Bundesregierung f\u00fcr kulturelle Zwecke (Volksbildung) im weitestgehendem Masse zur Verf\u00fcgung zu stellen. (ebda.)<\/p>\n<p>Auf eben diesem Gebiet entwickelte die Wila ganz konkrete Vorstellungen, auf die wir gleich wegen der Bedeutung f\u00fcr die Geschichte des Rundfunkwesens in \u00d6sterreich kurz zur\u00fcckkommen werden.<\/p>\n<p>Ein solches Vorhaben erforderte gro\u00dfe Geldsummen, und durch die bereits erw\u00e4hnten neu etablierten und weiteren noch anzuf\u00fchrenden Zweige war die Wila alles andere als in der Lage, eine entsprechende Gesellschaft auf die Beine zu stellen. Man fand im Fr\u00fchherbst 1923 einen Partner und schlo\u00df sich der Allgemeinen Industriebank, die in der Pleiten- und Skandalchronik der Ersten Republik einen geb\u00fchrenden Platz einnimmt, an. Mit der ersten Hausbank der Wila A.G., der Merkantilbank, hatte dieses Institut einiges gemein: Die Allgemeine Industriebank war in die Finanzskandale rund um die zusammengebrochene Postsparkasse und die Centralbank der deutschen Sparkassen involviert; ihre Kapitalgeber entstammten Kreisen des Hochadels und des Klerus und hatten gute Kontakte zum Finanzministerium. Und auch sie ging durch Korruption und Mi\u00dfwirtschaft pleite.<a href=\"#_ftn17\" name=\"_ftnref17\"><span class=\"Reference\">[17]<\/span><\/a><\/p>\n<p>Anfang Oktober 1923 \u00e4u\u00dferten Walter Goldschmiedt und Fr. Schreyvogl mit Hinweis auf die Bankverbindung neuerlich die Bitte, &#8222;die Konzession zum Betriebe der Radiotelegrafie und Radiotelefonie im \u00f6sterreichischen Inlandsverkehr uns zu Handen der von uns zu gr\u00fcndenden \u00d6sterreichischen Radio A.G.&#8220; zu \u00fcbertragen.<a href=\"#_ftn18\" name=\"_ftnref18\"><span class=\"Reference\">[18]<\/span><\/a> Volksbildnerische Ziele sollten besondere Ber\u00fccksichtigung finden. So waren die Antragsteller<\/p>\n<p class=\"zitat\">im Begriffe mit dem Volksbildungshause URANIA zu einer Gemeinsamkeit zu gelangen, die deren ideellen Ziele unter Wahrung unserer gesch\u00e4ftlichen Aufgaben sichert. (ebda.)<\/p>\n<p>Auch wurden die Gr\u00fcndung einer &#8222;Gesellschaft zur F\u00f6rderung des Radiowesens&#8220; und die Herausgabe einer Zeitschrift in Angriff genommen. Das Rennen machte allerdings nicht die \u00d6sterreichische Radio A.G., sondern die \u00d6sterreichische Radio-Verkehrs-A.G. (Ravag), die am 1. Oktober 1924 ins Leben trat.<\/p>\n<p>Zu allem \u00dcberflu\u00df er\u00f6ffnete die Wiener Literarische Anstalt A.G. ein Theaterkartenb\u00fcro in den R\u00e4umen der &#8222;B\u00fccherstube&#8220;. Man richtete eine Sortimentsfiliale im Warenhaus der Stafa ein. Und im Sp\u00e4therbst 1923 gr\u00fcndete man als &#8222;Musikabteilung unserer Gesellschaft&#8220; die &#8222;Ballettverlag Ges.m.b.H.&#8220;<a href=\"#_ftn19\" name=\"_ftnref19\"><span class=\"Reference\">[19]<\/span><\/a><\/p>\n<p class=\"zitat\">Der neue Musikverlag wird unter fachm\u00e4nnischer Leitung und gest\u00fctzt auf bedeutende Mittel durchwegs erstklassige heitere Musik ver\u00f6ffentlichen, mit besonderer Ber\u00fccksichtigung der Wiener Komponisten. (ebda.)<\/p>\n<p>Ein Risiko war diese Gr\u00fcndung insofern, als die Sparte Musik-Verlag in Wien zu dieser Zeit mehr als \u00fcbers\u00e4ttigt war. Zu diesem Expansionsdrang liest man dann im Gesch\u00e4ftsbericht f\u00fcr das Jahr 1924 folgendes:<\/p>\n<p class=\"zitat\">Diese gro\u00dfz\u00fcgige, tats\u00e4chlich alle Zweige des Buchhandels umfassende Anlage, deren einzelne Betriebe &#8211; wie Ihnen aus dem vorj\u00e4hrigen Gesch\u00e4ftsbericht bekannt ist &#8211; im ersten Gesch\u00e4ftsjahre schon vielversprechende Anfangserfolge erzielten, erforderte selbstverst\u00e4ndlich bedeutende Investitionen, einen gro\u00dfen Angestelltenk\u00f6rper und betr\u00e4chtlichen Spesenaufwand und fu\u00dfte daher hinsichtlich seiner Rentabilit\u00e4t auf der Voraussetzung mehrj\u00e4hriger Arbeit und st\u00e4ndiger Intensivierung.<a href=\"#_ftn20\" name=\"_ftnref20\"><span class=\"Reference\">[20]<\/span><\/a><\/p>\n<h3><a class=\"none\" name=\"Heading4\"><\/a> Resultate 1923<\/h3>\n<p>Was im &#8222;Bilanz- und Gesch\u00e4ftsbericht \u00fcber das Jahr 1923&#8220; vorsichtig in Fachchinesisch eingebettet ist, bedeutete im Klartext, da\u00df die nunmehrige Wiener Literarische Anstalt A.G. schon am Rande ihrer Finanzm\u00f6glichkeiten stand. Im zweiten Jahr 1923 erwirtschaftete man einen l\u00e4cherlich geringen Reingewinn von K 14,935.972.<\/p>\n<p class=\"zitat\">Die rasche Entwicklung des Unternehmens brachte es mit sich, da\u00df der fortschreitende Aufbau immer wieder die Barmittel in Anspruch nahm, und sich daher auch aus diesem Grunde die Aussch\u00fcttung einer gr\u00f6\u00dferen Dividende als eine Bildung notwendiger Betriebsmittel erweisen mu\u00dfte. Der Verwaltungsrat schl\u00e4gt daher der Generalversammlung vor, (&#8230;) von der Aussch\u00fcttung einer Dividende in Erw\u00e4gung der dargelegten, besonderen Sachlage Abstand zu nehmen. (Bericht 1923, S. 11)<\/p>\n<p>Um \u00fcberhaupt aus den roten Zahlen zu bleiben, verzichteten s\u00e4mtliche Funktion\u00e4re auf die ihnen zukommende statutenm\u00e4\u00dfige Entsch\u00e4digung f\u00fcr das in Frage stehende Gesch\u00e4ftsjahr.<\/p>\n<p>Wie bereits erw\u00e4hnt, kam man w\u00e4hrend des Jahres 1923 von den verlegerischen Idealen der Gr\u00fcndungsjahre ab 1919 sehr weit ab:<\/p>\n<p class=\"zitat\">\u00dcber den Gesch\u00e4ftsgang als solchen ist zu berichten, da\u00df der Verlag den besonderen Verh\u00e4ltnissen gem\u00e4\u00df lediglich in jenem eingeschr\u00e4nkten Ma\u00dfe weitergef\u00fchrt wurde, das zur Aufrechterhaltung dieses Gesch\u00e4ftszweiges unbedingt n\u00f6tig schien. (Bericht 1923, S. 9)<\/p>\n<p>Obwohl die Produktion nicht g\u00e4nzlich zum Stillstand kam, h\u00f6rte die Wiener Literarische Anstalt A.G. auf, ein F\u00f6rderer und Verleger junger \u00f6sterreichischer Literatur zu sein.<\/p>\n<h3><a class=\"none\" name=\"Heading5\"><\/a> 1924: Der Weg zum Abstieg<\/h3>\n<p>Ende 1923, Anfang 1924 erhielt die Wiener Literarische Anstalt A.G. zum dritten Mal eine neue Hausbank bzw. einen neuen Kapitalgeber. Nachdem das Bankhaus Kalmar &amp; Co. mit seinen Kapitalgruppen ausgeschieden war, wurde erfolgreich mit dem Bankhause K\u00f6nigswarter<a href=\"#_ftn21\" name=\"_ftnref21\"><span class=\"Reference\">[21]<\/span><\/a>, hinter dem Viktor (Baron) K\u00f6nigswarter und Dr. Victor Glaser standen, verhandelt. Beide genannten Herren wurden in den Verwaltungsrat kooptiert und in das Exekutivkomitee gew\u00e4hlt. Glaser wurde zum Vize-Pr\u00e4sidenten der Gesellschaft gew\u00e4hlt.<a href=\"#_ftn22\" name=\"_ftnref22\"><span class=\"Reference\">[22]<\/span><\/a> Auch die neue Beteiligung mit Banken, deren Tage sowieso gez\u00e4hlt waren, half nichts. Dazu ausf\u00fchrlich der Bericht \u00fcber das Jahr 1924, erstattet in der 3. ordentlichen Generalversammlung am 31. August 1925:<\/p>\n<p class=\"zitat\">Noch im Winter 1923-24, wo das Gesch\u00e4ft einen entschiedenen Aufschwung nahm, schien die Erreichung des Zieles durchaus wahrscheinlich. Im Fr\u00fchjahr 1924, also gerade im Zeitpunkt, wo sich das Unternehmen einigerma\u00dfen eingef\u00fchrt hatte, setzte die auch Ihnen bekannte schwere Wirtschaftskrise ein, die ganz besonders den Buchhandel traf, weil das Buch im Gro\u00dfen und Ganzen keine Lebensnotwendigkeit ist. Unser Unternehmen bekam die Krise doppelt scharf zu sp\u00fcren, weil seine Mittel durch den eben erst vollendeten Aufbau voll in Anspruch genommen waren, und die pl\u00f6tzlich einsetzende Absatzstockung nicht nur die notwendige Belebung der Gesch\u00e4fte verhinderte, sondern auch wegen der bei vermindertem Umsatz immer mehr ins Gewicht fallenden Regiespesen die Barmittel in einer Weise in Anspruch nahm, die \u00f6fters die Aufnahme von Krediten und Darlehen gegen damals sehr hohe Zinss\u00e4tze notwendig machte, wodurch sich die finanzielle Situation st\u00e4ndig versch\u00e4rfte. In der Erkenntnis, da\u00df das Unternehmen mit Defizit arbeite, wurden unges\u00e4umt alle tauglich erscheinenden Ma\u00dfregeln ergriffen, um die Zeit der gro\u00dfen Absatzstockung m\u00f6glichst ungesch\u00e4digt zu \u00fcberdauern. (&#8230;)<\/p>\n<p>Zu diesen Ma\u00dfnahmen z\u00e4hlte der rasche Abbau von all dem, was man mit gleicher Geschwindigkeit 1923 aufgebaut hatte: Man l\u00f6ste schon im Fr\u00fchjahr 1924 die Filiale bei der Stafa auf. Mit 1. Juli 1924 wurde auch die Kolportageabteilung aufgelassen, desgleichen die ganze Auslieferungsabteilung. Die Warenlager dieser Abteilung wurde dem inzwischen aus dem Unternehmen ausgeschiedenen fr\u00fcheren Generaldirektor Walter Goldschmiedt (* 21.4.1880, Wien), der eine eigene Firma er\u00f6ffnete, zum kommissionsweisen Vertrieb \u00fcbergeben.<a href=\"#_ftn23\" name=\"_ftnref23\"><span class=\"Reference\">[23]<\/span><\/a> Somit war Personal abgebaut und die zwei mit gr\u00f6\u00dferem Defizit arbeitenden Zweige abgesto\u00dfen worden. Aber die Verluste blieben. Bilanzm\u00e4\u00dfig ergab sich ein Verlust von 165.476 Schilling. Inzwischen war die neue W\u00e4hrungseinheit, der Schilling, eingef\u00fchrt worden, soda\u00df dieser Verlust noch drastischer erscheint, wenn wir ihn in &#8222;alten&#8220; Papierkronen ausdr\u00fccken, und das waren 1,654.760.000 Kronen. Durch Abschreibung aller Reserven reduzierte sich dieser Verlust auf S 67.602, aber zu beachten ist die Tatsache, da\u00df diesem Verlust als Deckung nur das Aktienkapital von S 20.000 gegen\u00fcberstand!<\/p>\n<p>Kein Wunder also, da\u00df \u00fcberhaupt seit Sp\u00e4therbst 1924 eine regul\u00e4re Fortf\u00fchrung des alten Wila-Verlags &#8222;nicht mehr opportun&#8220; schien.<\/p>\n<p>Die Begr\u00fcndung f\u00fcr den Niedergang des einstigen Paradeverlags f\u00fcr \u00f6sterreichische Belletristik, der zumindest das Potential hatte, auf diesem Gebiet f\u00fchrend zu sein, ist &#8211; wie man im Gesch\u00e4ftsbericht 1924 nachlesen kann &#8211; nicht uninteressant, vor allem in Hinblick auf die Marktverh\u00e4ltnisse 1923-1924 in \u00d6sterreich. Man darf dabei aber nicht \u00fcbersehen, da\u00df die Argumentation im Bericht wesentliche Faktoren ignoriert: Davon, da\u00df das Unternehmen, das langsam kein Verlag mehr war, von einer Finanzgruppe zur anderen &#8222;geschubst&#8220; wurde, und sicherlich nicht zu seinem Vorteil, ist kein Wort zu lesen. Genausowenig von der ma\u00dflosen Expansion ohne gen\u00fcgende Kapitaldeckung wie von dem Aushungern des urspr\u00fcnglichen Verlagsgesch\u00e4fts.<\/p>\n<p>Auf die Auslieferungsabteilung habe z.B. &#8222;das Fr\u00fchjahr 1924 einen doppelt krisenhaften Einflu\u00df ge\u00fcbt. Denn es ist zu beachten, da\u00df sich gleichzeitig mit dem Einbruch der Wirtschaftskrise eine gro\u00dfe Umwandlung im Buchhandel vollzog.&#8220; Wegen der Schwankungen der Geldwerte war es seitens der (deutschen) Verleger Usus geworden, keine Ware mehr in Kommission zu liefern, d.h. ohne Zahlung aus der Hand zu geben. Daher hat z.B. die Wila auf eigenes Risiko betr\u00e4chtliche Summen investiert. Dann trat die durch die einbrechende Krise ausgel\u00f6ste Absatzstockung auf. &#8222;Durch den Zusammenbruch zahlreicher Buchh\u00e4ndler des In- und Auslandes und durch Notverk\u00e4ufe wurde der Markt mit einer Flut konkurrenzlos billiger Ware \u00fcberschwemmt, so da\u00df manche Werke nur mehr unter Verzicht auf jeden Gewinn, ja selbst nur mehr unter den Selbstkosten verk\u00e4uflich waren.&#8220; (Bericht 1924, S. 4) Die Wiener Literarische Anstalt A.G. erlitt aber auch an den eigenen Verlagsbest\u00e4nden Verluste. Die Begr\u00fcndung ist recht aufschlu\u00dfreich f\u00fcr die Entwicklung am Buchmarkt seit Ende des Weltkriegs:<\/p>\n<p class=\"zitat\">Der gr\u00f6\u00dfere Teil dieser Verlagswerke waren in den Jahren 1920 und 1921 auf schlechtem Kriegspapier hergestellt und mit schlechtem Material gebunden, wie es eben damals nicht anders m\u00f6glich war. Mit der Wiederkehr der guten Ausstattung aller Neuerscheinungen wurden diese Werke immer unabsetzbarer. \u00dcberdies war das schlechte Papier der Gefahr v\u00f6lligen Vergilbens ausgesetzt. Sie mu\u00dften daher, wollte man \u00fcberhaupt noch einen Teil des Wertes retten, ganz billig abgestossen werden. Bei einer Anzahl anderer Werke, die seinerzeit &#8211; ebenfalls vor Gr\u00fcndung der A.G. &#8211; in zu gro\u00dfer Auflage hergestellt worden waren, aber anfangs guten Erfolg gehabt hatten, stockte mit Beginn der Stagnation der Absatz v\u00f6llig. Das Lagern der gro\u00dfen Vorr\u00e4te verursachte wachsende Lagerspesen. (Bericht 1924, S. 4f.)<\/p>\n<p>Das Resultat: Die erzielten Ramschpreise entsprachen nicht mehr den Inventurwerten.<\/p>\n<p class=\"zitat\">Zusammenfassend kann also Folgendes gesagt werden: Die gro\u00dfe Wirtschaftskrise traf ein junges, vor der Aufw\u00e4rtsbewegung stehendes Unternehmen, dessen Kapitalien durch Gr\u00fcndungsinvestitionen gebunden waren. Sie hemmte den Absatz und verursachte dadurch ein monatliches Defizit; sie entwertete die Warenvorr\u00e4te und andere Aktiva des Unternehmens; sie zwang zu Ramschverk\u00e4ufen; sie machte mehrfach die Aufnahme von Krediten gegen hohe Zinss\u00e4tze notwendig. (ebda., S. 6)<\/p>\n<h3><a class=\"none\" name=\"Heading6\"><\/a> Aufl\u00f6sung<\/h3>\n<p>Selbst der rigorose Abbau der Angestellten und das Aufl\u00f6sen der unrentablen Abteilungen h\u00e4tten zwar das Defizit stark verringert, das Unternehmen aber letzten Endes nicht gerettet. Am 31. August 1925 wurde der Antrag auf Liquidation der Gesellschaft gestellt und angenommen. Zu Liquidatoren wurden bestellt: Dr. Alain Rohan (Agrarfachmann, 26.7.1893-2.9.1976), Dr. Friedrich Schreyvogl, Dr. Franz Hartig und Dr. Adalbert Stockloew (siehe <em>WZ, <\/em>27.3.1926).<\/p>\n<p>Die Wiener Literarische Anstalt A.G. war wenigstens in der Presse gut angeschrieben. So sah die <em>WAZ <\/em>die Wila als &#8222;Opfer der allgemeinen Wirtschaftskrise&#8220; und schrieb von einem &#8222;tragischen Mi\u00dfgeschick&#8220; statt vom schlechten Management.<\/p>\n<p class=\"zitat\">Jedenfalls erfolgte die Liquidation des Betriebes, dank des einsichtsvollen Blickes der f\u00fchrenden M\u00e4nner, rechtzeitig und in klarster, gesch\u00e4ftlich einwandfreier Weise. Die Liquidation d\u00fcrfte zuversichtlich einen g\u00fcnstigen Abschlu\u00df finden.<a href=\"#_ftn24\" name=\"_ftnref24\"><span class=\"Reference\">[24]<\/span><\/a><\/p>\n<p>Der Verkauf des Lagers, die Verwertung der Urheberrechte und die Erledigung von Forderungen<a href=\"#_ftn25\" name=\"_ftnref25\"><span class=\"Reference\">[25]<\/span><\/a> usw. haben geraume Zeit in Anspruch genommen. Nach beendeter Liquidation wurde die Wiener Literarische Anstalt A.G. erst am 6. M\u00e4rz 1934 aus dem Handelsregister gel\u00f6scht.<\/p>\n<h3><a class=\"none\" name=\"Heading7\"><\/a> Programm und Produktion<\/h3>\n<p>Wie man in der <em>Wiener Mittags-Zeitung <\/em>vom 4. November 1919 lesen konnte, setzte man in diese j\u00fcngste Verlagsneugr\u00fcndung gro\u00dfe Hoffnungen:<\/p>\n<p class=\"zitat\">Die Gr\u00fcndung der Wiener Literarischen Anstalt entsprach dem Bestreben einer Anzahl von M\u00e4nnern, den \u00f6sterreichischen Belletristen im Vaterlande eine Heimstatt zu bereiten, sie vom Auslande unabh\u00e4ngig zu machen. Das Unternehmen ist auf sicherer Grundlage gebaut und f\u00fcr die Leitung wurden erfahrene M\u00e4nner gewonnen! Wollen wir hoffen, da\u00df der Verlag die besten Wege f\u00fcr seine T\u00e4tigkeit entfaltet, da\u00df es ihm gelingt, den \u00f6sterreichischen Buchhandel dem deutschen gleichzustellen! (&#8230;) (S. 3)<\/p>\n<p>Als die Gr\u00fcndung der Wila im Freundeskreis beschlossen wurde, wollte man sich von drei Programmpunkten leiten lassen. Demnach wurde<\/p>\n<p class=\"zitat\">als oberster und erster Grundsatz festgestellt, die Wila m\u00fcsse deutsch\u00f6sterreichisch in zweifacher Richtung werden. Deutsch\u00f6sterreicher sollten in erster Linie ihre Autoren sein und mindestens ein Gutteil ihrer Ver\u00f6ffentlichungen sollte die Kunst- und Kultursch\u00e4tze unseres Heimatlandes m\u00f6glichst weiten Kreisen bekanntmachen.<a href=\"#_ftn26\" name=\"_ftnref26\"><span class=\"Reference\">[26]<br \/>\n<\/span><\/a>(&#8230;)<br \/>\nErfreulich und uns den schweren Weg erleichternd, war das lebhafte Interesse, das die namhaftesten Autoren \u00d6sterreichs dem neuen Unternehmen zuwandten. Dies erm\u00f6glichte der Wila, ihrem ersten Programmpunkte gerecht zu werden, Werke heimischer Autoren zu bringen.<\/p>\n<p>Ein dritter Programmpunkt der Wila galt &#8222;der F\u00f6rderung junger, unbekannter Autoren&#8220;. Als der Wila-Verlag nach etwas mehr als einem Jahr \u00fcber seine bisherige Leistung Bilanz zog, konnte er recht zufrieden sein:<\/p>\n<p class=\"zitat\">Fast zwei Drittel der verlegten Werke behandeln teils in Roman und Gedicht, teils in wissenschaftlichen Abhandlungen und Erinnerungen \u00f6sterreichische Kulturerscheinungen, Personen und Verh\u00e4ltnisse.<br \/>\n(. . .)<br \/>\nDer Verlag selbst kann trotz der kurzen Zeit seines Bestehens bereits einer ganzen Anzahl treuer Anh\u00e4nger f\u00fcr ihr stetes Interesse danken. Sie zu erhalten und neue Freunde zu werben, ist unser Wunsch, unsere Pflicht wird es sein, unserem Ziel treu zu bleiben:<\/p>\n<p class=\"zitat\">Gut deutsch und \u00f6sterreichisch allerwegen! (loc. cit.)<\/p>\n<p>Einer, der \u00fcber diese neue Heimat f\u00fcr \u00f6sterreichische Belletristik besonders gl\u00fccklich war, hie\u00df Hermann Bahr. In einer sechsseitigen &#8222;Einleitung&#8220; zum Verlagsalmanach auf das Jahr 1921 zeigte er sich &#8211; wie auch sein Engagement um die Jahrhundertwende f\u00fcr den &#8222;Wiener Verlag&#8220; beweist &#8211; als Verfechter des \u00f6sterreichischen Verlags:<\/p>\n<p class=\"zitat\">Die Gr\u00fcndung der Wila hat in mir einen seit drei\u00dfig Jahren immer wieder vergeblich gehegten, immer wieder entt\u00e4uschten und dennoch niemals verstummenden Wunsch mit neuer Zuversicht belebt, den Wunsch, die besten Stimmen \u00d6sterreichs einmal gewisserma\u00dfen im Chorgesang zu h\u00f6ren, den Wunsch, in einem \u00f6sterreichischen Verlag unsere wesentlichen Begabungen versammelt zu sehen.<br \/>\n(&#8230;)<br \/>\nAn Versuchen, einen \u00f6sterreichischen Verlag zu schaffen, hat&#8220;s nicht gefehlt. Wenn sie nicht gl\u00fcckten, oder doch h\u00f6chstens allenfalls halb, so lag das weniger am Mi\u00dfgeschick ihrer Unternehmer, sondern daran, da\u00df ein paar gro\u00dfe Namen, auch die besten, nicht gen\u00fcgen, so lange sich ein solches Unternehmen nicht auf den ersten Blick als etwas Besonderes ank\u00fcndigt, das, so wie es ist, eben nur von \u00d6sterreichern nur in \u00d6sterreich geleistet werden kann. (&#8230;) (S. 17)<\/p>\n<p class=\"zitat\">Wenn die Wila sich jetzt bem\u00fcht, die besten Namen unserer Gegenwart an sich zu ziehen, wenn es ihr gar vielleicht gl\u00fcckt, unbekannte Begabungen aufzufinden, so wird dies alles doch nur dann erst wahrhaft produktiv werden k\u00f6nnen, es wird daraus der Ansatz zur Sch\u00f6pfung einer neuen Tradition nur dann entstehen k\u00f6nnen, wenn ihr auch noch gelingt, die Forderung der Qualit\u00e4tsarbeit mit Geduld, pedantisch und bis zu einem gewissen Grad sogar fast fanatisch zugleich, festzuhalten und durchzusetzen.<\/p>\n<p class=\"zitat\">(&#8230;) (S. 19 f.)<\/p>\n<p>Aber der Optimismus Bahrs und der Verlagsgr\u00fcnder mu\u00dfte der Gesch\u00e4ftemacherei, der wirtschaftlichen Entwicklung und dem fragw\u00fcrdigen Bed\u00fcrfnis der Gro\u00dfaktion\u00e4re, &#8222;Hans Dampf&#8220; in allen Buchhandelsgassen zu sein, weichen.<\/p>\n<p>Die Gesamtproduktion belief sich 1919 bis 1925 auf ca. 160 Verlagswerke. Davon erschienen mehr als 2\/3 w\u00e4hrend die Wila noch eine Ges.m.b.H. war, was auch unsere Feststellung \u00fcber die nachrangige Bedeutung des Verlagsgesch\u00e4fts unter der \u00c4gide der A.G. untermauert. 1919 erschienen 9-10 Werke, die H\u00e4lfte davon Gedichtb\u00e4nde. Mitte September 1920 umfa\u00dfte das Verlagsangebot 32 Werke (darunter 9 Romane, 9 Novellen, 6 Gedichtb\u00e4nde), und in derselben Anzeige<a href=\"#_ftn27\" name=\"_ftnref27\"><span class=\"Reference\">[27]<\/span><\/a> wurden zugleich weitere 45 Verlagswerke (6 Romane, 17 Novellen, 10 Gedichtb\u00e4nde) angek\u00fcndigt, die noch in diesem Jahre erscheinen sollten. Dezember 1921 waren bereits ca. 96 Werke angezeigt, im Almanach f\u00fcr 1922 ca. 133. Zu Jahresende 1923 war die Zahl geringf\u00fcgig auf 150 angewachsen. Im letzten vollen Gesch\u00e4ftsjahr 1924 waren 9 weitere Verlagsver\u00f6ffentlichungen, 1925 ein einziges Buch nachzuweisen. Global gesehen mu\u00df man diese &#8222;Produktionszahlen&#8220; allerdings relativieren, denn von nicht wenigen Titeln erschienen gleich zwei oder drei Ausgaben &#8211; einmal Pappband, einmal Halbleinen, einmal Luxusausgabe.<\/p>\n<p>Mit wenigen Ausnahmen waren die Autoren der Wila-Publikationen alle \u00d6sterreicher. Auffallend ist vor allem die Pflege der jungen Lyrik, ja Lyrik \u00fcberhaupt. In dieser Sparte vertreten waren u.a. Bruno Ertler, Kurt Frieberger, Julius Franz Sch\u00fctz, Grete Urbanitzky, Herbert Joh. Gigler, Felix D\u00f6rmann, Ernst Fischer, Maximilian Hartwich, Karl Emmerich Hirt, Alexander Lernet, Joseph Aug. Lux, Wolfgang Madjera, Hans N\u00fcchtern und Paul Rainer. Zu den Wila-Romanautoren z\u00e4hlten u.a. Paul Busson, M.E. della Grazie, Irma v. H\u00f6fer, Theodor Heinrich Mayer, Hans N\u00fcchtern, Gustav Renker, Werner Scheff, Herbert Sch\u00fcler, Georg Terramare, Grete Urbanitzky, Robert Weil, K\u00e4the Wilhelm. Novellen scheinen auch ein besonderer Schwerpunkt gewesen zu sein: man schuf 1920 die <em>Novellenreihe der Wila <\/em>und lie\u00df 1920\/21 5 Werke erscheinen. Die Wila Ges.m.b.H. ver\u00f6ffentlichte au\u00dferdem Novellen von Artur Anders, Rudolf Hans Bartsch, Hermine Cloeter; Egon Dietrichstein, Bruno Ertler, Kurt Frieberger, F. K. Ginzkey, Eduard Hellmer, Ludwig Hirschfeld, Adam M\u00fcller-Guttenbrunn, Richard Nordmann, Hans N\u00fcchtern, Felix Salten, Heinrich v. Schullern, Georg Terramare, Rose Silberer u.a.<\/p>\n<p>An den Ver\u00f6ffentlichungen selbst noch bis 1921 f\u00e4llt auf, da\u00df vielfach Rotationspapier, also &#8222;relativ&#8220; billiges, f\u00fcr B\u00fccher gew\u00f6hnlich minderwertiges, f\u00fcr den Zeitungsdruck hergestelltes Papier verwendet wurde. Solche in h\u00f6herer Auflage gedruckten Werke lie\u00dfen sich nach Ende der Inflation &#8211; wie wir gesehen haben &#8211; kaum mehr absetzen.<\/p>\n<p>Aber es gab auch Werke des Wila-Verlags, die unter &#8222;Verschiedenes&#8220; einzureihen w\u00e4ren: So z.B. die <em>Erinnerungen <\/em>von Anna Bahr-Mildenburg, Felix Brauns <em>Aktaion, <\/em>Felix D\u00f6rmanns <em>Der Herr von Abadessa, <\/em>Max Mells <em>Das Kripperl von 1919, <\/em>Friedrich Schreyvogls <em>Der zerrissene Vorhang <\/em>u.a.<\/p>\n<h3><a class=\"none\" name=\"Heading8\"><\/a> Preisentwicklung<\/h3>\n<p>In den Jahren 1920 und &#8211; verst\u00e4rkt &#8211; 1921 setzten horrende Preissteigerungen nicht nur bei der Wila ein. Verfolgen wir nun diese Entwicklung anhand dreier willk\u00fcrlich gew\u00e4hlter Beispiele bis Ende 1921. Zuerst aber ein paar Vorbemerkungen: Die zitierten Preise waren mit dem &#8222;Ladenpreis&#8220; nicht identisch, weil ein &#8222;Teuerungszuschlag&#8220; hinzugerechnet wurde. Dieser konnte einmal 10% oder sp\u00e4ter auch 40% betragen. Und die verdeutlichte Preisentwicklung bei B\u00fcchern l\u00e4\u00dft sich nicht auf die Entwicklung verschiedener Lebenskosten \u00fcbertragen und war von sehr vielen Faktoren bestimmt.<\/p>\n<p>Beispiel 1:<\/p>\n<p class=\"zitat\">M.E. delle Grazie, Homo. <em>Der Roman einer Zeit<\/em> (416 S.)<\/p>\n<p>Als das Buch im September 1919 erschien bzw. angek\u00fcndigt wurde, kostete es K 15 (geb.) Hier die weitere Preisgestaltung:<\/p>\n<p class=\"zitat\">J\u00e4nner 1920: K 20<br \/>\nApril 1920: K 30<br \/>\nSeptember 1920: K 30<br \/>\nJuni 1921: K 50<br \/>\nOktober 1921: K 100<br \/>\nDezember 1921: K 220<\/p>\n<p>Innerhalb von zwei Jahren war der Preis (ohne Teuerungszuschlag) um das 14,6fache gestiegen.<\/p>\n<p>Beispiel 2:<\/p>\n<p class=\"zitat\">Hermine Cloeter, <em>Die feine Geige<br \/>\n<\/em>Erschien Dezember 1919: K 8<br \/>\nJ\u00e4nner 1920: K 10<br \/>\nDezember 1920: K 40<br \/>\nJuni 1921: K 50<br \/>\nDezember 1921: K 135<\/p>\n<p>Innerhalb von zwei Jahren war der Preis (ohne Teuerungszuschlag) um das 16,8fache gestiegen.<\/p>\n<p>Beispiel 3:<\/p>\n<p class=\"zitat\">Grete Urbanitzky, <em>Der verflogene Vogel<\/em>. (96 S.)<br \/>\nErschien Februar 1920: K 15<br \/>\nApril 1920: K 25<br \/>\nSeptember 1920: K 25<br \/>\nOktober 1921: K 60<br \/>\nDezember 1921: K 120<\/p>\n<p>Der Preis (ohne Teuerungszuschlag) ist um das 8fache gestiegen. Irgendwelche bedeutenderen Verkaufserfolge scheint der Wila-Verlag trotz betr\u00e4chtlicher Werbung (vornehmlich in der <em>BC <\/em>bzw. im <em>Anzeiger) <\/em>nicht gehabt zu haben. Auflagenzahlen wurden in den seltensten F\u00e4llen genannt. Was die Gedichtb\u00e4nde betrifft, so scheint die Annahme berechtigt, da\u00df die Auflagen zwischen 1.000 bis max. 2.000 Ex. schwankten. Nur gelegentlich hatte es f\u00fcr andere Werke Startauflagen von 5.000 oder gar 10.000 Ex. gegeben. Einigerma\u00dfen erfolgreich gewesen zu sein scheinen der Roman <em>Juan Fernandez <\/em>von Werner Scheff und der autobiographische Roman <em>R\u00fcck&#8220; n\u00e4her, Bruder <\/em>von Robert Weil (Ps. Homunkulus), die Auflagen von 20.000 erlebten.<\/p>\n<h3><a class=\"none\" name=\"Heading9\"><\/a> Reihen, Serien, Schriften<\/h3>\n<p>Mit ihren Reihen- und Serienwerken umfa\u00dfte die Wila-Produktion sch\u00f6ne Literatur, Theater und Kunst sowie Wissenschaft. Neben der bereits erw\u00e4hnten Novellenreihe erschienen z.B. <em>Die kleinen B\u00fccher. <\/em>In dieser Reihe erschienen sechs B\u00e4nde, davon drei von Alexander Engel, einer von Heinrich Teweles, Hans N\u00fcchtern und Felix D\u00f6rmann. Weiters erschien ab Mai 1920 <em>Theater und Kultur<\/em>\/Eine Folge von Monographien unter Mitwirkung von Hermann Bahr und Hugo Hofmannsthal, herausgegeben von Richard Smekal (sp\u00e4ter: Max Pirker). Hier die ersten vier B\u00e4nde:<\/p>\n<p class=\"zitat\">1. Hermann Bahr, <em>Burgtheater<br \/>\n<\/em>2. Hugo Hofmannsthal, <em>Ferdinand Raimunds Lebensdokumente<br \/>\n<\/em>3. Max Pirker, <em>Rund um die Zauberfl\u00f6te<br \/>\n<\/em>4. Erwin Rieger, <em>Offenbach und seine Wiener Schule<\/em><\/p>\n<p>In der Reihe <em>Von \u00d6sterreichischer Kultur <\/em>(&#8222;Eine Sammlung, welche die interessantesten \u00f6sterreichischen Erscheinungen auf h\u00f6chstem Niveau behandelt&#8220;) konnten bis Mitte 1924 sechs anspruchsvolle Werke erscheinen:<\/p>\n<p class=\"zitat\">Hermann Bahr, <em>Bilderbuch<br \/>\n<\/em>Anna Bahr-Mildenburg, <em>Erinnerungen<br \/>\n<\/em>Anton Bettelheim, <em>Wiener Biographeng\u00e4nge<br \/>\n<\/em>Helene Bettelheim-Gabillon, <em>Im Zeichen des alten Burgtheaters<br \/>\n<\/em>Edmund Hellmer, <em>Hugo Wolf, Erlebtes und Erlauschtes<br \/>\n<\/em>Franz Karl Ginzkey, <em>Doppelspiegel<\/em><\/p>\n<p>Ende Juni 1923 begann man mit der Ver\u00f6ffentlichung der vom \u00f6sterreichischen BM f\u00fcr \u00c4u\u00dferes herausgegebenen Sammlung <em>\u00d6sterreich-B\u00fccherei, <\/em>die ein umfassendes Bild des \u00f6sterreichischen Wiederaufbaues entwerfen sollte. Als Band 1 erschien z.B. <em>Der Wiederaufbau der Staatswirtschaft \u00d6sterreichs <\/em>von Karl Rausch. Nachgewiesen werden konnten bis 1924 14 B\u00e4nde.<\/p>\n<p>Die Wila n\u00fctzte ihre offenbar guten Beziehungen zu \u00f6sterreichischen Regierungsstellen, um noch 1923 <em>Das \u00f6sterreichische Jahrbuch <\/em>herauszugeben.<\/p>\n<p>Zu diesem Reigen von Serien geh\u00f6rte auch die <em>B\u00fccherei der Zukunft, <\/em>die von Prof. Dr. K.C. Schneider ab Juni 1921 herausgegeben wurde. Die Reihe ging aus einer Vortragsserie an der Universit\u00e4t Wien hervor, die wiederum den Anla\u00df zur Gr\u00fcndung einer &#8222;Wiener Gesellschaft f\u00fcr deutsche Zukunftskultur&#8220; gab.<\/p>\n<p>Im Juli 1921 \u00fcbernahm die WILA die Herausgabe der bislang unter Ausschlu\u00df der \u00d6ffentlichkeit erscheinenden <em>Schriften des Literarischen Vereins in Wien, <\/em>die schon seit 1904 gedruckt wurden. Sie lieferte einzig und allein den 7. Teil von &#8222;Grillparzers Gespr\u00e4chen&#8220; als Band XXV aus. Die <em>Neue \u00d6sterreichische Biographie, <\/em>die oft den Verleger wechselte, erschien eine Folge lang bei der Wila (1921).<\/p>\n<p><em><a href=\"http:\/\/verlagsgeschichte.murrayhall.com\/wp-content\/uploads\/2015\/09\/WILAVerlagGregor.jpg\" rel=\"attachment wp-att-1828\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft wp-image-1828\" src=\"http:\/\/verlagsgeschichte.murrayhall.com\/wp-content\/uploads\/2015\/09\/WILAVerlagGregor.jpg\" alt=\"WILAVerlagGregor\" width=\"230\" height=\"314\" srcset=\"http:\/\/verlagsgeschichte.murrayhall.com\/wp-content\/uploads\/2015\/09\/WILAVerlagGregor.jpg 2092w, http:\/\/verlagsgeschichte.murrayhall.com\/wp-content\/uploads\/2015\/09\/WILAVerlagGregor-220x300.jpg 220w, http:\/\/verlagsgeschichte.murrayhall.com\/wp-content\/uploads\/2015\/09\/WILAVerlagGregor-768x1050.jpg 768w, http:\/\/verlagsgeschichte.murrayhall.com\/wp-content\/uploads\/2015\/09\/WILAVerlagGregor-749x1024.jpg 749w, http:\/\/verlagsgeschichte.murrayhall.com\/wp-content\/uploads\/2015\/09\/WILAVerlagGregor-110x150.jpg 110w\" sizes=\"auto, (max-width: 230px) 100vw, 230px\" \/><\/a>Die Herdflamme. Sammlung der gesellschafts-wissenschaftlichen Grundwerke aller Zeiten und V\u00f6lker <\/em>nannte sich eine weitere bei der Wila erschienene kurzlebige Serie. Herausgeber war Prof. Dr. Othmar Spann. Die acht Ver\u00f6ffentlichungen der Sammlung reichten von Friedrich Schreyvogls <em>Ausgew\u00e4hlten Schriften des Thomas von Aquino <\/em>bis zu Wolfgang Schultz, <em>Staatszust\u00e4nde und Staatsaussichten der alten Iraner. <\/em><\/p>\n<p>Es bleibt noch eine Sammlung zu nennen, die wohl die gr\u00f6\u00dfte Leistung darstellte, n\u00e4mlich <em>Die Wiedergabe. <\/em>Untertitel: Wiener Gegenwart und ihr Besitz. Eine Sammlung kleiner B\u00fccher. Herausgeber war Dr. Paul Stefan, ein versierter Kenner der Wiener Theater- und Kunstszene. Bis zum Fr\u00fchjahr 1924 erschienen in drei Reihen (I:10; II:10; III: 2)22 B\u00e4nde dieser Serie. Er\u00f6ffnet wurde sie mit Joseph Gregor, <em>Das Wiener Burgtheater. <\/em>Weiters erschienen:<\/p>\n<p class=\"zitat\">Max Mell, <em>Alfred Roller<br \/>\n<\/em>Erhard Buschbeck, <em>Die Medelsky<br \/>\n<\/em>Richard Specht, <em>Wilhelm Furtw\u00e4ngler<br \/>\n<\/em>Karl Marilaun, <em>Adolf Loos<br \/>\n<\/em>Paul Stefan, <em>Anna Bahr-Mildenburg<br \/>\n<\/em>Arthur Rundt, <em>Maria Mayer &#8211; Karl Etlinger<br \/>\n<\/em>Ludwig Ullmann, <em>Die Roland<br \/>\n<\/em>Erwin Rieger, <em>Die gute alte Zeit der Wiener Operette<br \/>\n<\/em>Wilhelm Wymetal, <em>Maria Jeritza<br \/>\n<\/em>Felix Salten, <em>Das Burgtheater<br \/>\n<\/em>Paul Stefan, <em>Die Wiener Oper<br \/>\n<\/em>Arthur Roessler, <em>Speidel und Hevesi<br \/>\n<\/em>Herbert Johannes Holz, <em>Richard Mayr<br \/>\n<\/em>Paul Stefan, <em>Mahler f\u00fcr jedermann<br \/>\n<\/em>Hans Brecka, <em>Die Handel-Mazzetti<br \/>\n<\/em>Julius Bistron, <em>Joseph Marx<br \/>\n<\/em>L. Andro, <em>Marie Gutheil<br \/>\n<\/em>Karl Gustav Ger, <em>Dr. Ignaz Seipel<br \/>\n<\/em>Paul Stefan, <em>Hofmannsthal<\/em><\/p>\n<p>Insgesamt konnte die Wila-Verlags-Ges.m.b.H. drei eigene Almanache herausbringen (&#8230; <em>auf das Jahr 1921; Wila-Almanach 1922\/23), <\/em>die Beitr\u00e4ge von Verlagsautoren, Biographien, Publikationen usw. enthielten. Ende 1923 erschien schlie\u00dflich der <em>K\u00e4rntner Almanach auf das Jahr 1924 <\/em>mit Ver\u00f6ffentlichungen alter volkskundlicher Funde und modernen Beitr\u00e4gen von Alexander Lernet-Holenia, Josef Perkonig u.a.<\/p>\n<h3><a class=\"none\" name=\"Heading10\"><\/a> Signets<\/h3>\n<p>Das von der Wila am h\u00e4ufigsten verwendete Verlagssignet in Form eines Ovals mit einer Zeichnung des Stephansdoms zusammen mit den Buchstaben W I L A unten in einem Kreis stammt von Ludwig Hesshaimer (10.3.1872, Kronstadt-10.1.1956, Rio de Janeiro), der auf Briefk\u00f6pfe, Buchschmuck, Briefmarken, Buntpapiere, Exlibris, Gratulationskarten usw. spezialisiert war. Neben der Illustration einiger fremder Werke f\u00fcr die Wila ver\u00f6ffentlichte Hesshaimer das Werk <em>Der Weltkrieg, ein Totentanz. Eine Dichtung in Radierungen <\/em>1922 im Wila-Verlag. Er zeichnete auch eine Neujahrskarte 1920 f\u00fcr die Wila.<a href=\"#_ftn28\" name=\"_ftnref28\"><span class=\"Reference\">[28]<\/span><\/a> Das Motiv mit dem Stephansdom wurde auch variiert und zu einem Panorama der Innenstadt von Wien ausgestaltet.<\/p>\n<h3><a class=\"none\" name=\"Heading11\"><\/a> Buchausstattung und Illustration<\/h3>\n<p>Wie der Rikola Verlag und andere \u00f6sterreichische Verlage zu dieser Zeit engagierte man eine Reihe von K\u00fcnstlern zur Ausgestaltung der Verlagswerke, entweder mit besonderen Einbandzeichnungen oder mit Originalzeichnungen. Zu denen, die f\u00fcr die WILA arbeiteten, z\u00e4hlten u.a. Maria Vera Brunner (Mitarbeiterin der Wiener Werkst\u00e4tte), Albin Egger-Lienz, Fritz Gareis, Maria Grengg, Elise Haugg, Fritz J\u00e4ger, Ada Nigrin, M. Schr\u00f6tter-Malliczky, Ulf Seidl, Fritz Silberbauer, Hans Stalzer, Johann Strohofer und Karl Alexander Wilke.<\/p>\n<h3><a class=\"none\" name=\"Heading12\"><\/a> Exkurs: Zentralgesellschaft f\u00fcr buchgewerbliche und graphische Betriebe A.G.<\/h3>\n<p><a href=\"http:\/\/verlagsgeschichte.murrayhall.com\/wp-content\/uploads\/2015\/09\/Zentralgesellschaft-buchgewerbliche-Betriebe.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft wp-image-657\" src=\"http:\/\/verlagsgeschichte.murrayhall.com\/wp-content\/uploads\/2015\/09\/Zentralgesellschaft-buchgewerbliche-Betriebe-292x300.jpg\" alt=\"Zentralgesellschaft buchgewerbliche Betriebe\" width=\"150\" height=\"154\" srcset=\"http:\/\/verlagsgeschichte.murrayhall.com\/wp-content\/uploads\/2015\/09\/Zentralgesellschaft-buchgewerbliche-Betriebe-292x300.jpg 292w, http:\/\/verlagsgeschichte.murrayhall.com\/wp-content\/uploads\/2015\/09\/Zentralgesellschaft-buchgewerbliche-Betriebe-146x150.jpg 146w, http:\/\/verlagsgeschichte.murrayhall.com\/wp-content\/uploads\/2015\/09\/Zentralgesellschaft-buchgewerbliche-Betriebe-303x311.jpg 303w, http:\/\/verlagsgeschichte.murrayhall.com\/wp-content\/uploads\/2015\/09\/Zentralgesellschaft-buchgewerbliche-Betriebe.jpg 541w\" sizes=\"auto, (max-width: 150px) 100vw, 150px\" \/><\/a>Im April 1921 vollzog sich eine interessante Entwicklung in der \u00f6sterreichischen Buchhandelslandschaft. Es war dies die Errichtung einer Holdinggesellschaft mit dem Namen &#8222;Zentralgesellschaft f\u00fcr buchgewerbliche und graphische Betriebe A.G.&#8220; Sie wurde am 17. April 1923 unter Reg. B, Bd. 15, pag. 126 (1939: HRB 3981) ins Wiener Handelsregister eingetragen. Von ihr ist bereits im Zusammenhang mit der Rikola A.G. die Rede gewesen. Eine \u00e4hnliche Rolle als Retter in der Not spielte sie nach dem Abstieg der Literaria A.G. Zum Unterschied von Rikola, Wila und Literaria operierte die Zentralgesellschaft nicht blo\u00df fallweise mit Gewinn, aber gleich ihnen hatte sie etwas fatale Bankverbindungen zu Pleitefirmen wie der \u00d6sterreichischen Industrie- und Handelsbank und der Centralbank der deutschen Sparkassen. Der gro\u00dfe Unterschied bestand darin, da\u00df sie die Bankenkrachs 1924 verkraften konnte und in der Lage war, solide Geldgeber zu finden. Auf Grund ihrer Struktur war sie Konjunkturschwankungen nicht unterworfen.<\/p>\n<p>Um die Rolle der Zentralgesellschaft, die \u00fcbrigens heute noch dem Namen nach in Wien existiert, im Zusammenhang mit dem Literaria A.G.-Konzern einsch\u00e4tzen zu k\u00f6nnen, folgendes &#8222;Selbstportr\u00e4t&#8220; des Unternehmens:<\/p>\n<p class=\"zitat\">Verschiedene in der letzten Zeit an uns gelangte Anfragen \u00fcber die Zusammensetzung und den Aufgabenkreis der Zentralgesellschaft veranlassen uns, dem verehrlichen Gesamtbuchhandel folgendes \u00fcber Entstehung und Ziele unserer Gesellschaft zur gef\u00e4lligen Kenntnis zu bringen:<\/p>\n<p class=\"zitat\">Die ver\u00e4nderten Zeitverh\u00e4ltnisse in den Nachkriegsjahren haben im Jahre 1921 unter einer Anzahl altans\u00e4ssiger Wiener Firmen des Buchgewerbes und der Graphik den Gedanken eines engeren Zusammenschlusses reifen lassen und zur Gr\u00fcndung der ,Zentralgesellschaft f\u00fcr Buchgewerbliche und Graphische Betriebe&#8220;, zun\u00e4chst als Gesellschaft mit beschr\u00e4nkter Haftung, gef\u00fchrt, um eine Organisation zu schaffen f\u00fcr: Gemeinsame Kredit- und Finanzwirtschaft &#8211; Gemeinsame Vertriebs- und Verkaufsma\u00dfnahmen &#8211; F\u00f6rderung des Buchabsatzes in \u00d6sterreich &#8211; Zentrale Werbet\u00e4tigkeit (Gemeinsames Katalogunternehmen f\u00fcr die angeschlossenen Sortimentsfirmen) &#8211; Zentralen Einkauf-Gemeinsame Spedition &#8211; Unterst\u00fctzung und Beratung in allen Buchhaltungs-, Bilanz-, Steuer-, Versicherungs- und sonstigen administrativen und finanziellen Angelegenheiten.<\/p>\n<p class=\"zitat\">Die g\u00fcnstige Entwicklung und die durch die Zentralgesellschaft f\u00fcr die einzelnen Firmen erzielten Erfolge zeigten, da\u00df der zugrundeliegende Gedanke ein guter war, und f\u00fchrten zu einer weiteren Ausdehnung des Kreises sowohl in Wien, als auch in den Bundesl\u00e4ndern.<\/p>\n<p class=\"zitat\">Die Gesellschaft wurde im Vorjahre in eine Aktiengesellschaft umgewandelt und hat seither einen gro\u00dfen Kreis weiterer erster Firmen des Buchgewerbes und der graphischen Industrie in sich aufnehmen k\u00f6nnen. Heute geh\u00f6ren, wie aus nachfolgendem Verzeichnis hervorgeht, 17 Sortimentsbuchhandlungen, 2 Gro\u00dfbuchhandlungen, 8 Verlagsanstalten, 3 Druckereien und 1 Gro\u00dfbuchbinderei der Zentralgesellschaft an.<a href=\"#_ftn29\" name=\"_ftnref29\"><span class=\"Reference\">[29]<\/span><\/a><\/p>\n<p>Zu den zugeh\u00f6rigen Verlagsanstalten z\u00e4hlten z.B. Doblinger, Frick, Artaria, Gerold, Pichler&#8220;s Witwe, H\u00f6lder-Pichler-Tempsky A.G., Freytag &amp; Berndt A.G. sowie A. Hartleben.<\/p>\n<p><a id=\"anm\"><\/a>Anmerkungen<\/p>\n<p class=\"Note\"><a href=\"#_ftnref1\" target=\"text\" name=\"_ftn1\">[1]<\/a> <em>Der Neue Tag<\/em> (Wien), Nr. 185, So., 28.9.1919, S. 12; <em>WAZ<\/em>, Nr. 12432, Mi., 1.10.1919, S. 4.<\/p>\n<p class=\"Note\"><a href=\"#_ftnref2\" target=\"text\" name=\"_ftn2\">[2]<\/a> Siehe dazu den Akt Gesch\u00e4ftszahl Ia, 3309, Erla\u00df vom 13. August 1920, &#8222;Buchhandel Konzession&#8220;, Zeichen XII-1 67b 10, Jahr 1920 (Nieder\u00f6sterreichisches Landesarchiv, Wien) sowie <em>BC<\/em>, Nr. 42-45, 10.11.1920, S. 423.<\/p>\n<p class=\"Note\"><a href=\"#_ftnref3\" target=\"text\" name=\"_ftn3\">[3]<\/a> Das Blatt findet sich in: Handelsgericht Wien. Registerakt, Reg. B, Bd. 13, pag. 137 (WrStLa).<\/p>\n<p class=\"Note\"><a href=\"#_ftnref4\" target=\"text\" name=\"_ftn4\">[4]<\/a> Siehe <em>WZ, <\/em>12.8.1922, Einladung und Tagesordnung.<\/p>\n<p class=\"Note\"><a href=\"#_ftnref5\" target=\"text\" name=\"_ftn5\">[5]<\/a> Protokoll \u00fcber die konstituierende Generalversammlung der &#8222;Wila-Verlagsaktiengesellschaft&#8220;. Siehe Anm. 3.<\/p>\n<p class=\"Note\"><a href=\"#_ftnref6\" target=\"text\" name=\"_ftn6\">[6]<\/a> Siehe <em>Prager Presse, <\/em>14.7.1922, S. 4.<\/p>\n<p class=\"Note\"><a href=\"#_ftnref7\" target=\"text\" name=\"_ftn7\">[7]<\/a> Siehe KARL AUSCH, a.a.O., S. 280.<\/p>\n<p class=\"Note\"><a href=\"#_ftnref8\" target=\"text\" name=\"_ftn8\">[8]<\/a> Die Formulierung stammt von Robert Danneberg. (AUSCH, a.a.O., S. 280)<\/p>\n<p class=\"Note\"><a href=\"#_ftnref9\" target=\"text\" name=\"_ftn9\">[9]<\/a> Ausch beziffert sie auf etwa 50 Millionen Schilling in heutigem (1968) Geld (S. 280). Die Wiener Merkantil-Bank war eine Inflationsgr\u00fcndung und am 7. J\u00e4nner 1922 unter Reg. B, Bd. 10, pag. 193 ins Wiener Handelsregister eingetragen worden. WILA-Tausendsassa Friedrich Schreyvogl war ein Vierteljahr lang 1922\/23 Kollektiv-Prokurist der Bank.<\/p>\n<p class=\"Note\"><a href=\"#_ftnref10\" target=\"text\" name=\"_ftn10\">[10]<\/a> Der Beschlu\u00df zur Aufl\u00f6sung der Wiener Merkantil-Bank fiel am 9.12.1924 in einer a.o. Generalversammlung (Eintragung ins Handelsregister 20.1.1925). Sie wurde am 2.9.1925 infolge Fusion gel\u00f6scht.<\/p>\n<p class=\"Note\"><a href=\"#_ftnref11\" target=\"text\" name=\"_ftn11\">[11]<\/a> \u00dcber den Kulturbund liegen dzt. meines Wissens noch keine Arbeiten vor. Die Gr\u00fcndung des Kulturbunds erfolgte auf Anregung des spteren NS-Sympathisanten und Europa-Anhngers Karl Anton (Prinz) Rohan (9.9.1898-17.3.1975), und die Gr\u00fcndersitzung fand am 12. J\u00e4nner 1922 in Wien statt. Proponent des Vereins war jedoch ein anderer, n\u00e4mlich ein zweiter Wila-Funktion\u00e4r: Friedrich Schreyvogl, der sich damals noch &#8222;Friedl&#8220; nannte und bis zu seinem Tod am 11.1.1976 mannigfache politische Wandlungen durchmachte. Nach den ersten Statuten, die im Mai 1922 von der Vereinsbeh\u00f6rde genehmigt wurden, war der Zweck des Vereins folgender: &#8222;1. Das geistige Leben zusammenzufassen, sch\u00f6pferische und strebende Menschen zur Anregung eines jeden zusammenzuf\u00fchren. 2. Seinen Mitgliedern ein passender Rahmen zu sein, um zur \u00d6ffentlichkeit zu sprechen. 3. Das geistige Zusammenleben zwischen den V\u00f6lkern zu f\u00f6rdern.&#8220; (Zitiert nach dem Vereinsakt beim Vereinsb\u00fcro der BPoldion in Wien, Aktenzahl XVIII 9842 sowie nach dem Akt im Vereinskataster im WrStLa). Das Sekretariat, das von Schreyvogl geleitet wurde, war bis 1925 in den R\u00e4umen des Wila-Verlags in der Krotenthallergasse 2 untergebracht. Das Nahverh\u00e4ltnis zwischen WILA und dem Kulturbund war ganz offensichtlich: Erstens waren zahlreiche WILA-Autoren zugleich Funktion\u00e4re und Mitarbeiter des Kulturbunds und umgekehrt, und zweitens erschien am l. Juli 1922 das erste Heft der offiziellen Kulturbund-Zeitschrift <em>Der Zeitgeist <\/em>eben dort. F\u00fcr die Redaktion verantwortlich waren Dr. Kurt Frieberger (Wila-Autor), Robert M\u00fcller und Friedl Schreyvogl. Das erste Pr\u00e4sidium des Kulturbunds \u00fcbernahmen auf Bitte der Gr\u00fcnder diese drei Herren sowie Bildhauer Viktor Frisch, Dr. Friedrich Hardtmuth, Erich Wolfgang Korngold, Dr. Friedrich Kronseder S.J., der Vorstand des Bundesdenkmalamtes Fortunat Schubert-Soldern. 1924 hatte der Kulturbund 376 Mitglieder (228 ordentliche und 148 arbeitende), und im folgenden Jahr begann man, etwas widersinnig, &#8222;Gr\u00fcnder&#8220; post festum zu kooptieren. Zu diesen z\u00e4hlten Hugo v. Hofmannsthal, Hans Kelsen, Ignaz Seipel, Paul v. Zsolnay, Paul Kinsky, Anton Wildgans, Maria Thurn-Taxis, Hans Tietze u.v.a. Im Spiegel seiner Mitglieder war der Kulturbund (und der Wila-Verlag) \u00fcberhaupt eine sehr bunte Mischung: es waren Nationale, Katholische, Konservative, Hochadelige, Monarchisten alle nebeneinander. Auch als politisches Stelldichein scheint der Kulturbund eine bedeutende Funktion gehabt zu haben. 1925 wurden neue Statuten genehmigt und der &#8222;Zweck&#8220; des Vereins etwas modifiziert: &#8222;\u00a7 l. Der Verein ist nicht politisch, f\u00fchrt den Namen \u201aKulturbund&#8220; und hat seinen Sitz in Wien. Er ist Mitglied des ,Verbandes f\u00fcr kulturelle Zusammenarbeit&#8220; (F\u00e9d\u00e9ration des Unions Intellectuelles). \u00a7 2. Der Kulturbund ist eine Vereinigung der geistigen F\u00fchrer und Tr\u00e4ger der Kultur, zu dem Zwecke, um unabh\u00e4ngig von Partei, Klasse und Rasse und mit Ausschlu\u00df jeder Politik sch\u00f6pferische Beziehungen zwischen den verschiedensten Standpunkten und Auffassungen zu erm\u00f6glichen.&#8220; (Statuten 1925) 1931 wurde der Verein entsprechend umbenannt in: Kulturbund. \u00d6sterreichische Gruppe des Verbandes f\u00fcr kulturelle Zusammenarbeit, und im folgenden Jahr erschien eine kleine, vom nunmehrigen adeligen Pr\u00e4sidenten des Vereins, Sekt-Chef a.D. Dr. Albert Trentini (10.10.1878, Bozen-18.10.1933, Wien) herausgegebene Schrift zum 10-Jahre-Jubil\u00e4um, in der s\u00e4mtliche Veranstaltungen 1922-1932 angef\u00fchrt wurden. Vor allem in der zweiten H\u00e4lfte der 30er Jahre hatte der Kulturbund eine eminente kulturpolitische Bedeutung, eine, die vom deutschen Gesandten in \u00d6sterreich, Franz von Papen, vollauf erkannt wurde. Man konnte mittels des Kulturbunds die Nationalsozialisten im wahrsten Sinne des Wortes &#8222;salonf\u00e4hig&#8220; machen, zumal der Kulturbund als &#8222;der geistige Mittelpunkt der \u00f6sterreichischen Seite&#8220; galt (Papen; s. Der Hochverratsproze\u00df gegen Dr. Guido Schmidt vor dem Wiener Volksgericht. Wien 1947, S. 364). Papen im Original-Ton: &#8222;Ich legte unendlich mehr Wert auf die Gewinnung gegnerischer Gruppen und zum Beispiel darauf, einen Einflu\u00df auf das geistige Programm des Kulturbundes zu gewinnen&#8220; (ebda., S. 364). Papen hatte seine H\u00e4nde im Spiel, als Anfang 1937 Hans August Freiherr von Hammerstein-Equord, abgesetzter Justizminister und nunmehr Bundeskommiss\u00e4r f\u00fcr Kulturpropaganda, an die Spitze des Kulturbunds gestellt wurde, &#8222;um die hier noch vorhandenen j\u00fcdischen Tendenzen in Zukunft auszuschalten&#8220; (Papen, ebda., S. 413). (Siehe auch: <em>NWJ<\/em>, 21.2.1937). Hammerstein demissionierte am 12.3.1938, und der Verein wurde bis zur Aufl\u00f6sung von Pg. Paul Koniger gef\u00fchrt. Zur Rolle des zwiesp\u00e4ltigen Nazi-Propagandisten Rohan siehe &#8222;Hochverratsproze\u00df&#8220;, S. 414 sowie FRIEDBERT ASPETSBERGER, Literarisches Leben im Austrofaschismus. Der Staatspreis. K\u00f6nigstein\/Taunus: Hain, 1980 (= Literatur in der Geschichte. Geschichte in der Literatur, Band 2) und die knappen Angaben ebendort. Siehe u.a. auch die folgenden Zeitungsberichte \u00fcber den &#8222;Kriegsverbrecher&#8220; Karl Anton Rohan: <em>WZ<\/em>, 9.8.1946, S. 2; <em>WZ, <\/em>4.7.1947, S. 3; <em>\u00d6sterreichische Zeitung, <\/em>2.7.1947, S. 1. Eine Studie \u00fcber den Kulturbund vor allem im Hinblick auf die schleichende kulturelle Nazifizierung \u00d6sterreichs in den 30er Jahren w\u00e4re nicht uninteressant.<\/p>\n<p class=\"Note\"><a href=\"#_ftnref12\" target=\"text\" name=\"_ftn12\">[12]<\/a> Die erste Rechtsform &#8211; die Ges.m.b.H. &#8211; wurde erst am 22. J\u00e4nner 1929 beh\u00f6rdlich aufgel\u00f6st und am 28. J\u00e4nner 1930 von amtswegen aus dem Handelsregister gel\u00f6scht.<\/p>\n<p class=\"Note\"><a href=\"#_ftnref13\" target=\"text\" name=\"_ftn13\">[13]<\/a> Zum genauen Programm siehe: <em>Anzeiger<\/em>, Jg. 1922-23, Nr. 51, 26.10.1923, S. 498 und ebda., Nr. 7, 15.2.1924, S. 76.<\/p>\n<p class=\"Note\"><a href=\"#_ftnref14\" target=\"text\" name=\"_ftn14\">[14]<\/a> Bilanz und Gesch\u00e4ftsbericht \u00fcber das Jahr 1923, S. 11. (Siehe Anm. 3).<\/p>\n<p class=\"Note\"><a href=\"#_ftnref15\" target=\"text\" name=\"_ftn15\">[15]<\/a> Registereintragung 20. Februar 1924. Warum die Umbenennung erfolgte, ist nicht bekannt.<\/p>\n<p class=\"Note\"><a href=\"#_ftnref16\" target=\"text\" name=\"_ftn16\">[16]<\/a> Richtiger Adressat w\u00e4re gewesen: Bundesministerium f\u00fcr Verkehrswesen. Sektion VII. f\u00fcr das Telegraphen-, Fernsprech- und Rohrpostwesen. Die hier nun folgenden Zitate sind folgendem Akt entnommen: \u00d6Sta, AVA, BMfHuV, Gendion, Zl. 7300\/1-23, bei Zahl 8664-24 beil. zu Zl 3210-24. F\u00fcr diesen Hinweis bin ich Herrn Dr. Theo Venus, Wien, zu Dank verpflichtet.<\/p>\n<p class=\"Note\"><a href=\"#_ftnref17\" target=\"text\" name=\"_ftn17\">[17]<\/a> Dazu AUSCH, a.a.O., S. 282 ff.<\/p>\n<p class=\"Note\"><a href=\"#_ftnref18\" target=\"text\" name=\"_ftn18\">[18]<\/a> Zitiert nach folgendem Akt: \u00d6Sta, AVA, BMfHuV, Postakten, Fasz. 1038, Zahl 27.881\/23. Gesuch WILA mit Ab\u00e4nderungsw\u00fcnschen bez\u00fcgl. Konzessionsrahmen.<\/p>\n<p class=\"Note\"><a href=\"#_ftnref19\" target=\"text\" name=\"_ftn19\">[19]<\/a> <em>Anzeiger, <\/em>Jg. 1923-24, Nr. 56, 30.11.1923, S. 576.<\/p>\n<p class=\"Note\"><a href=\"#_ftnref20\" target=\"text\" name=\"_ftn20\">[20]<\/a> Im Registerakt, s. Anm. 3.<\/p>\n<p class=\"Note\"><a href=\"#_ftnref21\" target=\"text\" name=\"_ftn21\">[21]<\/a> Die Firma bestand seit 26. September 1919 als OHG und wurde am selben Tag unter Reg. A, Bd. 42, pag. 248 ins Wiener Handelsregister eingetragen. Sie wurde 1927 gel\u00f6scht. Zu dieser Zeit mu\u00df es ungeheuer schwierig gewesen sein, eine verl\u00e4\u00dfliche Bankverbindung zu finden. Das Bankhaus Kalmar &amp; Co. galt z.B. als erstes Opfer der mi\u00dfgl\u00fcckten Francspekulation und war im April 1924 zahlungsunf\u00e4hig. Zur Geschichte und Entwicklung dieser Bank siehe: Der Zusammenbruch des Bankhauses Kalmar &amp; Co. In: <em>Die Stunde <\/em>(Wien), 19.5.1926, S. 6.<\/p>\n<p class=\"Note\"><a href=\"#_ftnref22\" target=\"text\" name=\"_ftn22\">[22]<\/a> Dazu das &#8222;Protokoll \u00fcber die Sitzung des Verwaltungsrates der Wila-Verlags-A.G. am 19. J\u00e4nner 1924&#8220;. (Registerakt)<\/p>\n<p class=\"Note\"><a href=\"#_ftnref23\" target=\"text\" name=\"_ftn23\">[23]<\/a> Der Gesamtvertrieb der Wiener Literarischen Anstalt A.G. wurde sodann Anfang Oktober 1925 von der BUKUM A.G. vorm. Hugo Heller &amp; Cie. \u00fcbernommen. <em>(Anzeiger, <\/em>Jg. 1925, Nr. 40, 2.10.1925, S. 367.)<\/p>\n<p class=\"Note\"><a href=\"#_ftnref24\" target=\"text\" name=\"_ftn24\">[24]<\/a> <em>WAZ<\/em>, Do., 8.4.1926, S. 4<em>;Der Tag <\/em>(Wien), 8.4.1926, S. 6<em>; Der Abend <\/em>(Wien), Nr. 80, 7.4.1926, S. 2.<\/p>\n<p class=\"Note\"><a href=\"#_ftnref25\" target=\"text\" name=\"_ftn25\">[25]<\/a> Ein Beispiel liegt dem Registerakt bei. Es handelt sich um Forderungen des WILA-Autors Artur Anders vom August 1927.<\/p>\n<p class=\"Note\"><a href=\"#_ftnref26\" target=\"text\" name=\"_ftn26\">[26]<\/a> Vorwort des Verlages, in: <em>Wila-Almanach auf das Jahr 1921<\/em>. Wien 1920, S. 14. Die &#8222;Einleitung&#8220; von HERMANN BAHR befindet sich ebda., S. 15-20.<\/p>\n<p class=\"Note\"><a href=\"#_ftnref27\" target=\"text\" name=\"_ftn27\">[27]<\/a> <em>BC<\/em>, Nr. 33-36, 8.9.1920, S. 364-365.<\/p>\n<p class=\"Note\"><a href=\"#_ftnref28\" target=\"text\" name=\"_ftn28\">[28]<\/a> Abgedruckt in: Kaindls Reklame B\u00fccherei. 2. Band. K\u00fcnstlerlexikon. Maler, Malerinnen, Graphiker, Zeichner, die auf dem Gebiete der Reklame, der Buchkunst usw. t\u00e4tig sind. Wien-Ober St. Veit: Verlag J.J. Kaindl, 1920, S. 52.<\/p>\n<hr \/>\n<h3 class=\"Note\">Erg\u00e4nzungen zur Buchver\u00f6ffentlichung von 1985<\/h3>\n<h4><a id=\"erg2\"><\/a>Literatur<\/h4>\n<p><a href=\"http:\/\/verlagsgeschichte.murrayhall.com\/wp-content\/uploads\/2015\/09\/BVW_Hall_Verlagsgeschichte-Bd.-2_20190622_Wiener-Zeitung.pdf\" target=\"_blank\">Christian Teissl:\u00a0Wiener Dach f\u00fcr Grazer Gruppe. In: Wiener Zeitung extra, 22\/23. Juni 2019, S. 43.<\/a><\/p>\n<h4><a id=\"erg2\"><\/a>Bildergalerie<\/h4>\n<p>[foogallery id=&#8220;2697&#8243;]<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wiener Literarische Anstalt, Wila Verlags A.G. (Zentralgesellschaft f\u00fcr buchgewerbliche und graphische Betriebe) Wila A.G. Umstellung Aufstieg zum Abstieg: Gesch\u00e4ftsgang bis 1923 Resultate 1923 1924: Der Weg zum Abstieg Aufl\u00f6sung Programm und Produktion Preisentwicklung Reihen, Serien, Schriften Signets Buchausstattung und Illustration Exkurs: Zentralgesellschaft f\u00fcr buchgewerbliche und graphische Betriebe A.G. Anmerkungen Erg\u00e4nzungen\u2026<\/p>\n<p> <a class=\"continue-reading-link\" href=\"http:\/\/verlagsgeschichte.murrayhall.com\/?page_id=653\"><span>Continue reading<\/span><i class=\"crycon-right-dir\"><\/i><\/a> <\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"parent":149,"menu_order":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","template":"","meta":{"footnotes":""},"class_list":["post-653","page","type-page","status-publish","hentry"],"_links":{"self":[{"href":"http:\/\/verlagsgeschichte.murrayhall.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages\/653","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"http:\/\/verlagsgeschichte.murrayhall.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages"}],"about":[{"href":"http:\/\/verlagsgeschichte.murrayhall.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/page"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/verlagsgeschichte.murrayhall.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/verlagsgeschichte.murrayhall.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=653"}],"version-history":[{"count":11,"href":"http:\/\/verlagsgeschichte.murrayhall.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages\/653\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":2765,"href":"http:\/\/verlagsgeschichte.murrayhall.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages\/653\/revisions\/2765"}],"up":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/verlagsgeschichte.murrayhall.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages\/149"}],"wp:attachment":[{"href":"http:\/\/verlagsgeschichte.murrayhall.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=653"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}