{"id":676,"date":"2015-09-16T09:15:32","date_gmt":"2015-09-16T07:15:32","guid":{"rendered":"http:\/\/verlagsgeschichte.murrayhall.com\/?page_id=676"},"modified":"2016-02-04T12:38:16","modified_gmt":"2016-02-04T10:38:16","slug":"verlagsanstalt-dr-zahn-und-dr-diamant","status":"publish","type":"page","link":"http:\/\/verlagsgeschichte.murrayhall.com\/?page_id=676","title":{"rendered":"Verlagsanstalt Dr. Zahn und Dr. Diamant"},"content":{"rendered":"<h3>Verlagsanstalt Dr. Zahn und Dr. Diamant (Wien-Leipzig)<\/h3>\n<h6><\/h6>\n<ul>\n<li><a href=\"#anm1\">Anmerkungen<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#erg1\">Erg\u00e4nzungen zur Buchver\u00f6ffentlichung von 1985<\/a><\/li>\n<\/ul>\n<h6><\/h6>\n<p><a href=\"http:\/\/verlagsgeschichte.murrayhall.com\/wp-content\/uploads\/2015\/09\/Dr.-Zahn.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft wp-image-678\" src=\"http:\/\/verlagsgeschichte.murrayhall.com\/wp-content\/uploads\/2015\/09\/Dr.-Zahn-300x168.jpg\" alt=\"Dr. Zahn\" width=\"180\" height=\"101\" srcset=\"http:\/\/verlagsgeschichte.murrayhall.com\/wp-content\/uploads\/2015\/09\/Dr.-Zahn-300x168.jpg 300w, http:\/\/verlagsgeschichte.murrayhall.com\/wp-content\/uploads\/2015\/09\/Dr.-Zahn-250x140.jpg 250w, http:\/\/verlagsgeschichte.murrayhall.com\/wp-content\/uploads\/2015\/09\/Dr.-Zahn-150x84.jpg 150w, http:\/\/verlagsgeschichte.murrayhall.com\/wp-content\/uploads\/2015\/09\/Dr.-Zahn.jpg 799w\" sizes=\"auto, (max-width: 180px) 100vw, 180px\" \/><\/a>Die Verlagsanstalt Dr. Zahn und Dr. Diamant wurde, wie der Firmawortlaut suggeriert, von zwei Personen, dem Kunsthistoriker Dr. Leopold Zahn und dem Privaten Dr. Paul Diamant, gegr\u00fcndet. Der am 8. Juli 1890 in Wien geborene Leopold Zahn war verantwortlicher Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer des Verlags und sein Kompagnon Dr. Paul Diamant wom\u00f6glich nur Mitfinanzierer. Am 6. Juni 1926 wurde eine offene Gesellschaft zum Zweck des Betriebs des Verlagsgesch\u00e4fts errichtet. Die neue Verlagsfirma wurde sodann am 13. Juli 1926 unter Reg. A, Band 62, pagina 244a ins Wiener Handelsregister eingetragen. Der Sitz der Gesellschaft war der Wohnort des Dr. Diamant in Wien 18., Messerschmidtgasse 48. Leopold Zahn erhielt die Konzession zur F\u00fchrung eines Verlags mit Ausschlu\u00df des offenen Ladengesch\u00e4fts am 5. November 1926. Die Programmrichtung war der Verlag geisteswissenschaftlicher und belletristischer Werke.<\/p>\n<p>Das Verlagsgesch\u00e4ft dauerte aber blo\u00df zwei Jahre, denn der Verleger und Kunsthistoriker Leopold Zahn meldete sich Anfang November 1927 nach Berlin ab, und, obwohl er zwischendurch in Wien gewesen sein mu\u00df, hielt er sich nach dem &#8222;Anschlu\u00df&#8220; wiederum in Berlin auf. Dr. Paul Diamant hingegen meldete sich im November 1938 ins Ausland ab. Die Konzession f\u00fcr den Verlag war allerdings schon im Jahre 1930 zur\u00fcckgenommen worden, und da beide Verlagsinhaber nicht mehr aufzufinden waren, wurde die Firma &#8222;Verlagsanstalt Dr. Zahn und Dr. Diamant&#8220; am 29. Mai 1942 aus dem Handelsregister gel\u00f6scht.<a href=\"#_ftn1\" name=\"_ftnref1\"><span class=\"Reference\">[1]<\/span><\/a><\/p>\n<p>Von der Produktion her gesehen, war dieses Unternehmen einer der zahlreichen Kleinstverlage der Ersten Republik. Nachgewiesen werden konnten in den zwei Jahren 1926 und 1927 lediglich acht Titel. Im Gr\u00fcndungsjahr 1926 wurde eine <em>\u00d6sterreich-Reihe <\/em>ins Leben gerufen, in der zwei B\u00fccher erschienen. Der Justizschriftsteller und prominente Rechtsanwalt Dr. Walther Rode schrieb <em>\u00d6sterreichs fr\u00f6hliche Agonie. Streitschriften und Pamphlete <\/em>(Band 1), und Paris G\u00fctersloh verfa\u00dfte die <em>Bekenntnisse eines modernen Malers, <\/em>ein Werk, das wahrscheinlich 1924 im kurzlebigen Atlantischen Verlag von Robert M\u00fcller h\u00e4tte erscheinen sollen.<a href=\"#_ftn2\" name=\"_ftnref2\"><span class=\"Reference\">[2]<\/span><\/a><\/p>\n<p>Neben den zwei Gesellschaftern Zahn und Diamant war der Lyriker, Publizist und \u00dcbersetzer Josef Kalmer (1898-1959) mit dem Verlag besonders eng verbunden. Im zweiten Gesch\u00e4ftsjahr (1927) begann der Verlag eine neue Reihe: <em>Weltanthologie des XX Jahrhunderts, <\/em>deren erster und allerdings einziger Band den Titel <em>Europ\u00e4ische Lyrik der Gegenwart 1900-1925. In Nachdichtungen von Josef Kalmer <\/em>trug.<\/p>\n<p>Trotz seiner Jugend war Kalmer \u00e4hnlich Leo Schidrowitz in den ersten Jahren der Republik im \u00f6sterreichischen Verlagswesen sehr aktiv. Im Alter von 22 Jahren \u00fcbersetzte und edierte Kalmer die Reihe <em>Phalanx <\/em>im Verlag der Wiener Graphischen Werkst\u00e4tte. 1921 war er bereits verantwortlicher Redakteur der Zeitschrift &#8222;<em>Ver!&#8220; <\/em>(s. &#8222;Verlag des Ver!&#8220;), als sie von Karl Kocmata \u00fcbernommen wurde.<a href=\"#_ftn3\" name=\"_ftnref3\"><span class=\"Reference\">[3]<\/span><\/a> Von Kalmer stammt ein weiteres Werk dieses Verlags, n\u00e4mlich der Gedichtband <em>Flug durch die Landschaft <\/em>aus dem Jahre 1927. Im selben Jahr begann der Verlag eine deutsche Werkausgabe von William Prescott <em>Werke in deutscher Sprache, <\/em>brachte sie allerdings nur auf zwei B\u00e4nde, weiters erschienen <em>Die L\u00fcge im Strafrecht <\/em>von Hugo Sperber und Paul Wengrafs <em>Amerika, Europa, Russland. <\/em><\/p>\n<p>Die Produktion von blo\u00df acht Verlagswerken innerhalb der zwei Gesch\u00e4ftsjahre l\u00e4\u00dft schlie\u00dfen, da\u00df das Unternehmen f\u00fcr die beiden Inhaber unrentabel war. Auffallend war auf jeden Fall das Verlagssignet, das eine stilisierte Vogelgestalt darstellt. Wer es entwarf, ist nicht bekannt.<\/p>\n<h3 id=\"anm1\"><a class=\"none\" name=\"Heading1\"><\/a> Anmerkungen<\/h3>\n<p class=\"Note\"><a href=\"#_ftnref1\" target=\"text\" name=\"_ftn1\">[1]<\/a> Als Quellenmaterial zu diesem Verlag dienten: Handelsgericht Wien. Registerakt Reg. A, Band 62, pagina 244a sowie Akt Verlagsanstalt Zahn und Diamant der Korporation der Wiener Buch-, Kunst- und Musikalienh\u00e4ndler (Gremium). Der 36j\u00e4hrige Dr. Leopold Zahn machte sich mit dieser Neugr\u00fcndung gewisserma\u00dfen selbst\u00e4ndig: Er war n\u00e4mlich bis zu diesem Zeitpunkt Angestellter des Burgverlags Adolf Schmieger, der im April 1926 wegen hoher \u00dcberschuldung und Zahlungsunf\u00e4higkeit beim Handelsgericht Wien den Ausgleich anmelden mu\u00dfte. Zumal es mangels Aktiven unm\u00f6glich war, den Ausgleich zu erf\u00fcllen, wurde im Oktober desselben Jahres der Konkurs \u00fcber diese Verlagsfirma er\u00f6ffnet. Zahn trat in beiden Verfahren als Gl\u00e4ubiger auf. (Siehe den Abschnitt \u00fcber den Burgverlag) Zahn, der zuletzt Herausgeber der Zeitschrift <em>Das Kunstwerk<\/em> war, starb am 28.4.1970.<\/p>\n<p class=\"Note\"><a href=\"#_ftnref2\" target=\"text\" name=\"_ftn2\">[2]<\/a> Paris G\u00fctersloh, Gro\u00dfe und kleine Geschichte. Eine Lebensbeschreibung quasi un&#8220;allegoria.<\/p>\n<p class=\"Note\"><a href=\"#_ftnref3\" target=\"text\" name=\"_ftn3\">[3]<\/a> N\u00e4heres \u00fcber Kalmer siehe: <em>WZ<\/em>, 11.7.1959, S. 7; <em>Neues \u00d6sterreich<\/em>, 17.8.1958, S. 11 sowie ebenda, 10.7.1959, S. 7. Was \u00dcbersetzungen anlangt, so hat Kalmer aus 33 Sprachen \u00fcbersetzt, bes. aus nordslawischen und romanischen Sprachen, aus dem Chinesischen, dem Bengali, Marathi, Hindi und Urdu.<\/p>\n<h3 id=\"erg1\" class=\"Note\">Erg\u00e4nzungen zur Buchver\u00f6ffentlichung von 1985<\/h3>\n<ul style=\"list-style-type: circle;\">\n<li class=\"Note\">Dr. Paul Diamant, geb. 12. Februar 1887 in Wien, starb 1966 in Jerusalem. Sein Nachlass findet sich in den Central Archives for the History of the Jewish People Jerusalem. Dr. Leopold Zahn starb am 28. April 1970 in Baden-Baden, Deutschland.<\/li>\n<li class=\"Note\">Das Umschlagbild f\u00fcr Josef Kalmers <i>Europ\u00e4ische Lyrik der Gegenwart 1900\u20131925<\/i> stammt von Fred (Frederic) Taubes, das f\u00fcr Paul Wengrafs <em>Amerika, Europa, Russland <\/em><em>von Julius Klinger<\/em><em>. <\/em><em>Peter Ebner, dem ich diese Hinweise verdanke, konnte zwei weitere Verlagswerke nachweisen: <\/em>Moshe Liwschitz: <i>Das gerupfte Huhn. Eine Kom\u00f6die in drei Akten<\/i>. \u00dcbers. von Paul J. Diamant. Ohne Jahr. (\u00d6NB) sowie Selig E. Soskin: <i>Kolonisationsrevisionismus<\/i> (1927) (DNB Leipzig).<\/li>\n<\/ul>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Verlagsanstalt Dr. Zahn und Dr. Diamant (Wien-Leipzig) Anmerkungen Erg\u00e4nzungen zur Buchver\u00f6ffentlichung von 1985 Die Verlagsanstalt Dr. Zahn und Dr. Diamant wurde, wie der Firmawortlaut suggeriert, von zwei Personen, dem Kunsthistoriker Dr. Leopold Zahn und dem Privaten Dr. Paul Diamant, gegr\u00fcndet. Der am 8. Juli 1890 in Wien geborene Leopold Zahn\u2026<\/p>\n<p> <a class=\"continue-reading-link\" href=\"http:\/\/verlagsgeschichte.murrayhall.com\/?page_id=676\"><span>Continue reading<\/span><i class=\"crycon-right-dir\"><\/i><\/a> <\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"parent":149,"menu_order":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","template":"","meta":{"footnotes":""},"class_list":["post-676","page","type-page","status-publish","hentry"],"_links":{"self":[{"href":"http:\/\/verlagsgeschichte.murrayhall.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages\/676","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"http:\/\/verlagsgeschichte.murrayhall.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages"}],"about":[{"href":"http:\/\/verlagsgeschichte.murrayhall.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/page"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/verlagsgeschichte.murrayhall.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/verlagsgeschichte.murrayhall.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=676"}],"version-history":[{"count":8,"href":"http:\/\/verlagsgeschichte.murrayhall.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages\/676\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":2194,"href":"http:\/\/verlagsgeschichte.murrayhall.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages\/676\/revisions\/2194"}],"up":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/verlagsgeschichte.murrayhall.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages\/149"}],"wp:attachment":[{"href":"http:\/\/verlagsgeschichte.murrayhall.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=676"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}