{"id":686,"date":"2015-09-16T12:18:08","date_gmt":"2015-09-16T10:18:08","guid":{"rendered":"http:\/\/verlagsgeschichte.murrayhall.com\/?page_id=686"},"modified":"2016-05-01T10:30:33","modified_gmt":"2016-05-01T08:30:33","slug":"paul-zsolnay-verlag","status":"publish","type":"page","link":"http:\/\/verlagsgeschichte.murrayhall.com\/?page_id=686","title":{"rendered":"Paul Zsolnay Verlag"},"content":{"rendered":"<h3>Paul Zsolnay Verlag (Wien-Berlin-Leipzig)<\/h3>\n<h6><\/h6>\n<ul class=\"overview\">\n<li class=\"overview\"><a class=\"none\" href=\"#Heading1\" target=\"_self\">Der Paul Zsolnay Verlag in den 30er Jahren<\/a><\/li>\n<li class=\"overview\"><a class=\"none\" href=\"#Heading2\" target=\"_self\">Auf dem Weg zur Gleichschaltung<\/a><\/li>\n<li class=\"overview\"><a class=\"none\" href=\"#Heading3\" target=\"_self\">&#8222;Der Mittelsmann&#8220;<\/a><\/li>\n<li class=\"overview\"><a class=\"none\" href=\"#Heading4\" target=\"_self\">Der &#8222;Getto-Verlag&#8220;<\/a><\/li>\n<li class=\"overview\"><a class=\"none\" href=\"#Heading5\" target=\"_self\">Exkurs: Im Reich verbotene Zsolnay-Werke<\/a><\/li>\n<li class=\"overview\"><a href=\"#anm1\">Anmerkungen<\/a><\/li>\n<li class=\"overview\"><a href=\"#erg1\">Erg\u00e4nzungen zur Buchpublikation von 1985<\/a>\n<ul>\n<li class=\"overview\"><a href=\"#erg2\">Neueste Forschungsliteratur<\/a><\/li>\n<li class=\"overview\"><a href=\"#erg3\">Illustrationen<\/a><\/li>\n<\/ul>\n<\/li>\n<\/ul>\n<p>Der Weg, den der am 12. Juni 1895 in Budapest als Sohn eines Honorar-General-Konsuls geborene Paul (von) Zsolnay vom erfolgreichen Blumenz\u00fcchter bis zum erfolgreichen Verleger beschritt, scheint auf den ersten Blick atypisch zu sein. Dennoch pr\u00e4gte der Typus des Neo-Verlegers, wie es Zsolnay war, d.h. einer, der nicht im Buchhandel bzw. im Verlagswesen ausgebildet worden war und daher einen Konzessionsinhaber brauchte, die Entwicklung der umgeackerten Verlagslandschaft in \u00d6sterreich gerade in den Nachkriegsjahren. Zsolnay bildet aber in vielen Belangen eine Ausnahme. W\u00e4hrend heute aus dem deutschen Verlagswesen des 20. Jahrhunderts mehrere &#8222;Verlegerpers\u00f6nlichkeiten&#8220;, wie z.B. Kurt Wolff, Erich Rei\u00df, S. Fischer, Ernst Rowohlt und Anton Kippenberg vom Insel-Verlag bekannt sind, scheint nur Paul Zsolnay f\u00fcr \u00d6sterreich nicht der Vergessenheit anheimgefallen zu sein.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/verlagsgeschichte.murrayhall.com\/wp-content\/uploads\/2015\/09\/Paul-Zsolnay.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter wp-image-688\" src=\"http:\/\/verlagsgeschichte.murrayhall.com\/wp-content\/uploads\/2015\/09\/Paul-Zsolnay-300x83.jpg\" alt=\"Paul Zsolnay Signet\" width=\"450\" height=\"124\" srcset=\"http:\/\/verlagsgeschichte.murrayhall.com\/wp-content\/uploads\/2015\/09\/Paul-Zsolnay-300x83.jpg 300w, http:\/\/verlagsgeschichte.murrayhall.com\/wp-content\/uploads\/2015\/09\/Paul-Zsolnay-1024x282.jpg 1024w, http:\/\/verlagsgeschichte.murrayhall.com\/wp-content\/uploads\/2015\/09\/Paul-Zsolnay-250x69.jpg 250w, http:\/\/verlagsgeschichte.murrayhall.com\/wp-content\/uploads\/2015\/09\/Paul-Zsolnay-150x41.jpg 150w, http:\/\/verlagsgeschichte.murrayhall.com\/wp-content\/uploads\/2015\/09\/Paul-Zsolnay.jpg 1285w\" sizes=\"auto, (max-width: 450px) 100vw, 450px\" \/><\/a><\/p>\n<p>Was den Paul Zsolnay Verlag von anderen nach Ausrufung der Republik neugegr\u00fcndeten Verlagen unterschied &#8211; ganz abgesehen von der Langlebigkeit, die er u.a. mit dem E.P. Tal &amp; Co. Verlag gemeinsam hatte &#8211; war das planvolle Heranziehen von &#8222;Verlagsautoren&#8220;, deren sichtbarstes Zeichen die Herausgabe von &#8222;Gesammelten Werken in Einzelausgaben&#8220; war. In Deutschland gab es &#8222;Fischer-Autoren&#8220;, &#8222;Rowohlt-Autoren&#8220; usw., in \u00d6sterreich hingegen praktisch nichts dergleichen. Dies h\u00e4ngt freilich damit zusammen, da\u00df entsprechend konzipierte Verlage, die einen &#8222;Stall&#8220; h\u00e4tten entwickeln k\u00f6nnen, im Endeffekt &#8222;Totgeburten&#8220; waren. Man denke an den Rikola Verlag oder an die Wila. Die etablierten \u00f6sterreichischen Autoren, die von Zeit zu Zeit ein Werk in einem heimischen Verlag erscheinen lie\u00dfen, waren eher &#8222;Fremdg\u00e4nger&#8220; denn &#8222;Verlagsautoren&#8220;. Die Verlage boten den Autoren in der Regel keine geistige Heimat. Das Gesch\u00e4ftliche scheint au\u00dferdem das Immaterielle \u00fcberwogen zu haben.<\/p>\n<p>Vom pers\u00f6nlichen Einsatz abgesehen, sind mehrere Faktoren f\u00fcr den Erfolg des Paul Zsolnay Verlags mitbestimmend gewesen. Wesentlich war z.B. der Zeitpunkt der Gr\u00fcndung in Wien, die schon 1923 vorbereitet wurde und im Fr\u00fchjahr 1924 erste Fr\u00fcchte trug. W\u00e4hrend erfolgversprechende \u00f6sterreichische belletristische Verlage an den Folgen der Inflation und Expansion laborierten und bereits auf dem Totenbett lagen, n\u00fctzte Zsolnay die Gunst der Zeit, die nun geordnete wirtschaftliche Verh\u00e4ltnisse versprach. der Inflation und Expansion laborierten und bereits auf dem Totenbett lagen, n\u00fctzte Zsolnay die Gunst der Zeit, die nun geordnete wirtschaftliche Verh\u00e4ltnisse versprach. Entscheidend war auch die Kapitalsbasis seiner neuen Firma, die bewu\u00dft klein begann und somit Fehler anderer vermied. Aber wie andere Verlagsschicksale zeigen, brauchte man mehr als nur viel Geld &#8211; um zu bestehen. Zsolnay profitierte &#8211; was seine sp\u00e4teren &#8222;Verlagsautoren&#8220; betrifft &#8211; von den Auswirkungen der Inflation in Deutschland. Der besondere &#8222;Geburtshelfer&#8220; war der Kurt Wolff Verlag in Deutschland. Die wirtschaftliche Ausnahmesituation dort brachte es mit sich, da\u00df die Inflation Eink\u00fcnfte aus dem schleppenden Verkauf von Verlagswerken wegfra\u00df und da\u00df ein Autor in Deutschland vom Erl\u00f6s seiner B\u00fccher nicht mehr leben konnte. Der Verleger Kurt Wolff, der nicht wenige auflagenstarke Autoren unter Vertrag hatte, konnte einem Autor nicht die finanziellen Vorteile bieten, die ein Neo-Verleger im Ausland bot.<a href=\"#_ftn1\" name=\"_ftnref1\"><span class=\"Reference\">[1]<\/span><\/a> Diesem Umstand ist es zu verdanken, da\u00df Paul Zsolnay, beginnend mit Franz Werfel, gezielt einen &#8222;Stall&#8220; aufbaute.<a href=\"#_ftn2\" name=\"_ftnref2\"><span class=\"Reference\">[2]<\/span><\/a> Von Wolff wurden in der Folge noch Heinrich Mann<a href=\"#_ftn3\" name=\"_ftnref3\"><span class=\"Reference\">[3]<\/span><\/a>, Max Brod, H.G. Wells u.a. \u00fcbernommen. Mit diesem Grundstock, zu dem noch weitere Autoren kamen, war die Aufw\u00e4rtsentwicklung des Verlags gesichert.<\/p>\n<p>Wie der Landwirt Zsolnay zum Verleger wurde, hat er selber u.a. 1928 geschildert. F\u00fcr einen rein praktischen Beruf bestimmt, war er nach Absolvierung der Hochschule f\u00fcr Bodenkultur einige Jahre mit der Leitung seines landwirtschaftlichen Betriebes bei Pre\u00dfburg besch\u00e4ftigt:<\/p>\n<p class=\"zitat\">Ich nahm mein Amt als Landwirt durchaus ernst und hatte die Freude, meine Arbeit mit Erfolg belohnt zu sehen. So gelang es mir z.B., meine kleine Schlo\u00df-G\u00e4rtnerei zur gr\u00f6\u00dften Blumenz\u00fcchterei der Tschechoslowakei auszugestalten.<a href=\"#_ftn4\" name=\"_ftnref4\"><span class=\"Reference\">[4]<\/span><\/a><\/p>\n<p>Nach jenem &#8222;fruchtbaren Augenblick&#8220;, der ihn zu seinem verlegerischen Beruf innerlich bestimmt habe, gefragt, meinte Zsolnay, es sei &#8222;ein langwieriger Proze\u00df&#8220;, der in ihm &#8222;aus der passiven Leidenschaft des Bewunderers literarischer Kunstwerke den Wunsch nach aktiver verlegerischer T\u00e4tigkeit entwickelt hat&#8220;. &#8222;Viele gl\u00fcckliche Umst\u00e4nde&#8220; vertieften seine starke Neigung zu literarischer Bet\u00e4tigung, in erster Linie &#8222;der Verkehr mit sch\u00f6pferischen Menschen&#8220; und die leidenschaftliche Liebe zu B\u00fcchern.<\/p>\n<p class=\"zitat\">Die \u00dcbereinstimmung in literarischen Problemen, die ich bei h\u00e4ufigen Diskussionen mit Dichtern und Schriftstellern in mir erkennen konnte, die Tatsache, da\u00df ich einzelnen von ihnen als Berater oft zur Seite stehen durfte, lie\u00df in mir allm\u00e4hlich den Gedanken Gestalt gewinnen, mich in Zukunft nicht nur beratend zu verhalten, sondern mich mitt\u00e4tig mit voller Verantwortung f\u00fcr sie und ihre Werke einzusetzen.<br \/>\n(&#8230;)<br \/>\nSie wiesen mir mit zwingender Notwendigkeit endg\u00fcltig den Weg zur Tat. Nun schien mir der \u00e4u\u00dfere Augenblick gekommen, mich auf einem Gebiete zu bet\u00e4tigen, bet\u00e4tigen zu m\u00fcssen, das meinen wahren Neigungen am allern\u00e4chsten lag, und ich schritt, gest\u00fctzt auf das Vertrauen meiner Freunde, die mir ihre neuen Werke anvertrauen wollten, nach reiflichster \u00dcberlegung zur Vorbereitung der Verlagsgr\u00fcndung. Um diese Zeit hatte Franz Werfel eben seinen Verdi-Roman vollendet und als er meine Bitte, mir sein neues Werk anzuvertrauen, erf\u00fcllte, war ich tief begl\u00fcckt, mit der Herausgabe dieses Romanes meine verlegerische T\u00e4tigkeit beginnen zu k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Der Bericht Alma Mahler-Werfels steht zu den \u00c4u\u00dferungen Zsolnays nicht in Widerspruch. In <em>Mein Leben <\/em>notiert sie zu 1923:<\/p>\n<p class=\"zitat\">Der Zsolnay-Verlag kam auf folgende Art zustande:<br \/>\nPaul von Zsolnay, der mit meiner Mutter und deren Mann befreundet war, \u00fcbertrug bald diese Freundschaft auf Franz Werfel und mich. Es war die Zeit der Inflation, und ich beklagte mich bei ihm, da\u00df alle Tantiemen, die ich im Laufe eines Jahres aus den Werken Gustav Mahlers zu bekommen hatte, vollkommen wertlos geworden seien, wenn ich sie endlich bekam. Er fand das unerh\u00f6rt und kam von da aus auf Verlagsdinge zu sprechen. Er wu\u00dfte, da\u00df Franz Werfel einen Roman geschrieben hatte, den er aber kontraktm\u00e4\u00dfig an den Verleger Kurt Wolff abliefern mu\u00dfte. Pl\u00f6tzlich kam Zsolnay auf die Idee: &#8222;Wenn du mir den Verdi-Roman von Franz Werfel bringen k\u00f6nntest, baue ich auf diesem Buch einen Verlag auf.&#8220;<br \/>\nUnd so geschah es. Kurt Wolff wurde \u00fcberredet, und Zsolnays Verlag begann mit dem ,Verdi&#8220;.<br \/>\n(&#8230;)<a href=\"#_ftn5\" name=\"_ftnref5\"><span class=\"Reference\">[5]<\/span><\/a><\/p>\n<p>Werfels schon 1920 dem Kurt Wolff Verlag versprochener Roman war zugleich ein &#8222;Programm&#8220;. Am 4. April 1924 erschien die erste Anzeige Zsolnays von dem &#8222;soeben erschienenen&#8220; Roman einer Oper<a href=\"#_ftn6\" name=\"_ftnref6\"><span class=\"Reference\">[6]<\/span><\/a> in zwei Ausgaben: einer broschierten, auf holzfreiem Papier gedruckten, und einem &#8222;vornehmen Halbleinenband&#8220;.<\/p>\n<p>Erst am 6. Mai 1924 wurde die Firma Paul Zsolnay Verlag mit Hauptniederlassung Wien und Betriebsgegenstand &#8222;Buchhandel&#8220; in ihrer ersten Rechtsform unter Register A, Band 21, pagina 50a ins Wiener Handelsregister eingetragen.<a href=\"#_ftn7\" name=\"_ftnref7\"><span class=\"Reference\">[7]<\/span><\/a> Neben Zsolnay als Inhaber scheint Felix Kostia-Costa als Einzelprokurist auf. Costa, der fr\u00fcher beim kurzlebigen Ilf-Verlag t\u00e4tig gewesen war, legte seine Konzession zugunsten Paul Zsolnay zur\u00fcck. Sitz des Verlags in Wien war zun\u00e4chst 5., Castelligasse 17 und in Berlin: SW 68, Lindenstra\u00dfe 18\/19. Im Februar 1926 \u00fcbersiedelte die Direktion ins eigene Verlagshaus in Wien 4., Prinz-Eugen-Stra\u00dfe 30 (Castiglioni-Palais). Bis Mitte April ds.J. befand sich die Wiener Auslieferung in 1., Teinfaltstra\u00dfe 3.<\/p>\n<p>Etwas mehr als ein Jahr nach der handelsgerichtlichen Eintragung des &#8222;Paul Zsolnay Verlags&#8220; kam es in der Rechtspers\u00f6nlichkeit der Firma zu einer \u00c4nderung. Mit Gesellschaftsvertrag vom 14. August 1925 wurde die &#8222;Paul Zsolnay Verlag Ges.m.b.H.&#8220; errichtet und unter Register C, Band 27, pagina 92 ins Wiener Handelsregister eingetragen. Das Stammkapital von S 20.000 wurde von Zsolnay (16.000) und Felix Kostia-Costa (4.000) aufgebracht. Beide zeichneten als Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer. Mitte Oktober wurde Stefan Halasz als Prokurist eingetragen. Der Betriebsgegenstand wurde etwas erweitert:<\/p>\n<p class=\"zitat\">1. Die Erwerbung des dzt. von Herrn Paul Zsolnay unter der protokollierten Firma betriebenen &#8222;Paul Zsolnay Verlag&#8220; Buchhandels mit dem Sitze: Wien I., Teinfaltstra\u00dfe 3 und der gewerbsm\u00e4\u00dfige Weiterbetrieb dieses Unternehmens.<br \/>\n2. Der Buch-, Kunst- und Musikalienhandel mit Einschlu\u00df des Verlagsgesch\u00e4ftes.<\/p>\n<p>Auf Grund eines Beschlusses der Generalversammlung vom 23.12.1926 kam noch &#8222;Der Verlag und Vertrieb von B\u00fchnenwerken&#8220; hinzu (eingetragen: 7.1.1927). Sodann wurde die erste Firma Paul Zsolnay infolge Gewerber\u00fccklegung am 31. Dezember 1925 aus dem Handelsregister gel\u00f6scht. Die Rechtsform einer Ges.m.b.H. wurde bis 15.12.1930 beibehalten. Auf diese folgte die Umwandlung in eine Aktiengesellschaft.<\/p>\n<p>Die literarischen Bestrebungen des Paul Zsolnay Verlags in den ersten 2-3 Jahren waren besonders durch die drei Namen Franz Werfel, Heinrich Mann und John Galsworthy gekennzeichnet. In Zsolnay &#8211; zumindest in den ersten zehn Jahren, wenn nicht auch bis 1938 &#8211; einen F\u00f6rderer und Entdecker heimischer Literatur erblicken zu wollen, scheint nicht gerechtfertigt und widerspricht au\u00dferdem der Philosophie des Verlagsgr\u00fcnders. Der Paul Zsolnay Verlag war eher als &#8222;international&#8220; zu bezeichnen, selbst angesichts der Tatsache, da\u00df er \u00fcber die Jahre, verst\u00e4rkt ab 1934, viele \u00d6sterreicher verlegte und in den Anfangsphasen etwa Egmont Colerus, Paul Frischauer und Walther Eidlitz forcierte.<\/p>\n<p>Als ein Journalist des <em>Prager Tagblatts, <\/em>Leopold Thaler, Zsolnay zwecks eines Interviews im Fr\u00fchjahr 1926 in seinen feudalen Gem\u00e4chern aufsuchte, konstatierte der Zeitungsmann eingangs:<\/p>\n<p class=\"zitat\">Alte M\u00f6bel und weiche Teppiche. Weniger ein Verlagsbureau, eher Diplomatenappartement. Gro\u00dfe Ausl\u00e4nder (Galsworthy, Baring, Anet, Berence, Tschechow) herrschen vor: sozusagen ein Literaturministerium f\u00fcr \u00c4u\u00dferes &#8230;<a href=\"#_ftn8\" name=\"_ftnref8\"><span class=\"Reference\">[8]<\/span><\/a><\/p>\n<p>Als Zsolnay zu seinem ersten Buch, n\u00e4mlich Werfels <em>Verdi, <\/em>gefragt wird, meint Zsolnay, es sei ein &#8222;Programm&#8220;.<\/p>\n<p class=\"zitat\">&#8222;Es ist ein positives Buch. Kein Bluff.&#8220; Und nun geht es \u00fcber den Bluff her. Das Alpha und Omega des Verlagsprogrammes von Zsolnay ist der Kampf gegen Bluff; nur wirklich wertvolle B\u00fccher, deren innerer Wert den Erfolg sichert, gibt und will in der Zukunft der Zsolnay-Verlag herausgeben. &#8222;Wenn wir auch ein Buch bek\u00e4men, das einen sicheren Publikumserfolg verspricht, in Wirklichkeit aber nur zeitbedingte Marke ist, wir w\u00fcrden das Buch nicht bringen,&#8220; so ungef\u00e4hr sagt Herr von Zsolnay. Und man kann ihm glauben; sowohl die bisherigen Leistungen des Verlages, als auch die Pers\u00f6nlichkeit des Verlegers bieten hief\u00fcr Gew\u00e4hr. (ebda.)<\/p>\n<p>Gegen Neues verschlo\u00df sich Zsolnay nicht, doch sei er ein &#8222;Feind der Schablone&#8220;:<\/p>\n<p class=\"zitat\">Wie es manche Verleger glauben, schaffen zu k\u00f6nnen: sechs neue Genies j\u00e4hrlich entdecken, das macht er nicht mit. Nur aus Ehrgeiz und Prinzip entdecken ist nicht sein Metier. Wie viele haben denn von den Neuentdeckten nach einigen Jahren noch Bedeutung? &#8222;Von drei\u00dfig drei,&#8220; erlaube ich mir einzuwerfen. &#8222;Ein zu gro\u00dfer Prozentsatz!&#8220; rufen Herr von Zsolnay und Direktor Costa gleichzeitig aus. Deutsche Verleger haben in den letzten Jahren \u00fcberhaupt keinen neuen bedeutenden Dichter entdeckt. Im Zsolnay-Verlag kamen doch manche Jungen zum Wort. (ebda.)<\/p>\n<p>Der gro\u00dfe Wurf des Verlags der ersten zwei Jahre hie\u00df aber John Galsworthy:<\/p>\n<p class=\"zitat\">Der Stolz des Zsolnay-Verlages &#8211; und das mit vollem Recht &#8211; ist die Entdeckung Galsworthys f\u00fcr Deutschland und &#8211; was das Wichtigste ist &#8211; seine Durchsetzung. Galsworthy konnte in Deutschland lange Zeit hindurch &#8211; seine Werke erschienen bei Bruno Cassirer &#8211; kaum festen Fu\u00df fassen; jetzt sind seine Romane und Dramen ein ganz gro\u00dfer, entschiedener Erfolg geworden. (ebda.)<\/p>\n<p>Der Zsolnay Verlag behielt die Rechte auf die Werke Galsworthys, von denen die <em>Forsyte Saga <\/em>besonders erfolgreich war, bis in die Gegenwart. Der finanzielle Erfolg des Verlags war freilich auch mit anderen Namen verbunden. So kamen die Werke Heinrich Manns hinzu, u.a. die achtb\u00e4ndige Ausgabe der fr\u00fcheren Romane, sowie die Gesammelten Werke von Max Brod und Felix Salten, gefolgt von H.G. Wells, Pearl S. Buck (ab 1933), Sinclair Lewis, Theodore Dreiser, um gerade die erfolgreichsten zu nennen. Um der Gefahr, das Wort &#8222;erfolgreich&#8220; zu sehr zu strapazieren, auszuweichen, soll im folgenden ein Aufsatz Paul Zsolnays zitiert werden, in dem er &#8222;Zur Psychologie des Verlegererfolges&#8220; nach 5j\u00e4hriger T\u00e4tigkeit Stellung nimmt. Die Ausf\u00fchrungen sind vor allem deshalb interessant, weil es sich in der \u00dcberschrift ausdr\u00fccklich um <em>Verlegererfolg, <\/em>also um Pers\u00f6nliches, und nicht um Verlagserfolg, also Materielles, handelt. Zu fragen w\u00e4re, ob andere zeitgen\u00f6ssische Verleger in \u00d6sterreich solche \u00dcberlegungen anstellten.<\/p>\n<p><em>ZUR PSYCHOLOGIE DES VERLEGERERFOLGES.<br \/>\n<\/em>Von Paul Zsolnay.<br \/>\nWelchen literarischen Verleger wird man einen erfolgreichen Verleger nennen? Meiner Ansicht nach den Verleger, der die gr\u00f6\u00dften Bucherfolge aufzuweisen und der durch sein bisheriges Wirken den Beweis erbracht hat, da\u00df er es versteht, die Erfolgselemente, die den ihm anvertrauten B\u00fcchern innewohnen, zur vollen Auswirkung gelangen zu lassen, wodurch er jedes von ihm edierte Buch zu dem jeweilig gr\u00f6\u00dftm\u00f6glichen Erfolg f\u00fchrt. Wovon nun scheint mir der Erfolg des Verlegers abh\u00e4ngig und welche Mittel zur vollen Aussch\u00f6pfung eines solchen sind ihm gegeben? Jener Verleger wird wohl die meisten gro\u00dfen Bucherfolge zu verzeichnen haben, der das geistige Bed\u00fcrfnis des besten Leserkreises, den zu gewinnen er von Haus aus bestrebt sein soll, feststellt und B\u00fccher herausgibt, die eben diesem geistigen Bed\u00fcrfnis am meisten Rechnung tragen. Diese Feststellung und auf Grund ihrer die Auswahl zu treffen, ist nat\u00fcrlich das Allerschwierigste, besonders wenn der Verleger dabei von dem richtigen Standpunkt ausgeht, da\u00df er auch ein Buch trotz klar zutage tretenden Erfolgsm\u00f6glichkeiten nicht bringen w\u00fcrde, wenn es ihm eben nicht in den Rahmen seines literarischen Programmes pa\u00dft. Er wird nat\u00fcrlich die Auswahl um so leichter und gl\u00fccklicher treffen k\u00f6nnen, je gr\u00f6\u00dfer das Angebot ist, das an ihn herantritt. Und jetzt sind wir, glaube ich, bei einem der wesentlichen Punkte unserer Betrachtung angelangt: dem Manuskriptanbot. Dieses Anbot wird von dem Vertrauen abh\u00e4ngen, das die Autoren in den Verleger setzen.<br \/>\nDer Autor darf vom Verleger verlangen:<br \/>\n1. Verst\u00e4ndnis f\u00fcr seine dichterischen Absichten.<br \/>\n2. Leidenschaftliche Hingabe an sein Werk.<br \/>\n3. W\u00fcrdige und wirkungsvolle Ausstattung.<br \/>\n4. Eine ausgezeichnete und weitverzweigte Organisation des Vertriebs und eine Propaganda-Apparat, der es versteht, geschmackvolle und doch wirksame Propaganda zu betreiben.<br \/>\n5. Absolute kaufm\u00e4nnische Korrektheit (dem Autor als Gesch\u00e4ftsfremden doppelt wichtig).<br \/>\nNur wenn ein Verleger alle diese berechtigten Anspr\u00fcche vollkommen erf\u00fcllt und dar\u00fcber hinaus sein w\u00e4rmstes pers\u00f6nliches Interesse und seine vollste innere Bereitwilligkeit dem ihm anvertrauten Werk entgegenbringt, wenn er es nicht als ein Objekt gesch\u00e4ftlichen Profits, sondern als ein Dokument dichterischer Sch\u00f6pfungskraft betrachtet, das der Allgemeinheit zu vermitteln ihm h\u00f6chste Aufgabe darstellt, nur dann besteht die wichtigste Voraussetzung f\u00fcr einen erfolgreichen Verleger: das Vertrauen der Autoren. Nur ein Verleger, der sich dieses Vertrauen zu erwerben verstand und es sich auch erhalten kann, wird auf die Dauer Erfolg haben k\u00f6nnen.<br \/>\nNehme ich nun das Vertrauen der Autoren als gegeben an und damit das gro\u00dfe Anbot, dann hat der Verleger auf Grund dieses gro\u00dfen Angebotes die M\u00f6glichkeit, die besten B\u00fccher bringen zu k\u00f6nnen. Wenn der Verleger nun mit Verst\u00e4ndnis und Tatkraft die Herausgabe dieser B\u00fccher bewerkstelligt, wird es ihm allm\u00e4hlich gelingen, auch das Vertrauen der Leser zu erwerben. Als kulturellen Bundesgenossen wird der Verleger die Kritik an seiner Seite haben, wenn er seinen hochgesteckten Zielen treu bleibt. Das ehrgeizige Streben des Verlegers mu\u00df nun darauf gerichtet sein, den Namen seines Verlages zu einer Marke zu machen, die eine so suggestive Kraft auf das Publikum aus\u00fcbt, da\u00df dieses, ohne eine Entt\u00e4uschung f\u00fcrchten zu m\u00fcssen, zu den Publikationen des betreffenden Verlegers greift; dies ist besonders f\u00fcr junge, noch nicht durchgesetzte Autoren von gr\u00f6\u00dfter Wichtigkeit.<br \/>\nZwischen Publikum und Verlag schaltet sich die werkt\u00e4tige Mitarbeit des Sortimentsbuchhandels ein, dem es traditionell obliegt, das Publikum bei seiner Auswahl zu beraten. Da aber der Buchh\u00e4ndler bei der \u00dcberf\u00fclle von Neuerscheinungen trotz bestem Bem\u00fchen nicht immer die physische M\u00f6glichkeit hat, alle B\u00fccher genau zu lesen, mu\u00df auch er die Gewi\u00dfheit allm\u00e4hlich erlangen, da\u00df ein Verlag nur gute und wertvolle B\u00fccher publiziert, da\u00df er also die B\u00fccher dieses Verlages seinen Kunden mit gutem Gewissen empfehlen kann.<br \/>\nDer Verleger aber darf sich nicht damit begn\u00fcgen, die bestm\u00f6gliche Auswahl getroffen zu haben, er mu\u00df diese auch durch eine Propaganda unterst\u00fctzen, die im Publikum keine falschen Erwartungen erweckt; als Reaktion einer falschen Propaganda stellen sich Entt\u00e4uschung und Ver\u00e4rgerung ein. Damit soll nat\u00fcrlich nicht gesagt werden, da\u00df der Verleger sich bei der Propagierung seiner Verlagswerke k\u00fchler Zur\u00fcckhaltung beflei\u00dfen soll. Im Gegenteil, er soll alle Vorz\u00fcge des Werkes voll auf sich einwirken lassen, er hat nicht nur das Recht, sondern auch die Pflicht, diese Vorz\u00fcge dem Publikum auf das Sinnf\u00e4lligste vor Augen zu f\u00fchren. In einer aufrichtigen und begeisterungsvollen Propaganda mu\u00df er eine seiner wesentlichen Aufgaben erblicken.<a href=\"#_ftn9\" name=\"_ftnref9\"><span class=\"Reference\">[9]<\/span><\/a><\/p>\n<p>1933\/34 mu\u00dfte Paul Zsolnay wegen &#8222;h\u00f6herer Gewalt&#8220; einige der w\u00fcrdigen Prinzipien fallen lassen.<\/p>\n<p>Einige Verlagsautoren, die sowohl zum Ruhm wie auch zum finanziellen Erfolg des Paul Zsolnay Verlags beitrugen sind bereits genannt worden. Es w\u00fcrde hier zu weit f\u00fchren, wollte man nun die Namen aller Zsolnay-Autoren anf\u00fchren. Neben den noch zu nennenden &#8222;nationalen&#8220; Autoren der 30er Jahre seien u.a. folgende genannt. (Die Jahreszahl(en) in Klammer bezieht (beziehen) sich auf die erste und die letzte Publikation im Zsolnay Verlag vor 1945. Bindestrich zwischen den Jahreszahlen bedeutet, da\u00df mehr als zwei Werke erschienen sind.)<\/p>\n<p>Claude Anet (1924, 1931); Schalom Asch (1929-1932) Raoul Auernheimer (1932); B\u00e9la Bal\u00e1sz (1925); Henri Barbusse (1930, 1932); Jean Richard Bloch (1929-1933); Felix Braun (1936); Colette (1927-1931); A.J. Cronin (1932-1944); Fr. Th. Csokor (1929-1936); Theodore Dreiser (1927-1932); Roger Martin Du Gard (1928-1930); Erich Ebermayer (1931-1944); Kasimir Edschmid (1927-1941); O.M. Fontana (1936); Johannes Freumbichler (1937, 1938); F.K. Ginzkey (1934-1944); Stefan Gro\u00dfmann (1928, 1931); Jakob Haringer (1928, 1930); M\u00e9la Hartwig (1928, 1929); Daniel Henderson (1937, 1938); Rudolf Henz (1937); Alma Holgersen (1937-1944); Heinrich Eduard Jacob (1931-1932); Storm Jameson (1934); Oskar Jellinek (1926-1933); Hans Kaltneker (1924-1929), Theodor Kramer, (1931); Erich Landgrebe (1936-1944); Leonid Leonow (1926-1930); Rudolf List (1935, 1936), Friedrich Lorenz (1936-1942); Ernst Lothar (1929-1935); Emil Ludwig (1931, 1932); Alice Lyttkens (1935-1937); Martin Maurice (1929-1932); Robert Michel (1934-1937); Wilhelm Moberg (1935-1938); Franz Moln\u00e1r (1927-1933); Walter v. Molo (1928-1930); Benito Mussolini (1932-1933); Hans Natonek (1929-1932); Hans N\u00fcchtern (1933-1937); Hermann Heinz Ortner (1929-1940); Hertha Pauli (1936); Leo Perutz (1933); Paula v. Preradovic (1933); Julius Pupp (1935-1936); Erwin H. Rainalter (1935-1944); Alexander Roda Roda (1932-1934); Karl R\u00f6ttger (1933-1938); Felix Salten (1924-1935); Jakob Schaffner (1931-1942); Leon Schalit (1928-1932); Ernst Scheibelreiter (1934-1944); Arthur Schnitzler (1924-1928); Friedrich Schreyvogl (1928-1943); Robert Seitz (1934-1944); Sil-Vara (1932); Hermann Sinsheimer (1932-1933); Hugo Sonnenschein-Sonka (1930); Erika Spann-Rheinsch (1936); Hilde Spiel (1933); Franz Spunda (1934-1944); Carl Sternheim (1926-1928); Albert von Streerbach (1936-1939); Eduard Stucken (1933-1942); Frank Thie\u00df (1932-1943); Andreas Thom (1930-1938); Friedrich Torberg (1930-1932); Anton Tschechow (1925-1940); Grete Urbanitzky (1931 &#8211; 1939); Daniele Var\u00e8 (1936-1944); Ernst Wei\u00df (1931); Josef Wenter (1936-1938); Viktor Wittner (1929); Lajos Zilahy (1936-1940).<\/p>\n<p>In den 15 Produktionsjahren zwischen 1924 und 1938 hat der Paul Zsolnay Verlag mehr Werke herausgegeben und gr\u00f6\u00dfere Ums\u00e4tze erzielt als jeder andere belletristische Verlag in \u00d6sterreich. Anhand der folgenden Tabelle soll die Entwicklung der Produktion des Zsolnay-Verlags gezeigt werden, wobei hier vor allem der <em>Verlauf <\/em>der Entwicklung verdeutlicht werden soll. Die Tabelle liegt einer Zusammenstellung von mehr als 650 Titeln zugrunde. Ver\u00f6ffentlichungen des Berner bzw. Z\u00fcrcher Ablegers finden keine Ber\u00fccksichtigung, desgleichen Werke, die Zsolnay von anderen Verlagen \u00fcbernahm (Brod, Mann, Werfel etc.), und Neu- und Titelauflagen. 1924: 18 (Neuerscheinungen), 1925: 21, 1926: 23, 1927: 26, 1928: 44, 1929: 47, 1930: 66, 1931: 46, 1932: 60,1933: 52, 1934: 33, 1935: 43,1936: 64, 1937: 56, 1938: 53.<a href=\"#_ftn10\" name=\"_ftnref10\"><span class=\"Reference\">[10]<\/span><\/a><\/p>\n<h3><a class=\"none\" name=\"Heading1\"><\/a> Der Paul Zsolnay Verlag in den 30er Jahren<\/h3>\n<p>Die Wandlung des Paul Zsolnay Verlags 1934 in einen &#8222;nationalen&#8220; Verlag ist eine \u00fcberaus komplexe, aber als St\u00fcck \u00f6sterreichischer Literaturgeschichte der 30er Jahre h\u00f6chst aufschlu\u00dfreiche Materie. Aufgrund der relativen Materialf\u00fclle, die zur Verf\u00fcgung steht, und der Komplexit\u00e4t mu\u00df der &#8222;Fall Zsolnay&#8220; von mehreren Seiten zugleich beleuchtet werden.<\/p>\n<p class=\"zitat\">Als aber der Verlag das zehnte Jahr erreicht hatte, 1933, kam die erste Ersch\u00fctterung seines Lebens, aus der ihn nur Ihre Besonnenheit rettete. F\u00fcnf schwere Jahre folgten &#8211; f\u00fcr Sie wohl die schwersten Ihres Lebens. Der Boykott Ihrer, unserer, B\u00fccher in Deutschland vollendete sich t\u00e4glich mehr, und doch konnten Sie nicht einfach aufgeben, was Sie sich und uns geschaffen. So waren Kompromisse die Folgen, ein Tasten und Lavieren und immer wieder Hoffen, das Wunder werde geschehen und das kleine \u00d6sterreich werde neben der Schweiz die zweite Insel der Freiheit auf dem Kontinent bleiben. Es sollte anders kommen (&#8230;).<a href=\"#_ftn11\" name=\"_ftnref11\"><span class=\"Reference\">[11]<\/span><\/a><\/p>\n<p>In den &#8222;Autorenbriefen zum 25j\u00e4hrigen Bestand des Verlages&#8220; im Jahre 1948 kommt der soeben zitierte Zsolnay-Verlagsautor Erich Ebermayer als einziger auf die Ereignisse der 30er Jahre in dieser Form zu sprechen. F\u00fcr die anderen Vertretenen war es, als ob nichts gewesen w\u00e4re. Der Paul Zsolnay Verlag hatte einen Ruf als internationaler Verlag, obwohl nahezu 70% der Gesamtproduktion in das Deutsche Reich geliefert wurden. Wie Ebermayer andeutet, trat eine Krise ein, die ohne weiteres zur Aufgabe des Verlags h\u00e4tte f\u00fchren <em>k\u00f6nnen. <\/em>Als der Paul Zsolnay Verlag 1930 in eine Aktiengesellschaft umgewandelt werden sollte, standen alle Zeichen auf Expansion, denn trotz der wirtschaftlich schwierigen Zeiten gerade Ende der 20er, Anfang der 30er Jahre schlo\u00df der Zsolnay Verlag Ges.m.b.H. sowohl 1928 als auch 1929 mit einem Gewinn ab, w\u00e4hrend andere \u00f6sterreichische Verleger zu dieser Zeit &#8211; sollten sie \u00fcberlebt haben &#8211; von der Hand in den Mund lebten.<a href=\"#_ftn12\" name=\"_ftnref12\"><span class=\"Reference\">[12]<\/span><\/a> Obwohl Zsolnay und seine Gesch\u00e4ftspartner (etwa der Rechtsanwalt Dr. Paul Neumann und Felix Costa) nicht in der Lage waren, das Aktienkapital allein aufzubringen und auf einen Bankkredit angewiesen waren, hatte die neue A.G. mehrere Trumpfkarten in der Hand: mit den erfolgreichsten Autoren des Verlags, wie etwa John Galsworthy, H.G. Wells, Franz Werfel, Max Brod, Heinrich Mann u.a. bestanden n\u00e4mlich sogenannte Generalvertr\u00e4ge, wonach diese Autoren sich verpflichteten, auch ihre k\u00fcnftigen Werke diesem Verlag zu \u00fcbergeben. Das Ansuchen an das Bundeskanzleramt (Inneres) 1930 um Errichtung einer Aktiengesellschaft unter der Firma Paul Zsolnay Verlag wurde folgenderma\u00dfen begr\u00fcndet:<\/p>\n<p class=\"zitat\">Infolge des schnellen Wachstums des Gesch\u00e4ftsumfangs geriet das eigene Kapital des Unternehmens in ein immer st\u00e4rkeres Mi\u00dfverh\u00e4ltnis zu den fremden Mitteln (&#8230;) und daraus ergab sich die Zweckm\u00e4\u00dfigkeit, um nicht zu sagen Notwendigkeit einer entsprechenden Verbreiterung der Kapitalsbasis. Erw\u00e4gungen organisatorischer Art und nicht zuletzt Erw\u00e4gungen der Weltgeltung &#8211; der Verlag verbreitet seine Produktion \u00fcber die ganze zivilisierte Welt lassen die Form der Aktiengesellschaft als die angemessene erscheinen.<a href=\"#_ftn13\" name=\"_ftnref13\"><span class=\"Reference\">[13]<\/span><\/a><\/p>\n<p>Weiters hei\u00dft es im ersten Ansuchen:<\/p>\n<p class=\"zitat\">Auf Grund dieser Darstellungen glauben die Interessenten darauf hinweisen zu k\u00f6nnen, da\u00df ein Aktienkapital von 5 500.000- eine hinreichende Kapitalsbasis f\u00fcr die ungest\u00f6rte Fortf\u00fchrung des Unternehmens darstellt, wenn der vertraglich gesicherte zus\u00e4tzliche Bankkredit hinzutritt. Es mu\u00df in diesem Zusammenhange darauf hingewiesen werden, da\u00df die Entwicklung der n\u00e4chsten Zeit infolge der allgemeinen Wirtschaftskrise aller Voraussicht nach eine gewisse Verlangsamung der Produktionsgeschwindigkeit im Verlage herbeif\u00fchren wird und es scheint zweckm\u00e4\u00dfig, mit R\u00fccksicht auf diese Aspekte, einer \u00dcberkapitalisierung vorzubeugen.<a href=\"#_ftn14\" name=\"_ftnref14\"><span class=\"Reference\">[14]<\/span><\/a><\/p>\n<p>Die Bewilligung wurde erteilt, und die A.G. wies ein Grundkapital von S 600.000 auf, wovon S 550.000 bar eingezahlt wurden, w\u00e4hrend die restlichen S 50.000 an Aktien den bisherigen Gesellschaftern der Ges.m.b.H. im Verh\u00e4ltnis ihrer Stimmenanteile (S 40.000 an Paul Zsolnay, S 10.000 an Felix Kostia-Costa) als Gegenwert des einzutragenden Unternehmens ausgefolgt wurden. Stichtag war der 1. Juli 1930. Zu den Aktiven (aus der Ges.m.b.H.) z\u00e4hlte der Warenvorrat, der rund 751.000 B\u00e4nde im Wert von S 1.350.784,36 umfa\u00dfte.<a href=\"#_ftn15\" name=\"_ftnref15\"><span class=\"Reference\">[15]<\/span><\/a><\/p>\n<p>So wurde die Paul Zsolnay Verlag A.G. am 13. Februar 1931 unter Register B, Band 22, pagina 85 ins Wiener Handelsregister eingetragen. Als &#8222;Gegenstand des Unternehmens&#8220; wird folgendes angef\u00fchrt:<\/p>\n<p class=\"zitat\">1. Die \u00dcbernahme des bisher unter der Firma Paul Zsolnay Verlag Ges.m.b.H. in Wien gef\u00fchrten Verlagsunternehmens mit Buchvertrieb und seine Fortf\u00fchrung;<br \/>\n2. Die Beteiligung an Unternehmungen gleicher oder \u00e4hnlicher Art, sowie die Gr\u00fcndung solcher Unternehmungen;<br \/>\n3. Der Betrieb jener Handelsgesch\u00e4fte und Gewerbe, welche geeignet sind, dem erdachten Zwecke zu dienen.<br \/>\n(Eintragung im Registerband)<\/p>\n<p>Die drei Vorstandsmitglieder waren Paul Zsolnay, Felix Kostia-Costa und der am 15.3.1888 in Wien geborene Rechtsanwalt Dr. Paul Neumann (gel\u00f6scht 27.2.1934). Als Kollektiv-Prokurist wurden Stefan Halasz (gel\u00f6scht: 10.7.1934), Richard Lehnert (gel\u00f6scht: 20.5.1938) und Grete Geiringer (gel\u00f6scht: 8.3.1935) eingetragen. Im August 1933 wurden zwei neue Vorstandsmitglieder eingetragen, und zwar der akademische Maler und Zsolnay-Buchillustrator Rudolf Geyer und der seit 1929 als Gr\u00fcnder des Bergland-Konzerns und Leiter der Vereinsdruckerei in Graz t\u00e4tige Kurt Walter (23.10.1889-30.3.1957, Selbstmord). Beide wurden am 28.4.1936 aus dem Handelsregister gel\u00f6scht.<\/p>\n<p>Die vorausgesehene Verlangsamung der Produktionsgeschwindigkeit aus <em>wirtschaftlichen <\/em>Gr\u00fcnden wurde, wie sich herausstellte, von einer bedeutenderen Entwicklung \u00fcberfl\u00fcgelt: Im Gesch\u00e4ftsjahr 1933\/34 erlitt die Paul Zsolnay Verlag A.G. Verluste, die zu 80% (!) an den Wert des Stammkapitals heranreichten. Der Verlag hatte dabei mit sehr gro\u00dfen Schwierigkeiten zu k\u00e4mpfen. Der Verlustvortrag aus 1932\/33 betrug S 34.832,24, der laufende Verlust 1933\/34 schon S 437.852,71! 1935 mu\u00dfte der Verlagsinhaber angesichts dieser Entwicklung unter pers\u00f6nlichem Opfer (keine Dividende!) die Flucht nach vorne antreten. Rettungsanker war das &#8222;Sanierungs-Beg\u00fcnstigungs-Gesetz&#8220;.<a href=\"#_ftn16\" name=\"_ftnref16\"><span class=\"Reference\">[16]<\/span><\/a> Zsolnay wandte sich daher an das Bundesministerium f\u00fcr Finanzen mit der Bitte um Steuerfreistellung eines Forderungsnachlasses nach dem genannten Gesetz. Die Begr\u00fcndung des Ansuchens ist f\u00fcr die Erl\u00e4uterung der Umst\u00e4nde um die weitere Entwicklung des Verlags von gro\u00dfer Bedeutung, da es sich um ein ungeschminktes Bild handelt. Hier der partielle Wortlaut:<a href=\"#_ftn17\" name=\"_ftnref17\"><span class=\"Reference\">[17]<\/span><\/a><\/p>\n<p class=\"zitat\">Die Gesellschaft bittet das BM f\u00fcr Finanzen um Steuerfreistellung eines Forderungsnachlasses (&#8230;) nach Sanierungs-Beg\u00fcnstigungs-Gesetz. Das Ansuchen wird wie folgt begr\u00fcndet: Die Gesellschaft hat im Gesch\u00e4ftsjahre 1933\/34 au\u00dferordentlich schwere Verluste erlitten, die zum \u00fcberwiegenden Teile darauf zur\u00fcckzuf\u00fchren seien, da\u00df &#8211; abgesehen von dem allgemeinen Umsatzr\u00fcckgang auf dem B\u00fcchermarkt &#8211; das Problem des Transfer der reichsdeutschen Au\u00dfenst\u00e4nde nicht gel\u00f6st werden konnte, soda\u00df die Gesellschaft gezwungen war, zur Aufrechterhaltung der \u00f6sterreichischen Produktion sogenannte Ramschverk\u00e4ufe vorzunehmen. \u00dcberdies hat sich ein Teil der Au\u00dfenst\u00e4nde als uneinbringlich erwiesen und mu\u00dfte daher abgeschrieben werden. Zwecks Sanierung des Unternehmens hat sich der Gro\u00dfaktion\u00e4r der Gesellschafter Paul Zsolnay entschlossen, von seiner Forderung per rund 600.000 S einen Betrag von 570.428.80 S unter der Bedingung nachzulassen, da\u00df dieser Forderungsnachla\u00df auf Grund des San. Beg. Ges. als nicht steuerpflichtige Einnahmen erkl\u00e4rt werde.<br \/>\nDie Sanierung soll mit Wirksamkeit per 31.VI.1934 durchgef\u00fchrt werden.<a href=\"#_ftn18\" name=\"_ftnref18\"><span class=\"Reference\">[18]<\/span><\/a><\/p>\n<p>Zwei Feststellungen sind hier besonders interessant: zum einen best\u00e4tigt sich das, was man nur vermuten konnte, n\u00e4mlich, da\u00df auch dieser gro\u00dfe Verlag &#8211; bis eine L\u00f6sung gefunden wurde &#8211; von der deutschen Devisenbeschr\u00e4nkung wie andere schwer betroffen wurde, und zum zweiten beziehen sich die uneinbringlichen Au\u00dfenst\u00e4nde auf in Deutschland nunmehr unerw\u00fcnschte (&#8222;j\u00fcdische&#8220;) Literatur. Da\u00df angesichts der im Ansuchen geschilderten Entwicklung etwas geschehen mu\u00dfte, liegt auf der Hand. Zsolnay standen zwei Optionen offen: verkaufen oder radikal umstellen. Er w\u00e4hlte letztere Variante.<\/p>\n<p>Die Weichen f\u00fcr tiefgreifende Ver\u00e4nderungen im Paul Zsolnay Verlag waren schon im Jahre 1933 gestellt, und zwar als wirtschaftliche und politische Folge der PEN-Klub-Tagung in Ragusa und der darauffolgenden endg\u00fcltigen Spaltung im Wiener PEN-Klub. Denn die Vorg\u00e4nge im Wiener PEN-Klub schufen nicht nur eine Kluft zwischen arisch-nationalen und j\u00fcdisch-oppositionellen Schriftstellern: die Hauptakteure auf beiden Seiten waren praktisch alle Zsolnay-Autoren, also von PEN-Gr\u00fcnderin Grete v. Urbanitzky und Felix Salten auf der einen bis zu Frischauer, Neumann, Lothar und M\u00fcller auf der anderen. So konnte Will Vesper bereits im Juli 1933 bemerken:<\/p>\n<p class=\"zitat\">Die Hetze gegen Deutschland wurden \u00fcbrigens besonders von Autoren des j\u00fcdischen Wiener Verlages Zsolnay (Wells und Fabrizius) beg\u00fcnstigt und von einer Reihe j\u00fcdischer und judenfreundlicher Wiener Schriftsteller unterst\u00fctzt.<a href=\"#_ftn19\" name=\"_ftnref19\"><span class=\"Reference\">[19]<\/span><\/a><\/p>\n<p>Die Parole lautete nun &#8222;Deutschfeindliche Schriftsteller in \u00d6sterreich&#8220; und im Endeffekt kam sie einem Boykottaufruf gleich. So zitierte das <em>B\u00f6rsenblatt <\/em>am 16. November 1933 eine Glosse aus der <em>Berliner B\u00f6rsen-Zeitung <\/em>vom 10. d.M.<\/p>\n<p class=\"zitat\">Man wird sich in Deutschland noch allgemein des Kampfes erinnern, den marxistische Schriftsteller gegen die deutschen Vertreter auf dem internationalen Pen-Club-Kongre\u00df in Ragusa entfesselten. Bei dieser Hetze taten sich besonders j\u00fcdische Mitglieder des Wiener Pen-Clubs hervor. Die Folge war, da\u00df nach Ragusa der Wiener Pen-Club auseinanderfiel. Der Austritt der deutschen Mitglieder nahm seinen Ausgang von einer deutsch-feindlichen Resolution, die u.a. von Raoul Auernheimer, Franz Theodor Csokor, Paul Frischauer, Heinrich Eduard Jacob, R.J. Kreutz, Ernst Lissauer, Ernst und Rudolph Lothar, Emil Ludwig, Hans M\u00fcller und Robert Neumann unterzeichnet worden war.<\/p>\n<p>Bis auf Kreutz, Rudolph Lothar und Ernst Lissauer waren die anderen genannten alle Zsolnay-Autoren. Da hei\u00dft es zum Schlu\u00df:<\/p>\n<p class=\"zitat\">Viele von den oben genannten deutschfeindlichen \u00f6sterreichischen Schriftstellern sind aber noch heute mit ihren B\u00fcchern in deutschen Verlagen vertreten, sind in deutschen Buchhandlungen zu kaufen, werden von gedankenlosen deutschen Menschen gelesen. Fort mit ihnen aus Deutschland! Kein Deutscher darf sich hinfort noch mit ihnen abgeben!<br \/>\n(Nr. 267, S. 877.)<\/p>\n<p>Diese Aktion, die von der \u00f6sterreichischen \u00dcberl\u00e4ufern Grete Urbanitzky angeregt worden sein soll<a href=\"#_ftn20\" name=\"_ftnref20\"><span class=\"Reference\">[20]<\/span><\/a>, rief die einzige noch als &#8222;Opposition&#8220; zur Nazi-Herrschaft auftretende Schriftstellerorganisation, den Schutzverband deutscher Schriftsteller \u00d6sterreichs (SDSOe.), auf den Plan. Das Pr\u00e4sidium des SDSOe. unter Oskar Maurus Fontana richtete ein Schreiben an die \u00d6sterreichische Gesandtschaft in Berlin, um sie auf diese Problematik aufmerksam zu machen. Die Boykottaktion war, wie man nachtr\u00e4glich den Zsolnay-Verlustziffern entnehmen kann, von Erfolg gekr\u00f6nt und brachte den Verlag an den Rand des wirtschaftlichen Ruins.<\/p>\n<p>Es vollzog sich nun in den n\u00e4chsten Monaten eine zweigleisige Entwicklung: einerseits wurde in der NS-\u00d6ffentlichkeit u.a. der &#8222;Judenverlag&#8220; Zsolnay fast im Sinne eines fortgesetzten Boykotts hart attackiert, andererseits wurde der Verlag &#8211; von den Autoren her &#8211; immer weniger ein &#8222;Judenverlag&#8220; und immer mehr zu einem &#8222;gleichgeschalteten&#8220; Verlag.<\/p>\n<h3><a class=\"none\" name=\"Heading2\"><\/a> Auf dem Weg zur Gleichschaltung<\/h3>\n<p>Paul Zsolnay begann schon 1933 passiv wie aktiv, sich den neuen Macht- und politischen Verh\u00e4ltnissen anzupassen. Es soll aber hier zun\u00e4chst von den Vorg\u00e4ngen 1934\/35 die Rede sein, die erst 1935, also ein Jahr sp\u00e4ter als &#8222;fait accompli&#8220; in der \u00d6ffentlichkeit heftig diskutiert wurden. In der \u00d6ffentlichkeit unbemerkt und vorl\u00e4ufig unkommentiert, spielte sich bei Zsolnay eine Wandlung ab, und bei dieser Wandlung spielte ein Mann, von dem im Zusammenhang mit dem Krystall-Verlag bzw. dem Amalthea-Verlag schon die Rede gewesen ist, eine gewichtige Rolle, n\u00e4mlich Dr. Hermann Rudolf Leber. Im folgenden wollen wir auf ihn ausf\u00fchrlich eingehen.<\/p>\n<h3><a class=\"none\" name=\"Heading3\"><\/a> &#8222;Der Mittelsmann&#8220;<\/h3>\n<p class=\"zitat\">Als Paul Zsolnay im Fr\u00fchjahr 1934 an nationale \u00f6sterreichische Dichter mit dem Angebot herantrat, seinen Verlag nun ihnen zur Verf\u00fcgung zu stellen, da wandten sich diese Dichter an die zust\u00e4ndigen Instanzen in \u00d6sterreich. (&#8230;) Die Dichter wandten sich (und dies geschah vor den Ereignissen des 25. Juli 1934, zu einer Zeit also, als Landes-Inspekteur Habicht noch vollkommen im Amte war) an den von Habicht eingesetzten kulturellen Landesleiter der N.S.D.A.P. in \u00d6sterreich, Professor Haasbauer in Linz. Ein direkter Verkehr mit reichsdeutschen Stellen ist angesichts der heutigen Verh\u00e4ltnisse in \u00d6sterreich, wie jeder Wissende zugeben mu\u00df, ausgeschlossen, auch erforderte es der ordnungsm\u00e4\u00dfige Instanzenweg, da\u00df man sich an Professor Haasbauer als den uns vorgesetzten F\u00fchrer in kulturellen Dingen wandte.<br \/>\nHaasbauer gab nicht nur den Rat, sondern geradezu den Auftrag, die \u00f6sterreichischen nationalen Dichter m\u00f6chten sich den Verlag Zsolnay untertan machen und das Angebot annehmen. Daraufhin begannen Verhandlungen mit dem Verlag, die das Ergebnis hatten, da\u00df ein Vertrauensmann der Landesleitung der N.S.D.A.P. in \u00d6sterreich, Dr. Hermann R. Leber, die Leitung des Lektorates erhielt. Gleichzeitig l\u00f6ste Zsolnay die Vertr\u00e4ge mit seinen fr\u00fcheren Autoren und begann, unter unmittelbarer Einflu\u00dfnahme der kulturellen Faktoren der \u00f6sterreichischen N.S.D.A.P., den Neuaufbau seines Verlages. (&#8230;)<br \/>\nHieraus geht hervor, da\u00df der Verlag Zsolnay der einzige zur Zeit wirklich gleichgeschaltete kulturelle Gro\u00dfbetrieb in \u00d6sterreich ist.<a href=\"#_ftn21\" name=\"_ftnref21\"><span class=\"Reference\">[21]<\/span><\/a><\/p>\n<p>Dieser &#8222;Vertrauensmann der Landesleitung der N.S.D.A.P. in \u00d6sterreich&#8220; war kein Fremder in der \u00f6sterreichischen Verlagsszene. Hermann Leber ist am 6. August 1900 in Montabaur in Hessen-Nassau geboren worden. Nach der Matura studierte er an den Universit\u00e4ten Freiburg i. Br., Wien und K\u00f6ln Literatur- und Kunstgeschichte. Den Doktorgrad erwarb er in Freiburg mit einer Dissertation \u00fcber &#8222;Die Einwirkung Rembrandts auf die deutsche Malerei des 17. und 18. Jahrhunderts&#8220;. Leber kehrte 1925 nach Wien zur\u00fcck, war als Redaktionssekret\u00e4r der Zeitschrift <em>Die Bau- und Werkkunst <\/em>t\u00e4tig, 1926 als Lektor des Krystall-Verlags besch\u00e4ftigt. Im Jahre 1927 wurde er vom Piper Verlag in M\u00fcnchen als Lektor engagiert, wo er bis 1930 t\u00e4tig war. Eine Zeitlang (angeblich bis 1933) war Leber in Wien bei Amalthea u.a. als Schriftleiter der Zeitschrift <em>Belvedere <\/em>besch\u00e4ftigt. Die sonstige T\u00e4tigkeit Lebers ab 1930 ist zwar mehrfach belegt, aber diese Belege sind oft widerspr\u00fcchlich und schwer zu durchschauen. Nach dem Wissen des Gesch\u00e4ftsf\u00fchrers der RSK Landesleitung \u00d6sterreich, Max Stebich, war Leber in \u00d6sterreich &#8222;seit dem Jahre 1930 illegal t\u00e4tig gewesen&#8220;.<a href=\"#_ftn22\" name=\"_ftnref22\"><span class=\"Reference\">[22]<\/span><\/a> Am 16. M\u00e4rz 1938 habe Leber &#8222;seine Mitgliedschaft bei der Partei wieder neuerlich angemeldet&#8220;, was darauf schlie\u00dfen l\u00e4\u00dft, da\u00df er zuvor bereits Mitglied der N.S.D.A.P. gewesen war. Auch war er &#8222;fr\u00fcher einmal Mitglied der Reichsschrifttumskammer mit Mitgliedsnummer A 5449, mu\u00dfte aber infolge einer beh\u00f6rdlichen Verf\u00fcgung der \u00f6sterreichischen Regierung die Mitgliedschaft zur\u00fccklegen&#8220; (ebda.).<a href=\"#_ftn23\" name=\"_ftnref23\"><span class=\"Reference\">[23]<\/span><\/a> In diesem Zusammenhang darf man manchen &#8222;Biographen&#8220; und &#8222;Autobiographen&#8220; den Vorwurf der Legendenbildung in eigener Sache nicht ersparen! Aber zumal diese &#8222;Heldentaten&#8220; meist f\u00fcr reichsdeutschen Konsum geschildert wurden, konnte man mit der Naivit\u00e4t dieser Stellen wohl allemal rechnen. Es war allgemein \u00fcblich, auf Taten in der perhorrizierten &#8222;Systemzeit&#8220; hinzuweisen. In seinem Schreiben \u00fcber Leber an die RSK Berlin kommt Stebich auch noch auf das Wesentliche zu sprechen: &#8222;Vor dem Umbruch galt Dr. Leber als Mittelsmann zwischen \u00f6sterreichischen Autoren und deutschen Verlagen.&#8220; Und als ob es sich um etwas handelte, dessen Erw\u00e4hnung im April 1939 \u00e4u\u00dferst inopportun w\u00e4re, habe Leber (nach Stebich) keine Zsolnay-Karriere gemacht, sondern sei (&#8222;Unerkl\u00e4rlich ist es, da\u00df &#8230;&#8220;) lediglich &#8222;mit dem j\u00fcdischen Verleger Zsolnay ziemlich befreundet&#8220; gewesen. Als Leber zur Feder griff, um sein Leben (f\u00fcr die RSK) zu schildern, wu\u00dfte auch er nichts mehr vom 4j\u00e4hrigen Zsolnay-Intermezzo zu berichten:<\/p>\n<p class=\"zitat\">Nach einem vor\u00fcbergehenden Aufenthalt im Altreich &#8211; nach erfolgter Machtergreifung &#8211; ging ich wieder nach Wien zur\u00fcck. Ich war zun\u00e4chst rein kulturpolitisch t\u00e4tig, war bei der Errichtung mehrerer Propagandab\u00fcros der NSDAP t\u00e4tig und gr\u00fcndete die &#8222;S\u00fcdost Korrespondenz&#8220; die nach einem halben Jahr von der \u00f6sterreichischen Regierung verboten wurde.<\/p>\n<p>Zum obligaten &#8222;Widerstand&#8220; meldete er:<\/p>\n<p class=\"zitat\">Ich selbst wurde zweimal verhaftet und sollte im September 1935 wegen illegaler Bet\u00e4tigung aus \u00d6sterreich ausgewiesen werden. Ich war dann als Lektor f\u00fcr verschiedene Verlage t\u00e4tig und befa\u00dfte mich haupts\u00e4chlich damit, gem\u00e4\u00df einem Auftrag des KfdK, die nationalen Autoren der Ostmark zu sammeln und bei Verlegern unterzubringen.<\/p>\n<p>Ob so manche dieser ruhmreichen Taten, die darauf hinzielten, die &#8222;Aufnahmew\u00fcrdigkeit&#8220; in die RSK zu unterstreichen, mit den Tatsachen in Einklang zu bringen waren, darf bezweifelt werden. Man m\u00fc\u00dfte annehmen k\u00f6nnen, da\u00df die Polizei in Wien von den Verhaftungen etwas wu\u00dfte. Wie dem auch sei, meint Leber, &#8222;gem\u00e4\u00df einem Auftrag&#8220; des Kampfbundes f\u00fcr deutsche Kultur in Sachen Zsolnay vorgegangen zu sein. Der \u00f6sterreichische Ableger dieser Rosenberg-Sch\u00f6pfung, der Verein Kampfbund f\u00fcr deutsche Kultur, wurde im August 1931 gegr\u00fcndet.<a href=\"#_ftn24\" name=\"_ftnref24\"><span class=\"Reference\">[24]<\/span><\/a> &#8222;Deutschtum&#8220;, &#8222;Volkstum&#8220; und &#8222;Freiheit&#8220; waren dabei Schl\u00fcsselbegriffe. Der Verein hatte u.a. &#8222;die Verteidigung der Werte des deutschen Wesens und die F\u00f6rderung jeder arteigenen \u00c4u\u00dferung kulturellen deutschen Lebens zum Ziele. [Er] zielte ferner darauf ab, das deutsche Volk \u00fcber die Zusammenh\u00e4nge zwischen Rasse, Kunst und Wissenschaft, sittlichen und willenhaften [!] Werten aufzukl\u00e4ren, ferner bedeutende totgeschwiegene Deutsche in Wort und Schrift der \u00d6ffentlichkeit n\u00e4her zu bringen und so dem kulturellen Gesamtdeutschtum ohne R\u00fccksicht auf politische Grenzen [!] zu dienen. Schlie\u00dflich ging sein Streben dahin, durch Sammlung aller Kr\u00e4fte die Voraussetzung f\u00fcr eine, das Volkstum als ersten Wert anerkennende Erziehung in Schule und Hochschule zu schaffen. Vor allem aber sollte im heranwachsenden Geschlecht aller Schichten des Volkes die Erkenntnis f\u00fcr das Wesen und die Notwendigkeit des Kampfes um Kultur und Charakterwerte der Nation geweckt und der Wille f\u00fcr diesen Kampf um die deutsche Freiheit gest\u00e4hlt werden.&#8220;<a href=\"#_ftn25\" name=\"_ftnref25\"><span class=\"Reference\">[25]<\/span><\/a><\/p>\n<p>Am 13. Oktober 1933 sah sich die Bundes-Polizeidirektion in Wien veranla\u00dft, die T\u00e4tigkeit des nazistischen Vereins einzustellen. Am 4. November d.J. erfolgte mit Erla\u00df des BKA (Gendion) die Aufl\u00f6sung.<\/p>\n<p>Obwohl die Belege daf\u00fcr fehlen, kann man wohl davon ausgehen, da\u00df Paul Zsolnay im &#8222;Fr\u00fchjahr 1934&#8220; sein Angebot machte und da\u00df ihm Vorbesprechungen vorausgegangen waren. Zudem darf das Datum der beh\u00f6rdlichen Aufl\u00f6sung des Vereins &#8222;Kampfbund f\u00fcr deutsche Kultur&#8220; nicht mit einem Aufh\u00f6ren der Aktivit\u00e4ten gleichgesetzt werden.<\/p>\n<p>\u00dcber die Umst\u00e4nde um Lebers Eintritt in den Paul Zsolnay Verlag gibt es voneinander abweichende Versionen. Nicht ganz eindeutig gekl\u00e4rt bleibt die Frage, ob auf Zsolnay Druck ausge\u00fcbt wurde oder nicht. Es gibt Andeutungen in beiden Richtungen. Der nationale Autor Josef Weinheber reklamiert f\u00fcr sich das sp\u00e4ter von ihm sehr bereute Verdienst, Leber in nationale Kreise eingef\u00fchrt zu haben. Weinheber war n\u00e4mlich Leiter der &#8222;Fachschaft Schrifttum&#8220; im Kampfbund. Dazu Weinheber, der sich vom Femeunwesen verfolgt f\u00fchlte, u.a. weil er nicht Zsolnay-Autor wurde, in einem Briefe vom 23. Februar 1935 zum Fall Leber an Gustav Pezold:<\/p>\n<p class=\"zitat\">Nat\u00fcrlich habe ich das Richtige vermutet, wenn ich in der Person Dr. Lebers den eigentlichen Urheber des Kesseltreibens vermutet habe. Es ist eine kleine Pikanterie, da\u00df ich seinerzeit, als die Partei noch erlaubt war und ich Fachberater f\u00fcr Schrifttum war, Dr. Leber in die nationalen Schrifttumskreise eingef\u00fchrt habe. (&#8230;) Er hat es durch Ausspielen der verschiedenen Gruppen und Gr\u00fcppchen gegeneinander verstanden, sich eine gewissen Gef\u00fcrchtetheit zuzulegen, um deretwillen ihn ja wohl Zsolnay auch als literarischen Zutreiber f\u00fcr seinen Verlag angenommen hat. In dieser Stellung, die insbesondere jenen Schriftstellern, welche z.Zt. keinen Verlag hatten, einen gewissen Respekt abn\u00f6tigte, war es ihm alsbald ein Leichtes, sich als Parteipapst in literarischen Dingen aufzuspielen. Was der Mann jetzt treibt, hat nat\u00fcrlich mit deutscher Kulturpolitik gar nichts zu tun. Es ist Hauspolitik f\u00fcr den Zsolnay-Verlag. Er sch\u00fcrt gegen mich teils aus Ressentiment, (&#8230;) teils deshalb, weil ich kein Zsolnayautor geworden bin, also a limine bek\u00e4mpft geh\u00f6re. (&#8230;)<a href=\"#_ftn26\" name=\"_ftnref26\"><span class=\"Reference\">[26]<\/span><\/a><\/p>\n<p>Als Will Vesper, von dem noch ausf\u00fchrlich die Rede sein wird, sich \u00fcber Leber informieren wollte<a href=\"#_ftn27\" name=\"_ftnref27\"><span class=\"Reference\">[27]<\/span><\/a>, erhielt er postwendend von Weinheber, der ihn neben Manfred Jasser \u00fcber Vorg\u00e4nge in \u00d6sterreich am laufenden hielt, die gew\u00fcnschte Auskunft am 29. Juni 1935. Nach Weinheber tauchte Leber im Sommer 1933 wieder in Wien auf, was mit Angaben Lebers \u00fcbereinstimmt.<\/p>\n<p class=\"zitat\">Zu dieser Zeit machte er sich an mich heran, und ich f\u00fchrte ihn in meiner Eigenschaft als Fachberater bei den nationalen Schriftstellern ein. Er ri\u00df alsbald in der geschilderten Art die F\u00fchrung an sich und war dann pl\u00f6tzlich im Sommer 1934 bei Zsolnay. Auff\u00e4llig ist, da\u00df er von dort an immer bei Kasse war, w\u00e4hrend er fr\u00fcher niemals Geld hatte. Ob er das Geld von Zsolnay hatte, wei\u00df ich nicht. Er ist sehr schlau und l\u00e4\u00dft sich nicht in die Karten blicken. Auf Zsolnay scheint er eine Pression ausge\u00fcbt zu haben, denn der war von sich aus bestimmt nicht so dumm, lauter mittelm\u00e4\u00dfige &#8222;Nationale&#8220; in den Verlag zu nehmen und sich damit das Gesch\u00e4ft ganz zu ruinieren. Denn nun kauften die Wiener Juden keine Zsolnayb\u00fccher mehr und im Reich blieb er schlie\u00dflich bei allen Kunstst\u00fccken der Judenverlag. Soviel f\u00fcr einen Au\u00dfenstehenden zu ersehen ist, hat Zsolnay kein Interesse mehr an dem Verlag, zahlt den Leuten nichts und scheint verkaufen zu wollen. Jedenfalls ist den &#8222;Nationalen&#8220; ein sehr schlechter Dienst damit erwiesen worden, da\u00df sie von Zsolnay gebracht worden sind.<a href=\"#_ftn28\" name=\"_ftnref28\"><span class=\"Reference\">[28]<\/span><\/a><\/p>\n<p>Die mittelm\u00e4\u00dfigen &#8222;Nationalen&#8220;, wie sie Weinheber hier nennt, gerieten, wie noch auszuf\u00fchren sein wird, immer tiefer ins Dilemma. Ob Zsolnay verkaufen wollte, l\u00e4\u00dft sich nicht verifizieren, genauso offen bleibt die Frage derzeit, ob Leber auf Zsolnay Druck aus\u00fcbte. Mehrere &#8211; auch bereits zitierte &#8211; Aussagen scheinen dagegen zu sprechen. Die &#8222;Angebot&#8220;-Variante der nationalen Autoren in ihrem Bericht an die RSK wird durch eine Aussage Paul Zsolnays aus dem April 1938 best\u00e4tigt. Anl\u00e4\u00dflich der a.o. Generalversammlung der Paul Zsolnay Verlag A.G. in Wien am 26. April 1938, bei der u.v.a. Zsolnay und Leber anwesend waren, hielt Hauptaktion\u00e4r Zsolnay eine Ansprache, in der er sich bei alten und neuen Mitarbeitern bedankte. Obwohl man Zsolnays Ausf\u00fchrungen nicht von den Zeitumst\u00e4nden losgel\u00f6st interpretieren darf, sind sie dennoch f\u00fcr die Entwicklung 1934-38 aufschlu\u00dfreich. So hei\u00dft es wortw\u00f6rtlich im Text seiner Ansprache:<\/p>\n<p class=\"zitat\">Besonderen Dank aber ist das Unternehmen Herrn Dr. Hermann R. Leber schuldig, der ihm unter schwierigsten Umst\u00e4nden vier Jahre lang geholfen hat, die als notwendig erkannte Umstellung durchzuf\u00fchren, und dies mit ebensoviel Takt wie Tatkraft getan hat. In Herrn Dr. Leber suchte und fand der Verlag jene Pers\u00f6nlichkeit, die den freiwillig gefa\u00dften Entschlu\u00df der Verlagsleitung und -inhabung durchf\u00fchren half, nach der nationalen Erhebung in Deutschland den neuen Richtlinien des erneuerten Deutschlands Rechnung zu tragen und so der gesamtdeutschen Kultur nach besten Kr\u00e4ften zu dienen. Die nunmehrige Eingliederung Deutsch\u00f6sterreichs in Deutschland gibt dem Verlag jetzt auch die rechtliche Grundlage, die v\u00f6llige Gleichschaltung, die bisher nicht m\u00f6glich war, durchzuf\u00fchren.<a href=\"#_ftn29\" name=\"_ftnref29\"><span class=\"Reference\">[29]<\/span><\/a><\/p>\n<p>Soweit Paul Zsolnay &#8230; Halten wir also fest, da\u00df es sich nach dieser Darstellung um &#8222;einen freiwillig gefa\u00dften Entschlu\u00df&#8220; Zsolnays handelte.<\/p>\n<p>\u00c4hnlich argumentierte die Bundes-Polizeidirektion Wien im Sommer 1935, als sie aufgefordert wurde, dem Vorwurf nachzugehen, da\u00df der Paul Zsolnay Verlag eine &#8222;getarnte nationalsozialistische Kulturorganisation&#8220; sei.<a href=\"#_ftn30\" name=\"_ftnref30\"><span class=\"Reference\">[30]<\/span><\/a> Der entsprechende (erste) Bericht, der vom Wiener Polizeipr\u00e4sidenten (seit 24.9.1934), Dr. Michael Skubl, eigenh\u00e4ndig unterfertigt ist, ist derart von beschwichtigenden T\u00f6nen getragen und von Unkenntnis gekennzeichnet, da\u00df man versucht wird, auf mangelnden politischen Willen zu schlie\u00dfen.<a href=\"#_ftn31\" name=\"_ftnref31\"><span class=\"Reference\">[31]<\/span><\/a> So kam die Polizei &#8211; was die Gleichschaltung betrifft &#8211; zu folgendem Schlu\u00df:<\/p>\n<p class=\"zitat\">Desgleichen entspricht es, wie in Erfahrung gebracht werden konnte, keineswegs den Tatsachen, da\u00df Leber jemals auf den Verlag einen Druck ausge\u00fcbt h\u00e4tte, um die Anerkennung eines dem Verlage nicht genehmen Autors durchzusetzen.<\/p>\n<p>Die T\u00f6lpelhaftigkeit der Erhebung wird nur noch durch eine letzte Feststellung \u00fcbertroffen:<\/p>\n<p class=\"zitat\">Leber ist politisch niemals hervorgetreten und gilt insbesondere auch nicht als nationalsozialistisch eingestellt.<a href=\"#_ftn32\" name=\"_ftnref32\"><span class=\"Reference\">[32]<\/span><\/a><\/p>\n<p>Ganz anders und viel konkreter war die &#8222;Information&#8220;<a href=\"#_ftn33\" name=\"_ftnref33\"><span class=\"Reference\">[33]<\/span><\/a>, die die Generaldirektion f\u00fcr die \u00f6ffentliche Sicherheit nach und nach \u00fcber Leber zusammentrug: Der Inhalt eines da eingelangten anonymen Briefs (s.u.) &#8222;entspricht den tats\u00e4chlichen Verh\u00e4ltnissen&#8220;, hei\u00dft es z.B. unmi\u00dfverst\u00e4ndlich. Welche Verh\u00e4ltnisse waren es nun, die im anonymen Brief geschildert wurden?<\/p>\n<p class=\"zitat\">Ein dritter Zirkel ist der des Dr. Leber, Lektor im Zsolnayverlag. Diesem Manne ist es gelungen, durch die Drohung, Zsolnay im Reiche zu erledigen, einen v\u00f6lligen Umbau des Zsolnayverlages zu erreichen. Zsolnay mu\u00dfte seine alten Autoren in die Schweiz deportieren und daf\u00fcr die von Leber vorgeschlagenen Naziautoren drucken.<a href=\"#_ftn34\" name=\"_ftnref34\"><span class=\"Reference\">[34]<\/span><\/a><\/p>\n<p>Fa\u00dft man das bisher Gesagte zusammen, so waren die nationalen Autoren des Verlages, Paul Zsolnay, und die Polizei der Auffassung, von Druck k\u00f6nne nicht die Rede sein. Demgegen\u00fcber sind Weinheber und der anonyme Briefschreiber der Ansicht, es sei bei der &#8222;Gleichschaltung&#8220; Druck ausge\u00fcbt worden. Man darf allerdings auch nicht vergessen, da\u00df Zsolnay selber, in welcher Stellungnahme (oder gar in welchem Verh\u00f6r) auch immer, diesen Vorw\u00fcrfen unm\u00f6glich zustimmen konnte, wie berechtigt sie auch waren. Leber war f\u00fcr ihn schlicht und einfach eine Gesch\u00e4ftsnotwendigkeit.<\/p>\n<p>Die Generaldirektion brachte jedoch eine weitere, nicht uninteressante Variante ins Spiel. In einer Auflistung der Ereignisse seit der Macht\u00fcbernahme Hitlers figuriert die abtr\u00fcnnige Autorin Urbanitzky. Da hei\u00dft es:<\/p>\n<p class=\"zitat\">2.) F\u00fchlungnahme mit dem Dritten Reich durch die mit Hitler befreundete [!] Schriftstellerin Grete von Urbanitzky, die Gr\u00fcnderin des Penklubs und Hauptautorin des Verlags, derzeit in Deutschland lebend. Folge dieser F\u00fchlungnahme ist die Bestellung Herrn Leber&#8220;s offiziell als Lektor des Verlages, inoffiziell als Aufsichtsorgan (quasi Regierungskommiss\u00e4r des Dritten Reiches).<a href=\"#_ftn35\" name=\"_ftnref35\"><span class=\"Reference\">[35]<\/span><\/a><\/p>\n<p>Von &#8222;besonderer Seite&#8220; erfuhr die Generaldirektion, da\u00df Leber weder Angestellter des Zsolnay-Verlags sei noch eine &#8222;entscheidende Stimme&#8220; habe. Zsolnay und Costa entschieden \u00fcber die Annahme und Ablehnung von Manuskripten, allerdings:<\/p>\n<p class=\"zitat\">Dr. Leber d\u00fcrfte aber bez\u00fcglich aller Manuskripte, die als B\u00fccher mit dem reichsdeutschen Markt rechnen m\u00fcssen, mit Berliner Stellen (Reichsschrifttum-Kammer?) F\u00fchlung nehmen, um den Verlag vor Verlusten zu sch\u00fctzen.<br \/>\nDr. Leber steht in Wien im Zentrum eines Kreises nationalsozialistisch eingestellter Personen. Seine T\u00e4tigkeit in \u00d6sterreich mu\u00df jedenfalls als nicht einwandfrei bezeichnet werden.<\/p>\n<p>Das h\u00f6rt sich nat\u00fcrlich ganz anders an als die armseligen Erhebungen der Polizei. Auf dieses &#8222;Zentrum&#8220; wird noch eingegangen.<\/p>\n<p>Gehen wir zuerst aber zur Frage \u00fcber, wie die Pr\u00e4senz Lebers sich im Verlag auswirkte und welche wichtigen Probleme f\u00fcr die neuen Autoren bestanden. Die 1933\/34 vollzogene \u00c4nderung war ein Kommen und Gehen. Gekommen sind eine ganze Reihe von &#8222;nationalen Dichtern \u00d6sterreichs&#8220; (Selbstbezeichnung) darunter:<\/p>\n<p class=\"zitat\">Otto Emmerich Groh, seines Zeichens Sprengelgruppenleiter der P.O. und Fachberater f\u00fcr Theater und dramatisches Schrifttum in der Landesleitung der NSDAP in \u00d6sterreich<br \/>\nKarl Hans Strobl, Pr\u00e4dikat: &#8222;einer der \u00e4ltesten nationalen Vork\u00e4mpfer \u00fcberhaupt&#8220;<br \/>\nDr. Franz Spunda, viele Jahre lang hoher Funktion\u00e4r des SDSOe. und nunmehr Landesleiter des &#8222;Reichsverbandes deutscher Schriftsteller&#8220; f\u00fcr \u00d6sterreich<br \/>\nHermann Stupp\u00e4ck, u.a. Pressechef der N.S.D.A.P. im Gau Wien, sp\u00e4terer &#8222;Professor&#8220; und 16 Jahre lang (bis 1980) Leiter der Salzburger Sommerakademie f\u00fcr bildende Kunst<br \/>\nErwin H. Rainalter, ehemals Fachberater des &#8222;Reichsverbandes deutscher Schriftsteller&#8220; in \u00d6sterreich, Theaterkritiker des V\u00f6lkischen Beobachters in Berlin, w\u00e4hrend der Kriegszeit Cheflektor bei Zsolnay\/Bischoff<br \/>\nHermann Graedener, hoher Funktion\u00e4r des &#8222;Kampfbundes f\u00fcr deutsche Kultur&#8220; in \u00d6sterreich<br \/>\nEdmund Finke, Sprengelgruppenleiter in der P.O. und Weinheber-Kumpel<br \/>\nWalter Hjalmar Kotas (* 16.9.1900, Graz), &#8222;Schriftsteller&#8220;, neuer Zsolnay-\u00dcbersetzer und Mitherausgeber der verbotenen antisemitischen Kampfschrift Der St\u00fcrmer in Wien<br \/>\nWladimir von Hartlieb, national gesinnter Schriftsteller, der zu den vehementesten Kritikern des &#8222;j\u00fcdischen&#8220; Zsolnay-Verlags z\u00e4hlte<br \/>\nKarl Wache, seines Zeichens gescha\u00dfter Staatsbibliothekar aus gegebenem Anla\u00df und Fachberater f\u00fcr B\u00fcchereiwesen in der \u00f6sterreichischen Landesleitung<a href=\"#_ftn36\" name=\"_ftnref36\"><span class=\"Reference\">[36]<\/span><\/a><\/p>\n<p>Tats\u00e4chlich nahm das Zsolnay-Programm ein neues, ungewohntes Gesicht an. Es erschienen 1934\/35 beispielsweise Werke von Edmund Finke<a href=\"#_ftn37\" name=\"_ftnref37\"><span class=\"Reference\">[37]<\/span><\/a>, Hermann Graedener<a href=\"#_ftn38\" name=\"_ftnref38\"><span class=\"Reference\">[38]<\/span><\/a>, Otto E. Groh<a href=\"#_ftn39\" name=\"_ftnref39\"><span class=\"Reference\">[39]<\/span><\/a>, Wladimir von Hartlieb<a href=\"#_ftn40\" name=\"_ftnref40\"><span class=\"Reference\">[40]<\/span><\/a>, Erwin Rainalter<a href=\"#_ftn41\" name=\"_ftnref41\"><span class=\"Reference\">[41]<\/span><\/a>, Franz Spunda<a href=\"#_ftn42\" name=\"_ftnref42\"><span class=\"Reference\">[42]<\/span><\/a>, Karl Hans Strobl<a href=\"#_ftn43\" name=\"_ftnref43\"><span class=\"Reference\">[43]<\/span><\/a>, Hermann Stupp\u00e4ck<a href=\"#_ftn44\" name=\"_ftnref44\"><span class=\"Reference\">[44]<\/span><\/a>. Andere einschl\u00e4gige Autoren wie Eduard Paul Danszky, F.K. Ginzkey, Roman H\u00e4delmayr, Erich Kernmayer, Hans Gustl Kernmayer, Ernst Kratzmann, Erich Landgrebe, Oswald Menghin, Hanns Schopper, Erika Spann-Rheinsch und Josef Wenter fanden in sp\u00e4teren Jahren zu Zsolnay. Andere wiederum, die schon 1933 bei Zsolnay waren, konnten im neuen Fahrwasser genausogut weitersegeln.<\/p>\n<p>Eine M\u00f6glichkeit, die Verlagsverh\u00e4ltnisse unmittelbar vor und nach der &#8222;Gleichschaltung&#8220; zu kontrastieren, bieten zwei f\u00fcr den reichsdeutschen Markt bestimmte Werbeschriften, die eine mit &#8222;Herbst 1933&#8220; datiert, in Form einer 32seitigen Brosch\u00fcre (Kopie im Besitz des Verf.), die andere ein ab Herbst 1934 erscheinendes Periodikum. Die im Herbst des Jahres 1933 herausgegebene Brosch\u00fcre tr\u00e4gt den etwas langen Titel <em>Literarische Nachrichten und B\u00fccher Vorschau des Paul Zsolnay Verlages <\/em>mit Vorabdrucken aus den Werken von Jakob Schaffner, John Galsworthy, Franz Werfel, Walter von Molo, Leo Perutz, Kasimir Edschmid, Ernst Lothar. Beim Vorabdruck von Werfel handelt es sich um den sp\u00e4teren in Deutschland verbotenen Roman <em>Die vierzig Tage des Musa Dagh. <\/em>Bemerkenswert an dieser Brosch\u00fcre ist der einleitende Essay von Friedrich Schreyvogl, der Galsworthy und Jakob Schaffner als &#8222;Dichter ihres Volks&#8220; untersucht. Eine Probe von Herbst 1933: &#8222;(&#8230;) Der deutsche Geist und das deutsche Lebensgef\u00fchl, seine Sehnsucht nach Form und Einheit, nach Tiefe und Geheimnis, dieses <em>unsichtbare Deutschland <\/em>ist der unzerst\u00f6rbare Grund, der alle Ver\u00e4nderung des sichtbaren Deutschlands trug, ja m\u00f6glich machte. Das un-sichtbare Deutschland ist es auch, das zuerst als Sehnsucht den Weg der Erneuerung bestimmt hat und nun &#8211; zum ersten Mal in seiner Geschichte &#8211; auch jene zeitliche Form dar\u00fcber und daraus entwickelt, die solchem Ursprung gleicht.&#8220; Was diese &#8222;zeitliche Form&#8220; der Geschichte gebracht hat, wissen wir inzwischen. Das Zeugnis ist f\u00fcr das ideologische Cham\u00e4leon Schreyvogl gar nicht so untypisch. Angek\u00fcndigt in den Anzeigen wurden sowohl die Neuerscheinungen Fr\u00fchjahr 1933 als auch Herbst 1933. Unter diesen finden sich noch Autoren, die im 3. Reich &#8222;unerw\u00fcnscht&#8220; waren, f\u00fcr die aber dennoch geworben wurde. Sonderausgaben des Paul Zsolnay Verlages werden hier ebenfalls propagiert, wobei auf einige erstaunlich hohe Auflagenzahlen hingewiesen werden mu\u00df. Von Werfels <em>Verdi. Roman der Oper <\/em>druckte man schon das 250. Tausend, von <em>Barbara oder die Fr\u00f6mmigkeit <\/em>das 65. Tausend, von Walter von Molos <em>Der Schiller-Roman <\/em>das 100. Tausend, von Ren\u00e9 F\u00fcl\u00f6p-Millers <em>Der heilige Teufel. Rasputin und die Frauen <\/em>das 170. Tausend und f\u00fcr Theodore Dreisers Roman <em>Eine amerikanische Trag\u00f6die <\/em>immerhin das 80. Tausend. Das sind Auflagenzahlen, die andere belletristische Verlage in \u00d6sterreich w\u00e4hrend der Ersten Republik nicht einmal entfernt erreichten.<\/p>\n<p>Das sichtbarste Zeichen der neuen Ordnung im Verlag war die erstmals im Herbst 1934 als Beginn einer zwanglosen Folge erschienene Publikation <em>S\u00fcdostdeutsche Literaturbl\u00e4tter, <\/em>die von Hermann Leber initiiert und von verschiedenen Schriftleitern betreut wurde. Die <em>S\u00fcdostdeutschen Literaturbl\u00e4tter, <\/em>die ihr Erscheinen mit Heft 7 im &#8222;Sp\u00e4therbst 1937&#8220; einstellten, enthielten Anzeigen bzw. Ausz\u00fcge aus Werken nationaler Verlagsautoren sowie &#8222;Mitteilungen des Verlages&#8220;. Die Zeitschrift wurde folgenderma\u00dfen im <em>B\u00f6rsenblatt <\/em>vorgestellt:<\/p>\n<p class=\"zitat\">Mit dieser kleinen Zeitschrift geben wir dem Sortiment ein geschmackvolles und pers\u00f6nlich ansprechendes Werbemittel in die Hand, das \u00fcber den Rahmen einer Hauszeitschrift hinaus das Schaffen von Dichtern und Schriftstellern haupts\u00e4chlich des s\u00fcdostdeutschen Lebensraumes ber\u00fccksichtigt. \u00dcber allgemein interessierende literarische Themen wie \u00fcber Neuerscheinungen des B\u00fcchermarktes wird fortlaufend berichtet.<a href=\"#_ftn45\" name=\"_ftnref45\"><span class=\"Reference\">[45]<\/span><\/a><\/p>\n<p>Heft 1 enthielt Originalbeitr\u00e4ge von Hubert Mumelter, Bruno Brehm, Franz Spunda, Frank Thiess, Rudolf Hans Bartsch, Eduard Stucken, Jakob Schaffner und Grete v. Urbanitzky.<\/p>\n<p>Neben den vorhin erw\u00e4hnten neuen nationalen Autoren \u00d6sterreichs nahm der Paul Zsolnay Verlag gleichgesinnte ausl\u00e4ndische Autoren auf, wie z.B. Jakob Schaffner und die zwei schwedischen Nationalsozialisten Wilhelm Moberg und Karl Gunnarson.<\/p>\n<p>Soweit das &#8222;Kommen&#8220;. Einer der wichtigsten Zsolnay-Autoren, die &#8222;gegangen&#8220; wurden, war Heinrich Mann, der (bis 1933) mit Zsolnay ein kollegiales Verh\u00e4ltnis gehabt haben d\u00fcrfte. Schon Anfang November 1933 schrieb er seinem Bruder, Thomas, da\u00df Zsolnay &#8222;meine B\u00fccher nur noch au\u00dferhalb Deutschlands absetzt, und nicht einmal das.&#8220;<a href=\"#_ftn46\" name=\"_ftnref46\"><span class=\"Reference\">[46]<\/span><\/a> Dem Bruder gegen\u00fcber konnte er seiner Entt\u00e4uschung und Bitterkeit Ausdruck verleihen:<\/p>\n<p class=\"zitat\">\u00dcber Zsolnay kann ich nur sagen, da\u00df er der feige Verr\u00e4ter ist, als den man seinen langj\u00e4hrigen Freund oder Gesch\u00e4ftspartner jetzt meistens kennen lernt. Alles Unheil, das \u00fcber mich hereingebrochen ist, hat ihn noch zu keinem einzigen Wort veranlasst; dagegen weiss ich durch Dritte, die vergeblich meine B\u00fccher bei ihm bestellten, da\u00df er sie nach Deutschland nicht ausliefert. Wahrscheinlich k\u00f6nnte er es sehr wohl; denn von einem wirklichen Verbot ist mir nichts bekannt, und in den Buchhandlungen der Arbeiterviertel sollen sie im Fenster liegen. Aber Zsolnay will offenbar dadurch, da\u00df er mich verleugnet, den Rest seines Verlages f\u00fcr Deutschland retten. Die Verlagsrechte aber h\u00e4lt er fest in H\u00e4nden (&#8230;). (ebda., S. 120 f.)<\/p>\n<p>Noch mehr verbittert \u00fcber die Erfahrung mit Zsolnay war Heinrich Mann zwei Jahre sp\u00e4ter und unmittelbar vor der Gr\u00fcndung des Bermann-Fischer Verlags in Wien:<\/p>\n<p class=\"zitat\">M\u00f6ge Bermann in Wien unterkommen und dem Lumpen Zsolnay nach M\u00f6glichkeit schaden, bevor die Regierung der deutschen Volksfront ihm &#8211; und den anderen Verr\u00e4tern seiner Art &#8211; ein Ende bereitet. Wenn ich da bin, wird ein Gesetz gemacht, das jeden ausl\u00e4ndischen Verlag, wenn er dem Dritten Reich zu Diensten war, aus Deutschland ausschliesst und ihm die deutschen Rechte enteignet. Aber es ist allerdings Gr\u00f6sseres zu tun. (ebda., S. 138)<\/p>\n<p>\u00dcber seine Behandlung gleicherma\u00dfen emp\u00f6rt war der erfolgreiche Zsolnay-Autor Emil Ludwig, von dem der Verleger 1932 allein nicht weniger als f\u00fcnf Werke herausgebracht hatte, allen voran den Bismarck-Roman und das Goethe-Buch <em>(Goethe: Geschichte eines Menschen, <\/em>1931). Dazu Ludwig in einem Interview Mitte 1935:<\/p>\n<p class=\"zitat\">&#8222;Ich k\u00e4mpfe um die Freigabe meiner im Zsolnay-Verlag erschienenen Werke. (&#8230;) Bekannt ist ja, worum es geht. Mein Wiener Verleger Zsolnay boykottiert einfach, seit in Deutschland das nationalsozialistische Regime alle Gewalt an sich gerissen hat, alle jene Autoren, die dr\u00fcben im Reich nicht genehm sind, die auch dr\u00fcben einem Boykott unterworfen sind.<br \/>\nBedenken Sie folgendes: Mein Goethe-Buch, das zweifellos mein bekanntestes Werk ist &#8211; nebenbei: ich liebe es auch pers\u00f6nlich unter allem, was ich geschrieben, am meisten &#8211; , hatte im Jahre 1932 einen so durchschlagenden Erfolg, da\u00df Zsolnay in kurzen sechs Monaten genau 80.000 St\u00fcck verkaufte. Und 1933 &#8211; nicht ein einziges Exemplar! (&#8230;) Zsolnay hat mein Buch einfach boykottiert. Er f\u00fcrchtete, ein Vertrieb Emil Ludwigs k\u00f6nnte dem Vertrieb seiner anderen Werke in Deutschland schaden. (&#8230;)<br \/>\nIch lasse mich nicht boykottieren und werde mir die Freigabe meiner Werke zu verschaffen wissen.&#8220;<a href=\"#_ftn47\" name=\"_ftnref47\"><span class=\"Reference\">[47]<\/span><\/a><\/p>\n<p>Angesichts dieser Verlagspolitik kamen Zsolnay und sein Verlag unter heftigen Beschlu\u00df von zwei Seiten, allerdings mit einiger Versp\u00e4tung: einmal von antifaschistischer und einmal von nationalsozialistischer Seite, was, wie noch auszuf\u00fchren sein wird, zu Streitereien unter \u00f6sterreichischen nationalgesinnten Autoren f\u00fchrte, die neuen Autoren in die Defensive dr\u00e4ngte und ihnen Gewissenserforschung abn\u00f6tigte.<\/p>\n<p>Beginnen wir mit der antifaschistischen Seite. Man mu\u00df die Tatsache registrieren, da\u00df die Reaktion gegen die tiefgreifenden Ver\u00e4nderungen mit \u00fcberraschend gro\u00dfer Versp\u00e4tung einsetzte. Sie nahm ihren Ausgang Anfang April 1935 in der von Ernst Karl Winter herausgegebenen Wiener Wochenschrift <em>Die Aktion <\/em>(Organ der \u00f6sterreichischen Arbeiter-Aktion), mit dem Artikel &#8222;Der Schriftsteller und das Dritte Reich&#8220; von einem Herrn &#8222;Sch.&#8220;.<a href=\"#_ftn48\" name=\"_ftnref48\"><span class=\"Reference\">[48]<\/span><\/a> Am n\u00e4chsten Tag wurde der Artikel vollinhaltlich von der <em>Wiener Zeitung <\/em>abgedruckt und eigentlich von hier aus rezipiert.<a href=\"#_ftn49\" name=\"_ftnref49\"><span class=\"Reference\">[49]<\/span><\/a><\/p>\n<p>Ohne da\u00df Zsolnay namentlich genannt worden w\u00e4re, war die ge\u00e4u\u00dferte Kritik gewollt oder ungewollt auf den Verlag gem\u00fcnzt. Der Verfasser entwirft von der zeitgen\u00f6ssischen \u00f6sterreichischen Verlagssituation ein aufschlu\u00dfreiches Bild:<\/p>\n<p class=\"zitat\">Der \u00f6sterreichische Schriftsteller, der kein Nazi ist, hat&#8220;s heute nicht leicht. Er mu\u00df n\u00e4mlich so tun, als ob er einer w\u00e4re. Sein Schaffen mu\u00df von Kopf bis Fu\u00df auf &#8222;Blubo&#8220; (Blut und Boden) eingestellt sein. Sonst findet er n\u00e4mlich keinen Verleger. Denn der \u00f6sterreichische Verleger schielt nach dem deutschen Absatzmarkt genau so heftig wie der \u00f6sterreichische Filmproduzent dies tut und dort ist alles, was nicht &#8222;bodenst\u00e4ndig&#8220; ist, &#8222;Kulturbolschewismus&#8220;. Der deutsche Verleger aber fordert gar eine Loyalit\u00e4tserkl\u00e4rung f\u00fcr das Dritte Reich und die Mitgliedschaft bei allerhand gleichgeschalteten Vereinen ist au\u00dferdem noch notwendig. Also f\u00fcr einen guten \u00d6sterreicher Gesinnungsopfer \u00fcber Gesinnungsopfer. Und f\u00fcr einen Autor, der das Ungl\u00fcck hat, kein Freund und Anh\u00e4nger der &#8222;Blubo&#8220;-Richtung zu sein, \u00fcberdies der Zwang zu einer Kunstgattung, die ihm nicht liegt.<br \/>\nDazu kommt aber noch das Pech, da\u00df in \u00d6sterreich die Leser auf die Werke der &#8222;Blubo&#8220;-Richtung gar nicht neugierig sind. In den privaten Leihbibliotheken sind n\u00e4mlich die sogenannten &#8222;kulturbolschewistischen&#8220; B\u00fccher, die heute in Amsterdam, Prag und Z\u00fcrich von (beileibe nicht sozialistischen, sondern gut b\u00fcrgerlichen) Emigranten herausgegeben werden, immer schon auf Wochen vorher vergeben. Es besteht also in \u00d6sterreich tats\u00e4chlich ein Lesebed\u00fcrfnis nach nicht gleichgeschalteter Literatur, das aber, statt durch \u00f6sterreichische Schriftsteller und Verleger, durch deutsche Emigranten und aus dem Ausland befriedigt werden mu\u00df. Wenn es die Emigranten zustandebringen ohne den deutschen Markt zu arbeiten, warum nicht auch wir \u00d6sterreicher?<br \/>\nEin arbeitsloser Schriftsetzer hat die Kalkulation einer \u00f6sterreichischen Buchproduktion ausgearbeitet, andere Vorschl\u00e4ge befassen sich mit der Gr\u00fcndung einer \u00f6sterreichischen Buchgemeinde. Hier w\u00e4re Arbeit f\u00fcr viele geistige und manuelle Arbeiter, hier w\u00e4re Arbeit f\u00fcr \u00d6sterreich; warum geschieht nichts?<\/p>\n<p>En passant sei festgestellt, da\u00df Ernst Karl Winter auch 1935 die Idee einer \u00f6sterreichischen Buchgemeinde vertrat, und obwohl die Buchh\u00e4ndlerschaft die bestehenden, von reichsdeutscher Seite gelenkten Buchgemeinschaften tolerierte, war die Winter-Vorstellung f\u00fcr sie ein rotes Tuch.<\/p>\n<p>Die Wiener Wochenzeitung <em>Der Morgen <\/em>lie\u00df \u00fcberhaupt keine Zeit verstreichen, bevor sie Fachmeinungen zu diesen Vorw\u00fcrfen einholte, und zwar einmal von Ernst Peter Tal und einmal von Paul Zsolnay. \u00dcbrigens fa\u00dfte <em>Der Morgen <\/em>die \u00c4u\u00dferungen \u00fcber die Haltung der \u00f6sterreichischen Verleger gegen\u00fcber den heimischen Schriftstellern als redaktionelle Meinung der <em>Wiener Zeitung <\/em>auf. Der Aufmachertitel war provokativ: &#8222;\u00d6sterreichs Verleger-Nazifreunde?&#8220; (8.4.1935, S. 11). Hier der Wortlaut des Berichts zum Thema Zsolnay-Verlag:<\/p>\n<p class=\"zitat\"><em>Die Haltung des Zsolnay-Verlages<br \/>\n<\/em>Das gr\u00f6\u00dfte literarische Verlagsunternehmen \u00d6sterreichs ist der Verlag Paul Zsolnay, zu dessen Autoren bis zum Umsturz in Deutschland auch heute dort verbotene Schriftsteller wie Heinrich Mann oder Robert Neumann gez\u00e4hlt haben. Auch heute noch f\u00fchrt der Zsolnay-Verlag die Werke von Autoren, die zumindest &#8222;rassisch&#8220; dem Hitler-Ideal keineswegs entsprechen, zum Beispiel die B\u00fccher Franz Werfels, Felix Saltens, Ernst Lothars usw.<br \/>\nDie Zsolnay-B\u00fccher sind (mit Ausnahme des Romanes von Franz Werfel &#8222;Die Vierzig Tage des Musa Dagh&#8220;, gegen den die t\u00fcrkische Gesandtschaft ein Verbot erwirkt hat, weil er die Armeniergreuel behandelt) in Deutschland zugelassen und sogar die Romane einzelner &#8222;nichtarischer&#8220; Wiener Autoren werden im Dritten Reiche verkauft. Diese Tatsache widerlegt vielleicht unterschiedliche Wiener Auffassungen.<\/p>\n<p>Nota bene: diese Aussage Zsolnays erfolgt im April 1935!<\/p>\n<p class=\"zitat\"><em>Paul Zsolnay erkl\u00e4rt<\/em>:<br \/>\n&#8222;Der Verlag Paul Zsolnay kann mit gutem Gewissen behaupten, die Interessen seiner \u00f6sterreichischen Autoren nach wie vor streng zu wahren. Ich habe keinen einzigen meiner fr\u00fcheren \u00f6sterreichischen Autoren aufgegeben.<br \/>\nRichtig ist wohl, da\u00df ich auf verschiedene Schriftsteller, die mehr oder weniger offene Gegner des heutigen offiziellen Deutschland sind, verzichtet habe, doch sind dies ausschlie\u00dflich Ausl\u00e4nder gewesen.&#8220; (Auf eine Zwischenfrage &#8230;:) &#8222;Heinrich Mann ist Reichsdeutscher, Schalom Asch ist Amerikaner. Der Wiener Autor Robert Neumann ist freiwillig aus dem Verlag ausgeschieden und nach London \u00fcbersiedelt.<br \/>\nNicht richtig ist, da\u00df man in Berlin, wo wir \u00fcbrigens ein eigenes Verlagshaus besitzen, irgendeine Loyalit\u00e4tserkl\u00e4rung von mir verlangt hat. Ich habe keine derartige Erkl\u00e4rung abgegeben.&#8220;<\/p>\n<p>Zsolnay gab sich also als Sch\u00fctzer der \u00f6sterreichischen Autoren aus, und mit Hinweis auf die Staatsb\u00fcrgerschaft anderer fallengelassenen Autoren beteuerte er seine Unschuld.<\/p>\n<p>Auch <em>Die Stunde, <\/em>die schon seit l\u00e4ngerem ihr Image als &#8222;B\u00e9kessy-Blatt&#8220; abgelegt hatte und eine antinazistische Linie verfolgte, griff in die Diskussion um Zsolnay ein. Einen Tag nach der Morgen-Ver\u00f6ffentlichung erschien auf S. 1 der <em>Stunde <\/em>am 9. April ein kurzer Leitartikel, der mit folgenden Worten beginnt:<\/p>\n<p class=\"zitat\">\u00dcber deutsch-\u00f6sterreichische Kulturpolitik haben wir unsere eigene Meinung &#8211; besonders, wenn diese Politik von Berlin aus gef\u00fchrt wird.<\/p>\n<p>Nach einem Hinweis auf die <em>Wiener Zeitung <\/em>und Zsolnay im <em>Morgen <\/em>hei\u00dft es grunds\u00e4tzlich:<\/p>\n<p class=\"zitat\">Man fragt sich, wie der Staat \u00d6sterreich seinen Kampf gegen die Vergewaltigung durch das Reich durchf\u00fchren soll, wenn wichtige Faktoren unserer Kulturpolitik die Gleichschaltung auf kaltem Wege vollziehen.<\/p>\n<p>Das Thema &#8222;Gleichschaltung auf kaltem Wege&#8220; mit Bezug auf die Ver\u00e4nderungen bei Zsolnay wurde zwei Tage sp\u00e4ter unter der \u00dcberschrift &#8222;Verlagsgesch\u00e4fte im Zeichen des Dritten Reiches&#8220; von der <em>Stunde <\/em>erneut aufgegriffen (11.4.1935, S. 3). Da liest man u.a.:<\/p>\n<p class=\"zitat\">(&#8230;)<br \/>\nDie meisten Wiener Verleger bem\u00fchen sich, Werke herauszubringen, die in Deutschland keinen Ansto\u00df erregen.<br \/>\nMeistens gelingt es ihnen &#8211; nicht immer. Denn auch die deutsche Zensur geht v\u00f6llig willk\u00fcrlich vor. So wurde Werfels Roman &#8222;Die vierzig Tage des Musa Dagh&#8220;, der die Verfolgungen der Armenier schildert, ein halbes Jahr nach seinem Erscheinen in Deutschland verboten. Das war allerdings das Signal zu einem internationalen Erfolg ohnegleichen &#8211; in Amerika allein wurden in wenigen Monaten 150.000 Exemplare abgesetzt. Der Verlag Zsolnay hat auch Werfels folgende Werke verlegt, von denen namentlich das biblische Drama &#8222;Das Volk der Verhei\u00dfung&#8220; in dem Deutschland von heute wenig Begeisterung erregen d\u00fcrfte. Sonst kommt allerdings der Verlag Zsolnay, der sich energisch dagegen verwehrt hat, dem Dritten Reich zuliebe Autoren aufgegeben zu haben, dem Nationalsozialismus sehr entgegen. Wenn er Heinrich Mann, Schalom Asch, Robert Neumann nicht mehr verlegt, so haben diese Autoren, wie der Verlag angibt, freiwillig auf ihren \u00f6sterreichischen Verlag verzichtet.<br \/>\nNicht verzichtet haben Frau Urbanitzky, K.H. Strobl, Franz Spunda, Erwin Rainalter, bekanntlich &#8222;nationale&#8220; Schriftsteller aus \u00d6sterreich, die zum Teil schon im Dritten Reich weilen.<br \/>\nDer Verlag bietet auch au\u00dfer\u00f6sterreichischen Autoren, die aus ihrer nationalsozialistischen Gesinnung keinen Hehl gemacht haben, Unterkunft, so Frank Thie\u00df, Jakob Schaffner und er ver\u00f6ffentlicht gerade jetzt viele B\u00fccher reichsdeutscher Herkunft. Der Verlag Zsolnay erkl\u00e4rt, zu einer solchen Art Politik gezwungen zu sein, wenn er weiterbestehen und seine Angestellten erhalten wolle. Es wird aber immer deutlicher, da\u00df er trotz aller Konzessionen der reichsdeutschen Konkurrenz ein Dorn im Auge ist. Auffallend ist dagegen der gro\u00dfe Bucherfolg der sogenannten Emigranten-Verleger in der Schweiz und in Holland, deren Werke selbstverst\u00e4ndlich von vorneherein in Deutschland nicht zugelassen sind.<br \/>\nDie &#8222;Wiener Zeitung&#8220; besch\u00e4ftigt sich mit dem Problem (das in der &#8222;Stunde&#8220; schon wiederholt er\u00f6rtert wurde), was die \u00f6sterreichischen Schriftsteller machen sollen, um auch ohne die Verleger zu bestehen, die auf das heutige Deutschland R\u00fccksicht zu nehmen m\u00fcssen glauben. Dieses Problem zu l\u00f6sen, wird den \u00f6sterreichischen Kunstbeh\u00f6rden vorbehalten bleiben. Man wird sich in diesem Zusammenhang auch darum k\u00fcmmern m\u00fcssen, warum und wem zuliebe die Frage einer \u00f6sterreichischen Buchgemeinschaft noch immer nicht gel\u00f6st ist. Eine entschiedene Abwehr gegen die Politisierung des Verlagsgesch\u00e4ftes im Sinne der Tendenzen des Dritten Reiches und eine st\u00e4rkere F\u00f6rderung der \u00f6sterreichischen Schriftsteller scheint heute notwendiger denn je zu sein.<\/p>\n<p>Die Redaktion der Wochenschrift <em>Die Aktion <\/em>verfolgte die Diskussion, die sie ausgel\u00f6st hatte, und kam in ihrer n\u00e4chsten Nummer erneut darauf zu sprechen:<a href=\"#_ftn50\" name=\"_ftnref50\"><span class=\"Reference\">[50]<\/span><\/a><\/p>\n<p class=\"zitat\">Unsere Glosse &#8222;Der Schriftsteller und das Dritte Reich&#8220; hat zwei Wiener Verleger, Ernst Peter Tal und Paul Zsolnay, zu Gegenerkl\u00e4rungen in einem Montagsblatt veranla\u00dft. Diese Erkl\u00e4rungen, die an den Feststellungen der Glosse vorbeireden und das Kernproblem in eine andere Richtung abzubiegen versuchen, beweisen indirekt die Richtigkeit unserer Behauptungen. Beide Verleger unterstreichen den &#8222;rassischen&#8220; Standpunkt, obwohl wir die Angelegenheit ausschlie\u00dflich vom &#8222;\u00f6sterreichischen&#8220; Standpunkt behandelt haben. Wir haben mit keinem Wort behauptet, da\u00df bei den \u00f6sterreichischen Verlegern der rassische Standpunkt ausschlaggebend sei, halten aber unsere Behauptung aufrecht, da\u00df \u00f6sterreichische Schriftsteller, die nicht bereit sind an das &#8222;Dritte Reich&#8220;, als an den Nationalsozialismus, Konzessionen zu machen, von den meisten \u00f6sterreichischen und speziell Wiener Verlegern nicht verlegt werden.<br \/>\n(&#8230; )<br \/>\nHerr Zsolnay gibt selbst zu, da\u00df er auf verschiedene Schriftsteller, die mehr oder weniger &#8222;offene Gegner des heutigen offiziellen Deutschland&#8220; sind, verzichtet hat? (&#8230;) Wir halten es f\u00fcr die Pflicht der \u00f6sterreichischen Schriftsteller, denen \u00d6sterreich und die \u00f6sterreichische Kultur \u00fcber das Dritte Reich als &#8222;literarisches Absatzgebiet&#8220; steht, in ihren B\u00fcchern auch das Problem \u00d6sterreich zu behandeln, \u00d6sterreich zu bejahen und den Nationalsozialismus abzulehnen, &#8211; aber auf solche \u00f6sterreichische Schriftsteller verzichtet, seinen eigenen Worten zufolge, Herr Zsolnay. Herr Zsolnay behauptet ferner, keinen einzigen seiner bisherigen \u00f6sterreichischen Autoren aufgegeben zu haben. Wir begn\u00fcgen uns aus Raummangel damit, in diesem Zusammenhang auf Theodor Kramer hinzuweisen, der nicht nur ein hervorragender \u00f6sterreichischer Lyriker, sondern au\u00dferdem auch Kriegsteilnehmer, ja sogar Kriegsbesch\u00e4digter ist &#8211; und Mitarbeiter der &#8222;Wiener Zeitung&#8220;.<br \/>\nHerr Zsolnay stellt unsere angebliche Behauptung richtig, da\u00df er dem Dritten Reich gegen\u00fcber eine Loyalit\u00e4tserkl\u00e4rung abgegeben habe. Wir haben nur behauptet, da\u00df die \u00f6sterreichischen Schriftsteller, die im heutigen Deutschland gedruckt werden wollen, Loyalit\u00e4tserkl\u00e4rungen abgeben m\u00fcssen. Es w\u00e4re interessant zu erfahren, ob der \u00f6sterreichische Verleger Zsolnay von seinen \u00f6sterreichischen und reichsdeutschen Autoren seinerseits die Erkl\u00e4rung verlangt, da\u00df sie weder &#8222;\u00f6ffentlich, noch gesellschaftlich gegen \u00d6sterreich&#8220; Stellung nehmen.<\/p>\n<p>Zehn Tage sp\u00e4ter griff <em>Der Morgen <\/em>erneut den Fall Zsolnay auf, um ihn unter &#8222;Nazi-Attentate auf \u00d6sterreichs Geist&#8220; einzureihen. Besonders bedauert wird das Los des ehemaligen Zsolnay-Erfolgsautors Heinrich Mann:<\/p>\n<p class=\"zitat\">Ein noch traurigeres Schicksal hat wohl den gr\u00f6\u00dften deutschen Romancier Heinrich Mann ereilt. Seine B\u00fccher, einst vom Zsolnay-Verlag mit der gr\u00f6\u00dften Reklame angek\u00fcndigt, sind nicht einmal dem Scheiterhaufen, sondern einfach dem Ramsch verfallen. Nur wer im Dritten Reich geduldet ist, wo Grete von Urbanitzky, die alles, was \u00d6sterreich betrifft, auf das sch\u00e4rfste bek\u00e4mpft, eine hervorragende Rolle spielt, kann weiter seine B\u00fccher in gro\u00dfen \u00f6sterreichischen Verlagsanstalten herausbringen. (23.4.1935, S. 10)<\/p>\n<p>Offene Kritik an dem Zsolnay-Programm \u00fcbte der nicht als antinazistisch eingestellt bekannte Autor Theodor Heinrich Mayer in seiner &#8222;Denkschrift \u00fcber die Lage und die W\u00fcnsche des \u00f6sterreichischen Schrifttums, vorgebracht beim \u00f6sterreichischen Dichtertreffen am 16. November 1936&#8220;. Ohne die Autoren beim Namen zu nennen &#8211; es handelt sich um Franz Spunda und Wladimir von Hartlieb &#8211; oder den Verlag zu erw\u00e4hnen &#8211; es handelt sich um Zsolnay &#8211; geht Mayer davon aus, da\u00df &#8222;uns der gro\u00dfe repr\u00e4sentative \u00f6sterreichische Verlag&#8220; fehle. Es liege &#8222;ganz gewi\u00df nicht in der Linie des heutigen \u00d6sterreich, wenn uns etwa in dem einen Verlag der Gr\u00fcnder Roms als Vorl\u00e4ufer der heutigen politischen Entwicklung im deutschen Reich vorgestellt werden [sic] (&#8230;)&#8220;. Gemeint ist Spundas Roman <em>Romulus <\/em>(1934). Mayer weiter: &#8222;Und wir m\u00fcssen es als eine peinliche Geschmacklosigkeit bezeichnen, wenn der gleiche Verlag ein Buch \u00fcber Friedrich den Gro\u00dfen (&#8230;) anpreist: (&#8230;) Sagen wir es ganz offen: das ist ein Byzantinismus, der mit \u00f6sterreichischem Wesen aber schon gar nichts zu tun hat! (&#8230;)&#8220;.<a href=\"#_ftn51\" name=\"_ftnref51\"><span class=\"Reference\">[51]<\/span><\/a><\/p>\n<p>Ein Jahr darauf ver\u00f6ffentlichte Joseph Roth im <em>Christlichen St\u00e4ndestaat <\/em>einen aufsehenerregenden Aufsatz &#8222;Verleger in \u00d6sterreich oder \u00d6sterreichische Verleger?&#8220; (29.8.1937) und \u00e4u\u00dferte scharfe Kritik \u00fcber gleichgeschaltete Verleger, die indirekt auch an die Adresse Zsolnays gerichtet ist.:<\/p>\n<p class=\"zitat\">(&#8230;)<br \/>\nNun, manche gutgl\u00e4ubigen, ehrlich \u00f6sterreichisch gesinnten &#8222;Antisemiten&#8220; wird es vielleicht peinlich \u00fcberraschen, wenn wir ihnen die Er\u00f6ffnung machen, da\u00df gerade die j\u00fcdischen Verleger in \u00d6sterreich eifrig beflissen sind, den Anforderungen der Goebbels und Rosenberg zu entsprechen. Also ereignet sich der groteske Fall, da\u00df der katholische Staat \u00d6sterreich jene j\u00fcdischen Verleger beherbergt, die den heidnischen Anforderungen der Reichsschrifttumskammer gehorchen. \u00d6sterreichische Autoren, die aus Gesinnungs- oder &#8222;Rassegr\u00fcnden&#8220; von der deutschen Zensur abgelehnt werden, k\u00f6nnen also in ihrer \u00f6sterreichischen Heimat nicht erscheinen; und zwar, weil sich &#8222;j\u00fcdische&#8220; Verleger den Geboten der Goebbelschen &#8222;Reichsschrifttumskammer&#8220; unterwerfen (&#8230;).<a href=\"#_ftn52\" name=\"_ftnref52\"><span class=\"Reference\">[52]<\/span><\/a><\/p>\n<p>Aber kehren wir zum Fr\u00fchjahr 1935 zur\u00fcck: m\u00f6glicherweise durch die lebhafte \u00f6ffentliche Diskussion \u00fcber die Vorg\u00e4nge bei Zsolnay angeregt, langte Mitte April bei der Generaldirektion f\u00fcr die \u00f6ffentliche Sicherheit im Bundeskanzleramt ein vierseitiger Brief ein, in dem der Zsolnay Verlag mehr oder minder als getarnte nationalsozialistische Kulturorganisation beschrieben wurde. Obwohl die Unterlagen leider nicht aufgefunden werden konnten, war dieser maschingeschriebene, mit &#8222;Euer Hochwohlgeboren!&#8220; adressierte, mit dem 15. April 1935 datierte, mit der VF-Parole &#8222;\u00d6sterreich!&#8220; versehene und mit &#8222;Ein \u00d6sterreicher&#8220; signierte anonyme Brief keineswegs die einzige Anzeige der Umtriebe bei Zsolnay.<\/p>\n<p>So hei\u00dft es in einem &#8222;Nachtragsbericht&#8220; der Bundespolizeidirektion Wien vom 11.12.1935 in Zusammenhang mit den Erhebungen \u00fcber das politische Verhalten der zu Mitgliedern der Kommission des Verlagsf\u00f6rderungsfonds vorgeschlagenen Pers\u00f6nlichkeiten:<\/p>\n<p class=\"zitat\">Laut mehrerer hieramts eingelangter Anzeigen soll die Firma Paul Zsolnay Verlag eine getarnte nationalsozialistische Kulturorganisation sein. Die diesbez\u00fcglich gepflogenen Erhebungen ergaben, da\u00df der Paul Zsolnayverlag mit R\u00fccksicht auf den Umstand, da\u00df das Deutsche Reich das Absatzgebiet f\u00fcr nahezu 70% der von ihm verlegten Werke darstellt, sich aus wirtschaftlichen Gr\u00fcnden nicht in der Lage sieht, den Verlag von in Deutschland verbotenen Autoren zu \u00fcbernehmen. Da aber Dr. [!] Paul Zsolnay seinerzeit auch Gesellschafter einer in der Schweiz bestehenden Bibliothek zeitgen\u00f6ssischer Werke war, bei welcher dermalen ein aus der Verlagsgesellschaft Paul Zsolnays ausgeschiedener Gesellschafter der Rechtsanwalt Dr. Paul Neumann als Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer fungiert, soll es Paul Zsolnay stets gelungen sein, Werke von in Deutschland nicht genehmen Autoren bei der erw\u00e4hnten Schweizer Bibliothek unterzubringen. Nach Angabe des Paul Zsolnay kann von einem Druck Deutschlands auf die Firma keinesfalls gesprochen werden. In, \u00fcbrigen sind die von Paul Zsolnay verlegten Werke frei von jeder Verherrlichung des nationalsozialistischen Regimes und irgendwelchen auch nur versteckten Angriffen gegen \u00d6sterreich.<br \/>\nNach \u00c4u\u00dferungen von Personen, welche angeblich den Verlag genau kennen, soll derselbe ein ungarisch-j\u00fcdisches Unternehmen sein.<a href=\"#_ftn53\" name=\"_ftnref53\"><span class=\"Reference\">[53]<\/span><\/a><\/p>\n<p>Die Einvernahme Zsolnays fand aber vor Ende Juli 1935 statt<a href=\"#_ftn54\" name=\"_ftnref54\"><span class=\"Reference\">[54]<\/span><\/a>, und die Verantwortung dahingehend, da\u00df der Verlag keine Nazi- bzw. Anti-\u00d6sterreich-Literatur produziere, stimmt nat\u00fcrlich. Daher konnte man dem Verlag nichts anhaben, egal, ob er unverk\u00e4ufliche Autoren fallengelassen oder eine Reihe national gesinnter Autoren aufgenommen hatte.<\/p>\n<p>Obwohl die diversen Erfahrungen f\u00fcr Zsolnay sicherlich unangenehm waren, konnte er sie gewi\u00df verschmerzen. Unangenehm &#8211; ja gesch\u00e4ftsgef\u00e4hrdend &#8211; f\u00fcr ihn und die neuen Autoren, &#8222;die korrekt den Instanzenweg gingen und keinen Vertrag abschlossen, bevor sie nicht die Gewi\u00dfheit hatten, da\u00df solch ein Vertragsabschlu\u00df den \u00f6sterreichischen Parteiinstanzen erw\u00fcnscht sei&#8220;<a href=\"#_ftn55\" name=\"_ftnref55\"><span class=\"Reference\">[55]<\/span><\/a>, war eine heftige Kampagne von vermeintlich Verb\u00fcndeten, vor allem in der Person des Rosenberg nahestehenden Herausgebers der <em>Neuen Literatur, <\/em>Will Vesper, der nebenbei das Femeunwesen in NS-Schriftstellerkreisen in \u00d6sterreich sch\u00fcrte. In dem bereits zitierten anonymen Brief eines in nationalen Kreisen guteingef\u00fchrten Verfassers ist n\u00e4mlich von einer &#8222;Femeabteilung&#8220; die Rede, &#8222;die nicht nur die Existenz unbotm\u00e4\u00dfiger Schriftsteller durch Abriegelung von deutscher Verdienstm\u00f6glichkeit, sondern &#8211; wenigstens mit Worten &#8211; das Leben solcher Verfemten bedroht.&#8220; W\u00e4hrend die Wiener Polizei in ihrem vertraulichen Bericht von all dem nichts wu\u00dfte (wissen wollte), wu\u00dfte es die Generaldirektion f\u00fcr die \u00f6ffentliche Sicherheit anders:<\/p>\n<p class=\"zitat\">Insbesondere scheint das Femeunwesen tats\u00e4chlich solche Formen angenommen zu haben, da\u00df zum Nationalsozialismus neigende Autoren, wie Weinheber (nur weil sie sich nicht r\u00fcckhaltslos zum Dritten Reich bekennen), ernstliche Sorgen nicht nur um ihre literarische Existenz, sondern auch um ihr Leben haben. So erhielt Weinheber Drohbriefe, als er einen Prolog zur Heldendenkmalfeier des Wiener M\u00e4nnergesangvereines verfa\u00dfte. (&#8230;)<a href=\"#_ftn56\" name=\"_ftnref56\"><span class=\"Reference\">[56]<\/span><\/a><\/p>\n<p>Wie erinnerlich, schrieb Weinheber von \u00e4hnlichen Entwicklungen in seinem Brief an Gustav Pezold vom 23. Februar 1935.<a href=\"#_ftn57\" name=\"_ftnref57\"><span class=\"Reference\">[57]<\/span><\/a><\/p>\n<p>Schon 1933 hatte Will Vesper in Zusammenhang mit den Ereignissen in Ragusa begonnen, gegen den &#8222;j\u00fcdischen&#8220; Wiener Verlag Paul Zsolnay eine Aversion zu entwickeln.<a href=\"#_ftn58\" name=\"_ftnref58\"><span class=\"Reference\">[58]<\/span><\/a> Aber der Startschu\u00df zur regelrechten Kampagne kam merkw\u00fcrdigerweise aus \u00d6sterreich, genauer aus Graz, aus den v\u00f6lkischnationalen<em> Alpenl\u00e4ndischen Monatsheften. <\/em>In Heft 6 vom M\u00e4rz 1934, als von der Zsolnay-Umstellung nicht allzuviel bekannt gewesen sein d\u00fcrfte, werden &#8212; vom kerndeutschen \u00d6sterreicher Joseph Papesch &#8211; &#8222;j\u00fcdische Greuelnachrichten&#8220; verbreitet. Unter &#8222;Schreckensnachrichten&#8220;, Punkt 6 liest man zum Beispiel:<\/p>\n<p class=\"zitat\">Der Verlag S. Fischer, der bedeutendste und exponierteste Protektor der j\u00fcdischen Literatur im deutschen Bereich, der Vermittler all der krankhaften und widerlichen Exzesse des j\u00fcdischen Zivilisationsliteratentums, besteht noch immer, und neben ihm bestehen auch Gustav Kiepenheuer und Paul Zsolnay. Sie d\u00fcrfen weiter ihre B\u00fccher verlegen.<br \/>\n(&#8230;) (S. 188)<\/p>\n<p>Soweit dieser \u00f6sterreichische Will Vesper. Dieser wiederum kann dem Steierm\u00e4rker von den <em>Alpenl\u00e4ndischen Monatsheften <\/em>nur eine Reise nach Deutschland empfehlen, denn da<\/p>\n<p class=\"zitat\">w\u00fcrde er sich noch mehr wundern, wenn er feststellen m\u00fc\u00dfte, da\u00df die B\u00fccher der S. Fischer und Genossen und vor allem die mit gro\u00dfer Geschicklichkeit propagierten Zsolnay-Literaten (nicht nur die Renommiergois, sondern die reine Judenliteratur dieses Wiener Judenverlages: Die B\u00fccher der Salten, Werfel usw.) die Fenster vieler deutscher Buchl\u00e4den f\u00fcllen und da\u00df man in den gleichen Buchhandlungen die B\u00fccher der eigentlichen deutschen Dichter leider noch immer in der Aschenbr\u00f6delecke findet. (&#8230;)<a href=\"#_ftn59\" name=\"_ftnref59\"><span class=\"Reference\">[59]<\/span><\/a><\/p>\n<p>Ganz offensichtlich ist Vesper im Juni 1934 noch nicht, ja erst gegen Mai 1935, \u00fcber die Vorg\u00e4nge bei Zsolnay in Wien informiert worden. Verlagsinhaber Zsolnay findet an den eben zitierten \u00c4u\u00dferungen Vespers nicht besonders viel Gefallen und protestiert dagegen, da\u00df Vesper seinen Verlag einen &#8222;Judenverlag&#8220; genannt hat. Seine Antwort an Vesper:<\/p>\n<p class=\"zitat\">Unser Verlag ist kein Judenverlag. Er wurde von mir im Jahre 1923 gegr\u00fcndet. Ich selbst geh\u00f6re zur deutschen Minorit\u00e4t der tschechoslowakischen Republik, die auf exponierterem Boden f\u00fcr die deutsche Kultur eintreten mu\u00dfte und mu\u00df, als es Deutsche in Deutschland mu\u00dften. Ich selbst habe in meiner Heimatgemeinde Oberufer bei Pre\u00dfburg einen Gro\u00dfgrundbesitz und habe (&#8230;) durchgesetzt, da\u00df die Schule in dieser \u00fcberwiegend deutschen Gemeinde aus einer ungarischen Schule in eine rein deutsche Schule verwandelt worden ist. (&#8230;)<\/p>\n<p>Auffallend ist schlie\u00dflich Zsolnays ostentatives Bekenntnis zum deutschen Volkstum:<\/p>\n<p class=\"zitat\">Aber selbst wenn ich rein arischer Abstammung w\u00e4re, w\u00fcrde ich als Auslandsdeutscher darauf keinen Wert legen, da bei uns lediglich die Einstellung zum Deutschtum und die Zugeh\u00f6rigkeit zur religi\u00f6sen Konfession von Bedeutung ist.<a href=\"#_ftn60\" name=\"_ftnref60\"><span class=\"Reference\">[60]<\/span><\/a><\/p>\n<p>Nun, so einfach war Vesper nicht beizukommen, denn die Zsolnays w\u00e4ren &#8211; so Vesper &#8211; &#8222;aus Ungarn stammende Juden&#8220;, der Besitzer des Verlags sei &#8222;auch mit einer J\u00fcdin verheiratet, einer Tochter des j\u00fcdischen Komponisten Mahler, dessen Witwe mit dem j\u00fcdischen Autor des Verlages Franz Werfel verheiratet ist. In dem Verlag erschienen neben der Judenliteratur von Schalom Asch bis Werfel, Robert Neumann, Felix Salten, H.E. Jacob, Lothar, Zarek usw., auch eine Reihe deutscher Schriftsteller von Bedeutung&#8220;. Fazit Vespers:<\/p>\n<p class=\"zitat\">Nach unserer Erfahrung und \u00dcberzeugung \u00e4ndert dieser Umstand nichts an dem j\u00fcdischen und judenliberalen Charakter des Verlages, und wir sind nicht der Meinung, da\u00df es richtig und gefahrlos oder sogar lobenswert ist, wenn das deutsche Volk aus solchen Wiener K\u00fcchen seine geistige Kost empf\u00e4ngt. Wir sind der Ansicht, da\u00df das Verlegen der deutschen geistigen Nahrung eine hohe und heilige Aufgabe und ein sehr verantwortungsvoller und heikler Dienst am Geist unseres Volkes ist und ausschlie\u00dflich in deutsche H\u00e4nde geh\u00f6rt. Wir glauben, da\u00df ein Mann j\u00fcdischer Rasse, ungarischen &#8222;Adels&#8220;, evangelischer &#8222;Konfession&#8220;, tschechischer Staatsangeh\u00f6rigkeit, in Wien einen Verlag betreibend, selbst dann, wenn er pers\u00f6nlich guten Willens ist, doch nicht der Mann ist, dem man die Versorgung des deutschen Volkes mit geistiger Kost anvertrauen soll. (Ebda.)<\/p>\n<p>So geschrieben im August 1934, und von dieser Meinung ging Vesper nicht ab. Gedanken an die &#8222;Vergiftung des deutschen Volkes&#8220; und den &#8222;allm\u00e4chtige(n) j\u00fcdische(n) Verleger&#8220; brachten Vesper erst im Mai des folgenden Jahres wieder auf Zsolnay zu sprechen. Nun hatte er, wenn auch nur oberfl\u00e4chlich, so doch Kenntnis von der Umstellung bzw. &#8211; um mit Vesper zu sprechen &#8211; &#8222;Tarnung&#8220; bzw. &#8222;merkw\u00fcrdigen Gleichschaltung&#8220;: &#8222;Seit unserer letzten Klarstellung, da\u00df es sich hier um einen Judenverlag handelt, beobachten wir bei ihm mit wachsendem Erstaunen eine merkw\u00fcrdige Tarnung.&#8220; Als er aber die nationale Aufrichtigkeit der neuen Zsolnay-Autoren in Zweifel zieht, l\u00f6st er eine Kontroverse aus:<\/p>\n<p class=\"zitat\">Daf\u00fcr tauchen eine Reihe von neuen Autoren im Verlag auf, die als deutsch national gelten oder auch wirklich deutsch national sind. Die Herren k\u00f6nnen nur einer inneren T\u00e4uschung zum Opfer gefallen sein. W\u00e4hrend der echte deutsche Verlag \u00fcberall schwer ringen mu\u00df, um gegen die jahrelange Vorherrschaft der j\u00fcdischen Verlage erst einmal hochzukommen, wird hier einer der gr\u00f6\u00dften und gef\u00e4hrlichsten Judenverlage sozusagen durch deutsche &#8222;Schwimmer&#8220; vor dem Untersinken bewahrt. Wir k\u00f6nnen in der merkw\u00fcrdigen Gleichschaltung leider nicht einmal ein Zeichen sehen, da\u00df der j\u00fcdische Verlag in \u00d6sterreich deutsche Morgenluft wittere! Wir sehen vielmehr in dieser Aufnahme von nationalen und auchnationalen Schriftstellern in den Verlag (&#8230;) den geschickten und hinterh\u00e4ltigen Versuchen, Verwirrung in die Reihen der wirklich deutschgesinnten \u00d6sterreicher zu tragen und das nationaldeutsche Schrifttum vor den Augen der deutschen Bev\u00f6lkerung \u00d6sterreichs l\u00e4cherlich zu machen und als unzuverl\u00e4ssig hinzustellen, indem man es dazu verf\u00fchrt, aus der j\u00fcdischen Krippe der &#8222;echt \u00f6sterreichischen Menschen&#8220; mitzufressen.<a href=\"#_ftn61\" name=\"_ftnref61\"><span class=\"Reference\">[61]<\/span><\/a><\/p>\n<p>Vesper l\u00f6ste in nationalen Schriftstellerkreisen in \u00d6sterreich noch mehr Emp\u00f6rung aus, als er im Juli 1935 folgendes von sich gab:<\/p>\n<p class=\"zitat\">Im Fall Zsolnay werden allerlei Verdunkelungsman\u00f6ver versucht. Es bleibt dabei, da\u00df ein Verlag mit solcher Vergangenheit und solchen Querverbindungen, ein Verlag im Besitz eines Juden, kein Verlag f\u00fcr nationale deutsche Schriftsteller sein kann, die auf Sauberkeit halten.<a href=\"#_ftn62\" name=\"_ftnref62\"><span class=\"Reference\">[62]<\/span><\/a><\/p>\n<p>Im August-Heft der <em>Neuen Literatur <\/em>erreichten die Attacken gegen Zsolnay und die &#8222;nationalen&#8220; Autoren ihren H\u00f6hepunkt. Diesmal l\u00e4\u00dft Vesper Einzelheiten einflie\u00dfen, die er von Weinheber erfahren hat und die diesen sp\u00e4ter in Schwierigkeiten bringen. Aus der dreiseitigen Invektive sollen hier weil Vesper mit seinen Berichten auf den Zsolnay-Verlag einen nachhaltigen Einflu\u00df im negativen Sinn aus\u00fcbte &#8211; die wesentlichsten Passagen, u.a. die &#8222;Kriegserkl\u00e4rung&#8220; gegen Hermann Leber, wiedergegeben werden, um auch die Geh\u00e4ssigkeit von Vespers Stil zu zeigen. Er beginnt mit der Feststellung, da\u00df die &#8222;literarischen und kulturpolitischen Ereignisse in \u00d6sterreich (&#8230;) unserer genauesten Aufmerksamkeit&#8220; bed\u00fcrften.<\/p>\n<p class=\"zitat\">Wie unser k\u00fcnftiges politisches Verh\u00e4ltnis zu \u00d6sterreich auch sein mag, auf keinen Fall darf Wien jemals das Einfallstor f\u00fcr die Todfeinde des Nationalsozialismus, f\u00fcr Judentum und Jesuitentum, werden. Wir m\u00fcssen die Augen scharf aufmachen, denn wir haben es mit den gerissensten Politikern der Welt zu tun, denen jedes Mittel recht ist, das nationalsozialistische Deutschtum zu sch\u00e4digen. Wir m\u00fcssen aus diesem Grunde auch noch einmal genauer auf die angebliche &#8222;Nationalisierung&#8220; des Wiener Judenverlages Zsolnay eingehen. Es handelt sich dabei keineswegs um eine belanglose, literarische Angelegenheit, sondern um eine der wichtigsten kulturpolitischen Fragen der Gegenwart, um unsere Beziehungen zum Deutschtum in \u00d6sterreich. (&#8230;)<br \/>\nWenn also f\u00fcr irgend jemand, dann gilt f\u00fcr diesen Verlag das Wort des F\u00fchrers, auf das auch Rosenberg in D\u00fcsseldorf wieder hinwies: &#8222;Aber das eine wissen wir, da\u00df unter keinen Umst\u00e4nden die Repr\u00e4sentanten des Verfalls, der hinter uns liegt, pl\u00f6tzlich die Fahnentr\u00e4ger der Zukunft sein d\u00fcrfen&#8220; &#8211; ganz abgesehen davon, da\u00df jedes Paktieren mit einem Verlag, der auch heute noch in j\u00fcdischem Besitz ist, f\u00fcr jeden nationalen Deutschen unm\u00f6glich sein sollte! Freilich versuchen die dunklen Zutreiber des Verlages jetzt, wie wir h\u00f6ren, sogar die Judenschaft des Besitzers zu leugnen. Wir verweisen auf unsere Auseinandersetzung mit Zsolnay im Augustheft 1934. (&#8230;)<br \/>\nNach unseren Feststellungen im Jahre 1934 wurde Zsolnay klar, da\u00df er seine alte Juden- und Judengenossenliteratur im neuen Deutschland nicht mehr verkaufen konnte. Der Verlag &#8222;stellte sich um&#8220;!<br \/>\n(&#8230;)<br \/>\nInzwischen sind die Vorh\u00e4nge wohl dichter geschlossen worden, denn man ist ja nun &#8222;national&#8220; wenn nicht gar &#8211; unter ermunterndem Kopfnicken der Wiener Gewaltigen &#8211; &#8222;nationalsozialistisch&#8220; geworden. Es vollzog sich jene niedertr\u00e4chtige und auf das deutsche Volk \u00d6sterreichs katastrophal wirkende Tarnung, auf die wir im Maiheft hinwiesen. Die verschiedensten Elemente wirkten zu dieser Schiebung zusammen: das Interesse des j\u00fcdischen Verlegers, aus Deutschland Gelder zu bekommen; das Interesse der jesuitischen \u00f6sterreichischen Regierung, m\u00f6glichst viele deutsche Dichter f\u00fcr das &#8222;\u00d6sterreichertum&#8220; festzulegen, m\u00f6glichst viele Dichter und F\u00fchrer in ihrer unsicheren Haltung vor dem Volk zu zeigen und die nationale Idee im r\u00f6misch-katholischen Sinne abzubiegen; ferner das Gef\u00fchl der Verlassenheit unter den deutschen Dichtern \u00d6sterreichs, deren man sich in verworrener Zeit vom Reich aus nicht mit gen\u00fcgendem Nachdruck annahm und die daher durch Wiener Ger\u00fcchtemacher mit L\u00fcgen, Drohungen und Versprechungen allzuleicht in den Zsolnaystall gelockt wurden; und endlich die Charakterlosigkeit und Gesch\u00e4ftemacherei einer Reihe sogenannter &#8222;nationaler&#8220; in Wahrheit h\u00f6chst unzuverl\u00e4ssiger, literatenhafter Elemente. Den Hauptzutreiber f\u00fcr den Zsolnayverlag machte ein Reichsdeutscher, Dr. Hermann Leber, der in einem wahrhaft infernalischen und schwer durchschaubaren Treiben die nationalen Dichter f\u00fcr den Judenverlag Zsolnay einfing. Durchschaubar wird dies Treiben sofort, wenn man, unger\u00fchrt durch seine Ausreden, im Auge beh\u00e4lt, da\u00df er (bei offenbar besten Beziehungen zu r\u00f6misch-\u00f6sterreichischen Kreisen) eben den Zutreiber f\u00fcr diesen Judenverlag machte. Ein Mann von h\u00f6chst undurchsichtiger Vergangenheit, dem alle die ihn kennen phantastische Unwahrhaftigkeit nachsagen! (Beweise liegen uns vor!) (&#8230;) Unter diesem nationalen M\u00e4ntelchen verstand er es dann, mit Verwirrung und Hinterh\u00e4ltigkeiten jeder Art die verschiedensten Literaturgruppen Wiens gegeneinander auszuspielen, offenbar alle und alles durcheinander zu bringen, unter der nationalen Schriftstellerschaft das schwerste Unheil anzurichten und dann die Hilflosen endg\u00fcltig durch einen Pakt mit dem ber\u00fcchtigten Judenverlag zu erledigen. Dichter, die seinen Lockungen widerstanden, wurden heimlich durch Zwischentr\u00e4gereien bei den anderen und im Reich angeschw\u00e4rzt, w\u00e4hrend Leber gleichzeitig (charakteristischerweise wieder in einem alten Judenblatt) lobende Aufs\u00e4tze \u00fcber sie ver\u00f6ffentlichte, um sich vor ihnen selbst als ihr Freund aufspielen zu k\u00f6nnen. Diese Tr\u00fcbung aller Wasser wurde ihm durch die gleichzeitige tragische politische Entwicklung in \u00d6sterreich sehr erleichtert und zweifellos von der Wiener Regierung offen und heimlich unterst\u00fctzt. (&#8230;)<br \/>\nLeider fanden die nationalen, sch\u00f6pferischen Schriftsteller keine \u00e4hnliche Hilfe in Deutschland, und da gleichzeitig Dr. Lebers W\u00fchlereien und die geschickte Einflu\u00dfnahme abkommandierter habsburgischer Lockv\u00f6gel und das charakterlose Beispiel von nicht oder nur halb deutschst\u00e4mmigen Literaten aus den dunkelsten Gegenden des alten \u00d6sterreich sie verwirrte, kam es dahin, da\u00df auch unzweifelhaft nationale und saubere Schriftsteller, wie z.B. Hermann Stupp\u00e4ck, Edmund Finke, beides Lyriker von Rang, Hermann Graedener und Karl Hans Strobl, wertvolle deutsche Erz\u00e4hler, auf den Leberschen Leim gingen. Dabei behielt Zsolnay sogar einen Teil seiner Juden. Z.B. Werfel und Salten, ruhig weiter im gleichen Verlag. (&#8230;)<br \/>\nNur das offene Ausbrennen dieses Skandals kann wieder Klarheit und Vertrauen schaffen.<br \/>\nDie Sch\u00e4digung der deutschen Interessen wird dabei nicht einmal den Schriftstellern, die sich f\u00fcr Zsolnay einfangen lie\u00dfen, pers\u00f6nlich viel n\u00fctzen. Den eigentlichen Drahtziehern war es ganz gewi\u00df von vornherein klar, da\u00df die alte j\u00fcdische und judenfreundliche Kundschaft des Verlages Zsolnay nicht die nationalen Dichter kaufen und da\u00df ebensowenig die nationale Bev\u00f6lkerung ihre geistige Kost aus dem Judenverlag nehmen w\u00fcrde. Hoffentlich lernen alle Beteiligten aus dem kommenden Zusammenbruch, vor allem aber wir im Reich.<\/p>\n<p>Vesper spart auch nicht mit Selbstkritik:<\/p>\n<p class=\"zitat\">Die deutsche \u00d6ffentlichkeit, der deutsche Rundfunk, deutsche Zeitschriften und deutsche Verlage m\u00fcssen sich in weit st\u00e4rkerem Ma\u00dfe als bisher der sch\u00f6pferischen Kr\u00e4fte in \u00d6sterreich annehmen. (&#8230;)<br \/>\nWir m\u00fcssen ihnen [den Schriftstellern] aber zugleich klarmachen, da\u00df die gro\u00dfe deutsche Volksbewegung kein Paktieren mit dem Judentum und dem Jesuitentum kennt! Gerade der Fall Zsolnay beweist klar, da\u00df jede Lauheit, jedes Bethmann-Hollwegtum, in dieser Frage wie in jeder, zur schwersten Sch\u00e4digung des Deutschtums f\u00fchren mu\u00df. Das Wort, das der s\u00e4chsische Gauleiter, Reichsstatthalter Mutschmann, am 26. Mai d.J. auf der Gautagung in Dresden im Namen der Bewegung sagte, gilt auch auf kulturpolitischem Gebiet: &#8222;Mit Juden gibt es f\u00fcr den Nationalsozialismus kein [sic] Kompromi\u00df!&#8220;<br \/>\nW.V.<a href=\"#_ftn63\" name=\"_ftnref63\"><span class=\"Reference\">[63]<\/span><\/a><\/p>\n<p>Kein Wunder also, da\u00df die nationalen Autoren und vor allem Leber in die Defensive gedr\u00e4ngt wurden.<\/p>\n<p>Schon vor den erneuten Angriffen Vespers im Augustheft der <em>Neuen Literatur <\/em>entwickelte sich in Sachen Zsolnay, wie Gerhard Renner ermittelt hat<a href=\"#_ftn64\" name=\"_ftnref64\"><span class=\"Reference\">[64]<\/span><\/a>, eine rege Schreib- und Reiset\u00e4tigkeit. So unterrichtete Erwin Rainalter den Verlagsinhaber schriftlich am 11. Juni 1935 von weiteren Ma\u00dfnahmen zugunsten des Verlags:<\/p>\n<p class=\"zitat\">Unser Freund Otto Emmerich Groh wird Ihnen schon berichtet haben \u00fcber die Schritte, die wir gemeinsam hier machten, um die Vorurteile gegen den Zsolnay-Verlag zu beheben. Ich selbst habe nun noch bei der Hauptschriftleitung des &#8222;V\u00f6lkischen Beobachters&#8220; vorgesprochen und auch dort viel Entgegenkommen gefunden. Auch andere Stellen habe ich nachdr\u00fccklich mobilisiert. Meine Bem\u00fchungen sind noch keineswegs zu Ende. Ich hoffe auf guten Erfolg f\u00fcr den Verlag und seine Autoren.<a href=\"#_ftn65\" name=\"_ftnref65\"><span class=\"Reference\">[65]<\/span><\/a><\/p>\n<p>Bei Hans Hinkel &#8211; seit Mitte 1935 Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer der RKK &#8211; fand Groh &#8222;liebensw\u00fcrdige Unterst\u00fctzung in \u00f6sterreichischen kulturellen Belangen&#8220;.<a href=\"#_ftn66\" name=\"_ftnref66\"><span class=\"Reference\">[66]<\/span><\/a> Von Leber sind Bruchst\u00fccke eines Berichts erhalten, die auf die von \u00f6sterreichischer Seite unternommenen Schritte Licht werfen. So hei\u00dft es in einer wichtigen Passage:<\/p>\n<p class=\"zitat\">Die auf irrigen und l\u00e4ngst \u00fcberholten Voraussetzungen fussenden Angriffe Will Vespers in der ,Neuen Literatur&#8220; werden hier von P.O. und K.O. ebenso wie von einer ganzen Reihe von Reichsstellen als der politischen Taktik der NSDAP und der Ausbreitung der Gedankenwelt des neuen Deutschland widersprechend, scharf abgelehnt. (ebda.)<\/p>\n<p>Auch Franz Spunda wurde im Reich f\u00fcr Zsolnay aktiv.<a href=\"#_ftn67\" name=\"_ftnref67\"><span class=\"Reference\">[67]<\/span><\/a> Fest steht au\u00dferdem, da\u00df Josef Weinheber als Nicht-Zsolnayautor (er bot Zsolnay seine Gedichte schon fr\u00fcher an, wurde aber abgelehnt) und Vesper-Informant in die Mangel genommen wurde. Anders ist der folgende Brief Will Vespers an Frau Hedwig Weinheber vom 11. September 1935 nicht zu erkl\u00e4ren. Hieraus geht u.a. hervor, da\u00df Leber von Vesper eine Berichtigung seiner Ausf\u00fchrungen \u00fcber die &#8222;angebliche Nationalisierung&#8220; verlangte. Hier der volle Wortlaut:<\/p>\n<p class=\"zitat\">Meissen, den 11.9.1935<br \/>\nLiebe Frau Weinheber,<br \/>\nsch\u00f6nen Dank f\u00fcr Ihren Brief und den von Dr. Leber, einen wahren Erpresserbrief, w\u00fcrdig dieses Mannes. Sollte er noch weitere schreiben, so schicken Sie sie mir nur ruhig, und lassen Sie Ihren Mann au\u00dferhalb dieser ganzen Sache. Er hat ja wirklich nicht das Geringste damit zu tun. Ich sch\u00e4tze in ihm einen gro\u00dfen Dichter unserer Sprache und setze mich deshalb f\u00fcr ihn ein. Die Berichtigungsw\u00fcnsche des Dr. Leber sind l\u00e4cherlich. Er verlangt z.B. von Ihrem Mann Berichtigungen \u00fcber Dinge, die sich angeblich im Rheinland zugetragen haben sollen. Was kann Ihr Mann davon wissen? Er will ihn nur erschrecken. Das ist die Art aller Erpresser. Lassen Sie sich nur nicht fangen. Dieser Leber ist ein L\u00fcgner und Gauner. Wenn er etwas von mir will, soll er nur nach Deutschland kommen, dann kann er einmal wirklich Rede stehen.<br \/>\nIch bedaure, da\u00df Ihnen und Ihrem Mann dadurch, da\u00df ich gleichzeitig diesen Kampf gegen die Zsolnayleute f\u00fchren mu\u00df, Unruhe und Unbequemlichkeit gemacht wurde. Hoffentlich haben wir bald friedlichere Zeiten. Jedenfalls werde ich nie aufh\u00f6ren, mich f\u00fcr das gro\u00dfe, sch\u00f6ne Werk Ihres Mannes einzusetzen.<br \/>\nMit ergebensten Gr\u00fc\u00dfen Ihr [gez.] Will Vesper<a href=\"#_ftn68\" name=\"_ftnref68\"><span class=\"Reference\">[68]<\/span><\/a><\/p>\n<p>Erst gegen Ende September, also ein paar Wochen sp\u00e4ter, kam es zu einem gemeinsamen Protestschritt der nationalen Autoren gegen Vesper. Belegt ist diese Aktion durch einen Brief Hermann Lebers an Wladimir von Hartlieb, der mit 25. September datiert ist. Diesbez\u00fcglich hei\u00dft es:<\/p>\n<p class=\"zitat\">Am Freitag Abend versammeln sich alle Autoren um einen gemeinsamen Protestschritt gegen Will Vesper zu unternehmen. Schade, da\u00df Du nicht dabei bist. (&#8230;) Es werden sich auch eine ganze Reihe von Leuten beteiligen, die nicht bei Zsolnay sind, rein aus Kollegialit\u00e4t. Aber umso wirksamer wird der Schritt sein. Auch sonst ist allerhand gegen Will Vesper geschehen und Du kannst versichert sein, dass diesmal endg\u00fcltig Schritte unternommen werden, die ihm die Lust zu weiteren derartigen Sachen vergehen lassen.<a href=\"#_ftn69\" name=\"_ftnref69\"><span class=\"Reference\">[69]<\/span><\/a><\/p>\n<p>Vom regelm\u00e4\u00dfigen Treffen war auch in der anonymen Anzeige vom April 1935 die Rede gewesen. Da liest man:<\/p>\n<p class=\"zitat\">Der Kl\u00fcngel des Dr. Leber kommt jeden Dienstag um 8 Uhr abends in einem Zimmer im Deutschen Haus unter dem Stichwort &#8222;Die Schriftsteller&#8220; zusammen, um seine staatsfeindliche und kulturfeindliche W\u00fchlarbeit zu treiben. Wenn hier \u00fcberraschend zugegriffen w\u00fcrde, f\u00e4nde man sicher sehr viel Material, w\u00e4hrend Haussuchungen jedenfalls ergebnislos verlaufen w\u00fcrden. (a.a.O.)<\/p>\n<p>Nur, als die Erhebungsbeamten der Wiener Polizei diesem Hinweis nachgingen, wollten oder konnten sie die behaupteten allw\u00f6chentlichen Zusammenk\u00fcnfte des Schriftstellers Hermann Leber mit Gleichgesinnten im Restaurant &#8222;Deutsches Haus&#8220; in Wien I., Stephansplatz Nr. 6 nicht best\u00e4tigen: &#8222;Es konnte auch die Abhaltung der behaupteten Zusammenk\u00fcnfte in keiner Weise festgestellt werden.&#8220; Neben diesem Hinweis auf die Protestversammlung (am Freitag) in Sachen Vesper vom 25. September gibt es einen zweiten Beleg f\u00fcr diese von der Polizei in keiner Weise feststellbaren Treffen. So schreibt Leber an Hartlieb am 8. Oktober:<\/p>\n<p class=\"zitat\">Am Freitag Abend treffen wir uns an gewohnter Stelle am Stephansplatz mit Costia und Zsolnay, da wir verschiedenes Grunds\u00e4tzliche \u00fcber weitere Verlagsautoren udgl. besprechen wollen. Vielleicht kannst Du ein paar Minuten fr\u00fcher da sein, damit wir unsere eigenen Sachen zuvor erledigen k\u00f6nnen.<a href=\"#_ftn70\" name=\"_ftnref70\"><span class=\"Reference\">[70]<\/span><\/a><\/p>\n<p>Es ist also nicht verwunderlich, da\u00df Bundeskanzler Schuschnigg solche Ergebnisse als &#8222;h\u00f6chst unbefriedigend&#8220; bezeichnete, den Bericht der Bundespolizeidirektion nicht zur Kenntnis nahm und da\u00df daher vom Staatssekret\u00e4r der Auftrag erteilt wurde, &#8222;eine ausreichende Information \u00fcber den Zsolnay-Verlag zu erstellen&#8220;.<\/p>\n<p>Die &#8222;endg\u00fcltigen Schritte&#8220;, die nun angeregt wurden, lie\u00dfen Vesper nicht &#8222;die Lust zu weiteren derartigen Sachen vergehen&#8220;. Im Gegenteil. Im Oktober-Heft der <em>Neuen Literatur <\/em>waren der Zsolnay-Verlag und die &#8222;blinden&#8220; nationalen Autoren an der Reihe:<\/p>\n<p class=\"zitat\">Was der j\u00fcdische Verlag Zsolnay mit seiner merkw\u00fcrdigen &#8222;nationalen Gleichschaltung&#8220; bezweckte, zeigt leider deutlich der erste Blick in den Roman &#8222;Der Sandwirt&#8220; von Erwin H. Reinalter [sic], den dieser, obgleich er Theaterkritiker eines Blattes der Bewegung ist, soeben von dem Wiener j\u00fcdischen Verlag herausgeben lie\u00df. (&#8230;) Wird es bei den nationalen Zsolnayautoren noch immer nicht hell? Haben wir nicht rechtzeitig genug vor dieser gef\u00e4hrlichen Rassenmischung gewarnt? Wer sich mit dem Juden an einen Tisch setzt, besorgt seine Gesch\u00e4fte, auch wenn er schlauer zu sein glaubt. Und wer die Gesch\u00e4fte des Juden besorgt, bewu\u00dft oder unbewu\u00dft, sch\u00e4digt Deutschland und den Nationalsozialismus, von dem heute jeder wei\u00df und wissen mu\u00df, da\u00df er keine Kompromisse mit dem Judentum kennt. &#8222;Der Nationalsozialismus wird&#8220;, wie Rosenberg eben in N\u00fcrnberg sagte, &#8222;entgegen manchen Einfl\u00fcsterungen von seinem Programm und seiner Haltung keine Handbreit weichen.&#8220;<a href=\"#_ftn71\" name=\"_ftnref71\"><span class=\"Reference\">[71]<\/span><\/a><\/p>\n<p>Dann h\u00f6rte die Polemik gegen Leber &amp; Co. pl\u00f6tzlich auf. Statt dessen erschien im Dezemberheft 1935 folgende kryptische Erkl\u00e4rung, die mit allergr\u00f6\u00dfter Wahrscheinlichkeit auf Proteste gegen die Zsolnay-Berichterstattung zur\u00fcckgeht:<\/p>\n<p class=\"zitat\">Wir k\u00f6nnen folgende erfreuliche Erkl\u00e4rung mitteilen: &#8222;In einer offenen Aussprache zwischen dem Leiter der&#8220; Reichsstelle zur F\u00f6rderung des deutschen Schrifttums&#8220;, Pg. Hans Hagemeyer, und dem Herausgeber der &#8222;Neuen Literatur&#8220;, Pg. Will Vesper, wurden die bestehenden Mi\u00dfverst\u00e4ndnisse beseitigt. Pg. Hagemeyer hebt die Rundschreiben und Erkl\u00e4rungen der &#8222;Reichsstelle&#8220;, die sich mit der &#8222;Neuen Literatur&#8220; und ihrem Herausgeber besch\u00e4ftigen, auf.&#8220;<a href=\"#_ftn72\" name=\"_ftnref72\"><span class=\"Reference\">[72]<\/span><\/a><\/p>\n<p>Der vorhin schon mehrmals zitierte, nicht datierte Bericht &#8222;Der Verlag Paul Zsolnay und seine Autoren&#8220; &#8211; er wurde vermutlich von O.E. Groh und Erwin Rainalter verfa\u00dft &#8211; mu\u00df nun im Lichte des Vorangegangenen als Teil des &#8222;gemeinsamen Schrittes&#8220; angesehen werden, denn der Verlag war in Deutschland eben durch Vesper sehr \u00fcbel angesehen und galt bei den \u00f6ffentlichen Stellen trotz allem nicht als &#8222;gleichgeschaltet&#8220;. Die nationalen Autoren hatten nun keine Vorteile durch die Verbindung zu Zsolnay; sie hatten im Gegenteil gewaltige Nachteile und wollten dies als Entgegnung zu dem, was Vesper verbreitet hatte, den Herren der RSK in Berlin mitteilen. So wird der Bericht folgenderma\u00dfen eingeleitet:<\/p>\n<p class=\"zitat\">In der letzten Zeit nimmt im Deutschen Reiche der Widerstand gegen den Wiener Verlag Paul Zsolnay sehr zu. Es ist soweit gekommen, da\u00df nun die Gefahr besteht, alle Autoren, die ihre B\u00fccher diesem Verlage \u00fcbergeben haben, k\u00f6nnten als unzuverl\u00e4ssig, als unnational gelten. Zwei Tatsachen sollen hier angef\u00fchrt sein: die Zeitungen des Eher-Verlages bringen \u00fcber kein einziges Zsolnay-Buch mehr eine Besprechung, und dies \u00fcber ausdr\u00fcckliche Anweisung der Verlagsleitung, und im &#8222;Schwarzen Korps&#8220; stand k\u00fcrzlich wieder ein \u00fcberaus heftiger Angriff gegen den Verlag zu lesen.<br \/>\nEs sei gestattet, darauf kurz zu erwidern, da\u00df ein Kampf gegen den Zsolnay-Verlag in seiner heutigen Form gleichbedeutend damit ist, da\u00df man den nationalen Dichtern \u00d6sterreichs, f\u00fcr die der nationale Kampf noch keineswegs zu Ende ist und die nach wie vor verfolgt, verhaftet und um ihre Existenz gebracht werden, in den R\u00fccken f\u00e4llt. (&#8230;)<\/p>\n<p>So wird das Beispiel des seit der Verbindung mit Zsolnay &#8222;vermiedenen&#8220; nationalen K\u00e4mpfers Karl Hans Strobl zur Sprache gebracht:<\/p>\n<p class=\"zitat\">Umso trauriger ist es, da\u00df nun Strobl das bittere Los kosten mu\u00df, das Opfer eines Kampfes zu sein, der nur aus der vollkommenen Unkenntnis \u00f6sterreichischer Verh\u00e4ltnisse erkl\u00e4rbar ist, der aber in seinen Auswirkungen die <em>Existenz der \u00fcberzeugungstreusten \u00f6sterreichischen deutschen Dichter vernichten<\/em> kann. Von der Regierung Schuschnigg verfolgt und um ihr Brot gebracht, m\u00fcssen diese Dichter es nun erleben, da\u00df man sie auch im Deutschen Reiche, f\u00fcr das sie alles geopfert haben, preisgibt.<\/p>\n<p>Was die nationalen Autoren dazu bewog, das Angebot Zsolnays anzunehmen, wird wie folgt erl\u00e4utert:<\/p>\n<p class=\"zitat\">Hier mu\u00df festgehalten werden, da\u00df die reichsdeutschen Verlage die \u00f6sterreichischen Dichter in den letzten Jahren sehr schlecht behandelt haben, weil angeblich f\u00fcr \u00f6sterreichische Dinge im Reiche zu wenig Interesse best\u00fcnde. Hinzu kam, da\u00df die Devisenschwierigkeiten die deutschen Verlage immer mehr davon abhielten, mit Autoren au\u00dferhalb der geschlossenen deutschen Reichsgrenzen Vertr\u00e4ge abzuschlie\u00dfen. Dadurch waren die \u00f6sterreichischen Dichter, und insbesondere die j\u00fcngeren unter ihnen, irgendwie vogelfrei, sie fanden nirgends ein Dach. Nun kam der Verlag Zsolnay zu ihnen.<br \/>\n(&#8230;)<br \/>\nAlle diese Menschen, Dichter und Maler, sollen nun, nach allen Opfern, die sie gebracht haben und <em>heute noch immer bringen, <\/em>verfehmt (sic) sein, <em>nur weil man im Reiche keine Ahnung von den Verh\u00e4ltnissen in dem armen tapfer k\u00e4mpfenden \u00d6sterreich hat <\/em>und somit gewillt ist, den \u00f6sterreichischen K\u00fcnstlern in den R\u00fccken zu fallen. K\u00fcnstler, die korrekt den Instanzenweg gingen und keinen Vertrag abschlossen, bevor sie nicht die Gewi\u00dfheit hatten, da\u00df solch ein Vertragsabschlu\u00df den \u00f6sterreichischen Parteiinstanzen erw\u00fcnscht sei.<\/p>\n<p class=\"zitat\">Diese nationalen Dichter des Verlages Paul Zsolnay werden es aber niemals verstehen, da\u00df man nur den Verlag (seinem Namen nach) beurteilt und keineswegs die B\u00fccher, die er verlegt.<\/p>\n<p>Klare Worte, die zwecks Aufkl\u00e4rung deutscher Stellen und gegen Vesper geschrieben wurden.<\/p>\n<p>Wie sich dieses Dilemma f\u00fcr nationale Autoren &#8211; also hie &#8222;Judenverlag&#8220; da fehlende Publikationsm\u00f6glichkeiten in \u00d6sterreich und im Reich &#8211; gestaltete, l\u00e4\u00dft sich am Beispiel Wladimir von Hartliebs gut dokumentieren. In seinem Tagebuch 1936-38 gr\u00fcbelt Hartlieb lange \u00fcber sein eigenes Los und das seiner Gesinnungsgenossen nach. F\u00fcr ihn wie f\u00fcr Weinheber erf\u00fcllte sich der Traum, von einem reichsdeutschen Verlag aufgenommen zu werden, sehr sp\u00e4t. Ihn plagte am meisten der Gedanke der Erfolglosigkeit, die Tatsache, da\u00df er vor allem in Deutschland nicht einmal ignoriert wurde. Zu Zsolnay ging er, mu\u00dfte er gehen, wollte er \u00fcberhaupt einmal etwas ver\u00f6ffentlichen:<\/p>\n<p class=\"zitat\">Zu Zsolnay kam ich durch Dr. Leber; er brachte eine ganze Gruppe von national gesinnten Autoren dort unter, also nicht mich allein. Uns allen versicherte er, da\u00df er bei dieser Verlagspolitik von Berlin unterst\u00fctzt werde, da\u00df Berlin es w\u00fcnsche, da\u00df wir im Zsolnay Verlag Fu\u00df fassen.<br \/>\nDr. Leber hat nicht ganz die Wahrheit gesagt. Er hat nur erreicht, da\u00df man unsere B\u00fccher nicht geradezu verbietet und da\u00df wir in der Presse besprochen werden d\u00fcrfen. Aber man zeigt uns die kalte Schulter, man stellt uns in den Schatten. Es gibt f\u00fcr uns keine offizielle F\u00f6rderung.<br \/>\nWas mich nun erbittert, ist dies: da\u00df man so tut, als ob <em>ich freiwillig <\/em>zu Zsolnay gegangen w\u00e4re! Zsolnay ist Jude, der Verlag hat eine f\u00fcrchterliche Vergangenheit: <em>ich selbst habe ihn ja als Dominikus scharf an gegriffen. <\/em>Die Antipathie gegen den Verlag ist mir also durchaus verst\u00e4ndlich. Aber ich habe doch <em>versucht, <\/em>einen deutschen Verlag zu finden, &#8211; und das ist mir nicht gelungen! &#8222;Fridericus&#8220; wurde vier Verlegern angeboten (Langen-M\u00fcller, Inselverlag, Paul Neff, Voggenreiter): alle haben <em>refusiert. <\/em>Was sollte ich tun? Weiter hausieren? Das konnte ich nicht, ich bin keine Hausierer-Natur. Ich gab das Gedicht also zu Zsolnay, der ja jetzt eine ganze Reihe nationaler Autoren f\u00fchrt (die alle in meiner Lage sind). Mit dem &#8222;Haus einer Kindheit&#8220; ging es mir genau so. <em>Der deutsche Verlag hat einfach in meinem Fall versagt. <\/em>Und jetzt verh\u00e4ngt man einen Boykott \u00fcber mich, weil ich bei einem Juden erscheine! H\u00e4tte ich mich umbringen sollen?<br \/>\nIch selbst leide schwer darunter, da\u00df ich keinen anderen Verlag habe; ich z\u00e4hle das mit zu den vielen Dingen, die mich qu\u00e4len. Aber nochmals: was sollte ich tun? Ich, der ich 50 Jahre alt geworden bin &#8211; und einfach nicht mehr Zeit habe, zu warten!<br \/>\nIst dieser halbe Boykott \u00fcber mich und meine Verlagskollegen aus dem nationalen Lager nicht unanst\u00e4ndig? W\u00e4re es nicht richtiger gewesen, den Verlag g\u00e4nzlich zu boykottieren, als uns in die schiefe Lage zu bringen, in der wir uns jetzt sehen? Entweder &#8211; oder! Man h\u00e4tte Dr. Leber entweder sofort erkl\u00e4ren m\u00fcssen, da\u00df er nationale Autoren nicht zu Zsolnay bringen d\u00fcrfe, oder man h\u00e4tte diesen Autoren ohne jeden Hintergedanken entgegenkommen m\u00fcssen. Das Spiel, das man jetzt mit uns treibt, ist nicht sehr ehrlich. (Eintragung Ende J\u00e4nner 1937)<a href=\"#_ftn73\" name=\"_ftnref73\"><span class=\"Reference\">[73]<\/span><\/a><\/p>\n<p>Im M\u00e4rz ist der &#8222;Komplex&#8220; Zsolnay noch immer nicht durchgestanden:<\/p>\n<p class=\"zitat\">Seit Monaten k\u00e4mpfe ich mit dem Entschlu\u00df, meine Gedichte Zsolnay vorzulegen. Es ist klar, da\u00df kein anderer Verleger sie drucken w\u00fcrde. Gesammelte Gedichte von einem unbekannten Autor? Wahnsinn! Auch von Langen-M\u00fcller und Insel-Verlag w\u00e4re nichts zu erhoffen. Ich stehe zu allein da.<br \/>\nUnd gegen den Zsolnay-Verlag habe ich Ekelgef\u00fchle &#8211; ganz abgesehen davon, da\u00df er in Deutschland auf vielfache Widerst\u00e4nde st\u00f6\u00dft&#8230;<br \/>\nDiese einzige Chance also ausschlagen?<br \/>\nGanz aus der \u00d6ffentlichkeit verschwinden? (Eintragung vom 20.3.1937)<\/p>\n<p>In einer Tagebucheintragung vom 5. Februar 1938 weist sich Hartlieb als genauer Leser der Attacken Will Vespers in der <em>Neuen Literatur <\/em>aus, der mit seinen Urteilen gut reden hat:<\/p>\n<p class=\"zitat\">Noch ein Wort \u00fcber Verlagsschmerzen. Meine letzten B\u00fccher, &#8222;Fridericus&#8220; und &#8222;Haus einer Kindheit&#8220;, sind bei Zsolnay erschienen. Warum in diesem j\u00fcdischen Verlag? Weil die deutschen, bei denen ich anklopfte, ablehnten. Wie bitter es mir ist, Autor eines Verlegers zu sein, den ich selbst ehemals wiederholt scharf angegriffen habe, brauche ich nicht zu sagen. Ich h\u00e4tte schon <em>viel mehr <\/em>bei Zsolnay herausgeben k\u00f6nnen, z\u00f6gerte aber immer wieder, lie\u00df die Zeit verstreichen &#8211; in Erwartung eines Wunders. Ein Jahr habe ich jetzt den Verlag nicht mehr betreten, ich lie\u00df 1937 vor\u00fcbergehen, obwohl ich wieder etwas h\u00e4tte drucken lassen k\u00f6nnen &#8211; und, vom Standpunkt des Verlages aus, sogar sollen. Ich kann nun nicht noch ein Jahr verlieren, denn das w\u00e4re Selbstmord. Unbedingt wieder herausgeben m\u00f6chte ich &#8222;Fortschritt ins Nichts&#8220;, das ja nach dem Zusammenbruch des Georg M\u00fcller Verlages verramscht wurde. Ich werde das nun doch wieder Zsolnay \u00fcbergeben, da ich keine andere Publikationsm\u00f6glichkeit habe. Und ich mu\u00df es hinnehmen, da\u00df ich wiederum zu den von Will Vesper teils beschimpften, teils totgeschwiegenen Autoren geh\u00f6ren werde &#8211; wahrlich ohne meine Schuld. Will Vesper meint &#8211; er schrieb es wiederholt in seiner Zeitschrift -, da\u00df jeder nationale Autor einen nationalen Verlag finde, die Verbindung mit Zsolnay also unentschuldbar sei. Aber er irrt: <em>ich <\/em>finde diesen Verleger nicht. Und was soll ich tun? Mich umbringen? Das w\u00e4re doch ein bi\u00dfchen zu viel verlangt. Herr Vesper sollte nicht ungl\u00fcckliche Schriftsteller angreifen, sondern kleinherzige Verleger.<\/p>\n<h3><a class=\"none\" name=\"Heading4\"><\/a> Der &#8222;Getto-Verlag&#8220;<\/h3>\n<p><a href=\"http:\/\/verlagsgeschichte.murrayhall.com\/wp-content\/uploads\/2015\/09\/Paul-Zsolnay-2.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft wp-image-690\" src=\"http:\/\/verlagsgeschichte.murrayhall.com\/wp-content\/uploads\/2015\/09\/Paul-Zsolnay-2-202x300.jpg\" alt=\"Paul Zsolnay Signet 2\" width=\"110\" height=\"163\" srcset=\"http:\/\/verlagsgeschichte.murrayhall.com\/wp-content\/uploads\/2015\/09\/Paul-Zsolnay-2-202x300.jpg 202w, http:\/\/verlagsgeschichte.murrayhall.com\/wp-content\/uploads\/2015\/09\/Paul-Zsolnay-2-101x150.jpg 101w, http:\/\/verlagsgeschichte.murrayhall.com\/wp-content\/uploads\/2015\/09\/Paul-Zsolnay-2.jpg 323w\" sizes=\"auto, (max-width: 110px) 100vw, 110px\" \/><\/a>Es wurde sowohl von Vesper als auch von seiten \u00f6sterreichischer Zeitungen immer wieder behauptet, Zsolnay h\u00e4tte in der Schweiz einen &#8222;Getto-Verlag&#8220; geschaffen und seine im Reich unter dem Impressum Paul Zsolnay Verlag unverk\u00e4uflichen Autoren dorthin abgeschoben. So schrieb <em>Der Morgen <\/em>am 23. April 1935: &#8222;Im Jahre 1933, knapp nach dem Beginn der Hitler-Herrschaft, wurde pl\u00f6tzlich in Z\u00fcrich ein Verlag gegr\u00fcndet, der den Titel ,Bibliothek zeitgen\u00f6ssischer Autoren&#8220; tr\u00e4gt&#8220; (S. 10). Nach Vesper wurde es klar, &#8222;da\u00df er seine alte Juden und Judengenossenliteratur im neuen Deutschland nicht mehr verkaufen konnte. Der Verlag ,stellte sich um&#8220;! Die Judenliteratur wurde nach Z\u00fcrich abgeschoben, in eine ,Bibliothek zeitgen\u00f6ssischer Autoren&#8220;, die merkw\u00fcrdigerweise nur alte Zsolnayliteraten verlegt. Angeblich hat aber der Zsolnayverlag nichts mit ihr zu tun&#8220;.<a href=\"#_ftn74\" name=\"_ftnref74\"><span class=\"Reference\">[74]<\/span><\/a> Dies entspricht aber nicht ganz den Tatsachen, denn der betreffende Verlag existierte einige Jahre lang, bevor \u00fcberhaupt von &#8222;Emigranten&#8220;, B\u00fccherverbrennungen, Verboten und dgl. die Rede war. Nach eigener Aussage war Zsolnay aus rein wirtschaftlichen Gr\u00fcnden (ab 1933) nicht mehr in der Lage, weiterhin den Verlag von in Deutschland nicht genehmen Autoren zu \u00fcbernehmen. Daher kam ihm sowohl aus finanziellen als auch aus pers\u00f6nlichen Gr\u00fcnden der bereits bestehende Schweizer Ableger sehr gelegen.<\/p>\n<p>Der Plan, diesen Ableger &#8211; &#8222;Paul Zsolnays Bibliothek zeitgen\u00f6ssischer Werke&#8220; &#8211; zu gr\u00fcnden, wurde sp\u00e4testens 1929 gefa\u00dft. So schrieb der Verlag am 26. Oktober 1929 an die Korporation der Wiener Buch-, Kunst- und Musikalienh\u00e4ndler, er sei &#8222;im Begriffe in der Schweiz, mit dem Sitz in Bern, eine Verlagsaktiengesellschaft, unter dem Firmenwortlaut ,Paul Zsolnays Bibliothek zeitgen\u00f6ssischer Werke Verlags A.G.&#8220; zu gr\u00fcnden&#8220;.<a href=\"#_ftn75\" name=\"_ftnref75\"><span class=\"Reference\">[75]<\/span><\/a> Handelsgerichtlich protokolliert wurde das Unternehmen in Bern anscheinend nicht<a href=\"#_ftn76\" name=\"_ftnref76\"><span class=\"Reference\">[76]<\/span><\/a>, wohl aber wurden &#8222;die ersten Exemplare dieser modernen billigen Reihe&#8220; bereits Ende November 1929 in \u00d6sterreich ausgeliefert.<a href=\"#_ftn77\" name=\"_ftnref77\"><span class=\"Reference\">[77]<\/span><\/a> Hergestellt &#8211; also gebunden und gedruckt &#8211; wurden sie bei R. Kiesel in Salzburg. Wieviele B\u00e4nde dieser &#8222;Serie&#8220; mit Impressum &#8222;Bern&#8220; und neuem, umgewandelten Zsolnay-Signet 1929-30 herausgegeben wurden, konnte nicht pr\u00e4zis ermittelt werden. Jedenfalls &#8222;erschienen&#8220; in Bern beispielsweise John Galsworthys Roman <em>Die dunkle Blume <\/em>(o J.), H.G. Wells&#8220; Roman <em>Der Traum <\/em>(1930) und in Z\u00fcrich Franz Werfels Roman <em>Der Abituriententag <\/em>(1929). Warum der &#8222;neue&#8220; Verlag nach dem Zwischenspiel in Bern nach Z\u00fcrich \u00fcbersiedelte, ist nicht bekannt. Als Willy Haas als Redakteur der <em>Literarischen Welt <\/em>in Berlin Anfang 1930 &#8222;Eine Reise zu den Wiener Verlegern&#8220; unternahm, um die &#8222;Situation der \u00f6sterreichischen Buchproduktion 1930&#8220; kennenzulernen, traf er mit Verlagsleiter Felix Costa zusammen. Dieser teilte ihm u.a. folgendes mit:<\/p>\n<p class=\"zitat\">Einen gro\u00dfen Erfolg hatten wir auch mit einer billigen B\u00fccher-Reihe. Wir geben n\u00e4mlich einige besonders erfolgreiche B\u00fccher des Verlages in wohlfeilen Ausgaben heraus, der anst\u00e4ndig gedruckte und gebundene Band Zu 3,60 M. In dieser Serie haben wir bisher Werfels Abituriententag, Die Geschichte unserer Welt von H.G. Wells, Brods Roman Die Frau, nach der man sich sehnt und Galsworthys Die dunkle Blume herausgebracht. Der Zyklus betitelt sich ,Paul Zsolnays Bibliothek zeitgen\u00f6ssischer Werke&#8220; und wird ohne \u00dcbereilung allm\u00e4hlich fortgesetzt werden.<a href=\"#_ftn78\" name=\"_ftnref78\"><span class=\"Reference\">[78]<\/span><\/a><\/p>\n<p>Auf dem Schutzumschlag eines dieser B\u00e4nde (Max Brods <em>Zauberreich der Liebe) <\/em>werden zwanzig Werke angegeben:<\/p>\n<p class=\"zitat\">Max Brod, <em>R\u00ebubeni. Ein Renaissanceroman.<br \/>\n<\/em>Max Brod, <em>Die Frau, nach der man sich sehnt. Roman.<br \/>\n<\/em>John Galsworthy, <em>Das Herrenhaus. Roman.<br \/>\n<\/em>John Galsworthy, <em>Die dunkle Blume. Roman.<br \/>\n<\/em>John Galsworthy, <em>Der Patrizier. Roman. <\/em>\u00dcb. Leon Schalit<br \/>\nR. Martin du Gard, Jean <em>Barois. Roman.<br \/>\n<\/em>Walter von Molo, <em>Mensch Luther. Roman.<br \/>\n<\/em>Sinclair Lewis, <em>Die Benzinstation. Roman<br \/>\n<\/em>G. von der Vring, <em>Soldat Suhren. Roman.<br \/>\n<\/em>Anton Tschechow, <em>Die Trag\u00f6die auf der Jagd. Roman.<br \/>\n<\/em>Franz Werfel, <em>Der Abituriententag Roman.<br \/>\n<\/em>Schalom Asch, <em>Mottke der Dieb. Roman.<br \/>\n<\/em>Schalom Asch, <em>Die Mutter. Roman.<br \/>\n<\/em>Ernst Lothar, <em>Der Hellseher. Roman.<br \/>\n<\/em>Egmont Colerus, <em>Die neue Rasse. Roman.<br \/>\n<\/em>Kasimir Edschmid, <em>Lord Byron. Roman einer Leidenschaft.<br \/>\n<\/em>H.G. Wells, <em>Der Traum. Roman.<br \/>\n<\/em>H.G. Wells, <em>Die Geschichte unserer Welt.<br \/>\n<\/em>Heinrich Mann, <em>Mutter Marie. Roman.<br \/>\n<\/em>Johann Fabricius, <em>Das M\u00e4dchen mit dem blauen Hut. Roman.<\/em><\/p>\n<p>Mit Gesellschaftsvertrag vom 28. Februar 1930 wurde die &#8222;Paul Zsolnay Bibliothek zeitgen\u00f6ssischer Werke Verlags-A.G.&#8220; am 22. M\u00e4rz 1930 in das Firmenbuch, Register A des Handelsgerichts in Z\u00fcrich eingetragen.<a href=\"#_ftn79\" name=\"_ftnref79\"><span class=\"Reference\">[79]<\/span><\/a> Inhaber der Firma, die ein Aktienkapital von 50.000 Francs aufwies, war &#8211; wohl wegen der Gesetzesvorschriften &#8211; ein Schweizer Kaufmann namens Willy Waller. Die &#8222;Natur des Gesch\u00e4ftes&#8220; (Betriebsgegenstand) war der &#8222;Betrieb des Verlagsgesch\u00e4ftes und des B\u00fchnenvertriebs, insbesondere Herausgabe von B\u00fcchern in volkst\u00fcmlicher Ausgabe usw.&#8220;. F\u00fcnf Personen &#8211; zwei Schweizer (Robert Faesi und der Z\u00fcricher RA Dr. Konrad Bloch) und drei \u00d6sterreicher (Zsolnay-Verlagsleiter Felix Costa und Prokurist Stefan Halazs) geh\u00f6rten dem ersten Verwaltungsrat an. Mit Statutenrevision vom 20. M\u00e4rz 1934 kam es dann zu einer Umwandlung der Z\u00fcricher Firma und zu personellen Ver\u00e4nderungen: Zsolnay und Costa schieden offiziell aus der Firma aus, und diese wurde in &#8222;Bibliothek zeitgen\u00f6ssischer Werke Verlags A.G.&#8220; umbenannt und am 24. M\u00e4rz 1934 im Z\u00fcricher Firmen-Buch eingetragen. Ob es sich hier um einen freiwilligen taktischen Zug Zsolnays handelt, oder er gezwungen war bzw. wurde, sich von der &#8222;unerw\u00fcnschten Literatur&#8220; g\u00e4nzlich zu trennen, ist nicht bekannt. Unter dem Namen &#8222;Paul Zsolnays Bibliothek zeitgen\u00f6ssischer Werke Verlags A.G.&#8220;, also in den drei Jahren von 1930 bis 1932 &#8211; f\u00fcr das Jahr 1933 konnten seltsamerweise keine Titel nachgewiesen werden &#8211; brachte das Unternehmen mindestens 15 Werke (1930: 8; 1931:6; 1932:1) heraus. Da\u00df es allerdings mehr gegeben haben mu\u00df, h\u00e4ngt damit zusammen, da\u00df die Produktion 1929\/30 (Impressum Bern) nicht ann\u00e4hernd erfa\u00dft werden konnte. Sieht man die Namen der Autoren dieser Romane an, so entkr\u00e4ftet sich gleich der Vorwurf von 1935, Zsolnay h\u00e4tte &#8222;seine alte Juden- und Judengenossenliteratur&#8220; quasi erst nach dem M\u00e4rz 1933 nach Z\u00fcrich abgeschoben. So sind folgende Autoren bis 1932 mit Romanwerken vertreten: Max Brod (2 Werke), Schalom Asch (2 Werke), Johann Fabricius, Heinrich Mann, Kasimir Edschmid (2 Werke), H.G. Wells, Sinclair Lewis, Georg von der Vring, Anton Tschechow.<\/p>\n<p>Dem Charakter nach zum &#8222;Getto-Verlag&#8220; wurde das Unternehmen erst 1934 und 1935, also in den zwei Jahren, in denen die Z\u00fcrcher &#8222;Bibliothek zeitgen\u00f6ssischer Werke&#8220; \u00fcberhaupt aktiv war. In diesen beiden Jahren erschienen mindestens 14 Titel<a href=\"#_ftn80\" name=\"_ftnref80\"><span class=\"Reference\">[80]<\/span><\/a>, darunter zwei Romane von Schalom Asch<a href=\"#_ftn81\" name=\"_ftnref81\"><span class=\"Reference\">[81]<\/span><\/a>, 2 Werke von Paul Frischauer<a href=\"#_ftn82\" name=\"_ftnref82\"><span class=\"Reference\">[82]<\/span><\/a>, ein Roman von Lili Gr\u00fcn<a href=\"#_ftn83\" name=\"_ftnref83\"><span class=\"Reference\">[83]<\/span><\/a> Novellen von Heinrich Eduard Jacob<a href=\"#_ftn84\" name=\"_ftnref84\"><span class=\"Reference\">[84]<\/span><\/a>, zwei B\u00fccher von Josef L\u00f6bel<a href=\"#_ftn85\" name=\"_ftnref85\"><span class=\"Reference\">[85]<\/span><\/a>, zwei Werke von Robert Neumann<a href=\"#_ftn86\" name=\"_ftnref86\"><span class=\"Reference\">[86]<\/span><\/a>, ein Roman von Viktoria Wolf<a href=\"#_ftn87\" name=\"_ftnref87\"><span class=\"Reference\">[87]<\/span><\/a> sowie drei Werke von Otto Zarek.<a href=\"#_ftn88\" name=\"_ftnref88\"><span class=\"Reference\">[88]<\/span><\/a><\/p>\n<p>Nach der Umbenennung im M\u00e4rz 1934 blieb Stefan Halasz Prokurist der Z\u00fcrcher Firma bis Mai, bei Zsolnay in Wien bis Juli. Die Kollektivprokuristin Grete Geiringer (bis M\u00e4rz 1935 bei Zsolnay in Wien) trat dessen Stelle an und bekleidete diesen Posten zumindest auf dem Papier bis 1940. Robert Faesi und Konrad Bloch schieden schon Anfang 1935 aus. Der Aufl\u00f6sungsbeschlu\u00df der Firma erfolgte am 4.3.1940. Infolge beendeter Liquidation wurde sie am 8. J\u00e4nner 1941 aus dem Firmenbuch beim Handelsgericht Z\u00fcrich gel\u00f6scht.<\/p>\n<p>Dadurch, da\u00df Paul Zsolnay in Zusammenhang mit der &#8222;Gleichschaltung&#8220; seines Verlags so sehr ins Gerede kam, wurden gegen Ende 1935 seine Chancen betr\u00e4chtlich geschm\u00e4lert, in die erste Garnitur als Mitglied der Verwaltungskommission des Verlagsf\u00f6rderungsfonds aufgenommen zu werden. Auf diesen Punkt wurde an anderer Stelle dieser Arbeit n\u00e4her eingegangen.<\/p>\n<p>Es d\u00fcrfte aber f\u00fcr Zsolnay ein Trost gewesen sein, da\u00df er zwei Jahre sp\u00e4ter vom Bundespr\u00e4sidenten eine hohe Auszeichnung entgegennehmen konnte. Wiewohl Ehrendoktorate von \u00f6sterreichischen Universit\u00e4ten offenbar reichsdeutschen Verlegern, die &#8211; auf \u00d6sterreich bezogen &#8211; eher das nationale Schrifttum der Alpenrepublik pflegten, vorbehalten waren, wurde f\u00fcr Paul Zsolnay als Ordensgrad &#8211; wie das BKA (AA) trocken festh\u00e4lt &#8211; das &#8222;Ritterkreuz des \u00f6sterreichischen Verdienstordens&#8220; &#8222;f\u00fcr angemessen gehalten&#8220;.<a href=\"#_ftn89\" name=\"_ftnref89\"><span class=\"Reference\">[89]<\/span><\/a> Die Anregung im Fr\u00fchjahr 1937, Paul Zsolnay mit einem Orden auszuzeichnen, kam vom Staatssekret\u00e4r f\u00fcr Ausw\u00e4rtige Angelegenheiten, Dr. Guido Schmidt, bzw. vom Unterrichtsministerium. Da der nicht ganz 42 Jahre alte Zsolnay tschechoslowakischer Staatsb\u00fcrger war, mu\u00dften sowohl die tschechische Regierung als auch der \u00f6sterreichische Gesandte in Prag die Dekorierung bef\u00fcrworten. Guido Schmidt hat am 12. Juni 1937 die Verleihung der Auszeichnung folgenderma\u00dfen <em>pers\u00f6nlich <\/em>bef\u00fcrwortet:<\/p>\n<p class=\"zitat\">Paul Zsolnay hat in seinem Wirkungskreis bereits seit einer l\u00e4ngeren Zeit von Jahren das \u00f6sterreichische Schrifttum und das \u00f6sterreichische Verlagsgesch\u00e4ft, sowie den \u00f6sterr. Buchhandel in verdienstvoller Weise gef\u00f6rdert und hat insbesondere auch die kommerziellen und kulturellen Beziehungen mit dem Auslande auf diesem Gebiete erfolgreich unterst\u00fctzt.<br \/>\nIm Hinblick auf die Bedeutung, die dem Ausbau des \u00f6sterreichischen Rufes als kulturelles und literarisches Zentrum zukommt, hat das Bundesministerium f\u00fcr Unterricht die Dekorierung des Genannten angeregt.<br \/>\n(&#8230;)<a href=\"#_ftn90\" name=\"_ftnref90\"><span class=\"Reference\">[90]<\/span><\/a><\/p>\n<p>Die Feier fand im Herbst statt und veranla\u00dfte den <em>Anzeiger, <\/em>einen leicht anachronistischen Bericht zu bringen:<\/p>\n<p class=\"zitat\">(&#8230;) Wie allgemein bekannt, hat Paul Zsolnay, der Abkomme einer Patrizierfamilie der alten Monarchie, seit Bestehen seines Verlages zur Pflege und F\u00f6rderung wertvoller \u00f6sterreichischer Literatur in gro\u00dfz\u00fcgiger Weise beigetragen. Viele Talente unseres Vaterlandes verdanken es ihm und dem Wirken seines Verlages, da\u00df sie nicht nur in \u00d6sterreich, sondern auch im Ausland die ihnen geb\u00fchrende W\u00fcrdigung und Popularit\u00e4t erlangen konnten.<a href=\"#_ftn91\" name=\"_ftnref91\"><span class=\"Reference\">[91]<\/span><\/a><\/p>\n<p>Obwohl Will Vesper seine vorlaute Kampagne gegen Zsolnay Ende 1935 einstellte, verga\u00df er den Wiener Verlag nicht. Im Februar 1937 richtete er seine Aufmerksamkeit wieder einmal auf &#8222;die j\u00fcdischen Verlage des Auslandes&#8220;, da nun &#8222;die j\u00fcdische Literaturherrschaft in Deutschland (&#8230;) beseitigt&#8220; sei.<a href=\"#_ftn92\" name=\"_ftnref92\"><span class=\"Reference\">[92]<\/span><\/a> Bedauert wurde noch, da\u00df sich das <em>B\u00f6rsenblatt <\/em>&#8222;selbstverst\u00e4ndlich dem Wiener oder Z\u00fcrcher deutschen Verleger&#8220; nicht verschlie\u00dfen durfte.<\/p>\n<p class=\"zitat\">Auf diese Weise ist es aber auch den dortigen Judenverlegern m\u00f6glich, ihre Erzeugnisse im &#8222;B\u00f6rsenblatt&#8220; anzupreisen. Und da die j\u00fcdischen Verlage sich vielfach geschickt zu tarnen wissen, auch im Inland sich offenbar noch manche nach der alten j\u00fcdischen Kost sehnen, so erleben wir zur Zeit eine \u00dcberschwemmung des deutschen B\u00fcchermarktes mit Literatur aus au\u00dferdeutschen j\u00fcdischen Verlagen. Da\u00df das durchweg keine nationalsozialistische und deutsche Literatur ist, braucht man wohl nicht erst zu betonen.<\/p>\n<p class=\"zitat\">Selbstverst\u00e4ndlich hat jeder der j\u00fcdischen Verlage auch ein paar Renommierarier, hinter denen er sein eigentliches Gesicht verbirgt. Es gibt ja leider noch immer deutsche Schriftsteller, die sich dazu hergeben. (&#8230;) Unsere Leser sind \u00fcber den Judenverlag Zsolnay gen\u00fcgend unterrichtet. (&#8230;) (ebda.)<\/p>\n<p>Als &#8222;Nachrichten f\u00fcr Buchh\u00e4ndler und Buchkritiker&#8220; lieferte Vesper im Februar 1938 noch Hinweise auf Buchanzeigen von j\u00fcdischen Autoren und j\u00fcdischen Verlagen im <em>B\u00f6rsenblatt. <\/em>Nach der apodiktischen Feststellung &#8222;Judenverlage sind&#8220;, folgt u.a. der Paul Zsolnay Verlag.<a href=\"#_ftn93\" name=\"_ftnref93\"><span class=\"Reference\">[93]<\/span><\/a> Im Mai 1938 befa\u00dft sich Vesper ein letztes Mal mit Zsolnay, obwohl seine Bemerkungen keine allzu gro\u00dfe Kenntnis der undurchsichtigen und chaotischen Lage bei der &#8222;Arisierung&#8220; des Paul Zsolnay Verlags verraten:<\/p>\n<p class=\"zitat\">Unser Freund, der Zsolnay-Verlag, ist in zuverl\u00e4ssige Betreuung genommen worden. Wie einst bei Ullstein, raten wir auch hier: man lasse den besudelten Namen so schnell wie m\u00f6glich verschwinden! Unter der Flagge eines Judennamens kann kein deutsches Unternehmen gl\u00fcckhaft weitersegeln.<a href=\"#_ftn94\" name=\"_ftnref94\"><span class=\"Reference\">[94]<\/span><\/a><\/p>\n<p>Da wir mit der Gesch\u00e4ftsentwicklung des Paul Zsolnay Verlags Anfang der drei\u00dfiger Jahre begonnen haben, wollen wir diesen Abschnitt mit einem Blick auf den Gesch\u00e4ftsgang des Verlags im letzten Halbjahr 1937 und im ersten Quartal 1938 schlie\u00dfen. Auf die umfangreichen personellen Ver\u00e4nderungen im Verlag im Zusammenhang mit der &#8222;Arisierung&#8220; wurde an anderer Stelle dieser Arbeit ausf\u00fchrlich eingegangen. Abgesehen von den Werken Franz Werfels (bzw. kurze Zeit Felix Saltens) wurden die B\u00fccher von in Deutschland unerw\u00fcnschten bzw. verbotenen Autoren nach 1933\/34 erst gar nicht herausgegeben. Wie bereits angedeutet, hielt sich der Verlag mit der Herausgabe von Werken meist nationaler Autoren oder ausl\u00e4ndischer Schriftsteller \u00fcber Wasser. Der Zsolnay Verlag suchte nur \u00e4u\u00dferst selten um Mittel aus dem Verlagsf\u00f6rderungsfonds an und bekam nur vereinzelt kleine Beitr\u00e4ge. Trotz des &#8222;Kompromi\u00dfprogramms&#8220; des Paul Zsolnay Verlags ist noch gar nicht gesagt, da\u00df er im Reich nicht mit Absatzproblemen zu k\u00e4mpfen hatte. Der Verlag annoncierte auff\u00e4llig und au\u00dferordentlich viel im <em>B\u00f6rsenblatt, <\/em>stand aber bei einer wohl nicht geringen Zahl von Buchh\u00e4ndlern, die durch Will Vesper entsprechend informiert waren,. auf einer &#8222;schwarzen Liste&#8220;. So erwies sich die &#8222;Gleichschaltung&#8220; letzten Endes als Bumerang, auch f\u00fcr die Autoren, deren Rechnung nicht aufging. Hief\u00fcr bezeichnend ist die geheimzuhaltende Weisung im November 1937, den Paul Zsolnay Verlag und andere \u00f6sterreichische Firmen in Deutschland zu sabotieren, d.h. B\u00fccher nicht mehr zu vertreiben, keine Bestellungen mehr entgegenzunehmen, Werke nicht mehr in die Auslage zu stellen usw.<\/p>\n<p>Nach dem &#8222;Gesch\u00e4ftsbericht \u00fcber die Betriebsperiode vom 1. Juli bis 31. Dezember 1937&#8220;, der bei der a.o. Generalversammlung am 26. April 1938 erstattet wurde, zu schlie\u00dfen, brachte der &#8222;Anschlu\u00df&#8220; vom gesch\u00e4ftlichen Standpunkt aus eigentlich nur Schlechtes.<\/p>\n<p>Im 2. Halbjahr 1937 hatte der Paul Zsolnay Verlag 37 Werke herausgegeben, &#8222;die zum gro\u00dfen Teil nicht nur materiell, sondern auch vor allem in ideeller Beziehung als durchaus erfolgreich anzusehen waren&#8220;.<a href=\"#_ftn95\" name=\"_ftnref95\"><span class=\"Reference\">[95]<\/span><\/a> Der Umsatz hatte sich in dieser Periode im Vergleich zum Vorjahr immerhin um 10% gehoben. Nur: selbst unter pers\u00f6nlichen finanziellen Opfern Zsolnays war es der Gesellschaft dennoch nicht gelungen, Dividende auszusch\u00fctten und &#8222;nicht einmal Zinsen f\u00fcr das dem Verlag gew\u00e4hrte Darlehen zu verg\u00fcten&#8220;. In den ersten Monaten des Jahres 1938 setzte sich die Umsatzsteigerung fort und h\u00f6rte Mitte M\u00e4rz mit einem Schlag auf. Durch den &#8222;Anschlu\u00df&#8220; und die damit verbundene W\u00e4hrungsumstellung erlitten nicht nur der Zsolnay Verlag, sondern so gut wie alle Buchh\u00e4ndler und Sortimenter einen gewaltigen R\u00fcckschlag. Also: die Kehrseite des Freudentaumels vom 12. M\u00e4rz:<\/p>\n<p class=\"zitat\">Die Festsetzung des Markkurses 1 Mark gleich S 1.50 hat uns einen ganz gewaltigen Verlust gebracht, da wir namhafte Mark-Au\u00dfenst\u00e4nde haben, denen unsererseits gro\u00dfe Schillingverpflichtungen gegen\u00fcberstehen. Wir sch\u00e4tzen diesen Verlust auf ca S 150.000 und m\u00fcssen unsere ganze Hoffnung darauf setzen, da\u00df durch eine geplante und uns in gro\u00dfz\u00fcgiger Weise in Aussicht gestellte teilweise Schadensgutmachung dieser Betrag so weit herabgemindert werden wird, da\u00df wir, wenn schon nicht mit dem erhofften Gewinn, so doch wenigstens ohne namhaften Verlust das laufende Gesch\u00e4ftsjahr werden abschlie\u00dfen k\u00f6nnen. (&#8230;) (ebda.)<\/p>\n<p>Der &#8222;Anschlu\u00df&#8220; samt w\u00e4hrungspolitischen Ma\u00dfnahmen f\u00fchrte auch noch dazu, da\u00df der Verlag unter dem Kalkulationspreis (1 M = S 2) verkaufen mu\u00dfte. Auch stiegen die Handlungskosten. Die einzige Hoffnung f\u00fcr den Verlag bestand darin,<\/p>\n<p class=\"zitat\">da\u00df durch die Vereinigung Deutsch\u00f6sterreichs mit Deutschland und die dadurch erm\u00f6glichte Umstellung des Betriebes die Werke unseres Verlages in Deutschland leichtere Absatzm\u00f6glichkeiten finden werden und da\u00df sich aus dieser Tatsache eine weitere Umsatzsteigerung vielleicht ergibt. (ebda.)<\/p>\n<p>Dank der au\u00dferordentlichen Unterst\u00fctzung der kommissarischen Leitung (!) glaubten aber die Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer<\/p>\n<p class=\"zitat\">unseren Gesch\u00e4ftsbericht mit der Hoffnung schlie\u00dfen zu d\u00fcrfen, da\u00df unser Unternehmen einer besseren Zukunft entgegengehen und dadurch die M\u00f6glichkeit erhalten wird, sich noch mit verst\u00e4rkten Kr\u00e4ften seinem kulturellen Aufgabenkreis widmen zu k\u00f6nnen. (ebda.)<\/p>\n<p>Wie sich die weitere Entwicklung des Paul Zsolnay Verlags gestaltete, wurde an anderer Stelle (&#8222;Arisierung&#8220;) eingehend behandelt. W\u00e4hrend des Krieges ging Zsolnay endg\u00fcltig nach England, wo er weiterhin als Verleger t\u00e4tig war. 1946 wurde der Paul Zsolnay Verlag wiedererrichtet. 1948 blickte der Verlag in Form eines gro\u00dfen Almanachs nach 15j\u00e4hriger T\u00e4tigkeit auf 25 Jahre Verlagsarbeit zur\u00fcck. Der Gr\u00fcnder und Inhaber des Verlags, Paul Zsolnay, starb knapp vor seinem 67. Geburtstag nach langer Krankheit am 13. Mai 1961 in Wien.<\/p>\n<h3><a class=\"none\" name=\"Heading5\"><\/a> Exkurs: Im Reich verbotene Zsolnay-Werke*<\/h3>\n<p>Es ist davon die Rede gewesen, da\u00df der Paul Zsolnay Verlag aus wirtschaftlichen Gr\u00fcnden nicht in der Lage war, Werke der im Reich unerw\u00fcnschten Autoren zu verlegen. Auch sind einige Namen genannt worden. Im folgenden wollen wir konkret diejenigen Autoren und Werke des Zsolnay-Verlags anf\u00fchren, deren Verbreitung im Deutschen Reich ab 1933 verboten war.<\/p>\n<p class=\"zitat\">Claude Anet, <em>Ariane. Ein russisches M\u00e4dchen. Roman.\u00a0<\/em>(1.-5. Tsd.) 1924; 156.-165. Tsd. 1931<br \/>\nSchalom Asch, <em>Die Gefangene Gottes. Roman.<\/em> 1.-10. Tsd. 1932<br \/>\n<em>Die Kinder Abrahams. Novellen aus Amerika. <\/em>1931<br \/>\n<em>Moskau. Roman. <\/em>1930<br \/>\n<em>Mottke der Dieb. Roman. <\/em>1931<br \/>\n<em>Die Mutter. Roman <\/em>1930<br \/>\n<em>Chaim Lederers R\u00fcckkehr. Roman. <\/em>1929<br \/>\n<em>Petersburg. Roman. <\/em>1929<br \/>\n<em>Von den V\u00e4tern. <\/em>1.-5. Tsd. 1931<br \/>\n<em>Warschau. Roman. <\/em>1930<br \/>\nHenri Barbusse, <em>Erhebung. Roman.<\/em> 1930<br \/>\n<em>Zola. Der Roman seines Lebens. <\/em>1.-5. Tsd. 1932<br \/>\nMax Brod, <em>Die Frau, nach der man sich sehnt. <\/em>1.-15. Tsd. 1927<br \/>\n<em>Eine Liebe Zweiten Ranges. Roman.<\/em>11.-15. Tsd. 1929<br \/>\n<em>Lord Byron kommt aus der Mode. Schauspiel in drei Akten. <\/em>1929<br \/>\n<em>R\u00ebubeni. Ein Renaissanceroman.<\/em> 35. Tsd. 1930<br \/>\n<em>Stefan Rott oder das Jahr der Entscheidung.<\/em> 1.-20. Tsd. 1931<br \/>\n<em>Zauberreich der Liebe. Roman. <\/em>1.-20. Tsd. 1928<br \/>\nErich Ebermayer, <em>Kampf um Odilienberg. Roman. <\/em>1929<br \/>\nFannina W. Halle, <em>Die Frau in Sowjetrussland. <\/em>1932<br \/>\nIlja Ilf\/Eug. Petrow, <em>Ein Million\u00e4r in Sowjetrussland. <\/em>Roman. 1932<br \/>\nValentin Katajew, <em>Die Defraudanten. Roman. <\/em>1.-5. Tsd. 1928<br \/>\nHermann Kesser, <em>Musik in der Pension. Roman.<\/em> 1.-5. Tsd.1928<br \/>\nEugen Lennhoff, <em>Politische Geheimb\u00fcnde im V\u00f6lkergeschehen. <\/em>1932<br \/>\nLeonid Leonow, <em>Aufbau. Roman aus Sowjetrussland.<\/em> 1930<br \/>\n<em>Die Bauern von Wory. Roman <\/em>1926<br \/>\n<em>Der Dieb. Roman. <\/em>1.-5. Tsd. 1928<br \/>\nErnst Lothar, <em>Der Kampf um das Herz. Roman. <\/em>6.-10. Tsd. 1930<br \/>\nEmil Ludwig, <em>Bismarck. Geschichte eines K\u00e4mpfers.<\/em> 1932<br \/>\n<em><em><em><em><em><em><em><em><em><em>Dramatische Dichtungen.<\/em><\/em><\/em><\/em><\/em><\/em><\/em><\/em><\/em><\/em> 1932<br \/>\n<em>Goethe. K\u00e4mpfer und F\u00fchrer.<\/em> 1932<br \/>\n<em><em><em><em><em>Schliemann. Geschichte eines Goldsuchers.<\/em><\/em><\/em><\/em><\/em> 1.&#8211;20. Tsd. 1932<br \/>\n<em><em>Genie und Charakter. Sammlung m\u00e4nnlicher Bildnisse<\/em><\/em>. 80. Tsd. 1932<br \/>\nHeinrich Mann, Gesammelte Werke<br \/>\n<em><em>Eug\u00e9nie oder die B\u00fcrgerzeit. Roman.<\/em><\/em> 1.-25. Tsd. 1928<br \/>\n<em>Die G\u00f6ttinnen oder die drei Romane der Herzogin von Assy.<\/em> 1932<em> Die Jagd nach Liebe. Roman<\/em>. 1932<br \/>\n<em>Sieben Jahre. Chronik der Gedanken und Vorg\u00e4nge.\u00a0<\/em>(1921-1928). 1929<br \/>\n<em>Der J\u00fcngling<\/em>.<br \/>\n<em>Das Kaiserreich I-III. (Der Untertan, Die Armen, Der Kopf)<\/em> 1925<br \/>\n<em>Ein ernstes Leben. Roman. <\/em>1.-12. Tsd. 1932<br \/>\n<em>Lilian und Paul. Novelle.<\/em> 1.-10. Tsd. 1926<br \/>\n<em>Mutter Marie. Roman.<\/em> 45. Tsd. 1930<br \/>\n<em>Sie sind jung.<\/em> 1929<br \/>\nBenito Mussolini, <em>Mussolinis Gespr\u00e4che mit Emil Ludwig.<\/em> 1.-20. Tsd. 1932<br \/>\nHans Natonek,<em> Geld regiert die Welt oder die Abenteuer des Gewissens. Roman.<\/em> 1930<br \/>\nRobert Neumann,<em> Das Schiff &#8222;Esp\u00e9rance&#8220;. Erz.<\/em> 1.-8. Tsd. 1931<br \/>\n<em>Unter falscher Flagge. Ein Lesebuch der deutschen Sprache f\u00fcr Fortgeschrittene.<\/em> 1.-12. Tsd. 1932<br \/>\nDie Sammellinse,<br \/>\nHerm. Sinsheimer,<em> Sturz in die Liebe. Roman.<\/em> 1933<br \/>\nHans Sochaczewer,<em> Das Liebespaar. Roman.<\/em> 1.-5. Tsd. 1928<br \/>\n<em>Menschen nach dem Kriege. Roman <\/em>1929<br \/>\nFranz Werfel,<em> Der Abituriententag. Die Geschichte einer Jugendschuld. Roman.<\/em> 1.-25. Tsd. 1928; 26.-35. Tsd. 1928<br \/>\n<em><em>Barbara oder die Fr\u00f6mmigkeit.<\/em><\/em> 1929<br \/>\n<em>Die Geschwister von Neapel. Roman.<\/em> 1.-30. Tsd. 1931<br \/>\nOtto Zarek, <em>Begierde. Roman einer Weltstadtjugend.<\/em> 1930; 11.-15. Tsd.\u00a01930; 16.-20. Tsd. 1930<\/p>\n<p>* Diese Aufstellung ist dem &#8222;Verzeichnis der seit 1933 im Deutschen Reich verbotenen B\u00fccher \u00f6sterreichischer Verlage&#8220; zugrunde gelegt, das den \u00f6sterreichischen Beh\u00f6rden von deutschen Stellen im Fr\u00fchjahr 1937 \u00fcberreicht wurde. Die hier angef\u00fchrte Liste von Zsolnay-B\u00fcchern ist freilich nicht ohne Inkongruenzen! Erstens ist fraglich, ob alle zitierten Werke \u00fcberhaupt lieferbar waren, und zweitens fehlen manche Werke indizierter Autoren. (Quelle: \u00d6Sta, AVA, BMU Zl. 13.687-I\/37)<\/p>\n<h3 id=\"anm1\"><a class=\"none\" name=\"Heading6\"><\/a> Anmerkungen<\/h3>\n<p class=\"Note\"><a href=\"#_ftnref1\" target=\"text\" name=\"_ftn1\">[1]<\/a> Dazu WOLFRAM GOBEL, Der Kurt Wolff Verlag 1913-1930. Expressionismus als verlegerische Aufgabe. In: Archiv f\u00fcr Geschichte des Buchwesens, Band XV, 1975, Sp. 52-962; bes. Sp. 744: &#8222;Der junge, finanzkr\u00e4ftige \u00f6sterreichische Verleger Paul Zsolnay konnte und wollte jedenfalls mehr bieten, als es die deutschen, durch die wirtschaftlichen Verh\u00e4ltnisse angeschlagenen Verlage tun konnten.&#8220;<\/p>\n<p class=\"Note\"><a href=\"#_ftnref2\" target=\"text\" name=\"_ftn2\">[2]<\/a> G\u00d6BEL, Sp. 859 f.: &#8222;Werfels noch immer in monatlichen Raten \u00fcberwiesene Honorare waren schlie\u00dflich so weit entwertet, da\u00df Werfel, der zus\u00e4tzlich noch von seinem Vater Zuwendungen erhielt, von Alma Mahler unterst\u00fctzt werden mu\u00dfte. Der Autor, der unter diesem Zustand sehr litt, stimmte endlich unter Einflu\u00df Alma Mahlers zu, seinen Wolff schon 1920 versprochenen Verdi-Roman dem befreundeten Paul von Zsolnay zu \u00fcbertragen, der mit diesem Buch im Mai (sic!] 1924 seinen Wiener Verlag er\u00f6ffnete. Wolff, der schon Werfels Beteiligung an dem Wiener Genossenschaftsverlag zugestimmt hatte, gab seinen Autor resigniert, aber gro\u00dfz\u00fcgig frei.&#8220;<\/p>\n<p class=\"Note\"><a href=\"#_ftnref3\" target=\"text\" name=\"_ftn3\">[3]<\/a> G\u00d6BEL, Sp. 744: &#8222;Mann, der seinen Verleger nach kaufm\u00e4nnischem Kalk\u00fcl w\u00e4hlte, verlie\u00df Wolff w\u00e4hrend der Inflation. ,Die Verlage produzieren kaum noch; wenn ich meinen Roman jetzt fertig h\u00e4tte, w\u00fcrde ich meinen Verleger in Verlegenheit setzen&#8220;, schrieb er im Oktober 1923 an Arthur Schnitzler. ,Ich erstrebe Valorisierung meines Vertrages mit Wolff, der mir seit Jahr und Tag so gut wie nichts gezahlt hat. Ich habe ein Gutachten eines Valorisations-Spezialisten erreicht, das mir g\u00fcnstig ist. Wenn Wolff infolgedessen seine Sache nicht verloren gibt, werde ich wohl klagen m\u00fcssen.&#8220; Ob Wolff auf die Forderungen Manns nicht eingehen konnte oder wollte, bleibt im Dunkel des verlorenen Verlagsarchivs.&#8220;<\/p>\n<p class=\"Note\"><a href=\"#_ftnref4\" target=\"text\" name=\"_ftn4\">[4]<\/a> Der Beitrag &#8222;Der Verlag Paul Zsolnay&#8220; von Paul Zsolnay erschien in einer Serie &#8222;Wie die gro\u00dfen deutschen Verlage gegr\u00fcndet wurden&#8220; In: <em>Die Literarische Welt <\/em>(Berlin), 4. Jg., Nr. 17, 27.4.1928, S. 3.<\/p>\n<p class=\"Note\"><a href=\"#_ftnref5\" target=\"text\" name=\"_ftn5\">[5]<\/a> ALMA MAHLER-WERFEL, Mein Leben. Frankfurt\/Main: Fischer Taschenbuch Verlag, 1963, S. 137. (FTB 545)<\/p>\n<p class=\"Note\"><a href=\"#_ftnref6\" target=\"text\" name=\"_ftn6\">[6]<\/a> <em>Anzeiger, <\/em>Nr. 14, 4.4.1924, S. 191. Auffallend in dieser Anzeige ist der Gebrauch eines Verlagssignets, das erst im Juli1925 markenrechtlich gesch\u00fctzt wurde. Siehe <em>\u00d6sterreichischer Zentral-Marken-Anzeiger. <\/em>Hg. vom BM f\u00fcr Handel und Verkehr, Wien, Nr. 7, 1925, ausgegeben am 10. Oktober 1925, S. 167.<\/p>\n<p class=\"Note\"><a href=\"#_ftnref7\" target=\"text\" name=\"_ftn7\">[7]<\/a> Das Buchhandelsadre\u00dfbuch gibt den 1.1.1924 als Gr\u00fcndungsdatum an.<\/p>\n<p class=\"Note\"><a href=\"#_ftnref8\" target=\"text\" name=\"_ftn8\">[8]<\/a> Dr. LEOPOLD THALER, Besuch bei Verlegern: Paul von Zsolnay. In: <em>Prager Tagblatt, <\/em>Nr. 80, 3.4.1926, Das gute Buch, Literarische Wochenbeilage des &#8222;Prager Tagblatts&#8220;, S. I-II. Wiederabdruck in: <em>Der blaue B\u00fccherkurier, <\/em>XXXVII. Jg., 1.5.1926, Nr. 580, S. 5-6. Siehe au\u00dferdem: &#8222;Paul-Zsolnay-Verlag.&#8220; In: <em>\u00d6sterreichische Woche <\/em>(Wien), 3. Jahr, Heft 38, 18.9.1926, S.18-19.<\/p>\n<p class=\"Note\"><a href=\"#_ftnref9\" target=\"text\" name=\"_ftn9\">[9]<\/a> In: <em>Der blaue B\u00fccherkurier <\/em>(Wien), XXXIX. Jg., Nr. 594, 1.10.1928, S. 1-2.<\/p>\n<p class=\"Note\"><a href=\"#_ftnref10\" target=\"text\" name=\"_ftn10\">[10]<\/a> Diese Aufschl\u00fcsselung wurde vom Verf. anhand einer Liste der Deutschen B\u00fccherei, Leipzig, vorgenommen. Da diese Liste nicht vollst\u00e4ndig sein mu\u00df, sind die genannten Zahlen nat\u00fcrlich nicht unverr\u00fcckbar.<\/p>\n<p class=\"Note\"><a href=\"#_ftnref11\" target=\"text\" name=\"_ftn11\">[11]<\/a> F\u00fcnfundzwanzig Jahre Paul Zsolnay Verlag 1923-1948. Berlin-Wien-Leipzig: Paul Zsolnay Verlag, 1948, S. 416 f.<\/p>\n<p class=\"Note\"><a href=\"#_ftnref12\" target=\"text\" name=\"_ftn12\">[12]<\/a> Die Gesch\u00e4ftsjahre 1928 und 1929 haben mit einem Gewinn von S 32.383,83 bzw. von S 21.789,35 abgeschlossen. Quelle: AVA, BKA (Inneres), Kt. 2982, Gesch\u00e4ftszeichen: 15\/8 Wien 238, Grundzahl 192.463-11\/30.<\/p>\n<p class=\"Note\"><a href=\"#_ftnref13\" target=\"text\" name=\"_ftn13\">[13]<\/a> Zitiert nach dem Antrag auf Errichtung einer A.G., eingelangt am 5.9.1930. Quelle: s. Anm. 2.<\/p>\n<p class=\"Note\"><a href=\"#_ftnref14\" target=\"text\" name=\"_ftn14\">[14]<\/a> Wie Anm. 2. Alle hier zitierten Unterlagen finden sich im AVA unter der Grundzahl.<\/p>\n<p class=\"Note\"><a href=\"#_ftnref15\" target=\"text\" name=\"_ftn15\">[15]<\/a> Wert laut &#8222;Gr\u00fcnderbericht zur Gr\u00fcndung der Paul Zsolnay Verlag Aktiengesellschaft&#8220;, in: Handelsgericht Wien, Registerakt C 27, 92 (WrStLa). Zahl laut AVA, BKA (Inneres), Kt. 2982, Zl. 192.463-11\/30.<\/p>\n<p class=\"Note\"><a href=\"#_ftnref16\" target=\"text\" name=\"_ftn16\">[16]<\/a> Es handelt sich hier konkret um das &#8222;Bundesgesetz vom 30. Dezember 1931 \u00fcber abgabenrechtliche Beg\u00fcnstigungen f\u00fcr Ma\u00dfnahmen, die der Sanierung von Unternehmungen dienen (Sanierungs-Beg\u00fcnstigungsgesetz)&#8220;. BGBl 1932, St\u00fcck 2, Nr. 9, ausgegeben am 5. J\u00e4nner 1932.<\/p>\n<p class=\"Note\"><a href=\"#_ftnref17\" target=\"text\" name=\"_ftn17\">[17]<\/a> Leider ist der betreffende Akt des Finanzministeriums skartiert worden, soda\u00df dieser zwar nachgewiesen, aber nicht eingesehen werden konnte. Zum Gl\u00fcck lief im BKA (Inneres) ein nicht so vollst\u00e4ndiger Akt. Eine Abteilung des BKA (Inneres) war f\u00fcr die Errichtung von Aktiengesellschaften zust\u00e4ndig. Daher kann hier wohl nur ein Ausschnitt aus dem Ansuchen des Paul Zsolnay Verlags zitiert werden. Der Text des Ansuchens h\u00e4lt sich weitgehend an den Gesetzestext.<\/p>\n<p class=\"Note\"><a href=\"#_ftnref18\" target=\"text\" name=\"_ftn18\">[18]<\/a> AVA, BKA (Inneres), Zl. 106.147&#8211;11\/1936. Liegt bei Zl. 192.463&#8211;11\/30. Der Hauptakt des BMF hat folgende Zahl: 106.192-2\/1935.<\/p>\n<p class=\"Note\"><a href=\"#_ftnref19\" target=\"text\" name=\"_ftn19\">[19]<\/a> <em>Die Neue Literatur, <\/em>Heft 7, Juli 1933, S. 422.<\/p>\n<p class=\"Note\"><a href=\"#_ftnref20\" target=\"text\" name=\"_ftn20\">[20]<\/a> &#8222;Die Aktion bezieht ihr Material zum gr\u00f6\u00dften Teil von \u00f6sterreichischen, in letzter Zeit nach Deutschland \u00fcbergesiedelten Schriftstellern.&#8220; (Boykott \u00f6sterreichischer Schriftsteller in Deutschland, in: <em>Der Wiener Tag, <\/em>Nr. 3795, So., 10.12.1933, S. 6 sowie <em>Wiener Zeitung, <\/em>Nr. 313, So., 10.12.1933, S. 4. Der engagierte Literaturkritiker der <em>Wiener Allgemeinen Zeitung <\/em>Ludwig Ullmann nahm eine Selbstanzeige Urbanitzkys in der nunmehr gleichgeschalteten <em>Literarischen Welt <\/em>zum Anla\u00df, um sich mit dem Verhalten der Schriftstellerin unter der \u00dcberschrift &#8222;Nazi Dank an Grete Urbanitzky&#8220; zu befassen: Da hei\u00dft es u.a. &#8222;Grete Urbanitzky ist vor einiger Zeit nach Deutschland, wie sie in Berlin selbst sagte: ,Gefl\u00fcchtet&#8220;. Frau Urbanitzky hat durch ihr Verhalten im Wiener Penklub und durch ihre anti\u00f6sterreichischen Interviews und antikatholischen Erkl\u00e4rungen in Deutschland sich offen auf die Seite des Hitler-Regimes gestellt. (&#8230;) Der Fall Urbanitzky &#8211; als Beispiel entt\u00e4uschter Nazisympathie ist in der letzten Zeit gar nicht vereinzelt. Die Schriftstellerin hat sich \u00fcbrigens in Berlin als ,politisch Verfolgte&#8220; bezeichnet. (&#8230;)&#8220; <em>(WAZ<\/em>, Mi., 13. 12.1933, S. 5.) Mit nicht wenig Schadenfreude registrierte die Wiener Zeitung <em>Das Echo <\/em>etwa ein Jahr sp\u00e4ter &#8222;Die beschlagnahmte Urbanitzky&#8220;. Aus Berlin war n\u00e4mlich die Meldung gekommen, da\u00df \u00fcber Grete Urbanitzky ein f\u00fcr ganz Preu\u00dfen und f\u00fcr s\u00e4mtliche Werke der Autorin geltender Boykott verh\u00e4ngt worden war. Die Ma\u00dfnahme wurde mit dem schl\u00fcpfrigen Inhalt des Werkes Ursula und der Kapit\u00e4n begr\u00fcndet. Zur &#8222;Vergangenheit&#8220; Urbanitzkys hei\u00dft es da: &#8222;Als sich in der Wiener Presse ein Sturm gegen dieses Auftreten der Urbanitzky erhob, versuchte sie, in Wien einen Ring nationalsozialistischer Schriftsteller zu bilden und veranla\u00dfte diese aus dem Penklub auszutreten. Grete von Urbanitzky \u00fcbersiedelte dann nach Deutschland und entfaltete dort &#8211; auch im ,V\u00f6lkischen Beobachter&#8220; &#8211; eine bedenkenlose Agitation gegen vierundzwanzig \u00f6sterreichische Schriftsteller, die eine Protesterkl\u00e4rung gegen sie unterschrieben hatten. Sie gl\u00e4nzte im Leipziger Buchh\u00e4ndler-,B\u00f6rsenblatt&#8220; mit einem Artikel, in dem sie die deutschen Buchh\u00e4ndler zu deren Boykott hetzte. In den letzten Monaten ist Grete Urbanitzky dann zur ,direkten Aktion&#8220; \u00fcbergegangen und beteiligte sich mit Vorliebe an Veranstaltungen zugunsten des ,Kampfringes der \u00d6sterreicher&#8220;. Diese mit allen Mitteln betriebene Anbiederung an den Nationalsozialismus f\u00fchrte jedoch nur scheinbar zum Ziel. Ma\u00dfgebende M\u00e4nner der Reichskulturkammer waren durch diese Praktiken einer \u00f6sterreichischen Schriftstellerin abgesto\u00dfen, und je mehr sich die Urbanitzky bem\u00fchte, durch politische Bedenkenlosigkeit literarische F\u00f6rderung zu erkaufen, desto mehr stieg der \u00fcble Geruch den F\u00fchrern der Kulturkammern in die Nase. Die ramponierte Nationalsozialistin soll sich gegenw\u00e4rtig am Mittelmeer aufhalten, unbeschadet eines temperamentvollen Pamphlets gegen die ,Mittelmeerrasse&#8220;, das sie vor nicht allzu langer Zeit verfa\u00dfte.&#8220; (Jg. 1, Nr. 215, Mo., 5.11.1934, S. 2.)<\/p>\n<p class=\"Note\"><a href=\"#_ftnref21\" target=\"text\" name=\"_ftn21\">[21]<\/a> Der Verlag Paul Zsolnay und seine Autoren. BDC\/Zsolnay. Frdl. Hinweis von Dr. Gerhard Renner, Wien. Dieser Bericht ist zwar nicht datiert, d\u00fcrfte aber im Sommer bzw. Fr\u00fchherbst 1935 abgefa\u00dft worden sein.<\/p>\n<p class=\"Note\"><a href=\"#_ftnref22\" target=\"text\" name=\"_ftn22\">[22]<\/a> Schreiben vom 1. April 1939 von der RSK Landesleitung \u00d6sterreich an die RSK Berlin. Quelle: BDC\/Zsolnay. Es handelt sich offensichtlich um ein Begleitschreiben Stebichs zum Aufnahmeansuchen Lebers.<\/p>\n<p class=\"Note\"><a href=\"#_ftnref23\" target=\"text\" name=\"_ftn23\">[23]<\/a> So pikant manche &#8222;Enth\u00fcllungen&#8220; in den diversen Lebensl\u00e4ufen um 1938 \u00fcber die vergangene &#8222;illegale&#8220; Parteit\u00e4tigkeit sein m\u00f6gen, darf man nicht \u00fcbersehen, unter welchen Umst\u00e4nden und f\u00fcr wen sie geschrieben wurden.<\/p>\n<p class=\"Note\"><a href=\"#_ftnref24\" target=\"text\" name=\"_ftn24\">[24]<\/a> Der Proponent des Vereins war der aus Graz geb\u00fcrtige Verleger Walter P\u00f6tsch (* 22.9.1911). Der erste &#8222;1. Vorsitzender&#8220; und Landesleiter war der am 19.1.1862 in Braunau am Inn geborene Tondichter Josef Reiter. Als begeisterter Nationalsozialist wurde er anl\u00e4\u00dflich der Nationalratswahlen im Jahre 1930 als Kandidat der NSDAP aufgestellt. An die Stelle Reiters als Landesleiter und 1. Vorsitzender der Landesgruppe Wien des KfdK trat Hermann Graedener (24.4.1878, Wien-24.2.1956, Altm\u00fcnster). Wegen Differenzen mit der Leitung der NSDAP legte er diese Funktion jedoch im J\u00e4nner 1933 zur\u00fcck. Zuletzt fungierte der aus Enns geb\u00fcrtige Realgymnasiumsprofessor Anton Haasbauer (* 5.4.1889) als Leiter. Bereits 1930 war Haasbauer Referent f\u00fcr Kulturfragen der Landesleitung der NSDAP in Ober\u00f6sterreich. Mirko Jelusich &#8211; 2. Vorsitzender seit der Gr\u00fcndung &#8211; wurde schlie\u00dflich im Juli 1933 zum Leiter der Ortsgruppe Wien des KfdK bestellt. (Quelle: Bericht der BPoldion Wien vom 8.8.1935 an das BKA [Gendion], BKA [Gendion], 22 gen, Gdzl. 327.726\/GD St. B. 35.)<\/p>\n<p class=\"Note\"><a href=\"#_ftnref25\" target=\"text\" name=\"_ftn25\">[25]<\/a> Zitiert nach dem Bericht der BPoldion Wien. S. Anm. 14. Der Verein wurde nach dem Erla\u00df des BKA vom 7. August 1931, Zl. 1768\/32 G.D. 2 gegr\u00fcndet. Die Aufl\u00f6sung erfolgte durch einen Erla\u00df des BKA vom 4. November 1933, Zl. 229.724 G.D. 2.<\/p>\n<p class=\"Note\"><a href=\"#_ftnref26\" target=\"text\" name=\"_ftn26\">[26]<\/a> Dieser Brief Weinheber ist in gek\u00fcrzter Form in der Weinheber-Briefausgabe des Jahres 1956 ver\u00f6ffentlicht worden. Wahrscheinlich weil Leber noch lebte und sich mit Weinheber sp\u00e4ter vers\u00f6hnt hatte, entschied sich Herausgeber Nadler, einige Passagen auszulassen. Hier wird nach einer Originalabschrift zitiert, die mir der jetzige Weinheber-Herausgeber Dr. Friedrich Jenaczek liebensw\u00fcrdigerweise zur Verf\u00fcgung stellte.<\/p>\n<p class=\"Note\"><a href=\"#_ftnref27\" target=\"text\" name=\"_ftn27\">[27]<\/a> \u00d6sterr. Nationalbibliothek Wien, Nachla\u00df Josef Weinheber, Autogr. 896\/73&#8211; 3. Karte Vespers aus Meissen vom 27.6.1935.<\/p>\n<p class=\"Note\"><a href=\"#_ftnref28\" target=\"text\" name=\"_ftn28\">[28]<\/a> F\u00fcr eine Kopie der Originalabschrift dieses Weinheberbriefes bin ich ebenfalls Dr. Friedrich Jenaczek (M\u00fcnchen) sehr zu Dank verpflichtet. Der Brief ist in ganz wesentlichen Passagen von Nadler gek\u00fcrzt worden, ohne da\u00df wichtige Auslassungen kenntlich gemacht worden w\u00e4ren. So fehlt der Name &#8222;Amalthea&#8220; als Verlag, wo Leber gearbeitet hatte, und der Hinweis auf &#8222;Pression&#8220;. In der Briefausgabe \u00fcberhaupt nicht als Auslassung gekennzeichnet ist die Passage nach &#8222;ganz zu ruinieren&#8220;.<\/p>\n<p class=\"Note\"><a href=\"#_ftnref29\" target=\"text\" name=\"_ftn29\">[29]<\/a> Protokoll \u00fcber die am 26. April 1938 um 10 Uhr vormittags in den R\u00e4umen der Gesellschaft in Wien IV. Prinz Eugenstra\u00dfe 30 abgehaltene au\u00dferordentliche Generalversammlung der Paul Zsolnay Verlag A.G. &#8222;Beilage 3&#8220; Quelle: Registerakt Paul Zsolnay Verlag A.G., Reg. B. 22, 85 (Handelsgericht Wien). Im Nachla\u00df des Zsolnay-Autors Egmont Colerus ist rein zuf\u00e4llig der Durchschlag der letzten Seite eines 7seitigen Briefs erhalten geblieben, der mit gro\u00dfer Wahrscheinlichkeit Anfang 1939 verfa\u00dft wurde und an die RSK gerichtet war. Colerus wurde aufgefordert, die Rolle des Verlegers Paul Zsolnay in der Zeit zwischen 1934 und 1938 einzusch\u00e4tzen. Der erhaltengebliebene Schlu\u00df des Schreibens soll hier deshalb zitiert werden, weil er auf die Motive Zsolnays ein anderes Licht wirft: &#8222;Dagegen hat er [Zsolnay] immer wieder betont, da\u00df ihn das schlechte und ehrlose Betragen zahlreicher j\u00fcdischer Autoren und das dazu in vollst\u00e4ndigem Gegensatz stehende Verhalten der nationalen Dichter bewogen habe, seine Kraft, seine F\u00e4higkeiten, seinen Einflu\u00df und sein Geld f\u00fcr die nationale Sache einzusetzen. So weit ich es \u00fcberblicken kann, war er n\u00e4mlich durchaus nicht gen\u00f6tigt, aus materiellen Gr\u00fcnden den Verlag zu f\u00fchren. Ich glaube eher, da\u00df f\u00fcr ihn der Verlag durch Jahre in der Kampfzeit eine schwere materielle Belastung, zum mindesten aber eine Quelle finanzieller Sorge bedeutete. Zusammenfassend gebe ich meiner Ansicht Ausdruck, da\u00df sich ohne den guten Willen und die Handlungsweise Paul von Zsolnays das nationalsozialistische Schrifttum \u00d6sterreichs in der Kampfzeit weit schwerer durchgerungen h\u00e4tte und viel mehr Schikanen und Gef\u00e4hrdungen seitens der Systemregierung ausgesetzt gewesen w\u00e4re. Es ist selbstverst\u00e4ndlich, da\u00df Zsolnay von dieser \u00c4u\u00dferung, die ich auf Ihre Aufforderung niederschrieb, nichts wei\u00df. Mit ergebenen Empfehlungen bin ich mit Heil Hitler!&#8220;<\/p>\n<p class=\"Note\"><a href=\"#_ftnref30\" target=\"text\" name=\"_ftn20\">[30]<\/a> Auf diesen Komplex, der aus einer anonymen Anzeige im April 1935 hervorgeht, wird noch n\u00e4her eingegangen werden. Rein methodisch ist es hier notwendig, Ereignissen vorzugreifen und Erhebungsergebnisse aus sp\u00e4terer Zeit anzuf\u00fchren, da es zun\u00e4chst einmal darum geht, die Rolle Lebers von allen Seiten zu beleuchten.<\/p>\n<p class=\"Note\"><a href=\"#_ftnref31\" target=\"text\" name=\"_ftn31\">[31]<\/a> Wie Klaus Amann, der als erster auf diesen Akt gesto\u00dfen ist, schreibt, scheint es so zu sein, &#8222;da\u00df man im B\u00fcro Fey, dessen Vermerk der Akt tr\u00e4gt, den in der Anzeige behaupteten staatsfeindlichen Umtrieben nationalsozialistischer Schriftsteller nicht jene Bedeutung zuma\u00df und jene Aufmerksamkeit widmete, die man unter gleichen Bedingungen sozialistischen oder kommunistischen Schriftstellern gewidmet h\u00e4tte. (&#8230;) Der beinahe f\u00fcrsorgliche Ton dieses Berichts gegen\u00fcber den angezeigten illegalen Nationalsozialisten best\u00e4tigt auf der Ebene staatspolizeilicher Erhebungen die Hilflosigkeit und Konturlosigkeit des autorit\u00e4ren \u00d6sterreich gegen\u00fcber dem Nationalsozialismus und insbesondere gegen\u00fcber nationalsozialistisch orientierten Schriftstellern&#8220;. K.A., Die literaturpolitischen Voraussetzungen und Hintergr\u00fcnde f\u00fcr den &#8222;Anschlu\u00df&#8220; der \u00f6sterreichischen Literatur im Jahre 1938. In: <em>Zeitschrift f\u00fcr deutsche Philologie, <\/em>101. Band 1982, 2. Heft, S. 216-244; hier S. 229.<\/p>\n<p class=\"Note\"><a href=\"#_ftnref32\" target=\"text\" name=\"_ftn32\">[32]<\/a> Bericht der BPoldion Wien an die Gendion vom 8.8.1935. Siehe Anm. 14.<\/p>\n<p class=\"Note\"><a href=\"#_ftnref33\" target=\"text\" name=\"_ftn33\">[33]<\/a> AVA, BKA (Gendion), Zl. 355.919-St.B. 35. Liegt bei Zl. 327.726-St.B. G.D. 35.<\/p>\n<p class=\"Note\"><a href=\"#_ftnref34\" target=\"text\" name=\"_ftn34\">[34]<\/a> S. Anm. 14.<\/p>\n<p class=\"Note\"><a href=\"#_ftnref35\" target=\"text\" name=\"_ftn35\">[35]<\/a> Wie Anm. 23.<\/p>\n<p class=\"Note\"><a href=\"#_ftnref36\" target=\"text\" name=\"_ftn36\">[36]<\/a> Wache hat bei Zsolnay nichts ver\u00f6ffentlicht. Als Quelle der hier genannten Funktionen diente der Bericht &#8222;Der Verlag Paul Zsolnay und seine Autoren&#8220; (Anm. 11).<\/p>\n<p class=\"Note\"><a href=\"#_ftnref37\" target=\"text\" name=\"_ftn37\">[37]<\/a> Der M\u00f6rder verliert den Robber. Kriminalroman (1935); Chapman &amp; Cole wird ausgerottet. Kriminalroman (1936) u.a.<\/p>\n<p class=\"Note\"><a href=\"#_ftnref38\" target=\"text\" name=\"_ftn38\">[38]<\/a> Der Esel. Sancho Pansas letztes Abenteuer, Novelle (1935) u.a.<\/p>\n<p class=\"Note\"><a href=\"#_ftnref39\" target=\"text\" name=\"_ftn39\">[39]<\/a> K\u00f6nigsballade. Eine Erz\u00e4hlung (1935) u.a.<\/p>\n<p class=\"Note\"><a href=\"#_ftnref40\" target=\"text\" name=\"_ftn40\">[40]<\/a> Fridericus Rex. Eine Heldenphantasie (1935) u.a.<\/p>\n<p class=\"Note\"><a href=\"#_ftnref41\" target=\"text\" name=\"_ftn41\">[41]<\/a> Der Sandwirt. Der Roman Andreas Hofers (1935) u.a.<\/p>\n<p class=\"Note\"><a href=\"#_ftnref42\" target=\"text\" name=\"_ftn42\">[42]<\/a> Romulus. Roman (1934) u.a.<\/p>\n<p class=\"Note\"><a href=\"#_ftnref43\" target=\"text\" name=\"_ftn43\">[43]<\/a> Aber Innozenz. Roman (1935) u.a.<\/p>\n<p class=\"Note\"><a href=\"#_ftnref44\" target=\"text\" name=\"_ftn44\">[44]<\/a> Die blauen H\u00fcgel. Gedichte (1935).<\/p>\n<p class=\"Note\"><a href=\"#_ftnref45\" target=\"text\" name=\"_ftn45\">[45]<\/a> <em>B\u00f6rsenblatt, <\/em>Nr. 271, 20.11.1934, S. 5301.<\/p>\n<p class=\"Note\"><a href=\"#_ftnref46\" target=\"text\" name=\"_ftn46\">[46]<\/a> Brief Heinrich Manns vom 3.\/4. November 1933. In: Heinrich Mann an seinen Bruder. Neu aufgefundene Briefe (1922-1937). In: <em>Thomas-Mann-Studien, <\/em>Band 3, 1979, S. 118-121; S. 120.<\/p>\n<p class=\"Note\"><a href=\"#_ftnref47\" target=\"text\" name=\"_ftn47\">[47]<\/a> EMIL LUDWIG, Ich bin emp\u00f6rt!, in: <em>Der Morgen <\/em>(Wien), 3.6.1935, S. 8.<\/p>\n<p class=\"Note\"><a href=\"#_ftnref48\" target=\"text\" name=\"_ftn48\">[48]<\/a> <em>Die Aktion <\/em>(Wien), 2. Jg., Nr. 14, 6.4.1935, S. 7.<\/p>\n<p class=\"Note\"><a href=\"#_ftnref49\" target=\"text\" name=\"_ftn49\">[49]<\/a> <em>Wiener Zeitung, <\/em>Nr. 97, So., 7.4.1935, S. 13.<\/p>\n<p class=\"Note\"><a href=\"#_ftnref50\" target=\"text\" name=\"_ftn50\">[50]<\/a> 2. Jg., Nr. 15, 13.4.1935, S. 4-5.<\/p>\n<p class=\"Note\"><a href=\"#_ftnref51\" target=\"text\" name=\"_ftn51\">[51]<\/a> Gemeint ist ,Fridericus Rex&#8220;, Roman von Hartlieb. Quelle: AVA, Vaterl\u00e4ndische Front (VF), Karton 38.<\/p>\n<p class=\"Note\"><a href=\"#_ftnref52\" target=\"text\" name=\"_ftn52\">[52]<\/a> Joseph Roth. Werke. Hg. und eingeleitet von HERMANN KESTEN. Vierter Band. K\u00f6ln: Kiepenheuer &amp; Witsch, 1976, S. 296-301; hier S. 299. Siehe dazu die Reaktion von LUDWIG ULLMANN, Der &#8222;gleichgeschaltete&#8220; \u00f6sterreichische Verleger, in: <em>Der Morgen <\/em>(Wien), 13.9.1937.<\/p>\n<p class=\"Note\"><a href=\"#_ftnref53\" target=\"text\" name=\"_ftn53\">[53]<\/a> Liegt bei AVA, BMfHuV, Gesch\u00e4ftszeichen 570, Gdzl. 106.248-9a\/35, Gesch\u00e4ftszahl 112.608-9a\/35.<\/p>\n<p class=\"Note\"><a href=\"#_ftnref54\" target=\"text\" name=\"_ftn54\">[54]<\/a> Der Bericht der Bpoldion (Pr. Zl. IV-5166\/1935\/1.) Nationalsozialistisch getarnte Kulturorganisation (Verlag Zsolnay), aus dem dann Dezember 1935 zitiert wird, ist mit 8. August 1935 datiert (AVA, BKA (Gendion), 22 gen, Gdzl. 327.726\/35).<\/p>\n<p class=\"Note\"><a href=\"#_ftnref55\" target=\"text\" name=\"_ftn55\">[55]<\/a> Der Verlag Paul Zsolnay und seine Autoren. BDC\/Zsolnay, S. 4.<\/p>\n<p class=\"Note\"><a href=\"#_ftnref56\" target=\"text\" name=\"_ftn56\">[56]<\/a> &#8222;Information&#8220; der Gendion. BKA (Gendion), Zl. 355.919-St. B.\/35. Gdzl. 327.726\/1935.<\/p>\n<p class=\"Note\"><a href=\"#_ftnref57\" target=\"text\" name=\"_ftn57\">[57]<\/a> JOSEF WEINHEBER. Briefe. Hg. von Josef Nadler und Hedwig Weinheber. Salzburg: Otto M\u00fcller Verlag, 1956, S. 240 f.<\/p>\n<p class=\"Note\"><a href=\"#_ftnref58\" target=\"text\" name=\"_ftn58\">[58]<\/a> Siehe <em>Die Neue Literatur, <\/em>Heft 7, Juli 1933, S. 422.<\/p>\n<p class=\"Note\"><a href=\"#_ftnref59\" target=\"text\" name=\"_ftn59\">[59]<\/a> <em>Die Neue Literatur, <\/em>Heft 6, Juni 1934, S. 393.<\/p>\n<p class=\"Note\"><a href=\"#_ftnref60\" target=\"text\" name=\"_ftn60\">[60]<\/a> <em>Die Neue Literatur, <\/em>Heft 8, August 1934, S. 537 f.<\/p>\n<p class=\"Note\"><a href=\"#_ftnref61\" target=\"text\" name=\"_ftn61\">[61]<\/a> <em>Die Neue Literatur, <\/em>Heft 5, Mai 1935, S. 297.<\/p>\n<p class=\"Note\"><a href=\"#_ftnref62\" target=\"text\" name=\"_ftn62\">[62]<\/a> <em>Die Neue Literatur, <\/em>Heft 7, Juli 1935, S. 424.<\/p>\n<p class=\"Note\"><a href=\"#_ftnref63\" target=\"text\" name=\"_ftn63\">[63]<\/a> <em>Die Neue Literatur, <\/em>Heft 8, August 1935, S. 494-497.<\/p>\n<p class=\"Note\"><a href=\"#_ftnref64\" target=\"text\" name=\"_ftn64\">[64]<\/a> GERHARD RENNER, \u00d6sterreichische Schriftsteller und der Nationalsozialismus: Der &#8222;Bund der deutschen Schriftsteller \u00d6sterreichs&#8220; und der Aufbau der Reichsschrifttumskammer in der &#8222;Ostmark&#8220;. Phil. Diss. Wien 1981. Abschnitt: &#8222;Die ,nationalen&#8220; Autoren im Paul Zsolnay-Verlag&#8220;, S. 136 ff.<\/p>\n<p class=\"Note\"><a href=\"#_ftnref65\" target=\"text\" name=\"_ftn65\">[65]<\/a> RENNER, S. 145. (Quelle: BDC\/Zsolnay)<\/p>\n<p class=\"Note\"><a href=\"#_ftnref66\" target=\"text\" name=\"_ftn66\">[66]<\/a> Schreiben H. Leber an Hinkel vom 24.7.1935. BDC\/Zsolnay, zitiert nach Renner, S. 146.<\/p>\n<p class=\"Note\"><a href=\"#_ftnref67\" target=\"text\" name=\"_ftn67\">[67]<\/a> RENNER, S. 148 f.<\/p>\n<p class=\"Note\"><a href=\"#_ftnref68\" target=\"text\" name=\"_ftn68\">[68]<\/a> \u00d6sterr. Nationalbibliothek Wien, Autogr. 896\/73-3, Nachla\u00df Weinheber.<\/p>\n<p class=\"Note\"><a href=\"#_ftnref69\" target=\"text\" name=\"_ftn69\">[69]<\/a> \u00d6sterr. Nationalbibliothek Wien, Nachla\u00df Wladimir v. Hartlieb, Autogr. 770\/1-3; Brief Hermann Lebers an Hartlieb vom 25.9.1935.<\/p>\n<p class=\"Note\"><a href=\"#_ftnref70\" target=\"text\" name=\"_ftn70\">[70]<\/a> Ebenda, Autogr. 770\/1-5. Brief Lebers an Hartlieb vom 8.10.1935.<\/p>\n<p class=\"Note\"><a href=\"#_ftnref71\" target=\"text\" name=\"_ftn71\">[71]<\/a> <em>Die Neue Literatur, <\/em>Heft 10, Oktober 1935, S. 625.<\/p>\n<p class=\"Note\"><a href=\"#_ftnref72\" target=\"text\" name=\"_ftn72\">[72]<\/a> <em>Die Neue Literatur, <\/em>Heft 12, Dezember 1935, S. 761.<\/p>\n<p class=\"Note\"><a href=\"#_ftnref73\" target=\"text\" name=\"_ftn73\">[73]<\/a> \u00d6sterr. Nationalbibliothek Wien, Nachla\u00df Hartlieb, Cod. ser. nov. 19.226, Tagebuch November 1936 bis Februar 1935. Auf dieses Tagebuch beziehen sich auch die folgenden zwei Zitate.<\/p>\n<p class=\"Note\"><a href=\"#_ftnref74\" target=\"text\" name=\"_ftn74\">[74]<\/a> <em>Die Neue Literatur, <\/em>Heft 8, August 1935, S. 494-497; hier S. 495.<\/p>\n<p class=\"Note\"><a href=\"#_ftnref75\" target=\"text\" name=\"_ftn75\">[75]<\/a> Schreiben im Akt Gremium\/Zsolnay.<\/p>\n<p class=\"Note\"><a href=\"#_ftnref76\" target=\"text\" name=\"_ftn76\">[76]<\/a> Nach einer frdl. Mitteilung des Handelsregisteramts Bern vom 25.11.1981 hat eine Eintragung unter diesem Namen im Handelsregister des Amtsbezirks Bern nie bestanden.<\/p>\n<p class=\"Note\"><a href=\"#_ftnref77\" target=\"text\" name=\"_ftn77\">[77]<\/a> Siehe <em>Anzeiger, <\/em>70. Jg., Nr. 48, 29.11.1929, S. 295.<\/p>\n<p class=\"Note\"><a href=\"#_ftnref78\" target=\"text\" name=\"_ftn78\">[78]<\/a> <em>Die Literarische Welt <\/em>(Berlin), 6. Jg., Nr. 9, Fr., 28. Februar 1930, S. 7-8; hier S. 8.<\/p>\n<p class=\"Note\"><a href=\"#_ftnref79\" target=\"text\" name=\"_ftn79\">[79]<\/a> Quelle: Beglaubigte Fotokopie aus dem Firmen-Buch des Handelsrregistreramtes des Kantons Z\u00fcrich, Register a, Fol. 22198. Alle Einzelheiten im folgenden sind dieser Unterlage entnommen.<\/p>\n<p class=\"Note\"><a href=\"#_ftnref80\" target=\"text\" name=\"_ftn80\">[80]<\/a> Diese Aufz\u00e4hlung beruht sowohl auf entsprechenden Anzeigen von Neuerscheinungen dieses Verlags im <em>Anzeiger <\/em>1934 und 1935 als auch auf einer Liste der Ver\u00f6ffentlichungen bei der Deutschen B\u00fccherei in Leipzig. 1934 waren acht Werke in Anzeigen angek\u00fcndigt (&#8222;soeben erschienen&#8220;), 1935 nur mehr f\u00fcnf. Hiezu kommt die 1934 erschienene Romantrilogie Die Sintflut von Schalom Asch.<\/p>\n<p class=\"Note\"><a href=\"#_ftnref81\" target=\"text\" name=\"_ftn81\">[81]<\/a> Die Sintflut. Romantrilogie; Der Trost des Volkes. Roman.<\/p>\n<p class=\"Note\"><a href=\"#_ftnref82\" target=\"text\" name=\"_ftn82\">[82]<\/a> Beaumarchais. Der Abenteurer im Jahrhundert der Frauen; Garibaldi. Der Mann und die Nation.<\/p>\n<p class=\"Note\"><a href=\"#_ftnref83\" target=\"text\" name=\"_ftn83\">[83]<\/a> Loni in der Kleinstadt. Roman.<\/p>\n<p class=\"Note\"><a href=\"#_ftnref84\" target=\"text\" name=\"_ftn84\">[84]<\/a> Treibhaus S\u00fcdamerika. Novellen.<\/p>\n<p class=\"Note\"><a href=\"#_ftnref85\" target=\"text\" name=\"_ftn85\">[85]<\/a> Robert Koch. Geschichte reines Gl\u00fccklichen; Lebensretter. Detektivromane aus der Geschichte der Medizin.<\/p>\n<p class=\"Note\"><a href=\"#_ftnref86\" target=\"text\" name=\"_ftn86\">[86]<\/a> Die blinden Passagiere. Novelle; Sir Basil Zaharoff. Der K\u00f6nig der Waffen.<\/p>\n<p class=\"Note\"><a href=\"#_ftnref87\" target=\"text\" name=\"_ftn87\">[87]<\/a> Die Welt ist blau. Ein Sommer-Roman.<\/p>\n<p class=\"Note\"><a href=\"#_ftnref88\" target=\"text\" name=\"_ftn88\">[88]<\/a> Kossuth. Die Liebe eines Volkes; Liebe auf dem Semmering. Roman; Treue.<\/p>\n<p class=\"Note\"><a href=\"#_ftnref89\" target=\"text\" name=\"_ftn89\">[89]<\/a> AVA, Pr\u00e4sidentschaftskanzlei, Jahr 1937, Zahl 7810. (Alle Vorzahlen sind in diesem Akt zusammengetragen.)<\/p>\n<p class=\"Note\"><a href=\"#_ftnref90\" target=\"text\" name=\"_ftn90\">[90]<\/a> Ebenda. BKA (AA) Z. 46.895-K. = Pr\u00e4s. K. 7810\/1937.<\/p>\n<p class=\"Note\"><a href=\"#_ftnref91\" target=\"text\" name=\"_ftn91\">[91]<\/a> <em>Anzeiger, <\/em>78. Jg., Nr. 21, 7.10.1937.<\/p>\n<p class=\"Note\"><a href=\"#_ftnref92\" target=\"text\" name=\"_ftn92\">[92]<\/a> <em>Die Neue Literatur, <\/em>Heft 2, Februar 1937, S. 103.<\/p>\n<p class=\"Note\"><a href=\"#_ftnref93\" target=\"text\" name=\"_ftn93\">[93]<\/a> <em>Die Neue Literatur, <\/em>Heft 1, Januar 1938, S. 45.<\/p>\n<p class=\"Note\"><a href=\"#_ftnref94\" target=\"text\" name=\"_ftn94\">[94]<\/a> <em>Die Neue Literatur, <\/em>Heft 5, Mai 1938, S. 264.<\/p>\n<p class=\"Note\"><a href=\"#_ftnref95\" target=\"text\" name=\"_ftn95\">[95]<\/a> Handelsgericht Wien, Registerakt Reg. B 22,85 (deponiert im Handelsgericht Wien). Nachtr\u00e4glich soll der Vollst\u00e4ndigkeit halber auf eine neuere Publikation hingewiesen werden, und zwar FRIEDRICH TORBERG, Pegasus im Joch. Briefwechsel mit Verlegern und Redakteuren . M\u00fcnchen: Langen-M\u00fcller, 1983. In diesem Band befindet sich u.a. Korrespondenz zwischen Torberg und dem Paul Zsolnay Verlag. Dieser Band zeichnet sich durch das Fehlen eines Personenregisters und durch die mangelhaften, wenn \u00fcberhaupt vorhandenen Hinweise zu den erw\u00e4hnten Personen aus.<\/p>\n<h3 id=\"erg1\" class=\"Note\">Erg\u00e4nzungen zur Buchver\u00f6ffentlichung von 1985<\/h3>\n<h4 id=\"erg2\">\u00a0Neueste Forschungsliteratur<\/h4>\n<ul style=\"list-style-type: circle;\">\n<li>Murray G. Hall: \u201eDa\u00df man f\u00f6rmlich jeden Tag vor einer neuen Situation steht.\u201c Aus dem Alltag des Paul Zsolnay Verlags in den drei\u00dfiger Jahren. In: <em>Von G\u00f6schen bis Rowohlt. Beitr\u00e4ge zur Geschichte des deutschen Verlagswesens. Festschrift f\u00fcr Heinz Sarkowski zum 60. Geburtstag<\/em>. Herausgegeben von Monika Estermann und Michael Knoche. Wiesbaden: Otto Harrassowitz Verlag 1990, S. 208\u2013233. (= Beitr\u00e4ge zum Buch- und Bibliothekswesen, 30)<\/li>\n<li>ders.: Theodor Kramer und der Paul Zsolnay Verlag: Ein Briefwechsel. In: <em>Zwischenwelt. Jahrbuch 1 der Theodor Kramer Gesellschaft 1989<\/em>. Hrsg. von der Theodor Kramer Gesellschaft. Wien: Verlag f\u00fcr Gesellschaftskritik 1990, S. 94\u2013119.<\/li>\n<li>ders.: Publishing in the Thirties in Vienna: The Paul Zsolnay Verlag. In: <em>Austria in the Thirties: Culture and Politics<\/em>. Edited by Kenneth Segar and John Warren. Riverside, California: Ariadne Press 1991, S. 204\u2013218.<\/li>\n<li>ders.: Ernst Wei\u00df und der Paul Zsolnay Verlag: Drei Briefe. In: <em>Juni. Magazin f\u00fcr Kultur &amp; Politik<\/em>, Nr. 20, 1994, S. 174\u2013180.<\/li>\n<li>ders.: <em>Der Paul Zsolnay Verlag. Von der Gr\u00fcndung bis zur R\u00fcckkehr aus dem Exil<\/em>. T\u00fcbingen: Max Niemeyer Verlag 1994 (= Studien und Texte zur Sozialgeschichte der Literatur, Bd. 45).<\/li>\n<li>ders.: Zur Geschichte des Paul Zsolnay Verlags. In: <em>70 Jahre Paul Zsolnay Verlag 1924-1994<\/em>. Wien: Paul Zsolnay Verlag 1994, S. 15\u201364.<\/li>\n<li>ders.: Franz Werfel und sein Verleger Paul Zsolnay. In: <em>Br\u00fccken. Germanistisches Jahrbuch Tschechien-Slowakei 1995<\/em>. Neue Folge 3, S. 65-75; 99. Roda Roda in den 30er Jahren. In: <em>Zagreber Germanistische Beitr\u00e4ge<\/em>, Beiheft 4 (1996), S. 55-66.<\/li>\n<li>ders.: \u201eZsolnay ist ein Wiener Verlag und wird es bleiben.\u201c Interview mit Herbert Ohrlinger. In: <em>Anzeiger des \u00f6sterreichischen Buchhandels<\/em>, 131. Jg., Anfang Dezember 1996, S. 42-43.<\/li>\n<li>Herbert Ohrlinger\/Murray G. Hall: <em>Der Paul Zsolnay Verlag 1924-1999. Dokumente und Zeugnisse<\/em>. Wien: Paul Zsolnay Verlag 1999.<\/li>\n<li>ders.:\u00a0Franz Werfel und der Buchmarkt der 30er Jahre. In: <em>Jura Soyfer. Internationale Zeitschrift f\u00fcr Kulturwissenschaften<\/em> (Wien), 9. Jg., Nr. 2\/2000, S. 19-24.<\/li>\n<li>ders.: Der Paul Zsolnay Verlag und sein Autor Leo Perutz. In: Brigitte Forster und Hans-Harald M\u00fcller (Hrsg.): <em>Leo Perutz. Unruhige Tr\u00e4ume \u2013 Abgr\u00fcndige Konstruktionen. Dimensionen des Werks, Stationen der Wirkung<\/em>. Wien: Sonderzahl 2002, S. 130\u2013142.<\/li>\n<li>ders.: \u201cWarum nicht Zsolnay?\u201c Paul Zsolnay und sein Verlag. In: Barbara Weidle und Ursula Seeber (Hrsg.): <em>Anna Mahler: Ich bin in mir selbst zu Hause<\/em>. Bonn: Weidle 2004, S. 87\u201396.<\/li>\n<li>Zwischen \u201eAusl\u00e4nderei\u201c und \u201eliterarischer Mission\u201c. Der Paul Zsolnay Verlag in Wien. In: <em>Wien, Stadt der Juden. Die Welt der Tante Jolesch<\/em>. Wien: J\u00fcdisches Museum 2004, S. 366\u2013368.<\/li>\n<li>Ernst Grabovszki: Die Bem\u00fchungen des Paul Zsolnay Verlags um die Vermittlung j\u00fcdischer und amerikanischer Literatur in der Zwischenkriegszeit. Diplomarbeit Universit\u00e4t Wien 1993.<\/li>\n<li>Stefanie Neuhart: Zsolnay und Deuticke. Zwei Verlage und ihre Rolle als Vermittler von \u00f6sterreichischer und fremdsprachiger Literatur. Eine statistische Analyse der Verlagsprogramme im Untersuchungszeitraum 2000-2010. Diplomarbeit Univ. Wien 2010.<\/li>\n<li>Ingrid Altm\u00fcller: B\u00fccher f\u00fcr die Front. Zu den Feldpost- und Wehrmachtsausgaben des Karl H. Bischoff Verlages (Wien IV.). Diplomarbeit Univ. Wien 2001.<\/li>\n<li>Murray G. Hall\/Christina K\u00f6stner: <em>\u201e\u2026 allerlei f\u00fcr die Nationalbibliothek zu ergattern \u2026\u201c. Eine \u00f6sterreichische Institution in der NS-Zeit<\/em>. B\u00f6hlau: Wien\u2013K\u00f6ln\u2013Weimar 2006, S. 115\u2013117.<\/li>\n<li>Murray G. Hall: Lili Gr\u00fcn und der Paul Zsolnay Verlag. In: <em>Zwischenwelt. Literatur-Widerstand-Exil<\/em>, 26. Jg., Nr. 1\/2, August 2009, S. 22\u201323.<\/li>\n<\/ul>\n<h4 id=\"erg3\">Illustrationen<\/h4>\n<h6><\/h6>\n\n\t\t<style type=\"text\/css\">\n\t\t\t#gallery-2 {\n\t\t\t\tmargin: auto;\n\t\t\t}\n\t\t\t#gallery-2 .gallery-item {\n\t\t\t\tfloat: left;\n\t\t\t\tmargin-top: 10px;\n\t\t\t\ttext-align: center;\n\t\t\t\twidth: 20%;\n\t\t\t}\n\t\t\t#gallery-2 img {\n\t\t\t\tborder: 2px solid #cfcfcf;\n\t\t\t}\n\t\t\t#gallery-2 .gallery-caption {\n\t\t\t\tmargin-left: 0;\n\t\t\t}\n\t\t\t\/* see gallery_shortcode() in wp-includes\/media.php *\/\n\t\t<\/style>\n\t\t<div id='gallery-2' class='gallery galleryid-686 gallery-columns-5 gallery-size-thumbnail'><dl class='gallery-item'>\n\t\t\t<dt class='gallery-icon landscape'>\n\t\t\t\t<a href='http:\/\/verlagsgeschichte.murrayhall.com\/?attachment_id=1876'><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"150\" height=\"150\" src=\"http:\/\/verlagsgeschichte.murrayhall.com\/wp-content\/uploads\/2015\/09\/Schloss_Oberufer_Zsolnay-150x150.jpg\" class=\"attachment-thumbnail size-thumbnail\" alt=\"\" aria-describedby=\"gallery-2-1876\" \/><\/a>\n\t\t\t<\/dt>\n\t\t\t\t<dd class='wp-caption-text gallery-caption' id='gallery-2-1876'>\n\t\t\t\tSitz der Zsolnay-Familie in Schloss Oberufer (Bratislava)\n\t\t\t\t<\/dd><\/dl><dl class='gallery-item'>\n\t\t\t<dt class='gallery-icon portrait'>\n\t\t\t\t<a href='http:\/\/verlagsgeschichte.murrayhall.com\/?attachment_id=1871'><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"150\" height=\"150\" src=\"http:\/\/verlagsgeschichte.murrayhall.com\/wp-content\/uploads\/2015\/09\/Jacob_Umschlag_Zsolnay-150x150.jpg\" class=\"attachment-thumbnail size-thumbnail\" alt=\"\" aria-describedby=\"gallery-2-1871\" \/><\/a>\n\t\t\t<\/dt>\n\t\t\t\t<dd class='wp-caption-text gallery-caption' id='gallery-2-1871'>\n\t\t\t\tSchutzumschlag des Romans Die Magd von Aachen (1931) von Heinrich Eduard Jacob (1889\u20131967)\n\t\t\t\t<\/dd><\/dl><dl class='gallery-item'>\n\t\t\t<dt class='gallery-icon portrait'>\n\t\t\t\t<a href='http:\/\/verlagsgeschichte.murrayhall.com\/?attachment_id=1867'><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"150\" height=\"150\" src=\"http:\/\/verlagsgeschichte.murrayhall.com\/wp-content\/uploads\/2015\/09\/Cronin_Zitadelle_Zsolnay-150x150.jpg\" class=\"attachment-thumbnail size-thumbnail\" alt=\"\" aria-describedby=\"gallery-2-1867\" \/><\/a>\n\t\t\t<\/dt>\n\t\t\t\t<dd class='wp-caption-text gallery-caption' id='gallery-2-1867'>\n\t\t\t\t Sonderprospekt f\u00fcr den Bestsellerroman Die Zitadelle (1938) von A.J. Cronin (1896\u20131981) Einbandentwurf Rudolf Geyer.\n\t\t\t\t<\/dd><\/dl><dl class='gallery-item'>\n\t\t\t<dt class='gallery-icon landscape'>\n\t\t\t\t<a href='http:\/\/verlagsgeschichte.murrayhall.com\/?attachment_id=1878'><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"150\" height=\"150\" src=\"http:\/\/verlagsgeschichte.murrayhall.com\/wp-content\/uploads\/2015\/09\/Zsolnay_Familienbild-150x150.jpg\" class=\"attachment-thumbnail size-thumbnail\" alt=\"\" aria-describedby=\"gallery-2-1878\" \/><\/a>\n\t\t\t<\/dt>\n\t\t\t\t<dd class='wp-caption-text gallery-caption' id='gallery-2-1878'>\n\t\t\t\tFamilienfoto der Zsolnays auf der Terrasse von Schlo\u00df Oberufer (Bratislava)\n\t\t\t\t<\/dd><\/dl><dl class='gallery-item'>\n\t\t\t<dt class='gallery-icon landscape'>\n\t\t\t\t<a href='http:\/\/verlagsgeschichte.murrayhall.com\/?attachment_id=1870'><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"150\" height=\"150\" src=\"http:\/\/verlagsgeschichte.murrayhall.com\/wp-content\/uploads\/2015\/09\/G\u00e4rtnerei_Briefkopf_Zsolnay-150x150.jpg\" class=\"attachment-thumbnail size-thumbnail\" alt=\"\" aria-describedby=\"gallery-2-1870\" \/><\/a>\n\t\t\t<\/dt>\n\t\t\t\t<dd class='wp-caption-text gallery-caption' id='gallery-2-1870'>\n\t\t\t\tZsolnays Schloss- und Handelsg\u00e4rtnerei in Oberufer.\n\t\t\t\t<\/dd><\/dl><br style=\"clear: both\" \/><dl class='gallery-item'>\n\t\t\t<dt class='gallery-icon portrait'>\n\t\t\t\t<a href='http:\/\/verlagsgeschichte.murrayhall.com\/?attachment_id=1872'><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"150\" height=\"150\" src=\"http:\/\/verlagsgeschichte.murrayhall.com\/wp-content\/uploads\/2015\/09\/Jelinek_Umschlag_Zsolnay-150x150.jpg\" class=\"attachment-thumbnail size-thumbnail\" alt=\"\" aria-describedby=\"gallery-2-1872\" \/><\/a>\n\t\t\t<\/dt>\n\t\t\t\t<dd class='wp-caption-text gallery-caption' id='gallery-2-1872'>\n\t\t\t\tSchutzumschlag von Oskar Jellineks Die Mutter der Neun (1926)\n\t\t\t\t<\/dd><\/dl><dl class='gallery-item'>\n\t\t\t<dt class='gallery-icon portrait'>\n\t\t\t\t<a href='http:\/\/verlagsgeschichte.murrayhall.com\/?attachment_id=1864'><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"150\" height=\"150\" src=\"http:\/\/verlagsgeschichte.murrayhall.com\/wp-content\/uploads\/2015\/09\/Anzeige_Zsolnay-150x150.jpg\" class=\"attachment-thumbnail size-thumbnail\" alt=\"\" aria-describedby=\"gallery-2-1864\" \/><\/a>\n\t\t\t<\/dt>\n\t\t\t\t<dd class='wp-caption-text gallery-caption' id='gallery-2-1864'>\n\t\t\t\tVerlagsprospekt f\u00fcr die 1929 gegr\u00fcndete Bibliothek zeitgen\u00f6ssischer Werke\n\t\t\t\t<\/dd><\/dl><dl class='gallery-item'>\n\t\t\t<dt class='gallery-icon portrait'>\n\t\t\t\t<a href='http:\/\/verlagsgeschichte.murrayhall.com\/?attachment_id=1877'><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"150\" height=\"150\" src=\"http:\/\/verlagsgeschichte.murrayhall.com\/wp-content\/uploads\/2015\/09\/Werfel_Reich_Gottes_Zsolnay-150x150.jpg\" class=\"attachment-thumbnail size-thumbnail\" alt=\"\" aria-describedby=\"gallery-2-1877\" \/><\/a>\n\t\t\t<\/dt>\n\t\t\t\t<dd class='wp-caption-text gallery-caption' id='gallery-2-1877'>\n\t\t\t\tSonderprospekt Franz Werfels Das Reich Gottes in B\u00f6hmen (1930)\n\t\t\t\t<\/dd><\/dl><dl class='gallery-item'>\n\t\t\t<dt class='gallery-icon portrait'>\n\t\t\t\t<a href='http:\/\/verlagsgeschichte.murrayhall.com\/?attachment_id=1868'><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"150\" height=\"150\" src=\"http:\/\/verlagsgeschichte.murrayhall.com\/wp-content\/uploads\/2015\/09\/Finke_Anzeige_Zsolnay-150x150.jpg\" class=\"attachment-thumbnail size-thumbnail\" alt=\"\" aria-describedby=\"gallery-2-1868\" \/><\/a>\n\t\t\t<\/dt>\n\t\t\t\t<dd class='wp-caption-text gallery-caption' id='gallery-2-1868'>\n\t\t\t\tVerlagsprospekt f\u00fcr die Kriminalromane von E. Finke (1888\u20131968)\n\t\t\t\t<\/dd><\/dl><dl class='gallery-item'>\n\t\t\t<dt class='gallery-icon portrait'>\n\t\t\t\t<a href='http:\/\/verlagsgeschichte.murrayhall.com\/?attachment_id=1869'><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"150\" height=\"150\" src=\"http:\/\/verlagsgeschichte.murrayhall.com\/wp-content\/uploads\/2015\/09\/Galsworthy_Anzeige_Zsolnay-150x150.jpg\" class=\"attachment-thumbnail size-thumbnail\" alt=\"\" aria-describedby=\"gallery-2-1869\" \/><\/a>\n\t\t\t<\/dt>\n\t\t\t\t<dd class='wp-caption-text gallery-caption' id='gallery-2-1869'>\n\t\t\t\tSonderprospekt f\u00fcr J. Galsworthys Gesammelte Werke (1930)\n\t\t\t\t<\/dd><\/dl><br style=\"clear: both\" \/><dl class='gallery-item'>\n\t\t\t<dt class='gallery-icon portrait'>\n\t\t\t\t<a href='http:\/\/verlagsgeschichte.murrayhall.com\/?attachment_id=1875'><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"150\" height=\"150\" src=\"http:\/\/verlagsgeschichte.murrayhall.com\/wp-content\/uploads\/2015\/09\/Max_Brod_Zsolnay-150x150.jpg\" class=\"attachment-thumbnail size-thumbnail\" alt=\"\" aria-describedby=\"gallery-2-1875\" \/><\/a>\n\t\t\t<\/dt>\n\t\t\t\t<dd class='wp-caption-text gallery-caption' id='gallery-2-1875'>\n\t\t\t\tSchutzumschlag Max Brods Die Frau nach der man sich sehnt (1930)\n\t\t\t\t<\/dd><\/dl><dl class='gallery-item'>\n\t\t\t<dt class='gallery-icon portrait'>\n\t\t\t\t<a href='http:\/\/verlagsgeschichte.murrayhall.com\/?attachment_id=1866'><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"150\" height=\"150\" src=\"http:\/\/verlagsgeschichte.murrayhall.com\/wp-content\/uploads\/2015\/09\/B\u00fchnenwerke_Zsolnay-150x150.jpg\" class=\"attachment-thumbnail size-thumbnail\" alt=\"\" aria-describedby=\"gallery-2-1866\" \/><\/a>\n\t\t\t<\/dt>\n\t\t\t\t<dd class='wp-caption-text gallery-caption' id='gallery-2-1866'>\n\t\t\t\tProspekt der Theaterabteilung des Paul Zsolnay Verlags\n\t\t\t\t<\/dd><\/dl><dl class='gallery-item'>\n\t\t\t<dt class='gallery-icon portrait'>\n\t\t\t\t<a href='http:\/\/verlagsgeschichte.murrayhall.com\/?attachment_id=1873'><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"150\" height=\"150\" src=\"http:\/\/verlagsgeschichte.murrayhall.com\/wp-content\/uploads\/2015\/09\/Katalog1938_Zsolnay-150x150.jpg\" class=\"attachment-thumbnail size-thumbnail\" alt=\"\" aria-describedby=\"gallery-2-1873\" \/><\/a>\n\t\t\t<\/dt>\n\t\t\t\t<dd class='wp-caption-text gallery-caption' id='gallery-2-1873'>\n\t\t\t\tUmschlag des Verlagsprospekts f\u00fcr 1938\n\t\t\t\t<\/dd><\/dl><dl class='gallery-item'>\n\t\t\t<dt class='gallery-icon portrait'>\n\t\t\t\t<a href='http:\/\/verlagsgeschichte.murrayhall.com\/?attachment_id=1865'><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"150\" height=\"150\" src=\"http:\/\/verlagsgeschichte.murrayhall.com\/wp-content\/uploads\/2015\/09\/Buck_Anzeige_Zsolnay-150x150.jpg\" class=\"attachment-thumbnail size-thumbnail\" alt=\"\" aria-describedby=\"gallery-2-1865\" \/><\/a>\n\t\t\t<\/dt>\n\t\t\t\t<dd class='wp-caption-text gallery-caption' id='gallery-2-1865'>\n\t\t\t\tVerlagsprospekt f\u00fcr die Werke der Nobelpreistr\u00e4gerin Pearl S. Buck (1892\u20131973)\n\t\t\t\t<\/dd><\/dl><dl class='gallery-item'>\n\t\t\t<dt class='gallery-icon portrait'>\n\t\t\t\t<a href='http:\/\/verlagsgeschichte.murrayhall.com\/?attachment_id=2296'><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"150\" height=\"150\" src=\"http:\/\/verlagsgeschichte.murrayhall.com\/wp-content\/uploads\/2015\/09\/Klischee-Werfel-Anzeige-Verdi-150x150.jpg\" class=\"attachment-thumbnail size-thumbnail\" alt=\"\" aria-describedby=\"gallery-2-2296\" \/><\/a>\n\t\t\t<\/dt>\n\t\t\t\t<dd class='wp-caption-text gallery-caption' id='gallery-2-2296'>\n\t\t\t\tAnzeige Sonderausgabe Franz Werfels Verdi. \n\t\t\t\t<\/dd><\/dl><br style=\"clear: both\" \/>\n\t\t<\/div>\n\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Paul Zsolnay Verlag (Wien-Berlin-Leipzig) Der Paul Zsolnay Verlag in den 30er Jahren Auf dem Weg zur Gleichschaltung &#8222;Der Mittelsmann&#8220; Der &#8222;Getto-Verlag&#8220; Exkurs: Im Reich verbotene Zsolnay-Werke Anmerkungen Erg\u00e4nzungen zur Buchpublikation von 1985 Neueste Forschungsliteratur Illustrationen Der Weg, den der am 12. Juni 1895 in Budapest als Sohn eines Honorar-General-Konsuls geborene\u2026<\/p>\n<p> <a class=\"continue-reading-link\" href=\"http:\/\/verlagsgeschichte.murrayhall.com\/?page_id=686\"><span>Continue reading<\/span><i class=\"crycon-right-dir\"><\/i><\/a> <\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"parent":149,"menu_order":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","template":"","meta":{"footnotes":""},"class_list":["post-686","page","type-page","status-publish","hentry"],"_links":{"self":[{"href":"http:\/\/verlagsgeschichte.murrayhall.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages\/686","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"http:\/\/verlagsgeschichte.murrayhall.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages"}],"about":[{"href":"http:\/\/verlagsgeschichte.murrayhall.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/page"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/verlagsgeschichte.murrayhall.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/verlagsgeschichte.murrayhall.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=686"}],"version-history":[{"count":16,"href":"http:\/\/verlagsgeschichte.murrayhall.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages\/686\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":2297,"href":"http:\/\/verlagsgeschichte.murrayhall.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages\/686\/revisions\/2297"}],"up":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/verlagsgeschichte.murrayhall.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages\/149"}],"wp:attachment":[{"href":"http:\/\/verlagsgeschichte.murrayhall.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=686"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}